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Ohio Staats-bote. (Canton, Stark County, Ohio) 1846-1851, August 28, 1850, Image 1

Image and text provided by Ohio Historical Society, Columbus, OH

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feet „ohio Staat-.Bote" erscheint Mittwochs.
Mr Subscriptionspreis fur 52 Nummern ist $2 In
Dorausbczahlung, $2,25 wenn innerhalb dcs erstm
halten Zahres, $2,50 wenn während des zweiten hat*
de« Jahres und K2.75 wenn erst nach Verlauft«»
Jahres bezahlt wird. Niemand kann die Akt'
tuyg aufgeben ohne vorher alle Rückstände bezahlt zu
haben. Briefe und Mittheilungen müssen yortostti
sein, wenn sie berüctichtigt werden sollen.
yfcj* Postmei'^cr können nach einer Verordnung
'Mi General-Postamts Subscriptionsgcldcr sr a n.
k
Alt Zeitungsherauss.bcr senden, »tun man de«,
elben solche Briefe offen übergiebt, fit mfttgrt*
und abdresstren last.
(Jahrgang 3
^S
i u
Awangsdienft.
ziehen zum Schlosse herauf vom Thal
Me Mädchen und Burschen allzumal.
46ic ordnen sich oben in weitem Kreis.
*5Da ist er, Gott helfe!" so flüstern fieirtfV
Es naht der Gebieter mit stolzem Gang,
Er wandelt bedachtig die Reihen entlang.
Ihm folgen Büttel und Vogt zugleich
Und Alle zittern und werden bleich.
Der Herr wählt aus den Reihen sich aus.
Die ihm dienen sollen in Feld und Haus.
Die zarte Maid schluchzt bittend „Ach min!
»,Ach, laßt mich eure Magd doch nicht sein!"
„Ach muß ja pflegen mein Mütterlein lieb,
Sin die Einzige, die ihm übrig blieb
„„Schweig, Dirne tobt mit zorn'gem Gebrüll
Der Voigt, „schweig, oder ich will—"
Cr hebt die Peitsche mit drohendem Blich,
Da weicht die Maid erbebend zurück,
Sie weint nur still und klagt nicht mehr.—
Doch schweigend schreitet der Herr einher.
Und wo einen schmucken Gesellen er find't,
Den wählt sich er aus für lein Gesind.
Da gilt kein Händeballen, kein Fleh».
©it müssen'» geduldig lassen gcfcheh'n
Sie müssen dort bleiben auf hohem Schloß.
Froh zieht in das Dorf der Gefährten Troß.
Sie schatten ihm nach mit traurigem Blick.
„Dahin ist Zrciy:it und Iugendglück!"
Sie müssen nun Knechte und Mägde fein,
Dem Zwangsherrn nun Leib und jebm weih'n.
Der Vogt, der plagt sie nun Tag und Nacht,
Des Peitsche hat Manchen m's Grab schon gebracht.
Schott commandirte der Sappeur: Ach
tnng !—Da schmetterten rings umher Trom
peten, Trommeln wirbelten und Hörner
schallten aus dem Wäldchen hervor, und im
Gallopp jagten meine grünen Kameraden
unter luftigem Hurrah mit geschwungene«
Säbeln herbei.
Ich benutzte die allgemeine Verwirrung,
und flog mit Anstrengung aller meiner Kräfte
meinen Freunden zu. Mit wenigen Worten
gab ich mich dem Rittmeister zu erkennen,
warf Blouse und Mütze weg, nahm einem
einem Trainsoldaten Mantel, Tschako und
Säbel, schwang mich auf ei Handpferd und
war nach fünf Minnten ans dem Kampf,
platze. Von allen Seiten war das Regiment
umringt. Aus dem Busche drang ein Batail
lon Infanterie, von der andern Seite spreng
ten unsere Uhlanen herbei, die dritte Seite
hielt unsere Iägerschwadron besetzt, kurz eS
war nicht daran zu denken, daß die Franz»
sen entkommen konnten.
Unser Rittmeister rief dem, sich in eixt
Quarre formirten Feinde zu, sich zu ergebe».
Aber mit eiuem stolzen Lächeln erwiederte
der Oberst: Wir sind Franzosen. Freier!
Abzug mit Gewehr und Wissen sonst käm-I
pfen, bis auf den letzten Mann.
Nichts von freiem Abzüge! schrie der Ritt
'tiwijter, und die Trompeter bliesen zum Ein
hauen. Doch wohlgezielte Schüsse empfingen
uns. Da stürmten von der andern Seite die
Uhlanen mit eingelegten Lanzen herbei, und
das tapfere Häuflein fiel unter ihren Sri*
chen. Zehn Minuten hatte die Blutarbeit
gewährt. Mein Auge suchte den heldenmü
thigen Sappeur. Endlich fand ich ihn, seine
Art in der Hand an der Weide liegend
zwei Lanzenstiche hatten ihn durchbohrt.
Tl.
Unsere Truppen zogen weiter. Ich bat um
die Erlaubniß, nach Tournay zurückkehren
zu dürfen, um meine Wunde, welche bösar
tig zu werden anfing, durch einige Tage Ras.
zum Heilen zu bringen. Gern gab der Ritt
weister seine Einwilligung, nachdem ich ihm
meine Schicksale, meine Todesangst, in der
ich geschwebt hatte, und das brave Beneh
men des unerschrockene Sappeurs berichte
hatte. Meine Erzählung hatte alle Kamera
den für den edlen unverzagten Geaudry ein
genommen, Alle suchten ihm Hülfe zu leisten
und der Chirurg machte sich sogleich darübe
her, seine Wunden zu untersuchen. Sie wa
reit glücklicherweise nicht eben gefährlich, im
ich hatte die Freude zu sehen, wie er nac
dem Verbände, und nachdem ich ihm etwa
Branntwein eingeflößt, die Augen auffchlnc
und mich erkennend, freundlich lächelte.
Doch bald fiele» sie ermattet wieder zu.
Der Chirurg hatte vollauf zu thun.
Uhlanen hatten tüchtig unter den Franzose
0Wßt*r
ftoch title,**«
sjber
St to Dresel.
——I
oder
der schrecklichste Tag meines Lebens.
Erzählung aus dem Leben eines fteiWWge»Mg«rs
wn,A. v. Schaden.
(Schluß.)
am Leben waren, und die, nachdem sie ver
Kunden, auf unterdessen herbeigebrachte Wa
T#ett gelegt und nach Tournay gebracht wnr
den. Unter ihnen befand sich auch der hart»
herzige Oberst und mehrere Offiziere.
Ich hatte für meinen Freund einen eignen
Wagen erkalten, und langte nach einer zwei«
stündigen Fahrt am Zoll Hause bei der Brücke
ju Tretfein an. Madelaine stand eben an
Thür. Ich winkte ihr freundlich zu.
Ach, seid Ihr es, rief sie, freudig herbei
stürzend.
Ich bringe Dir ihn wieder, Madelaine,
erwiederte ich.
Wen? fragte sie neugierig.
Nnn, Deinen Geaudry, den tapfern Sap
peur. Auch Dein Tuch, welches Du verloren
hattest, setzte ich hinzu, und reichte es ihr hin
Aber, wo ist er denn? fragte sie.
Dort im Wagen, erklärte ich. Mache nur
gleich ein gutes Bette zurecht, denn er ist
verwundet und bedarf der Ruhe.
Allein"sie sprang schnell an den Wagen.
Doch mit einem Schrei des Entsetzens fuhr
sie zurück und schrie verzweifelnd: Ach Gott
er ist todt! O Du mein einziger geliebter
armer Geaudry, wie muß ich Dich wieder
finden
Die bekannten freundlichen Töne hatten
den Sappeur aus seinem Schlummer geweckt.
Er schlug die Augen auf, lächelte der Gelicb
ten zu und flüsterte „Madelaine!"
Er lebt, er lebt! rief sie freudetrunken
und wollte ihn umarmen. Du kannst ihn auf
der Stelle tödten, rief ich, sie zurückreißend.
Gehe jetzt hinein und besorge ein Bett und
Thee, und damit schob ich sie ins Haus. Wie
ein Blitz flog sie fort, und nach einigen Se«
Flinten kam der alte Vater mit seinem Knech
*e herbei und hoben den Verwundelen vom
Wagen. Ich konnte leider nichts dabei thun,
denn mein Arm schmerzte mich nach dem
'Heuen Verbände, der mir auf dem Schlacht
felde angelegt, ganz entsetzlich, ich eilte, um
nach Tournay zu kommen.
Nach acht Tagen war ich wieder so weit
hergestellt, um eine kleine Ausflucht machen
zu können, und der geneigte Leser wird erra
then wohin?—Die schöne Madelaine bewill
kommte mich voller Freuden, der Sappeur
reichte mir freundlich die gesunde linke Hand.
Die reckte war« steif nnd unbeweglich. Eben
so der rechte Fuß. Nun Sappeur Geaudry,
meinte ich, wollt Ihr noch für ein midankba
res Vaterland fechten, was Ench, trotz Eurer
Tapferkeit und Eurer für dasselbe empfange
nen Wnndcn, nur dem Eigensinn eines hart
herzigen Mannes zu Gefallen, gleich einem
Verbrecher erschießen lassen wollte?
Ihr irrt, Freund Preuße, erwiederte er.
Der Oberst ist ein Ehrenmann, er mußte so
handeln. Ich hätte nicht anders gehandelt
Ei was! rief ich. Er konnte wohl anders
verfahren, wenn er Euren Vorschlag, Euch
bei dem nächsten Gefechte in unsere Bajo
nette und in den gewissen Tod zu senden,
annahm.
Allerdings, stimmte er bei. Doch Ihr kennt
Es nicht, wie strenge nnsere Kriegsgesetze
find und wie pünktlich sich der Oberst daran
hält. Und wenn ich sein Sohn gewesen wä
re, er konnte nicht anders verfahren.
Madelaine hatte hoch aufgehorcht. Mein
Gott! rief sie, Du solltest erschossen werden,
Geaudry?
Allerdings, erwiederte ich, lediglich, um
Deinetwillen, und fing an, ihr die Treue
den Edelmuth und die Entschlossenheit des
Geliebten zu schildern.
Ach was, schweigt still Kamerad, unter
brach er mich. Die Sache ist vorbei, übergebt
sie der Vergessenheit. Sagt mir lieber, was
aus dem braven Oberst geworden ist.
Nun, er wehrte sich tapfer, bis ihn ein
Lanzenstich vom Pferde warf. Er ist jetzt in
Tournay, und wird, sobald er von seinen
Wunden geheilt ist, nach Deutschland abge
führt. Könnt Ihr nichts für den braven
Mann thnn, daß er auf sei» Ehrenwort ent»
lassen werde? fragte Geaudry.
Das steht nicht in meiner Macht, erwie
derte ich.
Dann wird es mir wohl auch so gehen?
fragte er.
Nein Kamerad, dafür habe ich gesorgt,
versicherte ich. Von Euch weiß kein Mensch
etwas, denn ich brachte Euch allein und ohne
alle Beglntung hierher. Die andern Ver
wundeten und Gefangenen wurden durch
Infanterie noch Tournay zurückgebracht.
O, wenn ich doch meinen Oberst noch ein
»al sehen könnte! seufzte der Sappeur.
Ihr habt eine göttergleiche 9?ahir, Freund
Sappeur, lächelte ich, und unser Herr Jesus,
de auch feinen Feinden so großmütbig ver
zieh, ist Euer hohes Vorbild. Jedoch wenn
Euch so viel daran gelegen ist, so dürste ich
dies wohl möglich machen können.
O, thut das ja, lieber Kamerad, bat der
Sappeur, und freudige« Lächeln umzog
,W
seinen Mund, dann sehe ich ihn, der Vater
stelle bei mir vertrat, seitdem ich als Rekrut
bei seinem Regiments eintrat, doch noch ein,
mal wieder.
Ich versprach, seine Wünsche zu erfüllen
und empfahl mich. Madelaine und der alte
Zöllner begleiteten mich. Als wir dranßen
waren, fragte mich das Mädchen noch ein
mal um die Geschichte, wie es gekommen sei,
daß Geaudry erschossen werden sollte. Ich
erzählte ihr Alles, was der verehrte Leser
bereits weiß, nnd daß er lieber den Tod
wählen, als sie verrathen wollte, nnd von
der innigen Liebe gegen sie, und wie er mir
das Tuch gereicht, um es ihr zu überbrin
Ztn.
Lant auf schluchzte daS Mädchen, und
stürzte hinein au sein Lager, um ihn mit tau
send Liebkosungen zu überhäufen, während
der Alte verwunderungsvoll über diese seltene
Aufopferung dastand.
Ja, er ist ein Ehrenmann, rief er endlich,
nnd ging zu Geaudry, um ihn seiner herzlich
sten Freundschaft zu versichern.
Ich ließ mich am andern Tage bei dem
Oberst Reignal melden, und fand ihn noch
im Bette.
Was wünschen Sie, fragte er, mich auf»
merksam betrachtend, und in seinem Gedächt
niß eine Erinnerung suchend.
Ich komme von Ihrem Sappeur Geaudry,
erwiederte ich.
Lebt er? fragte er freudig, und gleichsam
dem Hiuüiicl dankend faltete er die Hände.
O wie danke ich Dir, Allmächtsger, daß Du
jenen Ueberfall der Preußen verursachtest.
Wo ist er, kann ich ihn sehen
Er lebt, zwei Stunden von hier, aber Uu
det an feinen Wunden eben so wie Sie. Je
doch hoffe ich, daß er aufkommen wird.
O, ich danke Ihnen herzlich für diese Nach
richt, rief er. Sagen Sie ihm, daß ich, so
bald ich das Zimmer verlassen darf, ihn besu
chen werde. Doch auch Sie muß ich irgendwo
gesehen haben, mein Herr, fuhr er sich besin
nend fort. ...
Allerdings, sagte ich lächelnd. Das erste
Mal in der Nacht bei der Brücke zu Tressein,
wo mich Geaudry gefangen nahm und Ihnen
meine Uhr nnd Börse übergab.
Sie sind also der preußische Jäger, nnd
kommen, °sl)re Sachen zu empfangen. Ich
bin soglücklich, die Unr ret et zu habeu, intd
werde sie ihnen, sobald ich das Bett verlassen
kann, zurückgeben, die Börse leider—
O damit Hat es keine Eile, unterbrach ich
ihn. Zudem habe ich Beides dem tapferu,
edelmüthigcn Geaudry bestimmt.
Brav gedacht, Freund, rief er. Allein da
mals erkannte ich Ihre Züge in der Dunkel
heit nicht ich muß Sie noch wo anders gese
hen haben.
Ja wohl, versicherte ich5 Heuer Land
mann, der Sie z-i dem Platze leiten mußte,
wo Sie das Kriegsgericht abhalten, und die
schreckliche Erecutwn vollstrecken ließen, war!
ich.
Wie? Sie waren es, Sie wagten es?
rief er endlich. Ach, hätten Ihre Lanzenreiter!
uns nur eine halbe Stunde früher überfal.
leu, so hätte ich den schrecklichen Ausspruch
des Gesetzes nicht vollführen lassen dürfen.
Uebrigens danken Sie Gott, daß Sie Nie
mand als einen Ranzionirten erkannte.
Und doch erkannte mich der edle Geaudry,
entgegnete ich.
Das war von meinem edlen Sergeant.
Sappeur zu erwarten, erwiederte der Oberst.
Er duifte dies, 6 thuu, nicht ich. Jedoch, um
auf etwas Anderes zu kommen, erfuhren Sie
nicht von ihm, wer der Verräther war, den
er nicht nennen wellte.
Ich weiß es, Herr Oberst. Allein eben so
treu und verschwiegen wie er, bin auch ich.
Diejenige Person, die es that, liegt jetzt nicht
mehr im Bereiche Ihrer Macht. Aber hätte
ich gewußt, daß meine Landoleute so uahe
waren, so hätte ich, um deu braven Sappeur
zu retten, Ihnen den Verräther genannt.
Jetzt nützt es keinM MuMu mehr, Ihnzi
wissen.
Nach acht Tagen fuhr ich mit dem Obers
zum Zollhause. Wir fanden unfern Geandr'
schon außer Bette. Das Zusammentreffe»
Beider war sehr herzlich. Wie Vater unt
Sohn lagen sie einander in den Armen, unt
dankten Gott und der Vorsehung, die Allee
so gut gestaltet hatten.
Aber Madelaine betrachtete mit feindliche!
Blicken den Oberst, und als dieser sich ih.
nahete, um ihr für die freundliche BeHand
luug seines Sappeurs zu danken, da wandt
sie sich mit thränenden Auge« ab, und rief
„und doch wollten Sie ihn erschießen lassen.'
Er konnte aber nicht anders, riefGeaudr
dazwischen, denn nicht er, sondern da
Kriegsgericht hatte mich verurtheilt, und
durfte nicht gegen das Gesetz handeln.
Aber Madelaine blieb immer finster. End
o k e w o n a
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V i n
A a
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Canton, Start Ca
unty, Ohio, Mittwoch, den 28ten August, 1S80. Nummer 49.)
lieh platzte sie, ihrem Unmurhe Luft machend,
hervor: Ja, ja, er wollte für mich sterben,
denn ich war diejenige, welche die deutschen
Soldaten znm Uebertritt den Preußen
verleiten wollte.
Also Du kleine Hexe warst es, rief ver
wundert der Oberst. Nun, das nenne ich eine
Liebe bis zum Tode, denn Dir stand, wenn
er Dich verrietb, eine sehr harte Strafe be
vor. Hoffentlich wirst Du ihm nnn durch
ewige Liebe, Treue und Anhänglichkeit ver
gelten, was er für Dich that, nnd mit dem
Tode besiegeln wollte.
Das will ich auch, rief Madelaine, nnd
fiel an die Brust des Sappeurs, der sie mit
dem gesunden Arm an sich drückte.
Sie hat treulich ihr Wort gehalten. Denn
als ich nach geschlossenem Frieden heimkehr
te, nnd den kleinen Umweg über Treffern
nicht scheute, da fand ich ein glückliches Paar.
Nanz
Das Jahr 1815 führte mich wieder nach
Frankreich zurück. Die Schlacht bei Belle
Allianz war geschlagen, und das Regiment,
bei welchem ich als Lieutenant stand, machte
noch eine letzte Attaqne auf eine Onarre alte?
Garde, welche sich langsam, doch in guter
Ordnung, zurückzog. Zweimal wurde« wir
durch ein geregeltes tüchtiges Fener abgewie
sen, das dritte Mal gelang der Angriff, durch
eine in unserer Mitte versteckte reitende Bat
terie, und in wenigen Minuten lagen die
Barenmützen übereinander gestapelt da.
Nicht weit von diesem blutgetränkte« P.'atze
stand ein kleines Gehölz am Ufer eines Ba
chelchens. Ich hatte e nen kleinen unbebfit#
teilten Streifschuß erhalten, der mich aber
sehr schmerzte, schritt also mit meiner Ordi-
dahin, um mich zn entkleiden, meine
Wunde mit W isser mir zu waschen und sie
so gut wie möglich zu verbinden. Ich hatte
kanm meine Uniform abgelegt, als ich nicht
weit von mir das föhnen und Winseln eines
Menschen hörte. Mein Friedrich eilte auf
mein Geheiß dorthin und kam mit der Nach
richt zurück, daß ein französischer Offizier
,Mrt in seinem Blute liege, und
1
mit
Tode zu kämpfen scheine.
Da müssen wir helfen, nnd wenn wir die
ses nicht kennen, wenigstens feine Schmerzen
zu lindern suchen, rief ich, nahm eine Wund
binde, Charpie und den Rest meines Weines
aus der Satteltasche, und giug hin.
Wer stellt sich mein Erstaunen vor, als ich
in dem Verwundeten den Oberst Reignal
erkannte.
Mein Oberst, rief ich, wie kommen Sie
hieber, und in welchem Znstande muß ich
Sie finden!
Er schlug die Angen anf, betrachtete mich
eine Zeit lang, nnd stöhnte entlich, sind Sie
es, der Jäger von der Brücke zu Treffein
Wohl, wohl, rief ich. Aber wie ist Ihnen
IN helfen Keine Hülfe mehr, sagte er mit
matter Stimme auf den Unterleib zeigend,
der, wie es schien, dnrch zwei Kartät|chkiv
gel» durchbohrt war. Doch ich erachte es
als ritte Fügnng Gottes daß Sie mich fiil
deu. Auf meiner Brust finden Sie eine
Brieftasche—für den Sappeur Geaudry.
Ich flößte ihm ein GlasWeiu ein, welches
er mit Begierde hinuutersaugte.
tziude ich ihn noch bei der Brücke zu Tres.
frin? fragte ich.
Allein er konnte nicht mehr antworten.
Ein unbemerkliches Schütteln mit dem Hanp
te, ein schwerer Seufzer, und die Seele war
entflohen.
Ich nahm die schwere Brieftasche nnd sein
Ehrenkrenz, lnd den Leichnam auf ein Hand
Pferd, und so giug der Trauerzug nach dem
zunächst gelegenen Dorfe. Allein dieses schien
von allen Einwohnern verlassen, nur einen
einzigen alten Mann erblickte ich, der aber,
mich ansichtig werdend, ftgleich entfloh.
Bald aber hatte ich ihn erreicht, und die Vcr
sicheruug, daß ich keine böse Absicht habe,
brachte ihn endlich dahin, daß er den Pfar
rer aus seinem Verstecke holte. Diesem über
gab ich den Todten, nebst dem (Selbe, was
ich in seiner Tasche fand, und empfahl U
die Beerdigung in geweihter Erde. Nachdem
ich dieses besorgt hatte, eilte zch meinem Re
gimenre nach.
Die Schwadron, bei der ich stand, mußte
bei den Belagerungstruppen vor Levdrecy
bleiben. Wir Kavalleristen fanden aber da
bei, da der Feind keine Reiterei hatte, wenig
Arbeit, und wir erhielten schon am dritten
Tage, bis auf einige Piquets, Quartieran«
Weisungen auf tzj» vächstgelegenen Dörfer
und Meiereien.'
Mit 40 Pferden ward mir die Meierei
Portalai, etwa eine Meile von der Festung
entfernt, angewiesen.
Um Mittag rückte wfr fof iweia neues
Quartier ein. Es war eiu Meierhofgiößerer
Art, an dessen einer Seite ein freundliches
Landhaus mit einem hübschen Garten lag.
Ich hatte kaum meine Leute geordnet, nnd
ihnen ein freundliches Betragen anempfoh-
dem
len, da hinkte zu meinem Erstaunen mein
filter Freund, der Sappeur, den Hut in der
Hand, mir entgegen.
Ich traute kaum meinen Augen.
Allem, als er mich, freundlich grüßend,
anredete: „Seien Sie willkommen Herr
Offizier, ich werde mich bemühen, Sie und
Ihre Leute gut aufzunehmen," da war ich
vollkommen überzeugt, daß Geaudry vor mir
stand.
Ei, guten Tag, Gea«dTy, «ef ich, ih« die
Hand reichend.
Hoch horchte er anf.
Sie kennen mich, mein Herr? fragteer.
Wie sollte ich denn Euch nicht kennen,
Freund Sappeur.
Mein Arm erinnert mich noch immer,
wenn sich das Wetter ändert, an die Brücke
zu Tressein und an Eure Art.
O mein Gott, mein braver Jäger, rief er.
O wie glücklich bin ich. Euch wiederzusehen.
Madelaiue, Madelaine, komm geschwind,
und sieh, welch einen Gast wir bekommen
haben.
Diese stürzte besorgt ans dem Hause.
Die Frauen behalten in der Regel die
P'^ysiognomien besser als die Männer. Ma
delaine hatte mich kaum erblickt, als sie
freundlich auf mich zueilte, und mich herzlich
willkommen hieß.
Ich wurde wie ein Freund vom Hause auf
genommen.
Aber nun sagt mir doch lieber Geaudry,
sagte ich beim Mittagessen, wie kommt Ihr
demi vou der Brücke zu Treffern, hieher
nach Frankreich.
^?nn, wie jfch daS Alles so glücklich macht,
lächelte er. Mein braver Oberst hat mir diese
Meierei gekauft. Drei Meuate nach meiner
Verheirathnng sendete er mir die Besitznngs
Acte.
Da fiel mir plötzlich die mir übergebene
Brieftasche, die ich tu meinem Mantelsacke
wohl verwahrt gehalten hatte, ein.
Nim Habt Ihr keine Nachrichte« vo» dem
braven Manne? fragte ich.
Leider habe ich nichts weiter von ihm
erfahren.
Nun, so kann ich Ench von ihm Nachricht
geben. Euer braver Oberst fiel als Held in
der Schlacht von Belle-Alliance, und liegt in
Gemappe begraben.
Also todt? rief der Sappenr, nnd Thrä
neu des Schmerzes stürzte» aus seinen Au
gen. O! erzählt Freuudsagt, spracht Ihr
ihn noch vor seinem Ende?
Ja, ich fand ihn an einem Bache, wohin
er sich mühselig geschleppt hatte. Aber schon
war er halb todt, seine Wnndcn fthmerzhaft
und uuheilbar. Ich bringe Euch seinen letzten
Gl nß, sein Vermächtuiß und sein Ehrenkrenz.
O mein armer Oberst, wehklagte der Sap
penr. In Egyptens Sandwitflen, Deutsch»
landS Fluren, in Rußland'6 Schneestepprn
hat ihn der Tod verschont, um ihn im Va
terland dahin zn raffen. Nun wohl ihm, er
starb den ehrenvollen Tod, für seinen Kaiser'
und seinen Adler.
Ich holte nnterdessen die wohl verfchlossene
Brieftasche und das Ehrenkreuz. Weinend^
küßte Geaudry das letzte Vermächtniß feines^
Obersten mtd öffnete die Brieftasche. Das:
Erste, was ihm in die Hände fiel, war ein
Brief mit der Aufschrift, an weiaen Sohn
Louis Geaudry.
Verwundert, erstaunt, außer Fassung ließ!
dieser den Brief sinken. Madeline nahm!
ihn und las, während sie oft bedeutend den'
Kopf schüttelte.
Sonderbar, höchst souderbar, rief sie, »ach
dem sie gelesen. Beweine Deinen Vater,
Geaudry, fügte sie hinzu, Du bist das Kind^
feiner Jugendliebe, welches rr im Kriegstn.s
multe und in der Revolution vergaß. Doch!
als der Zufall Dich als Rekrut zu dem 91 sten
Regiment? führte, da erinnerte ihn Dein,
Name, Den Du vou Deiner verstorbeneu
Mutter ererbtest, an feine frühere, so leicht-'
finnig verlassene, Geliebte.
O, nun kann ich mir erkläre», rief der,
Sappeur dazwischen, warum er mich so ge»
na» um meine Herkunft, meine Mntter und'
um meine Kenntnisse befragte, und den Ring,
den ich, als einziges Erbthcil der Entfchlafe-j
nen, stets am Finger trug, mit einer Thräne
im Auge betrachtete. Und wie er mich stets
bei jedem Zusammentreffen mit dem Feinde!
im Auge hatte, und als ich verwnudet war,!
mich pflegen ließ, und sich selbst nach meinem!
Wohlbefinden erkundigte.
Und doch wollte er Dich, feine« Sohn,
Tiefsinnig schwankte er vom Tische i» dm.' wie von Meriko sein, merikanische Produkte
Garten^ wo er laut schluchzend hin nnd her
ging.
i
er Lr doch ein fflatnLicr
cm W n
n
Bekanntmachungen.
Zeilen und weniger tosten 1 Xfjalct für ZMßK
tzes Einrücken, jede nachfolgende tostet 26 (Etftf.
16 Kellen und weniger vierteljährig *.,••** I3»®
halbjahriK #4,06
ein Jahr #7,00
Geschäfts karten von 4 Zeilen für ein Jahr $3,09
Bei größeren Anzeigen wird ein liberaler Abzug
stattet.
05»Po8tmaetere are politely requested »öS «4»
ihorised toset es agents." V.
Kein Gouvernement und keine Corporation
können das Privilegium erwerben, welches
mir dnrch Privatpersonen gekauft werden
kann.—Die Käufer müssen das Werk zuEnde
bringen und sich den ihnen auferlegten Bedm
gungen unterwerfen. Die Staatsabgaben
und Zölle für Bürger, Beamten und Eigen
thum der Ver. Staaten follen diefelöen als
werden ein Fnnftheil wohlfeiler als die ame
rikanischen befördert. Beide Gouvernements
verpflichten sich, die Neutralität der Route
und 10 Meilen anf jeder Seite, als merika
nische
s Gebiet aufrecht zu erhalten, sowohl in
Kriegs- als Friedenszeiten, möge nnn der ei
ne der beiden Theile mit einer andern Nation
im Kriege sein oder beide Parteien unter ein
ander. In Kriegszeiten ist der Transport von
Contrebande Kriegswaaren verboten. Ob
gleich das Gebiet mi und nebe» der Eisenbahn
für neutral erklärt ist, behält Meriko doch die
volle Souveräuelät über dieses Territorium.
Wenn die Aktionäre des Privilegiums
nicht innerhalb 12 Monaten vom Abschlußta
ge des Vertrags, 23. Inni 1850, die Zölle
oder die Transportpreise befriedigend feststel
len oder nicht den übernommenen Verpflich
hmgen genau nachkommen, so wird der ge
währte Schutz zurückgezogen. Die Zölle dnr
sen weder ohne specielle Einwilligung Meri
ko's festgesetzt noch verändert werden. Die
gegenwärtigen Iii Haber des Privilegiums sol
Ifii ihre Zustimmung zu diesem Vertrage m
»erhall) 4 Monaten schriftlich einreichen nnd
Meriko wird diese Einwilligung dem Gouver
nement der Ver. Staaten sofort mittheilen'
Vor dieser Communikation soll der Vertrag
weder dem Congresse von Meriko noch dem
Senate der Ver. Staaten zur Ratifikation
vorgelegt werden.
In Jefferson County, Tenness., lefcTZoh»
Vanhoofer, der für General Washington bei
der ersten Präsidentenwahl jiimmte. Er
122^ett
rin
I
Schweig, Madelaine, strafte der Sappeur^
Er kounte nicht anders. Er that Alles, ur eneral Scott. Der Vereinigtzm
mj« biegen, ihm de» Nam.» W
räthers zu sagen, und da ich hartnäcky eines (^ncralA%#^flnr
wjk. juinf i
a
H.y NOTEHAVBL, peiblieher
schwieg, so mußte er dem Gesetze Folge ty*
sten.
Die weibliche Neugierde MadelainenS hatte
sich, während Geaudry noch immer zum Lobe
des Obersten rührende Worte sprach, über
die andern in der Brieftasche befindlichen Pa
piere hergemacht. Sie betrachtete eins nach
dem andern, konnte aber aus dem Inhalt
nicht klug werden. Endlich reichte sie dieftl
den hin.
Ich besah sie genauer. Es waren Wechsel
auf zwei große Handelshäuser in Lyon.
Ich gratulire, Geaudry! rief ich, ihm die
Papiere hinhaltend. Ihr seid jetzt Herr über
80,000 Kranes, die Euch Euer Vater hinter
läßt.
Aber der gute Sohn hatte keinen Sinn
dafür. Er küßte das Ehrenkrenz, welches des
Vaters Brust geziert hatte, und sein thränen
schwers Auge hing an dem Briefe.
Die kleine Madelaine hingegen «ahm
weniger Antheil. Er war doch, trotz dem,
daß er uns reich gemacht hat, rief sie, cht
Rabenvater.
Der Tehuantepek-Bertrag. n'Jk
Dieser Vertrag über den Bau einer Ekftv
bahn oder eines Kanals über den Isthmus
von Tebnantepec ist einer der wichtigsten
Staats-Verträge, welche neuerdings abge
schlossen find, indem dadurch eine sichere,
schleunige nnd bequeme Verbindung des at
lantischen Oceans mit dem stillen Meere an
gebahnt wird. Meriko verpflichtet sich tu die
sem Vertrage, denjenigen Personen, welchen
das Recht, eine Eisenbahn oder einen Kanal
über deu Isthmus vonTehuantepec zu bauen,
eingeräumt wird, voAen Schutz der Personen
»lud des Eigeuthums zu gewähren. Im Falle,
daß sich Meriko außer Staude befinden soll
te, den Schutz wirklich zu leisten, werden die
Ver. Staaten Land imd Seekräfte zn dem
Zwecke hergeben nnd diese Streitkräfte sollen
gastfreundlich auf dem Isthmus empfangen
werden und mögen die Arbeitslinie besetzen.
Der Gegenstand des Vertrags ist nur, eine
Allianz zwischen den beiden Nationen zum
Schutze des Werkes zu schließen. Die Hülfe
der Ver. Staaten Streitmacht wird nur auf
den Fall geliefert, wenn das merikanische
Gouvernement darum nachsucht. Es sind
Vorkehrungen getroffen, daß alle Differenzen
durch Schiedsrichter beigelegt werden und daß
falls ein Verlust des Prir'legs durch eine
schiedsrichterliche Entscheidung veratilaßt wer
den sollte, das Privileg unter durch die meri
kanische Regierung aufzulegenden Bedingun
gen verkauft werden wird, nachdem Nachricht
vom Verkaufe 3 Monate vorher durch zwei
Tages blatter zn Washington nnd Meriko öf
fentlich bekannt gemacht ist.
Lebensjahre. Er ist von
^e,Uf9er »nd wanderte vor 100
J' i der bedeutendsten Revolutwnsschlachten.

rm e i n u n e n
Bater und Richter
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erschießen lassen, rief Madelaine da^wilchen 1 f( u
Corner of 7th & South Merket Str. CASTOÄ.I*
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