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Der fortschritt. [volume] (New Ulm, Minn.) 1891-1915, February 27, 1896, Image 11

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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Bon Paris.
R.
Es war wenige Tage vor Abschluß
dos Waffenstillstandes, als das sächsi
sche 8. Jnfanterie-Rgiment No. 107,
wie dies in der Belagerung von Paris
sehr oft geschah, wieder einmal Mor
gens ganz früh alamirt wurde, um
von Neuem gegen den Feind geführt zu
werden.
Gegen 7 Uhr war es, als wir uns,
noch bei völliger Dunkelheit dem
Schlachtfelde wieder näherten. Von
den benachbarten Forts donnerten die
schweren Geschütze, die ^Brüllaffen,"
'wie sie die Soldaten nannten, stärker
und stärker, was für unsere bereits er
regten Nerven keineswegs ein Beruhi
gungsmittel war. Batterien des preu
ßischen 2. Corps jagten an uns vorü
ber, dem Feind entgegen, Sanitätsco
lonnen folgten, deren Vorgehen uns
vermuthen ließ, daß der Kampf wohl
bald wieder losgehen werde.
Doch diesmal kam es anders, ein in
weiten Mantel gehüllter Meldereiter
brachte unserem an der Spitze ritten»
den Führer den Befehl zum Halten.
Nach halbstündigeck Warten trafen
weitere Reiter ein, die neue Befehle
brachten, denn wir mußten nun rechts
von der Straße abbrechen, auf dem
danebenliegnden Felde bataillonswei
se aufmarschiren und die Gewehre zu
sammensetzen. Das Gepäck'durfte je
doch nicht abgelegt werden.
Wir standen also ttf Reserve und
harrten der Dinge, die da kommen
sollten. Unsere Stellung war eine gün
stige zu nennen, denn ein ziemlich dich
tes Gebüsch verbarg uns vor dem
Feinde. Nur selten,kam ein zu weit ge
gangenes Geschoß aus den großen
FesMgsgeschützen heulend und brum
mend über unsere Abcheilungen hin
weggesaust, um sich in der Fer.ne ein
Bett in den' ziemlich hartgefrorenen
Erdboden zu wühlen.
Es war ein bitterkalter Tag, was
wir um so mehr empfanden, als in den
ichtverfloffenen Tagen unsere ganze
Nahrung aus etwas Brod oder Zwie
back bestanden hatte.
Um unser fast erstarrtes Blut in
Bewegung zu setzen, liefen wir zwischen
den Gewehrgaffen und auf der nahen
Landstraße auf und ab. Auch statte
ten wir den Regimentern Besuche ab,
welche höflicherweise auch erwidert
wurden.
Schreiber dieses, damals schon
Mitglied des „Allgemeinen Turnver
eins zu Leipzig," hatte bald Genossen
unseres Vereins und auch solche, be-
die gleich
1 ..'ihn» dem Rufe zU den Waffen freudig,
^, wie es deutschen Turners Art, Folge
geleistet hatten.
I ', Ich kann an dieser Stelle offen be
kennen und weiß es nicht blys aus
eigener Erfahrung, sondern aus dem
Munde aller meiner Genossen, daß der
Turner auch im Felde dem besten Sol
•boten ebenbürtig ist, denn abgesehen
davon, daß ein großer Theil auch durch
äußere Anerkennung ausgezeichnet
worden ist, wird dies durch die Käme
raden selbst bestätigt, was oft einen
größeren Werth hat, als eine glänzende
Auszeichnung.
Bei unserem fortgesetzten Wandern
trafen wir am Rande Ses uns schü
renden Gehölzes aus ein von französi
schen Granaten arg verwüstetes Häus
chen. Ein handlicher Stein aus den
Grundmauern des zusammengestürz
ten Gebäudes stammend, veranlaßt«
mich, ihn zu heben und damit einen
Stoß in die Weite zu versuchen. Wie
dies bei einer Gelegenheit, wo Turnge
nossen beisammen sind, immer der Fall
ist, wollten die anderen ihre Fertigkeit
ebenfalls zeigen, und es entstand bald
ein regelrechter Wettkampf.
Jetzt kam aber das, was wir bei m*
seren harmlosen. Versuchen nicht vor
ausgesehen hatten. Unsere Leistungen
locktet» nämlich gar bald Zuschauer aus
dem Kreis unserer Kameraden herbei,
dann gesellten sich auch die Unterofsi
ziere u. f. w. dazu, schließlich bemerk
ten wir auch einzelne Offiziere, die mit*
regem Interesse unseren Uebungen
folgten. Auch mancher Nichtturnei
wollte seine Kunst zeigen und griff
zum Stein. Aber deren Leistungen
blieben hinter den unsrigen weit zurück.
Komisch genug sah es manchmal aus,
wenn so ein stämmiger Kerl den Stein
selbstbewust packte, als sei es für ihn
ganz selbstverständlich, uns bei Weitem
gut überwerfen dann aber beim lieber
heben über die Schulter den @t ein
schyn hinter feinem Rücken verlor, an
statt ihn vorwärts zu stoßen, was
türlich zur allgemeinen Heiterkeit nicht
wenig beitrug und dem Ungeschickten
den unbändigen Spott seiner Käme
raden eintrug.
Da wir bemerkten, d&ß auch die Zu
schauer Gefallen an unseren Uebün
gen fanden, schlugen wir, um Allen ei
ne Beteiligung zu ermöglichen, ein
allgemeines Dauerlaufen vor. Aber
dieser Vorschlag fand durchaus keinen
Beifall, denn von ihm will der Soldat
überhaupt nichts wissen. Weit mehr
Anklang fand ein Wettlauf, doch war
fein Ergebniß ein wenig erfreuliches.
Die Strecke, ungefähr 50 Schritte
lang, wurde nur von Einigen durch-
•f.-.'.y...—-
mm
laufen. Die meisten Nichtturner pur
zelten dabei hin. Allerdings muß ich
hervorheben, daß wir im Mantel, mit
vollständigem Gepäcks den schweren
Tornister auf dem Rücken, mit umge
schnalltem Leibriemen, an dem vorn
zwei schwere Patronentaschen hingen,
laufen mußten. Viele bekamen beim
Laufen das Uebergvwicht und fuhren
mit der Nase dicht vor dem Ziele in
den Schnee.
Der Versuch, einen Sprung in die
Weite auszuführen, fiel noch klägli
cher aus, denn infolge der ungewöhn
lichen Belastung und des ungünstigen
Niedersprunges auf dem hartgefrore
nen Boden kam es, daß die meisten
entweder von der Wucht des Sprunges
in den Knieen zusammenbrachen oder
ausglitten.
Zwischen den einzelnen Uebungen
wurden gemeinsame Lieder ange
stimmt, wobei wir dm schwachen, aber
vergeblichen Versuch machten, dem
Turnerlied: „Turner, auf zum Strei
te" die gebührende Anerkennung zu
verschaffen die alten Soldatenlieder
behielten die Oberhand.
Noch verschiedene turnerische Uebun
gen, wie Ziehkampf u. f. w., wurden
vorgenommen, bis der vorgeschrittene
Nachmittag uns nöthigte, unsere Trup
pentheife wieder aufzusuchen. Bei
einbrechender Dunkelheit bezogen wir
rückwärts gelegene Quartiere, um am
nächsten Morgen unsere gestrige Stel
lung wieder einzunehmen. Mit stiller
Freude gewahrten wir am folgenden
Tage hier und da einzelne Gruppen,
welche die von uns gesehenen Turnü
bungen wiederholten.
Am Nachmittage trafen unsere Ver
Pflegswagen wieder ein und spendeten
uns reichliche Nahrung dann hielten
wir, nachdem der Feind auf allen
Punkten zurückgewichen war, nach wie
vor treue Vorpostenwacht, bis das „un
einnehmfcart1' Paris sich uns schließlich
doch noch ergab.
Der Restor aller Falschmünzer und
Mondfcheinler
Auf das Machtgebot des Präsiden
ten Cleveland haben sich jüngst die
Zuchthauspforten einem alten Uebel
thäter geöffnet, dem wohl Niemand
das Präiditat „Nestor aller Falsch
münzer und Mondscheinler" mit Erfolg
stroitig machen wird: Der Mann—
William Nortis ist ein Bewohner
der wildromantischen Berge von De
Kalb Coüirty im Staate Georgia,
und dieser Tage wird „Grandpop"
Nortis, wie er dort allgemein heißt,
inmitten seiner Freunde außer feiner
unerwarteten Freilassung seinen 99.
.Geburtstag -feiern. „Grandstdp" Nor
vis kann auf ein Leben zurückblicken,
das an Wechselfällen überreich ist. Er
hat sich sein tägliches Brod schlecht
und recht als Uhrmacher verdient, den
Gesetzen zum Trotz Mondschein-Whis
key, sowie falsches-Geld gemacht und
ist in längst verflossenen Tagen wan
dernder Verkündiger des Evangeli
ums gewesen, wie er sich auch einst
mals 'im Besitz einer Goldmine befun
den hat. Geboren wurde Nortis im
Jahre 1797 im Greenviller Distrikt
von ^Süd-Carolina, und trotzdem sein
Üöater in einem Seetreffen des Krieges
von 1812 fiel, ethMt er in seiner Ju
gend eine für die damalige Zeit gute
Erziehung. Da et'besonders Talent
für mechanische Fertigkeiten bekundete,
ließ man ihn die Uhrmachern erlernen.
Seme Geschicklichkeit und, Zuverläs
sigkeit schienen Garantie für fein gu
tes Fortkommen in der Welt um so
mehr, als er sich mit einem braven
Mädchen verheiratete und mit seiner
Frau eine glückliche Ehe führte. Al
lein es sollte anSders kommen. Sein
Weib starb Mb, und nun ging es den
Krebsgang, bis er schließlich die Uhr
macherei an den Nagel hängte und
Wanderprediger wurde. Als solcher
kam er in das 'County DeKalb, und
Nachdem er sich dort. zum zweiten
Male vetheirathet hatte, etablirte er
zum zweiten Male ein Uhtmacherge
fchäft. Nach kurzer Zeit raubte ihm
der Tod die zweite Frau, und nun
zog Nortis gen Western, wo fr 25 Iah
te lang ein abenteuerliches Leben
fü'hrte. In diesen Jahren war er
bald dieses, 'bald jenes: Prediger,
Soldat, Fallensteller, Minenbesitzer,
Schankwirth, Artist s. w. In sei
ner Heimctth war er bereits vergessen,
als er gegen Ende des Bürgerkrieges
dort wieder auftauchte und sich nun
mehr dauernd in DeKalb niederließ.
Trotzdem er nahezu 70 Jahre zahlte,
war er gesund und robust, wie ein
Vierzigjähriger, und nacht tm er sich
tn den Bergen ein Nest gebaut, führte
Im Besitz großer mechanischer Fer
tigkeiten würbe Nortis im Lause per
Jahre ein Meister aus dem Gebiete
der Falschmünzerei und Mondscheinler,
aus denen sich seine Nachbarn zum
größten Theile zusammensetzten. Er
gilt als der Erfinder des sogenannten
Waschsaß-Destillikapparates,
bruch, einem Bruch des Brustbeines
@i Mittel gegen Kantverbren»
nutifl.
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ri,
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tif-
1«.
Vellage zum
Fortschritt", New Ulm, Minnesota.
er ein Frl. Fitts aus Cherokee Coun
ty 'als drittes Weib heim. Dieser letz
ten Ehe entsprossen fünf Kinder, wel- suchen, und dabei fand er, daß die Pi
che sämmtliche in DeKalb County
ansässig smb.
dessen
Benutzung der Herstellung von Mond-^' die Verbrennungsstelle sogleich mit Pi
schein-Whisky in jenen Bergen eine krinsäurelösvng 'baden, kann. In 4 bis
Zeit lang einen gewaltigen Aufschwung 5 Tagen pflegt die Wunde geheilt zu
gab. Dieser Apparat waÄlein, und sein. Dr. Thierry empfiehlt deshalb
ließ sich in einem gewöhnlichen
Wasch-^in
fasse leicht anbringen. Kamen Onkel Art, woselbst häusiger Verbrennungen
Sam's Steuerbeamte einem Mond-, vorkommen, eine gesättigte Lösung von
scheinler* zu nahe auf die Fersen, so Pikrinsäure in Wasser/welche vollkom
stellte der Bursche ein Waschfaß, in dem men haltbar ist, stets vorräthig zu Hal
ber Apparat versteckt war, umgekehrt ten, um dieselbe gegebenen Falls im
an seine Blockhütte und der Beamte jog mer an Hand haben. Da die Pikrin
nichts ahnend weiter, denn
Niemand,
nichts helfen würde, legte ein offenes
...
ro
Geswndnlß 66 und ber »tdjter l,e&,
chn l°ufmm d-m W°hn° -mm Warn,
bet bereits mit etnem Fuße tm Grabe ,@je. Mrr der kluge Mann darf
stanb. vor sich zu fyaben. Eine ftagerl(
Stunde spater 'hatte Roms bit Kru-,
ck-n«gg-w°.f-n und tanzt,
In den Zeiten, als noch die Feuer
probe dazu diente, die Unschuld ver
dächtigtet Frauen durch Halten glühen-1
den Eisens zu erproben, oder als die
Priester der Feronia am Monte Sorac-'
te bei Rom mit nackten Füßen über glll
hende Kohlen wandelten, kannten die
Priester offenbar Mittel, um die Haut
gegen sehr starke Hitzegrade unempfind
lich Zu machen, und alte Schriftsteller
haben Waschungen mit Alaunwasser
und ähnliche Mittel als dafür zweck-,
dienlich erklärt. Daß es wirklich der
artige Mittel giobt, hat. kürzlich, wie
der „Cosmos" mittheilt, ein Pariser
Mediziner, Dt. Thierry, an bei borti
gen Charite durch Zufall entbeckt. Et
hat länger^ Zeit 6et .chirurgischen Ove-'
rationen Pikrinsäure als Desinseni
onsmittel angetwanbt unb seine Hänbe
waren in Folge dessen von diesem der
Haut zähe anhaftenden Mittel gelb ge
färbt. Eines Tages, als ihm beim
Anzünden einer Cigarrette ein Trop
fet brennender Phosphormasse aus die
gefärbte Haut fiel, war er erstaunt, kei
nen Schmerz zu empfinden, achtete aber
nicht drauf, bis einige Tage darauf
brennender Sigellack ebenfalls auf eine
so präparirte Hautstelle fiel und wiede-
EtilAtiäaSMeiä
TOenn
gelassener Weise einen „Jig. yi
Im verflossenen Sommer wurde er Ver schnappt. Ein Mann bie
abermals verhaftet und zwar unter
•vw^jw mzf p-r
tum keinen Schmerz erzeugte. Nun
mußte er natürlich nach der Ursache
krinsäure die Haut unempfindlich gegen
Verbremmngsschmerz machte. Dies
veranlaßt» ihn in der Folge, sowohl
im genannten Krankenhause, wie auch
im Hotel Dieu und in der Pitie, das
Mittel gegen Brandwunden anzuwen
den, und es zeigte sich, daß bei leich
teren Verbrennungen nicht nur jeder
Schmerz aufhört, sondern daß auch die
Blasenbildun-g unterbleibt, wenn man
'Laboratorien und Werkstätten aller
säure innerlich ein starkes Gift dar-
verfiel, darauf, daß das nützliche Haus-, stellt, muß dies natürlich unter den nö
geräth die gesuchte Contrebande ent? thigen Vorsichtsmaßregeln geschehen,
hielt. Aber der Krug geht so lange auch muß die Erfahrung noch entfchei
zum Wasser, bis er bricht. Ein be- den, ob die Anwendung bei stark aus
sonders schlauer Schnüffler kam hin- gedehnten Verbrennungen gefahrlos ist.
ter den Rummel und damit hatte, die Me gelben Flecken lassen sich am leich
Waschfatz-Distillerie ein Ende. Nortis testen durch Wasser mit Borsäure ent
wurde bald daraus äls Mondscheinler fernen.
verhaftet, und als es zur Verhandlung
kam, humpelte ein eisgrauer, halb j,
blinder Mann vor den Richter. Nortis,^
der wohl wußte, daß ihm Leugnen'
Humoristisches.
a S W
.,, r!r gehst Du, Eduard?"
ein( $ra„ ftä
mnn
[eine Frau
€t. 0 fti„b ((uge
ü6et^up(
ejnem
der Anklage der Falschmünzerei. [tner Diamanten zum Verkaufe an.
Bei einer Durchsuchung seines Hauses M,ren sie schon einmal gefaßt? fragt
wurde eine Menge von Formen und et* Juwelier. Hä, nee däderzu
ne UnMasse /von falschem Gelbe ge- rm
mir
Männer haben
Juwelier eine Anzahl gestoh-
,u *c(jei
funden, so idaß seine Beuttheilung zu,''
einem Jahr und einem Tage Zucht-, Unerhört. Frau: „Heinrich, ich
haus erfolgte, welche Strafe et in der glaube gar, Du bist in der Kneipe ge
Strafanstalt von Kings County im-?wesM?" -t
Staate New §)ork verbüßen sollte. Mann: „Ich hatte einige Briefmar
Nünmshr bat er, ihn in dem Gefäng
nisse von Fort Payne zu belassen, da
er, feine geliebten Berge vor Augen, zu Zunge so trocken."
sterben wünschte. Ein Regierungs
Arzt untersuchte den Verurteilten
und fand Narben von einem Schädel­
sowie anderen Verletzungen an ihm
vor, und aus einen entsprechenden Be- Christen sie denn allein gepachtet?"
richt hin wurde die Bitte des alten,'
Uebelthäters erfüllt. Bald darauf ver-,'1 Gut bescheidet. Gläubiger:
wandten sich einflußreiche Bürger von '/.Immer ist Ihr Herr spazieren, wenn
Birmingham-für ihn, und nachdem ich komme, wenn Jemand dagegen
er einige Monate abgesessen, ist er jetzt Gold brächte, würde das wohl nicht
vom Präsidenten Cleveland begnadigt vorkommen." Diener: „Nein, das
worden. j/^qmmt auch nicht vor."
„Grandpop" Nortis, der in seiner,
Jugend in den Kämpfen gegen die Sc^ vot. Forster (zuin Furs
minolen gefochten und an dem mexika- ^er foeten
ken aufzukleben, Lieschen, für die
Neujahtsbriefe, und da war mir die
A t. Müller: „Sieh'
'mal, Schmul! Da sitzt Einer von Eure
Leut' auf' der Anklagebank!"
S ch l: „Na wos isl Habt Ihr
eincn
nischen Kriege theilgenommen hat, will Kerl ^ar ganz geiwtji tan Sch
die ihm noch böschiedenen Tage in ®ucr Durchlaucht nicht
he uyd Frieden'verleben und dazu csoll
ihm Onkel Sam die Mittel liefern. Et
behauptet nämlich, als Veteran zu ei
net Pension berechtigt zu sein und um
Bewilligung einer solchen gedenkt et
ohne Verzug einzukommen.
1
(lii'.fe" hiti
Werth.
a a A I
Frau Gemahlin soll ja dereinst als
Sängerin sehr berühmt gewesen fein."
B.: „Das will ich meinen, sie verwendet
auch in der Küche nur selbst errungene
Lorbeerblätter!"
Modem. „Hier, Erna, borge ich
Dir ein Buch, das mir Papa zum Le
sen empfohlen hat!" „Ich danke Dir,
Emma! Du weäßt ja, daß ich feine.
Bücher lese, die von den Hetr'n Papas
empfohlen werden!
-D S
ke. Dame: „Habe ich Ihnen nicht ge
sagt, Sie sollten nicht wiederkommen?"
Bettler: „Ja, das haben Sie gesagt,
Mabamt, 'aber da ist mein Sekretär
schuld, der hat vergessen, Ihren Namen
von der Liste zu streichen!"
N N O
hat mir geträumt, Du hättest mir
fünfzig Mark gelidhen."
Onkel: „Na, Otto, ich will nicht
schlimm sein, Du kannst sie behalten."
N
Feuerwehrmann (in einem brennenden
Hause): „Kommen Sie schnell her, ich
nehme/Sie auf den Arm und trage Sie
die Leiter hinunter." Junge Frau:
„Da muß ich doch erst meinen Mann
fragen, ob et's erlaubt."
a 1 1 h-
mann (in einem Conzert des Klavier
Titanen Paukerewski zu feinet Frau):
«Du, Aujufte, der Bechstein da oben
ist der reine umgekehrte Pejasus." Au-
gufte: „Wieso denn?" Lehmann: „Na,
der Pejasus ist cen jeflügeltes Ferd,
und das Clavier bort ist een gefährbe
ter Flüjel!"
a N a
weit ist denn Dein Weitester jetzt?"
„Danke, er wird vor Jericht schon
mit „Sie" anjeredet!"
i-
ges Fräulein Tochter sehen recht ange
griffen aus?" a a n:
„Das arme Kinb hat gestern wieber
mehrere Heirathsanträge erlitten."
E
Kritiker sagen, mein Spiel wäre recht
gut gewesen, aber
ich
hätte nicht gut
ausgesehen." Sic (in bet Absicht, ihn
zu trösten): „O, .ich bächte, bas war
gerade umgekehrt der Fall."
A a a
Richter: „Haben Sie denn nie das Be
dürfnis empfunden, zu arbeiten und
eine nützliche Rolle in der menschlichen
a S
„Na, wie kann ick eene nützliche Rolle
spielen, wenn Sie mir immer msper
ten!"
a S W a I
Junge is vom Appelboom gestützt,
Ftu Nachbarin?"— „Je, ja!" —„Hat
er sich denn weh gechan?" „Die gan
ze Hose hat et sich zetissen und 's Been
is ooch entzwee!"
A a a
im Zimmer feines Sohnes umsehend):
„Hast Du denn keinen Wecker?" Studi
osus: „Ist gar nicht nöthig ich werde
Morgens um 6 Uhr durch das Militär
geweckt, welches hier vorüberzieht!"
Hauswirchin: „Ja, und um elf Uhr
noch einmal, wenn es zurückkommt
nicht wahr, Herr Spund?"
."-V-er schnappt. Häusherr: Hun
ger haben Sie? Wollen Sie sich einen
E t-
let: „Danke Erbssuppe hätte ich vor
hin schon gratis haben können!"
A a
aus Eurem vegetarischen Verein aus
gestoßen worden, weshalb?" B.: „Er
ist beobachtet worden, wie er vor einem
Wurstladen geschmunzelt hat!"
S a
S. ist so mager, daß die Autoren in
Verlegnheit sind sie können ihr näm
lich keine Rolle auf den Leib schreiben.
A A I a
Ihnen, Jeder, der heirathet, ist ein
Esel!" B.: „Ah, Sie müssen aber
auch nicht Ihre persönliche Erfahrung
als allgemeinen Grundsatz hinstellen."
a
(zum Rekruten): „Mensch, Sie machen
ja ein Gesicht wie der Wallenstein, als
ihn Schiller gedichtet hat!"
A A a I
cher gern?" B.: „Seht! Ich kaufte ihm
neulich Andersens Märchen, und sie
haben ihm diel Spaß gemacht!" A.:
„So? Ich wußte par nicht, daß er schon
so gut lesen kann!" B.: „Das kann er
auch nicht, aber et reißt die Blätter
heraus und macht Schiffe davon ja,
er hat Buchet sehr gern!"
W
rer (der sich plötzlich dem Förster gegen
über sieht): „Ach, entschuldigen Sie, ist
hier in der Nähe,nicht eine—Schießbu
de?"
Der junge @a tie. Elsie: „Ja.
liebe Freundin, mein Gatte ist Arzt
und ein prächtiger Mensch? aber schreck
lich zerstreut."
Ada: „So, wirklich?"
Hlste: „Denke Dir nur! Bei unserer
Trauungs-Ceremonie, als er mir den
Ring gab, fühlte er mir den Puls und
verlangte, daß ich die Zunge heraus
strecken sollte."
Ada: „Na das letztere wird er sicher
lich kein zweites Mal verlangen."
ch a e. Bettlet: Bitt um
ne milde Gabe. Herr: Hab selber
nix! Bettlet: Was? Nanu, warum
jjehn Se denn bei det scheene Wetter
nich ooch fechten?!
a S A a
zögern Sie denn noch, um meine Hand
anzuhalten? Papa hat sich schon über
Sie erkundigt und weiß, daß Sie
nichts haben."
«Er: „Eben deshalb, ich habe über
Ihren Herrn Papa die gleiche Aus
kunft eichalten,*
res v»- •1'4.'
••». VM.1 'Wj
Da» «eich XI W«*»i.
Der Mahdi soll gestürzt sein. Wenn
sich dieses Gerücht bestätigt, so würde
als weitere Folg« wahrscheinlich sein,
daß sich die ursprüngliche Macht der
vereinten Wüsten Stämme, die ur
sprünglich ihren Sitz in Khartum hat
te, nach dem Tod des ersten Mahdi
aber zum Theil auseinander fiel sich
nun noch weiter, wenn nicht ganz zer
splittern würde.
Damit scheint die Zeit näher zu
rücken, wenn die Engländer und Egyp
ter vom Norden und die Italiener vom
Osten im Stand sein werden, den «he
mals egyptischen Sudan von den fa
natifchen Moslems zurück zu erobern,
und den Weg der Kultur von Khar
tum aus am Nil entlang bis nach den
großen Binnen-Seen Mittels-Afrikas.
wieder freizulegen.
Zwischen den Italienern und den
Abessiniern würde man leichter wie
bisher zu einer Verständigung gelangen
können, wenn man letztere zum gemein
somen Feldzug gegen die Mahdisten
des Sudans zu gewinnen im Stande
wäre, wodurch das Reich des Negus ei
ne Vergrößerung erhalten könnte, wel
che die Abgabe von Tigel an die Jta
liener um das Vielfache ersetzen würde.
Der erste Mahdi (Erlöser) hieß ei
gentlich Mohammed Achmed. Er war
in Ober-Egypten in 1844 geboren, er
hielt eine gute Erziehung zu Kario,
wurde in Sudan General-Kontrol
leur der Finanzen, verließ aber den
Staatsdienst und wurde Sklaven-'
Händler. In 1881 erhob er die
Fahne der Empörung, bildete ein star
kes Heer durch ägyptische Ueberläufer,
eroberte Kordohan, schlug Hicks Pa
scha (den Engländer William Hicks)
nahm am 26. Januar 1885 Char
turn, wo der tapfere Gordon fiel.
Die englische Armee, welche unter
General Wolseley zum Entsatz von
Khartum bis in dessen Nähe heran ge
drungen war, mußte sich zurück ziehen
und von diesem Moment an war der
Mahdi unbeschränkter Herr des östli
chen (ehemals egyptischen) Südens.
Seine tyrannische Herrschaft nahm je-
doch schon am 28. Juni 1885 ein Ende.
Er soll in seinem Harem von einer sei
ner Frauen ermordet worden sein,
nach anderen Berichten war er an den
Blattern gestorben. Einer seiner
Generale wurde sein Nachfolger, ver
unter dem Namen Khalifa bekannt ist.
Dieser machte Omduwman zu seiner
Hauptstadt.
Unter ihm begannen die einzelnen
Provinzen vom Reich seines Vorgän
gers zu tevoltiren und einzelne, wie
Darfur, machten sich unabhängig. Die
zu Khartun gefangen Genommenen be
hielt der Khalifa als Gefangene nud\'m
verwendete deren Kenntnisse in seinen
Diensten. Einzelne derselben enkamen
aber glücklich, wie Vater Bonomi, Va
Ohrwalder, Vater Rosignoli und.
kürzlich Statin Bey (ein Oesterreicher)
der unter Gordon Pascha Gouverneur
von Darfur gewesen war.
In dem Bericht der Ingenieurs
commission, die mit Untersuchung det
.Pläne für den Nicaraguakanal an Ort
und Stelle beauftragt war, fällt zu
nächst aus, daß die Kostenanschläge
schon von denen der Kanalgesellschaft
seht erheblich abweichen. Nach den Be
rechnungen der Gesellschaft sollten die
Arbeiten selbst für die niedrige Was
setstandslinie inSgesammt $66,466,
880 kosten, die Commission ist aber zu
ber Usbetzeugung gekommen, daß sich
das auf etwas mehr, nämlich nur
$133,472,893 stellen würde. Nach den
Empfehlungen^det Commission sollten
alle Schleusen eine Breite von minde
stens 80 Fuß erhalten, da unsere grö
ßeren Kriegsschiffe wie die „Iowa" eine
Breite von 70 Fuß besitzen. Ferner
sollten alle Nebenflüsse in Bezug aus
ihr Stromgebiet, die Wasser masse, die
sie führen etc., genau untersucht und
der Regenfall beobachtet werden. Der
Bau der östlichen Abtheilung des Ka
nals nach den Plänen der Gesellschaft
wird für. ausführbar gehalten, aber
auch hier wird von der Commission in
Rücksicht auf die mit Erhaltung der
zahlreichen Dämme etc. verbundenen
Gefahren empfohlen, mit definitiver
Feststellung der Route zu warten, bis
alle andern möglicher Weife in Frage
kommenden Linien genau untersucht
sind.. Die Kosten der Arbeiten in der
Ostabtheilung werden sich durch starke
Regengüsse noch wesentlich erhöhen,
doch wird man.nicht, wie bei ähnlichen
Kanalarbeiten in den Ver. Staaten
von Frostschäden zu leiden haben. Das
Klima von Nicaragua wird als mild,
gleichmäßig und feucht bezeichnet: Ar
beitskräfte sind billig, aber die Erdar
beiten dürften verheerende malariaar
tige Krankheiten erzeugen von vulka
nifchn Ereignissen, Erdbeben etc., ist
wenig zu befürchten. Um die erfor
derlichen Daten zu beschaffen, ist eine
Beobachtungszeit von mindestens 18
Monaten einschließlich von zwei trocke
nen Jahreszeiten erforderlich, wofür
$350,000 aufgewendet werden müßten
dann erst wird man ein definitives Ur
fhefl fällen können.
W
1 5-,
eflb Ii tz t. Geck: Fräulein Sie
sind eine Perle! Dame: Mag sein aber
Sie bringen. mich doch nicht aus der
Fassung. 'I
feilt
$

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