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Der Vaterlandsfreund. (Canton, Stark County, Ohio) 1833-1836, September 05, 1834, Image 3

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Vom Auslände.
S a n i e n
Große Bestürzung herrschte unter den Be
wohnern Madkids wegen der Erscheinung
Iter Cholera in benachbarten Gegenden.—
Neuere Berichte melden drey Fälle, welche
sich am königlichen Hofe ereignet haben sol
len. Man hat alle Vorkehrungen getroffen,
die Verbreitung derselben zu hindern. Ge
NeralRodill, Oderbefehlshaber der Spani
schen Armee-CorpS gegen die Carlisten, soll
bereits mit einer Adtheilung v 11,000 Man
dey Victoria eingetroffen seyn. Im Gan
zen werden ungefähr 40,000 Mann in die
sem Feldzug in Aktivität treten, und wenn
die Unterhandlungen des Englischen Ge
sandten mit dem Carlisten General einen
ungünstigen Erfolg nehmen, sollen unver
züglich Anstalten zu einer Hauptschlacht ge
troffen werden. Eine Englische Zeitung ver
breitet die überraschende Nachricht, daß Don
Carlos am 7ten July in Bajonne angekom
men sey, den Tag darauf wiederum das
Spanische Gebiet betreten und starken An
hang unter dem Volke gefunden habe. Die
se unverhoffte Erscheinung muß, wenn sie
gegründet »st, allerdings zu neuen blutigen
Auftritten Veranlassung geben. Andern
Französischen Blattern zufolge hat Don Car
ios die Ar ficht, seine Residenz in Paris auf
zuschlagen, und dort die Entwicklung der
Spanischen Angelegenheiten abzuwarten.—
Was es aber auch mit diesen beyden Nach
richten für eine Bewandniß baben möge, so
kann man auf jeden Fall die Folgerung da
raus ziehen, daß Don Carlos trotz seiner letz
tenMßgeschicke immer noch einen mächtigen
Einfluß in Spanien hat, und in ununter
brochener Verbingung mit seinen Anhängern
steht. Allem Vermuthen nach hat er mach
tige Stützen im nördlichen Europa. Sein
Credit ist so groß als jemals. Erst kürzlich
ist es seinem Agenten, Baron Haber, gelun
gen, mit Hülfe einiger der ersten Wechsel
Häuser in Paris eine Anleihe von 125 Milli
onen Franken für ihn zn erheben. Die Fran
zösischen Politiker stellen den Instand Span
iens in keinem sehr vortheilhaften Sichte vor.
Auch in andernjHinsichten ist der Zustand
dieses Landes bedauernswerth. Im Nor
den haben furchtbare Stürme die traurigsten
Verheerungen angerichter, und im Süden
wüthet die Cholera.
o u a l.—Briefe aus dem
nördlichen Italien melden, daß Don
Miguel Genua verlaßen, ander Kü
fte von Sardinien gelandet, und v.
da in das Oestreichische Gebiet sich
verfügt habe, woraus man schließt,
daß er gesonnen sey, in den Romai
nen des Oejireichischen Kaisers für
sich und sein Gefolge ein Asyl zu
suchen.—Auch Portugals bürgerlich
er Zustand erregt neue Besorgniße.
Don Pedro liegt gefahrlich krank.
Ein Gleiches sagt man vom Herzog
von Broglie. Die zahlreichen An
Hänger des päbftlichen Hofes arbei
ten beständig an der Stimmung des
Volks. Heere von Mönchen sind
durch dieAushebung der Kloster brod
und heimathslos geworden. In
deßen hat man der größern Anzahl
derselben Pensionen in monatlichen
Raten von 10 bis 18,000 Rees be
willigt. 6,400 Rees machen 16
Schilling.)
k e y i e o n u n z u
friedlichen Unterwerfung der Insel
Samos war vergebens die Mehr
heit der Bevölkerung ist der Pforte
abgeneigt. TürkischeGewalt wird
also vermuthlichden Streit entschei
den. Mit der Zmückerstattung Al
giers an die Pforte scheint es ernst
werden zu wollen der Sultan hat
deswegen Couriere nach London und
Paris geschickt. Frankreich scheint
mit dieser Maßregel heimlich einver
standen zu seyn, indem es keineHoff
mrng hat, wesentliche Vortheile aus
der fernem Behauptung seiner Co
lonic in Algier ziehen zu können—
DasKlima, welches der körperlichen
Constitution der Europaischen Co
lynisten nicht zu behagen scheint, u.
der fortdauernde unauslöschlicheHaß
der angränzenden zahlreichen Arabi
schen Völkerstäme, der oft in That
lichkeiten ausbricht sind wohl die
vorzüglichsten Hinderniße, deren
Ueberwindung nöthg wäre, um die
die Existenz der Colvnie zu sichern.
Hierzu ist aber wenig Wahrschein
.vorhanden: mithin dürfte
9
dieAuflösung derselben doch noch am
Ende erfolgen.
In England hat Lord Grey seine
Stelle als Premier-Mimster nie
dergelegt.
[Alte und neue Welt.
Am 18. August, Abends um 10
Uhr, versammelte sich eine Menge
Volks auf dem Mount Benedict,
demKloster gegenüber, und gab des
senBewohnern durchToben undGe
schrey ihre 2(tficht deutlich genug zu
erkennen, und forderte dieselben aus,
sich heraus zubegeben, da es ihre
Absicht sey das Gebäude zu zerstö,
ren. Es befanden sich den Abend in
dem Kloster: dieÄbtissin, iMon
nen und 97 weibliche Schülerinnen.
Die Wirkung dieser Aufforderung
auf die Nonnen und deren Schüler
innen, war Höchst traurig und rüh,
rend für jedes gefühlvolle Herz.—
Viele Nonnen sielen in Ohnmacht
und konnten erst nach einiger Zeit
ins Leben gebracht werden. Nach
dem sie wieder zu sich gekommen
waren, sagte man ihnen, daß man sie
mit verbrennen würde, wenn sie das
Gebäude nicht augenblicklich verlies
sen. Die jungen Schülerinnen hat
ten sich bereits zur Ruhe begeben, u.
wurden nun von ihren Vorgesetzten
eiligst aus dem Schlafe geweckt
was von Kleidungsstücken in der
Hast ergriffen werden konnte, wurde
mitgenommen, durch eineHinterthüre
in den Garten geflüchtet, und sich an
einem Grabstein versammelt allein
auch hier wurden sie vertrieben, und
suchten nun einen Zufluchtsort bey
den Einwohnern der Stadt. Und
nun folgte ein nicht zu beschreiben
der Austritt. Hunderte strömten in
das Kloster, zerschlugen Thüren,
Fenster und Hausgerathe in wttder,
verbrecherischer Wuth. Zwischen
1—200 fantastisch gekleidete Kerls,
mit bemalten Gesichtern, sammelten
die theuren Hausgerathe in Haufen
und zündeten sie, unter wildem Ge
schrey an. BrennendeFackeln wur
den an vielen Stellendes Gebäu«
des gelegt, und um halb ein Uhr
stand alles in hellen Flammen das
Dach stürzte mit fürchterlichem Ge
krache zusammen nun zündeten die
Mordbrenner auch die sogenannte
Bischoffs Lodge am Fuße des Hü
gels (das alte Nonnenkloster) ein
hölzernes Gebäude, an, und alles
fiel!—ein Opfer des Fanatismus,
der sogenannten Aufklärung in den
Neuengland Staaten. Um 3 Uhr
war das Werk der Zerstörung vol,
lendet, ein Freudenfeuer wurde nun
angezündet zur Feier des Sieges,
den fanatische Dummheit und Bos,
heit über Menschlichkeit, gesunde
Vernunft und die Gesetze desLandes
davon getragen hatte. 'Drey kost
bare Klaviere, eine Harfe und viele
andere musikalische Znstrumente,
wurden aus den Fenstern geworfen
zertrümmert und verbrannt. Viele
von den ZögU ngen in diesem Kloster
(welches eine Erziehungsanstalt für
Madchen war,) sind aus Westindien
und den Nachbarstaaten, und solange
in eine verlassene, bemittleidungs
werthe Lage versetzt, bis sieNachricht
und Unterstützung an nöthigen Ktel
dern und andern Bedürfnissen von
ihren Aeltern erhalten.
W e i (f ch e II n e s ch o cf e n#
e i t.—DerBoston Patriot erzählt
das Folgende"Am Samstag
Nachmittag ungefähr um 4 Uhr, fiel
ein Sohn desHrn. Justin Andreas,
oder 10 Jahre alt, ins Wasser v.
einer der Whersten, oberhalb der
Boston Südbrücke, hinter Washin
gton Strasse, und war in Gefahr
zu ertrinken. Seine Mutter und
seine Schwester sahen seineLage von
den Whersten aus, und rief laut um
Hülfe, als ein junges Inländisches
bigeS
en.
Weib, eine Dienerin der Familie,
da sie keine andere Hülfe bey der
Hand sah, in das Wasser sprang,
den Knaben erfaßte, und ihn mit
dem einen Arm unterstützend sich mit
dem andern an einem der Pfosten der
Wherfte klammerte bis eimgeMän
ner zu ihrem Bastarde herdeyka,
men.
Ein junger braver Mann von
gutemHerkommen, wurde von seinem
Meister beauftragt, das Geschäft
auf einige Tage zu übernehmen.—
Wahrend des MeistersAbwefenheit
nahm er einige bedeutende Zahl
ungen ein, verschloß die Noten sorg
sam in eineKiste und übergab seinem
Meister dey deßen Rückkehr mit
innerer Freude über die gute Ein
nähme den Schlüßel zu dem gesam
Hielten Schatze. Aber welcherSchre
cken überfiel den jungen Mann, als
bey Oeffnung der Kiste nicht eine
Spur von den Noten zu sehen war.
Wie groß war seine Beschämung,
welche den Anschein eines entdeckten
Verbrechens trug, als ihn sein wäh
lender Meister mit mißtrauischen
Augen beobachtete. Er konnte nur
stotternd versichern, daß er die No
ten wirklich in die Kiste gelegt habe,
aber wie sollte er seine Behauptung
beweisen, wie konnten die Noten so
verschwinden, ohne daß die Kiste
geöffnet worden war. Es ist schwer
zu sagen, welchen Eindruck die
schimpflichen Folgen dieses Vorfalls
auf ein empfindsamesGemüth hatten
erzeugen können, aber—indem der
Meister die Augen fest auf den Bo
den der Kiste heftete, entdeckte er
einige Ueberreste der »Noten und bey
genauer Untersuchung der Kiste be
merkt er einMausioch.—Dem guter
Name ist gerettet mein Junge,
sagte der Meister, aber mein Geld
ist fort. Geld! soll ich dies nennen
—beßer, werthlose Lumpen
Wie verdient würde sich der
Staatsman um dieses Land machen,
welcher nur die schöne Zeit des har
ten Geldes wieder herstellen könnte.
Vorstehende Anekdoten sind buch
stäblich wahr, eine Auslegung ist
unnöthig.
e
Der Unterzeichnete hat sg eben ein großes
Sortement von Teutschen und Englischen
Büchern erhalten, unter welchen namentlich
folgende sind:
,,Teutsche, Englische und Französische
Bibeln, Eatechismen und Gebetbücher
das gemeinschaftliche Lutherische und Re
formirte Gesangbuch Walms Christen
thum For's Buch über Männer Eng
lisch nnd Teutsche, und Englisch u. Fran
zösische Wörterbücher, Dictionare) :c.
welche alle er eben so wohlfeil verkaufen
wird, wie irgend ein anderer Buchstohr o
der Krämer Pädler im Caunty. Alle
Personen welche zu kaufen wünschen, wer
den es zu ihrem Nutzen finden, wenn sie an
rufen und die Preise untersuchen, bevor sie
anderswo kaufen.
auf
Canton,?!ov,
John Saton.
W o s i n
Baptist Kunzer und Dr. Wucherer?
Beide aus Freyburg im Großherzogthum
Baden. Zuverlässige Nachrichten verechti
gen zum Glauben daß sie sich im Staate
Ohio befinden. Irgend jemand der ihren
»Aufenthalt weiß,—oder woferne dieses ihnen
zu Gesichte kommen sollte,—so ertheile man
gefälligst Nachricht an den Unterschriebenen,
und addrEire wie folgt:
Joseph Buttenmueller,
Ohio
t#
belieben o,
Gegendienste einige
mal
einznrück
William Bryee,
Advocat'und Anwald der Gesetze.
Hat seine Amtsstube in der Recorder'»
O s s i s z w e y e n w e s i v o o u
a u s e
V*'
w $'•
•tft
Sattlerei
Wohlseiler denn jemals!
Die Unterschrievenen zeigen ihren Frenn«
den und Kunden, und dem ganzen Pulifum,
ergebenst an, daß sie in Geschäftsverbin
dung getreten sind. Sie haben ihrenSchapp,
in der Tuscarawas Straße, in Canton, (ge
rade dem nenen Bankhause gegenüber, frü
her bewohnt von PHUip Dewalt.) bedeu
tend vergrösse«, und werden daselbst bestän
dig auf Hand haben, ein großes Affvlti
ment von
Sattel, Zäumen, Sattelbägs,' Feilt
Gäulsgeschirr jederArt, Coffer,
Feuer- Eymer, Loudoner Wa
gen Peitschen, Reit-, Elegan
te^ chargirte-, u. Gig-Peit
schen, Statsch-Flechten je
der Ganmg.
Alles von guter Qualität, mit den besten
Materialien und sauber gemacht, wollen sie
im Großen und Kleinen, so wohlfeil als es
in den westlichen Staaten irgendwo zu ha
ben ist, gegen a a e oder annehm
liche Landesprodukte verkaufen. Alle ge»
machte Bestellungen werden aufö schnellste
ausgeführt.
N.B. Wm. Bealsist dankbar für die
empfangenen Gnnstbezeugmigen er bittet
um deren Fortsetzung und wird sie, wie bis
her,zuverdienen suchen.
zu verkaufen.
Der Unterschriebene ist Willens seine
Plantage, bestehend aus 86 Acker, wovon
40 Acker geklart sind, zu verkaufen. Es be
findet sich darauf, ein
sehr
gutes Blockhaus
nebst Scheuer, und vortreffliches Wasser»
Seine Bedingungen sind billig. Kausiieb
habern könnte alles Vieb und die ganzedieö
jährige Erndte mit überlassen werden, und
belieben sich zu
melden bey
Dam«l Rausch«».
Nimischillen Tp. Stark
Caunty,
Scheriffs Verkauf.
In
Folge eines besonderen von der Sü»
preme Ccuit des Staates Ohio,
in
und füL
Start Caunty, an mich gerichteten Schrü»
be ns, werde
ich
seö zu Canton, auf Mittwoch den Isten Tag
des nächsten -Octobers, um 10 Uhr Vormix
tags, das hierunten beschriebene Stück
zum Verkauf ausbieten, nämlich
Einen Theil des nördlichen Viertels, der
Sections, Taunschipl?, RangeS, anfan
gend bey dem Pfosten 20 Ruthen südlich v»
der nordöstlichen Ecke deS genannten Vier
tels dann südlich tritt der SectionUnie 69
und ein halbe Ruthe zu einem Pfosten dail
südlich 65 Grade, westlich 84 Ruthen zu ei«
nem Pfosten dann südlich 86 Grade, west
lich 16 Ruthen zu einem Pfosten darm
südlich 42 Grade, und 54 Ruthen westlich
zu einem Pfosten dann westlich mit
Viertelslinie 50 Ruthen, zu einem Pfosten
dann 187 Ruthen nördlich, zu einem Pfo
sten dann 124 Ruthen östlich, bti zum
Anfangspunkte enthaltend 88 Acker und
70 Hundertstel, mehr oder weniger. DieS
Eigenthum von John Martin, wird dem gt*
dachten Erecutionsdefehl zufolge, zu Tun»
sten von Catharina Martin angegriffen.
Land
a u e e y
Vier nnd Achtzig Acker ttnb, von guter
Qualität und in einem vorzüglichen deutschet!
Settlement, worauf sich zwey gut beschla»
gene Blockhauser mit Kellern, und eine schd
ne ganz neue Schweizerscheuer befinden.
Ein vortrefflicher BaUwgarten und zwey vor»
treffliche Springen, eine beym HauS und
eine bey der Scheuer. Ungefähr die Hälfte
ist klar, nnd die andere Hälfte de steh N»
gutem Busch auch befinden sich 10 Acker
W'esett dabey. Wer Lust hat diese schöne
Gelegenheit
zu
kaufen, befrage sich bey
Unterschriebenem, dem Eiqenthümer dieser
Plantage, in Springfield Tannschip Colum
biana Caunty, Ohio, 8 Meilen von Peters
burg. wo jeder den
auogen
Preis und die Bebt«-
erfahren kann.
GMgfield Tp. Aug. 8,18S4. IM
Der Drucker braucht
M'
V*.

Zerstörung des Ursulinerklosters in
a e s o n u e n
w e n e n ö e
e u s e u n E n i s e
Canton, July 26. 1884. L-M.lS
C&NTOJV, Stark County, OMo%
August SS. 1834.
O* Teutsche Blätter in
Eisen, Pistolenhalftern, Cav allen
sten Chackos, Patrontaschen, ic.
Dearborn Geschirr, Kummets,
William BealS und
John Buckius, jun.
Canton, Aug. 29. 1824. 20—tf.
E i n e u e a n a s i
August 29. 1884. 4wU
an der Thür des Courthau»
Georg 9t. W-bb, Scheriff.
Canton, Aug. 29. 1834.
Bortreffliche
z u v e k a u e n
Johannes Groß.

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