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Der Vaterlandsfreund. (Canton, Stark County, Ohio) 1833-1836, October 24, 1834, Image 1

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Bedingungen dieser Zeitung.
Hoch mit der Gemse stiegen dort
Die Männer jener Zeit
Lln ihren Alpcnschädeln fort
Mit lühner Sicherheit.
1. Der PreiS differ Zeitung ist Ein
a e i e n a a n w e n n i n n e
halb drey SDionatwt vom Enipfange der
Aeiiung an,—Cin Thaker und fünfzig Cents,
wenn innerbalb dem Jahre,—und ZTbaler,
tvenn nach Verlauf desselben bczahl wird.
2. Für eine kürzeres Zeitals sechs Monat
who keine Sudsscription angenommen,und
dieAeitungwnn nicht aufgegeben werden
bis alle Rückstände bezahl! sind.
3. Bekanntmachungen kosten? Für eme^
öcche SO (Efnts das Viereck für einen 9aem 6tuim uiiibtraeDrebr.
Monat Lt und für ein Jghr STHal-r das
w v a.
De? thatgewisse Jüngling schwang
Sich über Klippen hin,
Und lernte stelz am Felsenhang
DeS ManueS hohen Ginn.
Und stählte seinen Arm,
Indem er.Waffen schliff.
Daß er vom edlen Fvrne warm,
Mnos galt, zur Armbrust griff.
Dort,«» die Havinehroht,
Eaß er am Welkenbach,
Und dachte stumm dem Machtgebot
DeS Awinghettn ahnend nach.
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bekömmt,wird noch die zusai liche Summe
von 25 Cents zu bezahlen haben.
ßli?" Briefe ic.dti den Heransgeber Müs
sen pvstfrey eingesandt werden.
DaS Herabkommen vom Gotthard.
Dumpf donnert dnrch die Alpenwand
Tief unter meinem Tritt
Der Waldstrom in das Heldenland,
Und nimmt die Felsen mit.
Der Berg, der in die Wolke taucht.
Verbirgt deS Jägers Bahn
Und auS der Gletscher Schluchten haucht
Zm Sommer Frost mich an.
Dort stand das alte Schloß im Thal
Wo mm der Wald ström ruht
Und vor dem Schloß gepflanzt der Pfahl,
Und auf dem Pfahl der 3 ut.
Und Flüche betend blückte sich
Der Haufe vor dem Hut:
Und in allen goh innerlich
Tief fürchtcrUch die Wuch.
Da schritt ein Mann voll Ernst vorbey.
Gerade und fest und schnell.
Erblickte kaum das Konterfey
Und dieser Mann war Tel!»
Der Söldner braust, der Vogt eilt hin
Ium Unheil «nd erblickt
Den Frevel, dessen kühner Sinn
eich nicht vor Unsinn bückt.
Dort ftckvd der Knabe mit dem Ziel,
Nach dem der Vater schoß.
Laut jauchz't, als nur der Apfel fiel.
Daß Volk trotz GeßlerS Troß.
Wozu der zweite Pfeil Mit Echerzenton
Kragt' ihn der Wütderich.
"Derzweyte, Geßler. fiel mein S»W
Der zweyte war für dich." ZT*-
^Mit Vaterangst im Herzen lann^^-:
DäS Ziel, das er gewählt,
Auch fehlen-ein erfahrner ManyL?^.
Dich tzäik' ich nicht gefehlt."
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Mit Miwm befiehlt Z^r PlütdtsDt^
Die Buden fesseln ihn,
Mit ihm, wo ihm der Htnkerdrkht,"
R«ch Küstnacht hinzuzieht!
Don stach die Rotte durch, die ghtff
Mit dem gefangnen Mann
Dort packle sie des Windes Wuch
U«d warf sie himmelan. i
Dort wo der See sich welter macht
Und sich der Felsen thuimt,
Wurde durch die Wetternacht »V
Daß Boot hiuabgestütmU'» -M
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.f Der BUK fährt tief, und voG die
?"»»?*.»« 8«!fe« «ißt:
Der Schander deS Gesetzes stand
Und gieng und kochte Wuch
Da taufte Tell sein Vaterland
3^r Freiheit durch sein Blut.
Dort war'S, wo ibn der Würger hat,
Den Retter in dem Schiff,
Daß fr befreyt ans Ruder trat
Und kühn das Ruder griff.
Und mmhig, mächtig, mächtig'zog,
Als man ihn walten ließ,
Er, bis er dort ans Ufer flog#
Und sie vom Ufer stieß.
Mit heifler Andacht dank er Gott,
Wo die Kappelle sieht
Und Geßler war der Wogen Epott
Und plötzlich wechselt Eis und Gluth
In deS Tyrannen Geist.
Gleich Gemsen schoß des Freyen Fuß
Auf Alpenhöhen fort:
Er hörte feiner Freunde Gruß,
Und gab sein Losungswort.
Und längs den Schluchten weit hinab
Trug er den Löwenzorn,
Mit Tod im Köcher auf und ab
Durch Klip und Hagedorn.
Des Grabes Stille^herrscht' im Thal,
Der Frepheit Aufferstchn
Man sah de» Männer kleine Zahl
Mit Thaten schwanger gehn.
Kaum war der Vogt dem Aogensturz
Des Elements entflohen.
So sprach et wieder stolz und kurz
Dem Recht des LandmannS Hohn.
Hin zog er, wo dorr rechts die Schlucht
Des Sees ins Land sich dehnt.
Und Küftnacht tiefer in der Bucht
Mit Burgverließen gähnt.
Ergrimmt betrat er und mit Fluch
Des Ufers ersten Stein,
Und st.ckte schon in Pest.,emch
Im Geist die Frevler ei«.
Schon hörte träumend der Despot
Den Schergen, dem errief.
Als nah und tiibrr ihm der Hvd
Wcht mehr im Köcher schlief.
Tell sah d?S Knaben Angesicht,
De« man zum Ziele zwang,
Uhd hegte plötzlich Hochgericht
Vem schroffen Felsenhang.
Und laut und hoch brach dutch die Luft
Der Rettung großes Wort
Von Felfenkluft zu Felsenklutt
Mit durch die Alpen fori*
Mit Art und Epeer und Pfeil u. Schwert
Begann der schöne Krieg.
Für Freyheit, Recht und HattS und Herd,
Und endete mit Sieg.
"v Tell lebe mit LeonidaS
Fm eigenen Geschlecht
Wer dich zu schänden sich vermaS,
Bleib em Tyramlentnecht^
Wenn der gesittete^
Dt? rauhe Tugend ddhnt.
Hat dich sein Kreuzchen und Tala»
Schon mit ihm ausgesöhnt.
Jetzt
hauche deinen Heldengeist
Den Alpenkindern ein,
Daß sie, wenn sie Gefahr urntteist.
Ver^lMdie Alten scyn. Seume.
WaK that dir Xhor dem Vaterlan d,—daß dir be» frtneS dtamfiiS Schall,-d»S Herz nicht hdher schlägt)
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(Weltbürger.
i£: Einen Mantel trocken zu halten.
Ein Mann vom Lande, setzte sich
jmullch inNeuyork, während einem
schweren Regen auf die Schwelle tu
ms Hause«, auf einen neuen, schön
zvsamen gelegten Mantel.—"Kom,
men Sie herein, mein Freund," rief
ihm der Bowohner des Hauses zu—
"bleiben doch nicht im Regen
schenkst.nst werden Sie durch und
Die kranke Wittwe.
MAeiden ist in allen Fallen ttiltb
kommen, allein in solchen besonders
vielmehrwo eö unerwartet kommt.
Ein Herr spazierte eines Morgens
früh, unbekannt und ganz allein durch
tine der Vorstädte Wiens, und
wurde von einem 12 jährigenKnabe
angeredet, welcher mit niedergeschla
genen und lhranenden Augen, u. mit
furchtsamen u. stotterndem Tone ihn
um ein Almosen bat.-^-Die feinen
Züge des Knaben, dieBescheidenheit
tn seinem Bmehmen, dle Röche
welche seine Wangen färbten, die
Thranen welche scinemAuge entroll
sen, und sein zögernder, verwirrter
Und gebrochener Ton, in welchem er
henFremden anredete, machten einen
Außerordentlichen mitleidensvollen
Eindruck auf diesen.
"Du scheinst nicht,", sagte der
fremde, "dazu geboren zu seyn um
Almosen zu bitten. Was hat dich
dazu gezwungen?"
"Ich war in der That nicht ge,
boren/' erwiederte der Knabe mit
tiefen Seufzer, begleitet mit einer
gluth vonThränen, "in einer solch
en verzweiflungsvollen Lage? Dae
Mißglück, meines Vaters, und die
unglücklichen Vcrhaltnißcn, in wel
che meine Mutter nun versetzt ist, ha
ben mich dazu gezwungen."
"Wer ist dein Vater
"Er ist ein Kaufmann, welcher
sich ziemlich Credit erworben hatte,
und anfing sein Glück zu machen—
Das unerwartete Falliment emes
seiner Correspondenten ruinirte ihn
aanz und gar. JnFolge de»Grams
über diesen großenVerlust, worüber
er sich nicht hinwegzusehen wußte,
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«v, "V o i
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durch naßi" ^Zch danke Ihnen,"ibesuHt
sagte der Fremde—"»ch danke Jh- "Icy bin $txtä auf dem W exe
nen herzlich. Ich habe nnen guten'einen aufzusuchen, allein ich treu
dicken Mantel unter nur." "Unter
Ihnen —Sie sind ja tvü—Wenn
Sie nicht herein zu kommen genügt
find, so würden Sie klüger handeln
lhn anzuthun." Hh nem, es ist ein
funkel nagel neüir Mantel, und ich
wünsche denselben trocken zuhalten.
(N.Z).Trsp^
ÖÄMTteÄ
tin» Zuflucht in dem Haue eimS 50C/®r'
gtnndts meine« Vater«.
Mutter hat sich bis zu dieser Stun
de bestrebt, sich selbst u. meinen jün
Scham und mein Errvlhcn zu bfsie*
gen. 0 haben Sie Mitleiden
mit meiner unglückliches Mutier
Geben sie mir doch etwas, womit
ich sie trösten kann."
"Wvhnt deine D»uttet.wt'it von
hier?"
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gern Bruder durch schwere Arbeit 5"^^
jucrnÄkten allein v°rKa.,-,cmNach. ^iß werden Ä- mch-v-rlaß!!i
wurde sie von einer heftigen Unpaß
lichkett ergriffen, welches mir fast
alle Hoffnung ihrer Wiederstellung
nimmt. Ich bin entblößt von allem,
u.rocifc nicht auf welcheWeise ich chr
Hülfe leisten kann. Ungewohnt um
Almosen zu bitten,hah ich nichlMuth
genug, diejenigen anzusprechen wel,
che sich meiner erinnern würden.—
Sie mein Herr schienen mir ganz
fremd, und bey ihnen habe ich das
erste Mal den Muth gefaßt, meinem
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pOk wohnt «Üi Enc dieser
Straße,, in dein letzten Hause liüker
Hapd, int dritten Stock#.3
^Hat noch kein
~%H,
''ts *m^:
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KMAHn.
A a a n 6
im-
nlcdc womit ich lhn bezahlen soll, u.
womit ich die MeOichi bezahle,
welche er ihr v o sch i
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wird."
Der Frcnide zog seinen Geldbeu
tel hervor, und gab ihm einigeGul,
den, indem er sagte Lauf^gesch
winde, hole einen Arzt, und pflege'
deine Mutter." Der Knabe, zwar
mit einer einfachen, iedoch lebhaften
Ausdrückung elnes dankbaren Herz
ens, dankte er ihm und lief davon.
In demselbenÄugenblicke beschloß
der Fremde, die Winwe selbst zu
besuchen, sobald ihn der Knabe aus
dem Gesicht verloren haben würde.
Er ging die Treppe hinauf und daft
in ein kleines-Kammerchen, wo er
nur ein wenig altes Gerath, einen
alten Kleiderschanki und ein Bett
wahrnahm» aus welchem letztern die
kranke Frau nebst ihrem Kinde lag.
Die Wittwe war im Stande der
tiefsten Niedergeschlagenheit, und
der kleine Sohn, der auf ihren Füs
sen läg, konnte sich fast in seinen
Thränen Baden.—Sie versuchte
ihn zu thrösten, doch ach? sie selbst
gebrauchte des Trostes zu sehr.—
Der Fremde redete sie an, und in
dem er sie tröstete, fragte er sie nach
den Verhältnißen ihrer Krankheit,
als ob er Mediciner sey. Sie ant
wortete ihm so wie möglich, dann
seufzend und thränend stieß sie aus:
"^lch Herr meine Unpäßlichkeit de
steht aus einem zn tiefen Grunde
die medicinische Kunst hat keineMit,
tel dafür. Ich bin die Mutter von
zwey unglücklichen Kindern. Mein
Unglück, und das meiner Kinder ha
ben mein Herz schon so sehr durchs
bohrt. DerTdd allein kann diesem
Elende tin Ende machen—aber auch
dieses macht mich schaudern, in Be
tracht der Hilflosigkeit, in welche
meine armen Kinder dann verseht
seyn werden," Hier flößen ihre
n e n i n o e n u e
undrollten über ihre Wangen.
Sie offenbarte ihm alle Besorg
niße, wovon dieser vermuthete Doc-
u'pvz
luuvuu vicut
rn' Melancholie in Zeit vvn^ schon vorher in Kenntniß «setzt
v.e- M°chen, wodurch nun unser wodurch jedoch neuerdings
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wie.
(««««...»
1?9
",re Hvffnunaen nicht auf
bey allen diesem. Gott wird sie
nicht verlassen, Ich nehme Theil
unglücklichen Lage un)
s
werden. —Denken Sie gegenwärtig
an die ausbewahrung eines Lebens,
welches so kosibar für ihre Kindel
ist. Haben Sie ein Stückcden Pä
pier, worauf ich ein Recept schreiben
kann?
Sie rit äugenblickttchöitiBlStiMG'
einem kleinen Buche, mit welchem
dtt zu ihren Füßen sitzende kiene
Sohn von ungefähr sieben Jahren,
spielte.
Der Fremde sagten Maid et ker
tig geschrieben hatte, "diejes Mittel
wird zu. i
hr er e sund he it behtr agen
und wenn es nöthig seyn wird, svH
werden wir noch ein beßeres finden.AZ
Ich hoffe daß ihMelundhejt in km-^..
zer Zeit wieder Hergestellt seyn wird»^
Er ließ das Stücken Papier fctifi-gk
dem Tische, und gieng weß.
Bald hernach kam der altesttSöhn^H
e o sieIwieder jittkick. ^heuersteMutter,"^
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E s n o n S a k a u n y O i o e u k u n e a u e e n v o n U e K n
Ii II lit. 28. JJF a den 24 ten Mctober l834.

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