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Der Sonntagsbote und der Seebote. (Milwaukee, Wis.) 1912-1922, September 29, 1912, Image 1

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vermal
Islao e6ium in IMI-
. . .
68. Jahrgang.
Glaßcocks Plan.
Will keine Milizen in
der Streikzone.
Kißlcnbarone protestieren.
Las Staatsobrrbauvt von West
Virginien glaubt, daß er mit
Hilfe der Zivilbekördrn in dem
.Kanawha-Tistrikt die Ruhe und
Ordnung ansrecht erhalten kann.
Gliiiibt immer noch n die Mög
lichkeit eines friedlichen Aus
gleichs schwebender Streitigkeiten.
Streikende Straßenbahn,,gestellte
in Duliith, Minn., unterbreiten
ihre Bedingungen, unter denen
sie Frieden schließen wollen.
Ruhe in dem Ttreikrevier in der
Ilmgegend von Biugham.
Charleston, W. Bci., 25. Sept.
General Adjutant Chars. D. Elliott
begab sich heute in Regleikung mehre
rer Offiziere der Miliztruppen auf
eine Jnspektionstour durch die unter
Kriegsrecht gestellte Zone. Es wurde
den Militärbehörden gemeldet, daß
die streikenden Kohlcngräber in dem
Kanawha Distrikt in verschiedenen
Städten Versammlungen abhalten, in
denen in feurigen Reden zum energi
schen Widerstände gegen die Gruben
besitzer aufgefordert wird. Auch sol
len von den Streckern bedeutende
Quantitäten von Waffen und Muni
tion nach Montgomcry und anderen
größeren Städten geschafft worden
sein. Wenn eine zu diesem Zweck an
gestellte Untersuchung ergeben sollte,
daß diese Nachricht auf Tatsachen be
ruht, so werden die Grenzen der un
ter Kriegsrechi gestellten Zone wahr
scheinlich noch erweitert werden. Gou
verneur Glaßcock will, wie heute hier
bekannt wurde, den Versuch machen,
mit Hilfe der Zivilbehörden Ruhe
und Ordnung aufrecht zu erhalten
und auf die Unterstützung der Miliz
soldaten in Zukunft ganz und gar
verzichten. Die Kohlenbarone werden
sich, wie es heißt, diesem Plane aufs
energische widersetzen, indem sie dar
aus aufmerksam machen, daß ihr Ei
gentum ohne militärischen Schutz kei
nen Augenblick vor den Angriffen wü
tender Volksmassen, dir für die
Strecker Partei ergriffen ha
ben, sicher wäre. Der Gou
verneur läßt sich jedoch durch
derartige Drohung nicht irre machen,
sondern glaubt, daß bis die Zeit zur
Ausführung seines Planes gekommen
sein wird, die Strecker mit ihren Ar
beitgebern irgend' ein Uebereinkom
men getroffen haben werden.
Duluth, Minn,, 25. Sept. Die
hier streikenden Straßenbahnangestell
ten sind, wie heute hier bekannt gege
ben würd-, zum Frieden geneigt, und
haben ihre „Friedensbedingungen"
formuliert und den Vertretern der
Straßenbahngesellschaft unterbreitet.
Sie verlangen, daß alle Strecker wie
der angestellt werden mit Ausnahme
derjenigen, welch bei Beginn des
Streiks entlassen wurden. Die Fälle
der neun Entlassenen sollen einer
Schicdsgerichtsbrhörde zur Entschei
dung unterbreitet werden. Angestellte
sollen nicht, wie bisher, gezwungen
sein, 13—18 Stunden im Dienst zu
bleiben, um 10 Stunden zu arbeiten,
sondern höchsten 12 Stunden. Haupt-
Geschäftsfülirer Warren sagte heute,
daß er nichts zu verhandeln hab.
Auf die Frage, ob er geneigt sei, die
Vorschläge der Strecker anzunehmen,
zas er keine Antwort.
Binabam, Utah, 26. Sept. Dft
Führer der 4,600 streckenden Arbei
ter in den Bergwerken der hiesigen
Umgegend machten heute aufs neu:
Versuche, einr Konferenz mit D. C.
Jcickling, dem Haupt-Geschäftsführer
der „Utah Copper Co." oder anderen
Vertretern der Gesellschaft zustand
zu bringen. Ihre Führer geben un
umwunden zu, daß sie mit ihren An
strengungen und Versuchen bis jetz:
wenig Glück gehabt haben, haben aber
die Hoffnung auf eine gütlich Bei
legung schwebender Kontroversen im
mer noch nicht aufgegeben. Seit ge
stern hat in dem ganzen Streckrevier
Ruh- geherrscht, wenngleich an ver
schiedenen Stellen in der Nähe der
Gruben bewaffnet Strecker grrechi
schrr Nationalität gesehen wurden.
Jbnen wurde von den Sireiknibrern
der Rat gegeben, keine Waffen zu
kragen.
Woen Krieg verstin-ern.
Würde de Balkanländerrirn angeb
lich keinen Nutze bringen.
Belgrad, 25. Septem v:r.
Hiesige diplomatisch- Vertreter von
Großbritannien, Frankreich und
Rußland erklärten gestern, daß ein
Krieg mit der Türkei den Balkan-1
ländern keinen Nutzen bringen wur
de. Diese Diplomaten statteten ge
stern dem hiesigen Auswärtigen Amt
einen Besuch ab uns konferierten dort
mit den leitenden Geistern. Im Na-!
wen ihrer rcspektiven Regierungen
sollen sie den serbischen StaatSmär-!
nern das Versprechen gegeben haben,
die türkisch Regierung zu vrrcmlas-!
scn. in Mazedonien die nötigen Re-!
formen einzuführen. Trotzdem fährt:
des serbische Kriegsministerium kort,!
weiter, Vorbereitungen für Len Krieg!
zu tre-frn.
Der höchste Preis für lebendes
Vi:h wurde gestern in Kansas City.
Mo., bezablt, nämlich PLLV ver,
hundert Ktzisd ' I
D-p Sonulasssbotk.
und Wisconsin Vanircv nnd Volksfrennd.
Von Polizei besetzt.
Die ungarische Delegiti, Biilt
Sonderberatunqcn ab.
Auf der Suche ,ch Anhängern.
Wien, 25. September. Einhundert
ungarische Polizisten, deren Ankunft
bereits signalisieri war.' sind aus
Budapest nunmehr hier eingetroffen.
Sie siehe unter der Führung des in'
jüngster Zeit vielgenannten Polizei-
Inspektors Pawlik, welcher die Stür
me mit der Opposition in- und vor
dem ungarischen Abgeordnetenhause
durchgemacht hat. Die Aufgabe des
Kontingents ist, die Sicherheit inner
halb des „Ungarischen Hauses" an
der Bankgasse zu wahren, in welchem
die ungarische Delegation ihre Son
derberatungen abhält. Das Gebäu
de war gestern vom frühen Morgen
an von einer Volksmenge umgeben,
welche mit böchster Spannung der
Dinge wartet, die da kommen sollen.
Alle Eintretenden werden auf das
schärfste gemustert.
Fünfzig Mitglieder der ungari
schen Opposition langten im Lauft
des Tages an und wurden von ihnen
günstig gesinnten Volksmengen mit
Esten - Rufen empfangen. Der un
aarische Ministerpräsident Dr. van
Lukacs hatte am Vormittag eine
Audienz bei Kaiser Franz Josevh.
Die Mitglieder der ungarischen Op
position sind auf eifriger Sncke nach
Anhängern begriffen. Ueberalll be
mühen sie sich, Demonstranten zu
werben, die an Kundgebungen gegen
das Voraehen der ungarischen Regie
rung teilnehmen sollen.
Teuerungs-Konferenz.
Der deutscheßcicheiknzler führt
darin den Borsitz.
Borschläge unterbreitet.
Berlin, 26. September. Im Ge
bäude des Reichsamts des Innern
hat gestern die auf Veranlassung dss
Reichskanzlers Dr. v. Bethmann
Hollweg selbst berufene Konferenz
sich auf geeignete Maßnahmen zur
Milderung der herrschenden Lebens
mittel-Teuerung erstrecken, begonnen.
- Der Kanzler führt in der Konfe
renz den Vorsitz. An den Bespre
chungen nehmen zuständige Minister
und Rcssortleute, sowie andere Fak
toren teil, welche mit der Situation,
die dringend Abhilfe erheischt, voll
kommen vertraut sind. In allen
Kreisen wird der Hoffnung Ausdruck
verliehen, daß die Konferenz nicht
ohne ersprießliche Ergebnisse verlau
fen mögen. Es sind in ungezählten
Eingaben der Regierung Vorschläge
unterbreitet worden, durch welche das
aewünschte Ziel erreicht werden soll.
Im wesentlichen gehen die Wünsche
dahin, eine Erleichterung oder gar
gänzliche Aufhebung der Beschrän
kungen von lebendem Vieh zu erlan
gen. Weiterhin wird gebeten, d-c
Bedingungen für die Einfuhr von
ausländischem Fleisch und von Feit
waren zu erleichtern. Auch sollen dl
jetzt üblichen strengen Bestimmungen
des Fleischschaugesetzcs erleichtert
werden.
An Erkältung Gestorben.
Der jnnste Sohn des Herzogs Karl
Theodor von Bayern.
Berlin, 26. Sept. An den Folgen
einer starken Erkältung, die er sich
auf der Jagd zuzog, ist in München
Herzog Franz Joseph in Bayern.
Leutnant L l.r miita des l. bayeri
schen Ulanen - Regiments, gestorben.
Die Erkältung entwickelte sich zu ei
nem Halsleiden, daS sich reißend rasch
verschlimmerte und schon seit Tagen
keine Hoffnung mehr zuließ. Der
Verstorbene, am 23. März 1888 in
Tegernsee geboren, war der jüngste
Sohn des am 30. November 1909
dahingeschiedenen Herzogs Karl Theo
dor, der durch die Ausübung seiner
augenärztlichen Tätigkeit und sein
uneigennütziges philanthropisches Wir
ken allgemein bekannt war.
Streik in Sponien.
Eisenbahn-Verkehr in er Provinz
Cakalonia einaestcltt.
Pervignon, Frankreich. 26. Svt.
In der spanischen Provinz Katalo
nien ist der Eisenbahnberrieb voll-
worden, weil sämt
liche Eisenbahnangestellte streiken. An
einzelnen Stellen ist durch Zerstören
von Eigentum, das der Eisenbahn
gehört, bebrütender Schaden angerich
tet worden. Aus Barcelona ringe
troffen Berichte besagen, daß dort
all Eisenbahnstationen von Militär
besetzt sind. Die aus Frankreich an
der spanischen Grenze gestern und
heute eing-troffenen international':
Züge können ihre Fahrten nicht fort
setzen.
?tzrbiGe vri,en.
Verlangen Freilassung von zwei zum
Tode verurteilten Mörsern.
Archer, Fla.. 25. September. Bür
germeister Balvwin erhielt gestern
rinen anonymen Brief, in dem ge
sagt war, daß die Stadt nieder ge
brannt werden wird, wenn nicht zwei >
Farbige frei gegeben werden, dir?
wegen Ermordung von Polizeibeam-!
ten zum Tode verurteilt wurden und!
am Freitag hingerichtet werden sol->
len. Die Behörden fürchten, daß die!
Farbigen wirklich dir Absicht haben.?
am Freitag Vadau zu machen, wenn!
die Mörder hingerichtet werden, weft?
unter ikmen die Ansicht vorherrscht,
daß die zum Tode Verurteilten in;
Selbstverteidigung bandelten, als sie,
di Beamte erschossen . s
Milwaukee, Sonntag, 2!-. September 1912.
Prof.Tr.Euckkll.
Austauschprofejsor traf
in New Hort ein.
Mit Prof. Dr. Petcrscn.
Der berühmte Jrnensrr Philosoph
wird während des Winterseme
sters an der Universität Harvard
über „Geistiges Leben der Jetzt
zeit in Deutschland" und „Kultu
relle nd religiöse Philosophie in
ihren Wechselbeziehungen" Vor
lesungen halten. Professor Dr.
Julius Petrrien von der Münche
ner Universität geht an die Uni
versität ?lair. wo er über „Deut
sche Literatur und Romantik"
nd „Das deutsche Drama deS
19. Jahrhunderts" lesen wird.
New ?)ork, 26. Sept. Geheimrat
Professor Dr. Rudolf Gucken, der be
rühmte Jenenser Philosoph, ist gestern
in Begleitung von Gattin und Toch
ter auf dem Norddeutschen Lloyd
dampfer „Berlin". Kapitän A. Har
rassowitz, welcher von Bremen,
Southampton und Cherbourg eintraf,
hier angekommen, um als Austausch-
Professor während des bevorstehenden
Wintersemesters an der Universität
Harvard über „Geistiges Leben ver
Jetztzeit in Deutschland" und „Kul
turelle und religiöse Philosophie in
ihren Wechselbczichunaen" Vorlesun
gen zu halten. Der deutsche Gelehrte
hat für seine Berufung zur Bedin
gung gemacht, daß er in deutscher
Spracki vortragen darf, da er des
englischen Idioms nicht genügend
mächtig zu sein glaubt, um darin er
folgreich lehren zu können, und diese
Bedingung ist ihm in einem schmei
chelhaften Schreiben seitens der Uni
versitätsbehörden zugestanden worden.
Rudolf Christoph Eucken ist am 6.
Oktober 1846 in Aurich, Ostfries
land, geboren, also jetzt beinahe 66
Jahre alt. Er studierte 1863—67 in
Göttingen und Berlin und war dann
bis 1871 als Gymnasiallehrer in der
deutschen Reichshauptstadt tätig.
Dann wirkte er als Professor der
Philosophie bis 1874 an der Univer
sität Basel, worauf seine Berufung in
gleicher Eigenschaft an die Jenenser
Hochschule erfolgte. Seine philoso
phischen Werke sind sowohl nach Zahl
und Inhalt sehr bedeutend und er gilt
in seinem Fache als anerkannte Welt
autorität. Viele seiner Bücher sind
in fremde Sprachen übersetzt worden,
so u. a. „Der Wahrheitsgehalt der
Religion" (The truth of religio) und
„Der Sinn und Wert des Lebens"
(The Problem of human life) in die
englische Sprache.
Professor Eucken erklärte einem Be
richterstatter, daß er die geistige, poli
tische und kulturell Bewegung in den
Ver. Staaten seit langer Zeit mit
größtem Interesse verfolgt habe und
sich freue, das Land nunmehr aus
eigener Anschauung kennen lernen zu
dürfen. Im nächsten Februar wird
der deutsche Gelehrte auch einige
Wochen in New Uork weilen, um hier
öffentliche philosophische Vorträge ge
meinverständigen Inhalts zu halten.
Seine Lehrtätigkeit an der Harvard
Universität beginnt am I. Oktober.
Ebenfalls als Austausch - Profes
sor kam auf der „Berlin" Professor
Dr. Julius Petersen. welcher an der
Münchener Universität über Literatur
liest, herüber. Er begibt sich an die
Universität Aale. um dort in diesem
Winter Vrlesungen über „Deutsche
Literatur und Romanrik" und „DaS
deutsche Drama des 19. Jahrhun
derts" zu halten.
Professor Petersen ist am 6. No
vember 1878 in Straßbung r. E. ge
boren und hat nach Absolvierung des
NicolaigNmnasiums in Leipzig an den
Universitäten Lausanne. München,
Leipzig und Berlin Philosophie stu
diert. Seine Schriften befallen sich
hauptsächlich mit der Bedeutung
Schiller's, Goethe's und Lesstng'L für
die deutsche Literatur und das Leben
und die Persönlichkeiten dieser Dich
ter. Er ist von seiner Universität auf
ein halbes Jahr beurlaubt worden
und wird, wie er sagte, nach seiner
Rückkehr wahrscheinlich einem Rufe
an die Universitär Basel Folge lei
sten.
Vor den Schränken.
Prozeß gegen s,zilvem,kr,tische Ab
gerdnetr beginnen.
Berlin. 26. September. Bor der
ersten Strafkammer des hiesigen
Landgerichts I begann der Prozeß
gegen die sozialdemokratischen Ab
geordneten Borchardt und Leinert. Er
bildet das Nachspiel der viekerwäHu
ten Srnsationsszene im preußiscven
Abgeordnetenhause, als der inzwi
schen gestorbene Präsident Freiherr
v. Erffa die Polizei zu Hilfe rief.
Borchardt hatte sich damals seiner!
gewaltsamen Entfernung widersetzt
und war in feinem Widerstand von
dem Abgeordneten Leinert unterstützt
worden. Der Staatsanwalt bean
tragte gegen Borchardt eine Gefäng
nisstrafe von fünf Wochen, gegen
Leinert eine Geldbuße von zweihun
dert Mark.
Vluiaken aetitet.
Juterveutiin in Rirrgu scheint
sicher ;n sein.
Panama. 25. Sept. Heute traf,
hier dir Nachricht ein. daß in Leon,
Nicaragua. 29 amerikanische Blau
jacken und 40 nicaraguamsche Uebel
l Büättt sssrttr Hrrd
Wilsons Sieg.
Sein alter Gestncr William
Smith jr. untcrlcqcil.
Guv. Foß nominiert.
Newark, N 1.. 26. Sevl. Wenn
gleich die Berichte über Pen Ausfall
der gestrigen Primärwchl noch nicht
vollständig sind, so läßt sich doch
schon heute mit Bcstiminiheit sagen,
daß Repräsentant Wii'i, m Hughes
van Paterson als Kandidat für das
Amt eines BundcSftnaiorS über den
früheren Bundrssenawr James
Smith jr. den Sieg davongetragen
hat. Hughes wurde von Gouverneur
Woodrow Wilson auft nachdrücklich
ste unterstützt, so daß also (eine No
mination ein gsäMnder Sieg des
GVuverneurs über seine politischen
Gegner ist.
Boston. 26. Sept. Nach den jetzt
vorliegenden Berichten über den Aus
fall der gestrigen Primärwahl ist
Gouverneur Foß zum dritten Mal
als Kandidat für das Am! des Gou
verneurs nominiert worden. Foß
siegte über seinen Rivalen Distrikts
anwalt Pelletier mit einer Majorität
von 26,614 Stimmen. Von den Re
publikanern wurde Joseph Walker
von Vroakline. der frühere Sprecher
des Unterhauses der Legislatur, als
Kandidat für dasselbe Ami nomi
niert. Der Gouverneurskandidat der
Sozialisten ist Robert D. Sawyer.
Wissen nichts davon.
Diaz, Castro und Zelaya ha
bt nichts geplant.
Prompt geantwortet.
New ?)ork. 2ß. Sept. In der hie
sigen spanischen Kolonie ist seit ein!
ger Zeit das Gerücht verbreitet, daß
di Ex-Präsidenten Castro von Bene
zucla, Zclaya voi. Nicaragua und
Diaz von Mexiko Znen gemeinsamen
Coup planen. Nach einer Mitteilung
hiesiger Junta, - Führer sollen Diaz
und Castro wählend der letzten
Wochen wiederholt Konferenzen ge
habt und bestimmte Pläne entworfen
haben, um in ihren respcltiven Län
der wieder zur Macht zu gelangen.
Der hiesigen „Tribune" sind nun auf
telegraphische Anfrage auf demselben
Wege von den drei Ex Präsidenten
die folgenden AnildNrten ,gegangen:
Ex-Präsident Castro, der sich auf den
Kanarien Inseln befindet, telegra
phiert: „Ich hege rwar die festeste
Absicht, mit meinen Feinden bald ab
zurechnen, habe ober weder mit
Zelaya noch mit Diaz konferiert. Wir
haben keine gemeinsamen Interessen.
Was ich zu tun beabsichtige, werde ich
allein tun, ohne die Hilfe Anderer.
Und der günstige Augenblick dafür
wird nicht mehr lange auf sich warten
lassen."
General Diaz depeschierte: „Ich
bin weder mit Zelaya noch mit Castro
persönlich bekannt und heg keine an
dere Hoffnung als die, daß in meinem
Vaterland der Fried recht bald wie
der hergestellt werden möge. Nur in,
Falle eines Krieges mit einer fremden
Nation würde ich nach Mexiko zurück
kehren."
Ex Präsident Zelaya telegraphiert
aus Barcelona, Spanien: „Meine
politische Karriere ist beendet, und
unter keinen Umständen werde ich je
wieder nach Nicaragua zurück kehren,
selbst wenn düses durch Volksbeschluß
verlangt weiden würde."
Angeblicher Toppelmörver.
Aus TvmbS Gefängnis entflohen und
wieder verhaftet.
New Dork. 26. September. Ge
stern abend wurde in Bronr rin
Mann, namens Reynolds Forsbrev,
und eine Frau, Mary Quinn al.
Margaret Ryan, verhaftet. ForSbrey
steht unter der der Anklage des Dop
pelmordes und entsprang aus dem
Tombs - Gefängnis am 2. Septem
ber. Die verhaftete Frau soll ihm
die Flucht dadurch ermöglicht ha.b-n,
daß sie ihm die nötigen Handwerks
zeuge lieferte, mit denen er die Gü
ter seiner Zelle durchsägen und meh
rere Türen, durch die er fliehen
mußte, öffnen konnte. Hilft - Po
lizrikommissär Dougherth fiibrtr d>e
Geheimvolizisttn, die die Verhaftung
vornahmen.
syeuern auf Dampfer.
Knappes Entkommen des griechischen
Ksnsnls auf Samas.
Athen. Griechenland. 26. Sept.
Der griechische Dampfer „Roiimeli"
ist heute aus SamoS hier eingetroffen.
Von dem Kapitän wird gemeldet, daß
die Türken den Dampfer in der Nahe
von Vathy, wo zwischen Rebellen und
Türken ein Kampf stcttfand, bombar
diert hätten. Der griechische Konsul
aus Samos, der in einem kleinen
Boot an Bord des Dampfers kam,
entging nur mit knapper Not dem
Tode, weil das Brot des Konsuls
von allen Seiten b'schoflen wurde.
Reicher Kindersegen.
Albion. Ja., 26. Sept. In der
Familie des unweit dieser Stadt
wohnenden Farmers Kapt. D. K.
Ewalt, der bereits 73 Jahre zählt,
wurde heut daS achtzehnte Kind, ein
Mädchen, geboren. Frau Ewalt
zählt M Lenze und ist die vierte Gat
tin des Farmers, dem sie bereits sie
ben Kinder geschenkt hat. In der
Ehe mit ihrem ersten Gatten gebar die
Lrt aich Mm Kinde
Liciscr der Luft.
Erfinder des Lrlinette-
Lanzschcn Luftschiffes.
Prof. Schnette angekommen.
rin Schiff ist nach dem starren
System und in Torpedosorm ge
baut, während das Gerüst nickt
wis bei deu Zrpprlinichr Luft
schiffen ans Aluminium, sondern
uns Holz besteht. Professor
Schnette will mit unserer Regie
rung über de Ankauf eines nach
seinem System gebauten Luft
schiffes verhandeln. Glaubt,
daß dir Ilrbergnerung drS
Ozeans schon im nächsten Jahre
zur Tatsache werden wird.
Hält sie heute schon für möglich.
New Dork, 26. Sept. Einen der
hervorragendsten Vertreter der deut
schen Luftschiffahrt, Professor Schütte
von der Danziger technischen Hoch
schule, Erfinder deS nach ihm mitbe
nannten Schütte - Lanzschcn Luft
schifftyps. ist gestern zu kurzem Besuch
hier eingetroffen. Professor Schütte,
welcher geschäftlich hier weilt und zu
Verhandlungen mit der amerikani
schen Regierung nach Washington be
rufen worden ist, verbreitete sich den
Zcitungsleuten gegenüber des Länge
ren über die Konstruktion seines Luft
schiffes. welches an Leistungssähigleit
den Zeppelinen durchaus nicht nach
stehen soll. Nach den Ausführungen
ist das Schütte - Lanzsche Luftschiff
nach dem starren System und in
Torpedoform gebaut. Der bedeutend
ste Unterschied zwischen den Zeppelin
ßben Fahrzeugen und denjenigen
Schütte Lanzscker Konstruktion
bestebt nach Professor Schütte darin,
daß das Gerüst der ersteren aus Alu
minium gefertigt ist. dasjenige der
letzteren dagegen aus Holz besteht.
Das Schülte-Lanzschr Luftfahrzeug
besitzt als Hebe- und Triebkraft 600,-
000 Kubikfuß Gasinhalt und Moto
ren von 660 Pferdckräften, womit cs
80 Kilometer Geschwindigkeit in der
Stunde lei einer Nutzlast von 5000
Kilogramm entwickelt hat. Die Be
satzung ist 28 Mann stark und di
Ausrüstung besteht aus zwei Maschi
nengewehren, vier Scheinwerfern und
der Einrichtung für drahtlos Tele
graphie. Das Luftschiff hat im ver
gangenen August seinePiphrkM von
Mannheim nach Berlin, Köln
Frankfurt a. M. und Gotha ge
macht und auf derselben so glänzende
Resultate gezeitigt, daß der Ankauf
desselben seitens der deutschen Regie
rung zum Preise von einer halben
Million Mark nahezu perfekt ist.
Professor Schütte geht zuerst nach
Washington, um mit der amerikani
schen Regierung über den Ankauf ei
nes ach seinem System gebauten
Luftschiffes zu verhandeln und begib
sich dann zu gleichem Zwecke nach
Kanada. Im Ganzen stehen ihm für
seinen Aufenthalt in Amerika nur
zwölf Tage zur Berfügung, da er
Mitte Oktober zur Abnahme seines
oben beschriebenen Luftfahrzeuges sei
tens der maßgebenden deutschen Be
hörde wieder in Mannheim eingetrof
fen sein muß. Er weigerte sich ent
schieden, ein Urteil über die größere
oder geringere Verwendbarkeit der
verschiedenen Luftschiffsysteme abzu
geben, betonte aber energisch, daß
Aeroplane für Kriegszwecke mit Luft
schiffen nicht in Konkurrenz treten
könnten und die Verwendung der er
steren zu Handels- und Verkehrs
zwecken sei ebenfalls sehr beschränkt.
Professor Schütte ist der Ansicht, daß
die Ucberqucrung des atlantischen
Ozeans im kommenden Jahre zur
Tatsach' werden wird und sagte, er
könne Grinde für die Nichtaus
führbarkeit des Planes schon beim
heutigen Stande der Luftschiffahrt
nicht mehr einsehen.
Sckiwer verletzt.
Prinz Renatus von Bourbon liegt
uqeblich im Sterbe.
Wien. 26. September. In Wie
ner - Neustadt stieß das Automobil
der verwitweten Herzogin Maria
Antonia von Parma, der Schwieger
mutter des künftig- Thronfolgers
Erzherzogs Karl Franz Joseph, mit
einem Fuhrwerk zusammen. Der
Anprall war ein so wuchtiger, daß
der im Kraftwagen befindliche Prinz
Renatus von Bourbon, der achtzehn
Jahre alte Sohn der Herzogin, bin
ausgeschleudert wurde. Er trug
schwere Verletzungen davon.
Pe„t estämdni a.
Junger Bankklerk stahl ein Geld
packet, das H 55,000 enthielt.
Pensacola, Fla., 26. September.
William H. Bell, ein junger Mann
von 20 Jahren, der als Klerk in der
hiesigen Ersten Nationalbank ange
stellt ist, legte gestern das Geständnis
ob. daß er am letzten Dienstag ein
Packet stahl, daS 566.000 enthielt,
von der Louisville L Nashville - Ei
senbahn zur Auszahlung von Löhnen
bestimmt und in der Ersten Natio
nalbank, wo es zum Abschicken fer
tig gemacht wurde, auf geheimnis
volle Mise verschwunden war. Bell
hinterlegte an Stelle des Gett.packets
ein anderes, das diesem zhnlick sah
und nur wertlose Papirrstreifcu ent
hielt. Nachdem Bell daS Geld der
Bank zurückerstattet hatte, sagt- er,
er habe das Geständnis abgelegt, um
seinen Bruder zu retten, auf den sich
der Berdacht der Bankbeamten gelenkt
Hatz
Wunsch Europas.
Zugeständnisse, die Albanesen
Beiiiachl worden sind.
Rußland übernimmt Hanptrelle.
Konstontinopel. 24. September.
Amtliche Mitteilungen, die die neuer
dings an die Albanesen gemachten
Zugeständnisse und die Ausdehnung
ähnlicher Reformen auf andere Pro
vinzen aufzählen. geben ungewöhntt
cherweise zu. daß diese Reformen die
Folge von Ratschlägen seien, die die
hiesigen Botschafter gegeben hätten,
und von Besprechungen zwischen den
ottomanischcn Botschaftern im Aus
land und den Auslands - Ministe'
der bezw. Länder, vornehmlich Ruß
lands.
Der Hinweis auf die Wünsche E
ropas wird in Verbindung mit der
drohenden Balkanlage vielfach kom
mentiert.
Friedensverhandliingen sind imw.-r
noch bor Keaenstand der Debatt-n
in den Kabinettssitzungen. und s
findet ein lebhafter DepelchenaUm
tausch mit den türkischen Delegat
statt, die sich bemühen, mit den ita
lienischen Vertretern in der Schweiz
eine Einigung zuwege zu bringen.
Weitere Schwierigkeiten werden
von der griechischen Insel Samo
vor der Westküste Kleinasiens, gem-!
det. Der samische Führer Sofulis
hat sich die Abfahrt eines britischen
und eines französischen Krieasschiftes
zunutze aemacht und beimlich eiueu
Trupp Mannschaften von der Intel
Nicaria gelandet, die kürzlich ihre
Unabhängigkeit erklärt hat.
GliilZ zum Zahnarzt.
Gefingener ktwislitc der Düs
seldorfer Polizei.
Gelungenes Gaunerstückchen.
Berlin, 24. Sept. Wie aus Düs
seldorf gemeldet wird, betrauert die
dortige Polizei das Verschwinden ei
nes Verhafteten, dessen Festnahme den
Behörden der verschiedensten Länder
große Arbeit verursacht hatte. Der
Buchhalter Geb. der wegen Unter
schlagung von 200.000 Mark prozes
stert werden sollte, ist auf raffinierte
Weise aus der Untersuchungshaft ent
flohen. Geb hatte rin Zohnleiden si
muliert und es durchgesetzt, daß ihm.
natürlich unter Bewachung, gestattet
Mtd. kEAMäks, VlfMrchen.
Auf dem Weg zu dem Arzt ist er je
doch entflohen, und seitdem fehlt jede
Spur von ihm. Der flüchtig Gewor
dene hatte im Frühjahr den Diebstahl
begangen und hatte dann seinen Weg
nach Amerika genommen. Da die Be
Hörden ihm jedoch auf den Fersen
waren, hatte er sich von dort wieder
noch anderen Ländern gewendet und
schließlich war seine Verhaftung in
Konstantinopel erfolgt. Dann war er
noch Düsseldorf, wo-er gerichtszustän
dig war. geschafft worden, und jetzt
hat er es verstanden, der Gerechtig
keit wieder eine Nase zu drehen.
Nachdrücklich dementiert.
Jan Kubelik hat seinen Name nicht
in Janos Polgar nnigeäiidrrt.
Chicago, 26. September. Hiesige
Vertreter der „Bohemian American
Preß Association", der der berühmte
Violin- Virtuose Jan'Kubelik als
Mitglied angehört, dementieren aufs
nachdrücklichste die vor einigen Ta
gen aus Europa herüber gekabelte
Nachricht, daß Kubelik den Magya
ren - Namen Janos Polgar (John
Bürger) angenommen hat. Sie wei
sen darauf hin. daß dieses, onnz ab
gesehen von Kubeliks persönlicher
Abneigung gegen das Magyarentum,
schon deshalb unmöglich wäre, weil
der Meltruhm Kubeliks als Geigen
künstler auf's engste mit diesem Na
men verknüpft ist.
Awei Arbeiter qetötet.
Unsill im Kaliwerk bei Westeregel,
Provinz Sachsen.
Berlin, 26. Sept. Ein verhäng
nisvolles Unglück, welchem zwei Men
schenleben zum Opfer fielen, hat sich
im Kaliwerk bei Westeregeln im Mag
deburger Kreise Wanzleben ereignet.
Ein Schwungrad, das sich mit rasen
der Geschwindigkeit gedreht hatte,
zcrsprang, und die Trümmer schlugen
mit furchtbarer Wucht durch sämtli
che Etagen. Zwei Arbeiter wurden
auf der Stelle gelötet. Fünf andere
trugen schwer Verletzungen davon.
Truppen nachLan Domingo
Sollen Zollämter an der haitanischrn
Grenze schützen.
Washington. 26. Sept. In dem
hiesigen Staatsdepartement eingetrof
scne Depeschen melden nichts von
Unruhen in jenem Lande. Trotzdem
werden umfassende Vorbereitungen
getroffen, 760 Mann auserlesener
Marinetruppen zum Schutz der Zoll-
Lmtrr an der haitanischrn Grenze
nach San Domingo zu schaffen. Die
Truppen werden wahrscheinlich schon
in den nächsten Tagen dorthin abge
hen.
Uu(-cr ans der Jagd.
Berlin, L. Srpl. Ein jähes Ende
hat Herr Oskar Mannheimer, ein
Mitglied der drkannten hiesigen Grotz
konfektions - Firma, gefunden. Er
befand sich auf der Jagd im benach
burten Nauener Gebiet, als sich infol
ge unvorsichtiger Hantierung sein Ge
wehr selbst entlud. Die Kugel streckte
den unglücklichen Jäger auftder Stelle
rrit-rr.
Da älteste und nieist ge
leiene deutsche Statt in
IVicnsi>. . . r
Nummer 2S.
In M!e Rock.
KsnventitM für tiefe
Wasserwege eröffnet.
Bon den Seen zum Golf.
Little Rock, Ark. 24. Sept. Heute
wurde hier die Konvention der „La.et
tc> tbe Gulf Deep Watcrways Associa
tion" eröffnet. Da der Präsident der
Organisation, Wm. K. Kavanaugh
von St. Louis, nicht anwesend sein
konnte, führte Col. C. S. Conway
von Chicago den Vorsitz. Die ganz
ungewöhnlich große Zahl der Dele
gaten. di<> sich zu der Konvention ein
gefunden haben, läsit darauf schließen,
daß das Intersse für die von der Or
ganisation befürworteten und ange
strebten Verbesserungen der Tiefwas
serwege im Zunehmen begriffen ist.
Der neu erwählte (Gouverneur von
Arizona. Joseph T. Robinson, hielt
heute nachmittag einen sehr interessan
ten Vortrag, indem er Regierungs
kcntrolle über Etaatsdämme empfahl.
Washington. 24. Seht. Am 30.
Oktober wird im Brooklnner Schiffs
baubof der neue Dreadnought „New
Park" vom Stapel gelossen werden.
D'e New sstorl", ein Schlvesterfchisf
der „„Teras". welckx in Newport
News gebaut wird, ist in Fahrzeug
von 27,NM Tonnen Wasserverdrä
ngung, 5,72. Fuß lang und 95 Fuß
breit, und man erwartet, daß dieser
Riksenpanzer eine Fabrgeschwindig
'eit von !!1 Knoten entwickeln wird.
Die Hmiptbattcrie dieses Schlacht
kolosses wird aus zehn vierzehnzöl
ligen Geschähen bestehen, nebst einr
großen Anzahl Auxiliär - Geschüh-i
kleineren Kalibers. Der Kiel der
„New lstork" wurde am 11. Septem
ber vorigen Jahres gelegt. Nachdem
der Stapellauf stattgefunden, Wirdes
noch mehr als zwei Jahre dauern,
bis das Schiss für den aktiven Dienst
bereit sein wird. Der Bau solcher
„Dreadnoughts" nimmt wiederum
vierzig Monate in Anspruch. Ein
Vergleich mit der „TeraS" hat wie
derum gezeigt, daß der Bau von Pan
zerschiffen auf Privatwerfien nicht
nur billiger ist, sonder auch rascher
vor sich gehl.
Trotz dieser enormen Dimensionen
wird aber die „New ?)orl", obschon
der Bau kaum erst begonnen, dem
neuesten „lieber-Dreadnought" gegen
über. welcher nach lanaem politisclxm
feilschen jüngst vom Kongreß bewil
ligt worden, fast veraltet gegenüber
stehen. Panzerschiff No. 28. ivelcheS
den Namen „Pennsylvania" führen
wird, soll 600 Fuß lang und 9?
Fuß bereit, mit einem Tiefgang von
28.6 Fuß und einer Wasserverdrän
gung von 111.000 alles bislang Dag
velrne Übertressen. Die Hauptbattr
rie dieses neuesten See-UngetiimS
wird aus zwölf vierzehnzölligen Ge
schützen bestehen, dann werden vier
Torpedo-Röhren unter Wasser ange
bracht werden, unterstütz! von einer
Torpedo Verieidigungs Batterie von
fünfzölligen Geschützen. Die „Penn
sylvania" wird das größte Kriegs
schiff sein, welches mit Sicherheit
durch den Panama Kanal hindurch
qelootst tverden kann. Für größere
Schiff werden die jetzt gebauten
Schleusen keinen Platz haben.
AnfS neue nzzeklNOt.
Früherer hachgcnchtetrr Pädagoge wie
der im Schlamassel.
Peoria, Jlls. 24. Sept. Gegen
Newton C. Doughrrty. den früheren
Superintendenten der hiesigen öffent
lichen Schulen und früher allgemein
bekannten und geachteten Pädagogen,
wurden gestern mehrere Anklagen we
gen Fälschung erhoben. Seine Bürg
schaft wurde auf P 12,000 festgesetzt.
Im Jahre 1906 als Doughrrty an
der Spitzt der hiesigen Schulen stand,
wurden gegen ihn Anklagen wegen
Fälschung und Unterschlagung erho
ben. Angesichts der gegen ihn vor
liegenden Beweise bekannte er sich
schuldig und wurde zu Zuchthaus
strafe von unbestimmter Dauer ver
urteilt. Vor kurzem wurde er be
gnadigt und nabm eine Stelle bei ei
ner Verlagsfitzma inChicago an. Man
will jetzt neue Fälschungen, die
Dougherth in den 80er Jahren began
gen haben soll, entdeckt haben.
stzriedenS Kongreß.
Unter zahlreicher Beteiligung vieler
Länder in Genf eröffnet.
Genf, Schweiz. 24. Sept. Hier
wurde gestern der 19. internationale
Friedenskongreß eröffnet, zu dem mit
Ausnahme Italiens alle zivilisierten
Länder der Welt ihre Vertreter ent
sandt haben. Che die Delegaten zur
Ordnung gerufen wurden, läutete
man die vor einigen Jahren für die
sen Zweck speziell gegossene Friedens
glockr. Das Metall dazu lieferten die
einzelnen Nationen in Form von Ka
nonen, Bajonetten. Schwertern etc.
Zum Präsidenten des Kongresses
würde Staatsrat Quartier de la
Tente erwählt. .
Films nach Amerika.
Wien, 24. Sept. Die Ver. Staa- '
tcn werden demnächst Gelegenheit ha- !
den. eine kinematographische Wieder-;
gäbe von Max Reinhardt's „Mira- !
kel". dessen Aufführung hier und im
Ausland mit 'so großem Beifall auf
genommen worden i;.. genießen zu
können. Prof. V-'inhardt hat die
Films mit dem Recht dortiger allei-.
niger Aufführung nach Amerika verz
kauft. Der Preis wird mit jwüUU
ziMultnS Dollar

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