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Der Lecha Patriot und Northampton Demokrat. (Allentaun, Pa.) 1839-1848, October 11, 1847, Image 2

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Patriot und Demokrat.
Alltittaiin, de» l l ten Octvder, 1847.
M eric o.—Von Merico sind seit niise
rem letzten Blatte keine besonders wichtige
Nachrichten eingetroffen. Die letzten Berich
,e waren Mexikanische, und ließen Getttral
Scott und seine Armee in dcr Stadt Meri
co, und zwar im Capitolium, und Santa
Anna ausserhalb der Stadt. Die Wahrheit
N, daß nichts Bestimmtes, hinsichtlich der
Position unserer Armee bekannt ist Jedoch
bevor lange werden wir im Stande sein un
sere M/davou in Kenntniß zu setzen.
M a r y l a n d. Bei der letzte Woche
im Staat Maryland gekaltenen Wahl, ha
ben die Loko Fokos ihre» Gouvernör mit ei> >
ner kleinen Mehrheit erwäklt.—Beide Zwei
ge der Gesetzgebung sind aber Wkig—auch
'kaben die Wkigs zwei Congreß - Mitglieder
gewonnen -Dies ist um so erfreulicher indem
es nun eine ausgemachte Sache ist, daß wir
eine Mehrheit in dem untern Hanfe der Na
tional Gesetzgebung habe» werde». Viele
bisher, in Bezug aus den Krieg, verschwiege
ne gebliebene Vergeben werden durch diese
Thaisache ans Tageslicht kommen.
Dep esche n. Der Savannah Re
publikaner vom vorletzten Samstag sagt :
"Wir vernehme» von einem Passagier der
den Riegelweg herunter kam, daß ei» Depe
schenträgcr durch Atlanta von Geu.Scoll's
Armee p ißirle, der dem Bericht der Todes
fälle der Generälen Worth, Smilh und Pil»
low widerspricht." '
Col. neulich als Gouvernör
von Vera Cruz starb, hinterließ dem Cauniy
Edgecomd, in Nord-Carolina, in seinen, Wil
len, die Summe von vierzig tausend Thaler
für den Unterhalt der Armen. Er war im
ganzen Staat hoch geehrt, und verließ seine
'Heimath im Wohlstande um sich in den mili
tärischen Dienst zu fugen. Er war 60 Jah
re alt.
Tod von Lieut. Twiqqs.
Der Todesfall dieses jungen Offiziers wird
in den Philadelphia Zeilunge» angezeigt, wel
che Stadt er neulich verließ und »ach dem
Kriegsschauplatze eilte. Er half drei Tref
fen mit den Guerillas mitmachen, in welchen
er sich als ein gallanter Offizier zeigte, fiel
aber in dem letzten Sein Vater, Major
TwiggS,"befindet sich jetzt bei Gen Scott und
seine Mutier wohnt bei Philadelphia.
Der Memphis, Ten» , Enquirer vom 17.
vorigen MouatS sagt: Die vorsätzlichste und
kaltblüihigste Mordthat wurde gestern Mor
gen an der Person von Samuel P Wright
ausgeübt, indem er vorsätzlicher Weise unter
seiner eigenen Thüre niedergeschossen wurde.
Der Thäter wnrde sogleich festgenommen u.
wird hoffentlich sei» verdieiiierLohn erhalten.
Gen. Gaines sa<jt, daß wen» fünfzig tau
send Man» im Beginne des Krieges in Mer
ico gesandt worden wären, hätte es nnr ei
nen dreimonatlichen Feldzng gegeben.—Dies
war gerade auch den, tapfern Gen. Scott
sein Plan, allein Herr Polk dachte anders.
DaS Ohio Staats Journal meldet, daß
bei der neulich zu ColunibuS gehaltenen Fair
der Horiieuliural Gesellschaft, zur
Schau ausgestellt waren, die über ein Fuß
im Umfang maßen, und 14 Unzen wogen.
Man sagt daß der President der Vereinig
te» Staate» acht neue Regiment? »nverzüg
lich in d?n Di?nst rufen werde. DicS hätt?
schon längst g?schehen sollen.
Unsere Freiwilligen in Santa Fe.
Santa Feist ein wahres zwei»?S Sodom.
Di? Li?d?rlichk?it und Sitt?nlosigkeit beider
Geschl?cht?r ist b?>spi?lloS; man glaubt, man
sei unter Thi?re v?rs?tzt, dl? nur M?uschen
fnrcht angenommen haben, um die Mensch
veit mit Schande zu bedecken. Es ist wahr,
,S gibt noch Offizier? nnd Soldat?» in Ob?rst
Pric?'S R?gim?»t?, di? Männ?r von Ekr?
sind, und di? sich von d?m widerlichen Bei
>pi?l?, das jhn?n üb?rall rntgeqen grinzt,
nicht haben anstecken lassen ; aber leider!
haben die M?hrzahl d?r Osfizi?r? und Sol
dat?« hier mehr als ihren Gehalt verlumpt,
und diese Leute sind nun ein wahrer Schand
ifleck für Amerika ; wenn sie nach ihrer Hei
math zurückkommen, reif für das Zuchthaus.
D>? Verantwortung f.ir diese Ansschwei
snngen der Soldaie» lastet auf Oberst Price,
der d?r Z»g?Uosigk?it s?iu?r Unt?rg?benen
-keine Schrank?» setzte.
Boston, Sep. 11.
Dies? Woche verkündet?» die Anschlagezet.
tel ,n Boston, daß eine große Curiosiiä», eine i
Tochier des himmlischeu RelchS, im Tre>
«iiont Tempel zu sebcn sei. Der Name der
ijiiiigen Chinesin ist Afong Moy ; si« zeichnet
»sich durch ihr?» sekr netten kleine» Fuß aus,
t»r kaum so groß, als der ?,n?S
K>nd?s ist. Die Halle wo,», sich die Toch
.»er des Reiches zriftt, ist ge
lchi«ack»oll uud Nttl chinesisch?» Merkwiirdlg
-keilen geziert, «nd gewäl'rr ?!»?n s?kr nobeln
Anblick. Di? Dame ist 25 bis 27 lakre alt,
sekr corpnlenr und in praa lvollcr ctnnesischer
Tracht gekleidet. Besonders merkwürdig ist
?,» kostbares, prachtvolles Kleid der Ckine
<«», dasselbe wird auf4oM>o !kalergeschätzt
An demselben sind die kostbarsten Spitzen,
«reiche Goldstickereien, der fcinste weiße Sa
tin »nd geniale angebroch»
Kleid muß eiiie,j.>krelan.ic Arbeit »nd
größie Mekliicklichk.'it erfordert Kaden. Ans
ls L der Cdi»?sin selbst, ist dieses Kleid di?
Seltsamkeit welch? man dort sieht
Wahldericht von Lechs Cnnnty, Octoder 12.
" » <N V " Ä ? S tZ 'Z'
Z- Z Z
Distrikte: ° . Z- ? - KFZ s
» -»«S. . .
282 180 l?« >!N I7Z 15» kXZ IV3 IN2 148 12» 345
F. R- Schunk, 2»l) 146 216 182 203 ZV7 304 255 217 67 I6Z 155 70 0000
Eanal-Eomviißioner.
»Joseph W Patton, 267 K 7 'B2 123 186 167 000 »0 15» 103 143 131 3N 0000
Morris Longstrelh, 296 14» 237 183 201 210 000 254 24» 67 158 153 70 0000
»Edward'Kokler, 308 IN» 191 128 187 197 164 »I 162 102 142 12» 33» 0000
Butler, 272 101 16» 120 187 158 15» 91 155 97 141 12» 3,7 0000
Peter Banman, 275 145 231 183 203 178 306 2il 218 67 163 15>2 77 0000
Samuel Marr, 255 142 21» 170 203 203 27» 24» 22» 67 164 151 «0- 0000
Scheriff: t'
*Meo. Wttkerhold, 273 ,32 192 118 I»4 16» 165 100 167 98 153 136 323 0000
Charles Ihne, 283 121 224 188 200 Ig» 2»8 231 237 71 14» 146 »1 0000
Huber? " 223 54 156 85 168 ?64 162 115 167 »7 1-09.127 317 0000
Joshua Hanse, 345 ISS 251 21» 20» 205 2»6 220 236 70 136 154 7» 0000
° ?ohn Lichtenwaller, 267 000 219 00 188 185 161 205 000 105 000 150 000 0000
Isaac Trorel, 284 000 163 000 19» 14» 2»7 126 000 65 000 131 00 0000
IvhN Blank, 306 000 000 000 000 000 000 000 000 00 oij» 152 00 0000
258 000 000 00 000 000 000 00 000 000 000 000 000 0000
«William Hecker, 253 000 000 00 000 000 000 00 000 000 M>o 000 000 000«
Skarles L Nenhard, 276 000 000 000 000 000 000 000 000 00 000 000 00 0000
Charles Hittel, 268 000 000 000 OOO 000 000 000 00 000 000 00 VOOO
-lam'esW Kuller. 253 000 000 00 000 000 000 00 000 000 000 000 000 0000
»Amos Ettinqer, 264 000 000 00 000 000 000 00 000 000 000 000 000 0000
*Ely Siecke! 248 000 000 00 000 000 000 00 000 000 000 000 000 0000
lohn D Stiles, 295 «XI 000 000 000 000 000 000 000 00 000 000 00 0000
Stephen Bürger, 267 040 000 000 000 000 000 000 000 00 000 000 00 0000
Peter Heller, 281 000 000 000 000 000 000 000 000 00 000 000 00 0000
»I»Die mit einem Stern (*) bezeichneten Herren sind Wkigs, und sind auch alle, mit Ausnahme des Commißioners geböte«.
Northamptvn Taunschip.
Gouvernö r—Jrvin, 47
Schunk, 4V
Ca n a >-C oMiß l o n? r—Patton, 43
Longstreth, 4L
A sse m b l y-Kokler, 47
Butler, 47
Marr, 43
Bauman, 45
Scherl ff—W?»h?rhold, 4t!
Ihne, 4»
Schatzw eiste r—Huber, 3ti
Hanse, 5V
CommißioN? r—Lichtenwaller, 47
Trorel, 43
Armendirekto r—Schmidt, 44
Blank, 37
A u d i t o r S—Gehman, 47
Hecker, 47!
Nezzhard, 44
Hiltel, 44
T r u st i e 6—Füller, 45
Etting??, 45 >
Stecket, 45'
Stiles, 44
Bürger, 43 >
Heller, 41
Vom Rio Grand Thale.
Höchst wunderbar ist die Rettung des verlo-!
Ren geglanbtenDragoner Dctachcmenls unter -
Capt Bahlor welches am 15len August wokl-
behalten von Monterey auS zu Camargoein-!
traf. Capt. Baylor zur Aufsuchung von Ban
diten comniandirt, die kurz zuvor die Wagen,
züge geplündert halten, visilirte vergebens
verschiedene RanchoS in der Nachbarschaft der
Straße, bis er zn Las Tablos am Salmas»
fluß eine bedeutende Quantität gestohlene Gü
ter und eine kleine Summe
Geld fand. AlleS wurde auf Maulthiere
gepackt, die Rancho verbrannt und verschiede
ne Merikaner als Gefangenen fortgeführt.
Nnr einige Meilen von der Rancho entfernt,
aiif der Rückkehr nach Monterey, sah sich
Capt. Baylor plötzlich von 300 Lan
zierS umringt, und bei dem Versuche, ei»
Dickicht zu gewinnen, welches zwischen ihm
und dem SalinaS gelegen war, verlor er 4
seiner Leute. Im Dickicht angekommen, ließ
er seine Leute absitzen und zu Fuß fechten
und tödtete 15 Mann von den chargirenden
Lanziers. Da eS unmöglich war, sich gegen
den bei weitem überlegenen Feind durch;»-
fechte», so wurden Pferde, Gepäck u. Gefan
gene zurückgelassen, die RängerS kletterten
einen beinahe senkrechten, mehr als 5» Fuß
tiefen Bluff hinab, ginge» über den Fluß,
und erreichten auf weiten Umwegen Monle
rey, wo sie von Neuem beritten gemacht wur
den, und auf solche Weise wieder nach Ca>
margo zurückkehrte».
Der mexikanische General Torrejon muß
mekr Leben Kaden, aIS eine Katze Bei Pa
lo Alto sollte er von einer Kariäischenkliqel
getödtet worden sein ; bei Monterey wollte
ikm ein Teraner daS Lebenslicht
sen Kaden ; bei Buena Vista sah ein Jndia !
na Freiwilliger den tapfern Torrejon, mit
einem Bajonette durch den Oberleib, todt im
Sande liegen ; bei Cerro Gordo wurde sei-!
»e Leiche auf dem Schlachtfeld? gesunde» ;
bei Contreros hat ihm eine Kanonenkugel
den Kopf abgerissen ; und nach der Schlacht
von Churubusco liefer mit heiler
Hautdavon. Sollte Torrejon nicht
" der ewige Jude" sein ?
Eine interessante Banknote wurde neulich
in eine Neu Orleans Bank cingezaklt. Es
war eine >l>N Tkalernote der Louisiana St.
Bank. Auf ikrer Rückseite stand : " Dies
ist die letzte !<XI Tkalernrte von SiI),UM,
ivelche mir mein Vater kinterlassen Kai; und
ivol in ist das Meld gegangen? Ich kabe eS
in Spielkäusern, in Kneipen nnd in Bordel
len verschwende» ! Sollte diese Not? irgend
einem junge« Manne »n dn Hände fallen,
möge ikm diese Note zur ji «er.ung die
nen, schtecii«? Mesellschaft zn siiekem. Ich bin
v.rloi<«, r,ttung«toS verloren !"
Der Verurtheilte nnd sein Wachter. I
Es ist bekannt, daß in den türkischen Lä»> l
! dern die Bäcker, welche zn leichte Waare lie«
! fern mit einem Ohre an ihre Hauothur an» /
! genagelt werden. Vor Kurzem geschah dies
auch einem in Cairo, »nd »»fern von ihm saß
ein Soldat Schildwache der rnkig seine Pfei
ls? dabei rauchte. Der Reisende, der die
> Sache erzählt, blieb dabei stehen nnd hörte
Gespräch zwichen dem Bäcker und
! dem Soldaten mit an. "Bruder" sagt der
, Bäcker, "unser heiliger Prophet hat ein Ge
! setz gegeben, welches uns gebietet einander
beizustehen." Die Schildwache rauchte wei
ter, ohne zu antworten. "Bruder," fnhr
der Bäcker nach einiger Zeit fort, 'hast du
mich gehört ?" Die Schildwache blies eine
große Rauchwolke von sich. "Bruder,"-setz
re der arme Sünder in einem kläglichen Tone
hinzu, "lege mir einen Stein unter die Mße
»nd ich gebe Dir einen Piaster." DiiiPrmen
Sünders die man so straft, werde» nämlich
so hoch mit den Ohren angenagelt, daß
nur auf der großen Zehe stehen können. Die
Schildwache schwieg noch immer. "Ich gebe
zwei Piasters, drei, vier." "Zehn," sagte!
endlich der Soldat. Der Bäcker kämpfte
! lange zwischen Schmerz nnd Geiz, endlich
laber gab er die zehn Piaster und der Soldat
schob ikm einen ganz kleinen Kiesel uuter den
Fuß, worauf er sich rukig wieder kinseyte
und weiter rauchte. "Bruder," begann der
! Bäcker von Neuem, "ich fnkle »ichis unter
meinen Füßen "-"Zch habe doch einen Stein
hingelegt," antwortete der Soldat, "freilich
einen im Verhältniß zu der Summe, die Du
mir gegeben hast ; gieb mir zwei Thaler und
ich lege dir einen Stein unter die Füße, der
so schön ist und für Deine Lage so gnt paßt,
daß Du selbst im Paradiese Dich «ach der
Stelle hier an Deiner Thür seknen sollst."
—Der Schmerz, den der Bäcker empfand,
mochte groß sein, den er gab die Thaler und
der Soldat schob ikm nun einen paßenden
glatten Stein unter di,e Füße, so daß er ohne j
Schmerz dasteken konntc.
Der Scharfsinn der Ratten.
Der Scharfsinn und die Bekutsamkeit der
Ratten sind beinahe sprichwörtlich geworden,
»nd verdienen auch alle Bewunderung. Ei
»e Aneedote, deren Wakrbeit der Erzäbler
verbürgt, vermag diese »och in ei» »äkeres >
Licht zu setzen.
! In einer Sseisekammer stand eine offene
Kiste, in welcher mehrere Flaschen feines
Provencer - Oel aufbewakrt wurden. Als
man eines Tags eine davon kolen wollte, be»
j merkte man, daß das Stuck Blase, dießanm.
wolle, »nd der Kork, womit die Flasche ver- '
schlössen war, feklten, nnd ein großer Tkeil
des Oels ebenfalls ans der Flasche ver-
schwnnden war. Man verwahrte diese aufs
! füllte die Flasche wieder anf, und stell
te sie an ihre» vorigen Ort Am andern
Morgen aber war zum größten Erstannen
des Eigemkülners der Stöpsel von Nenem
> entfernt, und die Flasche wiederum halb ge
leert. Man wiederholte denselben Prozeß,
suchte aber diesmal zn erfahren, wie diese?
unbegreifliche Verschwinde» des OelS wohl
!zugehe, nnd beob'.chlete von einem Neben
,immer auS die Kiste durch ein kleines Fe»
sterchen. Als Alles wieder rukig geworden
war, sah man, wie niekrere Ratten in die
Dste drangen, den Stöpsel ebenso knnstge.
recht als mnkelos entfernten, alsdann ihre
Schwänze in den Hals der Flasche steck en,
nnd beim Herauszieken das Oel ableckten,
das darin hängen geblieben war.
E > n t k e Ii r e s W ? 112 p ? n n ? st.— !
, Zin gewisser W>ll>clm Simmons in Tagka
> mc, N ?!, fand unter, dem Dache seiner
> Scheuer ein großes Hornissen - Nest, Er
, wollte dasselbe zerstören, band <i»c» Schwe
> felfad?» an eine »lange Stange, znndeie ten
, qad?n an »nd die!« ikn nun nnier das Nest.
- llngtnckllcherw.ise fieng aber a«ch die Schen
> ne »lid bruiinre »111 »Krem ganze» In-
K..U? nd. Der Schaden d.iäufi sich auf ».!
Ein Mann lag auf dem Sterbebette. Als
er merkt?, daß sein letztes Stündlein sich na
het?, svrach er zn seiner jungen Frau: "Li?-
jde Liese, dn siel,st, dag ich sterben muß. Wir
Kaden keine Kinder, ich habe daher dir Hans,
Feld und Alles, was ich hab?, vermacht.—
Eins aber hab? ich vergeße». weil man in ge
sunden Tagen nicht an alles denkt, was ei
nem auf de», Todbeit? einfällt. Ich w»n,
sche nämlich, daß du »ach meiner Beerdigung
unsern fettesten Ochsen auf den Markt trie
best und das daraus erlöste Meld au die Ar
men vertkeiltest, damit sie fiir mich beten,
und Gott Barmherzigkeit mit mir armen
Sünder hat —Willst du mir das verspreche»,
liebe Liese?"
Die Frau versprach es unter ta«s?ndThrä
nen, und nun starb der Mann rukig.
Gleich nach seiner Beerdigung erinnerte
sie sich seines letzten Willens. Sie zog ih
ren fettesten Ochsen aus dem Stall ; als sie
ihn aber so betrachtete und überlegte, was
für ein schönes Stück Geld sie daraus lösen
könnte, dauerte er sie. Indessen der gute
Mann hatte es gewünscht, nnd sie halte ikm
! ihr Versprechen gegeben, das nun gehalten
werden mußte. Sie war »aber kurz resol
virt, kleidete sich an, »nd machte sich-yiif den
! Weg. Ehe sie aber ging, fing sie ia. Hl>rem
Hübnerkof einen Hakn, band ihm Höste und
Flügel und hing ihn dem Ochsen an die Hör.
ner.
Sie durfte auf dem Markt nicht lange war,
ten : es kam ein Buti'cher, dem der schöne
fette Ochse in die Augen fiel. "Was soll er
gelten ?" fragte er, nackd-m er ihn um und
um angegriffen hatte. "Der Ochse ist wohl'
seil,,' sprach die Fran, "aber er wird nicht
okn? den Hakn verkauft. Der Ol 6 kostet
nicht mekr als sechs Tkaler, der Hakn aber
gilt achtzig Thaler, und davon geht fei» Cent
ab." I
Der Bntscher dachte, die Frau sei nicht
reck>t klng, aber es blieb dabei: er mußte den
! Halm mit achtzig Tkaler bezaklen. und be,
kam dagegen den Ochsen für sechs Tbaler.
Vergnügt über ikren Handel, ging die
Hran mir dem Gelde »ach Hanse Unter
wegs begegneten ikr mehrere Bettler; sie
theilte die sechs Thaler unter sie ans. nnd so
war der letzte Wille ikres ManneS erfüllt.
j N? » Orleans Städtische Neuig
keilen giebt es jetzt nicht viel Die Sterb-
lichkeit der Stadt erinnert die Lenle au das
Gesetz : Friede ist die erste Bürgerpflicht."
Jedoch einen Vorfall können wir nicht unier
lassen zu publiken. ES kam nämlich ge
stern Jemand zn uns in die Office nnd er
zäklte, eS seien auf einem der kiesigen Kirch
köfe einige Särge noch nicht versenkt gewe
sen, aIS die Sonn? schon koch am Horizont
stand. Durch die keißen Straklen wäre ei>
ner der Deckel von den Särgen geborsten,
nnd zum großen Erstannen der Anwesenden,
sei der Tottgeglaubte aus dem Sarge gestie
! gen und habe die Arbeiter gefragt, was sie
thäten
Mordete ihre beiden Ehe
männer -Ans dem Enmberland "Mouu
taineer" ersekeu wir, daß ein Weib, Namens
Frey, die der Tkeilnakme an dem Morde ikr
es frukeren Ekemannes (H. Frey) im obern
tkeil? von Allegkany Co, Maryland, vor
etwa drei lakren angeklagt war, u»d für
welche Tkat, William S. Crise am Galgen
starb, vor wenigen Tagen zurück ihrem zwei
teil Ei emann in Pennsvlvanien, nake der
Murylandl n e, ermordet, indem sie ihm. wäk
rend er schli.f, kochendes Blei in die Okien
goß. Die Verbrecherin wnrde festgenommen
u sieht ihrer Strafe im Gefängniß? entgegen.
Selhstmor d. —Am vorletzten Mon
tage beaieng HenrvOsterstock, wokn
kaft in Forks Taunschip, nake bei Easto»,
Selbstmord, indem er sich aus einer kiesigen
Slvetbeke G>s« verschaff,? Osterstvck kinter
läßt ei e Familie mit 4 Kindern, und war
?,»>.,? 40 lakren alt Die Uisach? diese«
Selvstinortes 'st unbekannt.
Von unserer Armee.
Von General Scotts Armee.
Am Bteu September griff Gen. Scott die
i Mükle des Rey (die KönigSmiikle) an
dieselbe liegt hart bei Ehapultepec. Nach
merikanischer Angabe soll unsere Armee nach
beispiellosen Anstrengungen, mit einem Ver
luste von 400 Todten und 6 bis 700 Ver
wundeten, nach Tacubaya zurückgetrieben
worden sein. DaS Boletin versichert, dag
diese Schlacht die blutigste und erbitterste des
ganzen Krieges gewesen sei. Dieser meri»
j kanische Bericht schließt also:
! Um 10 Uhr fing der Feiud an, sich zurück«
zuziehen- Um 2 Ukr Nachmittags zog er
seine Truppen von Tacnbaya zurück, und
räumte die beiden Punkte, welche er besetzt
gehalten hatte. Nach Einigen sprengte er
das Haus des Mala in die Luft ; nach An
der» wurde dasselbe von einer Bombe, von
Chapuliepec ans, zerstört. Es ist nnr allzu
gewiß, daß dieser Kampf weit hitziger und
blutiger war, als der bei CbiirubuSco. Der
Verlust auf beide» Seiten ist noch nicht er
mittelt. Die Merikaner traten ihren Rück»
z»g »ach Ckapultepcc au. Unter ten geblie
benen Mexikanern sind Gen. Leon ; die O»
bersten Balderas, Huerla und Gelati, und
der tapfere Capitän Mateos von Puebla.
Nach einem mexikanischen Privalschreiben
wurde» Capt Riley und die übrige» Glie
der der Legion des St. Patrick vom Kriegs
gerichte zum Tode verurtkeilt, u»d nachdem
General Scott dieses Urtheil bestätigt hatte,
.pH Sie» September, Angesichts beider Ar
mee» mit dein Strange hingerichtet. Die
Zahl dieser Verräther soll sich auf ungefähr
70 belaufe».
Unser Zolleinnehmer in Vera Cruz hzt fol
genden Brief auS Orizaba, vom I9ten Sep.,
erhalten, welcher sagt: Heute früh traf hier
ein Courier mit der Nachricht ein, daß Gen.
Scott im Besitze der Hauptstadt Merico ist.
Am 13ten September nahmen die Amerika
ner von Ckaytiltepec und der Citadelle Be
sitz, und zogen noch i» derselben Nacht in der
Hauptstadt ein. Ge». Bravo blieb im Kam
pfe.—Santa An»a, der ani Armee verwun
det ist, zog sich mit kein Reste seiner Armer,
die große Verluste erlitten hat, nach Guada
loupe zurück.
Ein anderer Brief aus glaubwürdiger
Quelle, bestätigt Obiges, nnd versichert, die
Amerikaner seien am I4ten September in
die Hauptstadt eingezogen. Die Snn of A
nahuac sagt : Am I3ien nahmen die Ame
rikaner die Höhen und Werke von Ckapul
tepec ; am I4ten u»d Isteu wurde die Stadt
bombardirt, am >6 Morgens zog ein Zkeil
unserer Armee in Mexico ein ; der Rest blieb
in Ckapultepec stekeu.
Mit welchen Verlusten unsere Armee die
sen Sieg e. kauft Kai, ist nicht ziiverläßig er
si.tillich Okne Zweifel haben diese neuen
Siege aber Ströme Blutes gekostet.
Neuer Butter zu machen.
! Ein Doctor in Neuyoik soll neulich den
Versuch gemacht haben durch A»a'isirii"g von
Gras, Saame» und Getreide, Butter heroor
zubriiige», was >km auch vollkommen geliin
qcn scy» soll. So sagt er, kau» ei» guter
! Cheinist aus 10 > Pfnnd Welschkornmekl von
>8 bis 10 Psnnd Butter prodiizire» ; weiter
sagt er : Es ist seruer nahgewicse» worden,
daß Butter, die von deni Rahm der Milch
gemacht wird, nicht die abgesonderte cmimale
Feuchtigkeit ist, sondern daß sie früker in«
Zustande in dem Futter vorkanden war, das
der Kuk dargereicht wurde, und daß eiu ge-
schickter Ckemist mekr Butter ans 100 Pfund
He» prodiizileu kann, als eine KHK, indem
letztere eine» große». der in dem Butler
ruikalikneu Fettigkeit zu ikrer eigene» Nak
rnng bedarf Eine K»k liefert von 100
Pfund Hen etwa 8 Pfund Butter, wäkrend
ein giiterEtemiker 12 -13 Psund aiiö dersel
! den Quantität Hen realsireu kann
Lordßrougka m Der Public Ledger
! sagte okulängst. daß Lord Broiigkam erst in
diesem lahrkiindert geboren sei »nd der Eve
»iiig Biilleli» rügt diese irrige Angabe mit der
Bemerkung, daß alsdann Seine Lordschaft
i drei lakre alt gewisen sei» mnsse, als er Bei
träge zum Edmburg Review geliifert kabe.
i Lord Brougkam ist zu London 177» gekoren
und vertkeidigte scho» vor einem Vierteljakr
i hundert die Königin Karoline von England
in dem benichtigten ScheidungS «Processe
l als berüniter Rechtsanwalt.
Steinkohlen
D?e Unterzeichneten haben jetzt, nnd ge
denken iuinier auf Hand z» Kalle», eine gro.
ße Quantität Steinkohlen, von allen Benen
nungen, die sie an den niedrigsten Preißen
verkaufen werden.
. Vitz, Voaö Ilttd Co.
Alklkinaun, October 11. iiqbv
Batallion.
. I Ein freiwilliges Batallion soll am
MI den 3«lAen dieses Monat«
an dem Gasthaufe von R e üben
Paul, in Ruchsvillr, gekalien wer
? den, bei welcher Gelegenkeit die
Hl? Compagnien befekligt von den Ca«
pitäne Ruch und Friederich sCaval
leristk») und auch die Compagnie
von C'pt. William Knaus, sich einfinden
werde», NM zu paradiren
Die Compagnien befehligt von Capitaiit>
Wenner (Cav.illerie) Cavt. R Frantz, iü
H. Frantz und die Siegersviile Musikbande.'M
sind eingeladen Tkeil an dem Batal.
lion zu »chmcn. Gen. Joseph Säger, mit
dessen Stabs Offizieren, nud alle andereOf«
fizieren sind höflichst eingeladen beii«woknkii.
Viele FreilviUigen.
Oktober 11, nq3m
Appiel Gericht.
Die Mitglieder der Nord WKcüballer Ca
vallerie Truppe, werden hierdurch benach»
richiige«, daß ein Appielgencht fnr besagte
Compagnie, auf Montags den lsten Novem
ber, am Gastkauir des Reuden Paul, in
besagtem Taunschip, grkalten werden soll,
wovon Dcliügurnlrii Obacht nehmen wer
den.
Thomas Nnch, Capt.
Oclrderll, »q3m

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