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Der Sonntagsbote. (Milwaukee, Wis.) 1906-1912, May 13, 1906, Image 2

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2
Aan-esverratl).
Tck Neichtzgericht in Leipzig verhan-
Klt hinter verschlossenen Thüren
gegen zwei ehrlose Bursche.
Eia Dritter n schuldig.
Alle Drei waren angctlagt,Pläne nnd
Modelle für Natrrsrrmmca an os
wärtige Mächte verkamt zu haben.
Amerika leugnet.
Leipzig, 9. Mai.
Das Reichsgericht begann heute hier
Len Prozeß gegen Otto Senfkcnleben,
einem früheren Sekretär :n einem öckr
Regiruiigsburaux in Berlin, einen Me
choniker Konrad und einen Geschäfts
reisendenLiicke, die desLandesverratbes
beschuldigt sind, indem sie au Reprä
sentanten der amerikanischen Gesandt
schast in Brüssel eine Unterseemrne mit
Ankeropparat und den dazu gehörigen
Zeichnungen verkauften. Die Getan
senkn sind auch beschuldigt, ähnlicve
Zeichrulngen an Rußland verkauft und
eiix Mine in Brüssel hergestellt zu ha
be die von diesen durch einen sran
zösischrn Zwischenträger gekauft wur
den.
Senflenlebtn wurde zu vier und
Konrad zu drei Jahren Zuchthaus
strafe und fünf Jahren Verlust der
bürgerlichen Ehrenrechte und zur Pa
lizemufsicht verurtheilt. Lucke wurde
freigesprochen.
Die Sitzungen des Gerichts werden
hinter verschlossenen Thüren abgehal
ten.
Washington, 9, Mai. j
Pläne für Unterstem,nen mit Ufer
verbindungen, auf die sich die Leipziger
Dspesche bezieht, fallen in diesem Lande,
m's Bereich der Armee. Daher wird
einfach erklärt, daß wenn irgend An
strengungen gemacht worden sind, dir
Geheimpläne irgend eines deutschen
Modells dieser Art in Besitz zu tom
men, einer der amerikanischen Militär
attachees in Europa der betreffende
Agent gewesen sein muß. Aber bei de,
amerikanischen iKesandtschast in Brüt ,
fel befindet sich lein Militarattachl.
In Berlin ist der Kapitän W. S. Bi>
die dom 14. Infanterie Regiment At
tache und in sttnris Kapitän W. 2.
Guywood vom Artillcrielorps. Fm!
Krieasdeparteinent wurde natürlich
erklärt, daß eine solcheHandlunasweise
von dem berichteten ehrlosen Ankauf
von Plänen kür die Mine nichts te
konnt sei und d-r Thatsache wurde so
fort Aufmerksamkeit gewidmet, daß bei
der amerikanischen Gesandtschaft in
Prüfst! kein Mtlilärattackne sei u: d
die Beamten lehnten daher jede Kennt
niß von der Angelegn,heil ab. Bei
dieser Geleaendeit würd auf den Stan
dal hingewiesen, in den der amerikani
sche Milülirattachre in Pari,, Ma
jor Porup, vor mehreren Jahren ve,
wickelt war,aber in diesen, Falle wurde
behauptet, daß serOss'cker für eine an
dere Regieriina haud-llr und nicht für
keine eigene, indem er sich Piäne für
ein Feldgeschütz vcrecha-st haben sollte,
was er ernstlich leugnete, aber trotzdem
odberustn wurde.
Berlin, 9. Mai,
Eugene N. Faß. Kiz- Präsiden: d.w
.Gegenstitigkcssi- Liga", hielt beute an
die amcritanijchk Handels und Ge
lchästsveeeimguna eine Ansprache über
die Tarisiituation in den Ver. Sta>,
ten und dir Ho-ch-I: bezie! uug-n zwi
'den den Bereinigte Staaten nd
Deutschland, Viele deutsche Gksi.hätw
leute waren anwesend nd einige de:
stlbeu nalnnkn an der Det>attc lpe-l.
Herr Faß sagte voran-, daß dir Ge
den Pereiiüairn Stagte,, bald durch,
eine Tarisreoiiion erfolgreich sei
werde, indem sie einen'doppelten "laß
Pläsidentkn ermächtigt, Tarisarraug:
mrnts ohne Mitwirkung des Senates
zu itksstn,
Herr Foß reiste deute Alend n.-ch
London ab Er ist von dem Verbock
ten der oeutichci, Regierung und der
Geschäflsleu! hinsichtlich der Gegen
seitigleit „n, d-n Vereinigten Staa
ten sebr befriedigt,
Berlin, 9. Mai.
Ter Reichstag nab, heute einen ,'st
setzenlwurs an der aus Autoiuovi!:
kink Stcurr von 2 dis IE Mar! wo
Pferdekrast legi. Ein Antrag drr ra
dikalen Par?-!. -Air zu tou-uici-ietlen
und industriellen Zwecken beirut-.!--:
Automobils von der Treuer a-.,-
Tchließkü. mürbe adaelkb,,!.
London, 9, gssst'i.
Der „Centra! News' wird aas Ber
!in grnwldel. daß in liiprüc tei Vlw.
fünf Anarchisten verhaftet und unter
Anklage wegen H, .bi-erratd-:- arickeiü
tourden. Tie Männer backen D.-n.r
Mit im Besitze. Auch in drr Nä!>e des
töniglick-enSä-ckoffes, in dem der Kaiser
iworgen eintreffen ioll.ioiirdenSp-reng
slsfst gefunden.
Berlin, 9. Mai.
Als Nachfolger des kürzlich v- :äor
denen Eisenvahnministers v. B iode
der Babndirektionspröüdi-nt Bretter,
back in Ko!:> ausrrseken. Er ist !an-e
J-adl im Eisendakadstnst thätig ui d
gilt auf dem Berwiltangsgedie! als
Autorität.
Berlin. 9. Mar,
Nicht weniger als v aa-ttüb-.
liche Berichte über den gewerblichen
Unterricht in den Vereinig:: Staaten
sind den, preußischen Landtage zuge
ganacn. Sie enival-en die Bcob.ch
tuwgen und Urtheile der Kommission,
welche das Handelsministerium uu
längst auf eine Studienreise über den
Osk-in gesandt hat. s
München, 9. Ma'.
Zwei russisch Studentkn, -r-eichc aus
der diesiger. U::irrkiiä: ,um Horen der
Vorlesungen zugelassen waren, hat,
nächtlicher Weite den Srudetcn Mar
tm au Gletivitz in Schlei':: üver
fallen und ermordet. Der Beweg
xa- ,ul Atz ist Erfersucht. L
beiden Mörder sind in Haft genommen
i worden.
Berlin, 9. -Mai.
Tie „Kölnische Zeitung" befürwor
te: die Einverleibung Neutral Mores
nets in Belgien, vorausgesetzt, daß
dort die deutsch Sprache amtlich an
erkannt wird.
Das offiziöse Blatt führt aus, daß
ein ähnlicher Antrag seinerzeit im de!
gischen Parlament, als es sich um di:
i gleichberechtigte Behandlung der sla
'mischen Sprach im Königreich han
j deltc, eine Mehrheit von 50 Stimmen
i gefunden habe. Würde die deutsche
! Sprache ebenso berücksichtigt werden,
jso würd das die Auslieferung der
Teutschen in Neutral-Moresnet
i an Belgien auswiesen,
i Ter Vorschlag der „.Kölnischen Zei
i tung" findet in der gesummten nativ
l nalgesinnten Presse beisiistige Aus
' nähme, llnd da der offiziöse Artikel
i augenscheinlich als Fühler dienen sollte,
i so dürfte die Einverleibung Nttnral
i Moresnets in Belgien in nicht ferner
-Zeit zur Thatsache werden.
Berlin, 9. Mai.
Ter Spar und Vorschußvcrein in
i Fürstenwalde a. O, ist durch Mitglie-.
der'des Vorstandes und den Aufsichis-
rath jahrelang betrogen worden. Das
Defizit beträgt nicht weniger, als
!6I.VM Mark. Der ehemalig Vor
sitze: Thicß ist bereits in Hast genom
, men worden und weitere Verhaftungen
i werden folgen.
N-ic Porl, 9. Mai.
Der „N. "). St. Ztg." tadelt ihr
Berliner Korrespondent:
- Das Ergebniß oer Stichwahl im
Reichstagstreise Darmstaöt Gros
Gerau, wo der Sozialdemokrat Bert
! hold dank der Unterstützung der Frei-!
sinnigen über den Kandidaten der ver
einigten Bürgerparleien Tu, Stein den
i Sieg davontryg, hat den Centralvor
, stand der nativnalliberaten Partei zu
i einer geharnischten Erklärung ueran-i
laßt. Er verleiht seiner Entrüstung
über die Haltung der Freisinnige, die
trotz aller Ermahnungen, i:a- auf ihre,
Biiro-rpslicht gegenüber Reich und
Vaterlano und wider den geschwore
eii Feind des BürgertchrmL zu besin-j
nen, in's sozialistische Lager liefern,
unverblüniten Ausdruck.
Der nationalliberale Centralvor
stand bezeichnet die bisherigen Beuiü
hungen, welck auf den Zusammen
schluß aller liberalen Elemente r-s den
Parlamcntsioahlen abzielten, als vsl
l!g werthlos. denn bei der ersten Kraft
vrobe seien die Versprechungen uner
füllt geblieben. Er erklärt, daß oie
nationalliberale Partei hinfort der
Freisinnigen Bereinigung jegliche U
lerstützung versagen werde, bis genü
geridc Garantie gegen Wiederholung
derartigen Verrathe gegeben worden
sei.
Man batte ui nationallibcralen
Kreisen mit Bestimmtheit aus den
Erfolg de- Kandidaten der vereinig
ten Biirgerparteien in der Stichwahl
gerechnet. Bei der Ersatzwahl hatte
Bertholt, 1t!,855 Stimmrn erkalte..
Dr. Stein lü.ttLk und der freisinnige
Kandidat Pfarrer Körest 5828 Stim
men. Wenn demnach die Freisinnigen
üch mit ihren beinahe sechstausend
stimme zählenden Weihst! in der
Stichwahl aus die Seite ihrer nick!
sozialistischen Mitbürger gestellt läu
ten, wäre Stein s Sieg verbürgt ge
wesen.
Mit dem Zusammeiiaeben allerLibe
ral-- steht c- de gemäß rch wie vor
reck windig aus. Allerdings batten
Natlonallil-erale und Frcisiiiniae in
vielen Kieisen für die Landtagswat
len gemeinsame? Vorgeben beschloss-:,,
brr die vielerdofft: Verständigung Mr
die NelchrtagSwablin scheint noch in
wissen: Felde zu siebe,
Berlin, Mai.
Der preußische Un„rc':ch!S - Mini
uer Dr. Studl ivird an, nächsten
Samstag Avend zu --hren des Pusscs
,-r-- F, Lawrence LaughUn. Profeijors
Stavtswissenschc.'t an d isbica
av'ee Universität, ein Diner eben,
aestrloe hätt eine Rewe wn 'Aorlra
gen i b,- ameukanisitst Wirtbschasio
eerduttnlsse vor der Gest-sticha:': für da
--tudiuui politischer Wissenschaft.
Berlin, -k Mai,
T>r Silbe diebsiahistandal, in den
d--t- Füriienpaar Wrede von Schtoß
Baserv-o im Großker.-ogthum Bleckst!
i'urg Sck-werin verwickelt ist, wirdclr
,n:ner,,-ebr -Staub an'. Au: Grund
X-r bi-derigen Ermiittlun.'en da! ,'üd
"r Siaarsanwal, in Ma'ckim vrra
laß! ges,-.-r-.v d:o Sux-.'ß versiegest!.
'Us doch gra.-rcnd gelre ge.ine
Funde, weliwe in der Snberkammrr
gemach: worden sind. Nicht nur wurde
e> Ll wka'teii rni.ststck:. weteber auf rai
'imite An crnrckt ward:.-! war. ,'on
er auch Hauxr-e-kszeug. -.e'ches da
te: venutzl :oi>'> S -.vergerätde zu
schmelzen und uak-nntück, ~u machen.
D:e Nackirndten liker d.e se-'w-ede
ist ff -''Zungen .aui-
Zst'noa-n Metallinduttr'stste-: ii:-
Arsestein in F-an'-uit a. M, rucd.-
eine Einigung erziel,, sodass, die ge
.'lanie Aue-sperrung von I>>sP Man
v.-r!ni!ki werden tonnte.
Der Streik der Hastnar! ,-ster oon
-S-!virmnd erreichte nach d-,-i
!>-o-,,:!!u.er Dauer sein End:,
Na.!- wer M.-..--.ng o,:- K-,si- a-.d
in de,.. Streck der mir>ki'd,-nt-stt-,
B-r rrbeiter Frirdonsver an "in -:-,
Lobntan .'s war. hatte dadurch einen
„pr-np,-- st-n" Anstriw erb,-!:-, d-.k
-dw Braunkohl,.besser lech p!? ?.
V- : , oe;'-her e::-er ::er it
ae'-una d-r ,-lus'chuss- ge v.- - -
derlo ni on , ,
-BziDde -r!ra:sschc„ Aa:' - -.
stand, 7
: uckl ji, - all-!,-- n, : :i! in
nen Arbeit.-, -chisssrn oerdan.x,
Nack-em dirK:- Z ,-e-.ano- -ß ,
Ard-ckern gemach, worden ist >ö.'-c
die Einigung nur noch in- Tra,-e
zer Zeit sein.
Berlin, 7, Ma
Drr Si -;chsrag : . a n di, ff- ~ch- -
un. Der Sla.tt '.sro'nr p. -ch
.Fer'-.,. van M.
get. bar einen schwer-. -. S,aad,
Wenn es n:ch: zelinsr. .Xr
Sontttaqsbote. Mikhvaukec, Torintaq, 13. Mai, 19W.
reits verworfener. St-u'roorschläge ei- i
ner Mehrheit des Reichstages noch in
i der elften Stunde munvgerrchr zu
- machen, dann ist guter Rath theuer, da j
die oon der Regierung gewünschten,
- 2IV M'.llionen Dkrri nimmermehr zu
sammenkommen werden.
Berlin. 7. Mai.
Die Genesung des Reichskanzlers
Fürsten o. Bülow hat in der jüngsten
Zeit solche Fortschritte gemach:, daß
er Rekonvalescent Anfang-Juni rse-!
s.rtig sein dürste.
Berlin, 7. Mai. I
Wir aus Malchin gemeldet wird, i
sind bereits gegen das FUrftenpaa:
Wrede, S:n Pächter des Schlosse- Ba
sedow und die Hausdame Weidig Haft
befehle erlassen worden. Bei den sei
ten? der Polizei vorgenommenen
Haussuchungen wurde eine Unmasse,
von Silberzeug, dar aus neun großen i
Puffer und Berliner Hotels stamm!,
unr mehrere riesige Körbe füllt, ge-:
funden. Man erwartet in der An-
grlegenhcit noch weitere sensationelle
Enthüllungen.
Berlin, 7. Mai. !
Ter Fürst Adolph v. Wrede ließ sei-!
nen früheren Diener Adolph Glase un-
rer der Anklage der Erpressung oer-!
hazien. Diese Maßnahme hängt mit
der Entdeckung des Tafelgeschirrs au-
Berliner und Pariser Hotels im!
Sck-Wsse Basedow zusammen.
Ter „Berliner Lolalanzeiger" er
klär:. es sei bekannt gewe'en. daß die
Fürstin o. Wrede kleptomanisch oer ,
anlagt sei.
Ueber die Ermittelung der mit den
Namen der Hotels eingravirten S:l
-berwaaren sind übrigens .viveespre
che>: Berichte im Umtaufe. Es
scheint, daß bei dem Berliner Hose eine
Anzeige einlief, und daß auf Grund
oieser c>:e Behörden in Malchin ange
wiesen wurüen, die Haussuchung im
Schloß Basedow vorzunehmen. Der:
Name d:s Angebers wurde geheim ge
aalten: es scheint jetzt, daß Glase die
Angabe machte.
Kanada.
North Sidney, 9. Mai.
' Dst kanadischen Behörden lieferten
dc Beweis, daß sie ernstlich gesonnen
sind, dem widerrechtlichen Fischen von
! Ausländern an der Küste von Neu
schotiland ein Ende zu machen. Zwei
amerikanische Fischerschoner wurde
dort beschlagnahmt und von den kana
disch: Kreuzern Kanada" und „Gla
diator" in den hiesigen Hafen ringe
schleppt. Die Schoner „Naymah" von
Boston und „Parthia" von Gloucester
waren angehalten worden, als sic bei
Kap North innerhalb de: Dreimeilen
grenze fischte.
Vancouvcr, B. C., 9. Mai.
Der „Imperial Limited" wurde auf
der Hauptlinie der kanadischen Pacific
bahn bei Kamloops, 250 Meilen von
l. er, von Zugräubern überfallen. Die
Banditen zwangen den Lolomotivfüh-!
rer. den Postwagen abzukuppeln und
cli-e Meile weil von dem Zuge fortzu
ehend Sie stahlen die rczistrirten
Seiivungeii. Die Sendungen der Ex
preßgesell'schaften fanden sie nicht vor.!
weil öieie in einem anderen Wagen un
tergebracht ivaren. Den Muth. noch,
malü ach dem Zuge zurückzukehren,
'atken die Banditen nicht, sondern vc:-'
schwanden in dem Gebirge.
Griechenland.
Athen, 9. Mai.
Das zwanzig Schiffe starre britische
Geschwader, weiches sich im Piräus
sammrltk. hr zte die Kessel. Es er-!
wartet noch dar Eintreffen der ziveite.r -
Kreuzerdwinon, welche von dem
Konteradmiral Prinzen Louis von
Battenberg befehlig: wird und im No
vember v. I. die amerikanischen Ge
wässer besuchte.
'Bk a r o k k o.
Madrid. 0, Mai, -
E ad bciichicr. daß iurcsttbare
-amvst- in Marotto iiatlgc'uado-,
i'-Aw-i, Dir Druppc des Sultans!
übc: Mulimastus; gcgan-!
,cu Wind: vr:w:>cu dc:- Prätcndcn-!
:c , bcrraichi und Hunden derwUwu
-gctödiel babcn
z r a l i e n.
'.stom. 9, Mai.
Jaw'l. von Streitigkeiten in Turin
über die Forderung kürzerer Ärdeus l
zeit seile er Weber ist beschlossen,
-pro. mcrgrnMitkag eine General
streik durch ganz Italien zu beginnet..
Drr Strri! : bereit in Bologna s
'.-cgcne-, :;d es tan'.kn dort mehoere
nsie 'Verletzung:.-, infolge eines i
,'ampseo z-oischki: Truppen und Stier- i
Venedig, 0. Mai,
Dir G -Nah''." ::! Frau Ro
bert Gvelci an Bord stieß heute hier
bei der Einsah in den Hafen mit
einem itaUrnisch;,, Kriegsschiffe zu
",m'.en. B we Sc-a'w wurdrn leicht
Ve^ck.-bigt.
E r p p i c n.
Suez. 9, Mai,
E - smrke Patroach-: ayp:ische-.
Küsicnware mir lünf Kanonen iss,
u:t die Oiüeite des Kanals überaeaan ,
M - rikv.
Merito. 8. Mai.
E w Prrzcs:, in den Leute von doirem
AusrLrn und '.-oßorn Reichthum ver
: lcke'.t Nb, i.d noch :: - Lau dieser
Wock-e b:rr wn-eü '.gn'ang nehmen.
gre-sUch-c Spannung entgegen.
. -'"'''Uw Evurtoien, und Win Nefw '
'.er der Anklage, dc .eligm bekan."
>-tgpi:,:,-st .-d iivrc dro.Voe,
-iGastav S:." .'.VS Tgiaca er
n war zur Zeri s--:ncr Zoxs
' :' araße B-. r oerre-gandel mit
- ,- Fred W ll a:, d andere. Ko
oer'r:ck.'.i. Tao Geschäft
7-..rdc später avac.rtckr:!.
England,
London, 8. Mar.
llnrer wn deure .d>d veroffrstlich
stneralmajor-' ' ,-,:r Heuen Pag
--- '--nieraueuina: - Seine idatt.n
-r Narr, Steven-.-, Tvwrrr des p.-r'tö'r
dtnnl Paran Stevens :a New Park.
Die Ungarn.
Tir kleine, lffernegroße bestreben sich
rnrig, sich wieder einmal zu
blamirrn.
Hetzen gegen Teatschland.
Wüthend darüber, daß der Kaii'crWil
hrlm und die deutsche Presse ihren
Dünkel nicht rcspcktirt hab-.
Schimpfe nach Herzenslust.
/ .
' Wien, 9. Mai.
Während die österreichischen Zeitun
gen beinahe einstimmig den bevor
stehenden Betuch des Kaisers Wilhelm
! bei dem Kaiser Franz Joseph will
kommen heißen, erneuern die ungari
schen Coalitionszeitungen ihre Klagen
über das unfreundliche Verhalten ver
Berliner Presse während der ungari
schen Krisis und nehmen die Gelegen
i heit wahr, um einen heftigen Angriff
aus den Kaiser Wilhelm und den Drei
bund zu mache. D „Hi
rap", vielleicht die einflußreichste Zei
tung im Lande, sagt, daß der Trei
i bund alles moralische Ansehen in Un
garn verloren und jetzt kein nationa
lcS Glaubensbklenntniß mehr ist, son
dern nur eine offizielle Theorie und
fügt hinzu: Deutschland ist in Europa
vollständig isolirt und es wird schwer
für dasselbe sein, die ungarische Sym
pathie zurückzugewinnen."
Einige der Coalitionszeitungen hat
ten den bevorstehenden Besuch des Kai
sers Wilhelm als eine Demonstration
gegen Italien, in der Absicht. Oester
reich Ungarn noch enger an die deut
schen Interessen zu fesseln. Dieses
neue wird für umso bemer
kenswerther gehalten, als Ungarn frü
her einer der wärmsten Unterstütz des
Dreibundes war.
Wien, 9. Mai.
Die einst hochgefeierte Sängerin
Pauline Lucca liegt in Gmunden an
einem 'Nierenleiden schwer krank dar
nieder. Ihre Umgebung hegt die ern
stesten Besorgnisse.
(Pauline L ca wurde am 25. April
1844 zu Wien geboren, trat im Jahre
1858 als Chor stin beimKärntnerthor
kheatcr ein nd erliictt 1859 ein En
gagement in Olmüh. 1860 rin solches
am Deutschen Theater in Prag, wo sie
sich bald die Gunst des Publikums er
warb. Im April 1861 siedelte sie nach
Berlin über. Hier errang sie aks
glied der Köniaüchen Oper große Er
folge. Am 25. November 1865 vcrhei
rathet sie sich mit dem Baron von
Rhaden, wurde mit lebenslänglichem
Engagement und Pension zur königl.
Kammersängerin ernannt und verbrei
tete ihren Ruhn: durch zahlreiche Gast
spiele in Deutschland, England (seit
18W) und Rußland (seit 1867). 1872
verließ sie nack einem Streit mit dem
Publikum die Berliner Königl. Oper,
reiste 1873—74 in Amerika, wo sie
sich, nachdem ihn erste Ehr gerichtlich
gelöst worden war, mit dem Major a.
D. von Müllhofen tgest. 1899) verhei
rathete. Seit 1880 trat sie wieder
mehrmals in Berlin auf, war dann in.
Wien engagiri und zog sich später nach
Gmunden zurück.)
Wien. 8. Mai.
Die Nachricht, daß der Kaiser Wil
helm den Kaiser Franz Joteph beiu
chen will, verursacht in hiesigen politi
schen Kreisen großes Aufsehen, da in
denselben die Sache vollständig 'der
marokkanischen Konferenz zugeschrie
ben wird. E-:- wird besonders hervor
gehoben. daß der Besuch aus eigener
Initiative des Kaisers Wilhelm her
vorging. der in einem Briefe an den
Kaiser Fran, Joseph seine Anerken
nung über das österreichisch - ungari
sche Verhalten in Alrgciras ausdrückte
nnd hinzufügte, daß er wünsche, dem
Kaiser einen persönlichen Besuch abzu
statten. Der Letztere drückte in seiner
Antwort da- Vergnügen aus. das ee
ihm macken werde, seinen Freund und
Verbündeten zu empfangen.
Arrangements nir den Besuch wur
den vor einem Monat gemacht, aber
strikt geheim ehalten und Telegramme
über die Sack .- wurden zwischen den
beiden Monarchen gewechselt, ehe die
De(ichc an den Minister des Aus:vär
ngenGoluchcwstv veiösfentticht wurde.
Die hiesigen Heilungen besprechen die
politische Wichtrgkeit des kommenden
Zusaminkntres'knt der beiden Kaiser ln
großer Breire und glauben an wahr
scheintiche Aenderung in deu Beziehun
aen zwischen irn verschiedenen Mächte
und der sZol-runq Deutschlands. Dir
..Neue Freie Presse" erklärt, daß der
Besuch eiu sichtbares Zeichen der Fr
stigteit und Da.irrhastigkeit der oster
rerchisch drut-Len Allianz bedeute:.
Die Zeitung bemerkt, daß er wahr
'cheinlicb die letzte Spuren de-.- prrnti
ckn-n Eindrucks. Ser durch das Tele
gramin an den Minister der Auswärli
gen Goluchon-rky verursacht wurde,
verwischen iverde. Der Kaiser Wilhelm
wird, wie ma erwartet, am L. Juni in
Wien cin'res'kn und am nächste
Abend wieder abreisen. Er wird im
Palasse Schoenbrunn wobnen.
Der Be'suck, des Kaisers Wilhelm
-v'rd i n dem des Prinzen Heinrich
."n Preußen zusammentreffen, der
Werder tommi. um on drr Herkomer
A .itomovii.'vettfa bet theil zu nehmen.
Der deutsche -Gemralstabsckef Ge
neral von Mritte wird an: 25. Mai
hier eintresfrn, um sich dem Kaiser
Franr Jo'eph vorzustellen und den Ar
me: Manöver: > Bruck beizuwohnen,
-r er die B tannrschaft des Cbefc- des
astecrerchiichrn machen
wird.
Wien. 8. Mai.
Ein Enowr.der Namens Frage:
wurde brure :u -wer Jadren schwere
Kerlers serurtbeili. weil er cd 'ur den
Scdn von Jv'eph Leiter aus Chicago
ausgab und umer dem Name Sessel
brn Weck" gu' die Aankfrrma Brown.
Sowie F- Company in London rog.
Budapest. Ungarn. 8. Mai.
Ter Pren >r Minister Wekerle er
kläre Heu emer Le-tnario Hinsicht
sich des Denkmals Washington s, das
hier errichte! iverden soll, daß die Ae
l le .enhett zu einer der Hochichätzuna der
! Vereinigten Staaten würdigen gemacht
j werden solle. Deshalb werde er den
: Kaiser Franz Joseph bitten, den Prä
! Renten Rooseve zu der 'EntbüLr-::,
einzuladen. Der Premier erklärte, er
! werde die Angelegenheit dem Kabinet
! vorlegen und in jeder Beziehung sei
Bestes thun, um den Wünschen der De
putation entgegen zu kommen.
Rußland.
St. Petersburg, 9. Mai.
Tie letzten Vorbereitungen für die
großen Feierlichkeit anläßlich d.r
Parlomentserözfnung sind getroffen.
Der Kaiser, seine Familie und der
Hof nebst Geiolge werden in drei
Jachten nach St. Petersburg nach dem
Wintrrpalais fahre.,. Die Zeit der
kurzen Reife wird jedoch noch geheim
gehalten, ebenso die Stunde der Ab
fahrt der Hofzügr.
Die eigentliche Eröffnung des
ReichsrathZ ist auf Freitag Nachmit
tag 2 Uhr festgesetzt. Das Gesetz,
welches die Reorganisation des Reicbs
rathes regelt, wurde amtlich verkündet.
St. Petersburg, 9. Mat. ,
Die alten Mitglieder des Reichs
raths gaben den neugewabsien gestern
Abend im Mariemchloß ein Festmuhl.
St. Petersburg, 9. Mai.
Der Karfer und die Kaiserin und
ihre Kinder ssidelren heuie aus der
kaiserlichen Residenz in Zarsksje Selo
nach dem Peterhos Palast über.
St. Petersburg, 8. Mai.
Die Gefahr eine? baldigen Aufeman
derplatzens der Regierung und des
Parlaments hat sich innerhalb der letz
ten 24 Stunden sehr gesteigert. Dev
gute Eindruck, welchen der neu, Pre
mierminister mit der Erklärung
machte, daß der Kaiser und die Re
gierung ehrlich wünschren, mit der
Volksvertretung Hand in Hand zu ar
beiten, ist schnell wieder verwischt wor
den. Die Führer der Kcnstitutionel
len Demokraten hatten diese Erklärung
in gutem Glauben ausgenommen und
die Opposition zur Mäßigung ermaynt.
Alle Liberalen sind durch die Ver
öffentlichung des nur wenig abgeän
derten. anstößigen „Grundrechts" aui's
allcrunangenehmsle enttäuscht. Die
neuen Männer der Regierung hatten
erklärt, daß das Kabinett Witte gerade
über den „Grundrechisentwurf" ge
stürzt sei, und jetzt erscheint er in einer
Form wieder, die von der früheren
kaum zu unterscheiden ist. Die getrof.
rerie Aenderungen sind womöglich noch
mißliebiger, als die ursprünglichen
Bestimmungen. In dem neuen Grund
recht wird beispielsweise bestimmt, daß
Kronländereien weder besteuert noch
enteignet werden dürfen. Ferner ist im
Gegensatze zu früheren Bestimmungen
dem Kaiser allein das Recht der Be
gnadigung polnischer Gerangener vor
behalten.
Die einzige Besserung, welche der
Entwurf erfahren hat, liegt in der Be
stimmung, daß kaiserlich: Erlasse zu
ihrer Gültigkeit der Gegenzeichnung
des Präsidenten des Minister!rths
oder des Ministers bedürfen, dessen
Reffort die betreffende Angelegenheit
berührt. Sehr bedeutsam ist dieses i
Zugeständniß aber nicht, so lange das
Ministerium dem Parlament nicht rer- -
an:wvrtlich ist und der Kaiser jeden i
seiner Minister nach Blieben entlassen -
kann.
Der Unwille, den dieser Versuch des i
Kaisers verursachte, einen hohen Wall
um die Vorrechte der Krone zu erneu
ten. wurde noch durch verblüffende
Maßnahmen der Polizei verstärk!. Die-!
se hob gestern eine Bersammlung auf.
zu weicher Mitglieder des Avgeördnc
tenhnuses und des Reichsratbs rmSaa--!
ie der Lolkawirthschaftlichcn Gesell i
schast zusammengetreten waren. Ohne
irgend welche Warnung umstellte eiue
Abtheilung de? Gurdercgimenrs Js l
maelowsti das Gebäude, während hun-!
dert Polizisten i den Saal eindran
gen und die Versammlung im Namen
des" Oberpolieeimeisiers auflösten. Der
Vorsitzende, Adelsmarschall und Abge
ordneter für St. Petersburg ErasHev.
den, macht: dem Polneibauptmaun
darauf ausmcrtw.m, daß die Gesell
schaft unter den bestehenden Gesetzen i
versammelt sei nnd unirc deren Schutz
siehe. Der Bramte schenklc den Ein
wänden kein Gehör'.
Ein anderer Abgeordneter für St.
Petersburg, Rodiiickmv, eiüe nach dem
Saale, in welchem die Konstitutionel
le:: Demokraten tagten, und theilte die
volizeiliche Gewaltmaßregel mit. Tein-
Worte riefen einen Sturm der Entrü
stung chcrver. Als er Eine Red: mit
der Erklärung beendete, daß die Regie
rung dar Polt täuschte, als sie denen
Vertrauen verlangte, und daß dasVoik
sich nur aus sich clbit verlassen könne,
brach rauschender Beifall lcs. Plan
beschloß, daß gleich nach dem Zu'g.m-,
mentritt der Nationalversammlung
Entlassung de- ObervolizrimeisterS ge-j
fordert werden muffe.
lim noch Oet in die Flammen zu
gießen, wies die Polizei die Arbeiter
führer aus, nnd gab ihnen nickt ein
mal Zeit genug, ihre Habicliqkeiten zu
packen und ihre Familien reisefertig -n
machen. Als eine Versammlung bäuer
licher Abgeordneter von dimer Maß.-
nadme hörte, erklärte 'ein Redner nnter
allgemeiner Zustimmung, die Re ic
rung 'ch.ine am Vorabende de-.-,- -m
nrentritt- des Parlaments einen Mas
senstreik heraufbeschwöre zu wellen,
um einen Grund ruc Auflösung der
Reichsi-uma zu s.nde.
Die Leria.mw!:::: ernannte ein Co
mite weiches den Auftrag bar. die Ver
letzungen der Rechte festzustellen, welche
Abgeordnete.in St. Petersburg zu er
leiden halten.
In einer Massenversammlung der
„Schwarzen Handen" leisteten akkeAn
.ve'enden den E:d. daß sie die Amokra
ne unter Aufopferung ihres Lebens
schütz, würden, wenn es 'ich heraus
stellen sollte, daß das neue Bardamen:
aus „Berräthern" bestehe.
Der Kaiser -.>ai den Ostseevr.'rr
und deu Pole je zwei Sitze im Poria
tnrss.t bewilligt. Weitere dreizehn Sitz
würd:.de mirtrlakiarifches Provin
ze zugestanden.
K'ew, 8. Mai. .
De: General Gras Alexis Pa-w'-
witsch Jgaatiew. frünerer Sauverkr.ir
von Kiew, wurde hin. emnorde:.
Moskau. ?. Mai.
Gegen Maxim Gorki ist setz: außer
der Anklage, regierungsfeindlich Agi
tation betrieben zu haben, von dem
Prokura!,! - auch Strafantrag wegen
Theilnahme an dem Aufstande im De
zember erheben worden. Einem Ge
rüchte zufolge liegt die Absicht vor, brr
den Vereinigten Staaten die Auslie
>. ferung Gorki's zu beantragen.
St. Petersburg, 7. Man
Der Bericht übe: die Ermordung des
- Gouverneurs von Elisascthpol beruhte
s auf einem Irrthum. Nicht er. sondern
! örr Generalgouverneur von Jekater:-
noslaw wurde da Opfer sechs unbe
kannter Meuchelmörder. Die Männer
i feuerten ihre Revolver auf den Beam
! ten ab und ergriffen dann die Flucht.
St. Petersburg, .7. Men.
Das neue russische Kavineti ist nun
mehr gebildet, und dessen Zujammeu-
letznmz wird inorgen durch einen ka
i iertichen Ilkas verbindet werden. ES
bilden das neue Ministerkabinot:
Premier: M. Goremykrn.
Minister des Innern: M.Stolypie.
Minister dr-s AusivürNgeu: Baron
JSwolski).
Finanzminisrer: M. Kokovsow.
Uuterrichtsminister: M. Kaunman.
Landwirrhlchastsmimster: M Sti
chlnsko.
Handelsminister: M. Rucklow.
Controller des Kaiserreichs: M.
non Schwanebach.
General Proeuralor des heiligen
Smiod: Fürst SchirinskvTchakmalon-.
'triegsminister: General Rüdiger.
Marinemim'ter: Btceadmiial Biii
lerv.
Justrzministrr: Tfchrtschglotvitorv.
Frankreich.
Paris, 9. Mai.
Lueien Millevoye, Herausgeber der
Palrie und Mitglied der Drzmtirteu
tammcr, und Graf Mathieu De
Aoaitles batten beute einen aufrege
deu Stroit aus d,r Straße, im Per
laufe dessen Millevoye den Grafen
mit seinen: Stock über deu Kopf
schlug und ersteren zerbrach. Der
Streit war eine Folge der letzten
Wahlen, in denen sich Beide im 16.
Distrikt in Paris bekämpften. Mille
vone weigerte sich, die -erauSforde.
ruug des Grafen z einem Duell an
'.unehmeu, aus dem Grunde, das; vo
lltiiche Kämpfe nicht ein feindselige-.
Gegenüberstehen erforderten. Des
halb griff der Graf Millevoye guf der
Straße an.
Pari?, 9. Mai.
Die Streits dauern hier in einer
Anzahl Po:: Industrien fort und mau
schätzt, daß etwa ll<>,<>oo Mann au
ßer Arbeit sind, darunter Theile ou
.siminennaiuis-. Maurer-, Arbeiter-,
Sebrr- und Juwclicr-Orgauisatiomii
wwie die Möbelarbeiter und Ange
stellte der Automobil-Fabriken. TD-
Arbeiteibörie isl'der Mittelpiintt gro
ßer Thätigkeit. Die verschiedene::
Versammlungen dort werden zahl
reich besucht, aber es herrscht keine
Uiioi dunng. Die erneuten Nrsolmio
ne, die ans einen achtstündigen Ar
beitstag in der Antomobilindnstiie
bestehen, habe die Arbeitgeber Lrnsi
üch bennnihigt sic babeu aber, ein
stimmig beschlossen, keiner Stunden
reduktion zinnstinimen und erklären,
daß sie cs vorzögen, die Industrie
ganz 'zugebe.
s T ü r t e i.
Konstantins!!, 9. Mai. '
Die willkürliche Beschlagnahme und
F.'sthaltung de? deutschen Sezelschist
scs drobtc zu einer ernst:n
Reibung zwischen der Türkei und einer
zweiten europäischen Macht zu
-ührcn. Lank dem thatkräftigen Ein
teilen des deutschen Botschafters Frei
Herrn Marschall v. Bieberstein würben
die Schwierigkeiten jedoch schnell lei-
Ü-legt.
Konstantinopel. 9. Mai.
Während das deutsche Handelsschiff
mit den, Löschen seiner Ladung bei
Tscliibuklu beschäftigt war, stiege tür
kischc Beamte an Bord und zwange::
den Kapitän die Anker zu lichten undj
unter den Geschützen der Batterien von
Kawak beizulegen Die Beamten be
haupteten fälschlich, das Fahrzeug
Sprengstoffe getabeu.
Der druEm? Botschafter proleltirtc. >
und als semen Einwanden kein Gehör
geschenkt wurde, nahm er einigeMatro
seu vom deutschen
an Lord des .Osvss-us', hißte doet§
die Tiplomatenflagg- und ließ das i
Schuf von Kaivak naL Tschibuklus
zurückfahren. Bei seiner Rückkehr in
die Bo.schafk fand er bereits einen
Staatsratd vor, der im Namen d:r
Pforte wegen des Ueber,iriffes der
Beamten um Entschuldigung Lat. !
K'oustantinopk., k. Mai.
Abidin Pascha, Pali des ArSipAs'
Disteln im araäische Meer) starb'
ne.ue an einem Schlaganfall.
Konstaniinot>el ,8. Mai.
Der Generalprokurator des nord !
a'ritanischen Wilajets Tripolis Ned
jim Eddin Be: wurde von dem 'rube
ren Miürärgouvernkur von Skutari
Aii Sckiamil Pascha ermordet. Dir
äderen Umstände ver Bluutzat er
regen hier das allergrößte Aussehen.
Der Kurdenführe: Ali Schamil
wurde kürzlich aus Koastaniinope!
nach Tripolis verbannt, weil er unter
dem dringenden Verdachte steht, an der
Ermordung Redwan Pascha- bethci
ttak gewesen sein. Wäbrcnd er kü-r
einem BerbSr unterworfn wurde,
sprang er pkkhl-ch auf und schlug seine
Zähne dem Genernipr-rurstor in den '
Hals. Dort biß er sich wie eine Bull -'
dr.age fest und war nicht eher won sti
nem Opier zu entfernen, bis diests rr
irickr war.
Nicaragua.
Aa hmgton. 9. Mai.
Der icaragüaisco Eteianüte ry
Corea erh-e'r peatr e:,i Kave-gramm.
das it m .a::e, daß der niearo!
gaaniiede Minister de- Au-wärri-en -
ASolfo Alramirans ermordet worden
Leuie erre Der-esL sc JaÄs*6.
Bailv. dem amerttan-schen Ge-tchäfrs
träger in San J.-fr. Costa Rica, tste
der. Bericht r-cn der Er-,,:du.ng r
Ministers bestätigt, aber kein EHzel.
beiten angstöL.
- China;shlt.
Snhncgrld für die Ermordung v
Mitglicdcrn der amerikanische
Prrsbrterianer-Misüsn.
streik bei einem Zcste.
Drei Ausnhrrr der Mörder rrtthanp
lct und die übrige zn langer Hk'
fängnisistrafc verurtheilt.
China- entgegenkommend.
i
Hongkong, 9. Mai.
j Der Vizekönig von Konton zahlte
; an den dortigen amerikanischen Konsul
i Lay die Summe von H60.0M als
Schadenersatz für die Zerstörung der
Miffionsgebäud: und des Eigenthums
der Missionäre und chinesischen Kon
vertiten bki dem Aufruhr in Lien
tschau im Okrorber v. I. Da- Gel
wird der prcsbyterianischen Mission--
ansiedelung in Lientschau überwiest
werden.
Am 28. Oktober o. I. wurden bei
einem Streit über einen Zwischenfall
bei einem chinesischen Feste fünf Ange
! hörige örr amerikanischeu Presbytr
! rianermission erschlagen,
i Dir chinesische Regierung sprach
l gleich darauf der amerikanischen ihr
Bedauern über den Vorfall -aus und
j erklärte sich bereit, Sühne zu leisten.
, Dsi drei Führer der Mörder wurden
und ihre Gefolgschaft zu
Gefängnisstrafen von sechs Monaten
! bis zu fünf Jahren verurtheilt.
Peking, 9. Mai.
Ein kaiserliches Edikt, das die Siel
'lung des Geiier.aldircktors .der chine
sischen Hafenzölle, Sir Robert Hart,
und die Steuerverhallnisse vollständig
umändert, wurde heuie wie folgt ver
! öffentlichi:
Lieh Liang, Präsident der Steuer,
behörde, wird hierdurch zum Suveria-
Zenvenien der Steuerangelegcnheüen
ernannt.
j Tong Shao, Junior, Vizepräsident
der auswärtigen Behörde wird zum
Hilfsminister der Steuerangelegenhei
! ten ernannt.
Alle Chinesen und Ausländer, die in
den verschiedenen Steucrdepartements
beschäftigt sind, werden unter ihre
.Kontrolle gestellt.'
Beide Stellungen sind neu im
Stcucrüicnsw geschaffen worden. Bis
her standen sic nominell unter der Lei
tung der Behörde für auswärtige
. Angelegenheiten, aber thatsächlich übte
Sir Robert Hart absolute Kontrolle
aus.
Es bat eine .beträchtliche Agitation
im Zusammenhange mit der Chiua
für die Chinesen" Bewegung gegen dir
ausländische Leitung der Zölle und
etwas offizielle Eifersucht stattgefun
den, weil Ausländer solchen Einfluß
und so viele wünschenswrrthe Aemter
besitzen.
Die hiesigen Diplomaten sind nicht
! geneigt .etivas über das Edikt zu sa
ugen, bi- seine Absicht und volle Kraft
! augenscheinlich sind. Wenn es einen
Schritt gegen thatsächliche chinesische
Verwaltung der Zölle bedeutet, so
glaubt man. daß di auswärtigen Re
gierungen dagegen auftreten werden.
De- neue Superintendent der
Steuern, Lieh Liang, hat weniger
Verbindung mit den Ausländern al
lste meisten der hiesigen hohen Beam
ten. Tang Shao, der neue Hilsrmi
> irisier für Sieuerangeirgenheiten ist
einer der vertrautesten Leutenants des
Vizktönias Nuanschikai, durch dessen
Einfluß er derjenige Minister geworden,
ist. der am meisten mit den.auswärli
gen Angclegenbeiten Chinas zu thun
hat.
Hankau, 8. Mai.
Dem Staatssekretär wird von dem
! amerikanischen Konsul in Hankau tele
! graphisch gemeldet:
j Ungeheure Ueberschwemmung in
der Provinz Hunan. Großer Verlust
an Menschenleben und tzrigenthun.
i'Alle Ausländer in Sicherheit."
Dominikanische Republik.
Santo Domingo. 9. Mai.
Durch eine eingchenl Unkersuchung
. würd: festgestellt, daß die hiesigen Be-
Hörden irrten, als sic am 6. Ma: wo
Verschwörung zur Ermordung des
PräsC-enien Caccres entdeckt zu habe
! gl -.aalen. Dir mutmaßlichen Ver
> schwerer wurden brrriks wieder m
Freiheit zesetz:.
In dr: Sradt und Umgehung
.herrscht Ruhe. Das Geschäft dessen
sich.
Santo Domingo, über Haiti. 8 Mss-l,
Er lvird jcur bekannt, daß die Be
hörden am Sonntag, den H. Mai.
ciiie Boncknnörnng ~-r Ermordung
des Prästdenken Caccrcs- entdeckten.
Da?- Akwnl rl sollte ansgeiubrr wer
den. sobald der President das Lbea
ker verliehe.. Es wurde mehrere
P e haN: ng cu vorgeuon::::c„.
Stadt und Umgebung sind ruhig.
Deutsch - Afrika.
Berlin. 8. Mai.
Daß der Geist des Aufruhrs in
'Deutsch-Ostest a sich noch an einzel
nen Stellen wieder rege machen würde,
daraus war man hier in maßgebender
Kreisen von vornhereri: gefaßt, stn
folgkdessen im! die NacffrwT, -aß
neuerdings im SchutzeeciZ e-n: Reib:
Gefechte stattzernnden d-iben. s-,
chnr dir Eiagrdsrenerr einen Arrsiff;
von vierhundert Todten crEtre ,-->äh
rend die Verluste de: DerEchea geri.-
waren, keinerlei Bert.uitdreuna he--
vorgerufen. Im Großen und Ganzen
aber gilt die Äu?':av.ds-Be.'v:suna als
unterdrückt.
P o r t o R i c?.
Sau Juin. S. Ns'.
Dr: Ha-eutol,etter Feüpi
ertrank '.ruw im Hastn rrn Ma-oau.-,
Er war rin rnzeirheurr Polr'ike.- Por
ts Kirr-, and ein Pflanzer und n,'t -
in spar.ss'chen Zeiten verkok---,,
seil er amerikanische Sinrichmngrn
Lefürweerete.

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