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Der liberale Beobachter und Berks, Montgomery und Schuylkill Caunties allgemeine anzeiger. ([Reading, Pa.) 1839-1864, January 01, 1851, New Year's Wish, Image 1

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Zum Neil-Jahr Euch zu bcgrüßcn
Bi» ich heute auf den Fußen,
Früh zu meiner Pflicht erwacht
Und anf'S Wünschen »ur bedacht;
Kani so oft anf meiner Ruude
Euch zu bringen nene Kunde,
Aber heut', zum Neuen Jahr,
Bring' ich Grnß nnd Glückwunsch dar.
Uud sintemal zum Nene» Jahr
Ts lange schon gebräuchlich war,
Daß ZciluiigSträgcr sich beeile»,
Die beste» Wünsche aiiszmhtilcn
Für Alle, die sie Frenndc nennen,
Als gute Kunden auerkennen;
So hab' ich hall mit Wohlbedacht,
Auch eine Reihe anfgemacht.
Es sind zwar nicht leichte Sachen,
Jeden, heut' es recht zu mache»;
Verschiede» ist der Mciischeu Sinueii,
Doch will vertrauend ich beginnen.
Denn, für das ganze Publikum
Paßt Alles, Grade oder Krumm:
Vo» de,» Kinde bis zu», Greise
Hat wohl Jeder seine Weise!
Gar mancher Wunsch, den ich geschrieben
Ist wohl schon unerfüllt geblieben;
Doch wird wohl Jeder längst verspüren
Daß Drucker nicht die Welc regieren :
Denn, stände es in ihre» Wille»,
Gleich alle Wünsche zn erfüllen,
So würde» sie, wer sieht's uicht ei» ?
Nicht lange mehr an, Drucken sein.
Seit man in nnserin große» Land
Das Gold in großer Menge fand,
Ist Mancher schon dorthin gerannt
Wo man so große Schätze fand.
Doch kehren Viele leer zurück,
Verwünschend still ihr Mißgeschick;
Wen'ge kommen goldbeladen
Von des stillen Meer's Gestaden.
Gar inaucher Wnnsch, den wohlbedacht,
Vor Jahresfrist ich dargebracht,
Uud meinen Freunden längst beschiede»,
Ist dennoch unerfülll geblieben.
Doch wechselte im Lauf' der Zeit
Die Trauer mit der Fröhlichkeit.
»Da hab' ich denn, z» Nntz und Frommen,
Neuigkeiten anfgenommcn.
N eu j ahr s - W u n sch
deS Herumträgers vom
"Liberalen Beobachter,
an scinc gcchrtcn Kunden, am Istcn Januar ISZI.
Was vorging in der weiten Welt
Das hab' ich treulich dargestellt;
Mauch Stückchen voller Scherz n»d Lieb
Im letzten Jahr' die Zeitung schrieb;
Doch konnt' man, mich befällt ein Granen,
In ihr auch manche Unthat schanen !
Doch das ist so der Lauf der Welt,
Die nur durch Wechsel Reiz erhält.
Auch war es einmal meine Psticht
Zu schreiben eittt» Trau'rbcricht,
Um diese Psticht recht zu erfüllen,
In tiefe Traner mich zu hüllen.
Ein edler Mann ward weggerafft,
Was weit und breit »ur Trauer schasst -
Et» tapfrer Krieger, »immer zu besiegen,
Als President mußt' er dem Tod' erliegen.
Doch bei so vielem Mißgeschick
Verließ uns doch nicht ganz das Gluck,
Und, glaubt mir, daß das letzte Jahr
Wohl keines von den schlechtsten war.
Von Politik will ich nichts sage»,
Den» da geb's Manches zn beklagen;
Doch bringt vielleicht die nächste Zeit
Uns Etwas, das uns mehr erfreut. -
~ Doch während ich so simnlire
Und ganz im Alte» mich verliere,
Da könnt' beim Grübeln und beim Onälen
Ich gänzlich meiiie» Zweck verfehle».
Voi» »»» an bis zur gold'nen Zeit,
Weil Californ'en gar zu weit;
Ist's wohl »och la»ge, bis man'S Gold
Gleichwie bei uns das Eisen rollt.
Da hab' ich nun mit Wohlbedacht,
Ein Bündel Wünsche aufgebracht:
Verschiedenartig, bunt ,m Reu»,
Um meine Gönner zu erfreu».
Denn, wen» der Herrscher aller 2Lelt,
Sie »och ein Jahr zlisammenhält,
So wird, wohl Jeder sieht es ein,
Gar Vieles noch zu wünschen sein.
Wenn die Welt noch länger wird besteh«
Dann soll Alles Alles besser gehen;
Thenrnng möge aus dem Lande fliehen,
Uebcrstuß ans allen Wegen blühen ;
Auch dem Laiidmann soll die Saat gedeiht»
Und sich Alle dieses Lebens freuen.
Col'ra und dergleichen sei n verbannt
Weit hinweg aus diesem freie» Land
IBSI
Arme soll der Kumer nicht mehr plage»,
Aller Mangel sei zn Grab' getragen.
Friede soll in jedem Hause wohnen,
Jede Tugend soll das Gluck belohnen.
Doch den falschen Disnnionisten
lind noch vielen andern schlimmen —isten,
Wünsch' ich, daß sie ihren Irrthum sehen
Länger nicht ans falschen Wege» gehen.
Allen Müden gute weiche Betten,
Allen Bösewichten feste Ketten;
Allen Hnng'rigcn die besten Speisen,
Schönes Wetter Allen die da reisen.
Baldige Gesundheit allen Kranken,
Die Versöhnung Allen, die da zanken;
Einigkeit und wahre Brüderschaft,
Die die Welt zum Paradiese macht.
Hcirathslnst'gen Mädchen schöne Männer,
ZeituilgSdruckerli viele gute Gönner;
Und daß iu dem Neuen Jahre
Jeder zahle baar für seine Waare.
Allen, die von ihrem Handwerk leben,
Mag der Himmel viele Kunden geben;
Doch von allen Faulen, Arbeitsscheuen
Möge «»6 die Zukunft doch befreien.
Jeder, dem da ist ein Amt verliehe»,
Soll daraus nicht bloße» Nutzen ziehen;
Der Cougreß u»d auch die Assembly
Soll'« desVolkeSWohl berathen spät u, früh,
Nur mit Amt6geschäftc» sich befassen,
Nicht in Faulheit unser Geld verprassen.
Auch dem Gonvernör und President
Wünsch ich zum Regieren viel Talent.
Ferner mag nach JedermanneS Willen
Wa 6 er selbst sich wünschet auch erfüllen;
Doch vom ZeitnngSträger will man traun
Immer »nr die besten Wünsche schau'n -
Seine Kunden soll sein Witz ergötzen,
Und er mag sich dennoch glücklich schätzen,
Wenn am Neujahr seine Wünsche preist
Jeder, den er Frennd nnd Knnde heißt.
», Nu» ist's Wünsche» wohl am Ende,
Leer ist bei mir Herz und Hände;
Wird von Allein nur die Hälft' gewährt,
Ist mein Wunsch doch ei»er Gabe werth.
ll»d wenn meine Wünsche Euch erfreu n,
Wird das Glück mir heute günstig sein?
Ist das Geld auch wirklich etwas rar,
So erwart ich doch ein wenig Baar:

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