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Der fortschritt. (New Ulm, Minn.) 1891-1915, February 27, 1896, Image 2

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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«5»
1W I n."""F'y »'A
*3fT .'N-z 7''",'
Salt Brandt, Gigenthümer.
H«t Ulm» WiNMftft«
Inland.
In's Zuchthaus zu Pitts
burg ist eine Gefangene eingeliefert
worden, die, obwohl sie erst 30 Jahre
zählt, nicht weniger als sieben Männer
mit ihrer Hand beglückt hat, ohne sich
von einem einzigen scheiden zu lassen.
Ihr Name war angegeben als Lena
Sherman Brady Fliedner Mc
Quainley Ellsworth Waltz.
In das Gefängniß zu S a
lia, Mo., wurde John Johnson vor-j
erst unter der Anklage des Vagabond!-1
rens eingeliefert. Die Polizei glaubt
indessen starke Verdachtsgründe zu ha
ben, daß Johnson zu jener Bande ge*j
hört, die am 15. Januar in der Nähe!
Don Nassau Junction einen Eisen-!
bahnraub ausführte.
Wie aus Perry in Oklahoma
berichtet wird, ist daselbst Gottliebs
Ohmies, der einer angesehenen Farni-^
lie in Deutschland angehörte, .gestor-!
ben. Er hatte sich der „Heilsarmee"^
angeschlossen und war ein hervorra-j
gendes Mitglied derselben geworden.!
Ohmies starb an einem Herzleiden.!
Obgleich er sich vor seinem Tode im
Besitze einer ansehnlichen Geldsum
me befunden 'hatte, konnte dieselbe
nach seinem Ableben nicht gefunden
werden
Wahrend der letzten Tage wur
ten mehreren in der Umgegend von
Cow Creek in Owesley County,
Ky.. -wohnenden anrüchigen Personen
Don Weißkappen Besuche abgestattet.
Die Leute, welche der Aufforderung,
die Gegend zu verlassen, nicht nachge
kommen waren, wurden aus ihren
Häitsern geholt und durchgepeitscht.,
Das Verfahren der Weißkappen wird
von den anständigen Bürgern der Ge
.gvnd gebilligt.
Der erste amerikanische Roman
wurde von einer Frau geschrieben undj
int Jahre 1889 veröffentlicht unter
dem Titel: „Die Macht der Sympa
thie, 'Oder der Triumph der Natur."
Die Verfasserin war Frau Sarahs
Wentworth Morton. Dieselbe schrieb
unter dem Pseudonym „Philenia" und
erklärte in dem Vorworte zu ihrem
zweibändigen Werke, sie wolle oersu-j
chen, „'die gefährlichen Folgen der Ver
führung und die Vortheile weiblicher
Erziehung in's rechte Licht zu stellen."
I A a
Park» vor 25 Jahren ein Mann mit
Hinterlassung eines Vermögens von
$20,000. Es meldeten sich mehrere
„nächste Erben", ein langjähriger Pro
zeß entstand, und schließlich gaben die
«Erben die Sache auf. Vor einigen Ta
«gen reichte der öffentliche Administra
iot seine Schlußabrechnung ein, wo
mach die Ausgaben für Gerichtskosten
imt Advokaten $19.999.60 gewesen
sind. Der Rest von 40 Cents wurde
'der County-Kasse überwiesen, da Nie
mand Anspruch darauf erhob. Ein
Kommentar ist überflüMg.
Man schreibt aus S O a
ha, Neb.: ..Eine große Anzahl Fa
milien wird von der Stadt unter
stützt. Als Ursache der Nothlage ist
hauptsächlich der Umstand zu betrach
ten, daß in den Schlachthäusern kaum
noch gearbeitet wird. Es ist jedoch
begründete Aussicht vorhanden, daß
die Arbeit in denselben bald wieder
ausgenommen wird, und es heißt, daß,
mit wenigen Ausnahmen, die früheren
Arbeiter wieder angestellt werdeir.
County-Cornrnissär Thomas Hoctor
ist nach Kräften bemüht dem Elend zu
steuern, und, wo das County nicht
aushelfen kann, nimmt Hoctor die
Sache selbst in die Hand."
Ein ganz eigentümlicher Un-
fall stieß einem Zuge der Northern
Pacific in der Nachbarschaft von
Dickinson, N. D., zu. Der Zug
wurde von zwei Lokomotiven gezogen
urtd fuhr mit einer Geschwindigkeit
von 60 Meilen dahin, als der Vorder
Lokomotive von einem der großen
'Triebräder der äußere Radreif ab
sprang. Das innere Rad brach so
fort in Stücke und eines der letzteren
flog gegen den Luftbremsen-Apparat
und setzte diesen in Thäügkeit. In der
nächsten Sekunde stand der Zug still,
die Passagiere und das Personal
wurden heftig gerüttelt. Niemand
erlitt indeß eine nennenswerte Ver
letzung.
Eine ganze Wagenladung ge
ftohlener Sachen und ein 17 Jahre
älter, halbwüchsiger Bursche, der sich
auf's Stehlen in großem Maßstabe
verlegt zu haben scheint, wurden in
St. Louis von der Polizei aufge
hoben. Der Verhaftete nannte sich
Wm. Sherringden und behauptete, 17
Jahre alt zu sein. In seinem Zim
met fand man nicht weniger als 63
Paar Schuhe aller Größen, sowie eine
Partie Hosenträger, 103 Halsbinden,
20 Paar Manschettenknöpfe, 25 Paar
u.'-1
.»».
Strumpfbänder, ^patentknöpfe für
Hosen und eine Partie anderer Sa
chen. In seinen Taschen hatte er $4.38
in Baar, ein Brecheisen, 18 Schlüssel,
mehrer Schraubenzieher sowie einen
Revolver.
I S I
den vom Bundesmarschall 241 Sack
Ahornzucker öffentlich, meistbietend ver
steigert. Derselbe war von Quebec,
Canada, für die Coulter Mfg. Co.
eingeführt, aber wegen angeblich zu
geringer Werthangabe von den Bun
desbehörden beschlagnahmt wurde.
£trrell & Co., Omaha, waren mit
510.83 per hundert Pfund die Höchst
bietenden und sie erhielten den ganzen
s'.osten für $5412.83 zugesprochen.
Die Coulter Mfg. Co. hat gegen die
beschlagnahme und den Verkauf, der
von ihr eingeführten Waaren Ein
sj-.ruch erhoben und will in gesetzlicher
Speise bei der Bundesregierung vor
gehen, um die Rückerstattung ihrer
Verluste zu erlangen.
Ein Expreßwagen der West
Shore-Bahn wurde dieser Tage auf
dem Wege nach Boston, Massachu
setts, seines gesammten werthvollen
Inhalts beraubt. Es befanden sich zur
Zeit zwei Expreßwagen im Zuge. Ei
ner derselben war nach Boston, der an
dere nach Troy, N. A., bestimmt. Der
Augenschein ergiebt, daß der Raub
von mehreren Personen ausgeführt
wurde. Es ist vorläufig noch nicht
festzustellen, wie viel gestohlen wurde,
da die Begleitscheine der Sendungen
noch in New York zurückgehalten wer
den. Jedenfalls hatten die Räuber auf
dem Wege Verbündete, denen sie auf
kleineren Stationen die gestohlenen
Waaren zuwarfen. Die bestohlene
Gesellschaft ist die National Expreß
Company.
lieber einen auffallend klugen
Hund wird allen Ernstes aus N e
wart, N. I., berichtet: Dr. G. E.
Potter hat zur Zeit einen Hund bei
sich, dessen Herrn und Eigenhürner er
kennen lernen möchte. Es ist ein ganz
gewöhnlicher Köter, höchst unbestimm
ter Rasse, aber was ihm an Aussehen
abgeht, ersetzt er durch Klugheit. Der
Hund kam am 7. Februar in die Of
fice des Arztes und ließ sich nicht fort
treiben. Er heulte und winselte und
hielt dabei die eine Vorderpfote,in die
Höhe, sodaß der Arzt zuletzt neugierig
wurde, nachsah und fand, daß. das
Bein gebrochen war. Der Arzt ver
band 'das Bein, und der Hund, der nur
manchmal während der Operation
geheult hatte, als ob er Schmerzen
hätte, leckte die Hand des Arztes. Seit
dem ist das Thier im Hause des Letz
teren geblieben.
Aus Omaha, Nebr., wird ge
meldet, daß die BDldesbehörden zwei
Bürger aus Boyd County, D. D.
Moore und F. F. Martin, unter der
Beschuldigung verhaftet haben, die
Anführer einer Bande zu sein, die in
Fort Randall Holzhäuser niddergeris
sen und fortgefahren hat. Die Häu
ser dienten zwar nicht mehr militäri
schen Zwecken, befanden sich aber un
ter der Aufsicht eines Bundesbeamten.
Die 'Leute erschienen in so großer Zahl
auf dem Platze, daß der Aufseher ih
nen keinen Widerstand leisten und
nichts thun konnte, als den Bundes
marschall benachrichtigen. Anfangs
wollte man sich auch diesem widerse
tzen, aber er verhaftete die beiden
obenerwähnten Führer und brachte
sie schleunigst nach Dmaha, wo sie pro
zessirt werden sollen.
Im Laufe der Verhandlungen
in dem Prozesse von mehreren Män
nern von Leslie County, Ky.,
welche den mörderischen Angriff auf
den Hiilfs-Bunoesmarschall William
Bird gemacht hatten, vor Bundes
Commissar Marcum, stellte es sich
heraus, daß iti Leslie County ein Ge
heimbund von 112 Mann besteht, des
sen Zweck es ist, das County von aU
lern schlechten Gesindel zu befreien und
sich gegenseitig zu befreunden. Ein
Zeuge sagte während der Prozesses
aus, daß nach der Constitution des
Bundes es die Pflicht eines jeden Mit
gliedes ist, jeden Bundesmarschall, der
bei der Zerstörung eines Distillerie
Apparates irgend eines Mitgliedes des
Bundes angetroffen wird, zu ermor
den. Der Zeuge sagte auch, daß
tier Bund reichlich mit Schießwaffen
und Munition versehen ist, um sich ge
gen Angriffe von Seiten der Bundes
beamten zu schützen.
—Aus Cincinnati wird mit
getheilt: 'Einem Manne Namens See
ley von hier war die Gattin bei einem
Straßenbahn-Anfall getödet worden.
Er war kaum Wittwer geworden, so
sah'er sich nach einer anderen Lebens
gefährtin um und fand auch bald,
was er suchte. Jetzt er dachte er da
ran, daß aus dem Tode feiner ersten
Frau Kapital zu schlagen sei, wes
halb er die Straßenbahn- Gesellschaft
auf $10,000 Schadenersatz verklagte.
Der Fall kam zur Verhandlung, und
zwar in Gegenwart der Frau No. 2,
die mit anhören mußte, wie der Ver»
theidiger in den glühendsten Farben
das Herzeleid ihres Gatten über den
Verlust seiner ersten Frau schilderte.
Der Mann wurde gefragt, ob et seine
zweite Frau lieb habe und ob dieselbe
seine erste Gattin ersetze. Er konnte
W-i1 n^WWIHW
nicht umhin, die Fragen zu^ bejahen.
Die Jury gab einen Wahlspruch zu
Gunsten der beklagten Gesellschaft ab,
ohne auch nur ihren Sitz zu verlassen.
Auf Ellis Island fand
wieder einmal ein Liebesroman mit
dem besonders für Backfische so befrie
digenden „Sich kriegen" feinen Ab
schluß. Vor etwa 5 Jahren verließ
der jetzt in New York wohnhafte Jta
liener Antonio Conzo seine sonnige
Heimath. Kurz vor seiner Auswan
betung hatte er bei den Eltern der da
mals erst 12 Jahre alten Maria
Alonzo angeklopft, aber bie Weisung
erhalten, er möge wiederkommen,
wenn et sich in der neuen Heimath eine
Existenz gegründet und Maria etwas
älter geworden sei. Beides war nun
kürzlich eingetreten. Da' Conzo nicht
die Mittel hatte, sich sein Bräutchen
selbst zu holen, ließ er sich in Stell
vertretung mit *hr trauen. Am Sam
stag nun langte die junge Frau zwar
auf Ellis Island an, da aber Uncle
Sam von berartigen Ehen nichts wis
sen will, mußte das Paar sich nochmals
in affft Form trauen lassen, dann erst
ließ man sie ziehen.
Der wohlhabende Farmer San-)
dy Cooper in A a n, Ind., hat
seine 16-jährige Tochter Mollie in
so brutaler Weise geschlagen, daß die
selbe aus den Tod darniaderliegt. Frl.
Cooper hatte ein Berhältniß mit einem
jungen Manne Namens Lanehan, dem
der Vater auf das Entschiedenste ent
gegen war. Da sie Sekretärin der
Sonntagsschule in Bengal ist, war sie
mit dem jungen Manne nach der Kir
che zu einer Versammlung gegangen.
Als bet Vater nach Hause kam und
das hörte, eilte et ihr sofort nach und
traf Beide im Pfarrhaufe. Er wurde
darüber fo wüthend, daß er eine Peit
sche nahm und die Tochter in so un
menschlicher Weise schlug, daß dieselbe
bewußtlos zusammen brach, ehe die
Umshhendu, die vor Schrecken er
starrl waren, hin?» springen konnten
Dann nahm et bit Bewußtlose auf,
trug sie in das Buggy und fuhr mit
ihr nach Hause. Die Aufregung ist so
groß, daß wenn das MLbchen sterben
sollte, man jedenfalls Lynchjustiz an
dem barbarischen Vater üben wird.
In der Nacht von Freitag auf
Samstag letzter Woche drangen Räu
ber in die „State National Bank" von
Savannah in Missouri ein und
machten gute Beute. Nachdem sie
den Nachtwächter besinnungslos ge
schlagen hatten, sprengten sie die Thü
te des Geldgewölbes. Dort fielen ih
nen für $300 Briefmarken in die
Hände, welche dem dortigen Postamte
gehörten. Sie machten einen vergebli
chen Versuch, den Kassenschrank der
Bank zu «sprengen, worin sich die
Baarfonds befanden, dagegen fanden
sie in den in dem Geldgewölbe befind
lichen Behältern von Privatpersonen
für $14,000 Ber. Staaten Bonds und
nahmen diese mit. Die Bonds, auf
je $1000 lautend, tragen die Num
mern 120,733 bis 120,744 inclusive
und 114,191 und 114,192. Die am
l.Januar 1896 fälligen Coupons be
fanden sich noch an den Bonds. Man
hat brei verbächtige Subjekte, welche
sich in ben letzten Tagen in bortiger
Umgegend umhertrieben, in Verdacht,
den Einbruch verübt zu haben.
W r-
New Uork ist ein zweites Kalifornien.
Das ist die neueste Sensation für
Goldsucher.' Man will nämlich im
Bette des Neperan-Baches, etwa 1 ls2
Meilen von Unionville, und in den
umliegenden Betgen reiche Goldfelder
entdeckt haben und es soll sich bereits
eine Gesellschaft aus verschiedenen
Minenbesitzern des Westens und New
Notker Kapitalisten gebildet haben,
die jenen werthvollen Landstrich aus
nutzen wollen. Die Anwälte Louis
I. Grant und P. Rouß, deren Bureau
'sich im „Bennett Building" befindet
und welche die erwähnte Geellschaft
vertreten, erklärten, daß man bereits
seit Monaten mit dem Plane umge
gangen fei, jene angeblichen Goldfel
der auszunutzen, nochbem man sich von
der Reichhaltigkeit •der Goldadern
überzeugt hatte, unb die Gesellschaft
hofft jetzt, bereits in diesem Frühjahr
mit der Golvsuche beginnen zu können.
Professor R. P. Whitman, der Chef
des geologischen Departements im na
tuthistorischen Museum, beschränkte
sich darauf, zu erklären, baß nach der
Bodenbeschaffenheit jener Gegend die
Möglichkeit eines lohnenden Goldfur
des nicht ausgeschlossen sei.
Bor zwanzig Jahren war Ro
bert Krampf ein vielversprechender
junge* Kaufmann in Breslau. Er hat
te eine gute Erziehung genossen und
war eine tüchtige Araft, seine wohlha
benden Eltern vermochten feine Kar
riere mit ihren Mitteln hinlänglich
Vorschub zu leisten, aber et war leicht
sinnig. Dazu gesellten sich plötzlich
widrige Familienzwistigkeiten, und ei
nes Tages war Krampf stellungs
und mittellos. Er entschloß sich zur
Auswanderung. Hier ging es ihm
bald schlecht, bald gut, zumeist aber
schlecht, kaum hatte er sich zu einer ein
träglichen Stelle emporgearbeitet, so
kam der Leichtsinn wieder über ihn
und im Trinken suchte er Zerstreuung.
Seit einigen Jahren arbeitete et als
miiBaaimwaJiiwi
Kohlengräber bei Aullvilie in
Missouri hatte er Geld, so ging'S
drauf, und hatte er keines, so arbeitete
er. In einem Strohfarm auf ber al
ten Wren-Farm, in bet Nähe von
Concordia fanden Schulkinder am 11.
Februar feine Leiche. Neben ihm lag
eine leere Laudanum-Glasche. In ei
ner Anwandlung von moralischem
Kater über sein verfehltes Löben hatte
er bemfetoen ein Ende gemacht. Un
ter den deutschen Fqxmern der Gegend
war er seines gutmütigen harmlosen
Wesens wegen sehr beliebt und sie ha
ben auch für ein anständiges Begräb
niß Sorge getragen.
Wohl nie früher find von den
Zollbamten der Ber. Stuten so viele
Diamanten mit Beschlag belegt wor
den, wie dies dieser Tage in a
delphia an Bord des Dampfers
„Rhynland" von der Red Star Linie
geschehen ist. Juwelen im Weiche von
$20,000 wurden konfiscirt, unb Kapt.
Loefewitz, der Führer des Dampfers,
wird beschuldigt, auf ungesetzliche
Weise Edelsteine an Land zu bringen
oersucht zu Haiben. Schon seit eini
get Zeit waren die Schatzamtsbehör
den überzeugt daß Diamanten einge
'schmuggelt wurden, und bie Regie
rungsagenten im Auslanbe würben
bähet beauftragt, bie Sache zu unter
suchen. Ihr Verbacht fiel auf Kapi
tän Loefewitz. Als der „Rhynland"
von Antwerpen abfichr, benachrichti
ten die Agenten das Schatzamtsde
partement, daß sie glauben, Kap.
Loefewitz habe Diamanten an Bord
unb beabsichtige, bieselben in bit Ver.
Staaten zu schmuggeln. Die Speziala
genten Cummings von New Uork unb
Gallen von Philadelphia würben be
auftragt, bie Ankunft bes Dampfers
zu erwarten. Als dieser anlegte, ging
Agent Gallen an Börb unb begab sich
birekt zu Kapt. Loefewitz, dem et oh
ne Umschweife das Kästchen mit Dia
manten abverlangte. Der Kapitän
machte erst Ausflüchte, als ihm aber
mit sofortiger Verhaftung gedroht
wurde, lieferte er den Kasten ab, wel
cher die schönsten Diamanten im.Her
the von $20,000 enthielt, welche je
nach Amerika gebracht wurden. Der
Kasten war an Hermann Keck & Co.
von Cincinnati adressirt. eine der
größten Importfirmen von Juwelen
im 'Lande. In der Kargolifte war er
nicht aufgeführt. Die Diamanten
wurden konfiszirt und das Schiff un
ter Bewachung gestellt. Kapt. Loefewitz
wurde iberhaftet. Cr befindet sich seit
vielen Jahren in Diensten der Red
Star Linie und commandite früher
den Dampfer „Pennland."
Der Steuermann I. L. Car
roll von der Barke „Topgallant," bie
S a a
nach Pubgti Sound in See ging, muß
eine außerordentliche liebensbedürfti
ge Seele besitzen, denn er soll nicht we
niger als vier Herzen gebrochen ha
ben unb wirb gegenwärtig in Seattle
aus Bigamie verklagt. Carroll ist in
San Francisco unb in Oakland be
kannt, wo eine seiner Frauen wohnt.
Zum ersten Male in's Joch ber Ehe
'stürzte er sich, als er erst 19 Jahre alt
war. Damals heirathete et «in jun
ges Mäbchen zu West Dennis, Mass.
Vor zehn Jahren kam er an biese Kü
ste unb erhielt eine Scheidung zuge
sprochen. 'Dann heirathete er Frau
M. Dudley von Seattle. Er kam
nach San Francisco und soll hier
Frau Nummero Drei aus Oakland
geehlicht haben. Aus diesem Grunde
verließ Frau Dudley Carroll, erwirkte
aber keine Scheidung von ihm. Jetzt
begab sich idie liebestolle Theerjacke nach
Victoria, lebte hier sechs Monate mit
einer jungen Frau und heirathete sie
sodann. Inzwischen war ihm Frau
Dudley auf die Fährte gerathen, sie
begab sich nach Victoria und fand bie
getäuschte Frau Nummero Vier, die
soeben von Zwillingen entbunden wot
den war und deren sich die Salvation
Army angenommen hatte, während
Carroll abermals abhanben ge
kommen war. Derselbe soll seitdem
nach San Francisco gekommen sein.
Ein Schatz gefunden.
a s, Mexico, 19. Febr. Ar­
beiter, welche in dem Damme eines in
der Nähe dieses Ortes befindlichen Ge
wäffers Ausbesserungsarbeiten vor
nahmen, entdeckten in dem Damme eine
Höhle, in welcher sie verschiedene eiser
ne Gefäße fanden, die zusammen $50,
000 in Gold- und Silbermünzen ent
hielten. Es wurden auch sonstige
Werthgegenständen aufgefunden. Al
lem Anscheine nach ist die Hohle einst
der Schlupfwinkel einer Räuberbande
gewesen. Schon vor einigen Jahren
wurde in der hiesigen Gegend eine Höh
le entdeckt, in welcher man gleichfalls
Gold u.s.w. sand.
Wurst wider Wurst.
A a y, N. Y., 19. Feb. Gouv.
Morton hat die Bill unterzeichnet, wel
che auslänbische Versicherungsgesell
schaften aus New Uork ausschließt.
Hiervon werden die preußische Natio
nale Feuer Versicherungsgesellschaft, die
Aachm-Münchener Feuerversicherungs
gesellschast und die Magdeburger
Feuetversicherungsgesellschaft betroffen.
BESSB •Plf
VomCongre^.
15. Februar.
I a a a
stizauSschusse einberichtete Substitut
für den Beschluß Boatmer's zur Un
tersuchung des Verfahrens des Compt
rollers Bowler, welcher die Auszahlung
der Zuckerprämien vorenthält, für wel
che der Congreß eine Bewilligung ge
macht hat, zur Berath«^. 4M Sub
stitut verfügt eint Untersuchung darü
ber, ob Cxecutwbeamt« befugt sind, die
Ausführung von Gesetzen des Congres-
der streitige Sitz von Delaware zuge
sprechen. An ben Justizausschuß ver
weist man eine Petition, den 24. Juli,
als Tag der Entdeckung des nordameri
fanischen Küste durch John und Se
bastian Cabot 1497, zum nationalen
Feiertag zu machen. Davis, Minn.,
sprach über die Monroe-Doktrin. Die
Bewilligungsbill für bie Militärakade
mie wurde aufgenommen.
Das Haus fuhr mit Berathung
der Ackerbaubill fort. Wieder folgten
heftige Angriffe auf Sekretär Morton.
Die dringliche De-fizitbill wurde dem
Conferenzcomite überwiesen. Das
Hauscomite für Wahlen No. 2 ent
schied sich in dem Wahlconteste zwischen
den Herren Coleman unb Buck vom
zweiten Louisiana Distrikt zu Gun
sten des Hsrrn Buck. Das Votum war
einstimmig.
18. Februar.
Äbtheilung Wieb« hergestellt, um Weser Beziehung genösse New York
ben Sekretär in Stand zu setzen, bas "m*n
verwilligungsbill, über welche beide
Häuser sich nicht geeinigt hatten, ging
an ben Conferenzausscyuß. Die Se.
natszusätze zur diplomatischen und
Consulavdienstbill wurden angtncnv
men. Die gemeinsame Senatsresolu«
tion, welche den Ackerbausekretär Mor
ton ersucht Sämereien anzukaufen und
zu vertheilen, ebenso wie in früheren
Jahren, wurde vom Landwirthfchafts
Ausschuß günstig eingerichtet unb auf
den Kalender gesetzt.
Modernste» «tndinm.
N 1 9
feffor R.L, «tan«, au8 Röan°I«,
»t' ii öa. welcher im vergangenen ©ommet
Die Ackerbau Bewllllgungsblll wird, ^a,f
im Plenarausschuß berathen und dabei L! atoeittn
«folgen Don v.-W.d-n.n S-itm «n.|
griffe -uf den ÄSerb-usetrei-r. ro.il S:
bUf« '-W. Wm-r-i-n.--.hei» h°b.,
Im Senate wurde die von Se-
naior «ff (Po#., Kas.) vor cini- sich New York auf seinen Dr. Park
o.ii 1.1. /in* «iAt in ht»T »mnilVtT«
ger Zeit eingebrachte Resolution, ein hurst auch nicht mehr so viel einzubil
Spezialkomite zu ernennen, welches die'den, Hannover hat jetzt einen gleichen
näheren Umstände bei der jüngsten
Bondausgabe genau untersuchen soll,
bis zum Schluß der Morgensitzung de
battirt, zu welcher Zeit sie nach den Ge-
schäftsregeln auf den Kalender gesetzt hurst's froschhüpfendem Beispiel und
wurde. Später wurde die Berwilli- besuchte selbst die Freudenhäuser der
gungsbill für die Militärakabemie auf-' Stabt, wo er mit ben Dirnen trank
und nach breistünbiger Debatte ange- unb allerlei Kurzweil trieb, bis er sich
nommen, desgleichen bie Pensionsvor- schließlich ihr Vertrauen erwarb. In
läge passitt. seinem Eifer für bie gute Sache ging
dien über die Affensprache zu machen.
Professor S. Peaboby, von ber
Chicagoer Universität, war bei bem
Unternehmen bes Prof. Garner bessm
Hauptstütze. Prof. Garner sagt, baß es
ihm gelungen sei, sich in ber Affenspra
che bebeutend zu vervollkommen, unb
ist überzeugt, baß die Affen mit einan
ber sprechen und daß einige bavon
mehr Intelligenz besitzen unb eine flie
ßendere Sprache reden, als viele afri
komische Eingeborene. Der Professor
drang gegen Ende des vergangenen Ok
tober von Ambrifetto, in das Innere
des- dunklen Erdtheils ein und wird
das Resultat seiner Forschungen der
Chicagoer Gesellschaft vorlegen, welche
ihn für das Unternehmen ausrüstete
*ot3u9
Gesetz auszuführen. Ferner würbe
eine Resolution angenommen, daß der
Ausschuß für Mittel und Wege Unter
suchungen darüber anstelle, welche Wir
kung die Verschiedenheit des Tausch- «hieago.
h-nd-ls zwischen Wndern Mit Gold-
I S a a N S S
über die zahlreichen Petitionen gegen Ku^l^^
den Bierverkauf auf Ellis Island, dem
mehr.
bung von Landconcesftonen unter den Gerste 30-34 Hafer 20-21 Com
Etsenbahn- und Wagenstraßen Be-
Marktberichte.
$ii,lenmiien
Sondern mit Silberwahrung auf -39 25-37 Hafer 10-22
bit amer,lamsche Jnwstr,- habe.
19. Febru a r.
Gotn'2g.
1
28
wittigungm anhangig machen kann, Timothysamen 3.00—3.65 Kleefarnen
um fünf Jahre verlängert. 6.75—7.60 Flachs 91—92 Timothy
Pickler beantragte einen Zusatz zur Heu 10.50—12.00 Ptoirieheu 5.00—
Heeresbewilligungsvorlage, daß kein 8.50 Butter, Creamery 14—19 But
Ofsizier des Heeres zum Dienst als ter, Dairy 10—17 Käse, Cream 9—
Jndwneragent kommandtrt werden 10 Käse, Schweizer 12—13 Kartof
soll. Der Zusatz wurde für ordnungs- fein 15—25 Eier 13—14 Hopfen 5
widrig erklärt, desgleichen ein Zusatz —8 Stiere 3.00—3.75 Kü^ 1.75—
von Bowers, der sich gegen die Be- 3.00 Stockers und Feeders 2.50—
wachung Oder Beaufsichtigung von 3.40 Schweine 3.90—4.10 Schafe
Forstländereien oder Nationalparks 2.25—3.00 Lämmer 3.25—4.00.
durch Sowoten erMrt. Mwne-v-.iö Paul.
20. 61 a t. 1 Weizen 53—61 Roggen 27 Gerste
I S a a 1 9 a 1 6 1 7 2 3 a
Resolution, die albanischen Rebellen 88—89 Kleie 8.50 Wildes Heu 5.00
als kriegführende Macht anzuerken- —6.00 Butter, Creamery 12—17
nen, sowie die weitere Resolution, Cu- Butter, Dairy 9—14 Eier 17—18.
ba's Unabhängigkeit anzuerkennen.
Cameron, Pa., beantragte als Sub- LouiS.
stitut, daß der Präsident aufgefordert
werde, der spanischen Regierung die
V'
«anz wie bei und«
1 8 a
Helden, und zwar in der Person Nie
mandes Geringeren als bes kürzlich
zum Polizeipräsidenten ernannten
Grasen v. Schwerin. Er folgte Park-
Das Haus erlebigte bie Ackerbau-, der incognito forschenbe Herr Polizei
Bewilligungsbill. Die berselben ange- Präsident sogar soweit, baß et schließ
fügten Amendements verpflichten den [td?
be*^faj
Ackerbausecretät, Sämereien wie frü- ^alb Heraus, wer sich Hinter Oer
Her anzukaufen und zu bertheilen, und Perf°" ^es sidelen Lebemannes tier
zwar ohne Rücksicht auf das Statut, I batg. Das R^ultat der Forschungsrei
daß sie „selten und ungewöhnlich" sein^ des ^3TÄenlem^
müssen, wie Secretär Morton dasselbe u^rraschendes. Derselbestelffte uamlich
auslegte. Die Bewilligung zum An-' die unzweifelte Thatsache fest, daß bie
kauf von 'Sämereien würbe ferner von von Hannover im Solbe ber
$130,000 auf $150,000 erhöht, und Bordellwirthe und falter von fonstt
schließlich bie vom Sekretär abgeschaff-! gen luderltchert Lokalen steht. Also, auch
,*$
toujde. Da stellte sich
64_70 Roggen zg
Timoihysomm 3.87-3.90
Flachs 91—92 Butter, Creamery 14
Ländeplätze der Einwanderer. Er ver- Schweine 4.05-4.30 Schafe 1.25
urtbeilte diese Art übertriebenen Puri- ?'p
MM««. Die BewiMgung-vo-log. ^^u-,ey
für den diplomatischen und Consular
dienst wurde angenommen.
Das Haus nahm die Heeresbewil
ligungsvorlage, welche
bewilligt, an, ebenso den Conferenzbe
rieht, zur dringlichen Defizitbill und,
bie Vorlage, welche die Frist, in wel-^ Milwaukee.
cher die Rgierung Prozesse zur Stufte*,
2:6°-^5'A^}lUi?'(PTßJi3f
per Bushel 30—35 Aepfel per Faß
75—2.75 Kartoffeln 15—22 Boh-
zwwKono nen95—1.08 Eier 13 Whiskey 1.22
Eream 9—10 Käse, Schweizer
13.
mi 62_65
Roggen 38-39
Mehl, Patent.per Faß 3.40-3.70
9 W
Anerkennung der Unabhängigkeit Cu- 2.00—.
ba's in freundschaftlicher Weise votzu- Schweme 3.9(^-4.20 Schafe
schlagen. Morgan, Ala., nahm sich ~ainnl" 3.50—4.50 2Bei
seht enthusiastisch der Sache der Cu-
senJ3~7?'
banet an und die Gallerten klatschten ^ÖaTcr Flachs 85.
ihm Beifall. Der Senat vertagte sich Kansas
bis Samstag Weizen 50-66 Corn 19—23 Ha
-Dem a lag die Jndianer-Be- fer 18—12 Roggen 35 Stiere 2 40—
willigungsbill vor. Der Antrag das 4.20 Kühe 1.50-5.25 Stockers und
Gehalt der Jndianer-Jnfpektoren von Feeders 2.50-3.75 Schweine 3 85—
$3,000 auf $2,500 herabzusetzen ging 3.95 Schafe 2.50-3.60 Lämmer
verloren. Die allgemeine Pensions- 3,60—4.50.
„,00—
26—27 Roggen 36
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II
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