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Der fortschritt. (New Ulm, Minn.) 1891-1915, October 15, 1891, Image 7

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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schönsten GebSude.
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ftf-folot leite« Isfle*. ftatt
•Mtatt «uaft-Paläße.
MlMt|UI«a|llliHtn.
Der berühmte Sapellmeister Theodor
"•»es hat die bewaldete Insel in den
joenro im gackson Part al» Platz
«»ersehe«, wo der Musik-Palast zn
Gehen kommen soll. Da» Gebäude wird
«mitten eines Rosen-Garten zn stehen
kommen. Sobald HerrTho«a» seine
Wünsche ausgesprochen habe» wird»
wird Herr Atwood, der Cdef-Zeichner,
*tt de« Entwarf der Pläne beginnen.
Der Musik-Tempel wird ISO mal 260
Kuß werden und $100,000 kosten»
Während dessen schreite» die vauten
«ns de» Weltan»stellu«g»-Platze tüftig
fort und lange Eisenbahnzüge bringe«
«glich große Quantitäten Bauholz.
E» ist eine Bewegung im Gange,
nen permanentm Kunst- Palast im
Anckson Patt,n errichte». Sann da»
dnrchgeführt werde», so wird Chicago
Hwei Kunsttempel haben, ASM im Jack
|on Park und eine« am Lake Front.
Sir Henry Wood und game» Dredge,
Kt englischen Eommissäre, sind letzte
Woche «ach Washington abgereist. Herr
Werm-th und Dr. Metzer, bor dontsche
S*l der Mutfchc «onnuchür, rochen
fHÜn ab. He« Wermut*
«ab m, daß der Hnuptgwe« fti»e» Hier»
sein» zwar erledigt sei, daß er aber
«schmal» eine Prüfung der Pläne vor
Steinte wftfk »m emen »«lsttndigen
»«cht fertig stellen z» »»»**. Die
Gommisiäre Deutschlaad», Englands
«d Dänemark» haben noch offiziell in*
Gewährung de» nöthige» Platze» für
Wyct refp. Regierungen nachgesncht nud
Jymx Deutschtand um 810,000, England
NM 265,000 und Dänemark um 10,000
chȧ.
In der letzte« Sitzung de» Execn
4iv-Ee«iie» wurde der Bericht der
«rapäischyi Eom«iffäre, welcher, wie
'schon derichtet, dem General-Direktor
Morgelegt worden war, unterbreitet.
Derselbe würbe zum Drucke empfohlen.
Jeder Z^ag bringt neue Beweise da
fit, daß die Bemühungen der europäi
schen Weltan»steLung»ko«misfio« oon
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,' '. Ni ifi
giernngen reservirt ist nttd
abwarte«muß. «wieweit!
««»wältigen Rationen in In'
nommen «erde« wird.
Wfol8"nekö«rih!b"unbTeric es die Ausstellung schicken möchten, baß e»
verstaudeu hat, in den von ihr besuchten ihnen jedoch nicht möglich fei, die Mu
Mindern da» Jnteresft an dem groß-,
«tigken Unternehmen unsere» Jahr- dieselben zu verkaufen umnfchett, um
hundert» wach zu rufen und dort, wo e» ihre Au»lagen zu decken. Deshalb ware
schon bestand, zu fördern. Schreiben es erwünscht zu enahren, wa»e» ihnen
-an» allen Länder«, die hiervon Zeuguiß kosten würde, ihre Weine auf dem Aus
«biegen, laufe« in großer Zahl bei der, stellungSplatze zu verkaufen. Das To.
General-Direktion ei«. mite war nur im Stande, diese Frage
Herr Direktor E. I. Merke», welcher geantwortet, daß irgend welche Gegen«
sich vor einige» Wochen nach Europa stände zum Verkaufe zugelassen werden
begab, schreibt in gleichem Sinne. Er würden, daß sich jedoch die Austeller sol
.. fegt, daß die Kommission die Aufmerk-' cher Artikel den vom Ausschüsse sür
famkeit ganz Europas auf die Weitaus- Mittel und Wege entworfenen Bestim
i^lung gelenkt habe und durch person-' mungen zu unterwerfe» und sich den be.
kN'ÄuskunftSertheilung an Ort und, sonderen Anordnungen der auf dem
Dor deutsche Rtichsfsmnrifffe Herr
Vermuth hat täglich l»nG»re Unter
Handlungen »it der Welbau»st»lluugS^
Wchörve nbgehatt« und war bmnüht,
ha» Interesse der de«tschch Aussteller
«ahrKunehmeu «nd stch »bor alle damit
verbundenen Einzelheiten die nöchige
Wtsslärung zn verschaffen. In einer
Gttzmig mit der Behörde st» Gruud
ndd Gebäude wurde die Planftage er
^Sdigt. Herr v. Wennuch sagte, daß
lie deutsche Regierung sich str oin Ge
«nde in attdentschem Style entschloffea
habe^ und wühlte, wie schon berichtet, zu
Stelle mehr Gutes für die Sache bewirkt AuSstellungsplatze vertretenen Beamten
habe, al» auf irgend eine andere Art der verschiedenen Regierungen zu fugen
und Weife hätte geschehen können. An haben werden.
die Stelle der Gleichgültigkeit, die bisher Die fremden Kommissäre sind des
der Ausstellung gegenüber in kaufmänni- Lobes und der Bewunderung voll über
fchen Kreisen geherrscht habe, fei jetzt, die prachvolle Lage deS AustelluugSter
rege Thätigkeit, die zu lebhafter Bethel- rainS und die geplanten Bauten. Herr
ligung an der Ehicagoer.Weltausstellung v. Wermuth betonte, daß zu Anfang
führen werde, getreten, ES sei jetzt
Sache der Direktion der letzteren, den
Ausstellern jede nur möglich« Erleichte
rung zu gewähren und sie über all» dip
Ausstellung Betreffende im Laufenden Stimmung Platz gemacht habe,
zu erhalten. Die einzige Sache, welche, deutsche Regierung habe bereits
ttt Europa nicht verstanden werde, fei,
wie e» möglich sein wird, ein Unterueh
wen, welche» in so großartigem Maß
stabe geplant fei, in dem verhältniß
Wßig kurze« Zeiträume von zwei
Jahren fertig zu stellen. Man kennt
Aei in Europa die Schnelligkeit nicht,
«it der in Amerika gearbeitet wird nnd
Chicago bleibt e» überlassen, der ganzen
Beil zu zeigen, daß es amerikanische«
Schaffensgeiste «»glich ist, so Gr,ßarti
m» in solch' knrze« Zeiträume zn jchaf
M: unterliegt e» doch heute schon keinem
Zweifel «ehr, daß die Abstellung an
»an dafür angesetzten Tage eröffnet
»erden, und dadurch der Welt die Be
Mtndeting nicht nnr für ihm Schätze,
sondtlu auch für die ÄchusAgkeit, mit
ke sie errichtet wurde, entlock« wird.
Hessen Errichtung einen Platz nördlich
einen
dem Mexikanischen RegiernngS-Ge .. ..
bändet In Betreff
deS gewünschten
A 1 W
Page
elbe von
Zwei Kragen» von größtem Interesse
für Aussteller, wurden von Herrn o.
Mermuth an den Ausschuß sür Wege
und Mittel gerichtet und zwar:
Wa» werden Aussteller für die Er
laitbaiß, Waaren und Gegenstände auf
dem An»stelluug»platze zu verkaufen, zu
zablen habe»? und zweiten»:
Welche Gegenstände werdenüherhaupt
zum Verkauft zugelassen?
Herr v. Vermuth sagte, daß viele
deutsche Aussteller deutsche Werne auf
ster
So schreibt z. B. der amerikanische im Allgemeinen zu beantworten, und
Generalkonsul in Frankfurt a. M., zwar dahingehend, daß ca. 25 Procent
Herr Mason, daß die öffentliche Mei-j der BruttoeittnahmederverkaufteuGe
flUM bort seit oem Besuche der Kom- genstände an die Au»stelluugSbehörde
«isston sich entschieden zu Gunsten einer zu zahlen fein würden, daß iedoch die
tegen Betheiligung an der Chicagoer fer Betrag, wenn die Umstände eS er
Weltausstellung ausspreche, waS bisher fordern, ermäßigt werden würde.
nicht der Fall gewesen sei. Die zwute Frage betreffend wurde
gratis wegzugehen, sonder« daß sie
Deutschland eine lebhafte Gegenströ
mung gegen die Chicagoer Weltausstell
uug geherrscht habe, die sich jedoch gelegt
und allmählig einer freundlicheren
Die
den
doppelten Betrag, den sie für die Phila
delphia-Ausstellung im Jahre 1876 be
willigte, für die Chicagoer Weltausstell
uug angewiesen nnd werde wahrscheiq
lich noch Rachdewillunge» machen. Be
sonders hervorragend trird Deutschland
in derKunstgallerie, imJndustr»epalaste,
in der Maschinenhalle und im Elektrici
tätsgebäude, sowie in demjenigen für
Bergbau und Hüttenwesen repräsentirt
sein. DaS Gebäude ter deutschen Re
gierung wird im nächsten Frühjahr in
Angriff genommen und i» wenigen Mo
naten fertiggestellt sei«.
Man erwartet in Kürze daS Eiutref
fen anderer KommUäre fremder Regie
rangen»
Herr A. B. de Guervckle au» Mil
waukee ist zu« Weltausstellung» Kom
missär ernannt worden nnd wocd in die
set Eigenschaft E»ropa, Asten nvdRord
Afrika bereisen. Er beabsichtigt in alle
größeren Städten Vorlegungen über
die BeUauSstellnng zn hatten und die
selben durch Abbildungen von Gebäuden
der WettauSstelluugSstadt und der Aus
stellungSbauteu zu illustrireu.
Herr Rudolph Eronau, der berühmte
Leipziger Gelehrte, hat der Ausstellung
feine große Sammlung von Bildern,
Gemälden und Photographie««, welche
Bezug auf Columbu» haben angeboten.
Herr Dr. Cronau hat einen großen
Theil feines Leben» de« Studium der
Geschichte Amerika» gewidmet und ist
der Herausgeber emeS WeÄe» über d«»
Räume», nämlich 130x148 Quadrat, fen Gegenstand, dem periönkche Nach.
fuß, konnte seitens der Behörde für! forfchungeu zu Gründe gelegt sind,
«rund und Gebäude noch keine Eutschei- SS ist der Beschluß gefaßt worden,
duna getroffen werden, da nur ein be-, keinerlei japanische Waaren oder japa
stimmte» Terrain für auswärtige Ne- .nische Schaustellungen, als Mrobaten,
Jonglent^Theateranfführnngen anfde«
Au»stellung»terrai» zn gestatte», bevor
dieselben von der vo» der japanische«
Regierung «»gesetzten Ausstellung»
Kommission genehmigt fein werden.
Dieser Entschluß wurde in Folge
eine» diesbezüglichen Ersuchen» de» ja
panischen Minister» Mutsu, der gleich
zeitig kaiserl. japanischer Kommissär sür
die Weltausstellung ist, gefaßt um de«
Publikum eine Garantie für die Echtheit
der ausgestellten Artikel sowie.der na
turgetreuen Wiedergabe japanische«
LebenS und Treibens geben zu können.
Aehuliche Maßregeln sollen, wenn eS
von fremdenRegiernngen verlangt wird,
auch bei audere» Schaustellungen in
Kraft treten.
Lieut. Baker, Spezialkommissär für
Mexiko, berichtet, daß Herr Berringer,
ein angesehener Kaufmann auSTabaSco,
eine prächtige Colleklion feiner mexika
niickeu Holzarten zurAusstellung senden
wird. Auf der letzten Pariser AuSstel
luiig hatte er 100 der feinsten Hölzer
ausgestellt, welche Zahl er für die Chi
cagoer Austell uug auf 800 erhöhen nnd
damit eine ziemlich vollständige Collek
tion der heimischen Hotzarten zeige?
wird.
Neu Südwale» (Australien) hat feilte
Theiluahme angezeigt und bereit» eine
Kommission, aus 12 Mitgliedern be
stehend, ernannt, um die uöthigen Bor
l^reitungen zu treffen.
Vertreter der Militia verschiedener
Staaten der Union werden am 20. Ott.
d. I in Chicago zusammentreffen, um
übe? eine würdige Betheilung des Mi
litärs bei der am 12. Oktober 1892
stattfindenden großen Parade zu Ehrea
der EinweihüngSfeierlichkeiten zu bera
then. Die Delegaten, je einer von je
dem Staate der Union, sind auf eine
diesbezügliche Einladung des AuSstel
lungSauSfchusses für Zeremonien von
den refp.Gouverneureu ernannt worden.
Auch Mexiko will au dieser Parade
theilnehmen, wie Lieut. A. F. Baker
auS Mexiko schreibt.
Die Kasseuverhältnisse der AuSstel
lungSbehörde sind die denkbar günstig
sten. Bon den SudcnptionSlisten sind
vor einigen Tagen bereits $3,000,000
haar eingegangen, obgleich erst SOProc.
der GesaMmtzeichnuugen eingefordert
sind. Die $5,000,000, zu deren Her-
Iflbe sich die Stadt Chicago verpflichtet
jatte, sobald bei der AuSstellungSgesell
schaft die erste« $3,000,000 baar ein
gegangen sein werden, sind jetzt also
fällig und die BondS werden in wenigen
Tagen auf den Markt kommen.
Au» dem Schwarzwalde.
Grs»bach, d. 25, Sept.'gl.
Der September giebt sich in diesem
Jährt alle erdenkliche Mähe, die war-"
um sonnig« Tage, welche seine Bor
«äuget Deutschland schuldig geblieben
sind, ««chzutteseru, u« den Sommer
»och eim,ermaßen heran»
zureihen. Alle» wa» versäumt und wa»
verdorben ton* er zwar nicht mehr gut
machen (da» ewig» naßwtte Wetter hat
alle «n»fichten auf ergiebige
ggeiol^e bezüglich auf einen trinkbaren
1891er wtmchttt (aber vieler Be
zietznng hat er IhL doch nicht nur als
angenehm, sonde« auch ak» nützlich er
wtoft» Getrnde und Futterkräuter stud
gut nud trocken in die Scheuer» gebracht
nnd die Er»t«-Arbeite« konnten—Dank
seinen Gunst wenn au« etwa*, spä
te» wie gewöhnlich, doch noch rycht
zeitig beendet werden. Der Bcher
kmmnt nun, Alle» Alle« genomyien,
diese» Jahr noch leidlich davo« zwar
gab nur eine schwache Mtttelernte
von Brodfrüchten, aber Kartosselu, Obst
und Biehfutter fiud fast durchweg vor
trefflich geratheu und daS gleicht Vieles
wieder aus. So sieht man denn auf
'V *•-. V-.
SaS Kra«e»-Vebü«de
*'..'.': r:,-J iffiffffTI
dem Lande ohne übergroße Besorgnisse fal
bem Winter entgegeu und in den
Städten klagt «an zwar, aus Gewöhn
heit, über schlechte Geschäfte, meint die
seS aber nicht so ernst, denn überall
machen sich Anzeichen bemerkbar, welche
auf große Belebung von Handel und
Berkehr im Spätherbst uud Winter
Der Ihnen feit seiner Veröffentlich»
ung im .ReichSanzeiger" offenbar dem
Wortlaute nach bekannte „Entwurf
eines Gesetzes zur Bekämpfung bes
Mißbrauch» geistiger Getränke," vulgo
Trunksuchtsgesetz geheißen, fanb hier von
vornherein wenig günstige Aufnahme in
det Presse wie'beim Volke nur die
Ultro-Conservativen stimmten ihm Be
dingungSloS zu. Nachdem sich jetzt auch
det deutsche Juristentag gegen ihn aus
gesprochen hat, sind feine Aussichten auf
Annahme durch den Reichstag feht ge
ringe. ES ist leicht möglich daß ihn
die Regierung zurückziehen wirb wenn
bet zuständige Parlaments- Ausschuß
ihm hart zn Leibq zu gehen droht. Die
Verfasser det Botlage haben sich offen
bar hauptfächlich auf Material gestützt,
welches ihnen die Mäßigkeitsvereine
lieferten, die natürlich die Verheerungen
des Lasters in den grellsten Farben
schilderten und die in jedem Deutschen
den gefährlichen Hang zum Zechen vor
aussetzen, der nur im Wege det Gesetz
gebung niederzuhalten sei. Für das
„Volk der Dichter und Denker- ist
diese Annahme nicht eden schmeichelhaft.
Die Frage, welche ja bei Ihnen, in den
Ver. Staaten zu Verirruugen und fal
fchen Maßregeln in Unmenge geführt
hat, ist auch hier eine heikle und wird
hüben und drüben noch viel Köpftet»
brechen vetutsachen.
Schon seit einem Jahrzehnt war hier
ein Trnn^suchtSgesetz in Au»stcht ge
nommen» doch lehnte damalS' da» Par
lament den Antrag auf Erlaß eine»
solchen vorläufig ab. Die Bestrebunaen
derMäßigkeitSvereine wurde« inzwischen
fettgesetzt, ein Theil der «Mvativen
Zeitungen nnd der Kaiser persönlich be
gänne» sich für die Sache z» intevefftre»
uud der neue Entwurf erblickt« da» Licht
der Welt. Wae seiner Bestimmungen
lautet dahin, daß Wirthe an Personen,
welche da» 16te Lebensjahr noch
nicht vollendet haben und sich nicht
irotzr der Aussicht von Großjähtigen
befinden, geistige Getränke znm Ge
Geunß auf der Stelle nicht verkaufen
sollen, voran»gefttzt, daß sich die Äetres
senden nicht auf Reisen od« auf Au»
flügen befinden. Dietz Pestim«ung
dürfte ganz in der Ordnung?seiu, denn
unter den Schülern und ^hrtingen im
Laude ist da» »Kneipen- viel zu sehr
eingerissen. Freilich tärm einWirth sehr
leicht zu der Annahme gelangen, daß ein
bei ihm Biet oder Branntwen» heischen
der jugendlicher Gast sich gerade »auf
Reisen oder auf einem Ausflüge- be-
ii.iwu Bei Ihnen drüben dürft« Rie
I «andern Spirituosen verkanst «erden,
der noch nicht volle 81 Jahre zählt
zwischen 16 uud 21 Jahre» aber ist ja
ein ganz gewaltiger Unterschied was
würde hier Jemand fegen, wenn der
I Versuch gemacht werden sollte nennzehn
ober zwanzig Iahte zählenden Staden-
Wieb«* leffe«. Di« »Mische SageI
6
die Gelehrte« darübe: einig« daß Frank- »vffenstchtl»ch 8etru*tcnetfltia ebcRfaUS
reich.»d «»ßl..d y«i,«t« Seit J««»Ä
UNS gemeinsam »Etwas am Zeuge zu l°?te es desselben gar^nuht ein
flicken" versuchen werden, aber da die
einheitliche Bewaffnung deS tuffischen
Heeres noch nicht vollendet ist und
überhaupt zwischen Petersburg und
Paris noch Verschiedenes zu ordnen
sein dürfte, ehe man an eine gemeinsame
Action denken kann, so verlieren die
Deutschen ihre Ruhe nicht. Freilich
bleiben sie auch überzeugt, daß eS noch
lange dauern wird, ehe die Sonne über
dem von den Friedenskongreßlern er
sehnten Tage aufgeht, an dem Deutsch
land seine Posten von der Wacht am
Rhein zurückziehen und die Söhne seiner
Bauern von der Fahne entlassen kann,
damit sie ihren Roggen bauen, um einem
ftiedlich-wirthschastlichem Wettstreit
erlassenen Ausfuhrverbot der Russen die
Spitze zu bieten.—
mal bedürft«. Eine eigene Sache »her
ist es mit einem anderen Paragraphen,
welcher de« Wirthe« vorschreibt dafür
Sorge zu tragen, daß Betrunkene nach
Hause ober auf eine Polizeistelle geschafft
werben, haabelt e» sich ti« einen »nob
len" Kunden, so wirb ihn bet Wirth wohl
in bie Wohnung schaffen lassen, bezüg
lich selbst hineingeleiten, trinkt aber ein
mal ein CommiS oder HandwerkS-Se
fette, der sich nicht der besonderen Gnnst
des Gastgeber» erfreut »Einen über den
Durst", fo kann ihn der Wirth einfach
der Polizei zusenden. Dann droht dem
Armen die Bestrafung wegen »Avrger
nißerregnng". Hat et Geld, so kann et
sein Betgehen mit schnödem Mammon
sühnen, ist et mittellos fo muß et in das
Gefängniß! Gegen die Bestimmung,
nach welcher Gast- und Schankwirthe
keine geistigen Getränke auf Borg vetab
folgen, also Trinkschulden künftig nicht
einklagbar sein sollen, läßt sich auch
wohl kein gegründeter Einwand erheben,
aber daS Bedenklichste bei det ganze»
Geschichte ist,
ihrer Wirkung
daß sich die »Bill" in
weit weniger gegen den
gewohnheitsmäßige« Trinker als gegen
jen GelegenheitStrimer
gesagt, die öffentliche
den meist harmlosen GelegenheitStrin
richtet. Wie gesagt, die
Meinung hat bereit» den Stab übet
den Gesetzentwurf gebrochen solcher
wird entweder ganz beseitigt oder doch
mindestens nur unkenntlich gemacht an
genommen werden. Für ein Gesetz,
wie det ursprüngliche Entwurf, ist
Deutschland keinesfalls der geeignete
Boden.
Jetzt, nachdem die GetichtSfttien, so
wie die Schulferien im badifchen Lande
wie in Württemberg beendet find, (die
selben dauerten bis 10. September) ttt
es leer geworden im Schwatzwalde.
Nut in einzelnen Bädern—Baden-Ba
den natürlich in erster Reihe, weilen die
Fremden noch in Menge. Im Gebirge
stößt man nur noch auf wenige Tonn
sten und begegnet nicht mehr den Schaar
ten vou munteren Jungen, die «it
Ranzel oder Botanisirbüchje al* einzi
gem Gepäcks stramm bergauf uud berg
ab wanderten. Auch die »Ferieukolo.
nie»", die man di» vor Kurze« tot
und wieder, namentlich in kleinen, billi»
gen Lnftkurorteu antraf, sind jetzt
aufgelöst. Diese Kolonien gibt e» in
Süddeutschlaud erst seit eine« Acht
zehnt, während in Norddeutschland hie
Einrichtung älter ist. Die Kolonien
verdanken ihre Existenz bekanntlich
allein der Privatwohlthätiattt. Bei
nahe in alle« größeren Städten de»
Reiche» haben stch Meuscheuftennde,
speziell Kinderfteunde, zusammenge
funden welche Gelder beisteuern und
sammeln um eine Anzahl Schüler und
Schülerinnen der Volksschulen in den
Stand zn setzen, den größten Theil der
Sommeeftrien fern vom Ranche nnd
Staube der Stadh. auf de« Lande und
womöglich im Gedirge zuzubrmgea.
Die Kleinen werden» an geeignete«
Orte, in einem bescheidenen ober an
ständigen Gasthause einge«iethet und
unter die Aufsicht eiue» Lehrer» Uder
einet Lehrerin gestellt schwächliche uud
kränkliche Kinder finde» vorzugsweise
Berücksichtigung. Der drei bis vier
wöchentliche Aufenthalt in der Kolonie
pflegt Wunder zu wirken, mit runden,
lochen Backen kehren die Schüler zurück
iV:, v,-
in die Hetmathstadt, a»S der fie «e»
und bleich ihre» Auszug gehalten hayen».
D»e Ferien-Kolonim besitze« aCce»
ding» «mch Gegner, welche behaupten»
daß die S^chtheile größer seien al» die
Bottheile. vor alle« werden, «ach der
Berstchern»g her Betreffenden, die Kin»
der durch die bessere Verpflegung nnd
Behandlung, die ihm» al» Mitglieder
der Kolonie wird, so verwöhnt, daß sk
»ach der Rückkehr in da» Elternhaus
mit der einfachen Kost und de« strengen
To«, sich schwer wieder versöhnen Uta»
nen und unzufrieden bleiben. Dan»
sollen ferner die Kinder au» de» Ort«
schasten. »ach denen die Kolonien verlegt
zn werden pflegen, angeblich neidisch ans
die fremden Altersgenossen gemacht
werden, die e» Vesser haben al» sie nnd
während sie gut essen, nicht zu ardeite»
brauchen. Thatsache ist, daß sich unter
der Jngend der Gebirg»dörftr, in wel
chen ich Ferien-Kolonien getroffen Haft
Knaben und Mädchen fanden, deren
Auösehen viel kränklicher und schwächli»
cher war al» da» det Kolonisten.
»Gute Ernährung ist weit roefeet»
licher für die Kleine» al» verändert»
Luft" sagte mir ein Arzt, der stch gleich»
zeitig mit einer Kolonie im benachbarte»
Reichenthal aufhielt in Süddeutschland
sind Ferien-Kolonien durchau» Wer
Notwendigkeit i» unsere« s. g. großen
Städten wie München, Stuttgart»
Karl»rvhe, Mannheim ic. habe» di«
Kinder Gelegenheit genug, sich i»
gesunder Lust, in den Art»
gen »c in Freien zn bewege»
Md sie treiben stch dm» anch in
Wirklichkeit fast ohne Au»uah«e, sehr
viel draußen herum. Aber in Bezug
auf kräftige und genügende Ernähnmg
da hapert e» in den Familien der Fa
brikarbeiter gewöhnlich, nnd da» rächt
nun auch fein nag, den Kindern gefüllt
und bekommt det Aufenthalt in de»
Ferien-Kolonien offenbar ganz prächtig»
und e» ist eine Freude zu sehen, wie sich
die kleinen Jungen uud Mävcheu erholt
haben, wen» sie nach Beendigung ihre»
An»fluge» »ach Hause zurückkehre».
Der Wirth, bei dem eine Kolonie imter»
gebracht worden, wird allcrdiug» durch
dieselbe schwerlich reicher geworben sein.
Die Vergütung, welche pro Kind nnd
Tag gewährt wird, beträgt nämlich nnr
1 $L 36 W, also etwa 30 Cent».
Dafür find die Keinen zu beherbergen
und zu verpflegen. DaS Beherberge»
freilich ist leicht gethan die Kolonien
führen Strohsäcke, die nur gefüllt z»
werden drauchen, und wollene Bettdecke»
mit sich, nnd die gemeinschaftliche La
gerstatt läßt stch zur Sommerszeit ir
gendwo auf dem Heuboden oder in einem
Nedeaschuppen aufschlagen, «der die
hungrigen Mägen der Kinder bedürft»
eines gehörige» Quantum» vou Rah«
ruugSmitteln zur Befriedigung, und da»
bei ist dem Wirthe genau vorgefchrie»
den. wa» er für die verschiedenen Mahl«
zeiten zu liefern hat jeden Mittag
wird z. B. Suppe, Gemüse und Fleisch
verlangt, also Alle», wa» der gewöhn«
liche bürgerliche Haushalt in Deutsch»
laud seinen Mitgliedern zu biete»
pflegt, Morgeu» giebt e» zweimal Früh»
stück (Milch und Brot), um 4 Uhr
Nachmittag» »Vesperbrot" und Abend»
gewöhnlich kalte Küche, Pellkartostekn
oder Suppe irgend einer Art. Der
Gastwirth, welcher eine Ferien-Kolonie
bei stch aufnimmt, thnt dies häufig nur
de» guten Zweckes halber uttb rechnet
nicht auf Verdienst, ebenso wie e» bei
den Militär Manövern auch keinem
Quartiergeber einfallen wird, von der
Einquartierung Bortheile. ziehen zu
wollen, oder die ihm in das Hans ge
sandten Soldaten wirklich für die paar
Groschen ernähren zu wollen, die ihm
der Staat für deren Verpflegung ver»
gfltet Die Deutschen find ja tm große»
Ganzen eine Nation von Soldaten»
freunde» wie von Kindetfteunden. Die
Soldatenfreundfchaft zeigt sick bei den
gegenwärtigen Manövern einmal wieder
auf das Glänzendste. 33. H.
So »idereß»Vetz««g tSuvwt»'»
xmi.
Nach ber Schlacht bei Waterloo Hatto
Lubwig XVIIL seine Wiedereinsetzung
nur ben Engländer» zu verdanken.
Fürst Blücher vermied, jedenfalls nach
geheimen Instruktionen, jede Berührung
mit ihm und hielt auch seinen General»
stadschef von Müffiing dazu an Kai»
set Alexander äußerte sich öder die»
sen wichtigen Pnuktnicht bestimmt nur
Wellington hatte offenen Auftrag, den
vertriebenen König wieder auf feto«
Thron zu setzen, er beweg rhu» unter
ftwem Schutze feierlich in Vhartean
Eamdreft» e»z»z»ehen und holte ihn^
al» Ludwig in Pari» eintraf, mit große»
Gepränge ei».
&ie hMptiMK«
letzger (vor dem Ausfahren zu sei
ifoecht): »Schorschl, chv' dem
neu
Snltl sein* Maulkorb um aber
z' fest, daß er noch beiß'n kann
/p
»et
Ux »iKKtftmk
»Meine Frau" fo erfährt
Gatte »ist so gut, fo nachstchtig
gen Jedermann wenn ste Böses
Jemanden spricht,
ein Wvrt davon!"
ihr

von
glaubt ste auch nicht
»er «nSdru« Stxsteru,
von früheren schlecht unterrichteten,
Astronomen erfunden, ist entschieden
falsches Hiebt im ganzen Weltall leinen
einzigen stille stehenden Stern,
&
V.

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