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Der Lecha Patriot und Northampton Demokrat. (Allentaun, Pa.) 1839-1848, April 10, 1848, Image 2

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Der Lccha Patriot.
112 zur den Lecha Patriot.)
TcHivinb, (Hundswillk, Wasserscheu,
r.tliies,
l Kcrls-suiig u»r
Vier und zwanzig Stunden, nachdem es
qc.ottt«, wurde eo secirt, wobei man Folgen
des wak, »ahm : Das Blut war dünnfliißig,
k i»m Heroanen, ausgenommen im Herze» ;
d r Lieft ausgesetzt, bekam eS bald eine helle
Alle Theile schienen sehr mit Blut
ungefüllt z» sein Entzündung fand sich in
der Sckleimmenibran des MagenS, der Luft
röhre, des Sckkintes, der Blase und der U
riuiöi-ie. Die seröse» Hänie aIS : Pleura
und Perilonarum wäre« ,licht entzündet
Der gi ößte Tbeil der innern Magenwanduug
war »i verschiedenem lNrade entzündet, da-
geyen die äußere Oberfläche desselben sowie
t» udr gru Eli-geweite zeigten keine Sp»r
von Entzündung, die Niren waren sehr mir
Blut angefnllt, aber nicht jentznndet. Die
Urinröhre war entzündet, aber einige Zolle
vom Anfange derselben am meisten Die
Oberlippe, wo der Biß geschehen war, fand
man weder dick noch verhärtet, sondern die
Narbe haltt garz das Ansehen einer schnell
und g«t geheilten Wnnde.
Rinder, br> denen die Wuth zn»< Aus!ruck '
kommt, ziehen sich so weit a><? möaUck von!
der Krippe jnrnck, ohne zu fress- n—stehen l
eine Zeitlang still mit geftnktem Kopse und
l ängenden Ohren, fahren dann wie erschreckt
»usammen, zittern, schütteln sväterhin sehr
Vit den Hals und Kopf, schwanken mit dem
Hintertheile h n und her, so daß man häufig >
auch ein Knccken in dem Kreuze bemerkt ; j
«kr Blick wird scheu und wild, das Auge trü- >
be, dabei meistens glotzend hervorgedrängt!
und geröthet; das Maul ist mit Geifer er-
füll», der Anfangs immer in Fäden sich hin
abspinnt, späterhin oft al« Schaum vor de» !
Lippen hervortritt, auck während der Paror !
ismen weit umherg,spritzt wird ; die Haar,
s«hcn struppig. Die Thiere magern schnell
vb, was man vorzüglich an de» eingefallenen
Hungergruben bemerkt ; sie brüllen äußerst
lft und viel, mit einem widrigen dumpfigen
und heiftrn Laute, am meisten dann, wenn
si, einen Hund erblicken oder bellen hören ;
von Zeit z» Zeit zwänge« sie mit großer A»«
stnngungzum Misten, wobei sieben Schweif!
aufheben, «m aufgetriebenen Hinterleib« hört
man «in öfters Kollern n Foltern nnd der
wenige Mist pflegt in schlupftiaen Ballen
abzugehen. Einige sind wasserscheu, doch
nicht eben die meisten ; alle scheuen das Licht l
und glänzende Dinge. In den Wuihanfäl- >
len werfen sie sich entweder nur zur Erde,
drulmnen und wälzen sich hin und her, oder
sie suchen i»ck von Kette» und Stricken los-!
zureiße», geben auf die Menschen los, bok-!
Ren mit de« Hörirern in alle Widerstände
t»«d steßen mit denselben und der Stirn so
gewaltsam, daß sie ganz blutrünstig werden,
und auch wohl die Hörner abbrechen Bei
vielen bemerk- man Seknenbiipfen, ein Ver
zerren und Aufziehen tFlennen) der Lefzen,
Zähiirknirrschen, braune oder bläulich fchwar
ze Karde der Zunge, Kreuzläbmung'u s. f.
Je Mthr das Sehnenhüpfen, die Zuckungen,
Angst, die Unruhe zunehmen, desto näher ist
die gäujliche Gntkräftung, mit welcher die
Thiere unter einigen Zuckungen am S-7 Ta-!
enden.
Was die Ursache anbelangt, welche dir
Tvllwutl! bei dem Hundeschlechte nrsprüng-!
l,ch ohne Ansteckung durch den Biß hervor
zudringen im Staude sind, so möchte dabei
fivlgendeS in Betracht gezogen werden :
Von vorzüglicher Wichligkeit ist die Rück' l
sich« auf die de» fleischfressende» Thieren ei
genthümliche« Lebensverhältnisse, in welchen
die Disposiiion für die Selbstentwickeliing
des Leidens gegründet ftiu muß Was sich
hier am bemerklichsten macht, ist die größere
Herrschaft des Ruckmark Systems, die die
tzrvße Schärfe der Ausdunstung und anderer
s.eernirter Stesse, die Schnelligkeit der Ver
dan.ina, die auch eine lebhaftere Tbäti.,keit
der Lptiävldrusen voranssevt. die ungemri I
»e Heftigkeit des BegatlunqStriebes und die
ivalicnt, Leiveuschafi des Trimmes
Dieser DiSpesitiou zufolge ist der Huuv ge.
/ten iahen Wetterivechsel sehr empfindl ch,
regnenscheui Wetter übellaunig u. knur
iljtr als sanst ; er ist ferner den heftigsten
Regungen des Zorns nie mehr unterworfen,
als zur Zeit seiner Brunst im Frühjahr und
Herbste, wo die Männchen oft in die hart
»äckigsten Kämpfe gerathen. Unbefriedigter
Begaltungstrieb schein» in der Tba» zu den
Momtiiitn d«r Wutdenlwickeluna zu gehö
?>», dafür spricht das öflere Erscheinen der
selbe» ,n Frühjahre und Herbste. Das
mancher eingesperrte» und
«N Ketien gehegten Hunde, dann der Fuch.'
fe, Wolfe zc , endlich die bekannte Tkaisa-!
che, daß die ungemein zahlreichen Hunde im
Orient nnd in Aegypten, obsckon sie von der
hosten yitze, so wie vou D«rst und Hunger !
sehr »t l zu leiden Kaden, ouch oon Aeftrn
lebe«, dsch der Wulk »ich» unterliegen, und
,war wabrscheinlich deshalb, weil sie sammt,
iut, feei und kerrenlo« umheriause» nnd Wo
nach in Befriedigung des Begatiungstriebes
um so »vemgtr be chränkt sind, da die Hund
innen nicht „säuft werden, und rö dahrr de
ren genug glrbt, während in unseren Gegen
den oft >o viel männliche Hunde einem Weib,
che» nachrennen, bei wel.dee Gelegenheit sie
sich auf's Griminigste htrumbeißen. Dieses
Ergrimmen ist als ursäckstickes Moment in
not, hoirrn Anschlag zu bringen, als die
Aufregung des BegattungSiriebes selbst, da
man ss viele Facta beoba>t,t,t hat, wodurck
s Uebermaaß des GrimmeS allein die Ent
«ck luag des Wutkg'fts veranlaßt wurde,
wohin auch nock das auffa lendere Factum
ge«>»rt, daS tum keftigen Zorn gereizte L>un»
»«, Wölfe. Huck « »c. bei andern Tkieren, so
ouch bei Renschen, dnrck Bisse die Wutk
«eraitlaßren, ohne selbst wntlA , zu werden.
<E<aen Kali »er »?t «rzähi» ein sehr glaub
»»«drger Ritter von Berks
'Mehre Lok»ku»schee und dergleichen Leute
Wnqen in A». Petersburg auf der Straße e>.
«e« H.MZ anf, und unierhiel»,« fich dami».
rinltM Mrlsjy »« ll>» »I, bil»«n, UN» ttm der-
»mziipeitschen Der höchst aufgereizte Hund!
! einsprang, und biß ein eben vorübergehen
des Frauenzimmer, welches binnen V Wo
chen von der Wasserscheu befallen ward und
starb ; an dem in Verwahrung genommenen
Hnnde ward keine Spur von Wu»h bemerk».)
Kommen mehre selcher Momente zusaSien:
Begattungstried, Grimm und Witterungs»
einflusse, so wird die Wuth »m so sichere» zu
Stande kommen. Urbrigens hat man selbst
aus Gram über einen verlornen Herrn dir
Wulk und Wasserscheu entstehen gesehen.
Verhinderung nnd Heilung der Was
serscheu.
Der Sitz dieser Krankheit scheint bloß »u
dem Nervensystem zu sein und dieselbe im
mer von der verwundeten Stelle auszuge
hen. Es scheint nicht daß das Wulhgiftvo«
den lymphatischen Gefäßen aufgenommen,
in die Blutmasse geführt und die Krankkeit
erzeugt werde, sondern daß dieses Gift ört>
lich bleibe, nach einiger Zeit in der Narbe
und deren Nachbarschaf» eine krankkaste
Thätigkeit errege »nd nun m>» Schnelligkeit
j die krankhafte Veränderung dem ganzen
Nervensystem »,id Körper mittheile und die
! bekannte» Erscheinungen kervorrufe. Der
einzige Weg, diese Krankheit z„ verhindern,
ist also, die möglichst schnelle Enlfernung des
! gebissenen Theils, denn das bloße Entfernen
des LpcichelS aus der Wunde durch Aus
z waschen oder Aussaugen ist nur ein unzuver
lässges Mittel.
DaS Zerstören oder Enisernen des Wnth-
gifts anS der Wnnde kann Nim i-.iif dreierlei
! »Irl geschehe».
! 1. durch ?led>'N, 2 durch Brennen, 3.
! duich Herausschxeüe» der ganzen Wunde
j Das Netzen hat oft fehlgeschlagen und wahr
scheinlich deswegen, weil man das Aetzmiltel
nicht leicht auf den Grund der Bißwunde
anbringe» kann. Da-i Brennen, glaube ich,
wurde das Wntkgifl »och am vollkommen
sten zerstören, wenn man immer gewiß sein
> könnte, daß man tief genug eingedrungen
sei; allein da die spitzigen Hundrzäkn, das
Gift oft sehr »ief unter die Haut vergraben,
so ist es nickt leich», den Grund der Wunde
mit dem Eisen zu erreicken, oder man kann
! sick auck irren und glauben, man habe tief
genug eingebrannt, wenn man anck den
Grund der Wunde noch nicht erreicht hat
! DaS Ausschneiden ist oknstrritig daS sich
erste Mittel, waS man zur Verhütung der
Wasserscheu anwenden kann; allein auch
hiei nach hat man die Krankkeit entstehe» ge
sehen. Der Grund davon liegt aber sicher
darin, daß man die verwundeten mitSpeichel
bedeckten Theile nicht tief genug herauSge,
schnitten, oder bei der Operation nickt vor
sichtig gewesen ist und mir dem Messer das
Gift aus der gebissenen Wunde in die ge
! schnitlene übertragen hat
Aus diesem Grunde ist dem Operateur an.
zurathen, die äußere Behandlung einer Biß
wnnde mit der größten Vorsicht zu uuterneh.
men.
i Bei dem Herausschneiden müßen erst
lich die Theile, so weit der Zakn gedrun
gen ist, kerauSgrschnitten werden; zwei
tens darf mit dem Messer zur Operation
- die gebissene Wunde nicht berühr» werden,
indem hierdurch von neuem eine Ansteckung
erfolgen könnte Auch muß ans dieser Ur
sache die Oberfläche der Umgebungen von
dem etwa dahin gekommenen Speichel vor
der Operation sorgfältig gereinigt werden.
Drittens muß verhindert werden, daß
aus der gebissenen Wunde kein Blut in die
geschnittene komme.
Bei Unternehmung der Operation versehe
man sich mit hinreichendem warmen Was
ser, verschiedlien trockenen Schwämmen, ei,
nigen scharfen Messern urbstSonden, Pinzet
lex und Haken. Man wasche vorher die
Wunde und benachbarten Theile mit vielem
Wasser ab, dann muß die Wunde in Hin
sicht der Tief, und Direktion genau unter
! sucht und die Beschaffenkeit derselben wäh
rend der Operation genau beachtet werden
Sollte die Wnnde bluten, so daß man bei
der Operation nickt wokl im Stande wäre,
daS Ausfließen des BlntS anS der gebisse
nen in dir geschnittene Wnnde zu vermeiden,
so stille man das Blnt mittels eines rotkglü
hend Punriireisens, dann schneide man die
Wunde so heraus, daß um dieselbe nach ih
rem Umfange ein unverletzter Damm stehe»
bleibe. Das bei der Operation herauSflief>
sentt Blut lasse ni.i" durch einen Gehülfen
»litttls l! ecke II er Schwämme ausnehmen,
damit eS nicht in die gebiss-ne und von da in
die geschnittene Wnntr fließe und uns «>ut,
beim Operire» selbst nilwhinderlichsci. Man
hüte sich, mit dem Messer die gebissene Wnn
de zu berühren, und sollte dies gescheht» sUn,
so muß sogleich ein anderes Messer genom
ine» werde» Nach der Operation muß man
daS herausgeschnittene Stuck genau unter
suchen, ob nicht die Zähne dnrch dasselbe
durch und noch tiefer gegangen sind ; ist die
ses der Fall, so muß die Operasion von nen
em vorgenommen werden, welches gleicllfallS
geschehen muß, weun mau bei der Opera,
j riou dnrch den Damm schneidet und so die
gebissene mit der gischnmenen Wunde in
l Lerbindnng bringt und die Vergiftung in die
j neue Wunde überira.,en sei» konnte.' Nuch
der Operation mnß die Wunde stark ausblu
teil, welches durch Bähen mit warmem Was.
ser befördert werden könnten. Nachdem das
Bluten binlängl««, ,mierhalten ist, muH die
Wund, noch mit dem glühenden Eisen etwas
ausgebrannt w,rden, nachher «nß man su
chen die 6upera«on «öglxiist stark und lan
g, zu unterhalten, denn selbst kierdurchist eS
deitkbar, daß da 4 Grft zerstört werde, oder
die Theile eine solche krankhafte Lerande.
rung annehmen, daß 'die krankhafte Aclion,
welche dem Ausbruch der Wasserscheu vor-!
hergeht, nicht mrhr in ihnen Statt finden
kann.
Das nach der Operation anzuwendend, >
Ausbr,nnen der Wunde wird für sich schon
eine starke und anhaltende Eiter«n.z hervor-
dringen, allein sollte dieselbe, nachdem der
Brandfleck abgef.Ulen ist, «och nicl»t stark ge.
nug erscheinen, so streu, man in dieselbe et
was von folgendem Pulver:
R Einodar. brach« : dnas,
Arsen« : alb. scrupul: duas,
m. 112 Pulv.
Man köme auch, um ein» starke Entzün
dung in der Wunde hervorzubringen, manche
andre« reizendr u. »tzende Mittel, z v. das
gumm. enphoeb, Scntharto?c. anwenden
allein da man durch Versuche gefunden ha
den will, daß durch Arsenik das Wu»hgifi
selbst zerstör» werde, sv verdien» dies unstrei
tig den Vorzug vor allen andern Mitteln.
Heilnn g.—Was diese anbelriff», so
läßt sich nur so viel darüber bemerken, daß
die einmal vollkommen ausgebildete Toll
wut!, bis jetzt als »in hoffnungsloses Uebel
zu betrachten ist. Viele Mittel und Sur-
Methoden bat man anznivenden versucht,
aber keine derselben bat sich nicht so gezeigt,
daß man sich einigermaaßen, geschweige den
mit Sicherheit darauf verlassen könne.
<5 ar l SI .MiII « r.
dem Kiitztaim Geist d. Zeit.Z
Schrccklieke (^nthsillungen
! der A m a n d a B a n n o r > s, Weib und
Schulgenoßin des Eapitain Richard Ban
i noris, von der Murrell Mord-Bande.
V i»» l«it « n g
Ziltre, Leser ? bereite Dich, eine Erzähl
ung der surchlbarsten Verbrechen zu boren.
Sine Verworfene erzählt sie, die an ihrer
Verubnng Theil nahm ; eine, die nicht um
dein Mitleid bittet; die, ehe »och die Augen
/Indcrer auf tieft Blätter falle», im kalten
schlafe des Toecs lieg» ; die, zur geringen
j Sühne üner vielen ?>i>Seiha»en, der Nattir
die letzre große schuld abgetragen bat.
Leser, ich stehe am Rande der Ewigkeit!
Ich bin im Begriff, die Bahn der Sünde
mit dem letzten Verbrechen zu beschließen,
welches ich je noch verüben kann. Ich bin
im Begriff, mich unvorbereitet in die Gegen
war» des allmäcbiigen Gottes zu stürzen !
)ch »kue dies, um dem Spot» und Hohn
der Taufende auszuweichen, die bereits auf
>neinen Prozeß, meine Ueberfiihrung und
meine Bestrafung auf dem Hochgericht
! qieren !—lch weiß es, nichts als Selbstmord
kann mich ron dem Tod der öffenilichen
Schmach retten, und warum sollte ich, die so
l viele in die andere Well senden half, jetzl
«ögern oder fürchte» selbst z» geben ? Nein !
i stark in meinem Vorsätze, habe ich mich an
den Tisch in meinem kalten, feuchten Gefäng
niß gefetzt, und bei dem elenden Lichie, mit
telst Feder und Papier, welche mir der
menschenfreundliche Wärter gütig gewäbrte,
fange ich an, Leser, Dir einige der Mebeim
niße einer der verdamnngswnrdigsten Raub-
und Mordbanden, die es je gab, zu enthül
len? und wenn ich dies getban, was, ich
gestehe es, so viel aus Rache als aus einem
guten Beweggründe geschiebt, dann will ich
rubig meinem Leben ein Ende machen.
DnSUiiqlückderWats«
Mein elterlicher Name war Amanda Bent,
ly, und ich wurde im Jahre 1817 in der
«tat» Cmcinnati, Ohio, geboren,>-bin also
jetz» 2.1 labre alr. Mein Vater, ein Kufer,
arbeitete bis IB2S in feinem Handwerke, als
er an der Hirnenlzuudung starb. Zur näm
lichen Zeit starben auch meine beiden junge,
ren Bruder, und da mein Vater, als armer
Mann, nichis hinierlaßen batte, fuchiesmeine
Mutter mein und ihr Leben zu erkalten, in
dem sie Wäsche einnahm und des TagS im
Taglohn arbeil,»e. Ihre schwache Natur
konnte dies nicht lange aushallen, und im
folgenden Jahre starb sie an der Auszehrung.
Da stand ich I3jäbriges Mädchen allein,
ohne Geld, ohne Freunde, in der Welt. ES
war ein entsetzlicher Schlag: denn ich liebte
meine Mutter bis zur Abgölterei, und selbst
jetzt noch eri'äriete imVerbrcchen wie ick bin,
erstorben allem menschlichen Gefühle, kann
ich nicht an ihre sanften, zärtlichen Blicke
denken, ohne daß der Tbau d-s Herzens
meine Auzen fruchtet Aber fort mi» den
erweichenden Gedanken —meine Aufgabe ist
eine Erzählung von Verbrechen !
Bald nach dem Tode meiner Müller zog
ich glücklicherweise—oder nngli»ckl>cherwkise,
sollie ich sagen,—die Augen eines reichen
Mannes, der damals ei» hohes Stadtamt
bekleidete, auf mich Er traf mit mir auf
der etraße zusammen, brmeikle die Aerm
ltchkeit meines Anzugs, fragte wer ich sei
u s. w.—lch erzählt« ihm vom Tode mei
ner Ellern und von immer traurigen Lage.!
Er stellte sich bewegt; sagte, es muße für
mich gesorgt werten., und trug mir an, ich
solle »hm zum Hause etn«r Verwandtin fol
gen, die mich kleicen und erziehen würde.
Keinen Argwehn hegend, folgte ich ihm mit
fast unbezähmbarer Drenke zur Tante Pat
terson, wie er die Verwandte nannte, nnd
war bei derselben bald wie zu Hanfe.
Sie war eme grobgeba»»e, korpulente
Frau von ettra 45 lahren, »»» gemeinen
Zügen, und ihr durch den Genuß starker
aufgedunsenes Gestch' gab ihr et
wa« Zurück,tvßeudes. Doch bekaidelt, sie
mich um großer Gute, uuo ich l>att, ke»ne
Ursach zu klagen. Sie kleidet« mich in
Seid, und reichem Gescbnreide, „nd bald
war ich von der arme» Waise, dem Anschein
nach zur reichen Erdin umgewandelt. Eine
Lehrerin unierrickli te mich im Lesen, Schrei i
den, in den höheren Zweigen der engli >
schen Erziehung und in der Musck, bis ich
».irllich als e<»e wohlerzogene, reiche Dame
gelte« konnte. Die Tante sag»? mir oft,
alles dies geschähe auf Anstiften meine»
gütigen Beschütze,s, der mich erziehen laße,
dam» er mich künftig als feine Gemahlin
heimfuhren könne. Jung und verdachlloS,
glaubte ich alles was sie mir sagte, und da
mein Gemüth beständig zu diesem einen Ge
danken gezogen ward, verwandelte sich meine
Dankbarkeit gegen «einen Wohlthäter in
heftige Liebe ; um so mehr, darr mich fast
täglich besuchte, und »berdem ein einneh
mender Mann war.
Verfall drrTu^end.
So verstrichen drei gluckliche Jahre meines
Lebens, und als ich tv zädlie, war ich, was
die Welt eine schöne Frauengestal» nennen
wurde BiS dahin kein Wor» in meiner >
Segenwart gesprochen worden, welches das
zarteste Gefudi hätte beleidigen können.— !
Aber der Schurkenplan war dem Ausbruch
nahe. Die Blume hatte sich rnlfalre». und
war reif für des Vernichters Absicht! Uns
der Zteenich»er kam in der Gestalt meines
Wobtthätrrt. Er kam mit der schändlich-
sten Lächeln bewillkommnet. Er kam eines
Tages und sagte, er wünft r mit mir allein
zu sprechen. Ich führte ikn in ein Privat
zimmer. Er schloß sogleich die Tknr nnd
zog den Schlüßel ab. Ick fragte, wrskalb
er das »hu, ? Er sagte, ,s geschähe aus
Vorsicht, damit uns niemand störe. Er
sagte mir dann, daß er mich liebe und daß
es seine Absich» sei mich zu heiraiden. -Dies
überraschte mich nicht ; ich hatte längst seine
Erklärung erwartrt, und lintwortttr dem,
gemäß. Er umarmte mich dann leidenschaft
lich, schien sehr aufgereg», und aus seinen
Augen sprühte ei« wildes Feuer,
j Ich übergebe die Besonderheiten meines
Falles. Genug, ich verließ jenes Zimmer
als ein schuldbeladenes Weib, im festen
Glaube» jedoch, daß binnen weniger Tage
' meine Hochzeit mit meinem Bersükrcr stalt
finden wurde Ja, er halte es mir mit den
! seierlichsten Eiden geschworen. Ich glaubte
ihm ; er reizte meine Leidenschaft—und ich
fiel. Täglich, oder vielmehr näch» ich, follle
ich sagen, besuchte er mich nach diesem, bis
dir für unsere Hochzeit anberaumte Zeit ver
strichen war, okne daß irgend eine Anstalt
i» derselben gemacht wurde. Meinen Fra
gen dieserwege« wich er aus, und als ich
stärker in ihn drang, sagte er. Umstände
hätten ihm geboten,'die Hochzeit etwas auf
zuschieben. Auch diese Zeit verstrich. Wie.
lder suchte er Ausfluchte. Da ward mein
rege. Ich stellte Nachforschungen
j an, und fand-o Entsetzen ! daß er ein
veiheir a t h e l c rMa » n war. O
Gott, welche Gefühle überwältigte» mich,
5 als ich mich davo» überzeugte I Mnue ganze
Liebe verwandelte sich in Haß, in den liefsten,
! lödll'chsten Haß, Ictz» erkannte ich alles
ich war betrogen, entehrt, vernichtet ! O.
wie mein Hirn brannte ««d kochte «nd
schnierzie in geistiger Ouaall. Mein ganzes
> Wesen war verwandelt. Alle schwarze Lei«
drnschafte» der Hölle schienen sich in eine ge
ballt, diese eine mein tiefstes Hi rz eingenom
men zu haben - »ndidiese eine war Rache!
Rache ! ! Rache!!! So schrecklich war dies
Gcsiihl, so wild, furchtbar schrecklich daß ich
in jenem Augenblicke meine Seele der ewigen
Pein übergeben haben wurde, hätten mei»,
Auge» siin schurkisches Herz blullriesciit
aus srimm Leib, e.erißeii, erblicken können !
Rache m u ß t e ich haben !
DieVorb «rett» »ist
Lange sann ich anf Mittel zur Rache. Noch
wußte rr nicht, daß ich s,iu, Meineidigkeii er
fahrrn. G,wiß würd, ,r mich am Abend
, wieder besuchen. "Ja," dachte ich, "ich will
mich mi» einem Dolch bewaffnen ! ich will
ihn empfangen wie gewöhnlich. In meinem
Schlafzimmer aber will ich ihm seinen Ver
ralh vorwerfen, und ihm dann, mi» seinem
Meineid vor den Angen, das Herz durchboh
ren !"—Leser, kannst tn es glaube», ich
lächle ! ja, lachte aus Freude au de» Gedan»
k«n der schwarzen That, der noch vor einer
Woche mich vor Entsetzen schaudern gemacht
haben würde.
Wohl; bereitete mich; der Abend kam,
und so kam mein Verführer Ich emvfiug
ikn mit lächelndem Willkommen ; ich tkal
mehr, Leser, ich knßle ikn seldst und nannle
isn meinen Einziggeliebten ! O, wir mich die
Worte brannten : aber ich sprech sie. Er
aknl, nichts »nd wir traien in mein Schlaft
gemach. Er »ra» zuerst ei», i,„d ich drebt,
l,ise, ohne daß ,r ,s btmerkle, den Schlüßel
im Thürschloß. Mein Zimmer war elegant
ausstasfir» ; den» ich leble c.nf vornehme
Ar», nnd das L>ch» einer kostbaren Hänge,
lampe warf auf jeden Gegenstand im Zim
mer einen vollen, schönen Schein
Mein Verführer »rat an den Tisch, der
vor einem eleganten Spiegel stand, legt. Hu»
und Handschuh, ab ; ordnete sei» Haar im? -
wandle sich dann zu mir, die rachegluheuden
Herzens kein Auge von ihm abgewandt hatte,
und mit seinem Lächeln, das mir rinst so
suß geschienen, jetzt aler erheuchelt, heim
tückisch, teuflisch, vorkam, sprach er: "Du
bist so reizend, beut Abend, Amanda," uns
zu mir tretend, streichelte er meine Wangen
und schlang den Arm um mich.
"Du schmeichelst, Henry "
"Nein, Liebche«, ich schmeichle nicht, so
wahr ich lebe ; Du bist ei» Engel, und, nebe»,
bei gesag», es ist j.tz» alles zu unserer Hoch,
zeii bereit."
Wirklich ?" sprach ich so gelaßen als mir
möglich war, während mein Blut kochte
"und hatD , »ne Frau auch einaewil
ligt?"
Wäre eine Bombe ihm zur Sei», zrrplatz»,
so halte die Wirkung auf ihn nicht größer
sein können aIS diese Worte. Er wankte zu
rück, wurde bleich, zitterte uud schuapplr
förmlich nach Aikem. Er mnß meine Hbsichl
in mrinen Angen gelesen habe», vor denen
seine eigene« znurckbeblei'.
"Ha, ziltre, Du Teufel in Mannsgestull!
zlrtre vor ihr, die Du auf ewig entehrt hast ! '
rief ich, indem meine Adi r» vor Wutk schwol !
len ; "ziltre, Elen??rl u.id bete wenn tu
kannst ;drnn bei allem was t-eilig ist, schwö-
re ich. Deine Stunde hat geschlagen !"
Er wollte sprechen, aber d,e Zunge klebte
ihm am (Kaun; seine Knie schlugen »»'seiner
Angst zusammen.
"Jetz», Schurke, gedenke
Deiner Verbrechen !" fuhr itt-for», "gedenke
Deine« Weibes, die Du geschworen hast zu
schutzen und zu lieben ; „.denke ihrer und
auck meiner, di, Di» nur zum Wohlleben
gewöhn» hast, um Mick um so nefer ins Elend
zu stürzen ; gedenke deine« Meineids, und
deine Seele sckwelle m,l Entseyen, wie
sie der rwiqen Verdammniß zneil» !"
Ick znckie den «nd stnrzie anf ihn
zu, um sein Herz zu durchstoße« !
Derßnche« ntrounrn
Mein Versuch mHlqng. Wie ich den S»roß
führ»«, erhob rr mi» einem Ausruf des Ein
setzens den Arm, in den mein Dolch dis zum
Knochen drang nnd dann abbrach Mein
Verführer sckri, vor Schmrrz »nd sprang
zur Tkür. Zu seinem Glücke steckte der
Schluß«» noch im Schloß. Im Augenblick
hatte rr gröffne», enlflok und lärmt.' das
Haus mi« seinem Geschrei auf.
Bilter, bitter verstuchle ich mich, daß er so
meiner Rache entronnen war, und alö gleicv
darauf die Tan»« eintrat, war ich «ben da.!
ran, mein Haar vor Zorn auszuraufen.
Kaum aber hatte ich das schändliche tZ'rsiä» l
der Allen erblick», als mein ganzer Haß ans!
und wi, d,r Wolf auf feine Beute!
stürz», ft?rana ich ihr nach der Kehle. 5e t
plötzlich und ungestüm war mein Anfall, daß
sie mit einem Hülferuf zu Boden stürzte.
Ich lag auf ikr ; mi» beiden Händen drückie
ich ihr di, K,kl, zu ; schon würd, si, schwarz
im Kesich» ; «och ein Paar Minuten län
ger, und es wäre mit ihrem Leben aus gewe
seil .—allein gerade in diesem Augenblick
stürzten zwei ihrer Lente ins Zimmer, rißen
mich von ihr, und warfen mich mit solcher
Heftigkeit ans dem Haus,, daß ich rine Zeit.
lang bewußtlos liegen blieb.
mis ich wieder,» mir kam. fand ich mich
auf dem feuchke» Grund hin»er dem Haufe
liegen, welches drei Jahre lang mein, Hki«
mach» gewesen. Ich fühlte mich schwach und
er>chöpft, und konnte mich eine Zeitlang des
! Vorgefallenen nicht entsinnen. Mi» der Be
sinnung kehrte aber auch meine Wutk zurück,
und mit ihr meine Kräfte. Die Nacht war
klar, kalt und sternkell; doch versuchte
ich aufzustehen, und wankte durch eine enge
und schmutzige Gaße nach eine der größeren
> Straßen—ich denke eS war die Viiiestraße.
Jetzt starrte mir daS ganze Schrecklich, m,i.
»er Lage in die Augen. Sin sechszeknjährigrs
Mädchen, allein in der Welk, ohne Heima»k,
ohue Frennd! Doch mein Entschluß war
! schnell gesaß». Ich war reich gekleide» und
hatte ungrsäh» IlX)Tkaler in Geld bei mir;
so beschloß ich also, dreist nach einem Hotel zu
gehen und Ausenihal» zu fordern Ich »ha»
> es ; ich sagte de» Leuten, ich sei auf einem
> Spazierritte gewesen und mein Pferd habe
l mich abqewarfen, wodurch mein beschmutztes
«nd beschädigtes Ansehen verursacht worveir
, sei Man glaubte mir, zollte nur jode Auf
merksamkeit, und versah mich sogleich mit
. einem warmen Zimmer.
D e r e r st e I» o r d.
> O diese Schreckensnacht? schrecklich mir
durch die fi istern Racheaedanken, die in mei
ner Seele bi iiteten, so daß aller Schlaf mei.
ne» Augen floh. Die ganze Nacht kindurch
. schritt ich im Zimmer auf und ad, mit Gefüh.
en, die ärger als Höllenqualen waren. Wie
soll ich mich rächen ? —das war mein ein«
liger Gedanke Endlich fiel ich auf einen
vlan, mich an der Tanie Patterson, wie ich
ste noch nennen will, zu rächen, den ich wie
folg» ins Werks setzte
Am nächsten Morgen bezahlte ich meine
Rechnung, verließ das Hotel und bezog eine
Woknuna i» einem entlegenen Zkeil der
Stadt Ick klagte der Frau bei der ich wohn
»e, ich fühle unwohl, »nd wnnsch, selbst einen
La>b Br>'d nach meinem Meschmacke z» backen.
Sie balle nichts einzuweiiten und liefeile
mir daS dazn nöthige. Ich ging dann aus
und kaufte Arsenik, den ich »«»er das Mehl
mischte, mit dem ich das Brod bück.
(Fertletzmig folgt.)
Marktpreise.
Artickel: prr Allent. Easton.
flauer . . Bärrel »5 50 «6 2',
Weizen . . Büschel I2V ,30
Roggen . . _ 8l) y75
Welschkorn . _ 47 . 47
Hafer . . . _ 37 ! 37
Buchweizen . tjg
Zlachsfaamen j Z 37 l 2«)
Kleefaamen I 2', z 5»
Ti'nvtkysaamkn __ 8 ltl) > 250
Grundbeere« S» ! 4.',
Sa,z . . . 45 45
Butter . . Pf,,nt> l« l«
Unschlitt . . ! l« 8
Wachs . . .. 2', I 2.1,
Schmalz .... I<j 8
Schinkenfleisch Zy
Seilenstilckt . i K ! 8
-Werken.Garn - 8 S
Eier ... Dutz. » ' I!
Roggr.i-Whisky Gal. j 3s>
Aepfel-Whisky 32 3«
Leinöhl . . 62 8?
Hickory-Holz. Klafter 450 j 4
Eichen-Holz . j 350 3 s<»
Steinkohlen . Tonne lj 00 j 400
Gips ... 0!1 400
nßeadin g—Weizen per Bü
schel, ?I 33 ; Roggen, ; Welscl'korn, S 0;
Hafer, 40 ; Flachsiaamen, ! SS; Kleefaa«
men, 3 S'l ; Timoll yfaamen, 2 S 0 ; Kar
toffeln, k«
ambnrg —Weizen per Bnfchel,
l 3»; Roggen, 7^; Welschkorn, 50 ; Ha
fer, 3« ; Kartoffeln. S>l
auch E h u n k Weizen per
Bus.l'kl 1 S 0 ; Roggen, 87i ; Welschkorn,
UV; Hafer,sl); Karirffiln, 70 ; Buchwei.
je», 76.
U»b»rflct)t der
I» Pkiladelpia.
Flauer» Me hl —Flanerbringt »S 00
bis s<i 12 ; Rog.zenmrhl t 3 75 und Welsch
korninehl »2 s<t.
Getraid e —Waizen bring» 129 bis
l 30 Eis ; Welfckkorn 54 Eis ; undßoggen
bring» 85 Een«s ; Hafer verkauf»? an 40.
Viehmark ». Das Hundert Pfund
Rindsfleisck bring« 6 tX» bis »S S 0 ; Kuke
mil Kälber krackten l 8 bi« 35 Tkaler.-
Scklveinefleisch t» Si» dis »7 W
Auditors Nachricht^"
In dem Waise» qericht von Lecha Co.
In der Sache der Rechnung von Solomon
Holden, («uardian, »c von Indiik Royer.
eine der Töchter des verstorbenen Jacob
R 0 y e r.
Und nnn, Februar 4, l8t?, auf Petition
des Herrn Bridges, ernannte die Eourt Ja
cob Ziinmerman als Auditor, um besagte
Rechnung z« anditiren und dem nächsten
Waisengericht Bericht abzustatten.
ben Urkunden.
-sAHM Bezengls,
I. D- LaivM, Schr.
Unlerschrirbrner Auditor wird dem Zweck
seiner Ernennung gemäß, Freiings d,n 21.
April, am He.nse »en Solrmon Holbig, in
Weissen bürg Taunschip, Lecha Eauniy, ge.
qenirärlig »ein, wo sich alle Inierrssirte ein
finden können
Jacob Zlmmerman
Irr>l l z.

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