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Die Gasconade zeitung. (Hermann, Mo.) 1873-187?, January 22, 1874, Image 1

Image and text provided by State Historical Society of Missouri; Columbia, MO

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Carl EKcrhardt, Hcronsgeber.
Preis : $2.00 pcrJahr.
Office: Ecke der BZerten & Schiller Straße.
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schkf.e cut und fcünftUi.
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3c5 rnti'fe lc mich dein iiiiifuii! oü Hermann
U d Umqk.rnd zur Slnfertigvir.g von
rabstcincu, Monumenten, Tischplatten,
, Äaniinminiien,
und überhaupt jede UMltbaneivrbcit. Ta ieb
flTefiC Grfrtbrnna in meinem vacbc bester so ga
tantt'rc ich für die beste, rncb künstlerischste Vlrbeit
zn?ar zu sehr billigen preisen. 32,1
Wein u. Bicr Saloon
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Tapeten, Eiseiiiaaiucn usw.
Serner W.ient für
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welche für tfncb r besten ebalfen wird und wo
ron Zwei für den Prei einer qeiröliu'.ici'en verbnn
denen Maschine .zcl.'.uft roerden können. 2r
Miiijci! Smqr ! Lttmdcr Z
m 3dva0crt,
itftc (2traf;o, Zw. Markt und Mozart,
zeigt dem .reebrtn? Publikum von Eradtund l'anc
lurrnit eri':i'nist an,tafi er sieko M ö b el alle,
Ivt errntbi.i bat. i. ival eichen arge ron
allen OS ri.;t":en cen Hol; und Mei.ll und in jedem
Ell. "SllUcx? gut und billig
Auch habe ick stets etutti treefentif Nutz
holz und ndereB auwatcn'ol, das i1
zu den niedrigsten t. 'oui,? Preisen, auoschließ
ich der Jraedt, erkaufe.
Auch bin ich Agent für die St. ? o u if
teils wrc 5 utnpons nb verkaufe denn
Fabrikate ( (nla'nte irdene "'astn n. lurtentorte
von Trr:e (5ott.i sc), nschlieszlich der Fracht, w
Et. Xvm 2'reiien. '2!) & c $ n bf rt
Aa!ÜÄcKer Monli.
Stcttin-Amerikankschs Postdampf-1chifsahrt-lct'c!k.'GcscLschast.
Rcgcln.äßigc Postdampfsckifffahrt. zwr
ichcn New Jork und Stettin.
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SÄi.tw.ÄiÄiii;j,!
' Tie folgenden starkgebauten und elegant einge
richte Kämpfer :
Humdoldt, Frantllli, Ernst Moritz Arndt.
LasKinsitoik.
rerden abfahren via Havre und Copenhrgen,
'2 llbr Nachniittagö, vorn Pier Fuß der 4. St,
um
traßr.
Roboten:
Abfahrten:
W a f i n g t o n, 30. Oktober.
E. M ' 31 r n d t, 15. November. -.
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Passagc-Prcise (in Gold) :
on Stettin, I. Eajütc,
$00 00
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1. Zwischendeck
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Kinder unter 10 Jahren die Hälfte.
Wegen Fracht nach den Ostseehäfen und Passage
rornte man sich an
Ehas. Rammclsbcrg & Eo,
G e u e r a I A g e n t e n,
rfjtec ?!. i0 Broatwa?. N. A
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Das großc Loos.
Von (?. Weiöflog.
(.Fsrtscöung.)
OTSr,;., kv.",s.
Gottlicb ? war ihre zit
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ternbe Frac.
ort ! antwortete
i&
fort in o'u
Welt !
l'cb' wohl Marie Tu Tnufrndsch,iy.
In Trinem Herzen für Manchen ist Play,
Xer (5.i!inn'rtb mag Dir t!;n füllen.
Gottlirb I rief sie so willst Du
heun wirklich fort, so ist's denn wirklich
Dem (3 nist?
s' ist mein Ernst, antwortete ich
holder Engel, s' ist mein wirklicher Ernst,
dru'm lebe wohl !
Nun denn sprach sie, und die hellen
Thränen stürmten ihr über die Backen
dann nimm wenigstens noch das von mir
auf die Reise. '
Behalte Deine Pfennige ! rief ich,
oranate das :utr uinaciia.tene vacr.'l zu-
rück, das wie ein Bricflcin gefaltet war,
und in dem eine hübsche Anzahl Dukaten
sxin konnten, und stürz' e zur Thür hin'
aus. hinter mir hörte ich schreien : Gott
lieb ! Gottlieb ! aber ich sprana um die
Ecke, war in ',;urz,ttl vor dem Thore uud
schüttelte den Staub von meinen Fü
f;en.
oxi aus oem Dcrgc, wo oas mannen-
wälda?en ist, sah ich noch einmal zurück
nach der schönen Stadt, wo mir so uncnd-
lich. wohl und wehe gewesen.
Im herbstlichen Nebel lagen die Thür
mc und die Häuser, die Schornsteine rauch
rcn und durch ci: Lust zitterten die Glo
ckenköne der Frühmesse. So lebe denn
,uv','.l, du geliebte Stadt ! rief ich, und
breitete die oinic auö. Lebt wohl, ihr
scbönen Träume und Hossnungen meine
ns ' Ich habe keinen Äaer und kei
nen 'arer uno reine '."lvircr, reincn
freund und leine Geliebte ! ?ch gehe hin-
an? in die fieie Welt, wo Niemand mich
kennt und Niemand mein ist. Aber sei
hij, blutende? Herz !
blüht
t mir denn
Fimmel in c i ix c r Rüigmauer,
in
i n e ö Menschen Brust? Nein, weit und
grozz izt Gottes zchone eU, uno ihr,
dcnde, die ihr blutet, wie ich, ihr sollt
meine Geliebte lern von nun an. tfur
end) will ich arbeiten und mir's sauer wer-
den laijcn, ich bedarf für mich nur wenig,
aber ihr sollt unter den frohen Scherzen
iMr!id?rs nicbt merken, was der arme
Gottlieb tief in feinem Innern durch'ö
Leben trät.
Seht, liebe Brüder, so zog ich hinaus
in die Welt, und so sind nun wieder 3
Jahre vergangen.
Und hast Du fragten die Andern, seit
her keine Kunde von Marien erhalten oder
gegeben ?
(?, vtvitSit-f S Qmisfiuter Q
OlllllV, VllUllltl tbl jJtUlVVUMVU
ist weit von hier, ich aber strich im ganzen
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Reiche herum ohne Rast, arbeitete ni
lange und wurde-llocruca. vcir eiwas
Erklecklich. s zu ,ammeln, um als Baken-
mann dem Karten Meister vor die Augen
treten zu können, dazu hatte ich ia nicht was ! krähte der Schlosser was den- und Eichenwipfeln und übertäubte der Hanö ! entgegnete ver Schneider. len.
die geringste Hoffnung, darum ging auch ggtcur ! H i e r ist die wahre Cvllccte, die Tusche der schmetternden Trompeten Sei ruhig, Zickel ! versetzte der Endlich sagte einer der Herren. einBa
bei mir der Verdienst immer, wie er kam, , h. ttftif,p. fnfT . m fnmntfn. jrf, ,,s s, -3nnncr her anfrn. Asirr l5 Schlosser Ä30.000 vertrinken sich nickt ver. fein Bedienter sei der arönte Trin
und ich genoß daS Wenigste davon.
Schreiben und fragen, wozu hätte das
yi. Miiiv Vuv
rniijcn tonne: iem i, 'vur i..
. r crr . ' TV J. : j r s I
doch en:,a,lcoen, uno aucu nc Mi jcyi
lange schon in dcr Weintraube, und hät-
schelt aus den Armen die kleinen Schwapp
pcl. Ich bewahre die treue hoffnungslo
sc' Liebe.
Woran Du sehr übcl thust ! erwicdcr
ten die lustiaen Brüder. Ein anderes
Städtchen, ein anderes Mädchen..
Soll mir die Blonde nicht erden,
wiebt'ö Braune noch auf Erden.
Wird auch die D ckc nickt meine,
So .nimmt mich die die Dürre, die Kleiue,
Und löschet mir Äetnc das Feuer,
Ss hole sie alle der Geier!
Bivat das freie, lustige Haudwerksbur-
schenlcbcn ! Bivat, vivat ! riefen die
fröhlichen Gesellen. - Und so riefen und
lebten sie auch in der Residenz, als das
das theure LottcriclooS errungen war,
und Jeder .nun seiner gewohnten Weise
sich wieder hingeben konnte.
Wenn wir nun aber wirklih? so glücklich
fein sollten, aus Fortunens Rade den
grofzen Treffer zu ziehen, was wurden
wir d:nn mit den: schweren Wammen
anfangen? fragte der Schlosser.
Sei unbesorgt ! entgegnete der Schnei
der, s wir würdcn's schon unterbringen.
, Ja, gewiß ! seufzte Gottlicb. Kommt I
Zeit, kommt Rath. Wenn nur der Zieh-'nun
tag schon da wäre.
freilich schlich so ungeduldige !
Seelen viel ;u langsam herbe:, indeß end-1
lich kam er doch. Die Herren mit und
oh.e Pcrrückcn und Brillen faßen im gro-I
ßen Saale auf ihrcu Plähcn, die Räder
rauschten und die Waisenknaben began
ucn ihre ominösen Verkündigungen,
Sckackeriudcn. ?!cuaicriae und Collectcu-
re drängten sieh in reger Erwartung, aber
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der Tag verging und nur ganz kleine Bro
cken hatte die Glücksgöttin über das Laud
geworfen, die großen Bissen aber noch im
Rade behalten. So vergingen mehrere
!aqe ; Tausende, Zchntauscnde, Zwan-
zigtausendc kamen heraus, aber fest und
zähe blieb der Sil)0,00n-Gewinu zurück,
Endlich am Abend des sechsten TaacS,
was rennen die Leute ? was lärmt in
Straßen ?.was sammelt sich d jauch,
zende ' Pöbe! vor Meister Hobel's .Haufe,
wo 'der -Zwickaucr arbeitet ? Ist cS denn
wirklich wahr, ist es denn kein Traum,
hatt denn wirklich Eottlicb's Nummer
das aroßc Loos aewonnen ? Ja cs ist
wirklich, cs ist wahrhaftig ! Mit großen
Schweißtropfen auf der Stirne, nit vcr-
schobcncr Verrücke stürzt SchmnclNatkan,
der Eolleeteur, herein in die Werkstadt,
und krächzt athcmlos : H100.000 ! Soll
mcr Gott helfen ! Wo ist der Herr, der
der gcwunncn hat's grauße LooS ! und
Gvttlicb txat hervor. Wie er die Num
mcr. verglichen und die Sache richtig bc
funden hatte, hob er dir Hände, und mit
Thräncnblick das Auge zum Himmel
Ach Marie ! seufzte die treue Seele, und
das Wort erstarb ihm vor -reuoe und
Wehinuth. Schreiend und jauchzend
drängten sich Alle an ihn, aber er ent
sprang im Kamuol und lies ,zn Bruder
Zickel. Heraus ! schrie er unter dessen
Fenster, heraus Da glücklicher Schneider !
H,7rau?, Bruder Zickel ! Wie haben ü.ic
,-roßc. Loos gewonnen !
Und aus dem Loche der Werkst adt
schnellte der Leichtfnsz wie ein Zitteraal
uud tanzte nun vereint in seligem Jubel
mit dem Zivickaiier nach der feinen Stra-
sie. wo der Schlosser wohnte. Dem aber
-
hatte. liic telearavliische ama die Sache
schon früher verkündet uud ersaß bereits
fest im goldenen Ai.kcr.
Wie die Andern hinkamen, war er schon
im allerobersten dritten Frcudcnhimmel.
herein Ihr Gebenedeiten I rief er
um Fenster
heraus den überflicß.'ndcn
ÖUlIlfCn UOQ CUlpOr slCLlOUen nJurUIU
"
wollt Ihr draußen stehn ! verein zu mir
in's flifcr der Wonne I Älle lnstiaen
Brüder berein ' Die aanze Welt soll her-
ein kommen und auch die Friedrichstra'ze !
vvi-ehi Du lumuiae Schneider, eele. ber-
ein znin Meinkrua. Du erbärmlicher Gott,
lioli ' Iir keid avaneirt und aus fcklech
teil Schildkröten Gcldvögcl geworden l O
wie tanzcn die lieben Engclcin mit mir
den Geschwindwalzcr.
Halt's Mau!, Du Saufaus ! riefen
Mauk. Du Saufaus !-riefen
bi(, ändern und komm craus, wirmüs-
sen zum Eollectcur.
Ihr lieben Seelen, bin heut' Invalide,
kitiy viv vv, w.
. f t- L it f:mir;l.t.v1trrhsn. ha
, Beine nicht nach.
JJ W V V S Y 'W vn
Unb fonjslrben,t freilich das M it g c h e n
unmöglich, doch nich das M i t ko m m e n'
Dcr jclige Hans wurde aus eine Trage
g.scht, ucbcn herzogen di Brüder, und
rund herum und hinterdrein der fröhliche
Troß, der sich mehrte und wälzte wie ein
wachsender Schneeball. Musik fand sich
wie von selbst, und schon von ferne jauchz-
tcn die Straßcnbubeu 'Sie kommen,
sie kommen, die 3 Handwcrksburschen,
die das grüße Loos gewonnen 1 .
So allmächtig aber ist der Zauber des
Goldes, daß nun die Glücklichen, die sonst
immer die Liederlichen hießen, in Jeder
mannS Augen wie Wesen höherer Art
erschienen. . Niemand lachte nnnmehr
über das schäbige Röcklcin deö Zmickau
ers. Niemand mehr über die Fußtrllicr
des Schneiders, und selbst die Kometen-
ase des Schlossers hörte auf, das fcuer-
speiende Vorgebirge eines unverl esserli
i chn Säufergcnchts zu sein, und wurde,
wie ein F'etlsch in Afrika ein Gegenstand
hocl,achtung?vollen Staunens.
Wie nun aber die (Glücklichen in dem
Gcldmee,e wühlten und sich überzeugt
hatten, daß kein Trauni sie äffe, un Das,
was sie kaum für möglich gehalten hatten
wirklich sei, da fragte Bruder Gott-
lieb im Ernste : was fangen wir an mit
dem Mammon ? Ich mein?s Theils dächte
vor allen Dingen, wir ließen ein Erkleck-1
lichcs ulsftrn' Mitgesellen zu Theil wer-
den. I
Da hast Du Recht, Bruder ! riefen die
Andern. Die Tnchler, die Schneider
und die Schlosser sollen einen fröhlichen
Taa babcn. und allen Vrcszhaften der 3
edlen Zünfte soll geholfen sein.
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Auf nächsten Montag wuröen deßhalb
die 3 Gesellschaften nach den Waldbudcn
entboten.
Der schönste Auaust lächelte, und früh
schon riefen die Trommeln die Gewcrke
zusammen. Die sammelten ;ch in ihren
verbergen und zogen dann zu dem gemein-
schaftlichn Bercinignngspunkte, in dcnl
goldenen Anker. Bon hier aus, Nachmit-
taas um 4 tthr, ingS im laugen Zu.ic
kin,2iis var die Stadt. Erst kamen die
Schneider, maßen Bruder Zickel sich du.ch-
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auö den Borrang nicht nch neu lassen, mit
ihren Mahnen und Trompeten und Pau.
ken. alle stattlich geputzt, und mit cntblöf-
tcn Degen, au deren Spiken Zitronen
prangten. Hinter ihnen die Schrei-
er. auch mi? Musik, nicht minder im
Iestanzuge, m:t Fahnen und Degen wie
die Schneidea. und zuzet als schwere
Artillerie die Schlosser. Denn die führ- Da wäre ich ein rechter Narr ant
ten hinter ihrer Fahne und hinter der wortete Bruder Zickel mich totaliter
rauschenden Ianilscharenmusik einen mit
..Zierden beivannten Laüwaaen. auf
welchem ein stattlich mit Eichenlaub be--
kränztes, zweifaderics Faß Wein lag,
Dann schlössen die Meister den Zug, in
ihrer Mitte die ? Glücklichen, ;,: schmück.
mit Blumen und ranzen, und nun kau,
als Bagage und .eercstrv'; die lange
Reihe ber Wagen mit den Biertonncn,
:'.lit cen unzähligen Schiilkcn, Brateti,
Lcni'.neln und .uci c.l, die in reimlich be-
CCliCll Ä'.unuii iiiiiiüiiu; ytfiuuu auiiu
. ,.,.m:.', .....j. v.i'is
C.)iil liUtClCN.
DiatiZien aoer t cen Waldbuden unter
den olchien. zeizalliaen Daumen ivar ö
Jahrmarkt und wimmelte es von Leben,
wie an einem alikartliZc,rte. .ler wur-
t . 1-5 " . js. L V ä. t L Mi-t r
cc öiasiee gerotut, oarr lagcnci; im vru
nen ganze Familien mit ihren Flaschen,
bannen, Tassen und Kuchen ans den wei-
ßeu über den Rasen gebreitete Tüchern
Hier wimmelte es um die aufgeschlagenen
Zelte, da jubelte aus den Buden die lär-
mende Musik, dort knallten den Abhang
herab die cuerichiunde. trnter der ma-
I ........ t- . t e''
MLtuilUitu tun uu uuiiu
I - - r it.
i -4 v irin a .fii.f.ir..i..i
rem ioocc vas unenne,uvye cuifai,,
und ohne Aufhören sioß der edle Reben-
saft in die Krüge.
So tummelte sich Alles in Lust und
Freude. Ehe aber Hesperus heraufzog
am heitern Himmel, 'hatte jeder Mitge-
selle von den 3 Fe'tgcbertt schon still und
heimlich seinen Dukaten in die Hand ge-
drückt und jeder Oberälteste der 3 Zünfte
$1000 znr Untcrstühung uothleidender
Mitbrüder erhalten.- Da schlug das seg-
Mitbrüder erhalten.- Da schlug das seg-
ncte, tanscndfache Lebehoch der aufjanch.
zcndcn Menge zusammen über den Lin-
i - t-
nun die feinen Meistcrtöchtcr mit den
islimuifcn West len tn cen Nuden und
i hjm-w.. -w-,- W--
draußen auf dem LlasenplaKe unter den
1,000 Lampen, die an den Bäumen hin-
gen, dahin rauschten im Reihentanzc, als
Bruder Zickel, die Seele deö Festes, lch
selbst übertraf an unendlichen Spaß und
an Possen, als Bruder Schwerlich in cly-
sischen Träumen lieben einem Fasse laz
und hier und da die ehrbarcn Meister
in Gruppen bei der traulichen Pfeife bei-
sammen saßen, da wandelte die treue
Seele von Zwickau einsam unter den Lin-
den. Ach ! sein Herz war nicht bei jenem
Jubel. Seine Gedanken flogen dahin.
wo der Vollmond stand, dcr den Wald
mit magischem- Schimmer beleuchkete,
fern in die Gegenden, wo seine Marie
lebte. O, nun wäre ich ja. reich rief
er nun könnte ich . ja vor Dich treten
als Batzenmann, du' harter, hoffärtigcr
Meister I .Aber nun ist ja Alles vorbei,
nun sitzt sit ja doch schon in der verruchten
Weintraube, und 'Alles was ich thue, ist
umsonst !
So klagte der Treue, und wohl hätte
manche feine Dirne dem blühenden, 30
jäbrigen Gesellen den Chrentauz nicht ver-
weigert und gern auch wohl den langen
Cotillon durch's Leben mit ihm gewagt,
aber Gottlieb verschmähte die ranschende
ust und war wohl unter den vielen Hun
dertcn der Einzige, der spät nach Mitter
nacht, wenn auch nicht gerade traurig,
doch mit wehinüth'.gcm Gefühle, das La
ger suchte.
Wie am andern Tage die Brüder zu-
samurcnrcchnetcn, verblieb einem Jcgli
chen noch die reine Summe von $30,4.65
in klingendem Courcntgeldc.
Das ist viel ! nckn Alle. Was ma
chen Wir mit dem Gottcssegen ?
Ich meines Theils, sprach Gottlieb
mein Entschluß ist gefaxt. ' Ich pilgere
nach Z. , dahin zieht mich unwider-
stehlich mein erz. oit Liane noch frei.
wäre cs möglich, das sie den armen Hand
wer'sburjchcn ntcyt oen reichen iia
tenmann lieben konnte ; nun, dann
trete ich als Erozus mit meinen schätzen
vor den Bater, und Juchhe: ! ohr Bru
der, dann geht die Sonne meines wieder
auf. und nicht mehr Unter. Silzt aber
. -
die Gelobte als ehrbare Wirthin zur
Weintraube im ehelichen Zwinger bei
Schwappe! ach ! nicht um,onit zagt
meine treue Brust, und mcrn Unglück l,t
wahrlich schon lange entschieden- dann
wander .ch traurig nach Zwlckau, ,n meine
liebe Barcritadt, tyuc wutcs oen Firmen,
legire deil schnöden Mammon dem Spit-
tel und sterbe wo lch-geboren bin.
einzuvhilistern in's eheliche bürgerliche
Haarzops.Lrben. Mit Nichten! Nach
höherem strevr mein &u:n. Ieio givr j
iiire, uno uuic uur l,l oes eoens ee-
rt . -i j - . f a S .
le !
Du will?t wohl gar als Kriegsheld Dir
anen Namen machen, fragte der Schlof
ser. Bleibe mir mit dem elenden Soldaten
leben
vom ale, erw'.eoerle oer cunel-
i . - r..
st'i". jv0!iuiiijüri)u iiiu n.uni'jitiiuijitui
sind überaus schlechte Späße, und Orden
und Zeitunglob erziele ich, ohne mir den
Äagen bor schnöden Lanfgräbcn und
Schanzen zu erkälten, die keine Raison
annehmen. Nach Italien ziehe ich, uach '
'Italien !
Du nach Italien? -riefen die Ande
rcn O du armseliger Schneider ! Was
willst Du in dem vornehmen Lande.
Schweigt entgegnete Zickel davon !
versteht Ihr nichts. 2a, nach Italien
ziehe ich. Kennt Ihr das Land, wo die
Eitroncn blüh'n, Ihr Esel? da treibe
die Anoßpcn des benies rqre goldenen
I . c f ? r . r.
auuui, V ywl. I umuivuiuu
I v t 7 " !(. .
- A4M4,'i9t' r rt n i t nur tt rn
junget ucc ocyiumnu, ui utu rniiiuee
des Luruö und der Jndustrie.die Glücks-
Pilze, da kann man noch etwas werden
mit Courage, und nicht umsonst will ich
in den 3 Jahren, wo ich in Triest bei Mei-
ster Punio arbeitete, mein Italienisch ge-
lernt haben. Brüder! die Zeitungen
sollen vom Ulmer schreiben, und Nasen
und Mäuler werdet ihr uuffpcrren.
Du bist ein Narr ! liefen die An-
dern und bei Zeiten wirst Du das Deini
dern und bei Zeiten wirst Du das Deini-
ge verjubelt haben.
Und Du das Deinige versoffen, Bru
-w r i x
so schnell, wenn man solide zu Werke
Iieut und einen vernunktmen Älan sor.
l i) I J ' I
mirt, Hort wie ich mir S vorgenommen,
Ich könnte in'ö Ungarnland, wo der
Tokaier Ausbruch wächst, ":ch könnte nach
Frankreich, wo man die Pserde mit Wein
und Eognac tränkt, ich könnte nach Spa
nien, wo der Malaga und die Sekte zu
Hause sind, aber Brüder, ich. bin ein red-
lichcr Deutscher, und bleibe im lieben Va-
terlande. Das ich letzt ein Vierziger
nicht erst anfangen werde, um. das Wei
bervolk zu schwänzeln, und zu kratzfüseln,
das werdet Ihr mir wohl nicht verdenken.
Auch Das, was Ihr etwa : sich zu'Nu.
he setzen nennt, ist nicht meine Passion,
3a) will kein- Ruhe, ich will Unruhe, Le-
bcn, Genuß und Abwechselung. Darum,.
Ihr Brüder will ich Deutsland durch
zieben mit meiner freien, lustigen Seele
alS Naturforscher, alö Philosoph, ich.will
kritische Versuche anstellen über dii in
Deutschland vorhandenen Biere, Doppes-
biere. Weinkeller und Branntmeinbrenn--
' '
reicn und diese Versuche sollen nicht etwa,
wie in ' einer trüglichen Ecyklopadie für
Künstler, aus falschen Recepten zusam
mengeschrieben sein, so daß kein Mensch '
daraus klug wird nein I selber will
ich sie macheu, so daß cs einem jeden n..nz
leicht sein soll.
(Fortsehung folgt)
Hurlss cheö.
Die Frau zum Manne: Du
mußt nicht sagen Scherm es heißt doch
Schirm.
Der Mann zur Frau (ärgerlich) : Ach
was I faule Sachen I Scharm, Scherm,
Schirm, Schonn, Schurm, es bleibt im
mer ein Scherm und gestohlen wird er
doch.
Zwickauer: LüberZonaS! Ich
föhe, Sie können noch keunen Brüf schröi
bcn.
B u ch h alter : Wie so Herr Zwickau-
er?
Zwickaucr : Sie schreiben doch hier ver
düncn klein ?
Buchhalter : Ja, ganz Recht ! ES ist
ja auch ein Zeltwort
Zwickaucr : Wie heißt Zeitwort ? Ich
sage Ihnen, Bcroüncn is bei mir ä
Häuptwort, und muß groß geschrieben
werden. ' ...
H e i m a n n : w'aö hast de dir vor 'ne
häßliche Frau genommen ? Heißt e Zu
stand?' ...
Das Acußcre is nicht schön, aber
das Gemulh, das erz des Jnwendi-
ge:
Werd ich dir was sagen : laß sie wen
den !
E i n M u st e r s ch u l d n e r.
Wer klingelt da unten so spät in der
Nacht?
Ich bin's ! Ich kann nicht schlafen : ich
habe Ihnen doch morgen einen Wechsel zu
bezahlen?.
Nun ja ! Das hat noch nicht solche Ei
le? Erlauben Sie. ich komme auch nur,
um Ihnen zu sagen l ich kann morgen den
Wechsel uicht bezahlen ! Nu schlafen Sie
nich !
Wie bist du mit deinem Schwiegersohn'
zufrieden ?
A seh braver Mensch, nur keine Kar
ten kann er spielen.
Daö ist uoch 'ne gute Eigenschaft.
Ja, er kann net spielen, er spielt aber
dochl
Müller. Na wat denkst Du denn
eienkilch von oe evalle zwischen vielen-
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Schulhe. , .2a ick weeß nich, Wem soll
mon denn da jlooben.
Müller. 3ck will mir mit Keenen der
feinden, deshalb jloobe ick Al-
l e n.
Schulhe. Sieste wie du bist.
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Der größte Trinker. Mehrere
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beisammen. Das Gespräch kam schließ
lich ans das Trinken und ein Jeder wuß
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te. iraend ein lustiacs Stückchen in trxäh
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kcs, den er ze gesehen und er glaube, er
rönne oie e Bowle Vumaz auglrmren. ob-
ne abzusetzen.
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Darauf schlug ein Anderer vor, den
Bedienten helbeizuschaffen, um ein Spaß
;u haben. DerBediente wurde geholt u.
befragr, ob er das könne, was sein Herr
von ihm gesagt.
Der Bursche besann sich einen Augen-
blick und meinte dann
Ganz gewiß weiß ich,s halt nit, ich bitt
um 5 Minuten Bedenkzeit.
Diese wurden ihm gestattet und er der-
I schwand.
. Nach. Ablauf der bestimmten Zeit er-
schien er und sagte : ,
' H. Hauptmann, i glaub, eö geht !
ijnd wirklich trank er die Bowle aus, oh-
abzusetzen.
AIS er dann gefragt wurde, zu welchem
Zwecke er die fünf Minuten Bedenkzeit
auSgebeten habe, antworte 'er verle-
gen:
N-k.k-.s ttiit, ;'ü ..'
kj" . ""IV ff' ifuv V
halt erst mit Bier versucht. '

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