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Ohio Staats-bote. (Canton, Stark County, Ohio) 1846-1851, December 16, 1846, Image 1

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Ohio Staats-Bote erscheint regelmäßig
Mittwoch. Dcr @ubfvripitrii0,yrci5 iff $1,3J
bedinge Vorausbezahlung
trenn lie A'hlung innerhalb dcr mien Halste des
Jahres gctchicht. epater Zahlende haben KS,50 zu
entrichten, y.tin UnterichrciKr wird für einen tür
xern 3citr.uim als 6 Monate anoenemmen auch
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»ffachtet.
^LJahrgang l.
Städter erfreuen, so waren ihnen auch die La
fiter fremd, die damit verbunden sind
Herr Bergfeio war der allverehrte Liebling
ganzen Ansiedlnng. Seine Bildung, ftiue
^icimtiussf, die durch sein crfahrungsrc.cheoLe
cheu bedeutend
jeden
miv-
in Vaargeld, eher
$2,
^tUt" ausgegeben werden, wenn
Mc vtut|tande abbezahlt sind. &inc Vernachlassl
^Sung ttk Zcltung ver dem Ende des I
,hrs aufjukün,
»'gen. wird als eine Erneuerung
der
D)littHcilungcn und
Subscrip.ion lc
iese
|tiiD postfrei er-
Ou" Diese Bedingungen werden pünktlich be«
#lnicht*t werden.
ciiv ctiiti»
Wenige Meilen vom Ohioflnsse, nicht weit
von dem Platze, wo sich jetzt die Landstraße
«ach B. kreuzt, erhob sich vor Jahren, als noch
der wilde Schlachtgesang der Indianer die
Wälder mancher Gegenden Ohio's erfüllte,
*in stattliches Wohnhaus, das sich vor den ü
^Inyeii Farinhänserii der Ansiedlnng sehr vor-
Wellhaft
auszeichnete. Der-Eigenthürne? des-
.^lben war cm geborner Deutscher, Namens
Bergsels, der, um unangenehmen Verhältnis
An im alteu Vaterlande zu entgehen, in dieses
gelobte Land eingewandert war, und sich am
Ohioflusse niedergelassen hafte Sein Vennö
'*flen hatte Hingereicht, um sich eine ansehnliche
Strecke des fruchtbarste» Landes anzukaufen,
vud um die Zeit, in welche diese Erzählung
V fällt, sehen wir das Landgut uusers Deutschen
bereit? auf das bequemste eingerichtet. Die
'"llrt der Weißen hatte die rauhe Wildniß in
^in kleines Paradies umgewandelt. An das
*Iattliche,wen auch einfach eingorichteteWoHu
^ans stieß ein kleiner Garten, und die umge
^ßcuden Fruchtfelder bekundeten, daß die seg
nende Hand des Fleißes der üppigen Natur zu
Hülfe gekommen ivar.
Die ganze Au siedlung bestand ausserdem
..«och aus etliche» zwanzig Blockhäusern, eben
ßalls vou Einwanderern ausverschiedeuenNa-
Tiiwii bewohnt. Diese Leute lebten tu dcr
That glücklich. Sie kannten nicht die man
nijjfache« ci
n^e bile e tenBed rfu
i sse, derenEnt
behruug den verweichlichten Stätter nnglück
lich »act)en wurde. Ihr üppiger Boden u. die
an Wild reich tu Wälder gewährten ihnen
reichlichen Unterhalt. Und genossen sie auch
wicht du* mannigfachen Vergnügungen, die den
Vermehrtwaren, n.
fch
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i tri W
Wesen
sein freund-
und
fem
Biedersinn erwar-
-Hen ihm die Achtung und Liebe aller feiuer
9uichbflru. Er war ihr Freund, Lehrer und
j)uit lieber, und übte einen großen Einfluß auf
sie
ans.
,M* So gc.-.dfrt und geliebt von Aken, konnte
Derr Bergfels di? mauuigfachen Entbehrun
Mfleu und das Einsame, das gegen feilte frühe
ren glänzenden Verhältnisse in Deutschland
so merklich abstach, leicht vergesse«. Und er
»^libte in der That auch glücklich nnd zufrie
4^en. Ni'bvu feiner treueu Gefährtin, die ihm
die Wildnis: gefolgt war, erfreute ihn noch
Muie siebenzehnjährige Tochter, Theodore, ».
ein siebenjähriger Sohn, Heinrich.
Theodore war in dcr That die Wierde der
ganzen Ansiedlnng. Ihre Schönheit und Au
nuirh war in Aller Munde. Und wer das
unschuldige Nahufind sah, wie es am hei
lern Sommertage, schnell wio das Reh, über
die Wiesen sprang, um wilde Blumen zum
'Kranze zn pflücken, oder am Ufer des nahen
Hache) Heileute Kräuter suchte, der mußte eo
lieben.
Weuö bey u»6 ein Mädchen siebenzehn
.Aomiuer zahlt, uud vou der )iatiir mit allen
^Neizeu der Jungfrau ausgestattet ist, dann
^ß.1aareu sich Bewerber, vom alten Innggc
kellen bis zum bat tiefen, kaum den Kuabeu
,|Lt)uheii eutwachseueu Iungliug, um sie. Sie
cht die Lcöuigiu bei allen Festen uud Banket
uud die gauze Welt scheint sie auf den
fänden tragen zu wollen. Sie hat es i» ih-
Oer Gewalt, die ganze Schaar ihrer Aubeter
„*»n Narreuseile herumzuführen, aber sie hat
5 such zu befürchten, am Narrenseile herumge
^tihft zu werden. Sie spielt in ihrem Muth-
Willeu „bliude Kuh", muß aber zuweileu zur
.Strafe leer ausgehe«, indem sie weder
'Mann noch Kuh erwischte. Um kurz zu feyn,
'müssen wir gestehen, das hübsche Mädchen
lebt bei uns tin Hiinmel, bis sie iu den „hei-
Ifgeii Ehestand'' tritt, wo sie dann entweder
Lus dem Himmel heraus, oder in einen an
lent Himmel hiueiufällt.
Anders war es mit Theodore, dem harm
losen Naturkiude. Ihr waren Ballsäle, Ge
»^frllschaftcit und dergleichen Sammelplätze der
-Gingen
Welt fremd. An Feiertagen kam
das junge Volk zusammen war es ein schö?
Ker Tag, tarnt wurden im Freien nuter schal
Bäumeu allerlei uuschuldige Spiele ver
anstaltet jedes juuge Mädchen hatte na
^güt lich fviitett „Partuer", wie man es in der
Landessprache
nennt.
Zufällig oder absicht­
lich traf es sich, daß Wilhelm, ein juuger
Durfche ans der Ausiedluug, immer als der
zk,Partner" Theodoreus gewählt wurde. Wil
v Helm war ein schlanker Jüngling von edler
-/Haltung, nnd das treue Auge uud die offene
Htirn des Iüugliugs gaben Bürgschaft, daß
»Or in jeder 5Musicht würdig 4var, der Gefpie
?*fe eines eben so liebenswürdige» als uufchnb
Wigen Mädchens zu seyn. Beide sahen sich
'Hern, waren sich gut, denn sie waren beide
'Hnte Menschen, ja sie liebten sich, ohne daß
Pees wußten. Ihre Liebe war nicht eine lei
^enschaftliche Siunenliebe, sondern es war
Mine
fttne,
heilige Liebi^.
Merzen aneinander zict)^,,,
die MA.VsittGndte-
4
Canton,
St-ark
Die einzigen Fremden, die hin nnd wie
der die Ansiedlnng besuchten, waren Handels
leute aus einer benachbarten Ausiedluug, die
mit eiuem entferutwohnenden Indianerstam
me Handel trieben. Sie fanden anf ihrer
Durchreife bei Bergfels immer gastfreie Zluf
nähme und verweilten oft mehrere Tage in
feinem Hause. Unter diesen Händlern war
einer, der sich durch sein rauhes, gebieterisch
es Aussehen vor den übrigen auffallend aus
zeichnete. (Bfine Kameraden nannten ihn
Blake ob dies sein wirklicher Name war,
bleibt dahin gestellt. Er mochte ungefähr 30
Jahre zurückgelegt haben sein pechschwarz
es Haar uud fem glanzloses Ange gaben ihm
ein widerliches Ausfeh
ciLmtb fem bleiches,
gerunzeltes Gesicht bezeichmeit ihn als einen
leidenschaftliche» Wüstling. Dieser Blake
hatte, als er Theodoren zum ersten Male sab,
eine heftige Leidenfchaft zn der liebenswürdi
gen Jungfrau gefaßt uud geschworen, sie zu
besitze«, koste es auch was es wolle. Er war
seitdem öfters in die Ausiedluug zurückgekehrt,
uud seine Leidenschaft war bei jedem neuen
Besuche heftiger geworden. Oft hatte er siel)
vorgenommen, mit ihr von feiner Liebe zn re
den, um formlich um sie anzuhalten, aber der
eugelreine Blick des Mädchens hatte ihn je
desmal zurückgescheucht solche Gewalt hat
die Tugend über den schnldbewußteu Schur
keu Er hatte sich, Gott weiß wie eine ziem
lich große SummeGcldes erworben,n. glaub
te dadurch ein ansehnlicher Schwiegersohn
für den alten Bergfels werden zu können,
hatte aber nicht den Mutk, darauf anzntra
gen, denn sein Inneres sagte ihm, daß er,
der rohe Wüstling, nicht würdig sey, einen
solchen Engel zu besitzen.
Jedesmal, wenn er Abschied von der Fa
milie nahm, suchte er Theodoren irgend ein
Gescheut aufzildn'ugen. Das harmlose Mäd
chen ahndete nichts Böses darin, und war
eben so freundlich gegen ihn, als sie gegen Je
den war, obgleich Blake vom ersten Augen
blick an einen widerlichen Eindruck ans sie ge
macht hatte. Er war ihr «ttheimlich und sie
fürchtete sich vor ihm, ohne zn wissen, war
mit. Hätte sie ahnen können, daß diefer
Mensch sie leidenschaftlich liebe, sie würde fei-,
neu Hoffnungen mit einem Male ein Ende
gemacht haben.
Blake macht? sich jedesmal Vorwürfe über
feine Feigheit, n. nahm sich fest vor, das
nächste Mal um sie anzuhalten. So ver
gieugeu mehrere Mouate, uud fchon began
nen die Blätter der Bäntne sich zu entfär
ben. „Jetzt oder uie!" fagte er zu sich selbst,
als ihn abermals sau Weg in die Ausiedluug
führte. Die Gelegenheit war ihm günstig.
Am zweyteu Tage seiner Ankunft traf er
Theodoren allein im Zimmer. Er fchritt
langfant anf sie zn und gestand ihr mit gesenk
tem Blicke seine Liebe sprach von feinen gro
ßen Schätzen, die er besitze und die ihr alle
angehören sollten, wenn sie ihm ihre Hand
reiche.
Manches andere Mädchen würde denver
liebte« Bittende» höhnisch verlad haben
aber die reine unschuldige Theodore keimte
das nicht. Sic hätte schreien mögen, aber
eine uubefchreiblutc Angst, die siel, ihrer in
der Gegenwart des widerlichen Menschen be
mächtigte, bettahnt ihr die Kraft dazu. Bla
ke, der nur den Auswurf des weiblichen Ge
schlechts kennen gelernt hatte, dem weibliche
Tugend gänzlich fremd war, hielt diefes
Schweigen fur eine Art Eiuwilliguug, und
dadurch kühuer gemacht, legte er feilten Arm
um deu Hals des lieblichen Mädchens. Das
war zu viel für die Jungfrau. Ihre Wang
eil färbten sich hechroth," sie nahm alle Kraft
zusammen und stiefi den frevelnden Gesellen
heftig von sich, indent ihren Lippen unwillkür
lich die Worte „Hebe dich weg von mir, Sa
tan entfuhren.
Theodore war schon zur Thnre hinaus ge
eilt, als Blake noch da stand, wie vom Don
ner gerührt. Eine unbeschreibliche Angst be
mächtigte.sich seiner seine Liebe und seine
Schätze verschmäht zu sehen, das war ihm
zn viel. Drohend ballte er die Faust und
brach in Verwünschungen aus, die aber gluck
(icher Weise von Niemanden gehört wurden.
Als sich sein Zont ein wenig abgekühlt hatte,
saun er auf Rache. „Ich hab's! Wart', klei
ne Hm, ich will dich zahm machen! Und
dein Bater, der alte Narr, wird froh seyn, sei
ne Eiuwilliguug zu geben."
Sein Entschluß war gefaßt. Er wollte das
Mädchen heimlich entführen und sie dann ent
weder am Altar zu feiner Gattin machen, oder
sie v e e tt! Klugheit gebot ihm, sich
nichts von seinem Plaue merken zu lassen er
that, als sey nichts vorgefallen, und verab
schiedete sich mit gewohnter Ruhe u. Freund
lichkeit S« »ächten Tage von der Anjledluug.
*. 3» *,
Es war eine frdundllche Herbstnächt. Der
Mond blickte schweigend durch die Bäume.
Diese Nacht hatte sich Blake zur Ausführung
seines Planes ausersehen, denn der alte
Bergfels war verreist uud konnte erst am
nächsten Tage zurückkehren. Blaket Spieß-
Redigirt und herausgegeben von y. I. Nothnagel.
denn
Gonnty, Dhio, Dezember l$. [email protected]
gesellen waren bereit, ihm das Bubenstück
vollführen zu helfe«,
Auf der Ansiedlnng lag Alles int tiefen
Schlafe. Auch in Herrn Bergfels' Haufe
fchlief Alles, denn die Leute kauuteu keine
Furcht, da sie von de», entfernt wohnenden
Indianern nichts zu befürchten hatten, und
da man noch nie einen nächtlichen lieber fall
oder eine Plüuvernug tu der Ansiedlnng er
Übt hatte. Auf ihrem Schlafzimmer rube
len Theodope, ihre Mutter und ihr kleiner
Bruder im sauften Schlummer, ohne auch
ttnr von der ihnen drohenden Gefahr etwas
zu ahne«. Die Gelegenheit war trefflich für
die llebelthäter Alles, was ihnen im Wege
stand, war ein großer Hofhund, uud der war
leicht mit einem geschickten Dolchstiche zum
Schweigen gebracht.
,,?wey folgen mir, dir Uebrigen halten hier
unten Wache, und schießen Jeden nieder, der
sich blicken läßtsprach jetzt eine ranheStim
me in unterdrücktem Tone. Es war Blake,
der Alles selbst anordnete.
Schlus ftlgt.)
Das Land ieiifcit der $ eifern
gebirge.
(Auszug aus Capita,, ^renwnt'6 Bericht
fifr.tr
ne Erforschung- Expedition.)
So sehr verschieden von der atlantischen
Seite unsers Continents in Küsten, Gebirgen
und Strömen, unterscheidet sich die tocitc des
stillen Meeres davon ltcch durch eine andere
bbchst seltene und sonderbare Eigentümlich
feif,nähmlich jene des großen PiiiitenBasitts,
von dem ich fchon fo oft gesprochen habe und
dessen ganze Forma'ion nnd El arakter ich so
begi-.rig kennen zn lernen wünschte. SeinVor
Handenftin wird von jenen atnerikaniscl'en
Händlern nndIägcrn bestättigt, welche einige
.fteiti:ti:ifl von diese! Region haben. Die Ge
staltung dcrSierra Nevada Gebirgskette for
dert fein Vorhandensein und meine eigenen
Beobachtungen zeugen dafür. Hr. Joseph
Waller, der in diesen Theilen febr gut be
kamt ist, berichtet mir, daß es vom großem
Sahfee westlich eine Kette von Seen und
Glissen gäbe, die keinen Ausfluß nach dem
Meere haben, auch keine Verbindung mit dem
Columbia, oder mit dem Colorado des Golfs
*(5»(ifvrm?n. Er schilderte einige.dieser
Seen als groß mit zahlreichen Bachen uud
selbst ar,(ehiiliehen Flüssen, die sich iit sie er
qtcsseit. Iu der That, Alle stimmen in dem
allgemeinen Berichte über diese Binnensiusse
urdSeen uherein und ansMangel an Ver
ständniß von der Kraft und Grdße der Ans
dünstuita, welche so bald wieder ein Gleich
maß zwischen dem Abgange und?usiusse von
Wasst v Herstellt, Hat die Fabel von Wirbel
pftihieit und unterirdischen Ausnnindunqen
aus dem einzigen denkbaren W'ev.e zur Ent
fernung des Wassers, das keinen sichtbaren
-Abzug hat, Glauben f.efnudei'. Die Gesta
tnng des Landes mochte diese Bildung von
Binnenseen
fei­
das Wasser, weiches sich
zwischen den Felsengebirgen und der Sierra
Nevada sammelt und nicht im Staude ist,
cer diese gewalligenDämme noch znn:Eolnin
bia oder Colorada zu gehen, muß natürlicher
Weise inBasins
Zusammenflüssen,
vou denen
jedes sein kleines Stromgebiet und auf titiiti
de »de a hisse haben mdchte Dies wäre die na
turlichi Folge, ni was ich sah diente zur Be
stättiigu'ig.
Der große Salzsee ist eine Fermation die
ser Art und zwar eine sehr großartige, die vie
le Flusse nnd eilten anfehulicheuStrom von 4
oder 500MeilenLänge in siel, aufnimmt. Die
sen See und Strom sah und unterfuchte ich
selbst, und ich sah auch dieWah-satch und Be
arrive» Gebirge, welche die Gewässer des
Sees iinOstctt ein schließen und in tiefer Ge
gend den Rand des größten Basins bilden.
Später fah ich am i stlichen Flnße der Sierra
Nevada hin, wo wir 4- Tage lang entlang
reisten, die Kette der Seen und Flusse, wel
che am Nande dieser Sierra liegen, und die
se Sierra ist der Rand des Basins.
Wir ließen für die Parthie ein Signal
zum Lagern zurück und setzten irnscrit Weg
die Schlucht hinauf fort, um zu feheu was
über das Gebirge hinaus liege. Die Schlucht
war mehre Meilen laug, bildete einen gute«
Paß und der Schnee steigerte sich bis zu et
wa einent Fuß T'efe, je mehr wir uns dem
Gipfel näherten. Jenseits fiel ein Defile ohn
gefähr 2000 Fuß hoch abschüssig hinunter
und bildete allen niederen Raum ausfüllend
eine Fläche grünes Wasser, einige 20 Mei
len breit. Es fiel in unsere Augen wie ein
Ozean. Die umherliegenden Berggipfel stie
gen Hock) über uns anf, und wir erkletterten
einen derselben, um eine bessere Aussicht411
gewinnen. Die Wellen kräuselten sich im
Winde und ihre dunkelgrüne Farbe zeigte,
daß es eine tiefe Wassmnasse sei. Lance Zeit
saßen wir da, um den Anblick zu genießen,
denn wir waren der. Gebirge müde geworden
und die freie Fläche der beweglichen Wellen
that uns sehr wohl. Sie lag gleich einem E
delstein eingefaßt zwischen den Gebirgen, die
von nnserm Steintvukte aus sie fast ganz
einzuschließen schien». An dem westli Heu
Ende stand sie mit M* Basiukette in Verbin
dung, die wir erst vev wenigen Tagen verla
sen hatten, und auf der gegenüber liegenden
Seite bespülte sie eiuen Rücken schneeiger
Gebirge, dem Fuß der großen Sierra—Ih-
••"wm r-j
re Lage neigte uns anfänglich zn dem Glau
ben Hm, daß es Mary's See sei aber die
zack:gen Berge wichen so gänzlich von den Be
»chreibnngen der nixdris.e«, bm sen bedeckten
Kn,:en nnd dem flhchcit Lande dieses Seeo
ab, daß wir zu dem Schlüsse kamen, es müs
ic irgend eine unbekannte Wasserhinffe fem,
was sich später wirklich erwies. Auf ltnferm
Wege abwärts sahen wir am nächsten Tage
Heerden von Gebirgsfchaafen und lagerten
uns an einem kleinen Bache bei der Mint
dung des Dcftelcs, etwa eine Meile vom
Rande des Wassers, zudem wir unverzüg
lich eilte».
Egyptens eine viel Überraschendere Achit
lichkeit finden werden, als zwischen ihnen und
fem Gegenstände, von dem sie ihren Namen
haben, vorhanden ist. Die Höhe dieses Sees
über dem Meere ist 4,800 Fuß, fast 700
tViiß höher als der große Salzsee, vou dem
er fast gerade westlich liegt und ohngefähr 8
GradeLängeciilfenit ist- Die Lage und Höhe
diefes ^ees erheben ihn zu einem Gegen
stände des aeographischen Interesses. Er ist
der dem westliche« Rande nächste See, wie
es der große Salzfee ftir den östlichen Rand
des großen Basins ist, das dem Fnßc der
Felfengehirge und der Sierra Nevada liegt
und dessen Ausdehnung und Charakter, fein
ganzer Umfang und In halt kennen zu lernen
so wüufcheuswerth ist.
Fortsetzung folgt.
Die Nrbewobner Amerikas.
Ans der „New-?)orker Staatszeitnng" v:
26 Nov. nehmen wir folgenden Auszug ei
ner Vorlefung, die neulich vor der New Yor
ker Historischen Gesellschaft gehalten wurde.
„Die sorgfältigen imb vielseitigen Forsch
iitigcn dcs Dr. Davis und des Hrn. Squire
über die allen ,Fo»ts^ (wie man sie zn nen
nen pflegt) und Erfrbitiicl tit den westlichen
Staate«, und des Dr. Dicker sou im Südwe
sten (Louisiana, Mississippi Florida n. Te
rns) haben anf den Ursprung diefer Bau
werke viel Licht geworfen und Beweife gelie
fert, daß ihre Urheber tit naher Verwandt
shaft mit den Abortgtitcrn Merikos standen.
Von den Einfriedigungen oder Forts in den
westlichen Staaten haben tie Hrn. Davis
und Squire mehr als neunzig nute rfu cht u.
genau vermessen, während sie iu 150 Erdhü
geln oder Mounds Nachgrabungen anstell
ten.
Ueber die erstere Klasse von Bauwerken ist
genügend nachgewiesen, daß ein kleiner Theil
derselben zu Vertheitigungszwecken beabsich
tigt war ein anderer Thetl diente zu gehei
ligten Orten, oder stand ans irgend eine Wei
fe mit religiösen oder abergläubischen Ge
bräuchen in Vei bindung während eine d: it
te und viel größere Anzahl bei den jetzigen
Dentungsmitteln durchaus unerklärliche«
Zwecken diente.
Die Erdhügel scheinen verschiedenen Zwe
efett gedient zu haben, die sich gemeiniglich
noch jetzt deutlich markiren, obgleich es ein
elne Fälle giebt, wo sich diese Zwecke vermi
schen ooer verwirren. Es giebt
1, Erdhügel des Grabes, die ein einziges
Skelett enthalten, jetes in etilen rohen Sar
kophag von £olz od?r in eine Hülle von Rin
de oder Mattenstoff eingeschlossen. Sie fin
den sich in ifolirten oder vereinzelten Grup
pen.
2, Erdhügel des Opfers, die symmetrische
Altäre von Stein oder gebrannten Thon
enthalten und innerhalb oder in unmittelba
rer Nahe von Einsrledignngen gefunden wer
den.
3, Beobachtnngspnnkre, oder die erhöhten
Lagen tfmt Tempeln oder Gebäuden, die sich
in erhobenen oder commandirenden Gegen
den finden.
Innerhalb dieser Monumente sind Werk
zeuge und Ztcrgeräthe von Silber, Kupfer,
Blei, Stein, Elfenbein und irdenen Stoffen
gefunden worden, gebildet in tausendfache
Formen und eine Kunstfertigkeit beurkund
end, der sich die zur Zeit der Entdeckung vor
handelten Indianer tticbt näherten. Meer
mufcheln. Mica ans den primitiven Regio
nen, einheimisches Kupfer vou den Küsten
des Superiorsees, Galena vom obern Mis
sissippi, wallfischartige Zähne, Perlen u. Ge
räthschaften zeigen die Ausdehnung der Com-
ÄT
1
6
Das Wasser ist fo wottq salzig, daß wir
es anfänglich für frisch hielten, das ange
nehm zn timken wäre, wenn man kein ande
res haben könnte. Das Ufer war felsig mit
einem hübschen Strande, der uns ans Meer
emittierte. Am nächsten Morgen schmolz der
der Schnee unter einer warmen Sonne. Et
nett Theil des Morgens verwendeten «»vir
zum Fortschaffen der Kanone, legten blos 9
Meilen znrnck nnd Iagetteit nns am Ufer,
einem sehr merkwürdigen Felsen im See ge
genüber, der unsere Anfinerkjamkeit fchon
lange auf sich gezogen. Er erhob sich nach un
serer Schätzung 600 Fuß über das Wasser
und bot vou der Seite aus der wir nns be
fanden, ziemlich genau den Anblick der gro
ßen Pyarmide der Cheeps. Gleich andern
Feistn an der .Rüste hin schien er mit kalk
artigem Kitt überzogen znsein. Diese auffal
lende Eigenihün.lichkeil gab nns einen Na
men für den See und ich nannte ihnPyrami
denjee und obgleich es Manche für eine
phantastische Ähnlichkeit halten mögen, w
kann ich doch versichern, d.^ß später Reifende
zwifchcit diesen Felsen und den Pyramiden
Eine Bekanntmachung vcn einem Viereck, oder
ttcmger, kostet für einmalige Einrückung
«r? tt
ßo
Cent
fur 3 mal 5l. und für jede fernere Einrückunq dessel'
ben Vierecks 2J CenlS —Ein Viereck $ Monate mi
zuructcn kostet $3,6 Mcnate$ 5. 1 Jahr $ 8- Eine
halte itffMltc 3 Monate einzurücken $ 8, (i Monate
l5'..1 3ahr# -25.—Eint ganze Spalte für 3 Mona,
te kostet K 12, 6 Monate K 20 und 1 Jahr K 30.
5 f* i a n ven 4 oder weniger Zel»
len e.nzuruckep kosten ftt Jahr $3, für 6 Monate
et
a i jeder Art, in deutscher und eng»
flammtet 1.)
municationntiib Verbindung, welche die Ur
heber dieser uralten Bauteil unterhielten.
Euter der von 5?rn. Dickerjon geöffneten
großen Erdhügel war ein ausgedehnter Be
etd'giingsplatz, der viele Tausende mntschli
tifclette und unzählige steinerne
eher
räthschaffen, Verzierungen und andere inte
ressante Gegenstände enthielt. Dr. Dicker
1011 entdeckte 3 5 bis i0,0C0 Artikel verschie-
cIV-f„111'^J01'berhtirer
sichren
Eituge wichtige?eachweisuugeu sind neu
Erdings über zwei indianiiche Stämme in
souora (Neu Merico) erlangt worden
nan.l!ch «her die Muucln'es (oder Mawkevs)
die etwa 800 K pfe zählen und au Gesichts
zügen und Cempierion deu Europäern sehr
qleic! en,^und die ^»avahoes. Beide »eigen
V charfsiitn, einen nicht tin bedeuten-
ceu Theil vou Civilifatiou und einen kecken
tsinn fur Unabhängigkeit. Humboldt be
trachfet tiefe Stämme als zu den Raoen ae»
hörig, welche die Spanier zur Zeit der Ero
berung vorfanden.
Hr.' Hebbert, der eine Reise durch Pana
ma unternahm, um sich von ter Möglichkeit
des Plans zu uberzeugen, vou Ozean zu O
zcan durch Caual oder Eiseübahu eine Pas
,age zu ereffnen, bat eine höchst werthvolle
gntt-g.ft.ge Pflanze (die Guaco, zum
schlecht" der Ciaite gehörig) entdeckt. Perso
nell, die diese Pflanze anf der Hand reiben,
können ohne Gefahr Scorpione und andere
giftige Infekten angreifen.
Hf. Bartlett entwickelte in klarer u. kurz
gefaßter Form viele höchst interessante That
lachen, welche von der französischen Ervedi
tion unter dem Grafen Casteluau, gegenwär
tig in Südamerika, berichtet werden. Die
fc Erpfd.tion hat schon Völkerschaften ent
deckt, die den Geographen bis jetzt unbekannt
waren. Flusse, die auf unfern Karten an
gegeben sind, lassen sich nicht finden, wah
rend andere Flüsse uud große Wasserflächen
entdeckt wurden. Große Muhe bat man sich
gegeben, um die verschiedenen Produckte des
Landes auszufinden und sie nach Algier tu
verpflanzen. Es wird berichtet, daß die Eng
lauter eine Erpedition unter dem Befehle des
Lord Rauelagh ausrüsten, um die großen
Ströme Südamerikas zu erforfcheit.
(N. A. St. &
E i n e k u n s v o e E i n U
renmacher zu Paris hat kürzlich eine Uhr
von höchst wunderbarer und geistreicher Con
strukkiou verfertigt. Dtefelbe hat
"W
s-
Ge-
Art unter ihnen 150
vollständige Vase«, Veit denen einige den he
trunfchen oder griechischen glichen. Auch
rn!!l3t £miflc Schädel der alten
Mound Erbauer, tie für ethnologische Kor
lehmigen von großem Werthe werden kon-
2ontard, Mitglied
des fninzesifchen Instituts, die Inschrift auf
der Tafel, welche matt im Grave Creek
lonnd, ^irginien, fand, von ein und dem
jelbeit Charakter mit jener auf dem lybifchen
Monument zu Tbngga halte und der Ainc
ufaner Hudgson, der mit Erfolg den Dialekt
des uerMtchen Afrika stndirt hat, drückte frü
her dieselbe Meinung ans. 5r. Berthelot
em gelehrter Reisender, versichert, daß zwl"
schen den Na mat der Orte uud Männer in
tat alten Sprachen der canarischen-Inseln
und gewissen canairischen Worten eine über
ratende Ähnlichkeit vorwalte, und daß die
lybifche Sprache von Aft ifa aus leicht in
die canarächen Inseln gebracht werden konn
te. 4.anttt ist bat Philologen ein neues Feld
der rtor^chuitgtit geöffnet, die vielleicht zuleiit
zu e.ner Losung dcr Frage mit Rücksicht auf
die Besiedeluug des amerifaiiifchett Conti
»ettts mit der afrikanischen Race
i
I
1
Zwölf
ftrblätter das Hauptzifferblatt zeigt bloS
die Stunden ei« durchsichtiges, ifrtnnttelbar
unter dem ersten zeigt den Auf- und Unter
gang der Sonne an zwei andere, ebenfalls
durchsichtig und durch welche der ganze Me
chanismus des coniplizirten Werkes geseheu
werden kann, bezeichnen die eine dieMonats
tage, die andere die Sekunden. Acht email
lirte Zifferblätter sind zu beiden Seiten deS
Perpendikels angebracht nnd zeigen die Zeit
in jeder der folgenden Städte an: London,
Algier, Alerandria, St. 5)clc»a, Othaheite,
Canton, Neu-?)ork und St. Petersburg. Je
des dieses Zifferblätter ist mit 24 Stünden,
statt mit 12 verfehen, um die Stunden des
Tages, wie der Nacht anzuzeigen. Endlich
führt der Perpendikel nech eine große rnetri
fche Wage, die die Auödehnnngs- und Zu
fammenziehungskraft des Metalls anzeigt.
Die Uhr kostet 14,OCO Franken oder etwa
2800 Thaler.
Zif-
e e
o z k o e n u n u
n n i n e n u n
£r. Rogers in Dublin macht die Anzeige,
daß er aus mehrfältiger Erfahrung gefunden
habe, daß Kohlen von Holz oder Torfem
znverläßiges Mittel gegen die Fäuluiß der
Grundbirnen seien und sogar die bereits an
gegriffene wieder gesund mache. Der be
rühmte Professor Liebig giebt den Kohlen
gleich gutes Zeuguiß, noch mehr aber dem
Rnß. Beide sagen, daß die Fanlniß eine
konstitutionelle Schwäche, oder
Mangel an innerer Lebenskraft fey. Koh
len und Rnß nehmen die überflüssigen tmb
wässerigten Säfte der Grundbirnen auf, und
nehmen also die Ursache der Fänlniß hin
weg. Daher sollten Kohlen und Ruß auch
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mer Sprache, trfrd in der -uffice de-„OhioStaatS.
ikoten IchncK, fau^r und errrtft lefo»gt.

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