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Arkansas echo. (Little Rock, Ark.) 1891-19??, May 12, 1926, Image 4

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Seite 4
*
2
r
— —
2— HNB
ist
Arkansas Echo
— — — —— —
Board of Commerce Building
Rooin 408-410
Kittle Rock. Ark.
C. Merrer, Nedaltenr.
Beamatu:
Aug aft Probst, Prasident.
Mr. W. Aretz, Vice-Präsident.
A. Arn-ld Ir, Vice-Präsident.
C. Meurer, Sekretär u. Schatm.
Direktoren:
A. Arnold Ir., Little Rock.
Conrad Elsken, Subiaco.
Jos Schnitzer, Fort Smith.
Rev. M. Rohner, 0.5.8., L. R.
Emil Spieler, Little Rock.
A. Probst, Little Rock.
Joe Jung, Little Rock.
Fritz Sieber, Little Rock.
Msgr. Or. H A-h, Littie Rock.
— — Dennerag und roñei dar
zer im bereich der G. St. jährlich 2.00
Nath dem Ausland - — 12.60
——— ut —— — — a Lit-
Koek, Ark., as Second Class Matter
Mittwoch den 12. Mai 1926.
——
Gditorielles.
— — — —— — ;;
Am Donaerstag ist Christi Himmel
fahrt. Die Evangelisten haben darüt
ber berichtet. Ehe Er von von den
Seinen ging in großer Glorie, sagte
er ihnen:
„Mir ist alle Gewalt gegeben im
Himmel und auf Erden, darum getht
hin in alle Welt, und lehret alle
Völker, uad taufet sie, und lehret sie!
alles halten, was ich euch befohlen
habe, denn siehe, ich bin bei euch alle
Tage bis an's Ende der Welt“
Wer wll die Auethorität des in
den Himmel aufsteigenden Gottmen—
schen bestrëten?
Die Vorwahlen kommen heran u.
sind wichtig Sie sind deshalb wich
tig, weil alle Leute, die mit dem
Gesetz auf gespanntem Fuß stehen,
sich daran betheiligen. Und das hat
seinen Grund. Jeder Beamte wird
gewählt. Und jede Stimme gilt
gleich viel, sowohl Frauen wie Män
ner haben das Wahlrecht. Und der
Millionr und Bankpräsident hat
nicht mehr Stimmrecht, wie sein Die-!
ner, oder irgend demand. Die Kü—
chenmagd hat dasselbe Stimmrecht
wie ihre Herrin. VDie Kandidaten
müssen aber Stimmen haben, um zu
gewinnen. Und verhandeln deshalb
auch mit ihnen bekannten Schnaps
schmugglern. Zuhältern ete. ete. Sie
wissen, daß all die Sorte Leute stim—
men gehen, weil sie dabei eine Kon—
gession seitens der Beamten heraus—
zuschlagen hoffen. Die Kandidaten
xönnen bagegen nichts thun,
denn die Rerfassung schreibt die VBe—
amtenwahl vor, macht sie also von
den Wählern abhängig. Gehen also
nur die schlechten Elemente zu den
Wahlen, dann beherrschen sie die Po
litik. Mewiggin wurde in Cicero
bei Chicago totgeschossen, weil er sich
als Beamter und Politiker in Ge—
sellschaft sehr einflußreicher Bootleg
ger befand, mit denen er wahrschein--
lich über Politik unterhandelte
Es ist also sehr wichtig, daß das
gute Element unserer Bürger zu den
Wahlen geht, wenn die Leute nicht
wollen, daß; ihre Legislatur und ihre
Veamten unter Einflüsse gerathen,
die sie später bedauern.
Wir haben eine abhängige Beam-!
tenschaft una einen abhängigen Rich
terstand. Wenn wir das ändern wtl
len, muß das Wählen der Beamten
abgeschaffst werden. Sie müssen
dann ernannt werden. In Preu—
hen hat das System bestanden, gewiß s
kamen da anch Ungerechtigkeiten vor
So war es notorisch, daß ein Katho
lik gar nicht oder nur schwer vor
rücten konnt Trotzdem war dies
preußische Verwaltung mustergültig s
Und die Veamten waren unbestechlich.
Es ist aber völlig ausgeschlossen,
daß dies System in den Ver. Staa—
ten eingefiihrt wird. Unter den Bun-!
desgeseten stehen die Bundesbeam
ten unter dem Civil Service deed
daus vorschreibt, daß sie nach Verdienst
besördert werden sollen Auch die
Anstellung soll auf Grund der Er—
gebnisse Aner Prütfung erfolgen.
Nun hat orst kürzlich ein dbncordne
_- im Hanus des Kongresses erklärt,
daß in den demokratischen Südstaa
ten, wo eine kleine Cotterie von
Republilkanern die hohen
ter, die der Präsident zu vergeben hat
bekleiden, alle Aemter verkauft wür
den. Das Civil Service Gesetz ist
da also außer Krast gesett. Wenn
Demoklrate: und Republikaner in
einem Staate sich die Waage halten,
dann geht das nicht.
In den demokratischen Staaten
könne wir gegen all die Uebelstnde
nur das thun, uns an den Wahlen
betheiligen Wählen wir gute und
tüchtige Vertreter in den 3
dann können wir, wenn wir durch die
syieseen Politiker geschädigt werden
uns an sie wenden. Wählen wir
gut Beamten, dann können wir wn
Klagen dreist vor sie treten und Ab
hülfe verlangen. Lassen wir die Po—-
litiker und ilren Anhang die Beam—-
ten wählen, dann haben wir später
nichts zu sagen.
— ff—ff—eèe
Die Kirchenverfolgung in Merneel
hat das Volk da sehr erbittert. Die
Regierung hotte geboten, daß am 22
April alle Schulen, in denen rego
ser Unterricht gegeben werde, den Un!
terricht aufgeben oder schließen muß—-
ten. Schu.en, welche religiöse Na—
mon führen. mußten die Namen än
dern Da keine der kath. Schulen
dieseb Gebot Folge leisten wollte, u.
daher der Unterricht aufzuhören
drohte, hat der Seer. des Innern
die Verfügung zurückgenommen. Da—-
für unterhandeln nun drei Delegaten
der kath. Schul Union, drei vom el
ziehungsamt und einer vom Präsi
sidenten ernannt.
In vielen Diözesen ist die Zahl der
Priester die amtiren dürfen von der
Regierung vorgeschrieben. Diese ha—
ben dann bei der Regierung um Er—
mächtigung zur Ausübung ihres
Amtes einzukommen. Der Erzbischof
von Michracan verbot seinen Prie—
ster diese Ermächtigung nachzusuchen. s
daher wird kein Gottesdienst mehr in
den Kirchen gehalten Deshalb ste—
hen sie nicht leer, im Gegentheil, sie
sie sind alle Tage, besonders Sonn—
tags mit Betern gefüllt. Die mei—
sten Leute kleiden sich schwarz.
Keine Unordnung hat stattgefun—
rer Der Erzbischoff hat ein Hirten—
schreiben erassen, in dem er jede Ge—
waltthätig?eit und jeden Viderstand
verbietet. Die Aenderung müsse
auf gesetzlichem friedlichen Wege
kommen.
Vittgänge zu den Kirchen wurden
von der Polizei aufgebrochen. Da
stellten sich die Damen aus den höch
sten Kreisen an die Spitze und sie
blieben unbelästigt. Die mexikani
uer Katholiken rerden ihre Freiheit |
durch passiven Widerstand erkämpfen
— 0—
Aus Pian Westböhmen wird ge—
schrieben: Dieser Tage erschien in
einem einsam gelegenen Forsthause
Tachau ein maskierter, mit einer
Flinte bewaffneter Einbrecher. Zur
„selben Zeit befand sich außer der
Frau des Försters, die im Wochen
bette lag, viemand im Hause. Der
Räuber verlangt von der Frau die
Auslieferung des im Hause aufbe—-
wahrten Geldes, worauf jene den
vermummten Mann in eine im ersten
Stock gelegrne Stube verwies, wo
angeblich das Geld aufbewahrt sei.
Der Räubei stellte das Gewehr bei
seite und aing zur Thür hinaus Da
sprang die Wöcherin aus dem Bette.
ergriff die Flinte, eilte dem Ruber
nach und sdoß ihn auf der Treppel
nieder. Er war auf der Stelle tot.
Als man der Leiche die Maske ab
nahm, stellte sich heraus, daß der
Tote der Mann der Geburtsassisten
tin war, die kurz vorher das Haus
verlassen u den Förster gebeten hat:
te, sie durch den Wald zu begleiten.
— D 0 —
Der Sowjet Gewerkschaftsrathl
hat den streikenden engl. Ärbeitern!
$125,000 geschickt und 82,000,000
mehr versprochen. Jeder russische Ge
werkschaftler soll einen viertel Tage—-
lohn dazu beitragen.
Der Se?retär der internationalen
Förderation der Gewerkschafter in
Amsterdam, welche Arbeiterverbände
in 23 Ländern umfaßt und 880,000.
000 in der Kasse hat, sagt, die För
deration würde den engl. General—
streik unterstützen.
Die Randstaaten am baltischen
Meer sing durch den Streik bedroht
England war khr Absatzmarkt
sandte die meisten Schiffe in ihre
Häfen.
——
Prsident Coolidge hat einer Ver-!
sammlunegron Boy Seouts eine Re
de gebaltö und den Jungen gesagt,
ire Organisation solle und könnel
weder das Elternhaus noch die Kir·
ersetzen. Die Organisation solle
helfen. Eltern und Kirche sollten
respeltiert verden, sonst würden die
göttlichen und menschlichen Gesetze
niederbrechen. Es gibt kein Suhsi--
tut für H-m und Religion. Sie
spielen die erste Rolle in Bildung der
Poersoönlichkoit und des Charalters.
— —
Praktisch. Dienstboten Vermittler
zu einer Dame: „Ich wiirde Ihnen
Neger als Dioener empfehlen
Erstens sind die zuwerlässig und dann
— gsie werden nicht so leicht schmutzig“
Arkansas Echo Mittwoch den 12. Mai 1926
4
Der Generalstreik in England.
Voriges Jahr verhütete die Regie
rung der brohende Kohlenstreik da—
durch, daß sie den Grubenbesitzern
den Unterschied im Lohn, den sie ge
ben wollten und den die Bergleute
forderten, bezahlten, das hat 100
Mill. gekostet, und am 30. April
hörte die Unterstützung auf.
Den Grund zum Niedergong der
Kohlenind- strie, der bedeutensten In
dustrie Englands haben die engl. Po—-
litiler in Versailles gelegt, als sie
Deutschland reiche Kohlenlager nas—
men und den Franzosen und Po—-
len gaben und daneben Deutschland
zu riesigen Kohlenlieferung an Frantk
reich zwangen. Frankreich verkaufte
die Ruhrkohlen und machte der eng—-
lischen Kohle empfindliche Konkurrenz
so daß die Kohlenindustrie sank. Als
dann die Franzosen in die Ruhr mar—
schierten, und die Kohlenförderung da
ganz aufhörte, da lieferte England.
dit. Kohlenindustrie florirte und
damals schlossen die Grubenbesitzer u.
Arbeiter dea Vertrag ab, der am 1.
E dieses Jahres ablief. Als die
Franzosen aus der Ruhr abzogen
die Förderung da aufgenommen wur-!
de, und auch in den franz. Gruben
stark gearbeitet wurde, da verschlim
merte sich die Lage der engl. Kohlen--
industrie. Es heißt, daß engl. Kohle
per Tonne 84 35 an der Grube koste,
aber nur 4 einbringe. Bei diesen
$4.35 ist nicht angegeben, wie viel die
Dividenden und unnöthige Verwal
tungsausgaben betragen.
Gleich nach Beilegung des drohen
den Strei?s voriges Jahr ließ die
engl. Regierung den Kohlenbergbau
durch ein- Kommission untersuchen
Die Kommission machte ihren Bericht
aber das Narlament hat den Bericht
nicht berücksichtigt. Es verlangt, das
im Betrieb gespart werden und die
Nebenprodukte aus der Kohle gewon
nen werden sollen. Zusammenlegen
der Betriebe, wenn nicht im Guten
durchführbar, mit Gewalt.
Den Arbeitslohn, der höchste Lohn
für Bergleute ist ß18 per Woche in
England, soll bleiben. Auch soll die
171 stündige Arbeitszeit nicht er—
höht werden, weil dann die Mehr
föderung den Preis drücken würde
Die ander-n Unionsarbeiter aber wis
sen, wird der Lohn der Bergarbeiter
reduzirt, dann auch der Ihre. Das
ist der Grund, warum alle zusammen
halten. Premier Baldwin hat den
Generalstreik eine Revolution ge--
nannt. Die Arbeiter wollen die rei—
chen Leute welche die Gruben eignen
und nichts arbeiten zwingen, einen.
großen Theil ihres arbeitslosen Ein—-
kommens oufzugeben. Daher for—
dern sie, daß der Staat die Gruben
kauft und detreibt.
Nach verschiedenen Zeitungsberich—
ten beträgt die Zahl der Streiker 3
Millionen oder d Millionen. Die In—
dustrie und Schiffahrt wird lahm ge—-
legt. Auch keine Zeitungen erschei
nen. Bahmwwerkehr wird nur für
desoraen von Lebensbedürfnissen auf
recht erhalten. Die Regierung be
sorgt deren Vertheilung.
— —
„Teuflische Lügen.“
So nennt der Franzose Ernest Ju--
det den Artikel, den Raymond Poin
scare jüngst für Current History, eine
New Yorter Publikation, geschrieben
hat. Poineare hat hier zweimal ver
lsucht, sich dem amerikanischen Publi—
lkunm zu nähern. Zuerst in Foreign
Affairs. Dort hat Professor Barnes
voin Smith College ihn abgefertigt,
und zwar dermaßen abgefertigt,
daß der kle-ne, spitybäuchige Lothrin
ger nicht zewagt hat, mit ihm anzu—
binden. Ddie Abfertigung, die jetts
Ernest Judet ihm hat zutheil werden
lassen, hat cine Vorgeschichte.
Poinecare will seine Kriegserinner-·
ungen schreiben. Zehn dicke Bändes
sollen sie umfassen. Die beiden er
sten Bände sind bereits erschienen.
Sie führen die Untertitel Vor Aga·
dir und Der Balkan in Flammen
Diese Bände, die erst die Vorkriegs·
geschichte darstellen sollen, haben ins
der französischen Presse eine Aufnah·
me gefunden, die Poineare sich schwer·
lich hat träumen lassen: Die Zeitun
gen der Rechten vermeiden ihre Be
sprechung, weil ihnen die Bücher wies
lihr Verfasser zu langweilig u. trocken
snt und die Linksblätter Oeuvre!
und Ere Nouvell geben Kritik dari
ber ab, die sich Poineare nicht ein
rahmen läsen wird. „dch habe jedes
Seite dieses Buches gelesen. Mit
einer unsagbaren Traurigkeit lege
lich es aus der Hand: Das also war
der Mann, der uns zehn Jahre lang
regiert hat?“ So schreibt ein Arae·
ordneter von der Radikalen Partei
auf der ersten Seite der Ere Nou
velle vom ?. April.
ünd in Oeuvre vom 6. April
greift Ernest Judet zur Feder,
üm das Buch zu beurtheilen. Fudet
ist der frühere Direktor des Blattes
Eclair, das seit Frankreich ägyp
tischen Affairen von 1912 der bestig·l
ste Gegner von Clemeneean war. Als
dieser an die Macht kam, mußte Ju -
j det in die Schweiz fliehen, wurde der
vom Tiger Clemeneeau durch ein
Kriegsgericht zum Tode verurtheilt.!
Erst 1920, als die Luft vom Versail—-
ler Diktator wieder rein war, kam!
er nach Paris zurück, wo er vor einem
neuen Kri-gsgericht ctigeloraden
wurde. Ernest Judet, der die Dinge
von sehr nahe verfolgen konnte,
schreibt in seinem Bach Georges
Louis, das im vorigen Jahre erschien
Poincare die größte Schuld am Aus--
bruch des Krieges zu.
„Angesichts dieser Anklage erwar--
ten Frankreich, Europa, die Welt u.
die Geschichte wenigstens Ihre Ent
schuldigungen“, schreibt Judet. Sie
haben nicht geantwortet. Sie kön—
nen nicht antworten. Sie werden
niemals antworten. Nur mehrere
tausend Meilen von Paris entfernt,
in New York, wo ich mich nicht ver—-
theidigen “ann, da veröffentlichten
Sie cinen Artikel gegen mein Buch
Wagen Ste doch nur, in der franzö
sischen Presse Ihre teuflischen Lügen
und Ihre niedrigen Beleidigungen,
die Sie eben in Amerika abgelagert
haben, zu wiederholen!“ Das hat Ju—
det an Poinceare am 23. Januar die
ses Jahres in einem eingeschriebenen
Briefe gschrieben. Nun aber verur--
t er in einem langen Artikel das
neuste Werk des französischen Ruhr-/
lkämpen. „Hat sich Herr Poinearel,
schon je selhst im Spiegel betrachtet?
Darf er sich wirklich so eingebildet
benebhmen, weil er vielleicht die bana—-
le Wissenschaft eines Gotha-Alma—
nachs kennt?“ Und dann folgt ei
ne Widerlegung all der Gedanken—
gänge, die Poineare in seinen zwei
ersten Bänden veröffentlicht.
Raymond Poincare ist in Frank—
reich abgethan. Nur hier in Amerikas
findet er noch Beachtung. Die Angrif—
se, die Poineare von seinen daeuen
Landoleitn hat über sich ergehen
lassen müssen, haben die öffentliche
Meinung um so nachhaltiger beein
flußt, weit er außerstande war, diesen
Angriffen wirksam zu begegnen Die
Beschuldigung besonders, daß er den
Krieg herb-igeführt habe und als der
Hauptschuldige der grauenhaften Ka—
tastrophe betrachtet werden gewagt.
Er hat nicht geantwortet, weil er nicht
antworten konnte. In seiner Verle-s
genheit entschloßß er sich seine
Kriegserinnerungen zu schreiben, aber
Man wußt im voraus, was daraus,
werden ürde Raymond Poineare
hat in seinem Leben so viel gelogen,
daß er di·Wahrheit nicht mehr sagen|
könnte, auch wenn er gelegentlich ei
nen Anlauf nähme. Aber auch das|
thut er nicht. Er lügt immer! Er—-
nest Judet bhat recht, wenn er vons
teuflischen Lügen spricht, denn das
sind die Litgen Raymond Poineares
in der That. Sein ganzes Leben!
lang log ·xr Er log, als er zu Be—-
ginn des OGrieges die Depeschen fäl—
schen ließ, die er dem französischen
Parlamente nterbreitete, um zu bewei
sen, daß Deutschland den Krieg her—
beigeführt habe; er log, als er den
Einbruch ns Ruhrgebiet zu rechtfer-
tigen sucht·, und er log jedesmal,
wenn er iz derOeffentlichkeit zu ir—
gend einer Angelegenheit das Wort
nahm. Sie haben alle gelogen: Cle—-
meneean, Lloyd George, Asquith,
Grey, Iswolsky u. wie die Anstifter
des großen Krieges alle heißen mö—
gen — aber der Meisterlügner war
immer Rapmond Poincare und als
solcher wird er in die Geschichte über—
gehen.
— —
Mainz und die franz. Besetzung.
Von allen Städten im besetzten
Theil des deutschen Rheinlandes ist
Mainz am schwersten mit alliirten
Truppen belegt. Dort haust das fran—-
zösische Hauptquatier mit einem gro—-
Ben Stab von Offizieren, die mit
ihren Familien und sonstigem An—
hang die b-sten Wohnungen stets be
anspruchen. Es ist daher nicht über—-
raschend, daß die Haushaltung der
Stadt unter dieser finanzielle Ue—
berlastung mit einem stetig wachsen
den Defizit abschließt, welches jetzt
auf 2,700,000 Mark gostiegen ist.
Trotzdem sind die Ueberweisungen
des Reiches um 2,284,000 Mark hin
ter denen des Vorjahres zurückgeblie
ben. Aehnlich ging es allen anderen
besetzte Städten, die ebenfalls mit
erheblichen Fehlbeträgen abschließen,
und deren Ausgaben - Etal durch die
VBesatzungslasten ins Unerträgliche
angeschwoll.n ist. Der Verband der
Städte uns Landkreise des besetzten
Gebietes wird nun an die Reichsre
gierung herantreten, um eine stärkere
VBetheiligung des Reiches an den
Ausgaben für die Besatzung zu er—-
reichen.
In einem Sonderartikel über die
RNheinland - VBesetzung hat kürzlich
der „Manch-ster Guardian“, das ein—
flußreiche britische Blatt, die Herab—
seohung der Gesammtstärke der Ve—
setzungstruvpen im Rheinland auf
die Zisffer der Vorkriegsstärke der
deutschen Garrnison lbefürwortet
Dadurch werde es möglich die Trup
pen ausschlȧlich in deutschen nler
nen und Militärgebäuden fast ohne
VBeanspruchung von Zivilbehausungen
unterzubringen. Das Vlatt weist
nach, daß die Bevölkerung im Wies—
badener Gehiet durch die britischen
Truppen stärker an Einquartierung
belastet wedde als durch die franzosi-·
schen Truppen, die abgezogen sind.
Der Reichskommissr für die be-

;
American Southern
Trust Company.
Persoönlicher Dieust
Persöulicher Dienst!
h — — — — — j
Wir sehen unsere Kunden ;
als uusere Freunde an und s
wir sind mie zu beschäftigt, L
um irgend einer Sache die i
nöthige Aufmerksamkeit zu h
schenken. Wir laden Si- h
ssh und Ihre Freunde ein, Ih-e h
Beschäfte hier abzuwickeln
h Die Bank, welche für ihre Kunden sorgt.
Dritter & Main Strasße, Little Nock, Ark. sh
—— —
m
Bankers Trust GCompany.
Bweite und Main Stranße, Ziltle Rock.
Altien Capital 3300,000.00
Günstige Lage. Aufmerksame Bedienunc.
Wir sind Vertreter aller größern Schiffahrts · Gesellschaften ein
schließlich der „Hamburg - Amerika Linie“ und des „Norddeut--
schen Lloyd“. Schiffskarten werden pünktlich und gewissenhaft
besorgt. Auch möchten wir einem freundlichen Leserhreis auf
unser Auswärtiges Geldgeschäft aufmerksam machen. Wir be—
sorgen Uebertragungen nach Ueberseeischen Ländern bei Draht,
Wechsel, oder Bank - Anweisung, zu den laufenden Tages Kursen
Weitere Auskunft ertheilt kostenfrei und ohne Verzögerung:
Bankers Trust Company, Foreign Dept.
Frit Sieber, Manager.
—— — — —— — — —— — —
The England Nat. Bank ;
Vereinigten Staaten Depository
s — 2 127—
Wünlscht Ihr Geschäft
Die Geschastsführung ist in Händen
konservativen erfahrener Männer,
welche in geeigneter geschäftsmäßiger
Weise Ihre Interessen wahrnehmen
werden — — — — — — — —
Beamte:
I.E. England Ir., Präsident Poole E. Russ, Kassirer.
— : .
300 Main Straße

1 - c —
1 Die Ameise und die Grille
In der alten Fabel kommt die Grille bettelnd zur Ameise, als
das kalte Wetter begonnen hat. „Was hast du den ganzen Som—
moer gethan?“ fragt die Ameise. „Getanzt hab ich“ sagt die
1 Grille. „Sehr gut“ antwortete die Ameise, du hast den ganzen
Sommer getanzt, jetzt kannst du den ganzen Winter hungern.
1 Der andere Name für die Grille ist der Mann, der sein Geld
4 nicht in die Bank gethan hat.
q
/
Central Bank
j
Capital 3200,000. Ueberschuß $40,000.
j —Kommen Sie um mit einer wachsenden Bank zu wachsen.“
Vp To Date Hatters
Wir machen und ernenern Hüte. Feine Filzhüte, welche Form halten
1 billiger wie anderswo.
1
114 West Markham Str.
A. P. Wasem, Phone 6496.
Imperial Laundry
2 ; 2
15. & Main Straße
— 1—
Telepones 4-17204-172
J Muron Lasker, Eienthümer.
letten Gebiote, Freiherr von Lang
werth · Simmern, der letzte Woche in
Verlin weilte, hat sich zu einer Be
sprechung über Rheinlandfragen nach
Paris begeben. Er ist beauftragt,
„vo dem französischen Premier Brianß
Ausfschluß harilber zu erlangen ob n.
wann die in Locarno versprochene
Orleichterung der drückenden Last
der Rhein!land - Vesethung sich ver
wirklichen werde. ;
Er gibt nach.
Aron Feldblum wird von einem
Studenten, der als Stärkerer bekannt
ist, gefordert. Knapp vor Austrag
ung des Falles will sich Feldblum
versöhnen „Keine Idee, mein Herr,
einer von uns muß am Platze blei
ben.“ —,„Na, gut, wenn Sie nicht an
ders wollen, dann bleiben Sie, ich
gehe nach Hause.

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