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Süd California Deutsche zeitung. [volume] (San Diego, Calif.) 1887-????, May 10, 1889, Image 3

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Sidssatifskuikz
Deutsche Zeugnis
C.I.1k--III-o,sigenkhstmer. —
·Itu siegt-, cal, 1().Mat18«j!
W
OIG UOJIIIUMI OZIGIUUGUIQ
Dr. H. W. Wiley, der Themiter des
Ackerbaustönreaue, leistet den Farniern
einen Dienst dadurch, daß er ihnen end
lich einmal reinen Wein über die
Horaisan-Experimente der Regierung
einschenk, über welche in den testen
Jahren so viele Uebertreibnngen und
Unwahrheiten in bie Welt binein posaunt
worden sind.
Die Experimente baben bargethan,
das die Sorgbumisackerssabritation
sich nur unter ben günstigsten Umständen,
sowohl was Boden und Klima, als was
Wasser nnd Deizniaterial betrifft, be
zablen kann, aber auch dann nur beim
Betriebe iin Grosiem Die Anlage einer
Sorgbuinisnbril kann mit nicht weniger
als b60,000 bestritten werden, inag
aber auch 8100,000 kosten. Ferner ist
es eine unerläßliche Vorbedingung-, das-.
nian siir die Leitung einen nicht nnr
theoretisch, sondern auch praktisch ge
schulten Mann gewinnt, nnd solcher
giebt es gegenwärtig allerhöchstens
zwanzig. Unter der Leitung eines
solchen. sagt Herr Wiley, sei es möglich,
80 bis 90 Pfund Zucker aus der Tonne
Sorgbutnsbiobr zu gewinnen.
Das klingt ganz anders, ais die
schbnfitrberischen Berichte, welche von
ben Init den Experimenten betrauten
Persönlichkeiten Jahre lang aus eschictt
worden sind. Letztere hatten offenbar
nnr den Zweck, immer weitere Bewilli
gungen für Experimente vom Congreß
zu erwirkern Von dem so erlangten
Gelde wird ein schöner Theil an den
Händen der herren .Experinientirer«
hangen geblieben sein.
Möglich ist es immerbin, daß weitere
Experimente noch zu besseren Ergebnisscn
führen. Aber wenn Prof. Wiley seine
Dossnung sür die Zukunft der Sorghums
Industrie ans bas Indianer Territos
rinnt seht, so will es fast scheinen, als
sei auch er etwas von dein «Otlahoina-
Booni« angesteckt.
sunvasveumj Inm- sem sähe-.
Von allen Tagesfragen —- fchreibt die
»New Orleanser Deutsche Zeitung-· -,
die gegenwärtig in der Presse de-
Ciidens Wochen werden, niinnit den
beroonagendsten Rang die Frage ein,
wie ani Besten die Einwanderung wei
ser saerbauer ais crsas stir die iinnier
unguderltissiger werdende Negerarbeii
gesbrdert werden lbnntr. Die Frage ist
eine ganz besonders brennende gewor
den, seitdem ein neuer Exodud der Neger
in Nord- und Süd-carolina nach den
Niederiingen des Mississippi in den
Staaten Ilabaina, Louisiana nnd Mii
fissippi und Iriansad begonnen hat und
Zehntausende von schwargen Feldarbeb
tern nach den Wolfstaaten stidinem
Co schrieb dieser Tage der in Bir
mingham,sllabama, erscheinende »he
vald«: .sir missen unbedingt eine
starke weise Einwanderung haben, wenn
wir nicht unrettbar der Oefabr dei-
Regerherrschast einheiwa wollen.
Die Kassentrage lann sür die Substan
ten nur durch eine solche Einwanderung
in einer stir die lanlasische Rasse gün
stigen Weise gelöst werde-. Dir brau
chen die weiße Einwanderung aber auch,
uin unser diinn besiedeiles Land zu be
dbltern und die gar-nen nor dem ganz
licheii Verfall zu retten, dein sie durch
die wüer Raubinirthschafi der farbigen
«Intheilpächter« entgegengehen. Ohne
eine zahlreiche weiße Einwanderung
itebi uns ein nahezu sicherer Ruckgang
bevor-
Dasselbe Lied pfeifen die meisten an
deren Zeitungen ini Süden, aber wie
diese Jahlreiche weiße Einwanderung
heranzuziehen wäre, dnriiber ist man
heute noch tininer vdllig rathlos. Zei
tungdartilel thun’s nicht, ebenso wenig
aber auch sogenannte »Einwanderungo
conventionen«, don denen wir seit
einem Jahre in verschiedenen sttdlichen
Studien Duyende haben tagen sehen.
sub in solchen Konventionen an schönen
«Speeches« geleistet wird, ist ungeheuer,
nat aber durch diefe »Speeches« erziel
wird, ifi gleich Null.
Der Durchschnitts-Pflinzer ini Sti
den, und speriell in den baumwolls und
Zucker-Minuten laßt sich eben durch
seine Zeitungsartileh noch auch durch
fchünr «Speechrc« don der angestainnitrn
Uebergeiigung abbringen, daß tioydeni
nnd alledem der «Nigger« siir ihn die
beste nnd billigsie Arbeitskraft ist. Je
sehr »Nigger«. desto mehr »Gott-ist« —-
voii diesem durch Ueberlieferiing noni
Großvater und Vater aus ihn vererbten
Gase gebt er nicht ab. Daher sind wir
auch gegenwärtig Zeugen davon, wie
ganze Schivaiiiie von tigenlcii dei-
Pflanzer in Missiiigppi, Arkansas uni-
Loiiisiana die Schwarzen in den quan
tischen Silbstaaten zur Auswanderung
nach dein Südweften verlocken, und aus
die Baumwoll» Zucker· und Reis-Plan
tagen im Mississippi- und Yazzdosdelta
importiren, unbeliiininert uin die Pro
tefie der Zeitungen und Einwanderungd
konvention.
Wohin aber der Strom der schwarzen
Einwanderung fließt, dahin wird die
weiße Einwanderung nicht folgen. Und
bevor wir den Pstsager nicht zur Ein
sicht seines Jrrihuins bringen lbnnen,
dürfen wir nicht erwarten, mit unseren
papiernen Bemühungen um die För
derung weißer Einwanderung auch
unser-n Suowesien Erfolg zu haben.
IIIOV Basis Isc.
Die letzten Momente des genia’en
amerikanischen Dichters und Schrift
ftellers Sogar Ullan Poe (geb. 1800,
gest. 7. Ott. 1849) waren lange Zeit in
Dunkel gehüllt. Aus den sich under
iprechenden Angaben konnte man nur
den Schluß ziehen, daß das Ende ein
sehr trauriges war.
Der amerikanische Schriftsteller Didier
theilt neuerdings bisher nicht Bekanntes
darüber mit und ftcllt es in Ubrede, daß
der Dichter todt in der Gasse gefunden
worden sei. Er berichtet
»Seit 2 oder 3 Jahren wanderte Poe
ohne festen Wohnsig zwischen Baltimore,
Vhttadctphia nnd New York hin und
her. Jn Baltiinore fand man ihn am
oaufignen in den Ansternkellern der
Wittwe Meagher. Einige Wochen hatte
man ihn dort nicht gefehen, bis e: eines
Abends kam und sagte, er fci in Rich
wond gewesen. Es war am Abend vor
einer Wohl« und es wurde »feft« ge·
trauten. Die tteine Kneipe war zum
Ersticken voll. Ich weiß nicht, wie viel
Uhr es war, als Poe, ich nnd noch zwei
Andere zusammen fort gingen. Wir
waren noch teine 100 Schritte gegangen,
ebs wir an einer Straßenecke von einer
Bande von Männern umringt wurden,
die uns zu Gefangenen machten. Es
waren sahlagenten
»Es war zu diefer Zeit Brauch,
Nachts vor dem Wahltage alle Bett-n
tenen auf der Straße aufzulesen-, sie
sorgsam unter Verschluß zu halten,
innen Alles zu geben, was fie im Zu
stande größter Heiterkeit erhalten
konnte, iie dann am anderen-Tage von
Wahllokal zu Wahllolal zu führen und
im Sinne der Räuber stimmen zu lassen.
»Ja jener Nacht nun wurden wir in
ein Zimmer neben einer Dampfmaschine
gebracht und mit allerlei gemischten Oe
triinken «gefiillt«. Um Morgen schleppte
man uns nach einander an 31 Wahl
plätzez beim Z. oder 4. brach Poe zusam
men und wurde in’d Spital gefahren,
wo er start-. Das ist die ganze Geschichte;
es ist eine Erfindung Oriewold’i, daß
man Poe todt in der Oosse aufgelesen
habe.«
Russland mit stund-um«
Jn Rußland ist inan wieder eininal
auf Rainiinien Ihr schlecht zu sprechen.
Die russiiche resse der ilaniiftischen
Richtung droht den Ruinanen ganz un
genirt mit detu Einmarsch rnssischer
Tritt-pen, wenn die Regierung iortfahii
ren sollte, Rußland in Rumünien gu be·
kämpfen, nnd giebt gu bedenken, daß es
dazu nichl erst des Durchzuges durch
fremdes Gebiet bedürfe. Die Ursache
diefer Erbitterung ist, daß der König
und die Regierung den Neffen dee
Königs, Pringen Ferdinand non Hohen
.zallern, durch den Senat als Thron
folgei hat anerkennen lassen. Außer
zdeni hatte die Regierung auch gegen
Irussische Buhler, die unter dein Vor
wande, Bilder zu verkaufen, russifchi
Ugitation betrieben, energische Maß
regeln ergriffen, indein sie dieselben
kurzer Dand auswies.
Es waren drei Personen, die non die
sein Schicksal betroffen wurden. Sie
hatten beiin Vertrieb ihrer saure in
den Dvrsschaften Rumäniens die Land
benölterung fttr den Artan ihrer rnii
russischen Texten versehenen, grell far
bigen Bilder kirchlichen und weltliche-s
Charakters, unter welchen jedoch die
Darstellungen von Personen der taiier
lich ruiiischen Familie und rusfifches
Generale wie Stoteleiv, Kaulbars u.I.lu.
die weitaus gidßte Rolle spielten, inii
der tchnsindelhaften Borspiegeliing zi
bewegen gesucht, daß die Rassen bald
wieder nach Runiiinien kommen, daß so
dann der Zar» als rechtmäßiger Be
ichilher der gesammten ortbodaxen
Christenheit den Bauern Ackergriindi
und Weidepliihe zuweian werde unt
was dergleichen Redensarten mehr sind.
Daher wurde den rnssifchen sti der
handlern das Betreten der runiåiiischen
dreier verboten. Daraufhin erklärte
. die Leute, daß sie unter solchen Umsiån
! den in Rumäuien überhaupt nichts mehr
Ha suchen hatten und dae Land verlassei
intißlen. Dagegen hatte die Regierung
Inatilrlich gar nichte«einznlvenden. Rai
wurden die adxeiselustigen Bilderhiindlei
dehnte Vermeidung neuerlicher Oe
setzesiibirschreitung angewiesen, ihres
lWeg an die Lande-ganze nicht durit
die Darfgeuieinden, sondern nach einer
vorgeschriebenen Marjchlinie zu nehmer-.
Jn dieser sit haden denn auch außer
den drei auggewiesenen rnssifchen Bil
derhåndlern noch dreißig und einig
ihrer Geichäilsgenossen das Land der
lassen. Die ruififche Regierung hat nui
ihren Gesandten, den »schneidigen«
Herrn HitkoviH der dein frühere-
Flirsten Alexander bereits- das Lebei
die aufs Blut sauer gemacht daue, an
gewiesen, wegen dieser Behandluni
ruisiicher Unterthanen Beschwerde zu er
beben. Was darauf echt-sie, ist noc!
nicht bekannt.
Jnlåudiicheö.
Unstin Corbin, eiii Ren
Yziker Eisenbahn · Millionär, liiß
lo,000 Acres in Nein Hampshire zs
einem Hirschparl einziiunen. Der Draht
sann zwischen dein Barte und der gernei
nen Menschheit wird 10 Fuß hoch sein
Einetöniglichebelohniinz
erhielt ein Keil-er in Loiig Island, des
einein Manne die voii ihin gis-indes
Briefiasche, enthaltend d6800, wiede
iuriickgad Der glückiictse Besitzer de
Geldes schenlxe dein Finder —- sliiifund
zwanzig Einn.
General Greeleh sagt, das
unter den 23 Beamten des Signal
dienftes nur 10 seien, welche als durch
aus tüchtig bezeichnet werden konnten
Dann ist es sehr zn bedauern, daß e
diese 10 tüchtigen Leute nieiiials dar
’Wetter voraussagen laßt, sondern sio
,iniiner selbst Unmitt
. Prince L aw, ein fünf Mei
. len oon Sodann-ih, Gu» auf der Spring
sieldstbflinzung lebender Regen hat ii
einein Asifalle religiösen Wahnsinnt
sein füiisjcihriges Söhnchen «dein Teufii
als Opfer dargebracht« und es ini
einem tiniipuel eischliigm Lotv ist ir
Gefängniß und jetzt vollständig tot
1iichtig.
Jn Linn-, Ohio, besteht das
fchdnste Feterabrnds Geleh. Von II
Uhr Abends bis 5 Uhr Morgens iniii
sen alle Wirthschafien gefchlisseii uni
alle Vorhänge an Wirthschafieixhürei
und sszenstein ausgezogen sein, so dot
die löbliche Polizei sich zu jeder Zeit voi
der strikten Befolgung der bei-essende:
Verordnung iiderzeugen kann.
Die Stadt Puehlo in Tolr
rado hat den deutschen Turnir A. A
Oronie zuiii Bürgermeister erwähl- .
Baron herrscht unter den Deutsches »
jenes Ortes große Freude. E a Ein
Iender oeisteigi sich in der dortige.
deutschen Zeitung zu folgender enthu
iiaftischer itleusierung: »Ein deutsche-
Biederiiianm ein deutscher Turne
Mauor von Buedlol Diese Worte allei
genitgen, uiu es zu einer Ehre zu inachen
und zwar vor deni ganzen Lande« deut—
iiher Bürger von Puedlo zu seinll
Tausend »Gut Heil« der Stadt Puedl
und feinen Deutschen«l
Dercoininandantdessor
Rodiiiion in Nebraska, General Edw
D. dann, ist plötzlich gestorben. Bo
oier wocheii innrde cr voin Wagen ge.
iuorfen und erlitt einen Bruch des Hüft
oeins. Man glaubte ihn fortwähren
.iuf deni Wege der Besserung, bitt inai
mich den ploylicheiiTod eines Anderei
belehrt wurde. General Hatch irai i
einer der Topfersten ini Bin-gekleing
und ioinniondirie eine Zeit lang di!
Caonllerie der Armee von Tennessee-s
Er nahm an sehr vielen Schlachten ihei
und trug mehrere Wunden davon.
Der derllchtigte Bill Rhan
ein langjähriger Freund und Genuss
oon Jksse Junies, ist dieser Tage au
deni Sinntszuchthaufe von Missouri eni
lassen worden, und zwar nach 7jijtthri
Egee Haft. Er war ursprünglich wege .
Theilnahme an der Beraubung eines
Zuges der Ehicago ä Alten-Bahn, sechi
Weiten osttich oon Kansas City, zu 2t
Jahren Zuchthaus verurtheilt worden,
Gouverneur Morehouse hatte ihn jedoch
kurz vor Ablauf seines Amtsterrnins
noch zu 75 Jahren begnadigt, nnd diese
hat er jeht «abgedient«. Ryan hat sich
während der ganzen Zeit seiner Gesan
genschaft musterhaft gehalten und den
Oefängnißbearnten wenig Noth gemacht.
Wie sehr der Tonsqu b on
Whisly in den Bereinigten Staaten ini
Abnehmen und derjenige des sieres im
Zunehinen begriffen ist, erhellt aus den
neuesten statistischen Zusammenstellun
gen. Denselben zu Folge betrug der
Tons-un von Ishiskh int Jahre 1840;
2,52 und derjenige von malzhaltigen
Getränken, vulgo Bier 1,30 Proc. pro
Kon der Beodlkernng des Landes, wäh-
Lrend der consuni von Whisty isn Jahre
I 1887 aus 1,10 gesunken und derjenige
des Bieres auf 11,48 gestiegen ist. Der
Gerstensaft erobert sich die Bett lang
faIn, aber sicher. Mit seiner Verbrei
tung nimmt bekanntlich auch die Müßig
teic zu.
JnBezug ausdenbisherii
gen Mahor von Kansas Ein schreibt
,oie »Kann-s city Post« :«Herrn Kampf
begleitet beitn Scheiben aus seinem ho
hen Unite, das er drei volle Jahre be
kleidet hat, die ebenso allgemeine als
verdiente Achtung nnd Anerkennung sei
ner Mitbitrger. Allgemein, ohne Unter
schied der Partei, wird ihm das Zeugnis
ausgestellt, daß er die stüdtischen Unge
legenheiten in wahrhaft mustergültiger
Weise geleitet hat — ehrlich und fähig,
furchtlos und treu. Es wäre überflüssig,
riefen allgemeinen Ehrenzeugniß noch
weitere Lobeserhebungen hinzuzufügen
aber Eins tbnncn wir als deutsches
Blatt niit besonderer Genugthuung her
vorheben: Er hat als Deutscher dein
deutschen Namen Ehre gemacht.·
Vor zwei Jahren starb in
Hedatia, Mo» ceorgelsudgetn ein be
kannter Geizhals, ter Drundbesih tot
Berthe von 040,000 hinterließ. Er
vermochte dies Erbe seinent Nefsen Saat
Inaba, sollte jedoch seine einzige Toch
ter Mary heirathen ttnd Kinder betont
oten, so fiel es an diese. Sechs Mo
nate nach dent Tode bewarb sich der
zartner Daniel bit-ov, der dies für eine
gute Spekulation hielt, unt die Band
der event. Erbitt, erhielt sie und heira
thete. Nachkommenschaft blieb jedoch
ans, was ihn bewog, aus Scheidng von
feiner Frau anzutragen, indent er sel
bige dadurch begründete, daß dieselbe
thut seine deitnath zur Hölle auf Erden
nache. Erfolge die scheidunm so geht
pas Erbe an Saat Sugden über, der
Naschinist au der Missouri-Poesie
sahn in Sebalia ist.
Der neue republilanische
Nahor von cleveland, O., herr card
aer, welcher dieses Amt stüher schon
einmal bekleidet und Erfahrungen toit
Ietuterjägern gemacht hat, scheint ein
musierhafter Ctvildienstsbirfornier wer
den zu wollen. Er verlangt von allen
Vewerbern uut städtische Uemter einen
Lachtveis silr entsprechende Fähigkeiten,
llrbeitsantleit, unbeftechlichen Charakter
and guten Lebenswandel, sowie eine
unzweideutige Empfehlung durch fünf
ichtbare Bürger, welche den Bewerber
seit zwei Jahren gi konnt haben und ver
·ichern, daß sie den Bewerber unbedenk
tch in ähnlicher Stellung in ihren- eige
.ien Geschäfte anstellen würden. Der
Sewerber muß alle ihn persönlich betref
senden Fragen (aus einein Fragebogen)
selbst beantworten. Wird ihm irgend
-ine Unwahrheit nachgewiesen, so braucht
r nie wieder anzusragen.
Eine gemütbliche Bande
—- schreibt die «K. C. Presse« — schei
ien die Prohibitions Janatiker unserer
liachbarftadt Leavenworth zu sein. Die
solizeiscotnmissäre und der Polizeiches
cheinen der Ansicht zu sein, daß Probi
)ition nur sitr die Anderen da ist, nicht
ür sie selber. sls qesiern unvermuthet
Jemand in ihre Oisice trat, find er sie
eifrig damit beschäftigt, ein Faß Bier
iuszutrinken, das sie ais Tage vorher
rgendwo consiseirt hatten. Natürlich
tesand sich der berüchtigte Janatiler
Lnthonh utitteu unter der Kneivgeselli
-chast; er füllte gerade ein Glas Bier
ius dene Fasse und reichte es deru dur
ttgen Polizeiches. So est-san sich die
solizeiscouiinsssare von Leavenworth
iir das Wohl des Publikums anil Sie
rinlen lieber tndglichft grosse Q-tanti
aten von Bier, Wein und schnads sel
ier, nur damit dieselben dein Publikum
orenthatten bleiben solle-. Edle Men
-chen, fürwahri
Jobn h. Williants von
Batertowm R. Y» ist der if- sinder eines
:leltrischen Systems, womit Postsachen
ind Exoreszdackete zwischen New Yoil
rnd Boston befördert werden sollen.
litt seine Pläne auszuführen, hat sich
iie »Zum-national Postal Electric
Lomvanh« gebildet, deren Offices sich
n New York besinden. Der P(an gebt
ahn-, einen tttit Elektricitiit gefüllten
kam-n durch eine reihe viereckiger Roh
·en, welche aus etwa sieben Fuß aus
—innnder stehenden Trägern ruhen«
sehen zu lassen. Diese Rohren werden
ntvendig rnit Kupfer astsgeschlagen und
iustoendig mit einein Nehwert von
drahtgewinden umgeben. Die Electris
nat wird durch Dhnantos erzeugt
is ist eine Gesellschaft itn Entstehen lie
sriffen, um eine solche elektrische Bahn
ion Edicago nach New York zu bauen.
oobet wahrscheinlich Buffalo zu einem
zwischenpunlte gemacht werden wird.
Die Tentennialszeier der
merilanrschen Regierung in New York
iat bereits begonnen; denn die Einlei
ung dazu, die Aussiellung von Bildern
.snd anderen daraus bezüglichen Gegen
ständen itn »Metropolitan Operadouse«
it schon eröffnet. Diese Aussiellung isi
sehr reichhastig und interessant. Man
iieht Hunderte donPortraits undBüsten
des unsterbtichen «Oeorge« und seiner
Rttiiitnpfer. Man sieht Kleider, die
Sashington bei seiner Jnanguratton
rag, seine Ehrensiibel seine Schnuds
abalddose, seinen Ochreibtisch; auch
Rat-ihn Washington’s Bibel; Gouver
neur Morris’ Holzbein, das er als Ge
.iandter in Paris herumschleppte; die
Fleidunq, in der Iohn Adams sich am
dose Ludwig’s XVI. vorsielltez Schnals
tenschuhe Gouv. Elinton’s von New
yorlz endlich sogar die silbernen Löffel.
oelche Washington als Hochzeitsiisei
schenleihielt, und hundert andere sitt
den Patrioten interessante Gegenstände
Eine eigenthiinrliche Sen
iung erhielt dieser Tage die medici
cische sltitheilung der Kansas-Gitter
lniversiiiit« nämlich eine Sammlung
von allerlei Keimen der verschiedenen
inftrckenden Kranlheitetu Cholcru,slat
tern, Diphtheritis u. s. to., welche aus
beriin von G. König an Dr. Tissanv
ion Kansas-Guts geschickt wurden. Die
Zenduttg kaut durch das Zollatut in
.wei großen Kisten, und enthielt nebst
sen verschiedenen Bacterien und Mikro
oen auch eine Masse der zu den Experi
nienten nbthigsten Instrumente, und ein
sehr starkes Mikrostop von ganz beson
derer Arbeit. Das Mikroskop allein
kostet Obw. Die ganze, in Flaschen
init Oelatine nrltoarirte Sammlung ist
überhaupt sehr kostspielig. Die stan
sassciiher Universität ist die dritte iin
Lande, welche eine derartige Sendung
aus Europa einführte. New York und
Philadelnbia allein besihen noch solche
Sammlungenz
Die«deiligteit der Fami
lie« in der heutigen Gesellschaft ist neu
lich in New York bei einer in einem
idotel in der Sreenwich Str. abgehalte
nen hochgeitsseier drastisch illnstrirt
war-en. Während des Schmauses starb
plötzlich die Mutter der Braut ain Derg
schiage. Die Leiche wurde in ein ande
res Zimmer geschafft, ein Leichenbei
statter gerufen, der dieselbe in aller Eile
auf einen Wagen packte und fortbrachte,
worauf die skruoeriniihltm sowie die
hochgeitsgäste in’s Speisezininier zurück
tehrten und sich’s trefflich und fidel wei
terschinecken ließe-· Uns die Frage, ob
der Todesfall nicht eine Stdrung des
Schmauses sur Folge haben würde, etc-s
wiederte der »untrbftliche« Schwieger-»
sahn, ein Herr Samuel hoff-sann, ganzs
vergnügt: »O nein,teiiieswegss Meine;
Frau nnd ich wollen uni 7 Uhr frlih nach
Philadelphia reifen. Bis dahin blei
ben wir Alle beisammen-« Nun ja, das
Souper unser Champagner waren ja
schon bestellt und — »Wirthschaft,
Dotatio, Wirthschastks sagt sa schon
heiraten
Die beini weiblichen Ge
schlechte weit verbreitete Unsiite, Nadeln
in den Mund zu nehmen, hat schon
zahlreiche Opfer gefordert, ohne daß
sich’s aber die Anderen irgendwie zur
Warnung dienen ließen. Auch Fräul.
Minnie Tahlor aus Schleif Couniy,
Ga» nahen sit-glich, während sie sich an
tleidete, geschwind eine Stecknadel in
den Mund. Unoermuthet kutschte die
selbe hinab und blieb ini Halse stecken.
Das arme Mädchen hatte schreckliche
Schmerzen auszustsxhem und als der
Arzt eintraf, fand er sie in Krämpfen
Die einzige Möglichkeit der Rettung
schien darin zu liegen, die Nabel vollends
hinabgustoßen, da eine Operation den
sicheren Tod sur Folge gehabt hatte.
Dies geschah denn auch, eine kurze Zeit
lang fühlte Fräul. Tahlor eine wesent
liche Erleichterniig, so daß man sich be
reits Hoffnung auf Genesung machte
Diese Hoffnung erwies sich jedoch leider
als trügerisch. Es stellten sich wieder
bestige Schmerzen ein, und bald daraus
starb das arme Mädchen.
Anständisches.
Es bestätigt fich, daßHerr
v. Putttniner in feiner Eigenschaft als
Donat-erbaut des Domstiftes zu Nunm
burg ans Lebenszeit in’0 preuß. Herren
haus berufen ist.
Die Berliner Maschinen
nbril Löwe erhielt von der preußischen
Regierung den Auftrag znr Liefecung
von 450,000 Stück Repetiecgewähren
für ben Preis von 21 Millionen Matt
Dr. Anton von Pakiifchek,
der neue österreichische Confnl für New-
Yerk, ist dort angekommen und hat fein
Inst bereits eingetreten. Ostv P. Eber
hnrdi, bisher Setkeiäe des constant-,
wurde znin Bier-Consis! ernannt
Die Socialdeinokraten des
deutschensieichstages beantragen zu § 19
des Invalidität-gesetzes folgenden Zu
fah: »Der Reichezufchiiß wird durch
eine progressive Einkommensteuer auf
gebracht, welche alle Einkommen von
inehr als 3000 Mark jährlich umfaßt-
Die GefaniintsEinnahineii
Englands für das ain 30.Möri abge
laufene Finanzjahr betragen 88,472,-
812 Lstr. gegen 89,802,264 Lftr. ini
vorhergehenden Jahre. Die Vermin
derung der Einnahmen ist eine Folge
der Derabfehung der Einkommensteuer,
deren Erträgniß iiin 1,740»000 Lftr.
geringer ist« als iin dergangenen Jahre.
Das preußtfchellrinee- Ber
otdnungshlatt aetossentlicht eine kaiser
liche Tabiisetsordre, wonach der neue
Jnfaiiteriefabel vom 1. Juli ad hei der
Linie zu tragen ist. Die Portepees
Jåhnriche tragen in Zukunft den Offi
zieistornifter. Eine fernere Ordre de
stiiniut, daß bei der Urtillerie die nicht
reitendeu Batterieen in Zukunft fah
rende Batterie zu nennen sind.
Kaiser Wilheliii hat dein
Illifteii Bist-arti zu dessen Geburtstage
u. s. eiuen schöne-« alten Kupfeiftich ge
schenkt, der einen Vorfahren des Fürsten,
einen Bruder feines Urgroßvatecs, dee
1697 gebotenen Domdropftes G e o r g
Friedrich v. Bismarck, darstellt
Ein prüchtiger Eichenholzrahinen zeigi
das alte Wappen des Fürsten, das
Kleehlait inii den drei Eichenblatterm
foioie die kaiserliche Widinung
Jin deutschen Neichstagi
gedachte aiu Z. April vor der Tagesord
nung der Staaiefckretar der Mariae ic
warmen Worten der Katasiiouhe ooi
Samoa. Da die Verunglticiten in«
dienste ihr Leben gelassen, fei die Ma
rineoerwaliiing nerpftichiei, das Leid de
hinterhliebenen zu milder-. Dir Red
ner glaubt nicht, daß durch das Ereig
niß die Sicherheit der Europäer in
Apia irgendwie bedroht ist.
Gegenüber den durch ineh
rere deutfchländifche Blätter gegangenen
Meldungem daß wiederum mit den
früheren Verwalter des kaiferlichen Ver
mögen-, Baron Sohn in Teffau, in Ber
handlungen wegen Uebernahaie diefei
Thötigkeit getreten worden fei, erkläri
vie «Staaten - Correfp,« daß die ge
nannte Vermögensverwaltung deni Ber
liner Bankhaus Anhalt 8: Wagenes
Nachfolger, dessen Chef der sehn-edited-
Generalcoiiful Schmidt, der Schuh
meister des Deutschen Officiervereins ift.
übertragen worden ist.
Das frlllzer durch Oel qe
ipeifte Leuchifeuer auf St. Katharinae
Point im Süden der JnfelWight ift in
Laufe des lesten Sommers durch ei
elektrifches Licht erster Ordnung erfeh
worden. Das neue Feuer-, welches jede
halbe Minute fünf Selnnden spielt,
dürfte das mächtigfte Licht dei
B e lt fein, welches dein Seefadrer
feine Strahlen auf das Meer hinaus
fendet. Seine gewöhnliche Leuchttraf
kommt einer Helligteit von 60,000 Nor
malterzen gleich; bei Nebel und dicken
Wetter foll diefelbe, unter Anfpannunk
aller Mafchinen, anf 6 Millionen Kerzen
gebracht werden ldnnen.
Ueber die Vermächtniffe
welche der Kaiserin Friedrich durch di.
Herzoqin don Galliera zugewendet wor
den find, erfährt die »N. Z.«, daß das
Legat von 6 Millionen Franks, welches
nach Adiug von Steuern nnd Lasten
noch di Millionen betrug, bereite an
die Bankiers der Kaiserin Friedrich in«
London und Franlfurt ausbezahlt ift.
die der Kaiserin Friedrich außerdem
verwachsen außerordentlich zahlreichen
Zchmnekgegenftände, wobei n. A. 80
ge riß:--lsk·rlens nilre und die auf ungetä hr
acht Mill anen Franlen geschiist werden,
sind gleichfalls den Bevollmächtigten der
Kaiserin Friedrich überwiesen.
Ein riesigee Diamant
ist bei einem Brilsseler Jan-alter zum
Verkauf ausgestellt. Der prachtvolle
Stein ist vont reinsten Wasser, 20 Milli
rneter lang, lli Msllrmeter breit« 10
Millinieter dick und wiegt 2427 Karat.
Ein ähnlicher Stein, zu den französischen
Kranjuwelen gehbrig, vurve beim Ver
lauf derselben siir 93,030 Irre. ver
lauft, wiewohl er nur 14 Karat hatte.
Der Briisseler cdelfiein flatntnt aus den
lMinen von Gallvnda und tvar angeb
! lich itn Hefttze des Kaisers Alexander ll.,.
ider ihn, untrahntt von einein herrlichen
Sterne von 137 kleinen Steinen einer
fürstlichen Persönlichkeit schenkte.
Iswei Selbflntorde polni
scher Edelleute erregen in Polen viel
Aufsehen. II erschoß fich in Leusberg
Iraf Leon Skorupla aus nnglilcklicher
lLiebe». nachdetn fich zwei Tage früher-(
here Joseph von Poszepczynati im
E sendahnzuge auf der Fahrt von Mante i
Curio nach Paris getödtet hatte. v.
Paszcepczynki stammte aus Lnblin,
hatte in Montetcarlo wiederholt grbfsere
Summen gewonnen nnd dieselben in
Paris verfubelt. Mitte März kehrte
er zunt dritten Male nach Monte carlo
zurück, verlor aber 150,000 Franken,
sein ganzes Vermögen, itn Spiel und
jagte sich dann eine Kugel durch den
Kopf.
DagCentrahhiilficontit
ftir die Ueberschntemtnten hat atn 1
April tn Berlin unter dent Vorsitz des
Dberbiirgernteiftets v. sorckenbeck die
Schlußvertheiiung der vorhandenen
Gelomittel vorgenommen. Es wurden
überwiesen: Un den Magistrat zn Ma
rienburg 3000 Mark, fiir den Elbinger
Kreis 22,(-00 M» fiir Pia-Holland 10,-
000 M , für das Peovinzml - stilis
romite fiir Westpreuizen 35,000 Ist-, an
den Oberptäfidenten von Pofen 150,000
sk» fiir den Regierungsbezirk Frankfurt
a. O. 5000 ge, sue Hinab-m aooo
M. Der Restbeftand ist fttr Gesund
heitazwecke, sowie zur Anschaffung von
Rettungawnkgengen u. f. tv. bestimmt
worden.
Jn S. Antonio di Tabe,
einein zwischen Palestrina nnd Getrag
zano gelegenen Dörfchen, hat sich Sonn
tag. den Bl. März während der Messe
ein furchtbares Unglück gugetragetn
Der Fußboden der Dorskanelle brach
kufantmen nnd die dein Gottesdienft
beimohnenden Bauern wurden in eine
Tiefe von über 8 Meter hinabgefchleus
dert. Der baufällige Zustand der
Kapelle war bekannt, aber, da die Mittel
zu einer Reparatur sedlten,-mnßte die
Kapelle nach wie nor für gottesdiensts
liche Handlungen benutzt werden. Die
Meisten haben schwere, zutn Theil
leben-gefährliche Verwundttngen davon
getragen; getödtet wurde Niemand
Der Priester, der die Messe lad, tant
atit dein bloßen Schrecken davon.
Jn der italienischen Kain
»iner deantwortete Ministerpräsident
iCiispi eine Jntetpellation, detressend
den an Giefendorf in der Eisenbahn
zwischen Genua und Bentiniiglia de
gangenen Mord dahin, daß nach dein
bisherigen Ergebniß der Untersuchung
sfeststehy daß Geisendorf während des
Schlafeo übeifallen sei. Von dein Mor
der habe incin noch nicht die geringste
Spur. Es sei nur festgestellt, daß auf
einer Zwischenstation ein Individuum
ausgestiegen sei, das ein Billet nach
Venttiniglia zurückgelassen habe. Crispi
fügte hinzu, daß zur Sicherheit der Rei
senden Polizeibeamte den Zug begleite-,
weshalb ein ähnlicher Fall seit zehn
Jahren nicht vorgekommen sei. Ei
werde die getroffenen Sicherheit«-aß
eegeln noch zu vervollloisinnen sich de
nittheiu «
Reich dein Russischen Inva
tiden ist ain 4 April ein laiierlichet
Befihl zur Bildung einer zweiten eoin
diniiten Kost-len - Division ergangen.
Die Unzahl der einzelnen Kosotenheere,
»welche in Friedenszeiten in den activen
die-ist der Teapoeiitheile treten, wird
dadurch wie folgt erhöhte Das Deer det
Donischen Iosalen nni zwei deritteni
Regiinenteiz das der subanischen uns
ein beritteiiek Regt-neun das der Tereli
schen uin sechs Sotnten, das der Urali
schen nin zwei Sotnien. Ferner wird
die Zahl der Officiere dieser Decke nin
245 erhdhL Fiir die nen zu bildende
Kohlen-Division ist iin Soininer eine
Lagerübuiig bei Tschugiijew, Gouverne
oient Charkonn angesetzt, wo alle Bedin
gungen für Masseniibungen von Carol
ier.e vorhanden sind.
Gegenüber neuerdings
iustimnden Geiüchten über Verände
rungen iui Besinan des Königs Otto
von Baiein theilen die »Munchenet
steueften Nachrichten-« auf Grund zuver
«iasitger Eiiundigungen init, dass das
sefinden des Königs ais ein andanenid
anverändertee zu bezeichnen ist. Zu
stände heftiger Erreguug, verhältnis
mäßiger Ruhe und vetvegungdiosen
Stupors folgen sich, wie seit Jahren in
« «ft Ichrosseui, von den gerade voihando
.ien Sinnestiiuschtingen aihingigein
Wechsel. Die Nahrungsaufnahuie ist
avar unregelmäßig, ader iui Durchschnitt
tut; es kommen nur vereinzelte Tage
vor, an denen der König gar leine oder
o viel wie keine Nahrung zu sich nimmt.
zwei oder drei Nachie iin Monate sind
chioslod5 sonst ist die Schlafzeit eine
inunterdrochenr. Die Zustände ver Be
oegungelofigleit währen iiiiiner mehrere »
Stunden und find in den testen dreii
stimmten etwa in vierzehn Tagen auf-;
getreten. j
Der russiichen auswärti
igen Politik ividniet der ,,Gkaiddaiiin«
einen Artikel, der sich theilweise gegen
sie tussische Diploinatie richtet. Wäh
cend nanilich die Politik des Zareii eint
iroßiingelegte Politik der «Nichtinters
ieiiiion« sei, scheine die iussische Dipte
natie ininser inebr daneben eine Politil
ver Answeichiing verfolgen zu wollen,
pelch’ lehtere Symptom irgend welchen
nangelhnfien Selbstvektrauers, Irgend
oelcher Zaicht vor irgend Jemand, it
zend welcher Abhängigkeit itnd irgeiikv
oelchcr Schwäche zeige, was Alles iin
Iedingi sich nicht vereinigen ließe iiiit
sein hohen Begriffe von Ruf-land
welcher Europa« diirch den rassischen
Monarcheiy Rnßland aber diiech seine
Geschichte und seine geistige Einheit nm
dein dasselbe leitenden Zaren beigebracht
worden sei. Dabei sei die machibeiviißte
solitik des Zireii llar wie der Tag, ou
andere Politik sei aber dunkel, unbe
iiiainii und iniiner fähig, Mißvei stand
nisse gii erieiiqesn "
sosatvgtnmms ins Dei-»Glau-
Desettem tm- m Ost-ab
Prov. Osiprenien
Kcnigsberth 30. Meg. —- Wie das
verflossen-e Jahr sltr die hiesige Jn
dustrie ein recht gutes gewesen ist, sn
läßt sich auch das laufende Oef iahk
für Industrie, Gewerbe un nn
fchast sehr gnt an. Die a a
brisen und Itsengießereien, eier
und cigarrenfadrilen n. f. w. haan libei
Manng an sustragen nicht gn klagen
Freudig begrüßt wird auch das Steige
der Preise fnr Rohmaterialien, befon
dei- Eisem wodurch ein gidüerer Umsat
und dringe-naß anch ein bisserer Gewinn
erzielt werden sann.
Brot-. West prenßein
Danzig, Z. April. — Wem-gleich di«
Weichsel in diese-n Jahre int Gan et
wenig Unheil angerichtet hat, so tressei
doch noch täglich aus den Weichfelufer
Ortschaften bdse Nrchrichten ein. S
wird aus Vohnsack gemeldet, daß, nach
dein vor kurzem bereits ein Dank dur-
Untersplllung einfiürgte, heute friih (
’Uhr das festgebante Fan- den Filchert
Uleike durch einen fa plötzlichenllferabs (
riß einsttlrzte und in die Deichsel fiel.
; Leider werden dnrch diesen Abstan noch
weitere hanfer gefährdet. Täglich gehet
größere Sendungen von Sandsicken von
hier nach den gefahrdeten Stellen- wo sit?
znin Uferschull benth werden. Auch in
Plehnendorf wird noch intnrer sit dein
reißenden Strome aelampsh Die Nagal
hat in der Drtschaft Studa große Ber
heerungen angerichtet. Zwei Damni
beliche find erfolgt, durch welche sich dai
vWaffen Init gewaltiger Strömung auf
die Ortschaft ergoß. Ein Wohnhaan
und zwei Wirthschaftdgebäude wurden
dort unterfplilt und stürzten Juni Theil
zusammen.
P r o v. P o s e n.
Posen, Z. Upril.—Der Oberbürger
meister oerdssentlicht einen Erlaß det
Oberpräsidentcn Grasen v. Zedlihi
Trüpschiey in welchem diefer zur Kennt
niß bringt, daß der Kaiser auf det
Rückfahrt nach Berlin Veranlassung
genommen habe, die schmerzliche Theil
nahnte auszusprechen, welche derselds
an den schweren Bedingnis-, in
welche ein großer Theil der Bevdlle
rnng von Posen und Umgegend ge
rathen, nehme; gnr Linderung derselben
habe der Kaiser 10,000 Mk. angewie
sen. Der Erwägung, wie dieser hausig
wiederkehrenden Gefahr notgedeugs.
werten könne, habe der Kaiser die ein
gehendfie Theilnahme zugewandt.
Besen, 4. April. — Das diesflihrigi
sochwasser verläuft sich in Pofen fehc
langsam. Die wasserfrei gewordenen
Straßen gewähren einen traurige-i Un
blick. Sie sind entweder rnit einei
dicken Schlnwmschicht bedeckt oder fbrns
lich ausgewaschen und ihrer Kieclagi
beraubt. Un anderen Stellen hat hat
Wasser tiefe Löcher gerissen, die Bürger
fteige nnterspült und aus der Lage ge
rückt. Fortgefchweninite Segenfiiindi
aller Art liegen ninher.
Prov. Born-vern.
Stettin, Zo. Marg. —- Jn unferei
Provinz Ioird nur noch von im Ganzen
68 Schnlverbanden Schulgeld erhoben
—- Zuni Ausbau der Thurme der St
Jakpdiskirche hat der Kaufmann Der
her 40,000 M. gespendet und eine gleiche
Summe zu demselben Zweck teflanienta
rifch ausgefctzh Ferner hat der kürzlia
verstorbene Fabrikant Georg Zapp dei
Stadt 10,000 M. zur Vertheilung ais
die Armen ver-nacht. —- llcn 5. Mai d.
J. feiert die Schneider Jnnung in Bär
ioalde das Fest ihres soojahrigen Be
stehend -- Für die geplante Oderufer
bahn, von welcher die Stadt Ornbon
einen großen Nutzen zu erwarten hat
.wird diefelbe für den Fall, daß det
Bahvhof Graboiv nuf dein Wiesenter
rain zwischen Graboio und Bredoio er
baut wird, einen Baukoftensseitrag hie
zur Höhe von 80,000 L. übernehmen
Prov. Schlefieer.
Breiten-, 4. theil. — Dein Regie
rungsvräsidentes sehr-. Junker von
Qbersconreut in Breslau ivnrde an-;
laßlich feines öojabrigen Dienftfubi ;
kanni- von den ftadtifcheu Behörden ein
lloresse und von der sanftfchule eine
Juviläuinsgnde überreicht, an der fict
fändliche Mitglieder betdeiligt hatten ;
Zu Ehren des Jubilars fand ein Iefts
efer statt.
Oppeln, s. Mira-Die von der
hiesigen Staatsanwaltfchsft eingelegt(«
Revision gegen das Urtheil, durch wel
ches der Rabbiner Diener in Ovoelr’
von der Untlage der Majeftüiiveleivi 1
gung freigesprochen, ift vom Reichsge
richt heute verworfen worden.
P r o v. S a ch f e u.
Magdeburg, (. April. — Ein in
Wiesvadeu verstorbener Dauptinann aue
lorgaii hat fein ganzes Vermögen its-l
Betrage von 10««),000 Mark zu eineif
Stiftung für Kinder der Unterojfijieri
des 72. Regiinents beftinunt.
ProI.Brandenburg. J
Polen-, 1. Quid-Das Sdnkhane
in Refan ist, der «Pots. Its-« zufolge,
fest in den Besip von Spiritigen über
gegangen. Das Ehepaar battcher hat
den für sie nnheiinlichen Spnkrüntnen
den Rücken gelehrt nnd sich in Sehn-ina,
eine Stunde von Steinti, niedergelassen
Die Spiriristen werden nun der th
lieh niit ihren Medien Tag und Nil-U in
ihrein Eigenthum weiter »fpnien«.
. Berlin, e. April-Nin 6. April tnird
Tdie Rennfaifon in Deutschland eröffnet
weiden. Itaf den hohen von Reisend-
Charloitenbnrq wird an diefe-n Tage
zmn erften Male der Starler die Fahne
senken. Der Sport wird in diefeni
Jahr in Berlin einen Umfang anneh
men, wie nie zuvor, denn zu den de
stehenden drei Nenn-laper Donneqars
ten, Tharlottendnrg und Weiße-sie,
wird noch ein vierter kommen, der wie
Deißenfee der Sache des Traherfporte
dienen foll. Die neae bei sestend gei
iesene Rad-Rennbahn nähert fith ihrer
Bollendnnq.
Berlin, d. April. —- ziiift Bismarck
machte gestern Nachmittag einen Spa
sierrttt ini Thieraarten Der Kanzler
tain iin Trade auf ienens Rettioege da
her, welcher dei Charlottenhof vorbei
führt and nahe der Staiion Thiersarten
in dtecharlotiendnrgercdaassee mündel.
Nach der Krenzanq diefer Chanffe ritt
der Fürst ans Neuen See entlang« die
zur i llee, welche den großen Stern kni
dein Zoologifchen Garten verbindet.
Bier bog er in der Richtung nach dein
See der Massen-Insel nach rechts ab.
der Kanzler trug Küraffierllaiforni
und — wie iin Vorfahr bei diefen Rit
ten - - eine Brille. Er faß fo aufrecht
and rüstig auf feine-n Pferde, grüßte io
unermüdlich alle die achtungsdoll dok
thn sich Neige-seen wieder. daß tin-.
cnit Zuversicht hoffen darf, das ihni auch
in dein eben begonnenen 75. Leben-.
fuhr-, nnd noch lange darüber hinaus,
en- alte Irr-me dee Gutes und Körpers
eshalten blasen tout-.
W e st s a l e n.
Vormund, I Amt-Das hiesige
Schwnrgericht hat heute den Bäcker
gefellen Karl Brennus-auch welcher in
der Nacht zum 1. November vorige-
Jahree zu hrckarde seinen Irheitgeher,
den Butter-unstet Schilling, erflochen,
,u S Jahren suchthaue verurtheilt
Schleewigiholsteitn
Mel, 3 April-Es sind hier in
die-sit aefiellt außer S. M. Tadetten
ichnlichsss Niobe noch die Schiffe der
taisectichen Marine Rot-er, Mit-Lamm
stille sowie das Totpedoboot G» leh
ceree unter Commanda det Lieutenants
k. S. Pafcheth —- Uui s. M. llrtilleriex
Zchnlichiss Mars sind 41 Cadetteu der
Rarineschnle eingeschtsst, um einen Lehr
xang durchsuinachen ; an demselben tried
steichtalle der Unterlieutenant gar See
Friedrich Bilhelni sdols cüuthey
dergog oon Mecklenhnrgsschwerin, niit
einein niilitarischen Begleiter, Lientes
aant gnr see v. Dantme theils
nehmen.
dessen-Darinitadt.
Uaing, 1. Wut-Mit dein heutigen
Tage ift die neue, bereits seit 3 Jahren
Heplante Reorganiiation des Mastiger
soligeiwesens in Kraft getreten; die
itadtifches Polizeimacht besteht nunmehr
aus einein Polizeirath, zwei Polizei
tonimissären, fttut Bachtineiltern und 70
Zchuhleuten Die seitherigen hilsss
Ichuhteute wurden mit des heutigen
Tage entlassen. Es wird sich nun bald
erweisen, inwieweit die hiermit geschaf
fene Decentraliiation des Paligeiwefeni
ich bewährt.
z « Ossenhach a.M., 8. April-Her ehe
malige, nach herritt-ten Unterfchlagnugen
Ion hier nach Amerika flüchtig ge
sungene Bürgermeistereigehilfe Kampf
sit gestern durch auswärtige Schuh-nann
ichast hier eingebracht und ini Unite
gerichtsgefängntß internirt worden.
Sumpf soll bei seiner Ankunft in Rem-
Yort wegen Iangelnder Existenz-Mel
wieder ausgewiejeu und aach Damdurg,
into er sich seither aufhielt, gutiickhsfdri
oert worden fein; dar-selbst erfolgte
auch seine sistuahoin
Mai-w 4 weih-Jn- Ulter von 46
Jahren neiftarb gestern unser Mit
oitrger Derr Buchdrnckereibeflher Jos.
Nayer IlI , der Bruder unseres Stadt
oerordneten M. M. Maher. In seinen-
Tettauient hat der Verstorbene Legate
für gemeinnützige Zwecke autgefehk Es
erhielt der Ilerzte Vereine ld,000 M»
der Berschdnerungeverein 5000 R» ter
RanuersGeiangiBerein 250 M. und den
in der Druckerei beschäftigten cehttlfen
sourden Legate von 500 bis 1060 M.
ausgesetzt Die Stadt Mainz erhielt
eine sehr werthvolle Sammlng oon
Gemalt-en der alten holt-indischen
Schule.
Haufe-Städte.
Litdech so. März. —- Der s a ri n I
hat in dieiein Frühjahr unfere Küer in
ungewöhnlich großen Zügen anfgefucht,
so daß unsere sifcher alle Mühe hatten,
die reichen Fange zu hergen. Vorge
steru tnar der Vorrath fo reichlich, daß
vie Fischer niit allen disponiblen Boo
ten aus Traneniiinde, Schlutug, Both
aiund und Niendaif erfchieneii und die
daringe niit großen Dolzfchanfeln aus
den Booten zum Verlauf auefchdnfteir
Für 10 Pfg. erhielt Jedermann ein be
iiedig großes Oesß bis zur Größe
eirtiles Bassereiaiers mit Fischen ange
fii t.
Hamburg, 2. April-— Das Johannis
klnfter, eine aus alter Zeit bestehende
Stiftung, verdffentlichte kürzlich ihre
Ihrechnung. Das Kloster ift eines der
reichsten in Norddeutschland und hat ein
capital von ea. H Millionen Mart
Die Anfänge des Klosters gehen auf
Idolf iV. von Schau-thun. Unz, za
:iick. Jn dein Kloster erhaltensittwen
und unverheirathete Töchter besserer
Stande Wohnung, oder wennfolche nicht
gewahrt werden kann, eine reichliche Das
ration. — Ihre Diamanthochzeit feierte
das Ehepaar Dachdecker Appelt Di
anilare erfreuen sich noch einer seltenen
itiiftigleit, derMann ist 84. die ehrwür
dige Matrone 82 Jahre alt. Beide ha
ben ins hiesigen Schröderftift ein behag
-icheg Unterkommen gefunden. Der Kai
fer verlieh dein Judelpaar auch die fil
oerne Sheiudilauniersedaillr.
Thllringen
slteiihurq, 1. sum-Herzog Gruft
non sltenhurg hat zuin nyfhäufcr
KaifersDenlnial 1000 gefpender.
Königreich Sachsen.
Leipzig, Z. April. —- Ein Ausschuß
cnit dem Division-predig« Dr. d. Trie
zern an der Spihe hatte beini hiesigen
Nagifirat uin Bewilligung der Kosten
,ar Errichtung von Oedenitafeln dii
St. Thomaslirche nachgefncht, auf mel
chen die Namen der iin Kriege 1870———
s71 gefalle-sen Söhne der Stadt Leipzig
Herzeichnet werden fallen. Die Stadt-
Toerordneten find dene Befchlnffe dee
Magister-E fiir den gedachten Zins-a
3000 M. aus städtifchen Mitteln zu de
-.nilligen, einstimmig deigetreten.
chenmilL 4. IpriL — Die unmittel
bar neben dem sahnhcf Niederwiefa
stehende große Dampfniühle ift gestern
Nachmittag durch Feuer vollständig zer
ndrt worden. Das Feuer full durch
Seldstentziindnng in der Reinigung--
mafchine entstanden fein. —- Bei einen-
Ball in Mesrane stürzte plöhlich eine
der Tanzerinnen , eine verheirathete
Frau, unter Kraut-feit phnniächtig gn
saden und war einioe Augenblick- dar
auf tadt. Wie flch herausstellte, hatte
die Dante fich sehr eng geschnürt.
s a i e r n.
Darlehn-, (Oberhaiern), 80. März
deute erfolgte der Dutchfchlag dee
13,000 Meter langen Manchem-Stol
lens, des längsten nach dene Gottharlp
cunuel, an welchem feit 25 Jahren se
arheitet wied. Durch denselben werden
vedeutende Kohlenlaqer aufgeschlossen.
München, 1. IpriL — Der Nachricht
über die Gründng eines neuen Theaters
in München ist hinzuzufügen: Herr
örackl vom Gärtnertheater foll die
Sache hauptsächlich in Fluß gebracht
haben. An det- Unternehtnen wird sich
derr Seht-saht betheiligen, jedoch nicht,
rote anfangs verlautet, seit etner Mil
lion, fonvern mit einem geringeren Be
teksr. Der für das Theater vorge
fchlasene Bat-plus au der Orientier
ftrafze ift etwas klein, würde aber eine
großartlge Anlage ermöglichen, wenn
die Mittel vorhanden waren, das au·
grenseude Ireal der Marien-Anstalt
dazu zu ertoei ben. Weiter find als Bau
plahe angeboten eine große unhebaute
Fläche an der äußeren Karlsstrase un
weit her Dachauerstraße, und außerde
das tiefe Bleibenhaukfche Unsefeu in
der Briennersttoße nahe den Prophy
löen —- Jn einer Studrutenwohnnng
an det Disnecinaße in München schoß
Abends eine Binnienmcherin aus Eifer
sucht auf eine eben dort wohne-de Mie
eheein init dein Revolver. Sie traf die
linke Wange, die leicht verleht wurde.
Alsdann feste sie den Revolvek an die
eigene tzchte Schläfe nnd brachte sich eine
leben-gefährliche Verlegung bei.
München, 2. sprit. —Die Regisseu
totsfeau Koll- ( in der von der Tann-
Itmße wohnend) schoß-heute Nacht in
Folge ehelichek Diisidien mit ihren- Re
volver 3 Mal auf ihren Man-, welcher
schnee- verlekt wurde. Die Frau ist
verhaften
Mir-bers, Z. April-Ul- cukiofmn
iei erwähnt. das der hier verstorbene
Sicvikqplein Zentner vol-gestern, etwa
esse suche mich feinen- Toise, zum
sank-status in Reihener a. T. ek
nannt worden ist Die Heeren ini
Knliiisininisteriuni zu München schei
nen ganz vortrefflich stets »auf dein
Laufe-den« sit sein.
saden
Karl-ende, Zo. März-Der Erb
großherzog ist zum Oberst und Kom
inandeur bis in Freiburg garnisoairens
den Jnfanterioiieginientt ernannt wor
den. — Zur deutschen Uusstellnng von
Erzeugnissen und Bevarseartikeln der
Backerei. conditorei und verwandter
Gewerbe, welche bekanntlich vom Il.
bis 18. August hier statisiadet, hat die.
Großherzogin als Proteltorin des Un
ternehmens einen Potal gestifiet Wei
tere chrengaven von Sinnlichkeit-n und
Vereinen stehen in sussicht. — Gute-n
Benehmen nach ist der Bau der Bahn
»von hier nach Oetigheini nunmehr voll«
ständig gesichert und wird voran-dächt
lich mit den Arbeiten dieses Frühjahr
noch begonnen. such bezüglich der
Strecke Heda-Karlsruhe ist Aussicht
auf eine befriedigende Lösung vorhan
den. — Va- PoktlanbscetnentsWerl
von Schieserdecker ä Söhne in Heidel
berg ist auf eine leiengesellschast über
egangen. Das kapital der Gesills
Haft beträgt Zj Millionen Matt in
sttietn Zuin Borsigeaden det Rus
sichtsraths wurde Dr. Rudolf Deut-ach
hier gewählt —- Dus Etahlissement
»Gott-euer Römer« in Heidelberg ist
von den Eigenthiiinern cebrüver Wall-
Inann an den Posainentier L. Eckert
verkauft worden. Der Häuser beab
sichtigt, die Raume theils zur Erweite
rung seines eigenen Geschäft-, theils
gar Anlage e-.ner Beimoirthschait zu
oerioerthen. — sei-n Kaiernenbas in
seht brach ein Oerüsi nnd sechs Arbei
ter sielen aus der Hohe des zweiten
Stockesertes herunter. Zwei der irg
teren wurden sosort getödtet, die vier
anderen schwer Kerlen Die beiden Oe
tödteten waren in Straßburg wohnt-ask
Reinheit-, 1. April. —- Bor einiger
Zeit wurde in Weinheim bei Mannbeini
ein aus dein sog. Wachenberg stehet-des
Pulver-Magazin in die Lust geh-sengt-
Es stellte sich später heran-, daß ein
junger Bursche Namens Schiel die That
muthwilliger seise verüvtr. Derselbe
hatte sich jest vor dein Schwurgeråcht zu
verantworten und wurde zu 1 Itin 6
Monaten Gefängniß verurtheilt.
Konstanz, 4. April-Die Konstanzer
Zeitung erfährt, daß heim hiesigen
Luni-gerächt gegenwärtig ein Christ-ei
oungsprozeß gegen den samoanischen
Minister Brandeie schwebt, der früher
Ojsizier der badischen Armee und eine
zeiilang in Stockoch ansang gewesen
war. Die Mage, vie von der aus Frei
outg geburtigen und dort wohnenden
Frau des Viondeiz erhoben ist, wurde
dem Bellagten von hier aus such Upia
zugestelli.
käute-berg.
Stuttgart, 1. spät-Hier vollzog
Prinz Des-nun von sein-at die kut
hüllung der in den Anlagen der Neckar
stkqße vor beut silbelnpalais mich
teten Deukwäler für Pisa-tet III
Roltkr. (Uarmorbüsteu auf dunkles
Sockel von Dom-both Der Enthüllasg
:giug eine Ieslichkeii ist Königskost
voraus.
clitßssothringeu.
Straßburg, 1. spric. —- Vie der
Straßburg-r Post aus erster Quelle ver
bürgt mitgetheslt wird, hat tet kaise
gelegeutlich einst Gespräches sei-se feste
Absicht geäußert, wenn irgend thut-lich
noch in diesem Sommer das Reichsiud
zu besuchen, für dessen Wohl et sich aus
pas Weint-sie interessnh Ueber den
Zeitpunkt steht allerdings noch nichts
fest.
Desterteich - Ungern.
Bien, 31. März. —- Jts Secirsocle
des Prof. Toldt eteignue sich gestern
ein eigenartiger Unfall. Der Assistenzs
atzt Dr. Dei Rofa trank one Ukvvei
sicheigkeit anstatt des bereit gehaltenes
Glases Wassers ein Clo- mit Catili
matlöfuug, welches ol- Jnjektioasmus
tel für anatomier Btåpatate dient.
Dr· Rofo bemerkte fofokt vie entfepliche
Verwechslung und tief um Hilfe, wor
auf Professor Toldt nnd Dr. Schutt-h
die is Nebenau-ne entsendet-, herein
stürztem Sofort wurden Gegenst-Mel
gesehn-, hauptsächlich Milch, Ioosos det
Vetqtftete 16 Ltm naht-; es trat Er
bcecheu ein, fo das die ärger cis-Mr
abgewendet wol-. Man hofft den Arzt
os- Lebea erhalte- zu könne-.
Mem-, 4. April. — Ja den aöckftsn
Tages wird Herzog Dr. Karl Idee-vor
oos Sofern mt fes-er Inn-me in Metas
eintreffen. Er omo feine ungereim
liche Thötigkeit biet wieder aussehn-seid
S ch II e i s.
Züeich, 31. März-Der erste größere
Lateine-fian as der Gotthqrddolm in
diesem Winter erfolgte en- 28. März.
Um Donnerstag Vormittag gis-g im
Luftloch-hole zur-ichs kenn Bavnhof
Erstfeld eine Lan-ist nieset-, welche die
dortige Eisenbahnbrücke unt sich iottriß
und in die Reui warf. Das Mauer-
Iverl blieb unveichådigi; die Mächtig
teit der Lateine auf der Bahre beträgt
10 Meter Breite nnd 3 Meter höhe.
Die titles-te musieegiltiqe Organisa
tion der Bahabetvachung as der isoli
hqrdbohu einerseits nnd die Weichheit,
sit der eingetretene Betriebsstörungen
as diefer Bahn gehoben zu werden
pflegen. verdiene- gleich »ier sanken
ruurp — Die Sendung des Herri-
Trachsley eidsevöfsiicheu Justiz Sesse
tilr0. zur Untersuchung der Bomben-
Issaire in Zurich, ist durch Wunsch nach
rascherer Berichterstattwg begründet
Was bisher Polizeshauptmann Fischer
ermitte!te, war nicht der Rede treuh.
Matt ter-u auch von eine-u mrkcpptea
Sozialdemokraten, wie dem Ziiricher
Polizeibeamte-arm Mel-er, rscett sitt
verlange-, daß er die verwandten Grup
pen der Aue-ewiger und Rihilifleu erst
Messer tiefere.

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