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Ohio Staats-bote. (Canton, Stark County, Ohio) 1846-1851, July 11, 1849, Image 1

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J3
Der ,,Ohio *ta attack" erscheint Mit
Dcr Gubseriptionspreis fur 52 Rummer it ist 2 in
Vorausbezahlung, $2,25 wenn innerhalt* des er|'rcl,j
halben Jahres, §2,50 wenn während des zweiten Hal
ten Zahres und $2,75 wenn erst nach Verlauf dß
Zahres bezahlt wird. Niemand htnu die 3«M,
ttntg aufgeben ohne vorher alte ^umstände bezahlt z«
haben. Briefe und Mitteilungen müssen portofrei
fein, wenn |tc (wkhichtigt werden sollen.
CjT Poftinci^cr fSitnen nach einer Verordnung
des General Postamts Substriptionsgeldir fr a
o ait ?eil!i!tgshcransg Ivr senden, wenn man den
selben solche Briefe offen ubergiebt, |tc versiegeln
«nd afdn-sstrcn (ait.
(Jahrgang 2.
i e e
bricht Eise«?
,^^!cth bricht Life«! Feige 98ttti
Kriecht und duckt Euch, gähnt und ruht!
Laßt Euch tnuten, laßt Euch schinde«,
Leib und @eel' mit Stricken binden.
Mit dem Sprüchlein: Otcth bricht Eifm,
Würzet das J?edientenbrod!—
Manner singen andre Weisen
i n, Eise» bricht die Rp 11!
Rvth bricht Eisen! Nein zumal
Faßt das Eisen, faßt de» Stahl
ix Vir des Menschen höchste Güter,
Eurer 5techte treuer Hüter,
Gegen Teufel und Tyrannen
Steht und wehrt Euch bis zum Tod!
Alle kann ein Sprüchlein tarnten
Eisen, Eisen bricht die o
Wir wollen ihn nicht haben,
Den Herrn Kartätschen Prinz
Mag Rußland ihn begraben
In seiner EiSprovinz.
Mag er darauf verzichten,
Zu herrschen an dem 3tHein.
Wir wollen ihn mit nichten,
Den Bürgermörder nein!
Wir wollen ihn nicht haben,
Den Schild der Despotie,
Der für der Freiheit Gaben
Nie fühlte Sympathie,
Der mir die Frucht vom Ffcißc
Des armen Volkes frißt,
Und dann als erster Preuße
Dasselbe niederschießt.
Wir wolle» ihn nicht haben,
Den GroßParadc Held
Der uns're wack'ren Knaben
Für seine Puppen halt.
Der, tun das Volk zu knechte«?,
Zum Brudermord |te zwingt,
Und uns statt deuttcheit Rechten,
Nur Rußlands Knute bringt.
Wir Alle wollen haben
Am freien deutschen Rhein
Das Königthuin begraben
Und selbst Regenten sein.
Ofltr dann erblüht für Jeden
Der Freiheit goldnes Glück,
D'rum fort mit Majestäten,
E s e i e e u i
die
^Phil. Dem.)
^tirjjciCtung und mug*
A a n a
K o 1' I
4.
Motscheski wohnte seit zehn Tagen in dem
„Hanse des Gastsrenndes" zu ltptfche, ittib
wurde, der Landessitte nach, von der Tochter
seines Schutzherrn bedient.
Aber diese zehn Tage hatten in dem jungen
Polen eine wunderbare Veränderung hervor
gerufen. Aus einem düstern, leidenden, me
lancholischen Menschen, war er zu einem fro
hen, heitern, ja glücklichen Wesen geworden.
Er liebte,—er liebte zum ersten male, und mit
einer Glnth und Tiefe, die ihn mit der festen
Ueberzengnng durchdrangen, d.i.ß er nur durch
den geliebten Gegenstand—durch den Besitz
Alexandra's glücklich werden könne.
Wie er dies Ziel erreichen wolle,—Wie
Kluft, die jäh nnd gewaltig zwischen dem
Lieutenant in russischen Diensten nnd der
einzigen Tochter des kriegerischenTscherkessen
Fürsten, des starrestc» Feindes Rußlands,
gähnte, zu überflügeln vermöge, wnßle er
nicht—aber er liebte—nnd dieß selige Ge
fühl riß ihn schwindelnd über jede kalte Ue
berlegung. Ihm galt mir die
eine, die Le
bensfmge: Liebt sie mich wieder?
Ach Wessen Herz erbebt nicht in einer'
heiligen Lust,'denkt er der Zeit, in welcher
auch ihm diese Frage entschlüpfte—die Zeit,
die mit einem reichen, blütbenschweren Früh
ling von Seligkeit und Wonne über ihm her
abhing, nnd seine Brust hob, zu kühnen und
edlen Entschlüssen,—jener Stunden, die ihn
so süß hoffen ließen uud seinem trunkenen
Ange die ganze Welt in dem Lichte einer hö
Heren Verklärung zeigten Du armes Herz
aber, das diesen Frühling nie gekannt, trock
ne deine Thränen, denn sieh über jenen
Wolken blüht der Liebe Frühling noch ein
mal und reicher noch, nnd reiner nnd seliger!
Aber ein düsterer Schatten fiel auf das
freundliche Gemälde, welches Moktscheski's
ff
glühende Phantasie von seiner Zukunft ent
worfen lind wuchs mit jeder Minute es war
der Gedanke, daß er sich von Alexandra bald
trennen müsse—und der Schatten wnrde znr
bangen Finsternis:, wenn er dachte: auf im
mer.
Er hatte von dieser Trennung geräumt,
i und als er auffuhr ans dem Schlafe und sich
die Haare aus der Stirne strich nnd in das
junge Frühroth blickte, holte er tief Athem
und rief: „Gott sei Dank, es war nur
ein
Traum!"—Aber obschon er sich überzeugte,
daß
es nur ein Traum gewesen, obschon
düsterenPbantasiebilder derNacht längst ver
schwnnden: er konnte die trübe Erinnerung
des Mißmnthes nicht verwischen, den sie
in
seiner Seele zurückgelassen hatten.
Er ging in feinem Gemache mit großen
Sehritten anf und ab. Wohl fühlte er die
Unwahrscheinlichkeit, je Alerandra's Hand
zu erlangen, sah die Schwierigkeiten seiner
Lage, die Nabe des Abschiedes, die Gewiß
heit eines erhöhten Hasses des Fürsten gegen
die Regierung, in deren Diensten er stand
aber—er hatte in den Angen der schönen
Tscher kessln ein Fener glühen sehen, das ihm
die Erwiederung seiner Neigung zu verra
then schien—er war entschlossen, sich ihr zu
entdecken und in dem Fall der Gegenliebe,
wenn ein freundliches Auskommen nicht zu
erzwecken, sie mit Gefahr seines Lebens zn
entführen.
Noch war
er mit diesem
Gedanken
befchäf-
tigt, als Alexandra eintrat. Sie trug auf
einer künstlich mit Leder gearbeiteten und
ge
stielten Platte das Frühstück für den Konak,
welches aus einer Kürbisflasche voll Wein,
gebratenem Schcmffletsch «nd Hirse bestand.
Als die schwarzen Angen des jungen Mau«
«es, freudestrahlend, auf sie fielen, erröthete
sie hoch und ihre Stimme zitterte, als sie dem
Gasteden Frühgrnß bot.
Nachdem sie die Platte
niedergesteM, trat
Moktscheski auf sie zu und sah ihr in ihre
großen Augen. Alerandra konnte den Blick
des Jünglings nicht ertragen, ihre Seiden
Wimpern senkten sich herab, und sie
zitterte
... in
den sie umschlingenden Armen.
,,Alerandra J)ob nach einer MlüM se
ligen Schweigens der Pole an, und seine blei
chen Züge überzog eine fieberhafte Rothe,
„ich diene unter den Feinden Deines Landes,
aber mein Herz ist bei dir. Als ich Dic? an
je»cm Abende, an welchem Dein Vater mich
hier einführte, zum erstenmale sah, hat der
Zauber Dn'ner Lieblichkeit mich gefesselt, nnd
je langer ich in Deiner Nahe weilte, desto
deutlicher ward es mir: daß ich Dich liebe.
Dn schluckst Vermochte die Glnth, die
mich verzehrt, Deiner Seele nicht einen ein
zigen Fnnken zn entlocken?—Süßes Mäd
chen, sage mir, spricht keine sanfte Regung
Deines Innern für mich?"
Moktfcheski hatte die Liebliche fest an sich
gedrückt, ihr Bnsen klopfte heftig an feiner
Brnst, ihr Beben riß ihn zn einem seligen
Schwindel hin er sai) ihr mit Fenerblicken
in die Augen, eine süße Verwirrung erfaßte
sie und ihr Hanpt senkte sich schweigend an
seine Brnst. Da brannten die Lippen des
Jünglings ans der weißen Stirne Aleran
dra's. Sie hatte nicht mit Worten geant
wortet aber die Tochter dee Natur war dem
Drange der Leidenschaft gefolgt, nnd nber
wältigt von Gefühlen, die sie nicht zn bergen
wußte, ruhte sie einige Minuten an des
Frenndes Brust.
Kein Laut ertönte Alles fchwieg, als
theile es das UeberMaß der Wonne, die
in
-de» Herzen des beglückten Paares thronte.
So schweigt die Unendlichkeit der Sphären
aber ihr Schweigen ist donnerndes Jauchzen
der Lnst und der Anbetung.
„Du liebst mich," fuhr
nach läugerer
Paufe Moktscheski fort, „wirst Dn aber auch
stark genug fein, süßes Wesen, den Vorur
theileu zu trotzen
und dem Deine Hand
zu geben, der."
Der Jüngling hatte noch nicht ansgespro
-che», als sich Alexandra mit einer kräftigen
Handbewegnng losgerissen, nnd indem ste
mit beiden Händen ihr Gesicht bedeckte
schmerzlich ansrief: „Ach! warum mich
jetzt daran erinnern?"
Moktscheski sah sie bittend an. „Ist Dii#
ne Liel e so schwach," sagte er mit leisem Vor
wurfe, „daß Schnitt nnd Farbe des Kleidcs
über sie bestimmen mag V—
„Nein," entgeg
nete die Tscherkessiu, uud richtete sich mit ed
lein Stolze anf, „meine Neigung zn Dir ist
stark nnd innig, aber meine Ehre, meine Lie
be zur Freiheit und zum Vaterlaud sind noch
stärker.^ "Laß uns Deinen Vater «tu fiv
nett Segen bitten nnd „Mein Vater
heißt Ali-Cbarzis," tier fetzte das Mädchen,
„und seine Landvlente nennen ihn den Rus
sen Hasser."—„So laß uns fliehen. Ich bie
te Dir meine Hand, mein Vermögen." „Und
Deine Sclavenkette" vollendete Alexandra.
„Nein," fügte sie nach kurzem Schweigen
aus
hinzu, ich kann nnd will Dich und mich nicht
täuschen. Ich liebe Dich mehr als
ich
sagen kann,
ich
ich
aber
die
Er stand starr und bleich. Tausend Ge
fühle bestürmten ihn dann blitzte fein Ange
wild ans, weitbin flog fein Degen, und mit
den Worten:^ „Ich bin Ener, ich bin Dein!"
umschlang er krampfhaft seine
Dem Kaiser Nikolaus von Rußland und
dem
General Rajeffski in seinen Diensten
faget die Worte: Wünschet Ihr Frennd
Schaft mit uns zu schließen, so ziehet Eure'
Armeen zurück und zerstöret Eure Festen,
von Suchum bis Anapa, und von Anapa bis
Karatschi. Wo nicht, so bleibt das Schwert
zwischen nns und Ench, nnd erst wenn Ihr
imsre Thäler mit imsren Leichen ausgefüllt
und kein Tscherkesse mehr athmet, möget Ihr
Ench einen Weg bahnen zum Herze» misers
freien Landes."
Von dieser
Zeit an führte man
fchafttN
es
gelobe Dir bei Marissa, daß
nie einem andern Mann gehören will, als
Dir
ich
werde auch nie meine Hand
einem gelaunt, nie einem Menschen geben,
der an einem Vertilgunskriege gegen ein Volk
Tbeil nimmt, das seine Freiheit vertheu
digt."
Wie ei» furchtbarer Donnerschlag schmet
terten diese Worte den Polen nieder. Die
Eriunernng an sein liebes Vaterland tauchte
in seiner Seele auf an sein Vaterland, das
von Rußlands Macht zerdrückt, und er—der
Sohn jenes unglücklichen Polen's, war im
Dienste desselben Rnßland's nun bereit, den
Untergang der kräftigen, freien Tscherkessen
befördern zu helfen.
Geliebte.
5.
Zwei Jahre waren seit jenem Morgen
verschwnnden, an welchem Moktscheski das
Geständniß der Gegenliebe aus Alexandra's
schönem Munde empfangen. Er hatte ihr
geschworen, den russischen Dienst zn verlassen,
sich unter einen der benachbarten Tscherkes
senstämme zn begeben, tapfer in ihren Reihen
und für ihre Freiheit zu kämpfen, und einst,
wenn er sick, für ihre Sache streitend, einen
Nmitm erworben, zu ihr zurückzukehren, um
sie von dem Vater als Gattin ztt erhalten.
Er hielt Wort und verließ noch in derselben
Nacht llptfche.
Den folgenden Tag vermißten die Russen
i e n i e u e n a n S i e s n a u e n a e
denn sie glaubten überzeugt sein zu dürfen^
daß er von den Tscherkessen ermordet wor
den. Nun war kein Bleibens mehr für sie.
Unter Drohungen und Verwünschungen
brachen sie auf und erhielten von Ali-Char
zis noch folgende Antwort zum Abfchiede:
de«
Krieg
beiden Seiten mit doppelter Erbitte»
rung.
Zwei Jahre waren seitdem, wie oben er
wähnt, verstrichen, als ein Trupp von ohnge
fähr hundert Tscherkessen dem Dorfe Uptsche
zuritten. Sie waren heiteren Muthes, scherz
ten und lachten und tummulten frendig ihre
herrlichen Pferde. Nur der Anführer schien
ihre Lnst nicht zn theilen denn er ritt bald
nachdenklich, bald hastig und mit einer Miene
voran, die Ungeduld, Sorge und Erwartung
anf dem blassen Antlitze malte.
Wie seine Brüder gekleidet, unterschied er
sich von ihnen nur durch sein Gesicht, das
feiner gebildet, die Herrfchaft verkündete,
welche bei ihm der Verstand über die Leiden-
führte während die Physiognomien
Jener, trotz der Regelmäßigkeit ihrer Züge,
eine gewisse Wiloheit aussprachen.
Jetzt nahte man sich dem letzten Hügel,
hinter dessen Rücken sieh das Thal von llpt
sehe ausbreitete. Bei seinem Anblicke zuckte
ein frohes Lächeln mit den Mnnd des Anfüh
rers, seine Ungeduld wuchs er schlug die
Sporen in die Seiten des Thieres nnd flog
den Hügel hinan die Truppe folgte seinem
Beispiele. Der Gipfel ist erreicht. Der
Blick sucht die Hütte, iu welcher die Geliebte
Nieilt er sucht er sucht stannend
tu der ihm so bekannten Gegend er
finvet sie nicht Dort heben sich die
Pappeln Dort lag Upts ch e!
dort
Ein Schrei entfährt
der
Brust bei Füh­
rer?, sein Ange flammt Tod und Verderben,
seine Züge starren in Verzweiflung sprach
los hebt er den Arm und zeigt auf die Ge
gend, in welcher das Dorf gelegen, und das
Falkenauge der Gefährten erspäht unter
dunkel aufstiegendem
Rauche
zerstörten
Hütten von llptfche«
,,Mir nach!" donnert der Mführer, nnd
in gestrecktem Galoppe, gehüllt in eine Wöl
kt* von Stanb, den Säbel in dem Munde, in
jeder Hand eine Pistole und mir mit den
Schenkeln die Thiere regierend, fliegt pfeif*
schnell die Truppe dahin.
Das Dorf ist erreicht. Es liegt in Asche.
Leichen von Männern und Weibern decken
das Feld. Kein Lebendiger läßt sich blicken,
nur vor beut „Hause des Gastfreundes" liegt
ein blutender Greis in den Armen zweier
Mannes die ebenfalls verwundet, ihren
Fürsten unterstützten.
Der Anführer der Truppe springt vom
Pferde. Er nimmt die Hand Ali (5harzis,
er blickt forschend in sein entstelltcsAntlitz da
schlägt der Fürst die matten Augen auf, er
kennt seine Laudslcnte und stammelt mit
schwacher Stimme die Worte: „Rache den
Russen, die uns überfallen und meine Toch
ter geraubt!"~
Der f.^hrer steht erstarrt:
„Meine Alerandra!" ruft er mit schmerz
lichem Tone—und bedeckt mit beiden
den sein Gesicht-
Hau-
G.
Wenige Länder bieten wohl eine solche Ab
wechselnng in Klima, Vegetation, fruchtbaren
und unfruchtbaren Gegenden dar, als Tscher
kessieit- Zwischen dem kaspischen nnd schwar
zeit Meere gelegen, lehnt es sich an das kau
kasische Gebirge, welches in dreifachen, fast
parallelen Linien sich ausdehnt, und durch
seine Zerklüftungen die freundlichsten Thäler
bildet.
Während hier nur ein Klima und eine
Fruchtbarkeit hcrrfcht, die keinem der schön
steil italienischen Länder nachsteht, während
hier schon im Februar die schlafende Natur
zu neuem Leben erwacht, die üppigen Gefilde
grünen, und der Landmann seinen Samen
auswirft, mit der Ueberzenguitg, daß er be
reits im Juli seinen Fleiß durch hundertfälti
ge Früchte belohnt sieht während der April
Alles mit Blüthen schmückt nnd der Mai rei
fes Obst in Fülle bietet,—deckt ein ewiger
Schnee die Hochgebirge, hauchrn dort mei
lenweite Snmps- und Moorgegenden ihre
giftigen Dünste, Wälder von Buchsbänmen
ihren widerlichen Geruch ans. Mächtige
Granit- nnd Porphyrmassen thiirmen sich in
jenen Nebenzügen des Kaukasus zn httm tcl*
hohen Felsen, zn welchen nur Gemsen und
Steinböcke den gefährlichen Weg finden
während die Wälder der Niederungen Wolf
und Anerochs, Fuchs und Bär, die wilde
Katze und den Lnchs beherbergen.
In einer solchen Gegend, wild und un
freundlich, rauh und felsig mir den Einwoh
nern belanttt und durch einen einzigen, schma
len und gefährlichen Weg zugänglich, sam
melten sich in einer der folgenden Nächte
mehrere Tscherkessenstämme zn einer Sorra
nie oder Volksberathnng.
Es war nahe an Mitternacht. Der Mond
stand hoch am Himmel nnd erleuchtete mit
seinem matten Lichte die Versammlung.
Auf einem der höchsten Punkte des Gebir
ges, da wo der Elbrus feine Schneekoppen
in die Wolken tancht, bilden die Granitblöcke
ein weites Geklnfte, das von den grotesken
Felsenmassen wie von Geistern bewacht wird.
Rur die Gemse oder der verwegene Fuß der
wilden und kühnen Landeskinder kann sieh zn
dieser, eine geräumige Plattform bietenden,
Höhe wagen. Hier itittt standen in gedräng
tem Kreife an zwei Tausend Tscherkessen
versammelt. Ihre wilden, von Kampfeslust
und Rachsucht erregten Züge von dem Lichte
des Mondes gebleicht, ihre muskulösen und
kräftigen Körper, ihre schimmernden Waffen,
verbnudeu mit der Todtenstille, welche über
der Menge schwebte, bildeten ein schanererre
gendes Gemälde. Wie Dämonen, der Un
terwelt entstiegen, standen sie da, brütend
auf das Verderben der Menschheit. Aller
Angen aber waren ans eine Gruppe gerich
tet, die sich auf einem fkjuen Felseuvor
sprnnge im Süden befand.
Es war der Fürst Ali-Charzis, der, noch
schwach von seinen Wunden, anf den Anfüh
rer jenes Reiterhanfens gelehnt, welcher knrz
nach der Zerstörung Uptsche's durch die Ruf*
sen, ihn blntend in den Armen der verwnn
de ten Freunde gefunden,—zu der Versamm
lnng zn sprechen begann:
„Männer nnd Brüder," hob er- in einem
tiefen Tone an, "wir stehen auf einer heili
gen Stelle,—an dem Oschamachna, dem
glücklichen Berge, ans dessen Gipfel, von
keinem Menschen noch erreicht, Dschin Padi
schah, der Fürst der Geister, thronet. Aber
auch eine heilige.Pflicht rief uns hierher, ein
Vorhaben, das der große Dschin mit Frende
gewähren nnd durch seinen Beifall segnen
wird: uns rief die Rache an dem Feinde des
Vaterlandes, Uptsche ist nicht mehr, lieber#
fallen von einer starken russischen Kolonne,
war es mir unmöglich, den Feind mit den
wenigen Treuen, die mich umgaben, zurück
zuwerfen aber wir kämpften würdig Enrer
Achtung denn von vier und fünfjig Mann
athmen nur noch drei, und meine Wunden
mögen beweisen, daß ich mein Leben thener
erkaufte."
Weiber «Nd Kinder fielen durch Feindes
Hand, Hab' und Gut haben sie geraubt ver
brauut und zerstört liegen die Hütten, aber
was schmerzlicher ist sie haben nnsre Tech«
ter mit sich geschleppt, um sie zu bntge»
ihre Sklavenfesseln/
„Huf denn, Ihr Brüder, laßt uns sie ret
ten, laßt nns Rache an dem Feinde nehmen,
der mit wüthendem Beginnen die Art an den
Stamm nnftrer Freiheit legt, der begierig
lauert, uns zn zertreten, der die Hand aus
streckt nach unserem Vaterlande, um es zu er
drücken unter der Last seiner Fesseln! Auf
laßt uns ihm entreißen, was er geraubt,
laßt uns ihm feine Schätze nehmen und sie
theileu unter dje würdigen Söhne des Dfchin
Padischa." Unter diesen Worten hatte sich
der gebeugte Greis hoch aufgerichtet der
Mond warf fein Licht auf die stolze Gestalt
seine Augen fprüheten ein heiliges Feuer und
leicht bewegt rauschten
im Winde die Silber
locken seines Bartes.
Ein donnernder Inbelrnf wirbelte als er
geendet, in dieLüfte und ward von denEcho's
derBerge in tausendfältigem Rufe erwiedert.
Nachdem sich die erste Begeisterung etwas
gelegt, trat ein anderer Anführer vor, und
nachdem er der Aufforderung Ali-Charzis'
beigepflichtet, erinnerte er, daß man vor al
lern auskundschaften müsse, nach welchem
Orte die Russen sich mit ihren Leuten zurück
gezogen.
Da erhob sich der Jüngling, auf dessen
Schultern der Fürst von Uptsche sich bisher
gestützt hatte nnd sprach:
„Tscherkessen '. Ihr Alle kennt mich und
wisset, daß ich Moktscheski bin, der einst ge
gen Euch gesochten, aber Ihr habt Ench auch
von meiner Sinnesänderung überzeugt, und
zum Lohne meiner Tapferkeit mir die Würde
eines Anführers übertragen. Rußland ist
mein Feind wie Enrer,—Rußland hat mein
Volk vernichtet, wie es Euch zertreten will—
aber Rußland hat mir auch meine Liebe,
mein Glück, hat mir Alexandra, die Tochter
des tapfer» Ali-Charzis, meine Braut ge
raubt. Dreifache Rache fordert mich zu
dreifacher That. Darum bitte ich für mich
um den Auftrag, den Ort auszukundschaften,
an welchem die Töchter der Erschlagenen
schmachten, und ich will kühner mich wagen,
als einer von Euch, und im Kampfe die
Stelle ntir suchen, die die gefährlichste ist."
Moktfcheski fchwieg aber cut abermali
ges Freudengeschrei bezeichnete, daß auch die
ser Vorschlag mit Freuden aufgenommen
worden.
Als nun
noch mehreres verabredet war,
rief freudestrahlend Ali-Eharzis die Gegen
wärtigen zur Leistung des BlnteideS auf uud
die Zweitausend schwuren: treu zusammen
zu halte« ans Leben nnd Tod. Da dämmer
te es allmählig im Osten und mit dem Lichte
schwanden allmählig die finstern Gestalten
und der erste Strahl der Sonne grüßte die
leere Fläche
des Berges
Elbrus.
Fortsetzung folgt.
i s a n e
e e n S
o
a n k e i
Herr Briobane, ein amerikanischer So
cialist, vor nicht langer Zeit wegen einer
Rede, welche er bei einem Arbeitcrbanqnet
in Paris hielt, vom Polizeipräsekten daselbst
ausgewiesen, ist seitdem anf amerikanischen
Boden wieeer angelangt und hat neulich in
Boston vor einer sehr zahlreichen Versamm
lung einen Bericht über deu Fortschritt des
Socialismns in Europa geliefert, welcher
mit Staunen und Verwunderung angehört
wurde und die schändliche Lngenhafligkeit
dessen, was durch die englischcPresse von Eu
ropa als Nachucht kommt, zeigte.
Hr. Busbane gab zuerst eine Uebersicht ü*
ber die revolutionären und refonnatorischen
Ideen iii Frankreich, indem er das Schätz
bare und Dauernde in der ersten Revolution
von dem Falschen und Vorübergehende
schied.
Er
gab eine klare Idee von dem Entsteh
en und Fortschritte der Social'Reform durch
St. Simon und Fourier und unterschied 6
verschiedene Schulen der gegenwärtigen Zeit,
nämlich die von Fourier, Pierre Leronr, Ea
bet, Prondhon, Lonis
Blanc
und
Lame-
nais.
Alle diese sind jetzt mit den reihen Repu
blikanern vereinigt, welche Anfangs nur
auf eine gewaltsame politische Veränderung
dachten, aber jetzt von der Notwendigkeit
socieller Reform uberzeugt sind. Diefc Ver
bindung der gebildeten arbeitenden Klassen
hat die conservative Klasse, die nur von den
Producettteit lebt, zu einer reaktionären Par
tei getrieben, und es giebt auf diese Weise
in der That nur zwei Parteien, die des scci
ellen Fortschritts, und diejenige, welche zur
Behauptung ihrer ungerechten Privilegien
für den Rückschritt nach der Monarchie ist.
Die reaktionäre Parthei in Frankreich hat
die Macht der Zahlen und der Presse. Sie
schaltet mit eiserner Ruthe und es werden
dort Leute wegen Gesuhls-Aeußerungen,
wie man sie hier alle Tage hören kann, ein
gesperrt. Aber die Socialistcu haben die
Macht der Gedanken und etwas Macht in
der Presse. Ihr Demokratie Pacifique setzt
täglich 13,000 Eremplare um. Der Peuple
0
16 Zeilen und weniger festen 1 Tyalcr für 3i»»tt*
gt Einrücken, jede nachfolgende tostet 25 Cent.
16 Zeilen und weniger vierteljährig #2,50
halbjährig $4,00
«in Jahr $7,0o
GefchästStarte« von 4 Zeilen skr et» Jahr" $3,00'
Bei größeren Anzeigen roh* ein. (itetcUtt Abzug!
gestattet.
45,000
Nnmmer lit
Eramplare und der Gefammt
um-
lauf der sozialistischen Zeitungen kann zu
-00,000 Eremplare angeschlagen werden.
Es sind wenigstens 100,000 Socialisten un
ter den Arbeitern zu Paris und Brisbane
war erstaunt Über ihre Bildung. Es waren
Schneider und Schuhmacher unter ihnen,
welche Reden hielten, wie sie Webster und
Robert Blum nicht zu halten im Stande
wären. Durch ihre praktische Weisheit ittib
ihren Gemeinsinn hatten sie in merkwürd^
ger Ausdehnung die Schwierigkeiten der
Association besiegt und ihren Erfolg bewie
sen.
Hierauf gab Brisbane eine Schilderung
der verschiedenen praktischen Associationen tit
Paris, die anfangs Unterstützungen von der
provjforifchen Regierung erhielten, welche
ihnen jedoch fpäter von der Neuen Regier
uitfl wieder entzogen wurden, welche aber
dennoch herrlich gedeihen.
Es sind jetzt 80 verschiedene Associationen
in Paris, und sie ergreifen jetzt Masregeln,
sich in eine einzige große Association zn cxß
ganisiren, mit einer Bank, welche Produ»
tions-Certifikate ausgeben wird, die die
Stelle des Geldes vertreten, und wodurch
die Profite der Capitalisten und Bankiers er
fparrt werden sollen.
In allen diesen
ßer moralischer Gewinn
Associationen ist ein gro-
ans
betters. Er fühlt sich frei.
Seiten des Ar»
Er
kann
heit und Verständlichkeit darauf die Art
niHk
dazu gebracht werden, um Arbeit zu bitte*
Die Associationen in vollem Gange arbeite«
10 Stunden den Tag. Wenn nicht genug
Arbeit da ist, arbeiten sie nur oder 6 oder
5 Stunden, und alle theilen sich
gleichmäßig
darein, so daß alle leben können.
5r. Brisbane beleuchtete mit großer
Klar­
Weise, in welcher die Arbeit tfoit den Ar
beitgebern, Kanslenten, Bankiers und Ka
pitalisten ausgebeutet wird und sprach anch
über die bereits früher von uns erwähnte»
Ballgesellschaften, durch welche mehrere uk
geheure Gebäude mit geräumigen Zimmer«
aufgeführt werden, welche in Kürze den Ar
beitern anstatt der elenden Höhlen, vi denen
sie jetzt zu wohnen genöthigt sind, zur Woh
nnng dienen follen. Die Unterschriften
der Arbeiter zn diesen Bangisellschafte«
belaufen sich auf $5000 täglich und jedeS
dieser Gebäude kostet ungefähr $400,000.
Wir freuen uns, daß Hrn. Brisbane's
Darstellung deck Socialismns so viele und,
wie wir ans Bostoner Blättern erfahren, so
anfmerkfameZnhörer fand, nnd Hoffen, durch
diesen amerikanischen Apostel der neuen
W e e i i o n a s E v a n e i u i e s e s
Glaubens unter den Amerikanern zum N®#
tzen der Arbeiter erfolgreich verbreitet zu se
Hcn. (Fr. Presse.)
und
A a e
Gin Gespräch nber den KnK.
e N a u o s e e K u s
das Vereinigen zweier entgegengesetzter Po
le, ans welchem derselbe gleichsam als elek
trischer Funke hervorspringt.
e o a i s e K u i s a s
Zeichen der Gemeinschaft des Leibes, und
kann daher rechtmäßig nur in. der Ehe statt
finden.
e A z
t.
Der Kuß ist diejenige
der Bewegung der Labealiuuskeln, durch
welche die Lippen erst geprest, dann plötzlich
losgelassen werden der Kuß ist ^aher ei
gentlich eine Art von Krampf.
e S a k u n i e e K u
ist ein onomatopoeisches Wort, da in demsel
ben das Schnelle der Handlung durch de«
kurzen Vokal treffend nachgeahmt wird.
e A e u s o e e
Kuß ist eine von Den Grieche» und Römer«
auf uns überkommene Sitte, über deren
wahre Bedeutung man nicht im Reinen ist.
Wahrscheinlich ist er einSinnbild der dieErde
treffenden Sonnenstrahlen, und als solche»
mit dem ganzen Sonnencultus aus demOri
rat stammend.
e Geistliche (der Schwärmer.)
Der Kuß ist eine symbolische Handlung, i«
welcher das Herabneigen des Himmels zur
Erde dargestellt wird.
e i o s o e K u i s a s
Sichsonbewegen des Begriffs der Lippe«,
wodurch eine quantitative Differenz de»
Seins sich in der quantitativen Differenz
des andern Seins so setzt, daß daraus die
Identität des Snbjekt-Dbjectes nnd Ideal
Realen entsteht.
e W i tz i n g. Der Kuß ist der
Gnß einer Seele in eine andere. Das Z«
sammenpressen der Lippen ist dasPressen der
Citrone in die fade Limonade des LebenS.
Dieser Druck ist der Ausdruck des Eindruck»,
den da6 Herz erhalten er ist der einziße
Druck, der nachher keiner Zensur unterwoW»
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Protest der Rheinländer.
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