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Ohio Staats-bote. (Canton, Stark County, Ohio) 1846-1851, October 27, 1847, Image 1

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i e i n u n e n
Her Ohl» ^Ztaat«»Bote erscheint reqelmaßiq jeden
Mittwoch. Der Gubseriptions-Pre ist $t 50 »n«
»«»ingte Dor.nisbez.,l).u»g in Baargeld over $-2,
»«nil die I a hl u n nach der ersten Hälfte des
ZahreS geschieht Spater Zahlend Hube» K2 50 jw
törichten. ticin Unterschreibet roirC fur eittcu für»
zern Ic»traum als jjjonaU angenommen -h
fann dieZeitung nur dann aufgegeben v erde», wem
«Ut Rückstände abbezahlt sttld. Eine VelNachfassi.
ßung die Zeitung vor dcmEnde des .iaht0 aufzukün»
bigen. wird als eineErneuerung d?rSubscriyt,on be»
trachtet. Mittheilungen und «riefe |tnr postfrei er»
beten. CC/*Diese Beringungen we.de» pünktlich be«
«dachtet werden.
(Jahrgang 1
•^BSg»«jgg»e
IlL)' MitVcr^nügcil räumen wir nachstehendem
Attischen Versuche eilt Platzchen tu 11 iserit S palten
tin. Der Verfasser ist ein hartarbeitender Landman,
ttt sich durch seilten klarenBcrstand 11. seine tetntmf*
ttgen Lebensansichten schon langst unsere «Cchtimj er.
Werben hatte. D^les Produkt seines Nachdenken»
Entstand,
wahrender denPstug führte untiverdient ei
nt
nachstcheSvolleBeurtheilung,
besonders da derBer«
fasser in seiner Zugend nicht einmal die Bortheile et*
«er gute» Dorfschule iu Deutschland gcnoß, sondern
zu dem was er ist, sich durch unermüdliche Selbststu
dien
erhob—BeimDurchlesen
seiner Herbstgedanken
erinnerten wir und desNat rdichterS ,,Aakob Maus'
im alten Daterlande. Vielleicht könnte unser freund
dessen Nepräse«tant für das deutsche Amerika wer
Ätn.)
e S e a e n
Die Winde weh'n
Der Vogel schweift,
Der Wald entlaubet sich
Die Luft ist kühl,
Die «Sonne ireiu,t,
Sa Winter nahet sich»
De^Säemann'hat mit vieler Müh'
Den Saamen ausgestreut,
-Und hoffnungsvoll erwartet er,
Die schöne Srndtezeit.
Doch mancher säh't u. ernd't nicht mehr
Erfahrung hat's gelehrt.
Was hier des Menschen Leben ist.
Und dessen auß'rer Werth.
Wer weiß, wie bald die Stunde schlägt.
Für Dich und mich, mein Freund,
Ob auch die Frühlings sonne noch
Für unffr Dasein scheint
i
Drum Mensch bestelle Dir Dein Haus
Roch zu der rechten Zeit,
Und streue guten Saamen aus
Für jene Ewigkeit:
Dann wirst du nackt vollbrachtem Lauf,
Wenn Alles wokl bestellt.
Dich einer schönen Erndte freu'«
In jener bessern Welt.
I.—G.
Kann denn, erwiederte Ludwig, die Mitftf,
die in unserem Innern wohnt, eine andere
sein, als die, welche in der Natur wie ein
tiefes, nur dem höheren Sinn erforschliches
Geheimniß verborgen, und die durch dasOr
gatt der Instrumente nur wie im Zwange des
Wächtigen Zaubere, dessen wir Herr worden,
ertönt? Aber im reinpsytischen Wirten des
Geistes, im Traume, ist der Bann gelößt,
«nd wir hören selbst im Eonzerte bekannter
Instrumente jene Naturlaute, wie sie wun
derbar, in der Luft erzeugt, auf uns nieder
schweben, anschwellen und verhallen.
Ich denke an die Aeolsharfe, unterbrach
Ferdinand den Freund, was haltst Du von
dieser sinnigen Erfindung?
Diese Versuche, erwiederte Ludwig, der
«Natur Töne zu entlocken, sind allerdings
herrlich u. böM beachtenswenh, nur scheint
ei
mir daß man ihr bis jetzt nur ein kleinli
ches Spielzeug darbot, das sie mehrentbeils
Wie im gerechten Unmuthe zerbrach. Viel
größer in der Idee, als alle die Aeolsharftn.
die nur als musikalische Abieiter der Zugluft
zum kindischen Spielwerk geworden, ist die
Wetterharfe, von der ich einmal gelesen.
Dicke, in beträchtlicher Weite ausgespannte,
Drähte wurden von der Luft in Vibriren ge
setzt, und ertönten in mächtigem Klange.
Ueberhaupt bleibt hier dem sinnigen, von
höherem Geiste beseelter Physiker und Me
chaniker noch ein weites Feld offen, und ich
glaube, daß bei dem Schwünge, den die
Naturwissenschaft erkalten, auch tieferesFor
fchen in das beilige Geheimniß der Natur
einbringe«, und Manches, was nur noch ge
ahnet, in das rege Leben sichtlich und tier*
«ehmbar bringen wird.
Plötzlich webte ein seltsamer Klang durch
die Luft, der int stärkern Anschwellen dem
Thon einer Harmonika ähnlich wurde. Die
Freunde blieben von innerm Schalter ergrif
fr* wie an den Boden festgebannt, stehen,
"1
da wurde der Ton zur nefklagenden Melodi«
einer weiblichen Stimme. Ferdinand ergriff
des Freundes Hand und druckte sie krampf
haft an seine Brust, aber leise und bebend
sprach Lndwig
Mio ben vicordnti s'nvvien ch'io morn.
Sie befanden sich außerhalb der Stadt vor
dem Eingänge eines mit hohen Hecken und
Bäumen umschlossenen Gartens dicht vor
tbttett hatte unbemerkt ein kleines niedliches
Mädchen, im Grase sitzend, gespielt, das
sprang nun schnell auf und sprach Ach wie
schön singt Schwesterchen wieder, ich muß ihr
nur eine Blume bringen, denn ich weiß schon,
wenn sie die bunten Nelken sieht, dann singt
sie noch schöner und länger. Und dannt
hüpfte sie, einen großen Blumenstrauß in der
Hand, in den Garten, dessen Thüve offen
stehen blieb, so daß die Freunde hineinschauen
konnten.
Aber roeW ein Erstaunen, ja welch' ein
inneres Grausen durchdrang sie, als sie den
Professor 30- erblickten, der mitten im Gar
ten unter einer hoben Eiche stand. Statt
des zurückschreckenden ironischen Lächelns,
mit dem er die Freunde in seinem ftaufe
empfing, ruhte ein tiefer melancholischer
Ernst auf seinem Gesicht, nnd sein himmel
wärts gerichteter Bl'ck schien wie in seliger
Verklärung das geal nete Jenseits zu schau
en, was hinter den Wolken verborgen, und
von dem die wunderbaren Klange Kunde
gaben, welche wie ein Hauch des Windes
durch die Luft bei ten! Er schritt langsam
und abgemessen den M'ttelgang aus und nie
Der, aber in feiner Bewegung wurde Alles
um ihn Her rege und lebendig, und überall
flimmerten krystallene Klänge aus deu dunk
len Büschen und Bäumen empor und ström
reit vereinigt im wundervollen Conzert wie
Feuerflammen durch die Luft, in's Innerste
desGemüths eindringend und es zur höchsten
Wonne himmlischer Ahndungen entzündend.
Die Dämmerung war eingebrochen, derPro
fessor verschwand tu den Hecken und dieTöne
erstarben im Pianissimo.
Endlich gingen bie Freunde in tiefem
Schweigen nach der Stadt tu
ruck aber als
Ludwig sich nnn von seinem Freunde trennen
wollte, da drückte ihn Ferdinand fest an sich
und sprach Sei mir treu !—sei mir treu?—
ach, ich fühle ev ja, daß eine fremde Macht
in mein Inneres gedrungen und alle die im
Verborgenen legenden Saiten ^griffen hat,
eie nun nach ihrer In
II für evfiutgett mussev,
nnd seilte ick darüber zu (%'tn^e qeh'n
War denn n iht die gehässige ^vome, we
uiit uns der Professur **i iem Hause kemp
fing, nur der Au^Vn vt .es feindlichen Prin
cips, und hat er uns mit seinen Automaten
nicht nur abfertigen wollen, um alle nähere
Beziehung mit mir im er.ensiveu Leben von
der Hand zu weisen.
Du kannst wohl Recht haben, erwiederte
Ludwig denn auch ich ahne es deutlich, daß
auf irgend eilte Weife, die uns nun freilich,
wenigstens jetzt, eilt unauflösliches Näthsel,
bleibt, der Professor in Dein Lehen, oder bes
ter gesagt, in das geheimnisvolle pspchische
Verhältnis, in dem Du mit jenem unbekann
ten weiblichen Wesen stehst, eingreift. Viel
leicht verstärkt er felbft wider feinen Willen.,
als feindliches Princip darin verflochten und
dagegen ankämpfend, den Rapport, dessen
Kraft eben im Kampfe wächst, und es wäre
Denkbar, daß ihm dein Nähertreten schon des
halb verhaßt sein müßte, weil dein geistiges
Princip dann wider seinen Willen, oder viel
mehr irgend einerconventionellenAbsichl ent
zogen, alle die Anklänge jenes psychische»
Rapports weckt und in tteneit lebhafter«
Schwung setzt
Die Freunde beschlossen nun, kein Mittel
unversucht zn lassen, dein Professor 3*. näher
zu treten und vielleicht endlich das Räthsel
zu lösen, das so tief auf Ferdinand's Leben
wirkte fchon am folgenden Morgen sollte
ein zweiter Besuch bei dem Proftssor dasFer
ttere einleiten, ein Brief, den Ferdinand im#
vermuthet vvn feinem Vater erhielt, rief ihn
ihn aber nach B-, er durfte sich nicht den
mindesten Aufschub gestatten, und in weni
gen Stunden eilte er schon mit Postpferden
von bannen, indem er seinem Freunde ver
sicherte, daß ihn nichts abhalten wurde, spä
testens in vierzehn Tagen wieder in I. zu
sein.
Merkwürdig war es Ludw-gm im höchsten
Grade, daß er bald nach Ftrdinand'6 Abreise
Redigirt und herausgegeben von H. I. Nothnagel.
von demselben ältlichen Mann, der zuerst
von des Prvftsscr Einwirkung auf den
titvkeii gesprochen, nun erfuhr, wie des Pro
fessors mechanische Kunstwerke nur aus einer
untergeordneten Liebhaberei hervorgegangen,
und dciß tiefes Forschen, tiefes Eindringen
in alle Theilr der Naturwissenschaft, eigent
lich der nnausgesetzteZweck uclV seines Stre
hens sei. Vorzüglich rühmte der Mann die
Erfindungen des Professors in der Musik, die
er aber bis jetzt Niemanden mittheilte. Sein
geheimnißvolles Laboratorium sei ein schöner
Garten bei der Stadt, nnd oft hätten schon
Vorübergehende seltsame Klange nnd Melo
oivit ertönen gehört, als sei der Garten von
Feen und Geistern bewohnt.
Vierzehn Tage vergingen, aber Ferdinand
kehrte nicht wieder, endlich, nach zwei Mo
naten erhielt Lndwig einen Brief ans B- des
Inhalts:
„Lies und erstaune, aber erfahre nur das,
was r« vielleicht ahndest, nachdem Dn dem
Professor, wie ich hoffe, näher getreten. Im
Corfe P. werden Pferde gewechselt, ich stehe
und schaue recht gedankenvoll in die Gegend
hinein.
„Da fährt ein Wagen vorbei nnd hält
vor der nahen offenen Kirche ein einfach ge
kleidetes Frauenzimmer steigt aus, ein jun
ger scfrötvr Mann folgt ihr, in
gernmform rnitOrden geschmückt zwnMait
ucr steigen aus einem zweiten Wagen. Der
Posthalter sagt Das ist das fremde Paar,
das unser Hr. Pastor heute traut. Mecha
nisch gehe ich in die Kirche und trete ein, als
der Geistliche gerade mit dem Segen die Ce
remonie endigt. °*ch schaue hin, die Braut
ist die Säugerin sie erblickt mich, sie erblaßt
und sinkt, der hinter ihr stehende Mann
fängt sie auf in feine Arme, es ist der Profes
sor 3Z- Was weiter vorgegangen, weiß ich
nicht mehr, auch nicht, wie ich hierher gekom
men. Du wirst es wohl vom Professor 3f.
erfahren. Jetzt ist eilte nie gefühlte Ruhe it.
Heiterkeit in meine Seele gekommen.
„Der verhängnißvolle Spruch des Türken
war eine verdammte Lüge, erzeugt vom Hin
den Hiutappeu mit ungeschickten Fühlhor
nern. Habe ich sie denn verloren? Ist sie
nicht iüi »iiticrn glühenden Velen ewig meiv.2
Du roivti lange nichts von mir hören, denn
ich gebe nach K-, vielleicht auch in den tiefen
Norden nach P."
Lndwig ersah ans seines Freundes Wor
ton zn deutlich seinen zerritttetenn See
lenznftand, und um so räthstlhafter wurde
,hm das Nanze als er erfuhr, daß der Pro
fessor durchaus die Stadt nicht verlassen ha
be. Wie dachte er, wenn es nur die Resnl
täte des Conflicts wunderbarer psychischer
Beziehungen, die vielleicht unter mehreren
Personen Statt fanden, wären, welche in
das Leben traten, und selbst nähere, von ib
nett unabhängige Begebenheiten fo itt ihren
Kreis zöge», daß sie der getäuschte innere
Sinn, für eine ans ihm unbedingt hervorge
hende Erscheinung hielt und daran glaubte
Doch vielleicht tritt künftig die frohe Ahnung
in's Leben, die ich in meinem Innern trage,
und die meinen Freund trösten soll! Der
verhängnißvolle Spruch des Türken ist er
füllt, und vielleicht gerade durch diese Erfül
(ting der vernichtende Stoß abgewendet, der
meinem Freunde drohte.
Ein bürgerliches Kriegsgericht.
[ftrei bearbeitet nach fo b' t) Tagebuch fur cit Äiijei
ger des Westens Z
No. 1.
1tlifer alter Freund, der Alkaide.
Fortsetzung.
Aber im Haust des Aikalden war Gerichts
tag, und ein arnterMerikaner stand anfHals
und Kragen angeklagt, um fein geringeres
Vergeben, als daß er feinen Nachbar morde*
risch gestochen habe. Das Genchtszimmer
war vollgedrängt von Menschen, und in der
Milte hinter einem winzigen Tisch lein, aber
auf hohem Staatssessel thronte der Alkalde,
Der diesmal für die wichtige Gelegenheit sein
feierliches Anjeben noch durch eine Brille und
eine schneeweiße Halsbinde erhöht hatte. E
tritg beute, schreckliches Daten einen
fchwarzseidenen Turban, und mochte wohl da
mit die schwarzen Absichten an den Tag le
gen wollen die er imBusen trug. So drapirt
glich er einem lebendigen Donnerkeil. Beide
empfingen uns jedoch höflich, der Pfaff etwas
kurz angebunden der Alkalde osserirte uns
Canton, Stark Caunty, Ohio, Oktober 27, IS'47. Rummer HS,)
russischer
Ia-
ein Bett zum niede-sitzen, nnd ließ Wein und
Eigaritos bringen. Der Eolonel erwiedert«
höflich, daß wir nicht zn stören wünschten, u
unsere Zeit auf keine Weife besser hutzubritt
gen hoffen durften, als wenn und der Hoch
ochtbare gestatten wolle, dem ferneren Ver
laufe des Prozesses beizuwohnen. Mit höfli
chem aber würdevollen Lächeln ließ sich nun
die Justiz hinter dem kleinen Tiichleut auf
dem hohen Sessel wieder nieder. Gelangnet
kann nicht werden, daß heute in dem Beneh
men des Alkalde» etwas vornehm Herablas
sendes lag. Die Elastizität feines Schrittes,
die gemessenen Bewegungen seiner Hand, die
zur Stinte hinanf. eschodene Brille, ja selbst
seine Verbeugung, als er nncl beim Eintritt
empfing, schienen aussprechen zu wollen: „Ich
weiß es wohl, Ihr feid ein amerikanischer
Obrist-Lientenant —aber was will das sa
gen? Bin ich nicht der klnge Alkalde vonSan
Eleaseria? Habe ich nicht das schönste Weib
in der Gegend, und bin ich nicht ihr einzig An
gebeteter? Steht nicht derPriester als mäch
tiger Freund mir zur Seite? Nun khtttEuer
e s e s w e n n I ö n n i e a s s a
er freilich nicht, aber er a ch e sich'6 und
mir dachten auch das Nnsnge. Wir erkann
ten an, daß er ein hoher und würdiger Die
ner der Themis sei, aber auch, wie ihre ge
treuen Diener von Rechtswegen seilt sollen,
etwas blind,—viileicht für seine nächste Um
gebung.—
Doch der Prozeß hatte inzwischen wieder
seiitenAnfang geiioinmen. Dei Colonel lansch
te, mir erst neu neugierig, dann mit gestei
gerten Interesse, endlich brach er los u. ver
langte vom Alkalde zunächst über dieUmstän
de des Falls unterrichtet zu werden, der sich
denn herab ließ, folgendes mtfjitrheilett: Es
ergab sich, daß der Klager das Glück, ode'
—wenn matt lieber nennen will, das Un
glück hatte, ein hübsches Weib zu besitze».
Der Beklagte war sein naher Nachbar tinc
früherer Freund, bis eine, wie ihm dünkte,
etwas zu weit getriebene Gallauterie des letz
leren gegen feine Frau dieEiferfucht desGat
ten erregte. Eines Abends, scheint es, war
der Beklagte in der Unschuld seines Herzens
und im Vertrauen auf die noch nie nnterbro
chene Intimität mit feinem Nachbar, in das
fcaus des letzter it gegangen, als dieser „zu
fällig" abwesend war. Gerade, als er nun
beim Schneiden etwas zärtlichen Abschied vor
der schönen Nachbarrin nahm, mußte dasUn
glnck den El)cl)ct vtt nach Hause fuhren, der
sich dann Mit aller W :h der iiiifflaumteitden
Leidenschaft auf den vermeinllichenSchände,
feiner Ehre wirft und diesen zwingt, sich sei
tter Haut zu wehren. Der Galan bringt ihm
drei schwere Messerstiche bei, und macht sich
davon. DerAngeschnldigte erbittet sich zn dem
Beweise, daß der Ankläger, wie so mancher
andere thöri.gteEhentann, von außerordentli
cher aber unnöthiger Eifersucht geplagt set
derKläqer hingegen aber verspricht zu bewet
sen, daß man den Angeklagten bei vier ver
schiedenen Angelegen betten, die schöne Frau
habe knssen sehen. Soweit die Sachlage.
Nebenbei erfuhren wir, daß der Pfaff mit
der Absicht erschienen war, allen seinen mäch
tigenEinfluß zur Verurthelluug in dieWaac,
fchale zu werfen. Er hatte sich in dieser Be
Ziehung gegen andere fo entschieden ausge
sprochen, daß der arme Angeklagt?, der nun
wußte, was ihm bevorstand, ein wahresBlld
der Verzweiflung vorstellte. Viel schlimmer
wurde seine Sa che noch durch den. Jedermann
bekannten, Umstand, daß Sr. Ehrwürden
ein erklärter Hausfreund des Klägers war,
und daß folglich warnte Freundschaft und ho
hes Pflichtgefühl bei ihm zusammenwirkte«,
einem solchen Sünder die ganze Schwere des
Gefetzes fühlen zu lassen.
Don Antonio, der Angeklagte, ein ziemlich
lich roohlaiisfehetiber junger Buifche, harte
nichts in feinem Gesichte, was einen abge
härteten Verbrecher verneth, dagegen vieles,
was unser Mitleid in Aif'p uch nahm. Nach
dem derColonel mit gewohntem niilitairischen
Scharfblick in aller Kürze den Stand derSa
che aufgefaßt, nahm er keinen Anstand, fein
Bedauern dahin auszusprechen, „tvß ein so
äußerst wichtiger Fall für die Wohlfahrt des
Staats der Entscheidung ritte* Mannes an'
^""gestellt sein sollte, der,— wie hohe Qua
ifikationen er auch fönst besitzen möge,—den
noch augenscheinlich von den heilsamen Ope
rativnen der weisen Gesetze unseres Lan^
Eine s?e?anntm.'chl ng vcn einem S231crret,
weniger, kcstct fvr einmalige Emrüctung 50 Cent»,
ür 3 ii'rtl $l, und tiir tede fernere Tinrüctung des«
reiben 25 tlents. Et» Bierect 3 QDtcnate
e.ii'Miiu .» kssiet 52, v Monate K5, i Jahr *8.~
5in« halte palte 3 JOirnaft einjunictcn 6 3Jto#
nate $15, Ja Kr *5iS. (Sin ^anzc Epaiie
nate kostet Kl 2,6 donate 20 und 1 Jahr t»0.
Vi ct a 6 karten rcn 4 oder u eniger Zei»
len einzurücken festen per Jahr £3, 6 DJlcn.ite 2.
Ii et a fr i jeder Art, in deutscher, eng«
lischer und französischer Sprache.wird in der Osfic»
des "Tbic £ttittleuSboUn" schnell, lauber und core
reft betöret-
des nicht kernte.'' „Und," —fügte er, zum
Alkalden gewandt hinzu, „wenn ich's be
denke, so stehe ich hier als inilitarische?Ober
baupt und Commandant dieses Postens, und
halte mich kraft eines Amts fur verpflich
ter, ritten so wichtigen Fall itt eigener Person
tu entscheiden. „Es sind hier,"—fuhr er fort
„ütrvi Offizier zugeorn, beide im RechtS
wefen wohl erfahre« her Eine wird mit al
ler Strenge des Gesetzes den Fall h„ Flamen
des gutenVolkes vomStaateChihuahua ver
folgen it ltd der Andere mag seilt Bestes versu
chen zurVertheidigung desAngeklagten. DaS
Zengenvert ör wild vermittelst DollmetscherS
erfolgen, und der Signore Alkalde, wenn'S
beliebt, möge den Proees verball niederneh
men!"
Staunend stand der Hau fett,— versteinert
der Pfaff der Angeklagte schnappte freier
Luft, und bcrAtkalde—mit mehr Wurde als
gutem Willen, und—überließ das HoHeRich
teramt unserm Colonel.
Fortsetzung folgt.
Eine Anzahl feeisimiiger Männer New
Norks setzten folgende Avdresse in Cirkula»
tiott, welche mit vielen Unterschriften verse
hen kürzlich an den Papst abgesandt wurde
Addresse von Amerikanern
an deu erhabenen Pabst
Pius IX#
Großer Manu! Wir haben im fernen
Amerika Dein edles Auftreten mit Freuden
erfahren- W erkennen in Dir den Mann,
fresse it der päpstliche Stuhl bedurfte. Dil er
öffnest mir entschlossenem Willen in einer der
wichtigsten Epochen Europas den glorreichen
Kampf für das Gute, Wahre und Rechte,
Du bist der Mann, itt dessen Hand das Ge
schick von Millionen Menschen ruht, die hoff*
nung'voll auf Dich bi eten, deren.herzen Dir
liebend ettlgegctischlagen. Du kannst Europa
vor einem asiatischen Rückfall bewahren.
u e s e i n s u n s a s e a n n
der von der Ueberzengnn^ durchdrungen ist,
daß der Mensch ohne vernünftige Freiheit sei
ne Bestimmung nicht erreichen kann.
Mit Entrüstung und Entsetzen vernahmen
wir deshalb die nichtswürdige Verschwörung
gegen Dein so werthvolles Leben, angezettelt,
wie uns die Zeitnnaen melden, von Ostreichs
Lichtftinden, die Dich vernichten möchte, weil
Dn ihnen die Hand nicht bietest zur Unter*
ncfitng der Wahrheit und des Rechts. Aber
die göttliche Vorsehung vereitelte die Pläne
der Bösen und Du findest in der begeisterten
Anhänglichkeit des Kerns Deiner Bürger
it. derAchtnng der eimlisirten Welt den schö
nen Lohn für Dein redliches Wollen und
Streben. Wohl droht Dir jetzt Oesterreich
mit roher Waffengewalt, wohl spielt Frank
reich's Regierung eine zweideutige und ver
dächtige Rolle gegen Dich—doch die Finster
linge werden nichts gegen Dich vermögen
nur Furcht, nicht Lit be fesselt ihre Unterta
nen an sie, während die aufgeklärte Welt
Dir aufrichtige Achtung und Liebe zollt.
Fahre fort, wie Du begonnen setze Dich
im Nothfalle auf Dein Roß und stelle Dich
an die Sp'tze und nicht mir zwei llie
nett Christen werden, wie Du sagtest auf
Deinen Ruf hören, sondern die ganze, {jpi*
heit, Licht und Recht liebende We/t. Die
Menschheit wird Dein Streben nicht ver fett*
nen Deines Mcuchlers Knechte werden wie
Spreu im Wüioe verstäuben und die Legio
nen der Vvlksfreunde werden Deinem Ban
ner folgen.
Edler Mann Mit diesen wenigen Wor.
ten, die einfach und aufrichtig aus dem Her
zen von amerikanischen Republikanern k'om
men, grüßen wir Dich und danken Dir herz
lich für das Große, was Du fchon nicht al
iein für Dein Volk, fondern für die ganze
Menschheit getbatt hast.
In Boston zog neulich ein 12jäbriger Schul
junge, den fein Lehrer züchtigen wollte, eine
mit einer Kugel geladene Pistole und druckte
sie auf den Lehrer ab. Glucklicher Weise
versagte die Pistole.
Die Bevölkerung von Rom betragt gegen
wärtig 174,883 Seelen unter ilftten 82 Bi
schöfe, 1,514 Priester, 2,371 Mönche, 6,194
Nonnen, 821 Klosterfchulen lt. 8000 Juden
rbtr
fv.r
3Dlo«

Die Automate.
Sckluß.)
W 0 e i e i w o n a i s e i n V a e a n
e k a n n a u n e n
New-York, 30. September 1847.
(Folgen die Unterschriften.)

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