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Der Deutsche beobachter. [volume] (New Philadelphia, Ohio) 1869-1911, November 21, 1894, Image 6

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I 9,
I
«V
V
Cm Wiedersehn.
E?
Erzählung von M. voa?e'»W.
Heller Lichterschzin strahlte aus ben
Fenstern der hübschen Villa des Direc
tors der Hamburger Pulverfabrik
Bruno Schmidt und fiel weit hinaus
1 in die dunkle Sommernacht. Die
kleine Gesellschaft, die sich bei dem Fa«
brikdirector zusammengefunden zurAb
fchiebsfeier seines Bruders Erich, eines
jungen Marineofficèers, der am nach
ften Tage seine große Reise um die
Welt antreten sollte, stand noch theils
plaudernd, theils mit dem Anlegen der
Garderobe beschäftigt, im Vestibül des
Hauses.
Vor der Thür wartete mit einer
Laterne der Schiffer^ der die Herr
schatten
über die Elbe Mückrudern
sollte.
Endlich kam's zum Aufbruch. Der
junge Marinelieutenant trat als erster
heraus und bedeutete den Schiffer vor
anzuleuchten dann bot er seinen Arm
einem jungen Mädchen, das ihm ge
folgt war und schlug den Weg, der
zur Elbe heruntersührte, ein. Er be
schleunigte seine Schritte etwas, so daß
zwischen ihnen und den Nachfolgenden
ein kleiner Zwischenraum blieb.
Ein leiser Wind hatte sich erhoben,
er jagte die Wolken am Himmel hin
und her, den Mond oft verdeckend doch
siegreich brach er bald wieder hervor,
die Waldlandschaft umher in einen
zauberhaften Silberschimmer tauchend.
Das Paar schwieg noch immer, doch
beiden klopfte fast hörbar das Herz.
ZNarga Richter wußte genau,daß etwas
Entscheidendes kommen würde, kommen
mußte, und fürchtete es fast. Ihm
$ raubte die
I
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S-
Erregung der Stunde
Ausdruck
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und eindringlich zu
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TT* -r rt S
»tri f" rti
„Niemandem!'
nig zurück.
Fünf
fast
K den Athem.
„Fräulem Marga". sagte er Plötz-.
I" lich.
s Sie hob das reizende Gesicht, das,
'.r Jfcom weiften Gazeschliier umrahmt,
durch den Mondenglan^ einen fast mär
chenhaften
erhielt,
zu
ihm em­
por.
„Fräulein Marga," fuhr er leiden
schaftlich fort, „Sie wissen ganz genau,
wie mir das Herz voll ist, wissen es,
I Nie ich Sie lieb?! Sagen Sie mir ein
Wort soll ich darf ich zu Ihren
Eltern sprechen?" Und in athem-
loser Unruhe beugte er sich zu ihr her
I ab.
i
Jetzt hielt
sie den
Kopf tief gesenkt.
„Sie gehen ja fort", murmelte sie fast
tonlos.
„Ja, ich gehe fort, Marga, aber
üpix
sind beide noch so jung wir
sönnen warten und wenn ich wieder
komme in zwei Iahren Marga, se
hen Sie mich an
Sie hob das todtenblaß gewordene
'i Antlitz mit einem Ausdruck ruhiger
Entschlossenheit in ton schimmernden
Aixenaugen empor.
„Ja," sagte si: dann schnell und
fur*.
Er preßte ihre Hand in dem
Jubel seines Herzens überhörte er, wie
seltsam rauh ihre Stimme geklungen.
Die anderen kamen näher nur
Sekunden des Alleinseins blieben ihnen
noch.
„Sie sagen es Niemandem, bitte,
jcht noch nicht," flüsterte sie ihm schnell
gab er leise und in-
Die Ihrigen waren herangekommen,
man trennte sich vom Director und fei*
iter lustigen, kleinen Frau Lilli, die
'f Marga mit überschwenglicher Zärtlich
keit in ihre Arme schloß und küßte
%. dann löste der Schiffer die Kette des
Kahnes, sie stiegen ein, er stieß vom
Ufer
ab
Mar^a wußt: kaum, wie
sie auf ihren Platz am Steuer gelangt
war. So schnell und plötzlich war alles
gekommen der Schein der Laterne war
noch einmal auf sein offenes Männer
*f «lntlitz gefallen, noch einmal hatten
if feine blauen Augen sie aufleuchtend ge
ls grüßt.
if „Auf Wiedersehen!" rief er ihnen
nach mit einer Stimme, aus der so
viel hoffnungsvolle Freudigkeit klang
Marga wußte, nur ihr allein galt
der Gruß. Die andern gasten lachend
den Ruf zurück sie nur schwieg und
lenkte das Boot hinein in den Nebel
der Nacht, der bald alles der
schlang.
Als
Marga eine Stunde später in
ihrem Zimmer mit sich allein war, öff
liefe sie ein geheimes Fach ihresSchreib
tischet und entnahm ihm ein Bild, das
sie lange betrachtete aber es trug
nicht die Züge des Mannes, dem sie
soeben ihr Wort gegeben, und aus ih
rem Auge fielen ein paar heiße Tro
pfen darauf. Dann richtete sie sich
n5ch aus, warf es von sich, wischte mit
einer Gebärde des Unmuths die letzten
Thränenspuren fort, und mit demsel
ben entschlossenen Ausdruck wie vor
her sprach sie laut vor sich hin: „Ich
iBill!"
Monate später. I» Hellem
Sonnenlicht liegt der Hasen von Auck
$ land. Leise klatschen die Wellen an
den Bug der Schiffe, und während sie
kleinere Fahrzeuge lustig tanzen ma
chen, vermögen sie dem großen deut
schen Kanonenboot, das gestern hier
eingelaufen, nichts anzuhaben. Wie
cir.e schwere,
bewegungslose
ins tätkowirte Gesicht schauend, in de:
Hoffnung auf ein lustiges Aben
teuer.
Nur
ein
Officier
ist
an
ab Marga."
Masse
liegt
der Koloß da.
Es ist still an Bord die Mann
Schaft hat zum größten Theil Urlaub
Und auch die Ofnciere mit wenigen
usnahmen sind in den Hafenort ge
ändert, frrch, einmal wieder festes
nd unter den Füßen zu fühlen. Wer
der Heimath Liebes hinterließ,
rmt in froher Hast dem Postamt
zu,
dem er Grüße von Weib und Kind,
Mutter over Geliebten zu finden
die Jüngeren schlendern in der
efannten Stadt umher, hier
und
fft
da
braune» Insulaner!» neugierig
Deck.
Erich
Schmidt blieb freiwillig zurück es
ist ihm lieb, mit feinen Gedanken allein
fein zu können. Abenteuer locken ihn
nicht, und so gar eilig hat er's auch
nicht mit feinen Briefen ein Kamerad
wird ihm bringen, was für ihn ange
langt ist. Von ihr, an die er denkt
bei Tag und Nacht, ist ja doch kein
Brief dabei sie hatte es so bestimmt
damals damals.... und die ganze
Zeit steigt mit diesem Wort wieder vor
ihm auf.
Er hatte ihr am nächsten Morgen
doch noch ein paar Zeilen gesandt
heimlich durch den Schifferknaben
ihr noch einmal von feiner Liebe, seiner
Hoffnung gesprochen und um noch ein
Wort von ihr gebettelt. Die Antwort
war auch gekommen, ruhiger zwar als
er gehofft, aber es war doch ein festes
„Ja", das sie ihm gab, mit der Bitte
freilich, die zwei Jahre der Trennung
gleichsam als eine Prüfung für sie beide
zu betrachten. „Wir wollen uns nicht
schreiben", so schloß sie, „sondern je
hen, ob unser Gefühl stark genug ist,
auch ohne äußere Nahrung die Zeit zu
überdauern." Und er hatte es recht
und gut gefunden, weil sie es so ge
wollt, so schwer es ihm auch wurde
und so oft er sich auch bei dem bren
nenden Wunsche ertappte, dem Papier
all' seine Sehnsucht anzuvertrauen
doch er bezwang sich, er wollte nicht
schwächer sein als sie. Und dennoch
klopfte ihm stets das Herz, weitn er die
Briefe feiner Schwägerin öffnete es
konnte doch von ihr die Rede darin
sein, Lilli konnte sie gesehen, gesprochen
haben, obwahl er sich sagen mußte,
daß sie jetzt, im Winter, nicht mehr mit
•den Ihrigen in dem Landhause an
der Elbe, sondern
in der
Residenz
wohnte.
Da schlägt ihn mitten in all' sei
nem Träumen plötzlich eine Hand et
was derb auf die Schulter erschrocken
fährt er in die Höhe.
„Na, Mensch", sagt sein Freund,
der Officier vom Deck, „sei doch nicht
so verbiestert, woran denkst du denn
da" und er schiebt ihm ein Packet
Briese in die Hand, „da hast du deine
Liebesbriefe viel Vergnügen!" Und
sich auf den Hacken herumdrehend,
läßt er den Freund diskret allein, „un
nöthig", wie Erich lächelnd meint.
Er sieht die Briefe durch, von dem
Bruder der eine, der da vom Schul
freund da! Was ist das? Täuschen
ihn feine Augen nicht? Ist das nicht
ihre Hand? Er reißt das Convert aus
leichenfahl starrt er auf das Blatt
ist er wahnsinnig?
„Marga Richter Hans Henning
von Retzow" .... steht das wirklich da?
Und dann flüchtig hingeworfene Worte
von ihrer Hand Worte es tanzt
ihm alles vor den Augen: „Verzeihung,
Verleihung ich weiß, ich thue Ihnen
weh, aber ich konnte, ich kann nicht an
ders Ich liebte ihn schon lange, lange,
eh' ich Sie sah, aber ich glaubte mich
verschmäht, verrathen, seine eigene
Schwester ließ mich's glauben! Da
verzweifelte ich und meinte es nicht zu
tragen. Als Sie nun kamen ich
hatte Sie gern ich wollte vergessen,
wollte wieder leben, für Sie, mit
lien ach! Ich wußte nicht, daß Liebe
sich nicht todten läßt! Und als er
nun doch vor mir stand und mich be
gehrte da konnte ich nicht anders!
Zürnen Sie mir nicht ich zürne
mir ja selbst, aber mein Herz ist wil
lenlos vor ihm! Verzeihen Sie alles
Älück, allen Frieden
fleht auf
Sie her-
Der Deckofficier sieht mit Verwun
derung, wie Erich den Brief, in dem er
eben gelesen, plötzlich zu einem Knäuel
zusammenballt und ihn, gellend ausla
chend, in weitem Bogen über Bord des
Schiffes schleudert.
„Nanu, was ist denn los?" fragt
er herantretend, „schlechte Nachricht er
halten?"
„Gute, mein Junge, gute!" ruft
Erich, convulsivifch lustig. „Alles lebt
herrlich und in Freuden im lieben Va
terland warum wir hier nicht auch?
Komm mit an's Land, mein Sohn,
wir wollen uns mal einen vergnügten
Tag machen heut, ich hab's satt, immer
nur an die bretterne Schiffswand mein
träumend Haupt zu legen. Se!t will
ich trinken, lachen
Der andere saßt ihn besorgt am
Arm. „Ruhig, ruhig, mein Junge, sieh,
ich will ja nicht fragen, aber so gefällst
du mir nicht!"
„Laß mich", fährt dieser ihn an,
und wenn du nicht willst, so gehe ich
allein." Damit stürzt er sort.
Der junge Officier pfeift leise vor
sich hin.
Die Wellen
schäumen die
glitzern­
de Sonne vergoldet ihren weißenGischt,
und sie spülen weit hinaus in den
Ocean ein Blatt Papier, auf dem wie
der einmal das alte Lied steht von ver
rathener Liebe, gebrochener Treue!
Aahre waren vergangen. Ihre Wege
hatten sich nicht wieder gekreuzt. Nur
flüchtig hatten sie voneinander gehört.
Er vermied es, die Seinen nach ihr zu
fragen, und diese schwiegen aus Scho
nung für ihn. Durch dritte aber, die
nichts von ihren Beziehungen ahnten,
erfuhr er, daß bald nach ihrer Ver
mählung ihr Mann vom Pferde ge
stürzt war, in einer Heilanstalt unter
gebracht werden mußte, wo er ver
starb, nachdem sie sechs Wochen vorher
einem Knaben das Leben gegeben.
Er fühlte kaum etwas bei dieser
Nachricht und wunderte sich selbst, mit
welcher Ruhe und Gleichgiltigkeit er
von ihr reden hören konnte. Sie sei
sehr schön geworden, erzählte man wei
te?, als geistreiche, graziöse Frau in
den literarisch-ästhetischen Kreisen der
Hauptstadt chie gefeierte Persönlich-
keit. Auch daS ließ ihn satt. Sem
Beruf, dem er sich mit ganzer Seel
hingegtben, füllte ihn jetzt völlig aus
Marga hatte die Verbindung mit
den Seinen nie ganz erlöschen lassen
Briese gingen zwischen Lilli und ihr
wenn auch nicht häufig, so doch zwei
bis dreimal jährlich hin und her. Lilli,
trotz der großen Enttäuschung, daß ihr
Lieblingsplan, die Vereinigung des
Schwagers mit der Freundin, so jäh
gescheitert, konnte sich dem Zauber von
Margas Persönlichkeit nicht ganz ent
ziehen. Nachdem der erste Groll über
wunden, brach in ihr die alte Nei
gung für die Jugendfreundin wieder
hervor, und das schwere Geschick, das
Marga in ihrer kurzen, unglücklichen
Ehe getroffen,
söhnte sie vollends
Aber sie blieb doch stiller und nach
•denflicher als gewöhnlich, und tie
Schaar ihrer Verehrer, die ihr wie
sonst ihre Huldigungen darbrachten,
was sie früher stets lächelnd gedul
det, beklagte sich bitter an dem Tage
ob ihrer Zerstreutheit und Wortkarg
heit.
Marga war Vormund ihres Kna
ben der Gegenvormund, ein Verwand
ter und Jurist, wohnte in der Kreis
stadt, die unweit der Pulverfabrik des
Directors Schmidt lag.
Alljährlich pflegte sie zur Berathung
mit dem Vormunde nach der Kreisstadt
zu fahren, hatte es aber stets bisher
vermieden, Lilli aufzusuchen, obwohl
sie jedesmal dringend dazu aufgefor
dert war. Nun aber ließ sich Lilli
nicht wieder zurückweisen sie schrieb,
Marga müsse am nächsten Tage schon
kommen, sonst werde sie ernstlich böse!
So entschloß sich denn Marga, dem
Drängen der Freundin nachzugeben
und auf einen halben Tag hinüberzu
fahren. Warum sollte sie auch nicht?
Ein Begegnen war wohl ausgeschlos
sen Erich lebte mit seiner Frau
in Kiel, und wenn auch nicht was
that es? Er war ja gebunden, glück
lich in feiner Ehe und dachte gewiß
nicht mehr an die Vergangenheit!
So fuhr sie die halbe Stunde von
der Bahn durch den Wald der Be
hausung Lillis zu. Jubelnd begrüßt
mit einem „Gott, wie schön bist du ge
worden," ließ sie lächelnd den Wort
schwall der redseligen, kleinen Frau
über sich ergehen. Sie bewunderte das
Wachsthum der Kinder, besah die zum
Theil neue Einrichtung und blieb Plötz
lich vor einer Photographie stehen, die
mit einem schwarzen Flor umrahmt
war.
„Wer ist das?" fragte sie. Die kleine
Frau wurde etwas roth.
„Das... das war Erichs Frau....
du weißt doch oder habe ich's dir
gar nicht geschrieben, die Aermste ist
vor einem Jahre bei bet, Geburt ihres
kleinen Mädchens gestorben. Es war
zu traurig!"
„Du hast mir nichts davon geschrie
ben", sagte Marga tonlos und blickte
auf das still?, hübsche Gesicht, das durch
ein Paar dunkle, sanfte Augen unend
lich verschönt wurde.
„Ja," fuhr Lilli immer etwas un
ruhig fort, „und denke nur, wie merk
würdig gestern früh kommt eine
Depesche von Erick, er muß sort, hat
ein Commando nach China, und da
will er uns heute sein Kind bringen
Und sie blickte nach der Thür.
„Du bist mir doch nicht böse, Marga,
daß ich's dich nicht wissen ließ aber
ich dachte, einmal müßtet ihr euch ja
wohl doch wiedersehen und Gott,
ich glaube, da find sie!* Und fit eilte
hinaus.
Marga stand unbeweglich. èie
fühlte, wie ihr Herz plötzlich anfing
zu klopfen. Doch es galt, sich zu fassen
schnell ging sie von dem Bilde fort
und trat an's Fenster.
Die Thür öffnete sich Marga
wandte sich um. Erich trat herein, älter
geworden, der Zug fester Männlichkeit
war noch verschärfter in den noch vol
len, blonden Locken schimmerten ein
zelne silberne Fäden.
„Ein Mensch, der gelitten hct",
dachte Marga.
Mit ruhiger Höflichkeit trat er auf
sie zu. „Lilli sagte mir schon, daß ich
Sie hier begrüßen könne, gnädige Frau
welch freundlicher Zufall!"
„Ich danke Ihnen, Herr Capitän,"
erwiderte Marga und fuhr dann fort:
„Darf ich Ihnen sagen, wie traurig es
mich gemacht,zu hören, daß solch schwe
res Leid Sie getroffen?" Und sie streckte
ihm die Hand entgegen.
Er drückte sie freundlich. „Dank!"
sagte er einfach.
Der Director erschien Begrüßung
des Bruders, Besprechen seiner Reise
Pläne und der Behandlung des Kindes,
das man schlafend in Lillis Zimmer
getragen hatte, folgten. Dann ging
ma« |tt Tisch».'.-' wtä
I•
1
mit
ihr aus.
Durch Lilli erfuhr denn Marga auch,
daß Erich sich vier Jahre nach seiner
Rückkehr mit einem jungen Mädchen
verheirathet habe, einem lieben, beschei
denen Geschöpf, in dessen Besitz er
glücklich und zufrieden sei. Etwas
wie ein leiser llnmuth lag zwischen den
Zeilen oder schien es Marga nur
so? Ein unmerkliches Zucken ihres
Herzens machte sie stutzig. Sie hatte
sich gewöhnt, ihre Empfindungen streng
zu seciren war's möglich? War sie
eifersüchtig, sie? Und mit welchem
Recht? That er nicht wohl daran,
Trost zu suchen für die bittere Täu
schung, die ihm von ihr geworden?
Und sie, was wollte sie denn war sie
nicht fertig mit alledem? Sie hatte ja
doch in den entsetzlichen Monaten ihrer
trüben Ehe kennen gelernt, wie wenig
die Wirklichkeit von allem bietet,
was ein thörichtes Menfchenherz sich
vorgaukelt von Liebe und Glück! Sie
hatte ihr Kind für sie mußte
alles andere vorbei fein Thorheit,
auch nur darüber nachzusinnen!
*'""jf' fjvfy..'.
I !/. i
1
hj v. .."jsièLu. V,.
Der Director bot Marga den Arm
an dem kleinen, für vier Personen
gedeckten Tisch faß Erich ihr gegen«
über. Gr beobachtet? sie schweigend,
während sie mit einer Lebhaftigkeit,
die ihre innere Beklommenheit verdecken
sollte, die Unterhaltung führte.
Ja, sie war schön geworden, das
Gerücht Hatte nicht übertrieben. Das
fast griechisch-regelmäßige Gesicht war
jetzt schmaler und Hatte einen matten
Elfenbeinton, die Augen erschienen
noch größer und schillerten tote früher
in stets wechselndem Grün-Grau.
Die prachtvollen Wellen ihres gold
braunen Haares legten sich wie gebän
digte Ranken um den zierlichen Kops
und bedeckten fast die kleinen Ohren,um
sich im Nacken zu einem Knoten zu
vereinen. „Klythia!" so ging's ihm
durch den Sinn.
Und so einfach die Haartracht war,
so einfach auch das schwarze Kleid,
das sie trug, doch allem war der Stem
pel tadelloser Eleganz aufgeprägt.
„Eine schöne Frau!" wiederholte er für
sich. Der alte Zauber drohte wieder
über ihn zu kommen, alte Erinnerun
gen tauchten auf und ließen fein Herz
erheben, heut und damals lag nicht
eine Ewigkeit dazwischen?
Sie merkte, daß er sie beobachtete,
ihre Wangen färbten sich höher, der
Wein regte sie an, ihr Ehrgeiz, ihre
Eitelkeit wurden angefacht plötzlich
fühlte sie's selbst mit freudigem Er
schrecken: sie wollte ihm gefallen!
Den Kaffee nahm man draußen auf
der Veranda, alles wie früher.
Da ertönte die Stimme des Kindes,
das von der Wärterin gebracht, nach
dem Vater rief.
Marga ging ihr
Ein peinliches Gefühl überkam
Er
entgegen, nahm
das
Kleine auf den Arm und küßte das
Geschöpfchen, unter dessen blondem Lo
ckengewirr die dunklen Augen der Mut
ter
hervorleuchtete^ mit inniger Zärt
lichkeit.
„Was für ein süßes, kleines Men
schenkind!" sagte sie leise.
Da blickten Erichs Augen sie plötzlich
warm ausleuchtend an, so daß sie die
ihren niederschlug.
Hastig gab sie bet Frau das Kind
zurück.
„Wie spät mag es sein?" fragte sie
fast verlegen, ich muß den Fünfuhrzug
erreichen, sonst komme
ich
vor Nacht
nicht nach der Stadt.
„Der Wagen soll sofort erscheinen,"
sagte der Director, „aber ich bin un
tröstlich, gnädige Frau, Sie nicht zur
Station begleiten zu können. Es sind
wieder ein paar Unregelmäßigkeiten in
der Fabrik vorgekommen, so daß ich
nicht gut abkommen kenn. Schade, daß
Sie uns Ihren lieben Besuch nicht
länger gönnen wollen," und er küßte
ihr abschiednehmend die Hand, „Lilli,
du bringst natürlich Frau von Retzow
zur Bahn." Damit schlug er, den
Hut lüftend, den Weg zur Fabrik
ein.
Lilli kämpfte augenscheinlich mit ei
ner gewissen Verlegenheit, dann sagte
sie bittend: „Gelt, Marga, es ist dir
recht, wenn mein Schwager dich beglei
tet? Sieh, das Kind muß zur Nacht
besorgt werden, und die Wärterin weiß
noch nicht recht Bescheid im Haus.
Nicht wahr, Erich,du thust mir den Ge
fallen?"
„Wenn die gnädige Frau nichts da
gegen hat, selbstverständlich," sagte er
sich verbeugend, jetzt wieder ganz for
melle Höflichkeit.
„O bitte!" sagte Marga.
sie
es sah ihr wie ein abgekartetes Spiel
zwischen den Eheleuten aus, und doch
wollte sie nicht ablehnen. Erich
hätte es ja als Furcht auslegen kön
nen!
Der Wagen fuhr vor. Lilli nahm
herzlichen Abschied und flüsterte ihr
noch beinah' wie schuldbewußt zu:
„Du bist mir doch nicht böse?"
„Nein, nein,"
sagte Marga zerstreut.
So schieden sie.
Der offene Wagen fuhr schnell durch
den Tannenwald kein Laut rührte
sich. Beiden war in der Stille beklom
men zu Muthe.
Marga sah verstohlen nach der Uhr
über eine halbe Stunde mit ihm
allein., zum ersten Male nach sechs
Jahren, würde diese Stunde eine Be
rührung des Vergangenen ergeben, eine
Anknüpfung für die Zukunft? War
das möglich nach alledem?
Wollte sie es denn überhaupt? Kopf
und Herz waren ihr verwirrt, sie ver
mochte nicht zu denken, und immer
peinlicher wurde das Schweigen.
Er saß neben ihr und blickte mit
gefurchter Stirn und zusammengepreß
ierrt Munde vor sich nieder er
kämpfte mit gleichen» Empfindungen,
das war klar.
Ursprünglich fing et an von seiner
Frau zu sprechen in Tonen liebevoller
Wärme, herzlicher Anerkennung, gleich
sam als wolle er sich wappnen durch
dies Gespräch vor dem Ansturm des
alten Gefühls, das über ihn kam.
Marga verstand ihn wohl, und doch
schmerzte sie fast jedes herzliche Wort,
das er der Todten gab.
Schon leuchteten von fern die
ern des Bahnhofaebäudes durch die
Bäume nur wenige Minuten noch
da sah auch er erschreckt auf.
„Schon?" entfuhr «s
ihm, fast
ohne
daß er's gewollt.
Es schien die höchste Zeit, derSchaff
ner stürzte heran, riß eine Coupethür
des schon zur Abfahrt bereit stehenden
Zuges auf, Marga zögerte noch einen
Moment, sekundenlang tauchten ihre
Augen fragend in die seinen.
„Schnell, schnell,
meine Dame,"
mahnte
der Schaffner u»b schob sie fast
hinein.
Zu spät also!
Sie neigte leise grüßend ihr ^mpt
noch einmal zum Fenster hinaus, er
legte salutirend die Hand an die Mütze
ein gellender Pfiff, dann setzte sich
der Zug langsam in Betoegut
•ii
starrte ihm nach, wie
Wieder
1
einmal hatten zwei Men-
schon den rechten Augenblick verpaßt
„das eine Wort blieb ungebrochen"
Hâi» vorbei für immer!
Es war Mal kleener Barde,
Mit en' Herzen kald und Hardt
Manche nannt' er „meine
Aber nehmen wollt' et Keene:
Watde, warbt,
kleener
Und er nahm das ttebde Deibchen
Auf dem Standesamt zum Weibchen?^
D'raus ward kälder ihre Minne
Und de Budder, ach, so dinne:
Warde, warde, kleener Barde!
„Warum," rief er, „liebe Jedbe,
Schmiert'st De frieher denn so sedde?"
Schbrach der kleene Schwerenedher:
„'s fedde Bemmchen war
Traufe. Schwiegernmttzr: „Sit
müssen sich meiner annehmen, Herr Ge
vatter! Gestern sagte mein Schwieger
sohn: 99 Teufel und eine Schwieger
mutter seien 100!" Gevatter (sich
besinnend): „Da kann i" nix mache'.
Frau G'vatterin! 99 und 1 ischt 100
mehr bring' i' au' ntt ^wegT
I e e i n o i e z u
einem Lieutenant, der rauchend die
Räume des Museums betritt): Ich
bitte das Plakat zu beachten, dem Pub
likum ist es verboten, hier zu tauchen.
Lieutenant: Ach!
Mau-
er nicht:
Na, hör'. Du greifst gehö­
rig in die Cigqrrenkiste Deines Herta,
wenn der ober einmal die Cigarren
nachzählt? Bedienter 29.: Mt
kannst Du das denken,
so
Zweierlei. „Ah. Herr As,
fessor, sieht man Me auch wieder ein
mal? Wie gcht's? Immer noch bei gu
ter Laune, wie ehedem?* „Danke,
ja!" „Und die gnädige Frau?"
„O, die ist auch tmmir aut bei Lau
'nenr
'f jf-
-/'H?
MSÄMM
er
nun
schneller und fckineller dahinbrauste und
endlich im Waldesdunkel verschwand
sie sank in die Kissen des Wagens mti
hielt ihre Augen fest geschlossen, sie
fühlten es beide: es war vorbei für im
mer!
1
w
V
,,
'fx T»
Der kleene Barde«
V i-'JiuA*.
sächsische Romanze)..!
Kleene",:
Bardel
In dem „Krug zum blanken Schwerds"
Sang er einstmals im Konzerbe,
Wo das hibsche, blonde Jeddchen
Bemmchen schmierte am Bifseddchen
Warde, warde, kleener Barde!
Feiriz
rief er: „Herzenslämmchen,
Schrnier'n Se nur doch noch BeMm
chen!"
Und se schmierte fingerdicke,
Warf 'n zu verliebte Blicke: w
Warde, warde, kleener Barde!
Kaum dsS Bemmchen in dem Magen,
Dhad er ihr von Liebe sagen
Doch das Mädchen schbrach gerieben:
„'s Broddegoll erscht underschriâül"
Waede, warde, kleeuer Bardel ,»r
Keeder!"
Warde, warde, kleener Barde!
Eine venelianische Aspasia.
Keine geringe Rolle in den künstle
tischen und literarischen Kreisen der
Renaissance scheint die venezianische
Courtisane Veronika Franko gespielt
zu haben.. Auch war sie keine unbe
deutende Dichterin, und machte von ih
rem Talente Gebrauch, um höchst be
redte und erschütternde Warnungen an
alle Jene zu hinterlassen, die ihren
Lebenswandel nachahmen möchten.
Der Ruf ihrer Schönheit, Anmuth
und Gelehrsamkeit ging durch ganz
Europa, und wer Italien bereiste,
scheute einen großen Umweg nicht, nur
um einen Blick von der anbetungs
würdigen „Nymphe der Adria" aufzu
fangen. Veronika war im Jahre 1546
geboren, starb verhältnißmäßig jung,
und vermachte ihr Vermögen religiösen
Stiftungen. Doch schon beoor sie die
Irrwege ihres Lebens bereute, gab sie
sich klar und deutlich von den sie um
ringenden Gefahren Rechenschaft,
suchte Andere davor zu schützen und
scheute bor feinem Geldopfer zu die
sem Zweck zurück. So schrieb sie einer
Freundin, um deren Tochter sie be
sorgt war: „Erlaube mir, Dich auf die
drohende Gefahr aufmerksam zu ma
chen. Du weißt, wie oft ich Dir 'rceth,
auf Deine Tochter zu achten. Als Du
mich mit ihr besuchtest, trug sie gelbes
(Die Sitte, sich das Haar zu färben,
eigentlich nur zu bleichen, war in jener
Zeit eine Art Symbol des Courtffa
nenthums, obwohl die Sitte auch von
vielen vornehmen Damen, ganz beson
ders in Venedig, angenommen wurde.)
Haar, und es stand ihr gut. Mir aber
machte der Anblick Kummer. Glaube
mir, es gibt keine trostlosere und elen
dere Enstenz, als die der Courtisane.
Keine Reichthümer, keine Vergnügun
gen, keine Vortheile können ihr Ersatz
für das bieten, was sie ofcfert." Vero
nika gab schließlich mit vierzig Jahren
ihren Lebenswandel auf und trua sich
sogar eine Zeit lang mit dem Gedan
ken, einen religiösen Orden in's Leben
zu rufen. Sie starb 1591, und noch
hcutigestags nehmen ihre Gedichte, be
sonders die zum Ruhme Venedigs, ei
nen hervorragenden Platz tn der ita
lienischen Literatur ein.'™:
jW'i*
$ »'l i i f', i:
(PI
eSOxt
jV V:
.+ä
Seht
A.:
ich etwa
aus wie Publifunf^!
U n e e i e n e n e
dienter
durch ihre ticienen iieridjKtsiatt .t
Nachricht
1
gemein ist
e i e E n a
samkeit. Stammgast (zu einem
andern Gast): Was muß ich sehen,
Freund, Du siehst aber schlecht aus.—
Ja, ich habe drei Tage fein Bier ge
trunken, und das bekommt mit immer
schlecht!
HuäffutiH.
offeriren wir das prachtvolle Kunstwerk1
Anseve Weltausstellung
das größte illustrirte deutsche Werk über die Columbische Weltausstellung.
Format 11X16 Zoll.
1000 Illustrationen von den feinsten Kupferplatten und auf
bestem
"Satin Enamel" Papier gedruckt.
Durch einen Gotttraft mit der Ausstellungsbehörde stehen den Verlegern sümmt
liche Original-Phorographien (über 15,000) zur Auswahl von Illustrationen zur Ber
fügung. Der Text des Werkes ist von einem früheren Beamten der Weltausstellung
mit Zuhilfenahme aller offiziellen Quellen geschrieben.
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Inhalt der 3616-seltign» Lieferungen:
Vorgeschichte.
Baukunst. .„„i
VerwaliunqK» und Fischerei-KcliNild».
Gartenbau» und Berizbau-Nebünde
Transportation«» und Arautn.VediWH«. £•&
ElektrizitätS. und LandwlrchlchastS^StdâUbl^
Jndnstriè-Palast.
Maschinenhalle und Kunsthall«.
v. Einweihung der Ausstellilnq.
10. Bundesgebäude mit Sieben bauten (SoIottndMflt'
Perisi»lc it.).
8U0 bleibendes Andenken be« stete wachsendem Werthe
ist daS Werk für jeden Deutschen unschätzbar. .• .•
Aede Woche erscheint ein neues Heft. Nachbestellungen können zu jeder Zeit gemacht werd».
Obige Lieferungen können von dieser Office bezogen werden
und zwar zu dem Preise von
11. Arena für Aied-AuSstellunff, BahndSfe ?c.
13. Forstwesen Milcherei»Sedttude, Äntropologie»
Gebäude.
18—Iß. Gebende der einzelnen Staaten.
16. Das bcutlcbe HauS »nd Krupp'S ©cbfl#be.
17—19. Gebäude auswärtiger Staaten.
20. Hasciidaulen, Wasserwcge, Vltmg-Schiff, öWkv
bac,'-Dampfer ic.
21. Daß beutiche Dors nttb Alt-Wi«».
22- 27. Die Midway Piaisance.
S8. Organisation und Ciassifiz»runq der Auilsiellu«a»
Objekte.
29—38. Innen-Anstchten von Gebäuden und Bescheid
bung von Ausstellungsobjekte».
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