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Der Deutsche beobachter. [volume] (New Philadelphia, Ohio) 1869-1911, November 28, 1894, Image 7

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Pvoviui ®rmM«b«r(t.
e i n E i s o u e i s
Mischen einem Arzt und einem Candi
daten der Jurisprudenz in der Jung
fernheide zum Aus trag gebracht wor
den. Nach mehrmaligem Kugelwechsel
«auf zehn Schritt erhielt der Arzt einen
Schuß in 'den Unterleib. Dis xSer
wundung soll 'besorgyißerregend sein.—•
Verhaftungen von Hebammen, welche
sich ie versuchten oder vollendeten
Werbrechens wider das keimende Leben
schuldig gemacht haben, mehren sich in
ganz gewaltigem Umfange. Es sitzen
jetzt schon nicht weniger als 18 solcher
tzrauen im Untersuchungsgefängniß.—
Zwei 18jährige Räuberinnen, die un
verehelichte Kaufmann und deren
Freundin Götze, fanden in der Nacht
cuf der Straße einen betrunkenen
Mann, der seiner Sinne nicht mehr
mächtig zu sein schien. Die Mädchen
beschlossen, den Trunkenen in ihre ge
meinsame Wohnung zu schleppen und
'seiner Baarschaft zu berauben. Der
Plan gelang. Während die Kaufmann
den Mann festhielt, raubte die Götze
ihn aus und erbrütete 310 Mk. In
diesem Augenblick kehrte dem Mann die
Besinnung wieder er packte die Kauf
mann und führte sie aus der Wohnung
zur Polizei. Die Götze war inzwischen
mit dem Raub verschwunden und ist
noch nicht ergriffen worden.
a n k u a O e e n 2 6 0 0
Centner Meerrettig haben die Spree
waldbewohner, namentlich die Gärtner
in Lübbenau, Berg, Boblitz, Kleeden,
Krimnitz, Zerkwitz u. f. w. zum dies
jährigen Meerrettigmarkt nach Dresden
gesandt.
|votitn| JiomTO»Wt.
e i s w a A n e i e s i e n
Universität ist ein Lectorat der russi
sehen Sprache eingerichtet und -dasselbe
dem Privatdocenten Dr. phil. Rost
Überragen worden. Die Curse werden
demnächst beginnen.
S a a d. Im Dorfe Planti
low verbrannte die' herrschaftliche Schä
ferei mit tausend Schafen, mehrere mit
dem Ernteertrag gefüllte Scheunen ein
Familienhaus und der Kirchthurm des
Dorfes fielen ebenfalls den Flammen
zum Opfer.
S w i n e n e Z e n i s e
aus dem benachbarten Ahlbeck fingen
einen gestrandeten Grindwal von 50
bis 60 Centner und gegen 80 Fuß
Länge noch lebend.
$rotrtttf
pefett.
o e N a a n e Lei
den starb der Kreisphysikus Sanitäts
lath Dr. .Haberling im Alter von 53
Jahren ferner der Rentier, frühere
Schlossermeister Dietz, 77 Jahre alt,
und der Eisenbahn Bauinspektor
Gutte.
N a k e e ö e e k s w e
cher den Flößer Hinz erschlagen hat,
ist in Weißen höhe verhaftet worden.
Derks ist geständig.
S ö n a n k e W o n a u s S e u
ne und Stall des Schuhmachermei
stets Sonnenburg sind niederge
brannt.
yrot*itt| ©flprcufiett.
A n e u a s K i o
Buddern wurde durch eine Feuers
brunst zur Hälfte eingeäschert. Gegen
30 Gebäude sind niedergebrannt und
ebenso viele Familien obdachlos gewor
den. Es sind meistens arme Leute, die
alle ihre Habseligkeiten verloren haben.
Das Feuer soll aus Rache gegen den
dortigen Krugbesitzev angelegt worden
sein.
i k a ö n e e s e
ger unserer Stadt, der 83jährige frü
here Gerbermeister Friedrich Dipp, sei
ertc seine zweite -silberne Hochzeit.
Zum erstenMale am 7. December 1839
verheirathet, beging er die erste silberne
Hochzeit am 7. December 1864. Vier
Jahre später verlor er seine erste Frau
durch den Tod und 'heirathete am 21.
October 1869 seine jetzige Frau.
S ta u, ö ne n. Die fünfte
Eskadron des 11. Dragoner-Regiments
von Wedel, wird am 1. April von hier
nach Gtfmbinnen verlegt.
Prsvitt, Öücptprcttfiett.
a n z i Z w e i O e e e ein
Premierlieutenant vom Trainbataillon
Nr. 17 in Langfuhr und ein solcher von
der 'Garnison Thorn, sind fahnenflüch
tig. Beide hinterlassen bedeutende
Schulden.
^Ürovtttf SfatWen.
E u I n e O W i n i s h
holzhausen sind zur Zeit nicht weniger
als 48 Straf- und Civilprvcesse im
Gang.
N o a u s e n I n e N e
von hier hat sich der stellenlose Commis
Sturm aus Magdeburg durch einen
Revolverschuß in die Brust zu entleiben
versucht. Der Verwundete ist in das
städtische Krankenhaus gebracht worden
und dort gestorben.
S a z w e e K z i e i e e i n
Bandau der 85jährige Altsitzer Johann
Joachim Plonnigs mit feiner 83jähri
qen Ehefrau in voller Rüstigkeit das
Fest der diamantenen Hochzeit imKreise
von Verwandten und Freunden. Von
dem Kaiserpaare erhielt das Jubelpaar
als Geschenk zwei solide schönausgestat
tete Sorgenstühle.
a n n o v e I n e i n e a u s e a n
der Nordstraße wurde die schon stark
in Verwesung übergegangene Leiche des
Maschinenformers H. am Thürpfosten
hängend aufgefunden. Der S.lbst
mor'd ist jedenfalls vor mehreren Tagen
ve.rübt worden.
{•««vi»} ®ann»t»cf.
Harburg. Beim Beladen eines
Dampfers im neurit Hasen oerunglückte
der hier wohnhafte Arbeiter Genuth,
indem er auf der vom Lande nach dem
Dampfer führenden Bohle ausglitt und
In's Wasser stürzte.
e e e e s e e w i n n e
Hannover'schen Silberlotterie *10,000
Mark Werth) fiel vor einigen Tagen
rr',, '*!_•
auf ein an die Haustochter Frida Mül«
ler-Lachendorf verkauftes Loos. Leider
bat die Gewinnerin das Loos verloren.
Man hofft jedoch, daß ihr der Gewinn
ausgehändigt werden wird.
^provttti Kâjlosten.
ö i z a s i e s i e S w u e
richt verurtheilte die Dienstmagd Anna
Schubert, welche am 30. August d. I.
den Aufsehen erregenden Mordanfall
auf die Magd Nostritz in Friedersdorf
bei der^ Landeskrone verübte, zu zehn
Jahren Zuchthaus.
N e u w e e l. Durch Spielen mit
Streichhölzern haben drei Kinder eines
Arbeiters ihren Tod gefunden. Die
Streichhölzer hatten sich entzündet. und
das Bettstroh in Brand gesetzt. Bei dem
stark sich entwickelnden Rauch sind alle
drei erstickt nur ein viertes Kind, das
jüngste wurde noch lebend unter der
Wiege hervorgeholt.
A o n a a s i e s i e S w u e
richt verurtheilte den Händler Blanck,
welcher seine Geliebte erstochen hatte,
zum Tode.
K i e e u e n a u s i e K i e n
feuerte sechs Revolverschüsse auf feine
Frau ab. Die Frau wurde schwer ver
wundet in die Akademischen Heilanstal
ten geschafft, der Maim sofort verhaf
tet.
i i e n see. Das mit Stroh
gedeckte Wohnhaus nebst Inventar des
Anbauers Duwe wurde ein Raub der
Flammen.
N e u s e e e i e s i e a n v o n
Aalen ist in den letzten Tagen sehr
reichlich gewesen, da die östlichen Stür
me den Fisch an die Küste trieben. In
einzelnen Nächten haben Fischer sogar
bis zu 200 Pfund Aal gefangen. Die
größeren dieser Fische werden an die
Räuchereien zu 58 Pf. das Pfund der»
kauft.
ysieklettburff.
a i n A u e i n e i n u n s e e
Umgegend belegenen Gute erlitt ein
Vorschnitter einen Unglückfall, indem
er auf der dortigen Feldeisenbahn Über
fahren wurde und dabei seinen Tod
fand.
a o w i e v e s a n a
mehrmonatlichem schweren Leiden im
Alter von 54 Jahren der Lehrer
Klähn.
o ft oÄ. Ein beim Löschen eines
Dampfers am Kohlenquai beschäftigter
Arbeiter fiel in die Warnow und ver
sank. Ein anderer Arbeiter Namens
Wulff, sprang dem Verunglückten nach
und brachte ihn glücklich wieder an's
Land.
W i s a V o e u n s
commission in Schwerin bestand Fräu
lein Clara Düberg von hier, Tochter
des verstorbenen Literaten Ehrs Dü
berg, das Examen für Lehrerinnen in
höheren Mädchenschulen.
i n i z i e v e s a n a n e
rem Kränkeln der pensionirte Lehrer
und Küster Christian Knuths aus
Kuhlrade.
Itifretnyravlttl*
A a e n E i n e i e n i e U n
glücksfall ereignete sich in der Peter
straße. Dort wollte ein Knabe eine
Fensterscheibe in die Wohnung feiner
Eltern tragen. An der Treppe stolperte
er, die Scheibe fiel zu Boden, mit ihr
der Knabe, dem eine Scherbe den Hals
durchschnitt, so daß er sich in wenigen
Minuten, noch ehe ihm irgendwie
Hilfe gebracht wuden konnte, verblu
tete.
Elberfeld. Fräulein Emilie
Königsberg 'hat durch notarielles Te
stament der Stadt ihr ganzes Vermö
gen vermacht, mit Ausnahme zweier
Legate von
zufamrrsn
V
Nach vorläufiger Schätzung beträgt der
Nachlaß etwa 120,000 Mk., so daß
der Stadt rund 100,000 Mt., zufallen,
deren Zinsen nach der Bestimmung der
^Erblasserin alljährlich an hilssbedürf
tige, arbeitsunfähige Leute, die minde
sténs 40 Jahre alt sein müssen,vertheilt
werden sollen.
e s e n k i e n E i n u s o d
Versuch ist in einem Wäldchen bei
Schalke an einem 9jährigen Kinde ver
übt worden. Das Verbrechen wurde
durch 'das' zufällige Erscheinen eines
Nachtwächters noch glücklich verhindert.
Der Unhold hatte das arme Kind schon
an Händen und Füß^n gebunden. Lei
der gelang es dem Verbrecher in der
Dunkelheit zu entfliehen.
1 a a ch. Der Polizei gelang
es, zwei deutsche Frauenzimmer aus
Venlo festzunehmen, welche junge Mäd
chen unter der Vorspiegelungen, ihnen
gute Ditnstbotenstellen zu vermitteln,
in ein zweifelhaftes Haus ngch Venlo
zu locken suchten.
$lraerl«t
u s e i n u S e s e s o
nen von denen nachgewiesen ist, daß
sie von demselben Brunnenwasser ge
trunken haben, sind hier am TyphuS
erkrankt.
Castrop« Am nahm Obercastrop
wurde der Bergmann Lorenz Schlaske
aus geringfügiger Ursache von dem
Bergmann Aucas Sczymonski ersto
chen.
a e n W e e n e u s w u e
ein Theater-Dtrekwr von dem Schös
fengericht zu 60 Mark Geldstrafe ver
uriheilt. Er kündigte im vorigen Jahre
für die letzte Vorstellung der Hauben
lerche die Mitwirkung des Künstlers
Joseph Kainz an. Auf dem Zettel hieß
es allerdings nur I. Keinz. Das Pu
blikum glaubte, der berühmte Künstler
dieses Namens werde erscheinen, war
aber nicht wenig erstaunt, als nur ein
blutjunger Anfänger die Rolle spielte.
Die Staatsanwalt griff die Sache auf
und erhob Anklage wegen Betrugs.
S e e e i e e s a e i n E e
mann seine Frau, Mutter von sieben
Kindern, weil sie ihm Vorwürfe
machte wegen feiner Unfolidität. Der
Gattenmörder stellte sich selbst der Be
börde»
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6s i IF^ «-»/â» W* «1 1&* 'Fz^-• i.r. .™ '..•••..-.- -,'^ ,'•••: 1 :\f
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Pr»»tni A-ss-tt-Nafsarr»
E v i e i e K e i n a n E t
vklle-Schlangenbad ist jetzt um ein Be
deutendes der Ausführung näher ge
rückt. Die betheiligten Gemeinden 'ha
ben sich entschlossen, die geforderten
acht Lagerplätze von je 72 Ruthen zu
geben. Damit ist das letzte Hinderniß
gehoben.
u a. Ein hiesiger Familienva
ter, der Ernährer mehret unmündiger
Kinder, der Taglöhner I. Mütter, ist
infolge von SSIütoergiftung auf trau
rige Weise urn's Leben gekommen. Die
Vergiftung ist dadurch herbeigeführt
worden, daß der Mann sich beim Tra
gen farbiger Strümpfe den einen Fuß
wund geriebe» hatte.
a u e u e a u v o s a n
Rumps,welcher bei zwei hiesigen Justiz
räthen beschäftigt war, ist wegen fort
gesetzter Unterschlagungen im Betrage
von 3500 Mk. und wegen Urkunden
fälschung zu 4 Jahren Gefängniß ver
urtheilt worden.
S a k a e n A u s e e n e
regt das plötzliche Verschwinden des
Amtsanwalts und Sparkassenverwal
ters Teubert. Aus Memmgen war vom
Landgericht eine Untersuchungscom
mission eingetroffen, und in der Mei
nung, deren Anwesenheit gelte ihm,
suchte er das Weite. Er genoß großes
Vertrauen, soll dieses aber mehrfach
mißbraucht und sich dadurch straffällig
gemacht haben. Nach feinem Ver
schwinden wurde sofort eine außeror
dentliche Revision vorgenommen, die
aber keine Unregelmäßigkeit zu Tage
förderte.
W i e s a e n a s 5 0 i e
Dienstjubiläurn beging Herr Amtsge
richtsrath Streit.
freie
a u i e s e a e v e a n
delte die Bürgerschaft über das Unwe
sen der nächtlichen Cases, deren etwa
600 in den erschiedensten Straßen be
stehen und in denen Mädchen von 16
bis 18 Jahren als „Verkäuferinnen"
fungiren. Die Vertreter der Polizeibe
Hörde erklärten, trotz aller Controlle
diesen Cafes gegenüber, die namentlich
Fremde in der schamlosesten Weise aus
plündern, ziemlich machtlos zu fein,
nachdem der Senat als Rekursinstanz
entschieden habe, daß Nachtcafes einer
{Konzession nicht bedürfen. Die Bür
gerschaft setzte einen Ausschuß ein, um
Vorschläge für sofortige Abhilfe zu ma
chen. Der steckbrieflich erfolgte Bau
unternehme? und Börsen-Spekulant
Heinrich Möller aus Altona, welcher
über zwanzig Häuser gleichzeitig aus
führen ließ, hat, wie jetzt entdeckt wur
de, ganz bedeutende Wechfelfälschungen
begangen.
e e n i e W i w e e s e
ren Kaufmanns Gustav Adolf Schrö
der und Fräulein Martha Louise
Brauns, beide kürzlich verstorben, ha
ben einer ganzen Reihe von bremischen
gemeinnützigen Anstalten Legate in
Höhe von 20,000 bew. 10,000 Mark
vermacht.
®lb#«bur0.
o e n s e V o z w e i a e n
wurde der Pastor Müller von hier zu
14 Jahren Zuchthaus verurtheilt, weil
er große Betrügereien verübt hatte. In
dem später eröffnetenCvncursverfahren
soll jetzt die SchlußvertheilunH stattfin
den. Bemerkenswerth ist nun, daß etwa
25,000 M. verfügbar sind, welche man
aus 306,000 M. Forderungen zu ver
theilen hat.
®liärt«g»n.
Be e n ha u e n. Der Vieh
händler Jakob Nußbaum von hier
wurde bei Trabes ermordet und ausge
raubt.
e a I n e a- U n e a u s s i n
der in Gera wohnhafte Auswande
rungsagent B., die Weber Gebrüder
F. und die Frau eine^ in Gera woh
nenden Mannes, die nach Amerika aus
wandern wollten,verhaftet worden, weil
sie unter dem dringenden Verdacht fte
hen, bei einem Einbruchsdi»bstahl tie*S
iheiligt gewesen zu fein.
S ö n e i a e n a e
Julius Horn, der die Stelle eines Kas
-sirers des hiesigen Krankenunterstii
tzungs- und Sterbekassen Vereins
„Harmonie" verwaltet, hat 2142 M.
Kassengelder veruntreut und, um seine
Veruntreuungen zu verdecken, Fäschun
gen in den Vereinsbüchern begangen
hatte, ist wegen Urkundenfälschung zu
vier Monaten Gefängniß verurtheilt
worden. Wegen der Veruntreuung der
2142 Mark hat er aber nicht mehr zur
strafrechtlichen Verfolgung herangezo
gen werden können, weil Verjährung
der Strafverfolgung eingetreten war.
W e i a o e s s o o n n o i n
Stuttgart hat der Stadt Weimar, de
ren Ehrenbürger er ist, eine überlebens
große Erzgruppe für den auf dernPlatz
vor dem Landgericht befindlichen Brun
nen gestiftet.
e s e n. Ferdinand von Witz
leben, der Herausgeber der Jnternatio
nalen Revue der gefammten Armeen
und Flotten, ist im 62. Lebensjahre
gestorben. In tiefe Trauer wurde
eine in Wasewitz wohnhafte Familie
verfetzt. Ein Sohn der- Frau verw.
Gründet, Herr Dr. med. Alb. Gründel,
der auf dem Schiffe „Reichstag" der
deutschen Qstafrika-Linie als Schiffs
arzt angestellt war, befand sich auf der
Heimreise und hatte den Seinen in
Blasewitz bereits seinen Besuch ange
kündigt. Statt des Ersehnten traf bei
der alten Mutter aber aus Hamburg
die niederschmetternde Nachricht ein,
daß ihr Sohn in Port-Said beim An
bordgehen in's Wasser gestürzt und er
trunken fei.
A o s a z W e e n U n e s a
gung von gegen 2000 M. amtlich ver
einnahmter Gelder wurde der vorma
!ige Gemeindevorstand und Mühlenbe
sitzer Ernst Fr. Engelmann von hier
von der Strafkammer 2 des Königli
chen Landgerichts zu Leipzig zu zehn
Monaten Gefängniß verurteilt
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*. v4^ VWti^W^5^V*,«K'•* «AMI-W«-'
An n afbie rig* Letzthin• kwannte
das unterhalb des Schreckenberges ge
legefte Anwesen des Herrn Schürer.
„1000 Ritter" genannt, in welchem
eine Etikettenfabrit betrieben wurde,
nieder.
I
o a n
n eo rgenfiadt. Die
älteste Tochter des Malers W. wurde
unter Umständen todt aufgefunden,, die
auf Selbstmord schließen lassen. Das
Mädchen soll schon einige Tage vorher
fchtoermüthig gewesen sein.
i o s w e a e e n i e
Fleifchermeister Lehmann sen. und
jun. ist seitens der Königl. O'öerstaats
anwaltschaft zu Bautzen wegen Man
gels an Beweisen das gegen dieselben
eingeleitete Untersuchungsversahren ein
gestellt worden die erwachsenen Kosten
iräot der Staat. Bekanntlich erkrank
ten im Sommer d. I. nach dem Genusse
von Wurstwaaren mehr denn 100 Per
"fönen, die aber alle wieder genasen.
In das Dunkel dieser Angelegenheit,
die heute noch sehr die Gemüther «regt,
ist somit kein Sicht gekommen.
S e n i z I n a i n e s o w u e
die Fabrikarbeiters-Ehefrau K. todt
im Bache aufgefunden. Dieselbe war
eine dem Trünke zeitweilig ergebene
Person und dürfte das Unglück auch in
solcher Situation geschehen sein.
e u e n I n A a n n s n
wurde die 19jährige Dienstmagd Zie
rold aus Rodewisch im Freien bewußt
los aufgefunden. Unfern von ihr lag
ein neugeborenes Kind. Die Zierold
war seit etwa fünf Monaten umherge
zogen. Ihr Kind war in Folge der
Nässe und Kälte und Mangels jeder
Pflege und jeden Schutzes gestorben.
Die Zierold wurde in die hiesige Be
zitksanstalt gebracht.
Bosse»?.
a s a E i n i e e s
tigter Chemiker aus Lengenfeld, welcher
bereits wiederholt wegen Sittlichkeits
verbrechen längere Zuchthausstrafen er
litten, hat in der jüngsten Zeit wieder
mehrere solcher Verbrechen begangen.
Derselbe wurde von der Polizei sestge
nommen und in Untersuchungshaft ge
bracht. Bei seiner Festnahme machte
er einen vergeblichen Fluchtversuch.
i e e n N a v i e i e V e
handlung wurde hier ein Prozeß been
det, in welchem ein Student Namens
Thaler und der Milchkutscher Weil we
gen Verbrechens gegen die Sittlichkeit
angeklagt waren. Weil wurde zu sechs,
Thaler zu! sieben Monaten verurtheilt.
Thaler sollte sofort verhaftet werben,
floh aber aus dem Gerichtsgebäude und
jagte sich eine Kugel in die Schläfe.
O e r- I n e e i a s i
großem Kostenaufwande.' neuerbaute
Schulhaus wurde letzthin feierlich ein
geweiht.
O e n e i e a n a e i e
Jakob Stephan wurde Nachts von zwei
Burschen überfallen und durch Messer
stiche schwer verletzt. Die Thäter sind
verhaftet.
CSlfaR.Sotit tritt (ten.
Metz. Ein Vorkommniß in der
hiesigen höherem Töchterschule bildet
das allgemeine Stadtgespräch. Die
Tochter eines Obersten sollte in der
Schule während der Pause die von ihr
zu Boden geworfenen Papierschnitzel
aufsammeln und weigerte sich dessen,
und zwar auch dann noch, als die Leh
rerin den Direktor herbeirief. Eine
ältere Schwester der Ungehorsamen er
klärte dem letzteren, der Vater habe ih
nen verboten, derartiges selbst zu thun,
das sei Sache der Dienstboten. Da
beide Mädchen bei ihrer Weigerung
blieben, wurden sie vorläufig nach
Haufe geschickt. Die Folge dieses Vor
kommnisses ist nun, daß eine Liste bei
sämmtlichen Offizieren in Umlauf ist,
um eine neue private höhere Töchter
schule zu gründen. Die Betheiligung
ist sehr groß und wenn sich die Regie
rung nicht ins Mittel legt, werden wir
hier zu Ostern so eine Art weiblicher
Kadettenanstalt bekommen.
Vtretnpfalf.
e i n i e s I n A s u w u r
den neulich Wohnhaus und Scheune
des Oekonomen Brems, sowie die reich
gefüllten Stadel des Altbürgermeisters
Schneider und des jetzigen Bürgermei
sters Kreipp durch Feuer gänzlich zer
stört.
a n k e n a e a n k e o e
Weinhändler Feist wurde zu 2 1-2
Jahren Gefängniß verurtheilt.
... Zweibrücken. Der Schre!bge
Hilfe Gustav Höhl, welcher bei Hrn.
Geschäftsmann Eilbott beschäftigt war,
ist flüchtig. Derselbe soll Gelder ver
untreut haben.
A e n a ch. Die versicherten Oe
konomiegebäude des Ackerers Johann
Grub sind abgebrannt.
u a s A n w e s e n v o n V a e n i n
Salberg ist abgebrannt.
N e u s a u a n n e i n i
Ehresmann wurde tödtlich überfahren.
Kaufmann Friedrich Dreher be
ging Selbstmord.
O e s e i I n e W i
schaft des Bürgermeisters Schmitt stach
nach einem Wortwechsel Georg Böck
mann den Schmitt in den Oberschen
kel und den Georg Magenheimer in den
Leib. Ersterer ist schon gestorben, Letz
terer liegt lebensgefährlich verwundet
darnieder. Böckmann ist verhaftet,
ff aitem.
ün che n. Vom Militär-Be^irks
gericht München wurde kürzlich der
Strafgefangene Wenzel des 19. Infan
terie -Regiments zu 3 Jahren 9 Mo
naten Zuchthaus, 5 Jahren Ehrenver
lust und Entfernung aus dem Heere
verurtheilt, weil er fein Acreftlocal auf
Oberhaus bei Passau in Brand zu ste
den versuchte und dadurch das Leben
von 16 weiteren Gefangenen auf's Ge
fährlichste bedrohte.
Augsburg. Dieser Tage wurde
ein hiesiger Tagl'öhmr, der einen „Maß
krug mit Musik" stahl, zu einer kleinen
Gesänanißstrafe verurtheilt. Die Musik
ward dem Manne zum Unheil, denn
als er Ich mit dem Raube von bannen
y &
schleichen wollte, legte der unheimliche
Maßfrug plötzlich mit der Gnadenarie
aus „Robert der Teufel" los das hör
ten die Zimmernachbarn! des Diebes
und letzterer wurde verhaftet.
Flußbauamt wurde die Genehmigung
zur Einführung des elektrischen Stra
ßenbetriebs auf der Strecke Nürnberg
Fürth ertheilt.
n z e n a u s e n A u e W e i
bei Theilenhofen sind die Fundamente
mehrerer Thürme des dortigen! römi
schert Castrums blosgelegt worden.
Davon besonders interessant ist der
Flankenthurm des südlichen Castrum
thores, dessen Fundament sehr gut er
halten ist.
I n o s a Z u K a s u i
Donaumoose wurde in einer zahlreich
besuchten Versammlung eine Genossen
schast mit beschränkter Haftpflicht ge
gründet unter dem Namen „Korbindu
strie Genossenschaft Donaumoos".
Dieselbe bezweckt die Bekämpfung des
ainftäten Wanderlebens der Korbflech
ter des MooseS.
N n e i e Z e i n u n e n
für einen grossest Saalbau betragen be
reits 270,000 M., die von 95 Personen
in verschiedenen größeren und kleineren
Beträgen gezeichnet wurden.
S w e i n u I i e s i e n
Centraibahnhofe gerieth der Oberwa
genputzer Karl Uhrmann zwischen die
Puffer zweier Waggons und wurde
todt gedrückt.
W z u S y s e a i s e
stöhlen wurde seit längerer Zeit ein
hiesiger Juwelier durch sein Ladenper
sonal. Jetzt ist man den Thätern auf
die Spur gekommen und wird ihnen
den Proceß machen, wodurch mehrere
achtbare Familien hart betroffen wer
den.
Pfirtiemttera.
n n s a e v e e i a e e
Weichenwärter Wilhelm Schräg wurde
beim Rangiren der Güterwagen auf
dem Güterbahnhofe hier zwischen zwei
Wagen gedrückt, wobei er so schwere in
nere Verletzungen erlitt, daß an feinem
Aufkommen gezweifelt wird.
a i s e i I n o e u v e r
giftung starb in Goldbach ein Mann
Namens Ruck. Derselbe hatte sich we
nige Tage vorher nur an einem Gips
stein geritzt, was nun seinen Tod her
beiführte.
e i o n n i e s e a e a
sich hier in der Sicherer'schen Apotheke
ein junger Apotheker, der Sohn reicher
Eltern aus Pforzheim, .vergiftet. Furcht
vor dem Examen wird als Motiv der
traurigen That angegeben.
K ö n i s o n n i e 6 0 a e
alte Frau eines hiesigen Bäckers wurde
todt aus der Brenz gezogen. Dieselbe
hatte sich die Augen verbunden, ehe sie
in's Wasser ging. Häuslicher Zwist
soll die Ursache dieses Selbstmordes
sein.
K n z e s a u e i z w e i e n u n
letzten Verkauf des hiesigen alten Post
gebäudes wurde dasselbe von Herrn
Fr. Stein, Buchhändler und Buchdru
ckereibesitzer hier, um 31,300 M. ange
kauft.
N a s a i I n e i n e n e
sitzern gehörigen' Scheuer brach Feuer
aus. welches so rasch um sich griff, daß
die Scheuer und das in nächster Nähe
stehende Wohnhaus des Joh. Steg
müller und I. Gottfried in kurzer Zeit
ein Schutthaufen waren.
a u s e n a N i e s e
Tage ereignete sich an den Arbeiten zur
Fundation des Feuerbachviadukts ein
schwerer Unglücksfall. Eine Wand der
Fundamentgrube des rechten Ortpfei
lers stürzte ein und begrub sechs Ar
beiter. Drei davon waren sofort todt,
während die übrigen drei, wenn auch
schwer verletzt, gerettet werden konn
ten.
o u e it.' Auf der Station
Mülilheim a. D. wurde der aus dem
Personenzug No. 39, während dieser
sich noch in Bewegung befand, ausstei
gende ledige Uhrmacher Emst Mattes
von Spaichingen, Sohn des hiesigen
Bezirksfeldwebels Mattes, überfahren
und auf ter Stelle getödtet.
S e i n e i a A e n
Jahre alte Knabe des Maurers Wei
denbacher von hier gerieth auf der Ger
stetter Straße auf bis jetzt noch un
aufgeklärte Weise unter einen Kieswa
gen und wurde getödtet.
i n e n N e u i a e n z w e i
Geschirrhändler aus Matzenbach in der
Nähe des Bläfibades mit einer Zigeu
nerbande zusammen, welche nach Gön
ningen fuhr. Bei der letzteren befand
sich die Ehefrau eines der Geschirr
Händler, welche ihrem Ehemann entwi
chen war. Es kam zu einem Wort
wechsel zwischen beiden Parteien, bei
welchem die Zigeuner scharf schössen.
Einige der letzteren wurden verhaftet.
U m. Letzthin brannte in Stetten
bei Niederstotzingen die dem Grafen
Madeghem gehörige Brauerei nebst
Stallung und Remise nieder.
(pafren.
Karlsruhe. Der ulwerheira
thete Diener einer hiesigen Studenten
verbindung, Namens Wagner, aus Al
tensteifl, ging kürzlich im angetrunke
nen Zustande mit einem Licht in den
Abort und schlief ein. Dabei geriethen
die Kleider in Brand und verletzten den
Unglücklichen derartig, daß an feinem
Aufkommen gezweifelt wird. Ein
städtischer Beamter beging Selbstmord.
Derselbe schloß sich im Rathhaus in
den Kleiderschrank des Bürgermeisters
Krämer ein und durchschnitt sich mit
einem Brvdmesser den Hals.
a e n i e o a u n E e
leute feierten das/Fest der goldene»
Hochzeit.
a u e n a i e s e a e s a
Altdürgermeister Ketterer an den^Fol
gen eines auf der Hausstiege erlittenen
Sturzes.
Fried r'ichSfeld. Auf der
Kirchweihe erschoß sich der 25 Jahre
alte ledige Geo. Koch von Kirchheim
v
è
4s4« fr'
4 iisÄ ?K.'
wegen zerrütteter Vermögensverhält
nisse in Folge leichtsinnigen Lebens
Wandels.
a n ds ch u ch s he i m. Maurer
meister Jak. Schuster erschoß sich auf
dem Grabe feiner im Juli gestorbenen
Schwägerin.
a n n e i e i K i e s e
ladene Nachen des Schiffers Lorenz
Fick von Oppau sank bei Mannheim.
Von den drei Schiffern ertrank der ver
heirathete 36Jahre alte Valentin Win
terkorn.— Die 20 Jahre alte Kellne
rin Mathilde Böhringer von Memmin
gen vergiftete sich aus Liebeskummer
mitVitriol und liegt hoffnungslos dar
nieder. Der verheirathete Knecht
Böck der Firma Werle und Hartmann
verletzte sich lebensgefährlich hurch ei
nen Revolverschuß.
a u s e E n e n
Wohn- und Oekonomiegebaude des
Landwirths Karl Schrnid sind abge
brannt. Gesarnrntschaden 19,300 M.
11 e i m. Wie bestimmt ver
lautet, soll mit dem Bahnbau Müll
Heim-Badenweiler nächstens begonnen
werden. In Liel brannte das Oeko
nomiegebäude des Karl Gerspacher,
Markus Martin und Jakob Ehmann
Wittwe daselbst sammt Fahrnissen
völlig nieder. Der Schaden beziffert
sich auf 3500 Mark. In Manchen
erhängte sich der schon hoch bejahrte
Landwirth Eusebius Gugelmater von
Auggen, wohl in Folge zerrütteter
VermögenLverhältnisse.
a u e i s o s e i ö
wenwirth Krämer in Königshofen ist
mit Hinterlassenschaft einer Anzahl
Gläubiger verduftet.
C')c|ievreth.
W i e n i e o i z e i n a i n e n
Wohnungen eines Drucksorten-Aaenten
Trebsche und eines Viktualienhändlers
Peter Platten und Papiere in Beschlag
mit der Gravirung und dem Abdruck
von Fünfaulden-Staalsnoten. Beide
wurden verhaftet. Falsche Noten wa
ren bisher weder hergestellt noch ver
ausgabt worden. Die Taubssum
men Wiens haben einen eigenen Turn
verein gegründet und den Stadtrath
um Ueberlassttrtg eines städtischen
Turnsaales in den Bez-'rken Mariahilf
oder Neubau gebeten. Mehrere Taub
stumme gehören bereits anderen Turn
vereinen an und haben sich derart aus
gebildet, daß sie jetzt Lehrer ihrer Ge
nossen sein können.
i n z W i e e s e i e w i s i
ein österreichischer Fabrikbesitzer um die
Bewilligung zur Vornahme technischer
Arbeiten für einen Schifffahrtskanal
von Vudweis durch den Mühlkreis zur
Donau nach Linz unter Anwendung
des Systems der schiefen Ebenen. Die
ser Canal würde die Elbe mit der Do
nau auf dem kürzesten Wege verbinden,
die Regulirung der Moldau von Bud
weis nach Prag vorausgesetzt.
u a e s I n S e i n a a n e
wurden zwei deutsche Kaufleute, Küls
heimer aus Pforzheim und Mayer aus
Rastatt, in dem dortigen Hotel Saba
ria ohne jeden Grund von zechenden
Hufaren-Officieren mit Säbelhieben
traktirt. Külsheim liegt schwer ver
wundet darnieder, Maver reifte hier
her, um bei dem deutschen General
konsulat Beschwerde zu führen,
gttnnyeti
e n a s u e n e e n k a
soll bis 1896 vollendet werden, in wel
chem Jahre auch Webers preisgekröntes
Münsterfestspiel zur Aufführung ge
langt, dessen Titel „Bubenberg" lautet.
Noch ist die Kornhausbrückensrage
nicht erledigt, so fordert schon eine neue
Initiative die Erstellung einer Lor
rainebrücke neben der Eifenbahnbrücke
ein schreiendes Bedürfniß liegt für die
sen neuen Verkehrsweg allerdings vor.
A e n z e A .- e o e
Rath bewilligte jetzt schon eine Sub
vention für die Schlachtfeier vom Stoß
im Jahre 1905. Ferner erlaubte er, an
Feiertagen wieder zu tanzen.
u e n E i n i n e n a i o n a e
Hochstapler wurde dahier in flagranti
verhaftet, als er in einem hiesigen
Bankhause den Versuch machte, ge
fälschte Obligationen an den Mann zu
bringen. Derselbe nennt sich „Olton"
aus „Peking", hat auch einen darauf
lautenden englischen Paß, der ebenfalls
gefälscht ist. Bis jetzt ist es nicht ge
lungen, die Persönlichkeit des Verbre
chers festzustellen.
f'
wurde
Fürsprech Dr. Spahn gewählt.
Z i W i n e u u n V e
heim sind übereingekommen, die von
letzterem sehnlichst gewünschte Vereini
gung einstweilen nicht zu vollziehen
dagegen will Winterthur freiwillig mit
50ÖÖ Francs die Gemeinde Veltheim
unterstützen und gleichviel soll die
Staatskasse beisteuern. In Uetikon
starb dieser Tage der Begründer und
Inhaber der Firma Gebr. Schnors,
chemische Produkten- und Düngerfa
brik. Rud. Schnors.
In den a e e e n e e n
Harzdörfern herrscht häufig eine veri
table Namen-Inzucht. Um eine Un
terscheidung zwischen gleichnamigen
Personen zu ermöglichen, bezeichnet
man dieselben, und zwar auch amtlich,
entweder mit Spitznamen ober derglei
chen oder nach Nummern. In letzter
Beziehung steht zur Zeit der kleine Ort
Stempeda bei Ncrdhausen in der vor
bersten Reihe. Unter feinen zur Zeit
höchstens 300 Einwohnern zählt er
gegenwärtig nicht weniger als gegen 30
Familien Namens Ehrharbt. Auch sie
werben bürgerlich und auch amtlich
durch Nummern unterschieden. Eigen
thümlich wirken da amtliche Bekannt
machungen, nach denen z. B. Ehrhardt
17 als Schöffe wieder-, Ehrhardt 25
aber als solcher neugewählt ist, wäh
rend Ehrhardt 12 dieses und Ehrhardt
20 jenes Amt in dem kleinen Gemein
Wesen übertragen erhalten hat. In
dem Orte Sachswerfen bei Nordhausen
gibt es zur Zeit fünf Fuhrleute Na*
mtâ K»rl Bttkr f. w.
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ist* "i 7 -1
A s e n i e e n i e
Capitcin Christian in Lombok mit sei
ner Compagnie aus Tjakra Negara
über die Sawah zog, riefen ihm die
von allen Seiten nachdringenden »alt*
riefen zu: „Ajo, madju blanda.' (Ftet
übersetzt: „Kommt doch, wenn Ihr
Schneid habt!") Der Capitän ließ Halt
machen, Gewehr bei Fuß nehmen und
commandirte: „Lacht die Kerle mal
gehörig aus!" Die Soldaten, welche die
Lage wohl kaum lächerlich
finden
moch­
ten. wurden durch diesen Einfall thres
Führers in fröhliche
Laune
versetzt und
brüllten vor Lachen. Darüber ärgerten
sich die Malinesen gewaltig und lreßen
sich zu einem Angriff auf freiem Felde
verleiten. Dies bekam ihnen aber sehr
schlecht. Auf hundert Schritte- kriegten
sie solch' mörderisches Schnellfeuer, day
sie mit großem Verluste abzogen. Nocg
einmal commandirte Christian: „La
chen!" und setzte dann in aller Ruhe sei
nen Marsch nach Ampenan fort.
-N e e Z u s n e s e i n
in Charlottenburg bei Berlin zu Herr
sehen. Charlottenburg besitzt ein Gym
nasium, dessen Baulichkeiten noch auS
Olims Zeiten herrühren. Aeußerlich
gewährt es zwar einen ganz schönere
Anblick, aber man darf nur nicht das
Innere betreten und sehen, in welchen
Räumen die heranwachsende Jugend
sich aushalten muß. Ein Zimmer
es ist das der Septima führt bett
ominösen Namen „Diphtheritis Zim
mer", weil selten ein Winter vergangen
ist, wo nicht einige Schüler von dieser
Krankheit ergriffen worden sind. Wäh
rend der jüngst vergangenen großen Fe
rien bekam plötzlich die eine Wand deS
Schulgebäudes aus Baufälligkeit einen
Riß, der natürlich pflichtschuldigst so
fort verkleistert wurde. Das Komische
dabei aber ist, daß alsbald ein Agent
einer Unfallversicherung erschien, der im
Namen der Menschlichkeit einzelne Leh
rer aufforderte, in Anbetracht des dro
henden Einsturzes ihr Leben für Frau
und Kind zu versichern.
I n e u n a i s e n O
Abauj- Szanto sind zwei Mitglieder
tU
ner weit verzweigten jüdischen Fälscher
bande Namens Ar on Singer und Jere
mias Berti verhaftet worden. Man
fand bei ihnen die gefälschten Wappen
sämmtlicher ungarischen Comitate, die
gefälschten Siegel sämmtlicher Vicege
spane. Bürgermeister, Stadthauptleute,
Stuhlrichterämter (Landrathsämter),
Sparkassen und Ministerien u. s. w.
Die Verhafteten gestanden ein, in den
verschiedenen Gegenden des Landes 30
bis 40 Genossen zu haben. Die Mit
glieder dieser Bande durchwanderten
das ganze Land und vollführten mit
ihren gefälschten Urkunden die un
glaublichsten Schwindeleien. Hier sam
melten sie für Abgebrannte, dort für
Ueberschwemmte, für Kirchen und fiir
die Errichtung eines Kossuthdenkmals.
Csuch waren sie mit gefälschten Zeugnis
sen, Arbeitsbüchern und sonstigen Ur
künden reichlich versehe:*..
I
n N e a e a s i die
folgende Familientragödie zugetragen.
Ein vielversprechender junger Mann
aus vornehmer Familie,Oberlieutenant
Settembrini, ein Neffe des berühmten
italienischen Literarhistorikers und Pa
trioten, fiel derselben zum Opfer. Er
paffirte in Gesellschaft seines Vaters,
des Contreadmirals Settembrini, die
Galerie Umberto, als er seine Mutter
und seinen Bruder, mit denen er und
der Vater in Unfrieden lebten, erblickte.
Settembrini ignorirte dieselben, allein
sein Bruder ohrfeigte ihn und die bei
den Brüder mußten durch Passanten
getrennt werden. Am Tage darauf er
schoß sich Oberlieutenant Settembrini
mittels Revolvers. In einem zurück
gelassenen Briese gibt er als Motiv der
That die unglücklichen Familienver
Hältnisse an.
I a i e e n a e ii*
reau des staatlichen Pfandhauses wurde
dieser Tage ein goldener Trauring
ausgelöst, der im Jahre 1857 für 17
Francs versetzt worden- war und für
den die Eigenthümern seither 50 FrcS.
als Jahreszinsen nachzahlte. Die Ah
holung „des Ringes" war für das Per
sonal der Anstalt ein sensationelles Er?
eigniß. Jetzt hält man es dort für
möglich, daß auch ein Regenschirm noch
ausgelöst werde, der seit 1849 in einer
Ecke schlummert und dessen einstinaff«
r,er Besitzer alljährlich 70 Centimes
bringt, damit das Schutzdach nicht ver
steigert! werde. Zu den CuriositLtm
der Anstalt wird auch eine Kattungar*'
dine gerechnet, die schon 22 Mal, jedes
Mal für 4 Francs dort versetzt und
wieder ausgelöst worden ist.
o n 3 0 0 0 (drei Taus-yHs'
conscripiivnspslichtigen jungen Leuten _J
dieses Jahrgangs in der spanischen
Provinz Oviedo sind bloß 19 (neun
zehn) als diensttauglich befunden wor
den. Dies verblüffende Ergebniß ist
auf einen sonderbaren Kniff, den die
betreffenden Rekruten in's Werk gesetzt
hatten, zurückzuführen. Anstatt sich
nämlich selber zu stellen, hatten die
Burschen es gescheidter gefunden,
Schulknaben in's Rekmtirungsamt zu
schicken. Die Schulknaben, versehen
mit den Legitimationspapieren der'
dienstpflichtigen Burschen, wurden u»
ter das Maaß gestellt und natürlich für
dienstunfähig erklärt. Das KriogS
Ministerium, hat eine Untersuchung an
geordnet. Solche Dinge stirb nur i#
Spanien möglich.
Aus betn Bahnhofe in
Karlsruhe wurde die 19 Jahre alte
Kellnerin Helena Tümpelmann aus
Hausen bei Frankfurt verhaftet. Sie
par mit ihrem fünf Wochen alten Kind
nach Offenburg gefahren, hatte das
Kind in derBüllot ertränkt und sodann
jbie Rückreise angetreten. Ein Schaff
ner, der mit ihr zufällig beide Reist»
gemacht hatte und dem auf der Riist
reffe das verstörte Wesen der Persy»
ausgefallen war, machte Anzeige, wo*
I rauf die Verhaftete sofort ihre Schuld

19,600 Mark.
V o k S a e n- u n
S a s s a u s è A Z u S a t
Präsidenten von
Schaphausen
i 1 i i. Vi Vtif jiV SM T8*Jta8EVti.

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