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Der Deutsche beobachter. [volume] (New Philadelphia, Ohio) 1869-1911, October 31, 1894, Image 3

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-ein Bergmann. Franz war wohl ihr
Lehrmeister, er half ihr wohl zu dem
Ü» Paradiese, das sie einst zusammen ge
•träumt. Es war kein Neid, der in ihr
aufstieg, aber bitteres Weh Heim
weh! Doch dazu war jetzt keine Zeit,
letzt war es an ihr, ihr Glück zu schil
dem! Das war allerdings schwieriger
Sie: Du darfst mich nicht dem Be
spotte der Leute preisgeben! Du darfst
nicht dulden, daß meine Familie Stecht
behält, wenn sie unsere Ehe verur
theilt! Dann wieder, selbst erschreckt
von der innersten Kälte ihrer Vor
I würfe: Du bist ein großer Meister,
•ketllen über, wenn Du nur willst. Wenn
,' .- vi .' I
DSs
Hrlmne Parakliez.
Moman von Auto» v. Perfall«
(10. Fortsetzung.)
Sie erfuhr zu ihrer Genugthuung,
°daß Arabella mit Vals in keinerlei
Beziehung ftctje, daß sie sich darüber
aber gar keine Sorge mache, sondern
glücklich und zufrieden mit ihrem Ge
-org in Sittenfeld lebe. Dann folgte
eine breite, behagliche Schilderung ih
res Lebens, welche Kitty lebhaft er
regte und zu trüben Vergleichen der
anlaßte. Von Jagden und Ritten,
«iber auch von ihren Bestrebungen als
Gutsherrin, von dem neuen Berg
Werksprojekt Franz von Prechtings,
für das sie sich, bisher leider ohne Er
folg, lebhaft interefsire. Das alte, ge
nußfrohe, frische Leben, das sie einst in
so- vollen Zügen genossen, lag wieder
Doll Sonnenschein vor ihr, ja, Ära
bella schien es sogar zu verstehen,^as
selbe mit ernsten Bestrebungen harmo
nisch zu verbinden. Sie sprach ja wie
Arabella gegenüber, die wenig davon
»erstand. Sie zeigte ihr vor allem alle
'die gefälschten Sehenswürdigkeiten:
tas maurische Zimmer, die Grotte.
Aber Arabella prüfte Alles auf seine
''Echtheit und erklärte dann unumwun
den, das sei ihr Geschmack nicht. Sie
müsse ersticken in dieser athemnehmen
den Fülle. Dann griff sie nach den
Anzähligen Skizzen und Bildern, tit
welchen Paul sie verewigt. Daraus
wußte sie doch sehen, wie er sie anbe
tete.
Arabella mußte nur eines bemerken,
daß dieses ewige Sitzen und Sich
Abguckenlassen ihr Tod wäre. Dann
!am die entsetzliche Frage, warum sie
kein Reitpferd halte, wie sie den Sport
denn gänzlich entbehren könne, nach
ihrer Wohnung, ihrer Gesellschaft.
Kitty war glücklich, als sie, ermüdet,
angeekelt von all dem Lügen und Heu
cheln, wieder allein war. So lang: sie
in diesen Verhältnissen lebte, war eine
Anknüpfung an die Vergangenheit,
Aach der sie sich im Geheimen sehnte,
«ine Unmöglichkeit, die Quelle unzäh
liger Verlegenheiten, Erniedrigungen,
Piese mußte sich ihr aber immer wieder
aufdrängen. Arabella wollte wieder
kommen. Sie hatte sogar um die Er
laubniß gebeten, Georg mitzubringen.
Franz würde kommen der Bater
Über kurz oder lang eine Anknüpfung
suchen, dann müsse die Lüge ihrer Exi
stenz offenkundig sein, wenn nicht bis
iahin etwas geschehen. Es war die
*. Pflicht ihres Gatten, sie davor zu be
I wahren.
Es kam zu erregten Auftritten. Die
«rsten gegenseitigen Vorwürfe wurden
laut. Er: Du wirst nie begreifen,was
künstlerisch schaffen heißt! Du hemmst
durch kleinliche Sorgen den Flug mei
«er Phantasie! Du bist und bleibst
eben Kitty!
Du Dich nur aufraffst zur Arbeit,
Dich nicht ganz verlierst in Träumen.
Unzählige Male nahm er einen tier
zweifelten Anlauf. Doch was er heute
entwarf, löschte er morgen wieder aus.
k Es war ein entsetzliches Ringen, und
was das schlimmste war, die Idee
setzte sich in ihm fest, daß mit Kitty
sein guter Genius von ihm gewichen,
er war zu sehr in den Bann der Sinne
gerathen. So erklärte er sichs. Das
Unbewußte verschloß ihm seine Thore.
Daran war die gröbere Atmosphäre
seines Weibes schuld, die ihn völlig
umschloß. Er behalf sich mit dem
W» Verkaufe kleiner Skizzen, deren Her
stellung ihn noch mehr von einer gro
chen Idee ablenkte, selbst seine Bè
wunderer machten bedenkliche Mienen
Au diesem völligen Versiegen seiner
Productivity.
Da kam es plötzlich über ihn, wie
immer aus seiner Stimmung heraus:
«ine weite phantastische Landschaft mit
fremdartigen Wäldern, Wiesen mit
leuchtenden Blumen, von Silberflüs
sen durchzogen, auf welchen eine Herde
Schweine weiden. Die Sonne geht
irnt& alles in Purpur und Violett
getaucht. Er selbst sieht von einet
JÖden, mit Dornen und Gestrüpp be
Uachsenen Höhe hinab auf das ver
klärte Land, auf einen Stab gestützt,
in zerfetztem Gewände, ein Bündel auf
dem Rücken. Ein Weib sitzt neben
ihm, abgewandt, zusammengekauert,
das Antlitz mit den Händen bedeckend,
Ä/eine Jammergestalt. Die Gluth der
^untergehenden Sonne überströmt das
Paar „Das verlorene Paradies"
modern gemacht.
Er schreckte anfangs zurück vor dem
Leitmotiv, das er sich selbst nicht lcug
neu konnte. Das verklärte Land, aus
dem er vertrieben, war seine sorglose
Vergangenheit, die freie, von keiner
Sorge des Lebens geknebelte Phan
tasie. Das weinende Weib an seiner
Seite Kitty. Das Gewand der Ar
in.uth, in das sie gekleidet war. daè
Symbol der angstvollen Zukunfts
träume, welche- Kitty heraufbeschwor,
das Bündel am Rücken, das harte
Loos der Arbeit
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das Brot, dem er
entgegenging, verbannt aus der schö
tien Traumwelt. Der Gedankengang
empörte ihn selbst. Das alles war ja
nicht der Fall, alles fixe Idee, daß
Kitty On jKUaui vertrieb, die. dro­
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f*'*V',.j"^'1^*'f,
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hende Armuth. Aber warum sollte er
diese sonderbare Idee nicht dankbar
benutzen? Es war ja immer so, daß
ein an sich bedeutungsloser Anblick,ein
geringfügiges Ereigniß die größten
Entwürfe weckte. Daß er aus dem ge
liebten Lande nicht vertrieben, bewies
ja zur Genüge eben diese Idee. Die
Leinwand war zu klein. Die Land
schast sollte durch ihre Unermeßlichfeit
wirken, in das Endlose sich vertiefen,
die Figuren im Vordergrunde in Hal
ber Lebensgröße sich zeigen ein
Monumentalwerk sollte erstehen, eine
Licht- und Luftstudie in riesigen Ver
hältnissen.
Er schloß sich ein, auch Kitty durfte
das Atelier einige Tage nicht betreten,
bis wenigstens der rohe Entwurf ftr
tig gestellt war. Sie wagte leinen
Widerspruch und wartete mit Mopsen
dem Herzen. Sein völlig verändertes
Wesen ließ sie das Beste hoffen. Das
Auge hatte wieder den frieren tiefen
Blick, den sie so lange vermißt, fein
ganzes Wesen athmete Milde, Zufrie
denheit.
Als sie endlich vor die riesige .Höh
lenzeichnung trat, fand sie sich -nicht
zurecht und doch wirkte die weite
Landschaft, von welligen, in endlose
Ferne verschwimmenden Linien be
grenzt, großartig auf sie. Die Gesial
ten im Vordergründe waren bereits
massiver gearbeitet. Der sehnsüchtige
Gram des Mannes war jetzt schon in
der ganzen Bewegung meisterhast aus
gedrückt, ohne daß man sein Gesicht
sah. Doch Kittys Blick blieb an der
weinenden Frau hasten. Sie saß der
Landschaft abgewandt auf dem rauhen
Pfad, in ihrem Schmerz versunken.
Kitty hatte ein banges Gefühl. Was^
soll das? fragte sie.
Doch sehr einfach, erwiderte er ver
legen. Zwei Scheidende, zwei ar.ne
Teufel, welche den letzten Blick Wersen
aus die verlassene Heimath.
Zwei Verbannte, nicht wahr?
Auch das, wenn Du willst. Ich
nenne es: „Das verlorene Paradies".
Kitty zuckte zusammen, blitzartig
entstand in ihr ein längst verwischtes
Bild: Schwarzacker in der mystisch
beleuchteten Höhle Franz. Dort
träumte sie von einemPciradiese. „Aus
dem uns Niemand vertreiben soll.
Es ist uns ja für immer oer)chlossen,
das Paradies. Franz, mit einem
Worte sprengst Du seine Fesseln." Sie
hörte deutlich seine Stimme, ihtc Er
widerung: „Verloren!" Und jetzt stand
sie wieder vor einem verlorenen Para
diese, verloren, wie damals, ehe es ge
wonnen war. Und wieder sollte sie
daran schuldig sein? Blitzartig leiich
tete in ihr der Sinn auf des Bildes
vor ihr die Last auf der Schulter
des gebeugten Mannes.
Paul, wirf sie ab, die Last, und
kehre zurück! Das muthlose W?ib soll
Dir nicht im Wege stehen!
Das brach so plötzlich aus ihr her
aus, es lag ein so elementa.rerSchmerz
in dem thränenlosen Tone, daß Ma
kowsky sie stürmisch an sich zog und
mit glühender Betheuerung seiner
Liebe überhäufte. Er war ja in sei
nem Innersten entzückt von dem tiefen
Eindruck, welchen das kaum angedeu
tete Bild aus Kitty machte.
Neu gestärkt ging sie aus seiner
Umarmung hervor, voll Vertrauen auf
die Zukunft, die von Neuem verhei
ßu^gsvoll, farbenprächtig vor ihr lag,
Paul fühlte jetzt das höchste Kön
nen, feine Stunde war gekommen.
Kitty wagte keinen lauten Athemzug
.in ihrem dämmerigen Winkel, wohin
sie sich zurückgezogen. Der G-mius
hatte sich herabgesenkt, sie fühlte einen
süßen Schauer, bas Fächeln seiner
Schwingen.
Eine Woche darauf, das Bild war
kaum untermalt, fand große Tafel
statt im Atelier Makowskys. Kitty
konnte die Ruhmesernte nicht erwar
ten, man sollte jetzt schon in der gan
zen Stadt von dem großen Ereignisse
sprechen. Außer den rückhaltlosen Be
wunderern waren noch einige Herren
der Presse geladen. Das Essen nebst
Bedienung besorgte ein benachbarter
Gasthof. Sie war jetzt int Stande,
alle diese ihr völlig ungewohnten, dürf
tigen Arrangements von der huniori»
stischen, genialen Seite aufzufassen.
Das nächste Essen, das sie ab, sollie
schon anders aussallen, auch in Bezug
auf die Gäste. Die erste Gesellschaft
wird sich dazu drängen, es wiro zum
guten Ton gehören, im Hause Ma=
kowsky zu verkehren, und dann konnte
man ja auch die alten Gewohnheiten
wieder aufnehmen—Reitpferde, Equi
pagen. Auch der Vater wird dann
sein Unrecht einsehen! Kurz, die Zu
kunft lag in so rosigem Licht, daß man
diesen Scherz schon noch mit in den
Kauf nehmen sollte. Die enthusiasti
sche Anerkennung, welche der Entwurf
fand, entschädigte sie reichlich für all
die kleinen Peinlichkeiten enger Be
hältnisse.
Die gemalten und cachirten Lügen
des Ateliers verliehen trotz alledem
dem Ganzen den Schein künstlerische»
Vornehmheit und Kitty spielte mitten
darin, strahlend vor Glück, cur ent
zückende Weise die Wirthin. Keiner
der Gesellschaft dachte wohl daran,daß
dieses blühende, schöne Weid und oieje
in bittermGram sich verzehrende Jam
mergestalt dort auf der Leinwand sehr
nahe Verwandte waren. Der Gedanke,
Adam undEva als ein mooernes Men
schenpaar wiederzugeb.n, die Legende
in die Gegenwart zu verseZen, begu
sterte allgemein. Das war ein trajng
geführter Schlag gegen die verhaßte,
conventionelle Tradition. Man freute
sich schon im Voraus über die Entrü
stung der Alten, das Zetergeschrei der
Frommen. In dem bemitleidenswert
then Verbannten erblickte man den un
ier der Last veralteter akadem'.scher
Gesetze, unter dem Zunftzwang sich
beugenden Künstler, der im Schweiße
seines Angestelltes sein Brot zu verdie
nen^verurthejlt tgai ymniichhii ULBf,
.*? o .r' *VH
v -1. .1
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ter ihm lag das fruchtbare Land fuier
Kunstentwickelung. Freilich, die Deu
rung des weinenden Weibes war
schwieriger.
Kitty lauschte gespant darluf, doch
man kam aus alles eher, denn auf die
Makowsky ursprünglich leitende Idee.
Dieser wehrte sich überhaupt gegen jede
hineingedeutete Symbolik. Die Ver
treibung aus dem Paradiese, weiter
soll das Bild nichts vorstellen. Es er
hoben sich lebhafte Debatten über die
Landschaft. Die einen ttethen zur
realistischen Darstellung, übereinstim
mend mit den Figuren, eine echt deut
sche Landschaft, die andern zu einet
völlig idealen, phantastischen!. Gerade
durch solche gewagte Ungebunl-enheit
werde der Widerspruch der Gegner,die
Verblüffung des Publikums om voll
kommensten erreicht. Champagner er
höhte die Begeisterung.
Ein gewisser Steiner, ein herkulisch
gebauter Mann mit einem dichten
blonden Haarwald, sprang vor die
Leinwand und markirte mit dem Koh
lensiist, wie ein Feldherr auf dem
Plane, seine Idee. Sonnenaufgang!
Intensives, goldenes Licht, v.t dem die
Landschaft in violettem Tone erschei
neit muß. Auf den Wiesen wandelnde
Paare, reigenschlingende Mädchen in
leuchtenden Gewändern. Auf den
Flüssen und Seen buntes Geflügel,
kein Wald, nur saftwellige Höhen, ins
Unendliche zerfließend.
Ein anderer nahm seinen Play ein.
Sonnenuntergang! Dämmerung! Al
les in tiefblauen Tönen verschwim
mend, heilige Feuer glimm »n ouf
Opferaltären.
Ein wüthenderEolorist entwarf eine
Farben-Orgie. Ein Bildhauer stellte
einen barock stilisirten Erzengel mit
gezücktem Schwerte mitten in die
Landschaft, als Lichterscheinung ge
dacht. Kurz, jeder schuf sich *ein eige
nes Formen- und Faröenparadies,
ohne sich um die zwei Jamrnergeilalten
im Vordergrunde zu kümmern nur
Kitty beschäftigte sich ausschließlich mit
ihnen. Sie wollte die beiden Gestalten
in irgend einer Verbindung haben.
Das innige Bewußtsein ihrer Zusam
Mengehörigkeit, auch im Elen), Zollte
ausgedrückt sein. Diese Absonderung
des Weibes erschien ihr unnatürlich.
Sie gehörte an die Seite des unglück
lichen Gatten. Mit einem Blick, einem
innigen Worte kann sie ihn das oanze
Paradies vergessen machen, daß er ge
tröst weiterzieht in das Lc-nd der
Mühsal, wie einst Adam an hu Säte
Evas.
Makowsky, der bisher in schweigen
der Größe, nur dann und wann
selbstbewußt lächelnd, den Streit um
das Bild mit angehört, widersprach
dieser Ansicht Kittys energisch. Die
qualvolle Betrachtung des auf immer
Verlorenen dürfe durch sein weiteres
Empfinden gestört werden. In diesem
Augenblicke fühlt das Weib, das heißt
Eva, setzte er ausdrücklich hinzu, die
Schwere seiner Schuld, daß jedes
Wort, jede Berührung nur denGrimm
anfachen müsse ihres Begleiters, dessen
Verderben sie heraufbeschworen. Sie
wagt es nicht mehr, einen Blick zurück
zuwerfen auf das verscherzte Eden, da
rum sondert sie sich ab. Die Größe der
Schuld drückt sie zu Boden.
Kitty verstummte. Sie stand auf
und machte sich im Atelier zu schaffen
als Makowsky ihr folgte, sah er sie in
Thränen. Vergebens erklärte er ihr,
während der Lärm am Tische immer
mehr anschwoll, daß ja jede persönliche
Beziehung fehle, seine Anschauung eine
objektive sei, daß, auch gesetzt Den Fall,
diese Idee habe sich aus einer aug?n
blicklich gedrückten Stimmung ent
wickelt, diese längst wieder einer fteu
digen, hellen gewichen sei.
Eine böse Ahnung siel sie an mit
Geierkrallen. Da trat ein Tiener ein
mit einer Karte. Das Herz stand ihr
still Franz von Prechting! Sie
hatte ihn nicht mehr gesehen seit jenem
verhängnißvollen Abend. Eine Flitih
von Erinnerungen stürzte athemrau
bend über sie.
Makowsky entging nicht ihre hoch
gradige Erregung. Was will denn der
Mensch von uns? sagte er ärgerlich.
Die Clique hat wohl schon gehört von
meinem Bild und will sich nun heran
machen! Da soll sie aber was erle
ben!
Diese größenwahnsinnige Bemer-
iung öffnete Kitty vollends die Augen.
Das ist doch nicht wohl möglich, er
derte sie mit einem spöttischen Lächeln.
Außerdem verlasse Dich darauf, mein
Vetter ist nicht zudringlich.
Sie befahl dem Diener, den Besuch
nebenan in das maurische Gemach zu
führen.
Warum führst Du ihn nicht hier
herein? Er kommt ja gerade recht!
Oder ist etwa die Gesellschaft nicht gut
genug für den Herrn Baron?
Paul, keine Bitterkeiten! Nur jetzt
nicht! Er kommt im Auftrage des
Äaters, er bringt "Verführung, 'Frie
den, Paul, für mich, für Dich!
Für mich? Frieden? Was heißt
das?
Das heißt, daß
Du
âW ®c
j'
wieder frei
schaffen kannst, ohne Sorge, ohne
Hast.
Und das sagst Du mir jetzt, dte«
sem Augenblick, daß ich Deinen ieichen
Vater dazu brauche? Vor diesem
Bilde? Ja. da könnte man freilich die
Zuversicht verlieren da da
Er war außer sich, die Gäste wurden
aufmerksam.
w
So meinte ich e§ ja nicht, Vaul!
flehte Kitty verzweifelt. Aber et ist ja
doä^. mein Vater!
Gut! Geh nur! Geh! Bettle,
winsele um Verzeihung, um Hn.'er*
stützung! Mein Gott, ich hättet«ija
wissen können! Aber ich nicht! Ich
Geh doch!
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3)ie Collegen veyucht.n dm âw
regten zu beruhigen. Kitty hatte den ^em
Boden versinken mögen vor Scham, un
'X V
mump*
vaZ ravine!, )te mutzte Aitern yolen,
sich fassen.
Paul beruhigte sich immer nicht. O,
ich sage euch, Kinder, nicht verstanden
werden! Immer wieder herabgezogen
werden in die gemeine Alltäglichkeit,
das ist das entsetzlichste für unsereinen
die Hölle!
Kitty empfand jedes Wort wie einen
Dolchstoß. Mit einem raschen Griffe
hob sie die Portiere.
Franz stand vor ihr! Seine mäch
tige Gestalt schien ihr den ganzen engen
Raum zu füllen. Er reichte ihr schwei
gend die Hand. Sie ergriff sie und
brach in lautes Schluchzen auS, der
Lärm außen übertönte es.
Ich störe wohl? Du hast Gäste, be
gann Franz, verwirrt durch den uner
warteten' Empfang.
Kitty faßte sich rasch. Allerdings!
Wir feiern ein kleines Fest, erwiderte
sie. Paul hat ein neues Bild begon
nen, ein Meisterwerk! Wie ich nur
weinen kann, aber es übermannt mich
so. Die Erinnerung an den Vater
an die Heimath du wirst das begrei
sen.
Gewiß. Kitty, ganz und gar! Ich
komme ja im Auftrage des Vaters und
deine Thränen machen seine Erledigung
leichter, als ich gedacht. Du sollst nach
Vals kommen er will dir alles ver
zeihen, wenn du kommst, dein Unrecht
einsiehst...
Diese letzten Worte reizten Kitty und
weckten von neuem ihren Trotz. Sieht
er das seine ein? daß er mich Georg ge
opfert hätte, wenn nicht Arabella da
zwischengetreten wär
Er sah es ein, leider zu spät.
Nur um mir eine neue Demüthigung
zu bereiten.
Eine neue Demüthigung?
Indem er meine Hand einem andern
anbot dir, Franz! Du zwangst mich
zur Flucht an jenem Abend, ich dachte
nicht daran.
Ich? An jenem Abend?
Ich erwartete Georg der Depesche
nach, die ich las. Der Vater wird ihn
noch zur rechten Zeit beredet haben,
Arabella aufzugeben, zu mir zurückzu
kehren, dachte ich. Ich wollte vor ihm
fliehen, ich war zum äußersten Wider
stand bereit, da sah ich dich den Wa
gen verlassen, du gingst nur wenige
Schritte von mir vorüber vor dir
floh ich.
Das ist unmöglich! Du konntest nicht
glauben, daß ich mich dir als Gatten
aufdrängen würde.
Das nicht da$ meine ich nicht, ent
gegnete Kitty verwirrt, aber ich fürch
tete mich ich wollte dich nicht kränken.
Was war mir Georg? Aber du du
Franz
Lautes Gefachter, Gläserklang, Hoch
rufe ertönten von außen. Beide waren
dankbar für diese Unterbrechung.
Ich werde mit Paul darüber spre
chen, sagte Kitty. Er ist so fürchterlich
empfindlich, grade jetzt, nach diesem Er
folg.
Erfolg? fragte erstaunt Franz. Du
sagtest ja eben, er habe das Bild erst
angefangen.
Ja, allerdings, aber du hörst doch,
wie er gefeiert wird. Zweifelst du denn
daran?
Das nicht, aber von einem Erfolg ei
ner Arbeit kann man doch erst sprechen,
wenn sie vollendet ist.
Ach, du verstehst die Künstler nicht,
da ist alles so ganz anders! Ich bitte
dich nur um eines, sprich nicht mit
Paul, er würde dich nicht verstehen.
Jedenfalls wird er als Ehrenmann
nichts sehnlicher wünschen, als die Aus
söhnung mit einem schwer gekränkten
Vater, dir zuliebe, ganz abgesehen von
einer wirthschaftlichen Sicherstellung,be
merkte Franz.
Kitty klammerte sich an. das letzte
Wort. Das war wieder der Ton aus
der kalt berechnenden, begeisterungslosen
Welt, die.sie verlassen. Sie fühlte sich
in diesem Augenblick erhaben über die
sen Mann. Du irrst dich, Franz, sagte
sie mit sichtlicher Genugthuung. Derlei
Dinge wirken nicht bei uns Künstlern,
die überlassen wir den Vornehmen, den
Aristokraten. Außerdem ist mein
Mann hinreichend durch seine Kunst
sichergestellt und bedarf dazu keines
Schwiegervaters grade jetzt nicht.
Ich warne dich, Franz, du würdest alles
verderben.
Beruhige dich, Kitty, entgegnete die
ser gelassen. Ich werde den Stolz dei
nes Gatten nicht verletzen, aber du we
nigstens sei offen gegen mich, wie du es
immer warst. Wer dich kennt wie
ich, läßt {ich nicht täuschen. Es ist
nicht alles, wie du faaft! Dein bester
FreunD fleht vor dir. Komm zu uns,
du wirst mit offenen Armen empfangen,
ohne Vorwurf, du bettelst ja nicht, du
trittst nur in dein Recht ein, als die
Erbin von Vals. Auch für deinen Gat
ten werden die veränderten Verhältnisse
heilsam sein. Die kräftige Lust, die
herrliche Natur, die Ruhe er wird
neue Wurzel fassen, neue Kraft saugen
aus dem treuen Boden von Vals.
Wir bringen dem Stolz oft zu große
Opfer, die wir bitter bereuen müf
sen. Glaube mir, ich spreche aus Er
fahrung. ..
Diese letzte Anspielung brach vollends
ihren Trotz. Ich komme, Franz! sagte
sie, ihm die Hand reichend.
Eine augenblickliche Stille trat ein,
durchzittert von gemeinsamer Erre
gung.
In diesem Augenblicke trat Makows
ky ein. Er sah die Hände noch mein*
ander ruhen. Seinen scharfen Augen
entging nicht die innige Beziehung zwi*
schert beiden. Er hatte eingesehen, daß
er Kitty weh gethan, die verdoppelte
Schmeichelei seiner Gäste, welche sich
die Laune nicht verderben lassen woll-
ten, hatte ihn versöhnlich gestimmt, aber
bei diesem Augenblick wankte sein guter
Vorsatz. Die derbe Erscheinung Frcrn*
zens wirkte außerdem unsympatisch auf
@0 foeij
^n? sagte er in spötti-
$Dne_
Ufib
^as geht ja sehr rasch!
^lchem Einfluß hat wohl meine
endlich weh war ihr um das Herz. Sie. diesen £uj£a§er/$cn UMHwunS!• in bii. K VÄ
d« Portiere hob, vor
zu Damen'? X)em Ihrigen wohl, Herr
Baron? Zwar sehr liebenswürdig,
aber da es sich doch nicht allein um
Kitty handeln dürfte, möchte ich doch
auch ein Wort mitsprechen.
Das sollen Sie, Herr Makowsky,
und zwar das entscheidende das al
lem Unfrieden ein- für allemal einEnde
machen soll. Sprechen Sie es aus ohne
lange Bedenken und Verhandlungen.
Sie stehen, wie ich höre, vor einem gro
ßen Werke...
Und der Herr Graf fürchtet wohl die
Blamage, wenn mein Name in aller
Leute Mund ist, mich behandelt zu ha
ben wie einen frechen Eindringling in
feine hohe Familie, er will noch zur
rechten Zeit den Gnädigen spielen, ehe
es zu spät sein dürste!
Franz stieg die Zornesröthe in das
Gesicht über diese wahnartige Anma
ßung. Ein Blick auf Kitty mußte ihm
erst die Ruhe wiedergeben. Er war
ja mit dem festen Vorsatze gekommen,
der Eigenart dieses Mannes Rechnung
zu tragen, die alten Fehler zu vermei
den. Sie irren vollständig, mein Herr,
erwiderte er gelassen, jeden Anflug von
Spott vermeidend. Der Graf hat keine
Ahnung von Ihrem Bilde, ebenso we
nig als ich sie hatte. Das Ereigniß
bürste nur in Ihrem intimsten Kreise
bekannt sein.
Entschuldigen Sie,'es erscheinen be
reits in allen Blättern Artikel darüber.
Aber allerdings,Sie mögen recht haben,
derartige Dinge liest man nicht auf
Schloß Vals, man hat dort Wichtigeres
zu thun.
Augenblicklich schon!
Das kann ich mir denken. Reltèn
Jagen aber Sie werden es begreif
lich finden...
Nicht ganz errathen,Herr Makowsky.
Wir stehen aber vor einer Verbindung
der beiden benachbarten Gruben
Schwarzacker und Sittenfeld. Ein
Unternehmen von weittragendster Be
beutung für die ganze Landschaft, für
Hunderte von Existenzen. An dem
Tage des Durchschlages soll ein Fest
gefeiert werden, bei welchem vor allen
die Erbin von Schwarzacker nicht feh
len soll. Das ist die äußere Veran
lassung. Die innere brauchen Sie wohl
nicht lange zu suchen. Graf Seefeld
ist in hohen Jahren, Kitty fein einziges
Kind, das er über alles liebt, das Maß
der Sehnsucht ist voll. Er bietet Jh
nen die Hand zur Versöhnung und sen
bet als Vermittler seinen und Ihrer
Gattin treuesten Freund, der auch der
Ihre sein wird, wenn Sie ihn als sol
chen annehmen wollen. Sie sind Künst
ler, ich bin Arbeiter, wir scheinen uns
beide fremdartig, Bürger verschiedener
Welten lernen wir uns erst kennen, es
wird lange nicht so weit fehlen, als es
jetzt den Anschein hat. Wollen Sie?
Darf ich Sie Vetter nennen? Franz
reichte dem Maler die Hand.
Er schlug mit einem Feuer ein, das
Kitty glückselig aufjubeln ließ. Die
männliche Klarheit, welche aus diesen
Augen strahlte, die rückhaltlose Wahr
heit seiner Worte wirkten mächtig auf
Makowsky. Mit feiner aufgeriebenen
Nervenkraft fühlte er sich jetzt hingezo
gen zu dem starken Manne. Er schämte
sich der Thränen, die ihm, wie bei jeder
leisesten seelischen Erregung, auch jetzt
in die Augen traten.
Und jetzt laß mich dein neues Werk
sehen! Ich bin vielleicht gar nicht so un
verständig, wie du glaubst.
Kitty küßte stürmisch ihren Gatten.
Jetzt war wieder alles Licht, Sonnen
schein. Der Vater!— Franz!
Die Heimath! Das Meisterwerk auf
der Staffelei!
Die Herren hatten unterdeß dem
Champagner scharf zugesetzt. Ein hitzi
ger Kunststreit unter ihnen war im be
sten Gange. Dröhnender Stimmenlärm
erfüllte das Atelier, um die Madonna
in der Nische zog der bläuliche Qualm
der Cigarette.
Kitty schämte sich vor Franz, diese
Menschen kamen ihr jetzt so entsetzüch
gewöhnlich vor in ihrem ganzen Geba
ren und die unordentliche Tafel mit
dem geliehenen Tischzeug, der Cigar
renasche auf den Tellern mit einem
Blick muß er ja ihre ganze Lage er
kennen,die Hohlheit dieser ganzen präch
tigen Umgebung. Doch Franz schien
das alles nicht zu bei.^.^.., ... ...
Makowsky vor das Bild. Die. GtÖv
beunruhigte ihn. Welche Verwendung
sollte diese Riesenleinwand finden?
Doch wagte er keine ftrage. Er war
ja nicht einmal im Stande, sich aus
dem Bilde zurecht zu finden, dessen
Verständlichkeit durch verschiedene Cor
recturen der Gäste grade nicht gewon
nen hatte.
Jetzt erkläre mir einmal, was das
alles vorstellen soll, lieber Vetter! Wenn
du einmal nack Schwarzacker kommst,
werde ich mich revanchiren, sagte er un
verhohlen.
Sehr einfach, der Gedanke» erwi
derte Makowsky, hier Adam, hier Eva!
Beide blicken auf das verlorene Para
dies.
Die Blicke Kittys und Franz' be
gegneten sich. Das verlorene Para
dies, sagte er mit sonderbarer Beto
nung.
Ja, so soll es heißen, meinte Ma
kowsky.
Dabei kanü man sich viel denken, je
der hat ein anderes Paradies verloren,
bemerkte Franz.
Nicht wahr, ein bankbarer
Vorwurf?
Das wohl, aber offen gesagt, diese
ganze Legende vom verlorenen Para
dies ist mir in der Seele zuwider.
Das ist neu! Warum denn? fragte
Makowsky.
Es ist nicht wahr, daß unser Para
dies ein Schlaraffenland und die Ar
beit eine Strafe Gottes ist. Sie ist
eine Wohlthat, sie ist eine sittliche Noth
wendigkeit, die Bedingung des Glückes,
des wahren Mrnschenparadieses. Ein
große? Theil unserer Anschauungen
über Arbeit, die so viel Unglück bringen
.. ..y*i-•^xr.F'.^,'?'' f^F'': ^p',-'"' f'WW1' v
lege ich diesem orientalischen Märchen
zur Last, das für uns so wenig paßt
wie die verweichlichende, alle Kraft lö
fende Luft des Harems. Im Schweiße
des Angesichtes sollst du dein Brot ver
dienen. Jawohl, das soll er auch, der
Mensch, und dieses Stück Brot schmeckt
ihm bekanntlich besser als das im para
diesischen Ueberfluß verzehrte, raffinir
teste Mahl.
Franz hatte sich in Eifer gespro
chen. Die Tischgesellschaft lachte laut
auf über die paradox klingende Att
ficht.
Das ist auf uns gemünzt! Para
diesischer Ueberfluß, ist sehr gut!
Er ist ja verrückt, ich kann schwören,
daß ich nie besser bei Appetit bin,
als wenn ich nichts arbeite! Der
Teufel hole den Schweiß, ich war nie
ein Freund davon! schwirrte es durch
einander.
Makowsky Iächelje mitleidig. Sie
vergessen, daß eben der Gott, der diese
Worte spricht, der größte Künstler war,
noch ganz entflammt von seinem Mei
sterwerke, der Schöpfung! Glauben
Sie ctwa,t sie fei ein qualvolles Pro
duct feiner Arbeit, das hätte eine sau
bere Welt gegeben sie ist ein Pro
duct seiner Phantasie in ihrer gan
zen göttlichen Wollust erzeugt und
dieser Gott wollte auch seinem Liebling,
dem Menschen, für immer diese selbst
empfundene Wonne freien, fessellosen
Empfindens, traumhaften Schaffens,
seligen Schauers zukommen lassen
dazu schuf er das Paradies! Ein
Künstlerheim! Und als der Mensch sich
gegen ihn empörte, dem Meister gleich
sein wollte, da verstieß er ihn daraus
und erdachte die Arbeit zum Fluch, die
Qual um das Leben, die ihn an die
Erde fesselt gleich dem Thiere, den ho
hen Flug seines Geistes hemmt an die
Stelle der Nachempfindung göttlicher
Schaffenswonne setzte er niedere thieri
sche Verrichtung und Sorge die Ar
beit! Daß wir uns mit ihr versöhnt
haben, als mit einer absoluten Noth
wendigkeit, ändert daran nichts. Sie
ist und bleibt der alte Fluch des Gottes
grade für den, welcher den Paradieses
menschen noch nicht ganz ausgezogen
für den Künstler! Sobald er sich
einmal emporschwingen will zur gött
lichen Schaffenskraft, die aus geheim
nißvollen Tiefen urplötzlich in ihm auf
steigt, hemmt die Arbeit seinen kühnen
Flug, das trostlose Handwerk, an dem
er sich die Schwingen blutig stößt. Er
sucht ihre häßlichen Spuren zu verwi
sehen, aber vergebens! Ueberall drän-
ste Form, nehmen jeder Farbe ihre
Gluth und er häuft nur neue auf die
alten. Immer gequälter wird das Werk,
die Offenbarung flieht der Fluch
bleibt die Arbeit im Schweiße des
Angesichtes!
Ein stürmisches Bravo der Tafel
runde erscholl bei dem Schluß der Rede
Makowsky. Er sprach auch mit hin
reißender Wärme.von dem Gegenstande
sichtlich ersaßt, selbst empfundener
Schmerz sprach daraus. Er war bleich
vor Erregung, ballte wiederholt die
Faust gegen das „verlorene Paradies".
O, Sie ahnen ja gar nicht, was für
Bosheiten und Tücken hier schon wieder
auf mich lauern, unzählige Schlingen
und Fallen, unübersteigliche Gebirge,
flache durstige Wüsten dieser Kampf
mit der Technik, mit dem Material,
eben mit dem Fluch, dessen Größe Sie
nicht begreifen, aus dem Sie einen Se
gen machen wollen.
(Fortsetzung folgt.)
Befolgt.
Dame (jtrm Piano singend): „O.
küß mich doch auf meinen Mund."
Herr: Wenn Ihnen ein Gefallen damit
geschieht sehr gern, mein Fräulein!
(Küßt sie.)
Gerechter Zorn.
Richter: „Nun, als Sie sich über»
zeugten, daß Sie den Unrechten geschla
gen, haben Sie demselben trotzdem noch
eine Ohrfeige gegeben! Weshalb?" An
geklagter: „Aus Wuth, daß ich den
Richtigen nicht erwischt habe."
Bedenkliches Compliment.
Hausfrau: Ah, mein Mann
tählt erst vierzig Jahre. Es ist nur ein
Altersunterschied von zehn Jahren zwi
schen uns....* Herr Fekete: „Majn
Compliment Ausgezeichnet erhol
ten ... .Hätte ich wirklich nicht geglaubt,
daß sind gnädige Frau schon fünfzig
Jahre alt."
tzin Schvereköther.
Junge Dame:
r.Nun
lassen Sie Ihre
Schmeicheleien, mein Herr, oder ich
halte mir die Ohren zu!" Herr: „Un
möglich! Dazu haben Sie viel zu kleine
HMWy-l".-.
Praktisch.
M? „DâS beste Ding, nmRn 8er*
löbniß zu besiegeln, ist ein Kuß, nicht
wahr?" Sie: „Nein, ein Zeuge."
Preisfrage.
jßjft ist glücklicher: Der Maim, der
eine Million Dollars besitzt, oder der,
der sieben Töchter sein eigen nennt?"
Antwort: „Der Letztere denn der
mit einer Million hat immer das Ver
langen nach noch mehr, ber mit fittest
Töchtern aber entschieden nicht."
Das Lustspiel.
Sie: „Das neue, Lustspiel war recht
hübsch, bis auf einen Fehler." Cr:
„Und worin bestand dieser?" Sie:
„Nun, die Handlung darin spielt durch
drei Jahre das dürften höchstens drei
Monate sein." Er: „Warum denn?"
Sie „O, weil in dem ganzen Stücke
immer das nämliche Dienstmädchen vor
kommt." ..
Petra,bisftf4.es Z«sta«d,.
A.: „Du, wie geht es den Meier-»
stein?" B.: „Die leben wie im Para
dies." A.: „Wie kommt denn das mit
einem Male?" B.: „Nun, sie haben
Vichts anzuziehen."
â.
Ma»»» auf dem 53$«***•
Htm
User des Calcasieu River, nicht
weit vom Lake Charles, im sonnige»
Louisiana haust ein alter Sonderlc^i
Namens Tom Rogers in dem GeaM
einer mächtigen Eiche. Der merkwu^
dige Kauz hat sich in der luftigen Hohe
«ine Hütte gebaut, und dieselbe
primitivsten Weife
•f/y
gen sie sich hervor, sie entedeln die schön- mit ihm in ein Gespräch ein- und stellt
sich als Gedankenleser vor. Tekeles
ist ungläubig und ruft: „Fünfzig Gul
den geb' ich Ihnen, wenn Se errathen,
was ich mer in dem Augenblick denk'."
„Sie denken," sagt der Gedankenle
ser, „ich fahre jetzt nach Leipzig auf die
in
bet
ausgestattet,
j«0®.
der nächsten Absiedlung mehrere Me»-
len entfernt, unterhält Rogers mit set*
nen Mitmenschen gar keine Beziehung,
gen nur wenn er Feldfrüchte, (Sietr
oder Geflügel zu verkaufen hckt, waK
selten genug vorkommt, begibt er sickfc,
in die Stadt. Ein Stück Land bot»
7 Acres, das er sorgfältig bebaut,
lit*
fert ihm Begetabilien und der Wald^ -.
sowie der Fluß deckkn seine sonstigem'
Lebensbedürfnisse. Ueber die Bergan-'
genheit dieses Einsiedlers ist nicht daK
Geringste bekannt.
ft
Gedankenleser.
Chaje Tekeles fährt mit der Eisen
Bahn von Krakau nach Leipzig auf die
Messe. Außer ihm befindet sich noch
ein Herr im Coupe. Derselbe läßt sich
Messe, kaufe dort Wolle für 100 000
Gulden, fahre dann nach Krakau zu
rück und sage Concurs an."
Sofort greift Tekeles in die Brief
tasche und überreicht dem Gedanken
leser 50 Gulden.
„Nun," meint dieser, „hab' ich's et»
rathen?"
„Nix haben Se errothen, âr aas
eine ausgezeichnete Idee hoben Se mtt^
verhelfen!"
Der gestrenge Herr Bürge«»
meister,.
„Sie, Gemei ndediener/ W 'Gvèi töte*
naten sind keine Strafgelder eingegan
gen! Badet sich denn gar Niemand
mehr an der verbotenen Stelle, lauft'
Niemand über die Felder, reißt Nie»
mand 'was ab?! Was ist dem» be*
für eine Sauwirtshschaft?
ItfSI
Gigerl? O, Regine, wenn Du {est
noch lebtest und mich in meinem neue^.
blaugrünen Sacco-Anzug sehen könw»
tefU..!"
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Je nachdem. Gast:
der Gansbraten frisch oder von Mit
tag?" Kellnerin: „Will gleich ein*
mal fragen (in die Küche rufend): Ob
der Gansbraten frisch ist, oder bau
Mittag?" Wirthin: „Wer fragt
denn danach?" -1- Kellnerin: „Der.
Her? Müller!" Wirthin: „Frischt
Ein gutes Kind. Fremde
Dame: Weshalb weinst Du denn so
sehr, mein liebes Kind? Du hast Dich,
wohl verlaufen? Kleines Mädchen
Ja, ich habe mich verlausen. Ich
bitt
mit meinem Vater spazieren gegangen
und da hat er mich verloren. Wetnt
er ohne mich nach Hause kommt, Itiigfr
et von dex Mutter Prügel!
j-.

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