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Der Sonntagsbote und der Seebote. (Milwaukee, Wis.) 1912-1922, September 22, 1912, Image 1

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vest ve.inan ckl*er
rislno DleMum In HM
maulte. .....
68. Jahrgang
Prügeln Bcöthy.
Er ist der ungarische
Haudelsminister.
Radau im Abgeordnetenhaus.
Ter Vorsitzende deS Abgeordneten
hauses, Graf Stephen Tisza, sah
sich genötigt, die Polizei rufen zu
lassen. Mitglieder der Oppo
sitionspartei verließen den Sit
zungssaal. Der deutsche Kai
ser nahm mit einem glänzenden
Gefolge dir Revue über dir Hoch
seeflotte ab, welche rin großarti
ges Schauspiel bot. Flotten
manöver sollen bis znm 28. Sep
tember fortgesetzt werden. Tie
Geschwader, welche daran teil
nehmen.
Budapest, Ungarn, 18. Sept. Die
Lärmszenen, die sich gestern bei Er
öffnung des ungarischen Abgeordne
tenhauses abspielten, wiederholten sich
heute aufs neue, als die Zeit zur Er
öffnung der Sitzung gekommen war.
Die Mitglieder der Oppositionspartei
richteten ihre Hauptangriffe gegen
den Handelsminister L. Beöthy v. Bes
scnyö, der sogar von mehreren Abge
ordneten geprügelt wurde. Der Ra
dau begann, als die Vertreter der Re
gierungspartei sich im Sitzungssaale
zeigten. Ein Mitglied der Opposi
tionspartei schrie: „Schufte" und
dieser Ruf gab das Signal zu einem
allgemeinen Aufruhr,, Handelsmini
ster Beöthy wurde von allen Seiten
umringt, und mehrere Vertreter der
Oppositionspartei versetzten ihm
Schläge ins Gesicht, so daß er zu Bo
den viel. Freunde des Ministers ka
men diesem zu Hilfe und befreiten ihn
aus Gewalt seiner Angreifer. Als
der
Graf Stephen Tisza, seinen Sitz ein
nahm, brachen die Unruhen unter den
Abgeordneten aufs neue los. Tisza
ließ die Polizei rufen, und als diese
im Sitzungssaal erschien, verließen
ihn die Mitglieder der Oppositions
partei.
Berlin, 18. September. Vor Hel
goland fand gestern die Kaiser-Pa
rade der Hochseeflotte" statt, welche
seit Wochen an den großen Herbst
manövern beteiligt gewesen ist. Der
Monarch nahm mit glänzendem Ge
folge die Revue ab, welche ein über
aus großartiges Schauspiel darbat
Nach Schluß der Parade beglektetc.
der Kaiser an Bord des soeben erst
in Dienst gestellten Dreadnoughts
„Kaiser" die Flotke nach dem Manö
verfelde. Im Gefolge des Kaisers
befanden sich, zum ersten Mal bei
solchem Anlaß, auch zahlreiche Offi
ziere der Armee, speziell des General
stabs, General d. Inf. v. Moltke, an
der Svitze.
Die Paradeflotte, welche unter dem
Befehl des Admirals v. Holtzendorff
stand, setzte sich aus 22 Schlacht
schiffen, 3 Panzerkreuzern, sowie ei
ner großen Menge von Torpedoboot-
Zerstörern zusammen. Die Hochsee
flotte bilden vier Schlachtschiffe der
Ostfriesland - Klaffe, vier der Nas
sau - Klasse, neun der Deutschland-
und Braunschweig - Klasse, fünf der
Dreadnought - Panzerkreuzer „Bon
der Tann", „Moltke" und „Goeben".
Der Gesamt - Tonnenqehalt der Ar
mada. abgesehen von den kleineren
Fahrzeugen, beträgt 500,000.
An den Manpvern, welche seit dem
vierzehnten August im Gang sind
und bis zum qchtundzwanzigfien
September fortdauern werden, neh
men teil: 1. das Nordsee - Geschwa
der unter dem Befehl des Vizeadmi
rals Pohl, dem als Unterführer Kon
teradmiral Zimmermann zur Seite
fleht; 2. das Ostseegeschwader unter
dem Kommando des Vizeadmirals
d. Jngenohl, dem nls zweiter Admi
ral Kontreadmiral Schmidt beigege
ben ist; 3. die Aufklärungsschiffe, de
ren Führung in den Händen des Vi
zeadmirals Bachmann liegt, dem als
Unterführer Kontreadmiral Hippel
untergestellt rst; 4. das dritte (Re
servegeschwader) unter der Führung
des Vizeadmirals Rollmann und des
KontreaLmirals Gras v. Spec als
zweiter Admiral; ss. der zweite Ver
band der Auftlärungsschisfe. der von
Kontreadmiral Koch geführt wird;
als zweiter Admiral fungiert Kon
trcodmiral v, Rebeur - Paschwitz, der
ehemalig - Attache bei der
deutschen Botschaft in Washington
und Führer des jüngsten deutschen
Besuchsgeschwaders in amerikanischen
Gewässern: 6. dir 6 Torvrdobootfko
tillen, deren jede von einem Stabs
offizier befehligt wird.
Neuer Bombenwnrf-Apparai.
Berlin, 18. Sept. Hier wurde ge
stern gemeldet, daß der Militär-Bal
lon .Z. 3". welcher jüngst bei den
Kaiscrmanövern im Aufklärungs
dienst tätig war. gegenwärtig in sei
nem Stationsort Gotha Versuche mit
einem Bombenwurf - Apparat an
stellt. Das Zeppelin - Luftschiff be
wirft aus einer kriegsmäßigen Höh
von 1200 bis 1500 Meter Schiffs
scheiben.
Gouverneur Woodrow Wilson
hielt heute auf der Reise von Sioux
Falls, S. D.. nach Minneapolis und
St. Paul mehrere Reden.
Ja Duluth, Minn.. ist der
Streik der Slraßenbahnangeftellren
immer noch nicht °":gelegt.
Der Honmagsbok.
rrn- Dev See böte.
Zwei Beulenpestfälle.
Wurden an Bord eines engli
schen Dampfers ermittelt.
Gefihr usgeschliffen.
Berlin, 18. Sept. Aus Hamburg
traf gestern die Meldung hier rin, daß
an Bord eines dort aus dem argen
tinischen Hafen Rosario e-ngetroffenen
cnnglischen Dampfers zwei Fälle von
Beulenpest ermittelt worden sind.
Der eine Fall verlief rötlich. Die an
dere von der Seuche befallene Person
wurde ins Krankenhaus an der Qua
rantäne - Station geschafft und voll
kommen isoliert. Es wurden nach
Ankunft des Fahrzeugs welches Ver
kehr mit südaincrtkarnschen, speziell
brasilianischen Häfen unterhält, unge
säumt alle Maßregeln getroffen, um
eine Ausbreitung der Seuche zu ver
hüten. Nach gründlicher Desinfizie
rung durfte der Dampfer di Fahrt
fortsetzen. Von der Hamburger Ge
sundheitsbehörde wird die bestimmte
Versicherung erteilt, daß jede Gefahr,
es möchten sich infolge von Ansteckung
weitere Fälle ereignen, ausgeschlossen
sei. Es ist deshalb im Publikum
keinerlei Befürchtung aufgekommen.
Vierzehn get-tet.
Bedauernswerter Unfall auf Landaus
Northwestern Eisenbahn.
London, 18. ln Dil
lon Junction. nahe in
Lancashire, entgleiste letzte Nacht dke
Lokomotive eines Schnellzuges der
London L Northwestern - Eisenbahn
und rannte gegen einen Brückenpfei
ler. Sieben von den neun Waggons,
aus denen der Zug bestand, wurden
ebenfalls von dem Geleise gerissen.
Die Passagiere in den ersten beiden
Waggons, ihre Zahl wird auf vier
zehn angegeben, wurden auf der
Stelle getötet, und von den übrigen
Passagieren wurden etwa fünfzig
schwer verletzt. Die Trümmer der
zerschmetterten Waggons gerieten in
Brand. Dadurch wurde die Arbeit
der Rcttuncsmannschaften sehr er
schwert.
Lage in -erMonstolei.
Zusammenstoß zwischen russischen und
chinesischen Truppen möglich.
London, 18. September. Aus
Mukden ging dem „Daily Telegraph"
gestern die Nachricht zu, daß an der
mongolischen Grenze von Kalgan bis
zu den Flüssen Sungari und Nonni
ein Aufstand ausgebrochen ist. Die
chinesischen Behörden haben in jenem
Distrikt 10,OM Truppen zusammen
gezogen, diesen aber den Befehl er
teilt, sich in der Defensive zu halten.
Die Lage wird deshalb kompliziert,
weil Rußland ebenfalls Truppenab
teilungen nach der Mongolei beordert
hat. Ein Angriff chinesischer Trup
pen dürfte deshalb als Kriegserklä
rung angesehen werden.
lene Hochzeit.
Ehrentag des NestarS deutscher Jour
nalisten im Westen.
Des MoineS, Ja., 18. Septembrr.
Oberst Joseph Eiboeck, Herausgeber
des „lowa Staatsanzeiger" in Des
Moines, lowa, und Präsident des
Dl A. Liberalen Staatsverbandes
voll lowa, und feine Gattin, Frau
Fa::nie Eiboeck, geb. Harrison, fei
erten gestern ihre goldene Hochzeit.
Eiboeck kam 1849 als Knabe von
etwa 11 Jahren nach den Ver. Staa
ten und direkt nach Dubugue, das
damals noch ein kleines Städtchen
war. Dort trat er als Lehrling rn
eine Druckerei rin. Während der
Chicagoer Weltausstellung war er
einer der Weltausstellung? - Kom
missäre von lowa. Mit 18 Jahren
wurde er Schullehrer, blieb es aber
nur kurze Zeit und wandte sich
dann ganz der Journalistik zu.
Reguläre Hege.
Resultat der in New Park abgehalte
nen Primärwahl.
New Dock, 18. September. Ge
stern wurden hier in der Stadt Pri
märwahlen abgehalten, um Kandida
ten für den Kongreß, beide Häuter
der Staatslegislatur und andere
Stellen zu nominieren. Die soge
nannten regulären Kandidaten, a. h.
diejenigen, welche von den verschie
denen Partei - Organisationen in
Vorschlag gebracht und empfohlen
worden waren, trugen den Sieg da
von. Es war die wichtigste Pri
märwahl. die je zuvor hier in der
Stadt New Uork abgehalten worden
ist.
Tauschen Depeschen aus.
Nachklänge zu dem Eucharistea.A,n
greß iu Wir.
Wien, 18. Sept. Anläßlich des
soeben zu Ende gegangenen und so
glänzend verlaufenen Eucharistischrn
Weltkongresses in Wien hat zwischen
dem Kaiser Franz Joseph und dem
Papst ein Austausch herzlicher Tele
gramme stattgefunden. Auch in die
sen Telegrammen sind das eingebende
Interesse, welches der Kaiser als Pro
tektor an dem Kongreß genommen,
und der Enthusiasmus, den diese
Teilnahme bei den lingezählten Tau.
senden von Theilnehmern und in der
ganzen katholischen Welt erregt hat,
zum Ausdruck gekomm--
Piauirrr ertruuke.
Berlin. 18. September. Ein be
klagenswertes Unglück wird auS Alt
btting im Regierungsbezirk Oberbay
ern gemeldet. Pioniere waren dabei
beschäftigt, eine über den Inn füh
rende Brücke abzubrechen. Plötzlich
kippte der Ponton um. und zwei Pio
niere ertranken, ehe Hilfe sie errei.
chev konnte.
Milwaukee, Sonntag, 2 . September 1912.
Brauhcrrn tagen
Jahreskonkent in Bo
ston, Massachusetts
Sitzung tzrr Direktoren.
In Verbindung mit der Konvention
ist eine Fachausstellung veran
staltet, in der einr Miniatur-
Brauerei in vollem Betriebe von
dem Massachusetts Polytechnikum
vorgeführt werden wird.
Durch Analyse eier Gallone Bier
wird dir genur Proportion von
Nahrnngsstofikn, Alkohol, Wasser
u. s. w. dargetan werden.
Gouverneur von Massachusetts
nd Bürgermeister Fibgerald von
Boston werden Begrüßungsan
sprachen halten.
Boston, Mass.. 18. Sept. Eine
heute hier abgehaltene Sitzung des
Direktoriums der „United States
Brewers Association" leitete die Jah
reskonvention dieser Organisation,
deren formelle Eröffnung morgen
stattfinden wird, ein. In Verbindung
mit dieser Konvention, der ersten dir
seit 20 Jahren in Boston tagt, veran
staltet das Massachusetts Polytechni
kum in Henry L. Pierce-Gebäude eine
Ausstellung von Brauerei - Maschi
nen, Rohmaterialien und Produkten
des Braugewerbes, zu deren Besuch
der Eintritt für daS allgemeine
Publikum frei ist.
Als eine besondere Anziehungskraft
für die Ausstellung dürfte sich eine
Miniatur - Brauerei mit einem Fla
schenbier - Etablissement erweisen.
Diese Muster-Brauerei" wird einen
Raum von 20 bei 8 Fuß Bodcnfläche
bei 10 Fuß Höhe einnehmen und mit
allen modernen Maschinei und Ilten
ülien in entsprechend kleinem Maß
stabe ausgerüstet sein. Unter der
Leitung von Dr. I. Lainson Mills,
F. C. S.. ehemals Mitglied der na
tionalen Brauer-Akademie in New
Dork, wird die Brauerei während der"
Zeit des Konvents in vollem Betriebe
sein.
Von gleichem Interesse für das all
gemeine Publikum wird sich jedenfalls
die Ausstellung der Rohmaterialien.
Hopfen, Gerstenmalz, Cerealien usw.,
erweisen, welche von den Ernte-Ver
beflerungs - Ausschüssen der Brauer-
Association, E. A. Faust, von der
Anheuser Bush Brewing Association,
St. Louis, Vorsitzenden, und des
Konzils der Getreidebörsen des Lan
des gemeinsam veranstaltet wird. In
der Ausstellung werden die konstruk
tiven Arbeiten der beiden Ausschüsse
zur Verbesserung der Getreide - Ern
ten in den Ver. Staaten vor Augen
geführt werden. Ebenso werden Pro
ben der diesjährigen Hopfenernten in
Deutschland, dem Staate New Dork
und an der Pazific-Küste gezeigt wer
den, darunter solche, welche von
Hopsenranken gewonnen wurden, die
erst im vergangenen Frühjahr in den
neu irrigiertcn Ländereien des Sacra
mento - Tales, Cal., gepflanzt wur
den.
In einem anderen Teil: der Aus
stellung wird eine Analyse einer
Gallone Bier, die genaue Proportion
von Nahrungsstoffen. Alkohol, Was
ser usw.' vorgeführt loerden. Die
Frage, was ist Bier? wird hier also
praktisch gelöst werden.
In der eigentlichen Eröffnungssit
zung der Konvention werden niorgcn
Gouverneur Faß, Bürgermeister Fitz
gerald und Präsident Joseph B. Ruf
scll Begrüßungsreden halten. Col.
Jac. Ruppert jr. von New Aortz, der
Präsident der Brauer - Association,
wird die verschiedenen Ansprachen be
antworten und dann seinen Jahres
bericht erstatten, der besonders den
Stand der Brauerei - Industrie, vom
nationalen Standpunkte aus betrach
tet, behandeln wird. An diesen Be
richt werden sich solche der verschiede
nen stehenden Ausschüsse der Organi
sation anschließen.
Für das Vigilanz - Komitee wird
Herr C. W. Feigenspan, von Nerv
ark, N. 1., einen erschöpfenden Be
richt über die politischen Verhältnisse
des Landes, soweit sie die Brauerei-
Industrie betreffen, mit besonderer
Berücksichtigung der Prohibitionsbe
wcgung, erstatten. Einen Cupple
mentarbericht wird, für den Publika
tions - Ausschuß, Herr A. G. Hüpsel
jr., von New ?)ork, über die neuesten,
das Spirituosen - Problem behau
delndcn Veröffentlichungen unter
breiten.
Dem Bericht des Arbeits . Aus
schusses, Herr Louis B. Schram,
Brooklyn, Vorsitzender, sieht man in
Arbeiter- und Jndustriekreisen. die
über das Brauerei - Gewerbe weit
hinausgehen, mit großem Interesse
entgegen. Ter Bericht ist in diesem
Jahre von ungewöhnlicher Bedeu
tung. da die Brauerei - Arbeiter den
von ihren, Arbeitgebern angebotenen
Plan für eine industrielle Unfalls
entschädigung und Alterspension,
welcher von Soziologen allgemein
als der Zeit voraus anerkannt wur
de, zurückgewiesen haben.
Der Konvent wird am Freitag, den
20. September, m t der Erwählung
der Beamten der Vereinigung zum
Abschluß kommen.
In der Navy Uard in Phila
delphia wurde gestern da neue Bun
des - Schlachtschiff „Arkansas" in
Dienst gestellt.
Großes Tranergesolge
Ben/ Nogi und sei: Ciattin in
Aojama berr zt.
s-
Einbrucksvollr nie.
Tokio,-18. Sept. 1. fand hier
unter sehr zahlreiche V. - igung ins
Begräbnis des vor einigen Tagen
verstorbenen Generalß -i und seiner
Gattin, die mit ihrtzn Gemahl aus
dem Leben schied, statt Wie bekannt
und eingehend gemeldet, begingen Ge
neral Nogi und seine Gattin Selbst
mord, als die Leiche des verstorbenen
Kaisers Mutsuhito ane dein kaiserli
chen Palast fortgebrocit wurde. Ein
fast endloser Trauerzag bewagte sich
heute von der Wohnn , der verstor
benen Generals in der sorstadt Aka
saki durch die HaupE r v,en Tokios
nach Aojama, wo di BrMichenUeber
reste des Generals Und Frau Nogi
zur letzten Rüge gebeuct wurden.
Die in Verbindung nn. der Begräb
nisfeier beobachteten Zeremonien wa
ren sehr feierlich und eindruckvoll
auch die ausländischen Diplomaten
wohnten der Feier bei. Am Gra
bc des verstorbenen Kriegshelden wur
de nach japanischen Brauch eine
schmetternde Fanfare geblasen und
dann ein Ehrensalut abgefeuert.
Kathedrale eingeweiht
Kardinal Gibbons leitet Feier
in Wichit, ÄaS.
Viele Prälaten wesend.
Wichitci, Kas., 18. Sept: Mit
Kardinal Gibbons weilen heute hier
hohe Würdenträger der katholischen
Kirche aus allen Teilen des Landes.
Ihre Anwesenheit gilt der Einwei
hung der neu erbauten St. Marys
Kathedrale, die eine der feinsten Got
teshäuser im ganzen Südwesten sein
soll. Die EinweikMgsfeier, dir auf
zwei Tage berechnet ist. begann mit
einer von Kardinal Gibbons zele
brierten Pontifikalnnssft, worauf Erz
bischof John I. Glennon -von St.
Louis die Festpredigt hielt. Heute
nachmittag findet zu Ehren des Kar
dinals Gibbons eine Parade der Co
lumbusritter stat, unv beute abend
wird Erzbischof Jreland von St.
Paul einen Bortrag ballen. Der
Bau der Kathedrale kostet ohne die
innere EinrichtungAßSZO.GX). Unter
den hier anwesenden Prälaten, die
an der Feier teilnehmen befinden
sich: Erzbischof John H. Blcnk von
New Orleans und dir Bischöfe: Jo
seph P. Lynch,-Dallas, Terz C. Van
de Ben, Alexandria, La.; D. I.
O'Connell, Richmond, Va.; B. I.
Kelley, Savannah. Go.; Edward P.
Mobile, Ala., und Theodore Meer
schaert, Oklahoma City, Okla.
Wanerßüste.
Fürst von Tnrn nd Taxis stiftet sie
für Walhalla.
Berlin, 18. September. Prinz-
Regent Luitpold von Bayern hat ein
Anerbieten des Fürsten Albert von
Thurn und Taxis, eine Büste Ri
chard Wagners für die Walhalla zu
stiften, angenommen. Di Offerte ist
der Anordnung des Nestors der Für
sten gefolgt, daß im nächsten Jahre
anläßlich der Feier des hundertsten
Geburtstags Richard Wagners eine
Marmoroüstc des Meisters in der
Regensburger Walhalla aufgestellt
werde. Der Fürst von Thurn und
Taxis ist geborener Regensburger und
dort seßhaft.
Kirschners Begräbnis.
Sterbliche Hülle wurde i aller Stille
in Berlin beigesetzt.
Berlin, 18. Sept. Die sterbliche
Hülle des in Ebrwald bei Jnsbruck
am letzten Samstag aus dem Leben
geschiedenen, ehemaligen Berliner
Oberbürgermeisters Dr. Martin
Kirschner traf aus Tirol hier ein und
wurde gestern in aller Stille beerdigt.
Damit wurde der testamentarischen
VcrfügungKirschnerS entsprochen, wel
cher ausdrücklich bestimmt hatte, daß
aller Prunk unterlassen werden und
weder Behörden noch Vereine sich an
der Bestattung beteiligen sollten.
So blieb denn dem Oberbürgermei
ster Adolf Wermuth, welcher seinem
Vorgänger gern im Sterbehauese oder
am Grabe den letzten Tribut der
Ehrung gewidmet hätte, nichts ande
res übrig, als dem Verblichenen in
der Sitzung des Magistrats im Rat
hause einen Nachruf zu widmen. In
diesem wurde Wermuth den hohen
Verdiensten Kinchners um die Ent
wicklung der Reichshauptstadt nach
jeder Richtung yin gerecht.
Ftür stzrauenftimmrecktk.
azialbemokraten in Hell planen
große Demonstration.
Im Haag. 18. Sept. Das Par
lamentsgebäude wird heut von Mi
litär und Polizisten bewacht, weil dir
Behörden fürchten, daß di Sozialde
mokraten in Demonstration zu
Gunsten von Frauenstimmrecht ver
anstalten wollen Di Sozialdemo
kraten sind oarüder angebracht, daß
die Königin in ihrer Thronrede, mit
der sie da Parlament eröffnete des
Frauenstimmrechts mit keiner Si"°
erwähnte.
Oberst Roosevelt wird im Laufe
des heutigen Tage in verschiedenen
Städten Arizona Reden halten,
Lass Ltdt vch Mt Werft.,
Ncucr Konflikt.
ZwischenPrasident und
Kongreß in Licht.
Tast bemerkt Neberzriffe.
Reue Bestimmungen über Voran
schlügr dr Departements werden
von für verfassungswidrig
gehalten. - Will dem Kongreß
die Leviten lesen, hat nber die
Gesetze selbst überschritten.
Kongrrßabgeordaclr verstoßen ge
gen Grseve über Anmeldung ih
rer Nominirrnagskosirn. Be
rück,tr nicht eingereicht. Privat
srkreiäre von Kongreßlruten als
Beamte des Hauses. Tie Be
zahlung „pra rata".
Washington, D. C.. Sept. Am
Schluß dßer letzten Kongreßsitzung
war der Präsident, umgeben von sei
nen Ministern, wie üblich im Kapitol
anwesend, um den in den letzten
Stunden angenommenen Bills durch
seine Unterschrift Gesetzeskraft zu
geben oder sie in den Papirrkorb wan
dern zu lassen. Zu diesen Gesetzvor
lagen gehörten ein halbes Dutzend der
großen Bewilligungsvorlagen, von
welchen der Unterhalt der Regierung
abhängt. Ehe sie vom Präsidenten
unierzeilmct wurden, wurden sie ver
muthlich von dem Sekretär des am
meisten interessierten Departements
genau geprüft, denn bekanntlich hatte
sich Präsident Taft . während der
Sitzung wiederholt veranlaßt geführt,
selbst Etaistz mit seinen, Beto zu be
legen, weil sie streng genommen B
stimmungcn enthielten, welche absolut
nichts mit den Bewilligungen z tun
hotten und welche im Abgeordneten
haus auf den Einwand eines einzel
nen Mitgliedes gestrichen hätten wer
den müssen. Gehen diese sogenannten
„riders" aber glatt durch beide Zweige
des Kongresses und werden die betref
fenden Vorlagen durch die Unter
schrift des Präsidenten Gesetz, so hat
Niemand, selbst nicht der Präsident,
das Recht, sich über unliebsame Be
stimmungen zu beklagen. Im Laus
der letzten Wochen sind nun di in der
letzten Sitzung angenommenen Bewil
ligungsbillS in den Departements g
nau untersucht und geprüft worden
und cs hat sich herausgestellt, daß
mehr als eine Bestimmung Gesetz ge
worden ist, welche der republikanischen
Administration nicht paßt und welche
sie durch Ausübung größerer Vorsicht
in dem Schlußakte der Sitzung hätte
verhindern können. Di Hauptarbeit
in den hiesigen Departements ist ge
genwärtig die Herstellung der lah
resberichte und die Berechnung der
Voranschläge für das nächste Fiskal
jahr. Die Berichte und die Voran
schläge müssen dem Präsidenten zeitig
genug unterbreitet werden, sodaß '
ruf dieselben seine Empfehlung in der
Johresbotschaft an den Kongreß
basieren kann. Dir Herstellung der
Jahresberichte ist wenig mehr als sta
listißh Arbeit, aber viel schwieriger
ist die Feststellung der Voranschläge
für alle R-aierngszweige. Auf diese
Voranschläge sollen die Bewilligungen
basiert sein, wenigsten in der Theorie.
In der Praxis legen die Bewilli
gungskomitees beider Häuser des
Kongresses sehr geringes Gewicht aus
diese Voranschläge. In der Regel
gibt das Abgeordnetenhaus weit weni
ger her als verlangt wird, dagegen
erhöht der Senat regelmäßig die vom
Hause gemachten Bewilligungen und
erlaubt mitunter mehr als von der
Regierung ursprünglich verlangt
wurde. Nun verlangt ine republika
nische Administration sehr häufig
<Belder fü Zwecke, welche einem demo
kratischen Abgeordnetenhouse nicht
einleuchten wollen und um einem gro
ben Unfuge in den Voranschlägen ein
Ende zu machen, wurde in der letzten
Sitzung verfügt, daß die Chefs der
Departements nur Voranschläge für
Zwecke machen sollen, welche bereits
vom Kongreß durch frühere Bewilli
gungen gut geheißen wurden. Diese
Bestimmung verhindert die ewige und
von Seiten der Chefs ganz eigen
mächtige Reorganisation ihrer Depar
tements, die Einsetzungen von unge
setzlichen Kommissionen. Ein
mischung in die Angelegenheiten frem
der Nationen ohne dir Autorität des
Kongresses u. f. w. Alle Voran
schläge werden in der Hoffnung ge
macht, daß sie vom Kongreß für be
rechtigt gefunden werden. Ueber die
mutmaßlichen Einkünfte und AuSqa
den der Regierung in einem bevor
stehenden Fiskaljahre hat nur der
Sekretär des Schatzamtes das Recht,
dem Kongreß zu berichte und finan
zielle Empfehlungen zu machen. Der
Sekretär de Schatzamtes ist auch das
einzig Mitglied des Kabinetts, wel
ches direkt an den Kongreß Bericht
.erstattet. Alle anderen Kabinetts-
Mitglieder senden ihre Berichte an den
Präsidenten, welcher sie mit seinen
Empfehlungen dem Kongreß übermit
telt. Auch müssen alle Voranschläge
vor dem ersten November eines jeden
Jahres dem Sekretär des Schatzamtes
unterbreitet werden und er besitzt das
Recht, dies Voranschläge nach eige
nem Gutdünken zu reduzieren, weil
angenommen wird, daß er di mut
maßlichen Einkünfte der Regierung
für das kommend Fiskaljahr unter
den bestehenden Gesetzen berechnet hat.
Ueber di oben erwähnte Begrenzung
der Voranschläge 'st Präsident Taft
sehr aufgebracht und er hat die Bi
stimmung für verfassungswidrig er
klärt LaS zü M rü
in der amerikanischen Geschichte, daß
ein Präsiden! das getan hat, denn das
ist eine ausschließliche Funktion des
Richtcrstan'es. insbesondere des Bun
desobergerichts. Präsident Taft soll
die Absicht baden, dem Kongreß in
seiner Jahresbotschaft wegen der
Budgetfrag gehörig die Leviten zu
lesen und er wird dadurch einen neuen
Konflikt zwischen der Administration
und dem legislativen Zweige der Re
gierung verursachen.
Eine große Anzahl gegenwärtiger
Mitglieder des AbgeordneienbauseS
und Kandidaten für das Haus laufen
Gefahr, mit den Bundes - Distrikts -
anwältcn ihrer rcspektiven Staaten
nähere und unliebsame Bekanntschaft
zu machen, sagt Herr South Trimble.
der Klerk des Abgeordnet-,Hauses.
Das Gesetz Gstimmt, daß jeder Kan
didat für das Abgeordnetenhaus und
diesmal sind es über ein tausend, 15
Tage vor und spätestens 15 Tage
nach der Nominierung dem Clerk des
Hauses inen genauen Bericht über
ihre Ausgaben in Verbindung mit der
Nominierung einsenden soll bei einer
Geldbuße von Dlooo. Fast alle
Nominierungen haben stattgefunden
aber der Klerk des Hauses hat sehr
wenige Berichte erhalten und Iveiß
wirklich nicht, waS er tun soll. Als
vereidigter Beamter muh er seine
Pflicht und Schuldigkeit tun und
zur gleichen Zeit möchte er es nicht
mit den Herren verderben, welchen :r
seine hohe Stellung zu verdanken hat.
Das Gesetz ist noch nie durchgeführt
worden und es wird bezweifelt, ob
das Justizdepartcmknt die Initiative
in der Verfolgung der saumseligen
Abgeordneten und Kandidaten ergrri
fen wird. Herr Trimble wird wohl
seinen Bericht dem Sprecher des Ab
geordnetenhauses übermitteln und
dieser wird ihn dem Justiz - Komitee
überweisen. Sehr wahrscheinlich wird
das Gesetz, schon wegen seiner Nicht-
Ausführbarkeit, in der nächsten
Sitzung widerrufen werben.
Eine sehr interessante Frage wird
dem mächtigen und wichtigen Komitee
für Rechnungen des Abgeordneten
hauses in seiner nächsten Sitzung zur
Entscheidung unterbreitet tverdrn.
Bekanntlich hat jeder Abgeordnete,
welcher nicht Vorsitzender eines, einen
Klerk besitzenden Komitees ist, das
Recht, einen Privatsekretär anzustel
len. dessen Gehalt jährlich Zl5OO be
tragen soll. Der Abgeordnete bezieht
das Geld für diesen Privatsekreiär.
Run gibt eS wohl Mitglieder, welche
mit einem Srlk'iär nicht auskommen
kAnnen und welche tief in die eigene
Tasche greisen müssen, um ihr Kanz-
zu bezahlen. Die meisten
Abgeordneten jedoch brauchen gar kei
nen Sekretär und so gehen drei oder
vier zusammen, engagieren einen oder
eine junge Person zum stenographie
ren und zum Maschinenschreiben, be
zahlen sie „pro rat", und stecken den
Rest des Gehaltes in di eigenen Ta
schen. Auch gibt es Abgeordnet,
welche ihr Frau oder ihre Tochter
~k-c, koimn zum Sekretär ernannt
haben und für welche sie das volle
Gehalt beziehen. Nun gelang eS den
wirklichen Privatsrkretären in der letz
ten Sitzung eine Bestimmung zum
Gesetze zu machen, laut welcher sie als
Beamte des Hause anerkannt werden
und als solche sollten sie ihr Gehalt
persönlich vom Klerk des Hauses be
ziehen. Aber die Herren Abgeordne
ten fahren fort, da sür vier Sekre
täre bewilligte Geld von dem Ser
geant at Arms zu ziehen und den
Sekretären zu geben was ihnen be
liebt. Da oben genannte Komitee
wird nun zu entscheiden haben, ob die
Privatsekretäre auf der Zahlliste des
HauseS stehen sollen oder nicht.
In ruhigem eleise r
Verhandlungen des sizialdemakrati
schen Parteitage in Chemnitz.
Berlin, 18. September. Die Ver
handlungen deS sozialdemokratischen
Parteitags in Chemnitz sind bislang
in ruhigem Geleise verlaufen. Den
Vorsitz führt der Rechtsanwalt Hugo
Haas, welcher die Stadt Königs
berg im Reichstag vertritt. Bemrr-'
tenswert waren die internationalen
Begrüßungen, zu welchen die Gegen
wart zahlreicher Parteiverirrter d-S
Auslands den Anlag gegeben. All
gemein fallen auch die stürmischen
Ovationen auf, welche dem Vetera
nen August Bebel bereitet werden,
wenn immer er im Saal erscheint
oder zu irgendeiner Frag das Wort
ergreift.
Bollftänrig verloren.
Dorprdeboet ~6. 171" liegt in zu
greßer Tiefe.
Berlin, 17. Sept. Dos, wie ge
meldet. auf de- Höhe von Helgoland
von dem Lir.iensch'ft „Zähringen" in
Grund .geboyrte Torpedoboot „G
171" ist vollständig verloren. Das
Fahrzeug liegt in zu großer Tiefe,
als daß es gehoben werden könnte,
und ist bereits von der Strömung
fortgeschwemmt worden. Es wurde
am Heck getroffen und total entzwei
geschnitten, sodaß eS in wenigen Au
genblicken versank. Die Leichen der
umgekommenen sieben Seeleute sind
noch nicht geborgen.
Hundert und vier Jahre alt.
New Pork, 17. Sept. William Ran
kin, der einst der Kompagnon des Va
ter- des Präsidenten Taft in der An
waltsfirma und Rankin war,
ist angeblich der älteste lebende Gra
duierte eines amerikanischen College.
Er ist 104 Jahre alt und absolvierte
Williams College im Jahre 1831.
Herr Rankin erklärt gestern, daß er
frisch und grsuud ist. und kaum die
Schwächen deZ Altrr
Dar älteste und meist ge
lesen dents-hr Blatt in
Wisconsin. . . r
Nummer 28.
Sturm-Signal.
Eröffnung des ungari
schen Parlaments.
?i§za wurde crhiihnt.
Budapest. Ungarn. 17. Septem
ber. Be> der heutigen Eröffnung de
ungarischeu Parlaments spielten dch
lärmende Szenen ab. Nur dem
prompten Eingreifen der Parteifüh
rer ist es zu verdanken, daß es nicht
zu crner regelrechten Keilerei kam.
Die erste Aufregung machte sich un
ter den Mitgliedern des Parlaments
bemerkbar, als Graf Stephen Tisza.
per Präsident des. Abgeordnetenhaus
ses, den Sitzungssaal betrat. Er
wurde mit lautem Zischen. Pfeife:,
und Johlen empfangen, und trotz der
derzweifelsten Versuche gelang es
ihm nicht, die Ordnung herzustellen.
Das Verlesen des kaiserliche Re.
skriptes, laut welchem die Sitzung
des Parlaments für eröffnet erklärt
wurde, fand unter allgemeinem Lärm
statt, so daß niemand es hören könn
te.
Als während des Verlesen eik
'.Mitglied der Oppositionspartei einetj
der Führer der Rechten, also der Ne
gicrungSpartei. fragte, ob er einen
Revolver bei sh habe, entstand ein
furchtbarer Lärm. Graf Julius
Andrassy und andere Führer griffen
ein, und es gelang ihnen, die Rub:
wenigstens so weit herzustellen, daß
die Sitzung eröffnet werden konnte.
Die Besucher - Gallcrien waren nur
schwach besetzt, und man sah weder
in den Korridoren, noch in der Um
gkbung des ParlamentsgebäudeS Mi,
litär oder Polizei, obwohl man von
vornherein angenommen hatte, daß
die Eröffnung des Parlaments wcht
ohne stürmische Auftritte vor sich g,.
Heu werde. Achnliche Lärmszenen
spielte sich im Juni dieses Jahre
ab, als die Parlament Session ge.
schloffen wurde. Diese Szene führ
ten sogar zu einem Versuch, den Gra.
fen Tißa zu ermorden. Ein Mit
glied der Oppositionspartei, namens-
Julius Kovaes, feuerte aus den Prä
sidenten des Abgeordnetenhauses
mehrere Schüsse ab. Als Kovacs sah.
daß seine Schüsse fehl gegangen wa
ren, machte er einen Selbstmordver
such. Graf Tisza wurde am 29. Mai
dieses Jahres zum Präsidenten Le
Abgeordnetenbmises erwählt. Er ist
rin entschiedener'Gegner de Frauen
stimmrecht und wurde deshalb, nl
er als Kandidat für da Amt de
Vorsitzenden im Abgeordnetenhaus
auftrat, heftig bekämpft.
Deutsches Theater.
Saison in (shicaqo nnter ssiin
stigen Auspizien eröffnet.
Ansvcrkanftes HaS.
Chicago, 17. Sept. Mit der Auf
führung der Jarnoschen Operette
.De Musikanten Modell." welche bei
dieser Gelegenheit zm ersten Male
hier in Chicago Über die „Breiter
ging", ist gestern abend die neue Sai
son des hiesigen deutschen TheaKrs
eröffnet worden. Das Hau war bi
auf den allerletzten Platz besetzt und
die Aiorstelliing wurde äußerst beifäl
lig aufgenommen Da nunmehr
für die deutsche Bühne gesicherte
Theater im Busch Temple, an der
Clark Sir. und Chicago Ave gelegen,
ist für seinen Zweck weit bester geeig
net als das voriges Jahr benutzte
..Criterion," weil zentraler gelegen.
Auch hat sich ein „Theatcrverein" ge
bildet, welcher dem Direktor Max
Hanisch bei seinem Plane, bis Mat
täglich gute deutsche Vorstellungen zu
geben, mit Rat und Tat zur Seite
stehen wird. Das von Herrn Ha
nisch aufgestellte Repertoire, das eine
ganze Reihe neuer Operetten, Lust
spiele und Dramen, sowie auch der
schiedene Klassikcrrwrstellungen auf
weist, läßt an Reichhaltigkeit nicht zu
wünschen übrig.
Hanrlchreiben es KierS.
Engere Verbind,, zwischen Sachsen
und dem Kaiserhaus.
Berlin, 17. Sept. Kaiser Wilhelm,
der seine hohe Befriedigung über die
bewiesene Leistungsfähigkeit der an
den Kaiscrmanövern beteiligten Trup
pen bereits mehrfach ausgedrückt hat,
hat jetzt an den König von Sachsen
ein Handschreiben gerichtet, in dem er
sich über den Verlauf der Manöver
und besonders über die Leistungen
der beiden königlich sächsischen Armee
korps in anerkennendster Weise aus
spricht. Gleichzeitig bittet der Kaiser
den König Friedrich August, die be
reits auf dem Manöocrfeld erfolgte
Ernennung zum Generalfeldmarschall
der preußischen Armee als im Sinne
einer noch engeren Verbindung zwi
schen dem sächsischen Königs- und
dem deutschen Kaiserhaus geschehe
anzunehmen. ,
Gegen Tucllniiwcskn.
Berlin, 17. Sept. Die Strafrecht,
kommission des deutschen Reichstags,
die sich zur Zeit mit den Strafbestim
mungen für Zweikämpfe beschäftigt,
ist ernsthaft bemüht, das ihrige zu
tun, um zu einer Einschränkung des
Tuellunwesens beizutragen. Die
Kommision hat beschlossen, für beson
ders schwere Fälle die Verhängung
von Gefängnisstrafen statt Festung z
Miehlen. >

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