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Der Vaterlandsfreund. (Canton, Stark County, Ohio) 1845-1846, October 15, 1845, Image 1

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17fec Jahrga??g.)
i
[Tfttä dem Zeutrtteii.]
Scenen aus dem Seminolenkriege.
Frei üKrsetzt von I. A. Wegener.
I.
An Tampa, dem lieblichsten aller Plätze in den son
nigen Regionen des Südens, waren wir gerade damals
stationirt, alö der wilde Jnoianerkrieg seinen blutigsten
Punkt erreicht hatte. Alle Versuche den rothen Einqe
vornen zum Frieden zu bewegen, waren erfolglos. Er
hatte Blut geschmeckt, hatte 'in dem trunkenen Gefühle
befriedigter Rache geschwelgt nnd war daher taub gegen
alle Vorstellungen nnd Vitien. Neue Anträge dieser
Art führten mir zn neuen Grausamkeiten und die Re
gierung mußte endlich über die Zwecklosigkeit alle Ver
träge und Unterhandlungen die Geduld verlieren.
Feindseligkeiten wurden äuss Nene eröffnet wieder
wurden die Bluthunde') losgelassen und nach einer kur
zen Rast waren wir abermals im Sattel:
^Gemäcblich mag der Wnrm im Staube liegen,
Ein edles Herz wird kämpfen und wird siegen."
Unser Obrist hatte gewiß unangenehme Nachrichten
bekommen, denn düstere Wolken lagen auf seiner Siir
ttc. Wir riethen hin nnd wieder, was wo dl eigentlich
im Wind sein konnte, und sogleich hatten auch wir un
sere Bedeuklichkeiten. Allerlei Gerüchte liefen im Lager
Wither es daß große Abtheilung in der Crcecks
DMd Seminolen im Begriff seien, uns zu umzingeln.
Man hatte erfahren, daß Octtiatch-'e, ein Häuptling der
Crstern, mit einer starken Macht ander Seite' des
Flusses in der Nähe eines Fischerdorfes lagere, nnd
Sfttr eilte günstige Gelegenheit abwarte ohne Gefahr
für (ich, dasselbe zu vernichten. Es war nothwenbig ge
worden, daß wir die Statthaftigkeit ^dieser Gerüchte
untersuchen, und zugleich die bedrohten Weißen beschü
tzen sollten.
Zu diesem Ende wurde ein Streifzug erforderlich,
und ein Streifjng hinter Indianer meint'nichts weni
ger, wie eine wilde Jagd von Ly bis SO Meilen über
Stock und Stein, durch Busch und Gehege, Dorn nnd
Morast, nach allen Seiten und in jegliche Ecke, Hohle
und Schlucht. Ein Umstand aber der uns mehr per
sönlich engten,q, machte dies Vorhaben nur nothwendi
ger. Wir waren besorgt nm den kleinen Jimmy, ein
Erprcßpostillion, der von Fort Annutiiiga mit wichtigen
Depeschen abgeschickt, aber noch nicht angelangt war,
-Obgleich
die gewöhnliche Zeit längst verflossen. Unser
Befehlshaber w.ir bekümmert um die Papiere und wir
ittit den kleinen Jimmy, denn dieser war ein besonderer
Liebling in nnserm Lager. Er war nie ohne ein spaß
haftes Wort immer freundlich und gefällig ein achter
Jäger und so vortrefflicher Reiter, daß viele nnter An
dern er selbst, der aufrichtigen Meinung waren, er sei
flinker wie die Kugel. Docb, wir wollen sehen, ob er
Recht hatte.
Unsere Besorgnisse nahmen bald eine erklärliche Ge
stalt an. war am Abend eines rangen Tages im
Anfang des Frühlings, als wir Befehl bekamen, zwei
Compägnicn Infanterie über den Fluß zu fttzcn. Diese
Bewegung sollte bei der Nacht und in moglichsterHcim
lichkeit vollzogen werden. In Nebel nnd Dunkel war
dtr Tag eröffnet und mit «Sturm nnd Regen beendigte
ir seinen Bahn. Wie der Wind heulte und der Regen
in Strömen herunterstürzte!—Allein, es half keinSän
wen, der Dienst mnßte verrichtet werden. Unsere Ka
meraden wurden also übergesetzt. Ihr Posten waren
in einem dicken Gebüsch. Sie mußten sich hier platt
niederlegen und die Indianer erwarten, die diese Nacht
zu ihrer Vlnthochzeit auserkoren hatten.
Man kann sich die Freuden ihrer Lage verstellen
vorzüglich empfanden wir, die hinter der Leinwand ge
mächlich planderten, den Contrast, ohne sie im gering
st-u zu beneiden. Wahrlich, wir ließen ihnen gern den
Ruhm, der ihnen Regen, Wind, Morast nnd Dornen
erwachsen konnte. Aber auch unsere Zeit sollte kommen.
Unsere Lustbarkeit wnrde plötzlich gestört, durch deuBe
fe hl, daß eine Schwadron Dragoner nnd eine Compag
nie Infanterie sich marschfertighalten sollten, mit Tag
esanbruch das Lager zu verlassen. Da ich einstweilen
beim Stab angestellt war siel ein Theil dieser ranhen
Notwendigkeit anf meine Schultern- Jetzt erst hörte
ich das Plätschern des Regens das Henlen des Sturm
es vernehmlich und ich schauderte uuwillkührlich aber
half kein Manlfpitzen, und dieses wohl' erwägend,
legte ich mich anfs Ohr, um den wenigen Schlaf der
Wir noch vergönnt war, im Galopp einzunehmen.
"i
Noch ehe der Tag feine Erscheinung machte, war ich
auf, sattelte meinen Gaul, nahm Lebensmittel auffünf
Tage aus meiner Vorrathskammer und—in Gottes
Namen—rapportirte
mich beim Obersten. Dieser war
in einer wiUhenden Lanne wofür er übrigens den ge
rechtesten Grund hatte: beim aus dem warmen Lager
so in die Tranfe hineinzurennen, ist kein Spaß. Unser
Oberst war überhaupt ein übellauniger Kauz und bei
dieser Gelegenheit, hatten seine Grillen den höchsten
Grad erreicht.
Die Spaße und Witzbolde der Leute die sich einander
die Zeit zu vertreibe» nnd bessere Lanne einzuimpfen
suckten, konnten ihm ebenso wenig ein,Lächeln wenn
anch nur ein geringes,—entlocken. Er war ein kühner
Herl, ein äußerst braver Mann und ein talentvoller
-,'?*) Bildlich }tt nehmen. Zur Zeit des Florida Krieges machte
Übrigens das Grücht, daß spanische Bluthunde von dtn V. St.
»Ngcschasst seien, viel Aufsehen eö hat sich nachher jedoch als vol
tig
lmgegründet erwiesen, obgleich sie gegen solche Tigermenschen,
«iedie Seminolen, zweckmäßig gewesen sein würden.
Der tt»bers.
Krieger er war mnthig, ausdauernd, gebildet nnd er
fahren—uneracktet seiner bösen Geister, von Allen, die
t.)N kannten geliebt. Aber in diesem Augenblick war
CM\}*^c^ljfcr
mnd
unfer Capttan war ein Eisenfresser und aufbrausend 2
Die ein achter—.Er maß den Oberst mit einem Blick,!5
Wenn ich einen Offizier hätte der eine Feige
dem Hitf)u?Ing seines Pferdes, als er wüthend
wieder nach dem Lager ritt, verlor sich das übrige. Man
rannte siefo ins Oyr, daß er seinen Untergebenen übel
ausgespielt habe, wahrscheinlich in der Weise des be
kannten Blaubarts, denn es dauerte nnr wenige Minu
ten, da wurde es rege und die Dragoner kam'enSchaa
renweise zum Vorschein. Einige waren zu Pferde An
dere hatten den Sattel nnr aufgelegt und gingen neben
her, sich selbst noch Dieses oder Jenes aufschnallend,
und im Allgemeinen sahen sie gerade aus als ob sie
von den Seminolen schon eine Niederlage erlitten hät
ten.
"Ich habe die Ehre, meine Schwadron zu rappotiren,
Herr Oberst, sprach der Capitän mit einer steifen Ver
neignng.
"Ich sehe einen ihrer Offiziere ohne Säbel, Capitän
L—nst er unter Arrest?"
"Nein, Herr Oberst! er läßt seinenSabel mit meiner
Erlaubniß daheim. Er zieht den Karabiner und das
Jagdmesser vor!"
"Künftighin, mein Herr! wünsche nur ich solche Er
lanbinß zn ertheilen. Scln'ffcn Sie ihre Leute ein!"
Soviel als-Probe unserer Disciplin. Unsere Drago
ner hatten bald das andere Ufer erreicht und in dem
nächsten Boote folgten wir. Hier trafen wir nnsereKa- digen
meraden im Hinterhalt, welche bis auf die Hant durch
näßt, und Fallstasss berühmtem Regiment nicht unähn
lich waren. Ich bin überzeugt, hätten ihre Weiber oder
Geliebteu sie in diesem elenden Aufzuge gesehen, sie
würden ihnen Treue, Gehorsam, Liebe und alles aufge
kündigt haben. Gestern Abend hatten wir nns anf ih
re Kosten belustigt, jetzt mußten wir aber herhalten.
Ihre Beschwerlichkeiten waren vorerst beendigt und
unsere fingen gerade an. Sie würden jetzt bnlb'tm La
ger der Ruht pflegen kennen, während wir durch
Sturm und Regen die Spnr eines blutdürstigen Fein
des verfolgen sollten. Wahrhaftig, sie hatten dießmal
vollständig Satisfaction für ihr nasses Abenteuer der
letzten Nacht. Wir waren jetzt schon durchnäßt, nnd als
sie ihre Damnen gegen die Nase legten, die Finger aus
streckten und dabei das eine Auge schlossen, während sie
mit dem andern pfiffig blinzelten, fühlten wir erst, wie
hart unser Loos war vornehmlich daß sie uns aus der
Ferne noch eine angenehme Erpedition und baldige
Wiederkehr zu warmen Feuern, kräftiger Suppe und
weichem Lager nachwünschten.
Der Soldat im Feld lernt übrigens bald das Ge
heimnis, seine gute Lanne zn bewahren. Er bedenkt,
daß es «ach Verlauf einiger Jahrhunderte doch einer
lei ist, ob er gelacht oder gestöhnt hat und unfereMntz
en schwenkend zogen wir von dannen. Wir begeisterten
nns einander mit der Aussicht auf Beute und'Gefaug
ene, obgleich wir beide in einem Lande suchen sollten,
das von dickem Gebüsch bedeckt und nnwirtblichen
Morästen durchschnitten war, und in welchem cinigeJn
diancr, ein tansend der besten europäischen Truppen ge
wißlich zum Besten gehabt haben würden.
Itnftttfhbyftch fHtrztc der Regen noch immer auf uns
hernieder und da wir die Infanterie nicht znrncklassen
konnten, machten wir keine große Fortschritte. Der
schwere, kalte Than des Waldes drang uuö bis auf die
Knochen, und erstarrte unsere Glieder fast. So gings
durch Dick und Dünn, mit vortrefflichen Führern alle
verdächtigen Plätze wurden durchstöbert, aber vergeb
lich keine Spur eines Indianers war zu entdecken,
kein Zweig verbogen oder abgebrochen, und da wir mit
hin ohne eine einzige Aufregung ein unbestimmtes Ziel
verfolgten, faNv man sich leicht einen Begriff von unse­
Canton, Stark County, Ohio, gedruckt und beransgegeben von H. I. Zeotbnage?.
If O^ttf mn^ c^Vjaft 'V
ttt Wunf.h dieselbe sur e.n anderes Zal'r »n «yaltc». 5. Rem Uttterfambct wi»o ft'a cinc.t fYricr.t q.rtrunn if^ V .- VC"1 ^crl.u.f des Jahres die Zeitung nicht ou^ehint iqt tritd, so bctracht.t n.cn solche- al
,«g-si.ndt werden. 7. Anzeigen werden fur die üblich.» Preise eindrückt mugeuabcr s-gleich baa bezahlt werden, wo man »4 a5f S'nfffge®rt chmma
Mittwoch, den !5rm Hctobcr,
uns mit seinen Strömen über­
schütte., nicht düsterer wie sein Auge. Seine Geduld
X'Iün Y'f WW Pwbe fltlMt durch das immt
vli\ i
ran o it er und sctit Zorn war daher
Ii1« I?'?*"5 grnndlos. Die Offiziere dieser Corps mach
ten sichs zur Gewohnheit, wenn sie mit der Infanterie
operiren feilten, ihr Schläfcheu um einige Stunden zn
verlängern, unter der Voraussetzung dieselben bald ein
holcnzufoiu.cn. Auch bei dieser Gelegenheit hatten
sie sich mcht stören lassen nnd der Obrist, der mit der
Ursache ihres Ausbleibens unbekannt war schickte da
her einen Adjutant an den Hauptmann derSchwadron
mtt dem höflichen Wink, das er falls er seine Lente
cy dem Hauptquartier neh
men werce. Die Vetschaft endete mit einigen Worten
von Kriegsgericht n. s. w. welches einen solchen Ein
druck auf den Dragoner-Capitän machte, daß er die
Lanne des Obersten buchstäblich copirt zu haben schien,
YJIIT ICM Donner des Morgengcsclintzcs, sprengte er den
Landungsplatz wo die Infanterie sich schon einschiffte,
)nTlUtCr' °^Cr
c*u
kmziger Dragoner war hinker
^vac^) der Oberst ärgerlich, "hat der
lujtitfltit Sie nicht ersucht, Ihre Leute mit Tagesan
bruch aufsitzen zu lassen??
"Ja, Herr Oberst nnd so war mein Befehl aber-"
"&<eui Herr!" unterbrach ihn der Oberst, "es war
mein Befehl, und Ihre Pflicht war, ihn zu vollziehen!"
^In»51f V
rcr Uubehaglichkeit machen.
Endlich ungefähr um 30 Uhr legte sich Stnrm und
:/icgeit das freundliche Gestirn des Tages machte seine
Erscheinung, nnd mit seinen Strahlen vertrieb Grillen
und Langeweile und erweckte in unserer Brnst frohe
Lanne. Jetzt wareu wir gerade au dem Rande eines
großen Teiches angelangt, und machten hier einstweilen
Halt. Auch unser Oberst konnte nicht umhin einige
Symptome der Ermattung sichtbar werden zu lassen
seine Ungeduld war abgekühlt und der Wolrenbruch
hatte die blauen Dünste seines verdrießlichen Morgen
ereignisses von seiner Seele gespült. Er versammelte
seine Offiziere um sich und in wahrhast köuiglicherLau
ne gab nns zn verstehen daß er eine Bouteille ächten
alten Franzbranntwein mit sich gebracht habe. Brannt
wein! Eine Bonteille guten altcn Franzbranntwein!—
Leser, warst du je anf einem tetreifzuqe anf einem
^treifznge in Florida marschiuest du je 4 Stunden
durch Sturm und Regen machtest du dann aufBefcbl
deines Commandanten Halt wurdest du zu ihm be
schieden war er darauf—nachdem er den ganzeiiMor
gen grimmig ivie Luzifer drein geschant-plötzlich freit: b
(ich nnd herablassend gratulirte er zu dem überstände
nen schlechten Wetter, zu Sonnenschein und Rost, und
schloß er endlich mit einer höflichen Einladung einen
guten Schluck Franzbranntwein aus einer Bonteille,
di? er bei sich führte, für lieb zu nebmen hast du die
scs Alles schon erlebt?—In diesem Falle brauch ich kei
ne Worte mehr zu verlieren dir den rußigen
"'klaren, der in unserer Mitte plötzlich sein Erscheinen
machte.
Welch angenehmes Lächeln welch behagliches Re-
gen der Hände welch fröhliche Stimmung!—In diesem
Angcnblick erschien nnser Oberst uns ein vortrefflicher
Kamerad zn sein und sein Unmuth nnd seine Strenge
Wie licblich seine Stimme' war! rmlch'großherzige
Freimüthigkeit leuchtete ans seinem ganzen Wesen! der
Eindruck war gewaltig. Unser Dragoner-Eapitän, der
ihn vor fünf Stunden gern mit 5aut und 5aar gefres
sen, war jetzt die Freundlichkeit, das Wohlwollen selbst.
Er scherzte und lachte und seine Spaße erweckten ein
lnstiges Echo in der ninliegenden Waldung.
Selbst der Lieutenant, der dem Säbel einen Karabi
ner nnd Jagdmesser vorzog nnd von dem Oberst einen
W verächtlichen Blick erhalten hatte, daß er geschworen,
ibm nie zu vergeben, hatte alles vergessen über den bar«
monischen Klang der geistreichen ^Entladung, '-.frier
Scipto!" rief der Oberst seinem schwarzen Leibdiener
entgegen, "fort und bring meinen Mantelsack Scipio
sprang fort uud Spaß und Gelächter, begründet anf
die 5)ossnnttg des theuren Schlucks, vertriebe» uns in
deß die Zeit.
Aber Sciplo war schändlich langsam. Der Verschnb
war verdächtig. Unsere Anekdoteuguclle versiegte nach
und nach, nnd alle Augen sahen nmmllknhrlich nach der
Gegend, in welcher Scipio verschwunden war. End
lich .kam er Schritt vor Schritt mit niedergehängtem
Haupt e. Was war passirt?—Aber, Gott sei Dank
der Mantelsack war in seiner Hand und wir würden
unter diesen Umständen gern eine Kleinigkeit entschnl-
Unsere Einbildung schwelgte in dem stärkenden
Genüsse.
Wir schmecken schon im^Borauö den Göttertrank und
fühlten ims erquickt und gelabet. Ihr sprecht von eu
ren Mäßigkeitsvereinen!-Mäßigkeit, gänzliche Entsag
nttg in der That!—Ich sage euch, die Vorstellung der
uns zugedachten Labung that nns mehr Gutes, wie alle
Temperenzpsalmen des großen, irdischen Propbeten.
"Die Bouteille!" rief der Oberst, als der Schwarze
sich näherte. "Die Bouteille!" flüsterten wir Alle im
willkührlich leise nach. Aber Scipio ?—Er ging furch
fert ich langsam zu Werk wollte der Lump uns auf die
Prope stellen? "Der Branntwein!" rief der Comman
dant wieder. "Der Branntwein!" war unser leises
Echo.
Die Hand des Negers fuhr in den Mantelfack lang
siim zog er sie wieder hervor und überreichte demOber
sten den Gegenstand nnftrer Wünfche.
"Was bedeutet das rief dieser plötzlich mit einem
sonderbaren Blick auf seinen wolligenLeivdiener. "Was,
du^Spitzbube! warum giebst du mir eine leere Bouteil-
Der Neger blickte wild umher er wurde ängstlich und
stammelte, Gott weiß Was hervor. Uns aber sanken
alle guten Geister plötzlich in den Stiefel.
-Bringe mir die Bonteille Branntwein, W ich dir
zum Aufbewahren gab."
(Schluß folgt.)
Dte Waschington "National Zeitung" fagti— "Aus
Vlrgmien schreibt mann, daß es dort dieses Jahr eine
ausserordentliche Fülle von Wild Feldhühner, Cich
Hörnchen, 5asen, Opossums, 5)irsche und Fasanen ge
be. Da zugleich das Erzeuguiß des wilden Gewächses,
als Eicheln, Kastanien, Ehingnepins, Persimmons,
wilde Weintrauben, Hickorynüsse, JC. ein äusserst ergie
biges ist, so glaubt mau mit Sicherheit ans einen stren
gen Winter schließen zu können. Die Brut der Hir
sche und Fasanen ist in Folge der Mildheit des letztver
gangenen Winters ausserordentlich angewachsen."
Nach der Septembernummer des "Southern Plan
ter" ist in Virginien der Versuch gemacht ircr'den, bie
chinesische Theevflanze zu kultiviren. Proben derselben
sollen nächsten November auf die Ackerbau-L'usücllmta
zu Henrico geliefert werden^
"^m.sbt.ahs.ina, tdcr "J XI) a
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halb der crfim Hälft
""d »"«ft die Her.n.sgcler nn'.^n xvstfre
(Nummer 12.
e n e E i n u n E i n a e n w n e
eine Einrichtung verwilligt, wodurch Fleisch in wenig
Minuten, durch und durch gesalzen wird. Sie besteht
in einem eisernen Gefäß die in demselben enthalten?
Lizft wird durch eine Luftpumpe ausgepumpt und das
Salzwasser aus einem andern Gcfäß eingelassen so
dann wird dieses wieder mit der Luftpumpe abgezogen
und frische Lake durch eine Force Pnmpe eingeschüttet.
Auf diese Wtife soll das Fleisch in 15 Minuten durch
und durch gesalzen sein.
W a n n n g.—Der Schweizer Consul in Nenyork
veröffentlicht eineBekanutmachnug, worin er vor einem
Betrüger warnt, welcher im Land umherzieht und Gel
der angeblich zur Unterstützung des St. Bernhardt
Klosters, in der Schweiz, sammelt.
Das Dampfboot Lerinqton von Weston nach St.
Lonis gebunden, stieß am 13. d. M. auf ein Senkholz
im Missouri- Boot nnd Ladung bestehend, sind totaler
Verlust, doch ist gute Versicherung daranf.
e n a k s o n s o ck.—General Thomas H.
Bradley hat im Namen eines Theils der Bürger von
Tennessee, den Rock, welchen Jackson bey der Schlacht
von Neuorleans trug, dem National Institut in der
Stadt Washington zum Geschenk gemacht, mit beut Er
suchen, denselben an der Seite desjenigen einen Platz
einzuräumen, den der Vater im fers gemeinschaftlichen
Landes, General Georg Washington getragen habe.
Die vom Eongresse genehmigteEonstitution vonJowa,
Be!?nss sciner Aufnahme als Staat in die Union, ist
abermals von dem Volke mit 300 Stimmen Mehrheit
verworfen worden. Iowa bleibt demzufolge vorläufig
noch bei feiner Organifatiou als Gebiet. Der frühere
Delegat, Herr Dodge, jr., ist wieder in den Congreß
gewählt worden.
Gestern fand die Convention der westlichen Counties
dieses Staates zn Gunsten der E st e ck n n der
a i o e u n O i o E i s e n a n n a
Pittobnrg, zu ©rceitsbuxg, Westmoreland Co. statt.
Es läßt sich aus allen Anzeichen schließen, daß sie sehr
stark besucht war. (P. F.)
Der Deutsche, welcher vor einigen Tagen bei Cam
den in die Delaware sprang, soll I o a n n öm
e geheißen haben.
I n i a e i a i s e i n e u s e S n e i e
NamenS Franz Seck, in einem Anfalle von Gemüths
krankheit plötzlich verschwunden, und seine hinterlasse
nc und bekümmerte Frau bittet umMskunst über ihn.
i n i n n a i A s a e z e n S o n n a der
Ehrw. Herr SaP-ll einen alten Mann, Namens Wal
ker, mit einer Dame, deren Namen verschwiegen blei
ben sollte, trauen wollte, drehte sich die Lady um, an
statt „Ja" zu sagen und ging ihre Wege, die erstaun
ten Hochzeitsgäste hinter sich lassend. Der zweite
nüchterne Gedanke!^
Die Waschington "Union" beWttigt offiziell vie
Nachricht, das daS neue mexikanische Cabinet gegen ei
nen Krieg gestimmt und Meriko durchaus nicht in der
Lage ist, einen Krieg zn fuhren. Es wird daher Dol»
lars den Kngeln vorziehen.
N o e i n e E n e k n n g.—Professor Feraday
hat gefunden, daß Zink, wenn es geschmolzen und in's
Wasser gescbüttet wird, neue Eigenschaften annimmt.
Es wird weich nnd leicht schmelzbar, verliert nichts von
seiner Zäbheit, kann zum feinsten Draht gezogen und
zu den dünnsten Platten gepreßt werden.
No go. Dem Herrn Christopher Hughes wurde
bei feinem Abgange als Geschäftsträger der Regierung
der Vereinigten Staaten im 5?aag vom Könige von
Holland durch den holländischen Gesanden zn'Paris,
General Baron Fagel, das Commandenrkrenz des Or
dens von der eichnen Krone in Begleitung eines sebr
verbindenden Schreibens vom Minister des Auswärti
gen angetragen nnd eingehändigt, jedoch wie es sich ge
ziemt, unter Anerkennung der zugedachten Ehre, von
demselben abgelehnt.
E i n e I e e E i n S e S a i s u y a s
Biblotheker des Staates Pennsylvanien angestellt,
schnitt die wertvollsten Kupferstiche ans den Werken,
ließ dieselben einrahmen und aufhängen, wodurch, wie
er sich rühmt, eine Staats Bilder«'- Gallerie errichtet
würde. Dem Kerl gebört seyn bischen Verstand aus
geschnitten nnd dafür Stroh eingesetzt.
Fräulein Kelly, welche, wie so manche hiesige La
dy, keinen Strumpf stopfen und keine Suppe kochen
kann, dafür ihre Zeit mit Redenhalten gegen die Skla
verei ausgefüllt, wurde kürzlich in Mount.Pleasant,
Ohio, wo sie wiederum ihren Uusinn auskramen wollte,
zur Thüre des Versammlungssaals hinausgeworfen.
o a n i sch.—In o o k e n bat sich eine 36
jährige Indianerin von dem Stamm der Penobscot ttt
einen weißen Jüngling von 17 Jahren sterblich verliebt
und Gegenliebe gefunden. Sie wollen sich in Kür
ze traue»
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^l're. be ,hlt wird/ S i
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