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Der Sonntagsbote. (Milwaukee, Wis.) 1906-1912, September 16, 1906, Image 7

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Kind seines Herzens.
Roman von M. tlei-dm.
lForjs-tzung.)
Is. Eapitck.
Ein Jahr oergeht gar schnell, selbst
bann, wenn oer Menschen Gedanken
nick- hastig vor- oder rückwärts fliehen
zu einer großen LÄckialswrnvung. di
.-ie ein Martsielu am Lebenswege steh:.
De stillen Jahre reisen di Ereignisse;
7 ihnen bereiten stne großen D-nze
sich vor, welche im Leben des Jlldw--
dru'ms entscheidend einzreifen. im Le>
be:. rer Rationen die Webt erschüttern.
Tie heiß Mittagssonne drürn über
Sckloß Heßlabauten. Kein Hauch
ringsum. Rur ovn oen Weideplätzen
in der Nähe tör.r das träge Lernten der
Kuhglocken rerüber. Aus vem Weg
der von dem Schlosse zum Dorre hin
unterführt. geht Johannes Gregor,
verstaubt und sonnengebräunr. noch
immer schäbig 'vnd ärmlich auslebend.
Halb taum-.lno gebt er, wie ein Trun
kener; der Hut ist von seinem Haupt
geglitten, ohn daß er S gewahrt.
Nun bleibt er. stehen, ivendct sich um
und streckt die geballte Hand empor
nach dem stolzen Grasensttz.
„Dü es ihm gefallen wird, d>m vor
lechmen Graftn, wenn Li Tochter,
welch- r für sich allein erzog, nun zu
ihm sagt: „Laß mich gehen! Mich
hälr's nicht länger in Deiner Nähr!
Tie Kunst des armen Gregor ver
sprich: mir reicheren Lobn als Dein
elterlich Liebe!" L-d es ihm gefallen
wirs, dem hochgeborenen Herrn?"
Er starr: hinauf nach den Fenstern
des Scklosses, bis Di Augen ihm bren
nen. „Vielleicht wird er in diesem
Augenblick die schwere Lection zu ler
nen haben, daß Natur stärker ist als
Geld und Erziechustg, Titel und
Stolz."
Gregor gebt in den Wald hinein;
er fetzt sich in das Moos unter einen
Daum. Wie seine düsteren Augen
glühen unter der bocka-ewöibten Stir
nef Seine Bücke Längen unverwandt
an Schloß Heßlarshaufen. Daß jene
Mauern durchsichtig wären daß er
kören könnte, was jetzt dort oben vor
sich gehr hinter den dichten Gardinen,
di so schwer auf die Brüstung der
Fenster medcrhängen!
Haß lebt sich noch bessr in Andere
hinein als Liebe Mit einer schauer
lichen Deutlichkeit fühlt Gregor den
Schmerz de: Enttäuschung mit, welcher
den Grasen treffen wird. Er gönnt
ibn dem harten, steinernen Manne,
dessen Kälte er gleich einer Mißhand
lung gefühlt hatte. Ueber Alles tragen
Zeit und Leiben den Menschen hinaus,
nicht aber über die brennende Erinne
rung einer erlittenen Schmach. Die
bleibt ein rothe Narbe in seinem Ge
dächtniß, und alles, was gut und edel
ist in Natur und Glauben, mag in hei
lenLer Kraft darüber hinfließen, es
löscht das Mal nicht aus bis Gott
es an der Zeit findet, die unsterblich:
Seele, die Ihm gehört, und di doch
zu Ihm strebt,, heraus zu schälen aus
Allem, was sic an Mensckienthum und
Menschenerinnerung knüpft.
Graf Heßlar saß in der Bibliothek.
Auf einem Tische vor ihm ausgebreitet
lag ein großerßogen Papier mit Zeich
nungen bedeckt. Er hatte einen Plan
entworfen zu einem Gartenhaui'e, wel-
ONN6 Woir^6
ckes er ausschließlich zu Alexa's Ge
brauch bestimmte. In orientalischem
Stil, mit verzokdrter Kuppel hatte er
es ,u bauen geplant. Wohn- uns
Schlafräume waren darin, in Musik
zimmer, ein Ma.er Atelier und in
Bibliothek. Es sollte ein kleiner Feen
Palast werden, in Gedurtstaas-Ue
berrasschung. Sie liebt ja das Präch
tige. feine schöne Aiexa, und ihre Äün
-che sind ihm Befehle.
Jetzt hörte er ihren leichten Schritt
vor der Tbüre; sie trat über die
Schwelle, und es schien, als bring sie
!n den leichten Falten ihres Sommer
kleides ganze LiL!wll:n mit herein.
Alexa war in dem Jaüre wo möglich
noch schöner geworden; ihre Gestalt
hatte an Füll gewonnen, ohne deshalb
an Kindlichkeit einzubüßen.
Tr Graf sprang bei ihrem Eintritt
auf: die Papiere in seine Mappe schie
bend, sagt er geheimnißvoll: „Was
wohl Dein Papa wieder für Dich hat,
Kleine?"
Alexa zeigte keine Neugirr; kein
Blick fiel auf die Mappe, über welche
der Graf wie schützend die Hand hielt.
„Laß nur. Papa!" sagte sie ungedul
dig, „ich kann wohl warten."
Der Graf schloß mit einem goldenen
Schlüsse!, welcher an seiner Übrkette
hin- die Mappe zu und stell si in
ein Repossilorium. Er hatte sich anze
wohnt,' solch' kleine Verrichtungen mit
großer Sorgfalt und Langsamkeit aus
zuüben. wie Leute es thun, deren Le
ben-maschine durch kein großes Rad
getrieben wird.
„Nous ooila!" sagte er endlich. „Be
ginnen wir unsere Lectüre."
Alexa stand noch mitten im Saale;
ihr Herz schlug so heftig, daß ihr das
Wort auf den Lippen erstickte. Vor
'wenigen Minuten noch hatte sie sieges
bewußt gesagt: „Wer inen solchen
Durst nach Leben, einen solchen Drang
nach Ausübung der Kunst in der Brust
trägt, wie ich sckeut einen Kamps da
rum nicht! O, mein Vater wird nach
geben; er ha! noch niemals meinen
Bitten widerstanden." Nun aber sah
sie in das starre, ernste Gesicht, welches
nur ihr Anblick erhellen konnt, und
schrack zurück vor dem Mort, welches
sicher einen Sturm herausoesch.vören
mußte.
„Warum bleibst Du dort stehen wie
das verschleierte Bild von Sais,
Alexa?"
Nun galt es Muth fassen reden!
sie kam vorwärts, und neben seinem
Sessel auf die Knie niedersinkend, hob
sie ibr Gesicht bittend zu ihm empor.
Er sah sie ängstlich an. beruhigend
fuhr er über ihr Haar. „Bist Du krank
mein Engel?"
Die Mild der Frage löst den Bann
ihrer Zunge, und zum ersten Male
that Graf Heßlar einen fiesen Mick in
di neue Gedankenwelt seines lieben
K'ndes.
„Ja, Papa, ich bin krank, krank von
Httinweh nnck Leben und Freude, Lust
und Glück! Ich brauch Menschen, und
nickt MenFchen allein, sondern ihren
Beifall, ihre Bewunderung. Der Leh
rer Gregor sagt, daß meine Stimme
Furor machen, daß mein mustcalssckes
Talent die Welt zu meinen Füßen
zwingen wende, und Du selbst gibst zu
Papa, dah meine Schönheit unwiber
lieblich sei!... L Papa, warum willst
Dienlich zwingen, alle diese Schätze zu
vergraben? Warum öftneli Du mir
nicht die schöne, groß West und gönnst
mir das Glück des Lebens, da uns
hier vergessen hat?... Warum zwingst
Du mich. Deine traurig Einsamkeit
-u theilen, welch mich Löstet?... Mer
ne Jugend vergeh,, jeder Tag. der jetzt
nutzlos verstreicht, kann mit Jahren
oe- Alter nichi zurückgekauft wer
en Ick will ml nicht mir Di:
vergraben lassen, Papa, ich will durch
aus -nicht!"
Sie erschrack vor der Heftigkeit der
eigenen Stimm, welche wie in scheuer
Kalter überall anzustoßen schien; sie
vartet einen Augenblick. Graf Heß
lar antwortete nicht.
Flehend fuhr sic fort: .Du magst er
nennen. wie Du willst, Papa
Thorheit, blinde Unerfahrenhcit
aber es treibt mich etwas und läßt mir
keine Ruh. Sag, dah Du selbst den
Pfad mir bahnen, selbst mir helfen
willst, den Weg zu Rukm und Glück zu
finden denn, Papa, ich wi11....
ich will Sängerin nxrden!"
Das Wort ist gesagt. Alexa iss auf
gesprungen und preßt die Hand aus
die Brust. Nun soll die Entscheidung'
kommen.
Graf Heßlar sch'.oeizt noch einige
Minuten. Wenn die Wort des Mäd
chens ihn überraschend trafen, so regt
sich dock in seinem Gesicht keine Mur
kel. Daß es von einer Todtenfarbe
überzogen ist. verbirgt sich in dem hak
den Dunkel des Saales. Endlich be
ginnt er halblaut: „Ich werde mich nie
wieder unter Menschen mischen. Hier
in meiner A-ageschlossenheit w ll ich le
-den und sterben."
Ein furchtbarer Ernst liegt ?n der
Art und Weise, wie er Las sagt. Alexa
gibt sich keine Rechenschaft darüber; sie
denkt nur an ihr Hoffnung, an ihre
Zukunft.
Beinahe weinend entgegnet si:
„Ulks wenn meine Bitien Dich nickt be
wegen können, Papa, das sHrne Leben
da draußen noch einmal zu versuchen,
so orrlanze wenigstens nicht, daß
auch ich bleiben soll. Laß mich
mein Glück versuchen! Gewiß, Papa,
Du wirst Dick freuen, wenn ich von
Zeit zu Zeit heimkehre, Dir von mei
nen Triumphen zu erzählen."
Graf Heßlar richtet sich auf; plötz
lich umfassen seine Hände mit eisernem
Griff die zarten Gelenke Alexa's. Er
zieh! di Erschrockene mit fort an eines
der kben Bogenfenster, und den Bor
hang zulückstreifeikd, sieht er sie an, als
wolle er auf den Grund dieser kindi
schen Seele schauen. „Alexa, waren
dir Worte, weiche Du ckben geredet hast,
Deines Herzens Meinung?"
Ihre dunklen Augen füllen sich mit
trotzigen Thränen: zum ersten Mal im
Leben hat sie eine harte Berührung ge
isihlt. „Vollkommen. Papa", sagt sie
mit zuckenden Lippen.
Er läßt sie noch nicht los; aber sein
Stimme klingt weicher. „Hast Tu auch
bedacht, Kind, daß Du dann ovn mei
nem Herzen hinausgehen mußt in die
Welt, daß unsere Augen sich nicht mehr
erreichen könixn, daß der Gedanken-
Austausch aufboren muß. der uns so
glücklich macht? Rein, es war Dir
nicht Ernst! Solchen Drang in das
Loten hinein bringt das stürmische E
mporschießen der Juzendkraft mit sich.
Ich verzeihe es Dir... Du wirst es
übenvinven! Um einer flüchtigen Aus
Wallung willen das starke Band zer-
reifen, das D:äk an mied kenet: Da
kannst es nick: ka-w>l es selbst
mit übermen'chlicher Anstrengung
nicht."
Er athmet ries auf; e klmgt wie ein
Scurzer. Aber dennoch le.:Vock ein
mal die alte, stolze Kiserüch: in seiner
stimin „Meine Tock:r, Du
Du.willst nickt,verden, wa Tausende
vor Dir waren.... ein a.oöbwüches,
vergnügn,las-juchtiges Lew! Möglich,
daß ick Dir grau'am fckein. !vei! ick
Dir das Klitrerglück einer brausenden
Jugend vorenthalte Kind, Ju
geikd ist in Traum. Ihr langen Leute
meint, sie dauere emig. Ter Schmet
terling ist nick mehr schön, wen der
bunt Karckenschnrelz von 'inen Klü
grln wiggestäudr ist. T:e wenigste
.Menscken, die in sei großen Welt sich
ocwegen, oerfieden mir Ansland alt zu
verden: die Jungen sind di Nippes
der Salons; man stellt sie in pi Rum
pelkammer, ivenn sie staubig und rostrg
gowcrden. Ein Frau der Welt dal
nichts als ihre Jugend ; wenn die nick!
mehr da ist. beuchest man sic um
sich lächerlich zu machen. H:r in der
still bleibt das Morgen dem Heute
gleich. Die Zeit bat keine 'Mach! über
uns wir meistern sie mu uniern Ge
danken. O Alexa, all! Glanz des
Lebens ist hohl neben der Versickerung,
die ich Dir gebe: Du tsiv mir Alles."
Alexa will das Gespräch am seinen
Preis in eine der langen Reflexionen
des Grafen sich verlieren ,'eden; sie
will die Entscheidung schnell, srdr
schnell.
„Wer wird denn so tragisch .verden,
Papa! Kann ick dir nick: Briefe
schreiben? Kannst Du ich! antwor
ten? Ach Gott, Papa, wenn ich
erst in dem wunderschönen Leben bin.
werde ick so dakd nicht üb:r Heim.oeü
klagen Tu lässest mi geben, nicht
wahr. Du goldener Papa?" Sie reust
nur an fick; ihr Ahnung reich! nicht
an die Tiefe seines Gefübls für sie.
Er löst di Hanb, ,-velcke ihren Arm
noch hielt; langsam gleite! der Vor
bang nieder. Langsam, mit eimöniger
Liimnie sagt er: „So gehe! Geh' in
<Vas wunderschöne Leben und vergiß
die HaNv, welche Dich zu sich empor
zog mit all' ihrer Kraft, di Dick hü
tete, mit einer Liebe, welche zu groß
war für Dich.... Nein, komme mir
nicht nahe! Ich habe Dich erkannt, ich
habe gelernt einzusehen, welch' ein
lächerlickttr Narr ich war, zu glauben,
ein Men-sch sei dennoch, wenn ich!
tankoarer, doch so dankbar wie ein
Hund, welcher den Herrn nickn oerläht,
ber ihn von klein auf pflegte. ,hn für
sich emporzog. Du hast recht, an meine
Erfahrungen nicht glauEn zu wöl
len: venu nach allem, wa ick weiß,
bade ich mich schließlich selbst dupirt..
Ick halte Dich keinen Augenblick; ich
zwing Dich nicht. Dich mit mir zu
vergraben. Gib! Die Tbore sind
offen! Werde Sängerin; aber ich rathe
Dir, inehr Dein Gluck als Actrice zu
versuchen!"
„Papa!" ruft sie, schluchzend nach
feinen Händen haschend.
Er mackt sich mit einer raschen B<-
-vkgung los, und ohn och einen Blick
auf das in die Knie aesunkene Mäd
chen zu werfen, verläßt er den aal.
Er begibt sich in sein Gemächer und
schiebt den Riegel vor -die Thür des
Einganges. Ein Zug tödtlicker, kal
ter Verachtung zieht seine MuMwinkel
herab. Zerfallen und zu nichts gewor
den, oerflattert, verstorben ist das
Phantom, dem er vertraut.
Alexa blieb wie versteinert auf den
Knien liegen: di Wor:e des Grasen
waren nickt vollkommen zu idrem Lei
ständnih gedrungen. oa::en sie aocr
furchtbar erschreck!.
Worin bestand denn ihr
Sie darre nur rüadalrkr Sr Herzens
Wunsch geäußert, nur dem eigenen
Barer von ihrer S-'mnuch! nach des
Lebens Freu erzädN Ist es
denn nicht der wirk, iä-e Lauf der Well,
daß Kirkber die Ellern verlassen, eigen
Wege zu suchen? War es billig, zu
verlangen, daß sic sich der mentchen
scheuen Marone d> - fügen
wikretz... sie sprang von den Knieen
auf.
Darum, Lenkt sie. wachst Du Dir so
-chrvere Sorgen, Alexa. Wo ein
Wille ist, da ist ein Weg. Morgen wird
der Vsier seinen unzereckten Zorn ocr,
gissen haben; nach und nach wird er
sich an den Gedanken gewöhnen. Dich
nicht täglich um sich zu sehen. Und
dann hinaus zum Klug nach stol
zer^Hoh!
Sie muhte sich Mutb machen, ihr ei
genes schönes. lerinssrohes Gesicht se
hen, kbr Stimm bören.
- Mit hastiger Hand reiht sie den Vor.
bang vom ltzenster zurück, dah da
Lickt hereinström!. Dann tritt sie vor
den Spiegel u. streckt mit ibcatralisckrer
Bvezung die Hände aus. indem sie
das alte, englisch L>2 singt, dessen
Melodie Gregor sie gelehrt bat:
„Treu und herzinniglich,
Rnbin Adair,
Tausend Mal griiß ich dich,
Robin Adair!"
Die Melodie Hai inen so jubelnden
Eharücter. manche Töne leuchten vor
Kreckv förmlich auf: man kann sie
nich! leise sinaeu. A.era vergaß im
Gesang die Röhe ihre- Vaters: sic
meint, herei:- auf der Bükne zu stehen,
ein ganzes Publicum hinreißen zu
müssen.
Da öffnet sich für einen Moment and!
Thür zu dn cstemächern dks Grasen.
Er schau, und sein Blick erfaßt
di .voß Gestalt. wi> sie gaukelnd
dort steht: der Klang ihrer Stimme
schneidet ihm durch die Seele.
Mit einem lauten, gellenden Gelack
ter schließ; er di Thüre. Alexa wen
det sich zitternd um ihr Gesang ist
verstummt.
Am Abend sah sie allein an der lan
gen Tafel des Speisesaales. Der
Graf hatte sich eingeschlossen, selbst der
Kamnierdikner erhielt nicht Zutritt.
Zum ersten Mal ging 'Alexa schlafen,
ohne daß der Papa sie zum Abschied
auf di Stirne geküßt; zum ersten
Mal zeigte er nickt das Verlangen, vor
dem Scheiden für die Nack! noch inen
langen Blick in da süße, lindlicke Ge
sicht zu thun.
'Ader Alexa schlief doch sanft und
sorglos; idr letzter Gckdanke war.- Mor
gen wird alles wieder gut sein.
Kür zl;vi Menschen brachte dießacht
keinen Schlaf: der ein war der Leh
rer Gregor, der andere Graf Heßlar.
Gregor stand am Kenster seiner Kam
mer und sckaul in die Rächt hinaus,
öst sah ein Licht durch di Bäume
schimmern: da war im Schloß je
mand wachte dort. War es der Graf?
War s Alexa? Und war der Würfel
gefallen? Hatte sie ihm von dem Zu
öunftr'plan gesprochen, den zu reifen er
mit allem Kräften geholfen? Wenn
das den Stolzen traf bis in's innerste
Mark hatte er ihm nicht auch einst
das Kind genommen, kalten Herzens,
wie man inen Apfel vom Baume
bricht?
Graf Hesil.rr blickte starren Auge
in tos Lick! stiner Lampe, uns
ichlithlrch da O! ausging, al die
Klamm w:e ein sterbend Leben zu
weilen autzuck-k und dann halb ver
losch, a! de letzten rotten Funken am
Docht hinlrcchcn, ringsum rollten
uns dann knisternd verschwanden, da
lacht er noch ein Mal so grell auf vst
vorher.
.Goklesliel*, Munerliebe, Kindes.
li-be alles Atchr!" sazaie er.
'Ader .tu l'as voul, George Dandin.
ru l'as voul!" Der 'Sr:;ich? Br.rns
musite in der Hand Promeibeus
verkohlen, und dock pf.egr der Mn'ch
seine zerstiebenden Funken, als seien
sie ewig, wirft unermüdlich, Brennstoff
in das züngelnde Keuerchen uno ;r>eisi
nickt, daß es nur sein eigenes Werk ist,
das er verkohlen läßt, um seine Händ.
zu-mannen."
W Sterblichen begraben unter
Thränen und Sehmerzen geliebte
Träume; die Einen tdun s mir Geb
ten, die Anderen mii Berwünschungen.
die Driiten mit der starren. öden Trost
losigkeir, mit der ein Mensch, welcher
nicht an eine G.vigkcit der See.e glaubt,
auf -seine Todten nidderfieht. Ihnen
macht kein „fiat" dar Scheiden !e chter,
kein gottgepflanzier Wegcveiser zeigt
nach dem Lande der Verheißung, .vel
ches über dem Rebel und Dunst inensch
Uchen Wehes emporflogt.
Der Morgen kam heraus, sonnig,
thaufrisch, ungeirüdt; sein Strahl b
grutzie Alexa durch die blauen Atla,
Gackdinen ihres Schlafzimniers.
Sic sprang auf. und die alte Ki.
dergetmohnheil trieb sie. im halben Reg
lige, nur dar :veite Morgciikleid über
geworfen, hinüberzuwufen zu dem
Grasen, der um diese Zeit schon in
der Bibliothek zu sitzen pflegte, um
ihm den „Guten Morgen" zu brin
gen.
Die Ailiothek rar leer.
„Wo ist irre! Vater?" fragte sie den
Kammerdiener.
„Der Herr Graf haben meine Dien
st heute Morgen und gestern Abend
nickt begehrt. Die Aparlements gräf
licher Gnaden sind oerichloffen."
„Min Later muh krank sein!"
„Nein, gnädigste Gräfin, ich habe
Ken Herrn Graastn schon auf und ab
promeniren hören."
Alexa legt den Mund an das
Schlüsselloch und rief ihr lindlichet:
„Guten Morgen. Papa!"
Keine Answorl! Und doch hört sie
drinnen die Schrille dre Vaters auf
dem Tepzuck. Sie wagte nickt, ihren
Gruß zu wiederholen. Mit gesenstem
Köpfchen schritt sie zurück. Roch nie
mal hatt Hehlar seine Thüre vor ihr
oerjchloflen.
Sie ging ziem Kriihsiückslisch; er
war für z.rxi gedeckt, wie gewöhnlich.
Allein plötzlich iöitte kurz und schrill
di Glocke aus dem Zimmer de
Grasen.
„Tervire bei mir—für mich allein!"
hörte Alexa eine scharf Stimme sagen,
di sie kaum für dir ihres Vaters er
kannte. Sie lieh das Krüststück unbe
rührt. Wie ein trotzige Kind warf
sie fick wieder auf ihr Lager und zog
di Vorhänge zu; ivenn der Papa
hörte, dah sie ohne zu frühstücken sich
wieder hitnstlegt, würd er schon kom
men, nach ir sich zu erkundigen. Si,
schickte dir Zofe hinaus uiid sagte:
„Ich habe Ropstveh!"
Ein Skuiide verging und noch eine.
Niemand lieh sich sehen. Li wurde
imide, so regungslos da zu liegen. Sie
7
Räthsel. Ccke.
WeeHfelrätbfeO
Es bat meist am Wagen
Zu drehn und zu ragen
Tn Psüchl und die Last.
Dann rrägt's dir behend
Die Last, die du hast.
Ritcklaufräthsel.
Du kannst Mich bei dem Pferde ieh'u
Doch dort ich nicht rm Stall steh'.
RuckwüriS gelesen, werd' rch dann
Zu einer Zierde für den Mann.
Nyramids.
Die stiigeln sind durch di Buchstabe
>! >i bl i: tt bl >; b; i: >: i; >7 I-; o o o 11
,i > bi bi Ii It li It st >r 2 ~u
dag die wagerechltn Neiden stnd: I. ein
Note; 2.0 siürwort; 3. ine Waste: 4.
in,stutz,n Böhmen, b. ein Nedenslutz
der Donau; 6 eine Lladl in Norwegen
7. eine Stadl in Oesterreich.
' '!
Für Auflösung der obigen Räthsel ijh
folgender Pros ausgete!:
Ein Eolumdm- Kalender.
Beider nlloo ung de Preises komme
ur solche Bcwerver, die alle drei Nälhiel
richug gelöst und dre AuflKfungeii dis zun
22. Sept. lSstü. riiigeschickl haben, ri
betrachl.
Auslösunll drr Äattzjet in No. 31
1.
Fregatte.
2.
viele Köche verderben den Brei.
s.
L ä p I
> tt L. L N
e i- cr
lr ii L rl
I n n bk X
Nichlige Lösungen erhalten von: Ls
Kroegcr. 2 gelöst von Mi,. Mario Wulf
Den Preis erhielt: Leo strenger.
ssackd auf und ließ sich ankleiden; danq
blieb sie in ihrem Zimmer. Spätetz
oegab sie sich in denMusikfaal zuin U
len; sie versuchl zu singen, jedoch ihr
Kehle ,varwie zugeschnürt.
Auch beim Diner blieb sie alleins
Ais sie di Dienerschift im Loutekß
rain dein, Essen ivußte. schlüpft si
wieder zu ihre Batirs Zimmer hin.
Sie pocht an und gack khm Schmeiß
chlnamen. „Papa, hörst Du den
Deine kleine Alexa nlchli Lieber Papa,
laß mich doch nur auf inen Augenblick
zu Dir ein Lei nicht mehr dH'el*
Weiche Macht hatt dies stimm
noch vor wenigen stunden über den
einsamen Mann gehabt! Und nun
! Ein Ton ohn Leite, ein Glocke ohn,
s Widerhall.
Da drinnen regte sich nicht; Alexa
! stand ein halbe stund lang an orr
s Thüre und bat oerzedlich! Ti
i.ring mteder In Ihr Zimmer; sie mar so
i rathlos. ganz und gar aut dem ge
! wöhnlichen, friedlichen (Mose gerissen,
so verstrich der Nachmittag und der
'Abend. Aiexa legte sich unter Thrä
ne schlafen. 6s ist da Borrecht der
Jugend, daß sie sich in den Schlaf
peilt; !m Alter verscheuchen die Thrä
nen den Schlaf.
(Fortsetzung folgt.) ?
Luxemburg. Hochw. Hr. W.
Zorn, bisher Pfarrer in Kischbach
(Mersch), murre zum Pfarrer in
'Söul und hochw. Hr. Edm. Schnei
der. bikher Bicar ru St. Michel
(Luxemburg), zum Pfarrer in Kisch
dach ernannt. Hochw. Hr. Tuff.
slauth, Pfarrer zu Habs che Id ist
aut Gesundheitsrücksichten um sein
Entlastung eingekommen. Zu End
des laufenden Schuljahre feiern nach
stehende Lehrer ihr üsijäürige
Dienstjubiläum: Leo Federmcpex in
Greven macher; Eduard Roll
mann in Reisdorf; Heisburz in>
Hei der scheid; Weber in Schie
ren; Jatob -n T i l f e r d i nge n;
Weiler in Bergern; tti-ffer kr,
Hamm; Kiammang in Luxem
burg; Lösch inAss < lbvrn; Bam
öerg (nach Buenos Apees autgtman
deri); Staudt in Bon ne eg (mit
Pension abgegangen); Herme in Bel
gien; Merten, Eorrector in Metz, (nach
Äljäbriger Dienstzeit traittbeitshalber
au- dem Lehrfach mit Pension geschie
den).—ln Differdinzen brann
i die Theisssche Muhl, ab. Jn>
Bastendors verschied nach längerer
Krankheit Joh. P!. Schweitzer, Ge
monderathsmitgliev und Versiche
rungsagent, im Alter von 62 Jahren.
- InEttelbrück starb an Alteri
'chvache der älteste Mann der Stadl,
rer frühere Gastwirth Hone. Sinner,
im Alter von 90 Jahren.
Oesterreich Ungarn.—ln
Wien starb hochw. Hr. Eduard Kars
baczek, N'arrer von St. Johann Evans
aclift im 10. Bezirk. Der hochw. Eo
operator Joh. Happacher von Em
bach ist aus einer Radtour nach
Krimml in cer S-alzach verunglückt.—-
Aus einem Reubau in Andelsbuchl
fand in Gareipioston statt, wobei IE
Arbeiter, darunter mehrere schwer, ver-s
mundet wurden. Dir Gmein,
I ich l hat belchlosten, im Regier mgs
ju'-läumsiahre 19i)8 ein :ieue LpitaS
ein s r-uskogel zu bauen ;.nd e-
Kauern Slisabtthspital zu benennen.
! —Di Kirche in Loi tz or s ist durchs
i einen Blitzstrahl total eingeäschertz
worden. Ter Ingenieur Riederdvr
! fer aus Linz stu-zle am Großoenedi-
aer in ine Gletscherspalte und fand
den Tod. Zu Schönnbiunw
lrannten .'1 Scheuern der Wilczek'fchei
Wirchschaftroermaltunz. sowie daH
Hau des von. Strokoich vollständigf
-iwer. In rem Gkäirgsorle Äs
en s e i fe n wurde der 70j3hrtzr K,
Hackenberz von unbekannt Raubmör
dern mit einer Hack in bestialischen
Weile erschlagen. Ter G'oßpropftz
vonGra n. Tttu.'-rlstschof Antor G
jantzky. ist VT Jahr alt -ejzoxhtn.

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