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Der Vaterlandsfreund. (Canton, Stark County, Ohio) 1845-1846, June 06, 1845, Image 1

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t*te|
inz»sandt werden
ISte Jahrgang.)
1
den der
O e o n
DaS i«St.?onis erscheinende Blatt
Des Settlers sichere Büchsen,
Die Art, sein treues Schwert,
Sind stark genug zu schützen
Ihm feinen freien Heerd.
Schau', wie sie hin schon strömen
In's freie Oregon,
Und ungeniert sich nehmen,
Was ihnen g'fällt davon.
Der Settler kann nicht schwatzen
Und diplomatlur'n.
Dort) hat er Löwentatzen,
Womit er nicht kann irr'«.
Es ist das viele Dichten
Unv Schreiben d'rum nichts Werth,
Des Sortiert? Art und Büchse
Baut seinen freien Heerd.
Der Sumpf des Schreckes.
Eine nort«mcrjkaiüsche Bolksfage.
In allen Seestädten Virginiens unb der Carolina's,
Gans allen Pflanzungen die,er Staaten, bis tnf hinein,
„Ivo der Scheuanooah die Felseubrucke der blauen Ber
,oe durchbricht, und eine reute, fur den durch die angst
*ichc Schwule des Strandes erkrankten KnstenbewoH
«Wer fo erquickende Höhenluft uns anweht, allenthalben
erzählt man sich mit geheuunißvoller Miene
Haben will Der wirkliche DismalSwainp an derGreuze
zwijchen Virgiuien und )!ord'Carolina, der allerdings
.Jem sehr rathselhaster Flecken Landes ist, den nur feiten
^*iu Neugieriger betritt und wo eine nicht geringe An-
Ha hl Opfer ihrer Unvorsichtigkeit geworden, wird, wie
icht zu erachten, mit allen Verziernngeii ausgeschmückt,
Mvelche solche Erzählung angenehm und schauerlich Uta
p^en 5.1
NN
Edwin Rudbn'dge, ein junger Britte, ward aus sei
^«iem Vateriande fortgeschickt, weil sein Oheim, von dem
4r abhangig war, ihn höchst tadelnswert!) fand, indem
^..tzer Jnnglina sich weigerte, den Kriegsdienst zu ergrei
1
.feit, worin der Oheim Ehre und RnHm erlangt hatte.
Der Iüniiling. von der Liebe zu der Tochter eines armen
-^andprediqers in Lincolnshire, wo sein Oheim ®titer be
•f ßaß, in tiefster Seele ergriffen, wünschte als Landmann
i fit leben. Der Oheim fand für seinen Neffen und Erben
t-Sie,eil Stand zn niedrig, wenigstens sollte er zuvor uit
ler den brittischeit Fahnen einen Miliumnng erlangen,
«nd nach nunmehr beendigten Schnlstudien eine Zeit
lang dem Kalbfelle folgen. Der Jüngling, bei seiner
^biegsamen GenuttHsart in der Regel zu Allem willig,
ktpas der Oheim gerathen fand, hatte aber eine uttüber-
Win bliche Abnei.?nng gegen deu Britti''chen Kriegsdienst
äefaßt es war ihm entseplich, seine Mitmenschen durch
Bdiläge mißhandeln zu sehen, die geschniegelte, gebic
Helte Putzsucht, die der junge brütische Offijier als einen
jtheil seines Kamaschendienstes betrachtet, war seinem
I auf das Wesentliche gerichteten Geist höchst widerwärtig
'I? und schon der Gedanke, daß sein Oheim ihm cute Fähnd^
richsteile kaufen wollte, schien ihm abscheulich, weil da
..durch ein gedi-nter Krieger durch ihn, den U»erfahrnen,
¥tlon einer Standeserhöhuug verdrängt wurde. Der O-
Detnt sah in seiner Weigerung nur—Feigheit—der Alte
verstand, wie es so oft geht, den Jungüng gerade in sei
|icr oortresflichstcn Eigenschaft nicht—warf einen Haß
Auf ihn, enterbte ihn uud verbannte ihn ans feinen An-
.„gelt Von allen Hnlfsmitteln entblößt, blieb dem un
glücklichen Edwin nichts Übrig, als einen begüterten In
flenbfteund, der Verwandte in Westindien hatte und
Dorthin die Reise antrat, auf gut Glück zu begleiten. Der
I Pfarrer, dessen Tochter er liebte und der feinen Werth
/rkannte, hatte ihm in feiner Wohnung ein A,yl verstar
1
Ler, und ihm bis zu seiner Abreise den Trost gewährt, die
-flcliebte Charlotte täglich zu sehen. Nur zu schnell ver
Oogen diese wehmuthiq Heitern Tage—ein Brief ans Li
verpool mahnte den Jnnglina, sich dort Frist von drei
agen einzustellen, weil das Schiff segelfertig liege. Ed
in mußte scheiden scheiden von der Jumggeliebteu,
ßheiden ohne die 5)offnu»g, sie je wieder zu sehen Ein
Bilder Sommerabcnd, wie nur der gemWgkc Him
strich ihn darbeut, umgab dies schwermutbersullte Paar
der Geisblattl.iube des väterlichen Gartens der
fanftc Vater, selbst durch lange Leiden und herbe Ent
hehrnngen erweicht, tröstete die Liebenden mit der himm
Aschen Tröstung, die ans der lautersten Quelle, tem
Vertrauen ans Gott, entquillt. „Seid Ihr," sprach er,
5 „auch hienieden getrennt—so seid Ihr doch für die Freu­
Seligkeit vereint. Charlotte wird Dein geden
ken. ob Dich gleich der Otean von ihr scheidet, und Dei-
ne felsenfeste Treue-Wrd Paksam für ihr gebrochenes
£H
"ÖcbifldtltKlfMl !-®er Vaterlands freund erscheint regelmäßig jeden ssreitua
I gii'nll ,• Hr dc-5 L.tyre' bcj ,hlt wird. 3. Die Zeitinz k.untnlr d.!il! aufgegeben n
W.l-l,ch ftc|:lbc fur cut invereS )ai,rbcu-tltcit. 5. Kein Uittcrlaircibet roi.h tv „s
„Vorwärts"
f- toicbcvt auf die von uns kürzlich mitaetheilte Oregon
yariodie des Rhei.iliedes
C6 ist das viele Dichten
Der Mühe gar nicht weoth.
Die Settler haben Büchsen
Zu bauen ihren Heerd
Sie gkben dir den Teufel
Um alle Schmiererei,
Sie schlichten solche Zweifel
Viel lieber mit dem Blei.
er-
K.
von
d?m
'-Sumpfe des Schreckens, und je weiter man sich von
vfcer Gegend, wo er sich findet, entfernt, desto wunderba- ten ihn, und ließen ihn das gtrrchferiiche'"feYii'e'r Laae
'fer werden die Sagen von dem, was man dort erlebt'ernpfmden. ihm verbreitere sich die endlose Meeres-
Niels-
A 6 skin. Da lchaute der Jiingling mit seinen hellen
if»l?r^n/M)e iL ^ren ^n* Wehmillh verklärten, in den
l,ell|trflblenden Stern der L-ebe, druckte der Geliebreu
Hand innig und sprach „Ich bleibe Dein, so wahr to
a u e n e S e n o e n s u n A e n s e u e e
ei Zeuge unseres heiligen Bundesschwures wie er in
w.Mter ,(ferne nicht von unserer Erde weicht, die ihn lie
""'kreist, toll auch mein Geist Dich umschweben
memid)
Dem Geist umschwebt, und. Alles aufbietend
was jiigenfcfraft vermag—wll ich z-i einem Meie stre
be», wo ich Dich und Deinen trefflichen Vaterlder auch
mir Frnhverwa.öten Vater ist, bcq-ucFcu kann. Rasch
hnm ^,aS,.UmarmfLbad tfWwnneiibe Mädchen und
Dann den Vate., und schied schnell und standhaft. Rrfii
sai»sut.wti
BestimmungEntgegenfahrtet aus dem Medway ab. sich
air!Jü^C11 atliintischen Oceans anvertranei.d.
Mein nur zu oft scheint das Schicksal diejenigen, die
CL?^rmCfz
fache, die nun beruhigt mit den Trümmern der Vernich
tung ans der letzten Nacht spielte, zu Denen er aber nicht
gelangen konnte, weil jetzt, es war Ebbe, ein breifei
Strich morastigenSandes ihn von der Brandung schied.
Westlich zeigte sich ihm eine ansteigende weite'Ebene
deieu Rand mit 10 bis 12 Fuß hohen Riedgräsern und
Bambusrohr wie mit einem Wall umringt schien, hin
ter welchem sich ein Urwald von Riesenstammen, von
Schlingkrant umgeben, hervorhob. In seiner Nähe
wuchsen, so wie au dem Orte, wohin er sich gerettet hat
te, einige Gruppen Fichten, weiße Cedern und Cypres
sen Wenige Schritte von ihm riefelte ein klares Bach
lein dem Meere zu, seinem brennenden Durste höchst
willkommen. Er ermannte sich mit dem Gedanken, daß
der Flllgittige, der ihm hier diese Labung zeige, ihm fer
ner helfen werde, unv fchritt landeinwärts in der jcff
nuitg, Menschen zu treffen.
E' selbst wußte nicht, daß
er
Canton, Stark County, Ohio, gedruckt unb berattsgegeben von H. I. Nothnagel:
5. S-m Ul.„-chr°.b.. b-,a»I, l!nd. 4. «i«„n
s. a 'die üblichen Preiie eindrückt mugen ab^r soqlcich ba^r t...aült wer
'?°lw°ster hat daö Rech., -men Brief n «elchem sich Zeitnngsgeld befind.., st e
i an den Drucker zn »bers-nd-n
sich am Ende
?. Der Sttbscriptions.Prets ist E i n a e und so E e n ts
:iträum als Monaten angenominen.
Freitag, den Gten Juni [email protected]
"llnen »'At, mit fit
daß eine Baterband sie weift
lentt. Das schiff, welchem Edwin sich anvertraut hat
te, ward durch einen anhaltenden Südwind aus Sud
ostcn an die nordamerikanische Küste verschlagen und in
-h rJ ^l*cn ^twitternacht, während ein?s orkan
Sübl
nu b,e
umvirtl'.bare Nehrung im
^lide.i von (Zap Henry gcichleubeit. Das ^abr.eua
üon ber randung jerfchniettett, ging mit aller Mann
jchast und mit der ganzen Ladung zu Grnnde nur Ed
win, derm dem euttetzlichen Augenblick den Steuermann
bei der Lenkung des Steuers zu unterstützen suchte,
klammerte sich an einen herabstürzenden Mast, halb be
wußtlos vor Eiltsetzrn denn dasselbe Holj hatte beim
herabstürzen seinem theuern Freunde, der ihm wahrent
(der pfeife doppelt lieb geworden war, das Haupt zer
tieU}. Auf dem Mäste trieb er, ein armer Schiffdrü
chiger, der Alles verloren hatte, an den feichten Strand
und Vuier unermeßlichen 9ioth stärkte ilm der ©e
danke Charlotte betet für dich
wie er sestern Bolen unter sich fühlte, eilte er,
Blitze erleuchtete» ihm den Weg, auf eine kleine Anhö
he, wo die Wurzeln hoher Weymitthfichteu den Sand
haltbar machten er wollte Gott, fernem Erretter, dan
ken, aber die Ennatümg raubte ihm Die Denkkraft er
versank in einen ohnmächtigen Schlummer.
Die brennenden Strahlen der Senne, die diesen dür
ren Strand fast mit afrikanischer Glut bescheint, weck-
bed
ckeu?sumpfes befinde.
Die Sage gehr, daß nur der, der nicht ans Neugierde,
sondern durch Not!) gezwungen demselben nahe, daselbst
nicht umkomme.
Nicht mir die brennende Sonne, die fein nur mit ei
nem Tuche bedecktes Haupt schmerzlich durchglühte,auch
der Boden, den er betreten mußte, ward ihm bald ge
fährlich. Bei jedem Schritte mußte er sich hüten,, nicht
zu versinken, und große Umwege um ein Labirinth von
Lachen und Pfuhlen nehmen, die vor der Riedwand im
mer hänfi.zer sind und sein Weiterkommen hemmten.
?Us er nun durch einen beherzten Sprung einen Abfluß
eines solchen Pfuhls überwunden hatte, befand er sich
plötzlich am Rande eines jähen Abhanges, der mit der
gegenüberliegenden Höhe ein tiefes von einem ziemlich
der Wüste schmachtet, unb schon neigte sich die Sonne
zum Untergange. Um trecke» zu stehen, erkletterte er
den ötomin einer vom Blitzstrahl zerschmetterten Cy
presse—ein Sinnbild seines eigenen Geschicks. Da sank
die Sonne hinter die immergrünen Wipfel der UrWal
dung hinab, mild uud freundlich lächelte ihn der Abend
stern an—und schien ihm zuzurufen „Verzweifle nicht,
Charlotte betet für dich
Kaum hatte der hellere Himmel dieser Zone auf fei
nem dunkeln Azurblau den Fackeltanz der fernen Son
ne leuchten lassen, als aus dem Walde ein anderes hell
strahlendes Licht, das kein Stern war, dem Orte z« na
hen fchien, wo er Todesangst litt. Bald
Schre-
breite» Flusse dnrchsiröm,es T.,al bildet, welches sich DZ ,md ÄeT"!^
mis der nördlich liegenden fi»stern Walvung herzieht, w Schiff bald hoch in die Pnfr nnh mirf Lr *!!,„
Er suchte am Diantc des AblianAeö weiter aus den Walo hCr
qeweide-er war in der höchst™ nnr des Me!,^ SÄÄ"iSÄ-T»r Diese'/nn?.
scken Gemiilb ju rrgreifen vermag, wenn er allein in J.1' /"Uft'
sah
daß eine weiße Gestalt, welcher mehrere zu folgen schie
nen, das strahlende Wmtlicht trug und auf einem Pfad,
der sich durch Baum^ruppen und Gewässer hinfchlän-
gelte, auf ihn Zuschritt. Unnennbare Gtfühle bemeister-
er deutlich,
mmi
mim mwf P*I
*nhm
is
ar_t»m6lt werden, ,?c nian nicht auf sonstige Art in 0?echnung steht. Uhtcr|c$mbcr, und Briese ».« die Herauf«, «ü».n
ten Nch seiner Seele. Er sagte sich abrr und rief mir
I 3 u e s e u n i e s e i n e
schritte i.n) plötzlich stand ein weibliches Wesen von
™-er ^onhe,t i" einem weißen Gewände,
welches ein Giirtel mit blinkenden Edelsteinen um den
OiNen befestigte, und mit einer großen Fackel, deren
ypitze wie etile ettme leuchtete, in der Hand, freund
ta)eii Flickes vor ihm, begleitet von fechs andern ahn
ach gcflatctcn Madchen, die Körbe mit den köstlichsten
Frusten und Erquickni'gen trugen.
'"U'emtling sprach das Mädchen mit der Fackel,
m&sgs&assai
MuH fcljjt iiBj Der vor Erstaunen verftunimende
Jüngling konnte nur mit Thronen der Freude danken,
und nahm ans den Körbe» Brod, Wein und Fruchte,
e ihm Nektar und Ambrosia diinkien. „Darf ich fra
gen, ob ich einem irdischen oder überirdischen Wesen
meine Rettung danke sprach er, da er wieder zu der
Kraft des Redens gelangte. „Ich bin, was Du bist,
(acte die Fackeltra^erin man nennt mich Tuscarora,
und die lten, die Dich durch mich einladen, stammen
ans dem,Lande, von wannen Du gekommen bist
Als er sich nun erlabt hatte, nahm eins der andern
Mädchen einen weichen, togaähnlichen Mantel von
Baumwolle ans ihrem Korbe, und umhüllte ihm damit
das £a»pt. Die zarte Hand der Fcickeltragerin faßte die
leine, indem sie sprach ..Folge mir blindlings und ver
traue Nur verhüllten Angesichts tritt der Nothleiden
de «n das Aiyl der Gerechten, wozu der Sumpf des
Schreckens jedem Unreinen strenge den Zugang wehrt!"
Edwin aber antwortete „Ich vertraue und folge Dir!"
Kaum eine Stunde wandelte er feiner Führerin auf
weichem, aber bequemem Pfad, der bald aufwärts, bald
abwarts ging, nach. Da erschallte eine rauhe Männer
stimme, die in einer fremden, aber wunderbaren Spra
che ein Losungswort zu fordern schien. Die Factelträ
aerm antwortete ewige dem Verhüllten eben so unver
ständliche Worte, und er hörte, wie sich eine schwere ei
lerne Pforte klirrend öffnete, und, als der Zug hindurch
war, wieder verschloß. Edwin ward nun einige Stufen
aufwärts geleitet, und plötzlich nahm ihm eine seiner
Begleiterinnen die Hülle vom Auge. Er stand in einer
tempelähnlich gefthmiickten Grotte, an deren Wänden
lich Lianen und andere Schlinggewächse mit schöufarbi
gen, großen Blumen emporrankten. Sein Blick fiel zu
erst auf einen majestätisch ernst blickenden Greis, der
vor ihm miter einem Baldachin ans Myrthenzweigen
auf einem Sessel von Elfenbein thronte. „Willkommen
mrach der Greis, willkommen, Fremdling, als unfer
©aft. Abgeschieden von aller Welt hier in Frieden le
bend, erquicken wir den redlichen Notleidenden gern
und er darf in unserer Mitte bleiben, trerni ihm das
Treiben der Erde nicht gefällt." Vergebens suchte Cd
win seinen Dank und seine Freude auszusprechen. „Du
wirst ermüdet sein, men Sohn, erwiederte der Greis
meine Söhne werden Dich in eine Kammer fuhren, wo
Du von Deiner Beschwerde ausruhen kannst." Zwei
riiilige jnnge Männer, deren Häupter mit bunten Vo
gelfedern geschmückt waren, und die an der Seite breite
Stre,karte und im Gürtel Pistolen fahrten brachten
ihn mit liebevoller Bereitwilligkeit auf ein weiches La
?er, vcrfahen ihn mit fchöner Bekleidung unb wüufchte»
ihnt sanft zu ruhen. Sein Schlafgemach stieß
Halle, wo er den Greis erblickt hatte, es war luftig und
mit duftenden Kräuter» gefchmückt. Als er sich nieder
legte, ertönte ans der Nahe fan ft verhallender Gesang
der ihm vollends den Traum weckte, er befinde sich im
Lande der Seligen.
^Schluß folgt}
Drei edle Mcirmer.
Wolteinade.
Bei dem Vorgebirge der guten Hoffnung, unten in
Afrika, lag ein Schiff vor Anker, welches nach Batavia
in Ostindien segeln wollte. Es warlete auf guten Wind
aber plötzlich entstand der heftigste Sturm. Der wutbe
te zwei Tage und zwei Nächte in Einem fort, zerbrach
tei h(
»°rj»dri„j,en. woran ibn aber bald eine tiefe @d,lu.l,t^uf "i„(r Äfc1lL' 2rl
desselben nach den audern von den We
te tiefer einsank. Dabei gewahrte er drohende Spuren
aroßer Alligatoren und vernahm aus der Ferne das
Heulen ergrimmter Tiger. Bios ein starker Stab war
seine Waffe—nagender Hunger durchwühlte seine Um­
,.-.-tril g,,
an
die
leiten losgerissen.
Das sahen die Einwohner eines Dorfes, welches nahe
an der Küste lag. Gern wollten sie den Unglücklichen,
welche auf dem Schiffe waren, helfen aber sie hatten
Wort zu sagen, nach seiner Hütte, wirft sich auf sein
Prerd, eilt nach der Küste zurück, und ruft um sich her
Menschen, laßt uns Menschen retten !—und so stürzte
er sich mit dem Pferde tn's schäum ende Meer, fchwimmt
mitten durch die hohen Wogen auf 300 Schritt weit bis
an das Schiff, und ruft den Elenden Trost und SSitlfe
zu. Zwei von euch, sagte er, springen herab, unb fassen
den Schweif meines Pferdes an Gott wird uns glück
lich hinüber helfen bann komme ich wieder und hole
noch mehre. Eiligst hängen Zwei sich au des Pferdes
Schweif, u. der Greis fchwimmt mit ihnen durch. Kaum
hat er sie glücklich an's Ufer gebracht, fo stürzt er sich
von Neuem in das kaufende Meer, ruft abermals zwei
Gefährten zu feiner gefährliche« Reife vom.Schisse he
rab, kommt abermals glücklich an's Ufer, und fährt auf
dieftl&e Weife fort, bis er 14 Menschen gerettet hat.
D»e Geretteten beten ihn beinahe an seine Anver
wandte und Freunde beschwören ihn mit Thranen sich
.\
cl'"-e
ctin
rab, ergreif.
der Gefahr doch nun nicht von Neuem auszusetzen *lbe*
oa war kein Halten. Woltemade bort n. sieht a.f nicht?
a s auf diejenige«, die noch in GefahrZd re
abermals los, schwimmt wiederum zum Echifö hin
bittet dort wiederum, wi.-
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^uru-k»ew»fe».
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°uch den 'trefflichen Woii'
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An an kr eich kam ein Schiss an eben h»
ein heftiger Sturmwind blies und rs r,??
°-a «IU» «w, d.e be™7,4"'Ä|^»r ,2"
fen und zertrHiniKcrt zu werden. Es war schon ÄbendS
um 9 Uhr, und die Annäherung ber Nacht machte des
urchtnlichcn Zustand der auf dem Schiffe befindliche»
E« r°°,sma.,u ve"
W^tyu mer verschiedene., Malen ausjulauf.n um da«
-chlff wo rnofllm, den Hafen
iu
dringen' aber
3'^"«* D-r en.gege.b,.senke 4,un„'ro"r
I
L*
daß er jedesmal unverrichteter Sache znrücknetrieb«»
wiirdf. Schon hatte man zur Rettung dieftr Ünalückli
chen alle Hoffnung aufgegeben. Aber pietzlich trat et'it
groemnthwr Mann hervor, der entschlossen war s'j?.
NN, da« keden derer IN ntt.üi
a ist fein Name
..'..e anfänglich v..sn»U!.^^7°tt7urch
Sprachrohr zn benachrichtigen, wie sie steuern mußten
aber die Dunkelheit der 9iacht, dss Heulen des Wind?«!
und das Rauschen der Wellen verhinderten dci^Sclnf
t"»und zu hören uitb balb barauf wurde
vchiffauf ben Straub geworfen. Das ^ammerrfffir«
der Unglücklichen, die das Schiff unter sich schon in
Prummern zerfallen sahen, machte den bravenBoufiarb
taub gegen die Vorstellungen und Bitten der Seinicen
welche ihn abyalten wollten, die beschlossene $ hat iu
wUn. Er
banb mutcn um tcu
und
bag
^clb" «c ^dat
,a"C"c.^ute desselben an seinem Köpft, riß
I'll -arauf von Weib und R.n"er os mw wa'rk
i e n i e s u e n e n V e e n i n i
"fs ®*'f J« bringen. Er schwimm auch iLw*Vn"
«tri•»- Angenb.tcke da er da- Tan
te, ward er von einer Welte ergriffen, und
'-Mt k.
aemnitfÜL
»ouss-ird liest sich bin*
Versuch nicht abschrecken
erneuerte ihn vielmehr fünfmal hinter einander 'nnd
wurde immer wieder nach dem Lande
surucfqetriebe™
Cchon bececflcn bic vom Schiffe losaerissenen mtw
tn• n»b Balken die Oberfläche des Wassers jwtschetuU
«ch.ffe und dem Ufer, imb der Auqenblick naSf
Ueberrest in Trümmern zerfallen wollte"
^onssarb warf sich von Neuem in's Wasser. Plötzlich
If.n
Cr 6ur*.cmc.Welle
dergestalt an's Schiffgefchla-
gut, daß man ihn für todt Hielt. Aber er lebte, der bra
ve Mann, kam einen Augenblick nachher wieder Hervor
1"? Matrosen in den Armen, der sich
geworfen t)att
ihn nicht er,
.ewegung und
?,,! Cef »ffe in tie See geworfen hatte und versnn-'
ken ware, wenn teui Retter ihn nicht ergriffen hätte.
Diesen, der bereits ohne Bewegung und fast todt war
and
Uftr. Dann glückte es ihm nach
großer Miche, dasSchiff ui erreichen und das Tan bitv
'Ir*e desselben wurden sechs
Menschen
an's Ufer geltet! Noch war Einer
uhng, der sich auf dem Schiffe festgebunden Hatte weil
er krank war, und nicht fo viel Kräfte hatte, nn, (ich
mtt dem Stricke an's Land ziehen zu lassen.-Bonssard
raffte seine letzten Kräfte zusammen, r«ß sich ans den
Armen derer, die tfn zurückhalten wollten, hg, «„s
[mang noch einmal in die See, um, wo möglich,
bieu'it |ii retten. Es gelang ihm, und cr harte nun die
Himmlische Freude, acht Menschen am Ufer iu sehen
nächst Gott, ihm allein ihr Leben zu verdanken hatten
£wei waren ertrunken, bereit Leichen man ben folnyih^
Tag am Strande fand. ,,
ät
and»
bil
s
,x
E i n U n A W w a n
Stadt, die Heißt Verona, und
bei derfelben fließt ein Strom vorbei, welcher die St«,
genannt wird. Diefe Eksch war einst im Winter uiae
frorcu. Eni plötzlich einfallendes Thauwettcr aber brach
das Eis, und machte den Strom auf einmal anschwel
len. Die Gewalt des Gnu.deises riß einen der Brü
ckenbogen an beiden Ufern ein nur der mittelste Soaew
that noch einigen Widerstand. Auf demselben ruhete ein
kleines Häuschen, tu welchem sich drr Zöllner mit seiner
aaiizen Familie befand. Das Geschrei dieser'Ünalückli
chen, welche um Rettung flehelen, zog eine M-nqe Me«.
scheu herbei aber da war Keiner, der es wagen woU
te, ihnen zu 57nlfe zu kommen. Indcß sank ein Stück
dieses letzten Bogens nach dem andern hin, und man
jedem Augenblicke den gänzlichen ff'iiisturi
desselben.
Plbtzlich sprengte unter die Menge der mitleidigen Zu
schauer ein edler Graf (Spolverini war sein 9to w)unb
luelt einen Beutel mit Gelb empor, den er De.Mieuiaen
zu geben versprach, der den unglücklichen Aiiner
seiner Familie retten würde. Aber es fand sich Keiner
denn die Lebensgefahr, die damit verbunden war, schien
Allen zu groß und zu schrecklich zu sein. Endlich dräng,
te sich durch den Hansen ein armer Sandmann, dem
wohl niemand so viel Edelmuth zugetraut hätte. Der»
selbe sprang in einen Kahn, und ruderte, der Gewakt
des Eises und der Welle» ungeachtet, hin zn dem ein
stürzenden Bogen. Die schon von Todesangst ergriffen*
Familie des Zöllners ließ sich eiligst an einem Seile hi
itab in feinen Kahn, und glücklich brachte er sie ans li
fer. Kaum waren sie gelandet, so stürzte Boge«
4«$
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