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Der Vaterlandsfreund. (Canton, Stark County, Ohio) 1833-1836, August 09, 1834, Image 1

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Canton StarkCaunty/
SU u m. 17.
Für diese« Jahr sind folgende die
Bedingungen dieser Zeitung.
1» Dcr PreiS dieser Aeitnngist Ein
Thaler für den Jahrgang wenn inner
halb drey Monaten vom Empfange der
Aeitnng an,—Ein Thaler und fünfzig^Cents,
wenn innerbalb dem Jahre,—-nnd 2 Thäler,
wenn nach Verlauf desselben dezahlt wird.
2. Für eine kürzere Ieit als sechs Monat
wird keine Subscription angenommen, nnd
die Zeitung kann nicht aufgegeben werden
bis alle Rückstände bezahlt sind.
3. Bekanntmachungen kosten: Für eine
Woche 50 Cents das Viereck für einen Mo
nat S 1 und fifr ein Jahr 8 8 das Viereck.
4. Wer diese Zeitung durch den Post
seiter bekömmt, wird noch die zu seitliche
Summe vou 25 Cents zu bezahlen haben.
Briefe ic, an den Herausgeber muß
tu postfrey eingesandt werden.
X.
Vor einigen Jahren lebte in ei
nem kleinen Stadtchen in Con
necticut ein Mann, Namens Steh
fest Haltfest, welcher zu gleicher Zeit
Capitnn derMilitz, Kirchenvorsteher
iintMirchcnbiittcl war. Auch betrieb
er die Geschäfte einesKarrnmachers,
Bauers und Gastwirths. Sein
Haue stand der Kirche gerade gegen
über und nur wenige Uards von
derselben entfernt und lein Schild,
auf dessen einer Seite eine Punsch
schale und auf der andern der alte
Beelzebub selbst mit Hörnern und
Schweif, abgemahlt war, krähte
von Morgen bis Abend, zum
großen Aergerniß der Gaste, be
ständig sich in seinen Angeln schwin
gend.
Bey schönem Wetter dauerte
Kirchcnbüttcl Haltfest war das
Wetter schlecht so machte oder repar
irte er Wägen, Schiebkarren, und
andere Fahrzeuge, und Sonntags
verdiente er damit daß er
Reisende anhielt und ihnen das
Strafgeld abpreßte. Einen weitern
Verdienst erwarb er dadurch, daß er
die auf solche Irt Angehaltenen so
lochte, und sehr reichlich für Essen,
Trinken und Wohnung für sie selbst
undFutter und StaUuyg, ihrerGauie
anrechnete.
sich:
lange als möglich beysich zu halten«Grad anjiößig und diese Ver-
v
Er wurde für einen ausserordent
lid) frommen Mann, einen regel,
mäßigen Kirchenbesucher und einen
strengen Beobachter des häuslichen
Gottesdienstes gehalten. Doch um
lie Wahrheit zu sprechen es lag
Hey
ihm ein Grad weltlicher Klug
teit zum Gründe, welcher viel dazu
bey trug, daß seine geistlichen Ange
legenheiten seine weltlichenJntressen
nicht benachtheMqten. Er verrichtete
zwar feineFamilien-Gebete gewöhn
lieh bey offenen Fenstern, damit die
Nachbarn sein gottseliges Beyspiel
Sthörig beobachten möchten—aber
es lag dieser Einrichtung auch noch
etwas Anderes zum Grunde nam-
Gelegenheit zu haben die
Straße überblicken zu können des
Sonntags, um zu sehen obReijende
passirten, und an Wochentagen, ob
.wiche an seinem Wirthöhaus an
dielten. Mitunter, wenn weltliche
Geschäfte ihn drängten, wurden
seine religiösen Morgenübungen gar
nicht beobachtet dafür holte er es
indessen am Abend darauf, oder am
ersten
regnigten Tag, oder auf jeden
Fall so bald als die Geschäfte an-
K
fiengen schwächer zu gehen, mit Zn-^ Widerstand zu den Gesetzen sich
treffen wieder ein so daß, um seinen
eigenen Ausdruck zu gebrauchen, ob
,,gleich et sehr viel Stünden von Gott
^borgte, er doch sorgsam darauf sähe,
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Ohio,
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eine Bank nahe dem Fenster, wo er
dann auf die Straße und nach sei
nem gegenübcrstehendenWirthshause
blicken konnte auch war er dabey
immer der Thür so nahe, daß er au«
genblicklich und ohne die Gemeinde
zu stören hinaus konnte. Dort Eon
te er mit doppelter Weisheit, die zu
gleicher Zeit himmelwärts und erd
wärts blickte, mit den Ohren dem
predigen zuhorchen, während er sei
ne Augen beständig auf der Strasse
hielt, um zu sehen, ob irgend ein
Reisender die Gottlosigkeit besäße,
-vorbeizufahren—in welchem Falle er
sogleich aus der Kirche lief nnd den
Uebertreter anhielt.
Von allen seinen verschiedenen
Pflichten war keine, die er mit so
viel Eifer ausübte als diese. In
der That, er hatte einen dreysachen
Beweggrund er vollstreckte dasGe
setz des Staates als Kirchenbüttel
er legte seinen religiösen Abscheu für
den Sabbathbrecher an den Tag,
und was noch wichtiger war, wie
wir schon oben erwähnt haben, er
sicherte sich einen Gast für dasWohl
ergehen seines Wirthshauses—Den
obgleich es seine Seele über alle
zu
es doch durchaus nicht gegen seinGe
wissen, bey solchen bösenüebertretern
einen schönen Pens zu verdienen.—
Es war wirklich jein kluger sowohl
als
frommcrGlUndsatz, daß
Was chal dir Thor Deut Vaterlan d,—daß dir be? seine» Namen» Schall.—da» Herz nicht hbhcr schlägt
a
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ven
9
daß im Lauf deSJahrs dieRechnung, entweder zu ungestum oder zu schlau
richtig gemacht würde. jfut denKirchenbüttel waren. Unter
Anstatt daß er in der Kirche mit Riefen mögen besonders die Neuyor
fdnem Collegen in der Vorsteher-Iket Hollanderund die IänkieBlech
würde, denAmtssitz unter der Kanzel und Kleinigkeiten-Krämer erwähnt
einnahm, setzte er sich beendig auf werden. Wir wollen eins oder
Maaßen kränke-, die Leute den Sab. mich um Seine verd—te Yänkie«
bail) entheiligen
sehen, so stetig ™'r""schere
dieHeili-
gen ein vollkommenes Recht hätten,
demüthig von dem Fett der Sünder
zu zehren.
Doch das Amt eines Kirchen
büttel/ so wichtig es auch für die
Religion und den moralischen Zu
stand der Menschheit seyn mag, ist
gewöhnlich in einem nicht geringen
haßtheit vermehrt sich genau imÄer
bältniß zu dem Eifer und derWach
samkeit, mit welchen die Pflichten
des Amtes erfüllt werden. Nicht
jcdeiRcifcnte nimmt eine Festnahme
und Zurückhaltung gleichgültig auf
und Einige, anstatt dem frommen
Kirchenbüttel dafür zu danken, daß
er sie in „dem breitenWege" anhält»
würden mit dem unerklmbarsten Utv
dank, ihn eher einen sich in Alles
mischenden Heuchler nennen, oder
ihn vielleicht noch lieber umschlagen.
Solche Unglücksfalle sind dem
Vorsteher Stehfest Haltfest nicht
selten passirt: aber er errrug sie mit
christlicher Geduld ur.dStandhaftig
fett—er rechnete, daß er, im Gan
zen genommen, doch Geld dabey
mache, seine Pflicht zum Staate u.
zu seiner Gemeinde erfülle und sich
ausserdem noch einen beneidenswert
hen Rang unter den Heiligen erwer
be. Diese Beleidigungen undHin
dernisse betrachtete er als Satans
Maulschellen und je mehr er be,
leidigt wurde, jemehr Widerstand
man ihm machte, desto eifriger wur
de er in Ausübung feines Amtes.
Es ist wahr, es gab Reisende, die
sich festnehmen liessen, und lieber
ihre Strafe ohne Zaudern bezahlten,
als daß sie Unruhe stiften, oder durch
deren ferneren Zwangsmaaßregeln
aussetzen wollten. Es gab aber
auch Leute? die sich die Freyheit nah
men des Sonntags zu reifen, welche
zwey Beispiele als Erläuterung des
sen anführen.
Als Vorsteher Stehfest Haltfest
einst, an einem Winter,Sonntag,
auf seiner Bank in der Kirche saß,
und wie gewöhnlich auf den Fahr
weg blickte, sähe er einen stark aue
sehenden Mann, mit Pelhkappe und
Handschuhen angethan, in einem
Schlitten,— der von einem
Paar herrlicher Gäule gezogen wur
de. Das Aussehen des Mannes
und Fahrzeuges war, im Ganzen
e n o e n a s e k e n A e
strenges Pflichtgefühl, und dann
auch nebenbei) noch die Versuclunq
Geld zu machen, entschieden das
Verfahren des Kirchenbüttels au
genblicklich. Er rannte in vollem
Lauf aus dem Gotteöhause, griff in
die Zügel, und gebot dem Reisenden
mit gebietender Stimme zuhalten.
"Halten 1" rief der Fremde, der
frisch von den Teutschen Niederun
gen gekommen war— "warum soll
ich halten, heh
"Es ist gegen das Gesetz, Sonn
tags hier zu reisen."
"Gegen das Gesetz das warder
Teufel! Und denkt er denn, daß ich
iss*. I s s s s s
h,n
Gesetze Ich bin ein Hollan
der, und gehe wohin es mir gefällt,
Sonntag sowohl als an andernTa
gen."
Freund, hier könnt Ihr
aber des Sonntags nicht gehen
wohin es Euch gefallt. Ich bin der
Kirchenbüttel und Vorsteher in der
Stadt"
"Well, wennEr der Kirchenbüttel
und Vorsteher in der S a ist,
denn gehe Er mu hier auf derStraffe
aus dem Wege, und hqlte Er mich
nicht auf!"
"Meine Pflicht läßt e6 nicht zu—
Ihr müßt blei ben bis morgen,
Freund!"
"Was! bleiben bis morgen
Ich sage Ihm, ich will nicht bleiben
bis morgen so lasse meine Pferde
los, oder ich schlage Ihn in Grund
und Boden." Dabey zog dcr ehrli
che Holländer seine schwere Peitsche,
umdas Wortmit der That zu beglei
ten, als der Vorsteher ausschrie!
"Constabel! Constabel!"
Der Reisende blickte ruhig um
her, und da er dm Constabel aus der
Kirche kommen sähe, tief er aus
"0 Herr Vorsteher, Er mag seinen
Constabel rufen so lange er will ich
geb' keinen Teufel um alle Consta
bels und Kirchenbüttel in ganz Con
necticut.".
Mähend dem war der Constabel
in den Erreich der schweren Peitsche
gekommen. Der Fuhrman schlug
und streckte ihn z a e n in den
Schnee dann gab er seinen körn»
gefütterten Gäulen ein Züho! und
einenPeitschenknall, worauf sie plötz
lich vorwärts sprangen, denVorste,
her umrannten, über ihn schlüpften,
und mit einem Galopp davon jag,
ten den alle Kirchenbüttel und Com
stabels im Staate, wenn sie auch
Wind, Kraft und Much genug
besessen hätten, nicht im Stande gv
wesen wären einzuhalten.
Man hatte den unglücklichen Aus
gang von der Kirche aus mit angese
hen, und die halbe Gemeinde stürzte
heraus, um den Besiegten Hülse zu
leisten. Man brachte sie nach de8
VorstehersHaus? wo der Constabel,
der mehr vor Schreck krank, a!S
wirklich beschädigt war, sich bald
wieder erholce. Dem Vorstehet
aber war ein Bein gebrochen, auch
hatte er verschiedene Quetschungen
bekommen, und dadurch wurde et
gezwungen sechs Wochen lang das
Bett zu hüten. Wie großen Kutti
mer verursachte ihm das nicht denn
jeden So mag während ftinesHaus,
arrestes wurde seine Seele über die
Maaßen gekränkt, durch die gottlose
und beleidigende Art, mit der un*
verschämte Reisende ruhig ihre#
Weges zogen, Und so die Gesetze des
Staates ausser Acht liessen, seine et
gne heilige Authorität verletzten unv
ihn seines gewöhnlichen Verdienstes
beraubten.
(Fortsetzung nächste Woche.)
a e n i e o e o 6
Die Geistesproducte von Robitt
Ranger, welche iwVicksburg Regi
ster erscheinen, können nicht anders
als den Leser zum Lachen reizen. Den
nachfolgenden, aus Claibmn datir
tenBrief, haben wir auf Ersuchen ei
nes unserer Subscribenten aus dem
Englischen übersetzt. Abb. Intel.
Claiburn Cownty, October 1833»
Hall Columbia, ich grüße Dich
Bin ich kein Doctor, so hänget
(mich!
Ich mache sie brechen, laxiren und
s w i z e n
Und hilft das nicht, das Aderlas
sen wird nützen.
Lieber Dad Die Leute hän hie
den pfiffigsten Weg um Doctors zu
machen, den Du me gesehen hast
sie machen sie bey Stiem! Sie las
sen die Kerle durch ihre Doctor Ma
schine gehn, und for das Hab ich denn
konkludet hierunter zu kommen und
ein Doctor gemahlen zu werden. Ich
war härky 3 Stunden drinn, als ich
wie enfo schmärter Doctor heraus
kam, als dein Lebtag gesehn hast^
Ich wees selber net, wie ich heraus
kommen bin mein Gesicht war so
lang als unsers Müllers Esel sein, tu
ich Hab gar gescheut gekukt. In mei
ner Hand hielt ich einen großen Wa
kinstick, und die Halste von meinem
Hemde hing auf der Brust heraus.
Ich fühlte so gescheut wie'nc Gans,
so sober wie'n Esel, und sah so weise
ans als'ne Eule und es war mir schier
als wenn ich Alles gewest wäre denn
wenn ich die Wahrheit sagen soll,
Dad, ich habe ganz aus meinen Ele
menten gefühlt. Eo schickie mich
mein Mäster den nächsten Tag nach
seinen Kranken, und der erste wo ich
hinkam, hatte das Fieber. Ich pack
ihn am Arm, wie mein Mäster be#
sohlen halte, machte ein gräulich ge
schaut Gesicht, und that als ob ich
mich lange besinnen nutzte aber der
Kerl sagte sein Puls wäre ah der an
dern Seite von seinem Arm. Sel
lemals wär ich schier gekätscht worde,
wenn mein Mäster net gesagt halt',
wie mer sich bev so Mistäcks helfen
müßt. Ja, sagte ich, die regelere
Doctors fühlen an jener Seit, aber
wir fühlen an tiefer. Dieses ist so
en gescheuter Weg, den wir hän, um
uns raus zn helfest, wenn met so Mi
stäcks mache. A\
Wie ich lang oenvtz gefühlt ham,
sagt ick er solits Maul aufthun, daß
ich in seinenHals hinunter sehen kön
te und er hatte das höc! sie Fieber,
das sein Lebtag ein MenfdN*mfe 1
Dann fragte ich'n, wie vMW er gt*
gründet seitdem er krank HWst, und
A
it
Ii,
A
k
»i

(Aus der Constellation.
/5b e Kir che n e
e u cE und 1 era usgegeben von Meter Waukmaun.
ten August

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