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Das PW-Echo. (Camp Rucker, Ala.) 1945-194?, February 01, 1946, Image 4

Image and text provided by University of Alabama Libraries, Tuscaloosa, AL

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- Uhaar' Weg
Anlaaessli^h der Wie de rer oe.f Innung der Heidelberger Univeraitaet richtete
Profossor Bauer die folgen den V/ orte an die Studenten t
. Ohno Toleranz gibt es. keine Demokratie — und ohne Domokratio keine deutsche
Zukunft.
Violen ist dies nur .eine Bestaetigung fuer die Richtigkeit des nunmehr
eingoschlagenon Weges« Aber auch dom letzten Zweifler sollte es" ein Grund zur Uober
logung sein. Wir wollen uns diesen Satz zu einem festen Leitspruch unseres ferneren
I^bens werden lassen« Nur so koennen wir der Welt beweisen, dass wir aus unsern
Fehlem gelernt haben und bereit sind, uns die Anerkennung der Welt wieder zu er
werben «
Es kann nun aber nicht erwartet werden,, dass sowohl Jugendliche als auch
Erwachsene Willens sind, fuer eine Weltanschauung o'inzutreten, wenn sie innerlich
von dieser noch nicht ueborzeugt sind und noch Zweifel hegen an der Richtigkeit
ihrer Erkenntnis, Ein Chemiker, der nur die Formeln beherrscht und noch nicht in
die Materie eingedrungen ist, wird nio ein guter Chemiker sein« Deshalb wollen wir
uns nicht nur aeusserllch, nein auch innerlich ganz zu den Sielen der Menschlichkeit
bekennen. Seien wir doch einmal ehrlich: kann es ueberhaupt noch Zweifel um Grund
fragen wie Toleranz, Mensohenwuerde, Freiheit und Vernunft geben? Sind das nicht
Fundamente, auf denen ueberhaupt nur ein wuerdiges Zusammenleben basieren kann?
Entsprechen diese I^benspr inzipien nicht den uns von Gott gegebenen Gesetzen?
Gott sprach ja zu uns: ‘'‘Liebe deinen Naechstcnl” Er'meinte damit aber nicht nur
eine bestimmte Gruppe von Menschen, wie man versuchte, uns zur Zeit dos Rassenwahn
sinns einzuimpfon»
Ist es nicht beschaemend, einen Menschen nur deshalb zu verfolgen, weil er
ein Angehoeriger oines anderen Volkes odor einer anderen Rasse ist? Kat nicht jedes
Volk der Welt seinen Teil zu der menschlichen Entwicklung böige tragen? 'Wir nuessen
uns losloesen von einem a'llsu engstirnigen Denken und auch die Leistungen anderer
> Voelker anerkennen« Erst wenn alle versuchen, sich gegenseitig verstehen zu lernen,
wird es zu einer VoellcerVerständigung kommen«
Fuer uns besteht nun die Verpflichtung, dafuer zu sorgen, dass die genann*
ten Ideale in un3erm Vaterland verwirklicht werden. Wir haben nicht nur die Aufgabe
des 'Wiederaufbaus unsres Landes, sondern wir muessen den Schandfleck, der auf un
ser m Namen liegt, durch unsern guten Willen zur Mitarbeit an einer friedlichen
Welt wieder tilgen, Deutschland befindet sich auf neuen Wegen, und ueberall regen
sieh schon wieder fleissige Haende, So wollen auch wir unsre Heimat und die Stimmen
in der Welt, die an eine erfolgreiche Umerziehung dos deutschen Menschen glauben,
nicht enttaeuschen.
Heinz Helbig
Jugend und Kirche
Wenn die heutige Jugend kirchlichen Dingen gegenueber eine ablehnende
Haltung einnimmt, so geschieht dies weniger aus eigenen Entschluessen, sondern der
Grund ist in der woltanschauliehen Schulung der Jugend durch den Nationalsozialismus
zu suchen*
41s im Jahre 1933 das Hitler-Regime die Macht an sich riss, war es nicht
anders zu erwarten, dass die Kirche notgedrungen der groessto Feind ’es Staates
werden musste* Gab es doch nicht eins dor zolin Gebote Gettos, gegen die die neue
Bewegung sich nicht in groebstor Weise verging*'Es wuerde zu wc-it fuehren, auf allo
Gebote naehor einzugehen, doch zur Beweisfuehrung greifen wir nur einmal das vierte
Gebot heraus« "Du sollst nicht-toetezu" In dem blinden Fanatismus des vom "Fuehrer"
gepraogton Rassenprobloms wurden hunderttausende von Juden, Polen und Russen ermor
det oder in Konzentrationslager geworfen und erlitten dort die graess liebsten
Misshandlungen* Voelkor sollten versklavt und ausgerottet werden* Pluendorung, Raub
und Mord waren an der Tagesordnung* Dor braune Parteiapparat sollte die Kirche
ersetzen, der Ortsgruppenleiter den Pfarrer* Die christliche Lehre -die Gleichheit
aller Menschen vor Gott- musste vernichtet werden*
Um der Welt gogonueber makellos dastohen zu koennen, war man aber auch
nicht gewillt, die Kirche mit Gewalt zu unterdrücken.* Es mussten Mittel gefunden
werden, der Kircho die Anhaengorschaft zu nehmen und sie damit dem Untergang preis-»
zugebon*
Anstelle

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