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Der fortschritt. (New Ulm, Minn.) 1891-1915, April 21, 1897, Image 3

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Neueste Nachrichten.
«a^aH,»»h«iu «wer «irche.
a 1 3 A W
Messe in einer Kirche bei CartreS
stürzte bag Dache in. Sieben Frauen
und ein Mann wurden getödtet und
30 Personen verletzt.
Dt« Hu«Or»«»th 1*%I ««ch.
ba y, 18. April. Ein Bericht
des VicetönigS theilt mit, daß die
Hungersnoth nachläßt und die Getrvi
depreise in Folge des Regens in letzter
Zeit gefallen find.
ISttftlAtf im Trausvaal.
I a n',n g, 17. April.
Eine schreckliche Dynamitexplosion hat
in einem Pergwerk bei Langlaarte
stattgefunden. Acht englische und 26
eingeborene Bergleute wurden dadurch
getödtet.
•WNU« Katastrophe
1 8 A A E
wird gemeldet, daß bei einer Explo
flon im Kohlenbergwerk bei Oberhau
sen 10 Menschen umgekommen sind.
«och ein Vaua«a- «chwiu»»er.
a S, 18. April. Das frühere
Mitglied der DeputirtenkammerPlan
tenu wurde unter der Anklage verhaf
tet, ein Komplize in dem Panama Ka
nal-Schwindel gewesen zu sein.
9U „offide««" Todesursache.
S 1 8 A f
fizielle Bericht über den in Cannes er
folgten Tod des Großherzogs von
Mecklenburg Schwerin gibt an, daß
der Großherzog sich, wie er bei Ath
mungsbeschwerden zu thun pflegte,
nach dem Garden seiner Villa begeben
habe. In Folge eines Schwindelan
salles fei er von der Terrasse auf die
Straße gestürzt und habe eine Rücken
marksverlietzung davongetragen. Eine
Stunde später sei «r bei klarem Be
wußtsein und in Gegenwart seiner Fa
milie gestorben.
«rubeu«Spekulativ«.
1 8 A
Fitzgerald aus Denver reist nach den
Vereinigten Staaten ab, um die Vor
kehrungen für den Anlauf -der Gru
ben von Salvador Malo zu vervoll
standigen. Die Gruben liegen im
Staate Singloa und jentihalten Gold,
SKber und Kupfer. ES soll eine Ge
sellschaft mit einem Kapitale von $1,=
000,000 gebildet werden, .um die Gru
Seit zu kaufen und zu bei»rbeiten.
1 1 5 $ & 1 3 A
ÄS hat sich herausgestellt, daß bei dem
großen Brande in Knoxville, Ten«,
mindestens sechs Menschen ihr Leben
tin Hotel Knox eingebüßt haben. Eine
qrvße Anzahl Männer ist unausgesetzt
mit der Ausräumung der Ruinen be
schäftigt. DaS Hotelregister ist
jetzt noch nicht gefunden worden.
ri3
(Hu tiefer Sturz.
1 A 1 7 A
Gestern Morgen siel ein Brückenarbei
ter, Namens Bristen aus Croton. 91«,
A., von einem Gerüst an der Brücke
über den Arkansas au-s einer Höhe von
siebzig Fuß herunter in den Fluß.
Zum Glück für ihn standen ihm keine
Hindernisse im Wege, aber er wäre
beinahe auf ein!
kleines Boot gestürzt,
das gerade vorbeifuthr und wodurch er
gerettet wurde, als er wieder auftauch
te. Er halte den Schlamm auf dem
Bodsn des Flusses gehörig aufgerührt,
aber sonst keinen Schaden genommen.
Am Nachmittag war er wieder bei der
Arbeit..
Juteruatiouale Flotte« Parade.
N 1 4 A
Schiffsparade gelegentlich der Ueber
gäbe des Grant Denkmals am 27.
April in New York dürfte eine der
großartigsten werden, die in den Ge
wässern um New York noch stattge
funden hat. Mit Ausnahme von Eng
land haben nun bereits sämmtliche
Seemächte Schiffe zur Theilnahme
angemeldet, die vor dem Präsidenten
paradiren werden.-- Von Spanien ist
der Kreuzer „Maria Theresa" hierher
-unterwegs und von, Frankreich ist der
Kreuzer „Fulton" zur Theilnahme de
ftgnitt.
Hungersnoth i« China.
S a a 1 3 A
•Nach Berichten, welche der Dampfer
„Gealic" bringt, sterben die Eingebo
renen in der Umgegend von Jchang in
China zu Hunderten vor Hunger. Die
Ernte des vorigen Jahres war miß
rathen. Die Vorräthe sind vollstän
dig erschöpft und der Tod hat feine
Ernte begonnen. Die Behörden geben
sich alle Mühe, Nahrungsmittel her
beizuschaffen, aber die aufgebrachten
Vorräthe sind zu gering für die Masse
der Hungrigen. Da der Transport
von Reis in den von der Hungersnoth
befallenen Distrikten schwierig ist, so
erhalten nur solche, welche entlang des
Wasserweges wohnen. Hülse. Für Je
HC im Innern des Landes giebt es kei
tt« Hülfe. Die Sterblichkeit ist groß
und nimmt stetig zu.
,Vf V"
«Offe»tr«u»p»»ß M«
et«*».
a I a a 1 3
April. Vielleicht der größte ®efan«
genen-TranSport, der jemals stattge»
funden, wurde in Michigan City,Ind.»
ausgeführt. Zweihundert und ein
undmu,»zig Gefangene des Stadtge
fängnisses wurden in einen Spezial»
zug gesetzt, um nach Jefsersonville ge«
bracht zu werden, während von letzte
rem Platze dreihundert und sechSund
fünfzig Gefangene nach Michigan Ci
ty gesandt wurden. Dies geschah auf
Grund des in der letzten Session der
Legislatur angenommenen Gesetzes,
wonach das südliche Zuchthaus in eine
Reform- Anstalt und das Michigan
Stadtgefängmß zum Staatszucht
haus verwandelt'wurde. Es mag aber
fein, daß der ganze Hin- und Herver
sandt wieder rückgängig gemacht wer
den muß. da das betreffende Gesetz
höchst wahrscheinlich als unkonstitu
tionell erklärt werden wird.
Selbstmord de» »roßtzerjog» vou
MeOkleuvur«.
a 1 3 A a t
fache ist in Cannes öffentlich bekannt
geworden, daß der Großherzog von
Mecklenburg Schwerin, dessen Tod
am Samstag Abend 9 Uhr in Folge
eines Herzleidens verkündigt worden
war. am genanntenAbend Selbstmord
begangen hat. Der Großherzog
scheint schrecklich an seiner Krankheit
gelitten zu haben. Am Samstag
Abend ersuchte er seinen Arzt, das
Zimmer, zu verlassen, er möchte ver
suchen, einzuschlafen. In der Abwe
senheit des Arztes, und, wie man vor
aussetzt, im Fieberdelirium, verließ
der Großherzog seine Villa und sprang
über die Brustwehr der Brücke in der
Nähe des Hauses. Er wurde wenige
Minuten später gefunden, zwar noch
lebend, aber so verletzt, daß er in ei
ner halben Stunde starb. Der Groß
herzog war seit vielen Jahren leidend
und hatte meist im Auslande gelebt.
Herzog Johann Albrecht von Medien
bürg Schwerin, der Bruder des ver
storbenen Großherzogs von Medien
bürg Schwerin, hat die Regentschaft
des Großherzogthums übernommen.
Er ist am 8. Dezember 1857 inSchwe
rin geboren und hat sich am 6. No
vember 1886 in Weimar mit derPrin
zessin Elisabeth von Sachsen-Weimar
verheiratet.
Erbgroßherzog Friedrich FranzMi
chael ist noch minderjährig, da er erst
am 9. April 1882 geboren wurde.
3«lemtsie dum Stierkampf
N a. Ariz., 13. April. Hier
fand ein spanisches Stiergefecht statt
Bei dem wüsten Schauspiel wurde ein
Stierfechter, Rapt. Carlos Garcia von
Juarez, Mex., von einem Stier mit
den Hörnern erfaßt und ihm dieKinn
lade aufgerissen. Die Verwundung
mag sich als tödtlich erweisen. Nach
dem der Stier unter Brüllen Garcia
zerfleischt, wurde er schließlich durch
Quälereien der ToreroS und Picadors
tfon seinem Opfer verscheucht u. rann
te zum Verschlage ui zerstörte densel
ben vollständig. Dann stürzte das ra
send gewordene Thier auf den das
Amphitheater umgebenden Grund,
welcher mit Menschen gefüllt war.
Viele wurden verwundet. Der mit
Gold- und Silbermünzen bedeckte
Roulettetisch wurde hoch in die Lust
geschleudert und das Geld flog nach
allen Seiten zur Erde. Das wilde
Thier rannte gerade aus durch die
Menge in die Hauptstraße von Auma
hinein. Nach langer Jagd und schwe
rer Arbeit wurde das Thier zurückge
bracht.
Kriegerisches vom Balkan.
A 1 0 A a
Larissa geben Einzelheiten über In
vasion irregulärer griechischer Trup
pen in Macedonien. 3000 Mann
drangen am Tag nach der Feier der
griechischen UnabhäNgigkeitserklärung
über die macedonifche Grenze. Die
Expedition wird von ehemaligen Ossi
zieren der griechischen Armee geführt.
Eine Abtheilung von italienischenFrei
willigen unter Oberst Cipriani hat
sich ihnen angeschlossen. Die sogenann
ten Insurgenten sind alle vorzüglich
bewaffnet und ausgerüstet durch den
griechischen Geheimbund „Ethnike He
mira", der die Triebfeder der jetzigen
Krisis ist und die öffentliche Meinung
in Griechenland controlirt. Alle Theil
nehmet: an der Invasion tragen das
Abzeichen des Geheimbundes u. schrit
ten unter dem enthusiastischen Beifall
der griechischen regulären Truppen
über die Grenze. Die Fahne ist den
Insurgenten von dem Befehlshaber
der griechischen Truppen überreicht
worden. Derselbe hat auch die Maß
regeln getroffen für Berproviantirung
der Insurgenten. Dir Nachrichten
von derJnvasion haben hier das größ
te Aufsehen erregt.
a a, 13. April. Der
türkische Stabsoffizier, welcher von
i?dhem Pascha nach Krania gesandt
wurde, um die Lage daselbst zu erkun
den, berichtet, daß es erwiesen sei, daß
sich unter den Eindringlingen reguläre
griechische Truppen befanden und daß
guter Grund zu der Annahme vorlie
ge. daß griechische Offiziere die Trup-
pen kommandirten. Er berichtet ser
net, daß der Feind sich während de«
Tage» versteckt holte und nur beiNacht
fein Erscheinen mache, um auf die tür
tischen Truppen zu schießen.
1 a a, 11. Avril. Nachmit
tag 3 Uhr 30 Minuten. V*6et die grie
chische Invasion sind noch keine weite
reit Nachrichten eingetroffen. Edhem
Pascha hat einen Offizier nach Ort u.
Stelle geschickt, der über die Lage der
Dinge daselbst Kunde bringen soll.
1 2 A E S e
zialdepesche von Trikhala meldet, daß
die türkische Garnison, 800 Mann
stark, welche von den Griechen belagert
wird, sich durch die Feinde mit einem
Verlust von 30 Tobten durchgeschlagen
haben. Der Kampf war hartnäckig.
Die Insurgenten setzten ihren Vor
marsch fort u. nahmen die Stadt Kra
nia ein. Sie verfolgten die Türken bis
dicht vor Cirpia, welches nur zwei
Wegstunden von Grevens entfernt ist.
Bei diesem erfolgreichen Vorrücken
sollen die Griechen nur drei Tobte und
vier Berwunbete gehabt haben. Es
heißt, baß ein Detachment türkischer
Truppen an ber Grenze einen griechi
schen Bauer erschossen, ber Nachrich
ten nach Calcolirci überbrachte.
«rant's Monumeut.
N 1 8 A S
lanten sind eifrig dabei, die Häuser
entlang der Grant-Monument-Parade
zu besuchen', um sich Fenster-Privile
gien zu sichern. In manchen Fällen
sind ganze Häuser gemiethet und die
Erlaubniß für die Errichtung von
Tribünen erlangt worden. Es wird
geschätzt, daß die zu errichtenden Tri
bünen Sitzplätze für mindestens 75,
000 Personen fassen werden.
Das Grant -Monument ist nun
vollendet,- die einzige übrig bleibende
Arbeit ist die Politur des Marmors.
DerStahlschrein, welcher Grant's Lei
che enthält, ist geöffnet worden, so daß
der Sarg herausgenommen werden
kann. Es ist offiziell angekündigt
worden daß jede Niete, womit der
Schrein beftstigt war, von ben Arbei
tern als Souvenir verkauft wird. Ue
ber den Stahlschrein wird Col. Grant
Verfügung treffen.
V»« ««»«.
S a a a a a
17. April. Soeben ist hier die Nach
richt von einer Schanbthat eingetrof
fen, welche in ber Nähe ber Ortsthan
Encrucijada von spanischen Truppen
verübt wurde. Dieselben haben das
der Frau des britischen Vice-Consuls
Harris in Sagua gehörige Besttzthum
zerstört und eine amerikanische Flag
ge zerrissen, welche der. Geschäftsführer
GeorgeHarris, der amerikanischerBür
ger ist, über ein Bett ausgebreitet hat
tei DaS Besitzthum der Frau Har
ris, welches den Namen La Palma
führt, liegt ungefähr zwei Meilen von
Encrucijada während der Abwesen
heit des Geschäftsführers Harris kam
das Regiment Estremadura an die
Soldaten sprengten die verschlossenen
Thüren auf und nahmen Geschäftsbü
(her und andere Werthsachen fort. Als
sie im iSchlafzimmer des GeschästSsüh
rets Harris die amerikanische Flagge
fanden, nahmen sie dieselbe hinaus
und rissen sie unter wilden Flüchen in
Stücke, worauf sie wieder abzogen.
Harris berichtete den Vorgang sofort
dem britischen und amerikanischen
Consularbeamten in Sagua, welcher
eine gründliche Untersuchung veranlas
sen wird. Die Spamer behaupten,
daß sie gesehen haben, daß Jnsurgen
ten die Plantage verließen, was jedoch
von Harris entschieden in Abrede ge
stellt wird. Wie es heißt, wird der
amerikanische Consul in Sagua über
die Beschimpfung der Flagge ausführ
lich berichten. Der dortige Consul
heißt Barker und. derselbe ist einer der
tatkräftigsten Vertreter Amerikas auf
der Insel.
Eiu Schiff wahrscheinlich verlöre«.
S a a 1 8 A
Die Ansicht, baß das amerikanische
Schiff Samaria" auf der Fahrt von
Seattle nach San Francisco unterge
gangen, gewinnt täglich mehr an
Glaubwürdigkeit, denn noch immer
sind keine Nachrichten von demselben
eingetroffen. Der „Alcalde", welcher
gleichzeitig mit der.„Samaria" Seat
tle verließ, traf am 2. April im hiesi
gen Hafen ein. Sein Kapitän meldet,
daß die beiden Schiffe am 25. März
von einem furchtbaren Südoststurm
getroffen wurden, welchem sie vier
Tage lang zusammen Trotz boten
dann aber wurden sie von einander
getrennt. Die „(Samaria" ging in
Folge ihrer schweren Ladung sehr tief
und rollte gewaltig, wobei die Wogen
beständig über sie hinwegschlugen. Der
„Alcalde" rettete sich nur mit großer
Mühe vor dem Untergänge, und
schließlich wurde Oel in das Wasser
gegossen, wodurch die Wogen sich sehr
beruhigten. Am nächsten Tage klärte
Isich das Wetter auf, aber von der
„Samaria" war nichts mehr zu sehen.
Viele Trümmer trieben1 aus dem Mee
re umher, und die Offiziere des „Al
cade" sind der festen -Ueberzeugung,
daß die „Samaria" mit Mann und
Maus untergegangen ist.
7 ^v"*
ir
n,\"
«rieche» u«d Türke«.
N A k, 16. April. Depe
schen aus Konstantinopel geben an.
daß der griechische Gesandte, Fürst
Maorocordate, sich von der Pforte ver
abschiedet hat. da er umgehend feine
Abberufung erwartet. Die Pforte
wird ihren Gesandten und Consul in
Griechenland wahrscheinlich ebenfalls
baldigst abberufen und hat denselben
die nöthigen Geldmittel geschickt.
Die Pforte hat bei den Großmäch
ten gegen die aggressive Haltung Grie
chenlands protestirt. Sie versichert,
bis auf Weiteres ihre passive Haltung
weiter verfolgen zu wollen, wird jedoch
ebenfalls zu offenen Feindseligkeiten
übergehen, falls Griechenland noch
mals Jnvasions-Schaaren nach Mace
donien senden sollte. Die Pforte be
klagt sich über die schweren Kosten, die
ihr aus der Besetzung der macedoni
schen Grenze erwachsen unb spricht
ben Wunsch aus, bte Mächte sollen
ihre Forderungen auf Entfchäbigung
unterstützen. Die Pforte hat soeben ei
nen Befehl ergchen lassen, bte albani
schen Freiwilligen, bte sich soeben in
Cossoco gemeldet haben, zu bewaff
nen.
A 6 A N a
schen von der Grenze «sind die griechi
schen Freiwilligen von überlegenen
türkischen Abtheilungen mit großen
Verlusten über die Grenze aus Ma
cedonien zurückgetrieben worden. Wäh
rend die Freiwilligen Baltino besetzt
hielten, haben sie fast den ganzen Ort
niedergebrannt.
E a a, Macedonien. 16.
April. Ein Offizier den Edhem Pa
scha nach Krania geschickt hatte, um
über die dortige Situation Bericht zu
erstatten, bestätigt die Nachricht, daß
die griechischen Freiwilligen mit einem
Verlust von 50 Mann über die Grenze
auf griechisches Gebiet zurückgetrieben
worden iftnd.
W 1 7 A A
läßlicher Quelle verlautet. Zar Niko
laus habe erklärt, daß jetzt nichts wei
ter übrig bleibe, als die Türkei und
Griechenland ihremSchicksale zu über
lassen. Der Kaiser fügte emphatisch
hinzu, daß Griechenland es sich selbst
zuzuschreiben habe, sollte die Türkei
jetzt den Krieg erklären.
In Wimer amtlichen Kreisen wür
de Griechenland als der angreifende
Theil betrachtet werden.
1 7 A E S e
zialdepesche von Konstantinopel be
sagt, daß in dem letzten Zusammenstoß
zwischen griechischen Irregulären und
Türken die Letzteren* (240 Mann an
Tobten und Verwundeten verloren.
Die Depesche fügt hinzu, daß Edhem
Pascha, der türkische Oberbefehlshaber
an die türkischen Behörden in Kon
stantmopel telegraphivt hat, daß. wenn
er nicht Befehl erhallte die Grenze zu
überschreiten und Stellung in den
Ebenen von Thessalien zu nchmen,
seine gegenwärtige Situation unHalt»
bar sei in Folge der beständigen An
griffe seitens der griechischen Jnsur
genten, welche stch in die türkischen Li
itien eingeschlichen hätten und in Fol
ge der Aufregung unter den Truppen,
besonders unter den Albanesen.
Die türkischen Minister, so heißt es
ferner, haben dem Sultan vorgestellt,
daß der Krieg gegen Griechenland er
klärt werden sollte. Der Sultan, der
dem Krieg abgeneigt ist, hat bis jetzt
auf die Vorstellungen noch nicht ge
antwortet.
a a, 17. April. Die tür
tischen Berichte, daß die griechischen
Irregulären aus Mazedonien zurück
getrieben worden iftnd, entbehren der
Wahrheit. Es ist wahr, daß einige
der Irregulären, welche einen Theil
des Expeditionscorps bildeten, auf
griechisches Gebiet zurückkehrten, aber
das 'sind Leute, die aus verschiedenen
Gründen mit dem Hauptkörper des
Einfallkorps nicht im Zusammenhang
bleiben konnten und deshalb hinter die
Grenze zurückwichen.
Das Hauptkorps der Irregulären
setzt seine Operationen erfolgreich fort
mit der Aussicht, die türkischen Linien
zu (durchbrechen und in deren Rücken
zu gelangen, und die Mazedonier zur
Erhebung gegen die Herrschaft des
Su'ltans zu bringen.
Der «Bericht der Wegnahme von Ki
pura, nördlich von Baltino, durch die
Griechen, wird bestätigt. Die Haupt
stärke,der Irregulären ist bis Pigavi
tza vorgerückt, wo eine wichtige Brücke
über einen Bergstrom führt. Von die
sem Punkt -hat Davelis, der Leiter der
Operationen ein Detachement, beste
hend aus Italienern unter Oberst Ci
priani, dem wohlbekannten socialistic
sehen Führer, links von Pigaritza mit
der Instruktion diriqirt, Zloros, eine
kleine Stadt, welche eine wichtige stra
tegische Position beherrscht, anzugrei
fen und wegzunehmen. Die Italic
ner haben ihre Aufgabe mit gutemGe
schick ausgeführt und sich in Zloros
festgesetzt. Sie befestigten den Platz,
um einem Angriff der Türken zu wi
beistehen. Gleichzeitig sandte Chef
Davelis eine Kolonne rechts von Pi
garitza mit bettt Befehl, Sitoven, eine
andere strategische .Position, zu bese
tzen. Diese Bewegung wurde gleich
falls erfolgreich durchgeführt. Die
4%^*
Griechen töbteten 7 Türken unb mach
ten 5 zu Gefangenen in einem' brillant
burchgeführten Gefecht. Dasselbe wur
be zu Enbe gebracht, inbent ein türki
sches Blockhaus durch Dynamit in die
Lust gesprengt würbe.
Ke«er»»ra«ft i» New vrlea«».
N O a s, 16. April. Ei
nes ber prächtigsten Geschäftsgebäube
ber Stabt, ber Moresque Block, wel
cher ber Firma Gauch & Sons gehört,
wurde gestern Nachmittag durch eine
Feuersbrunst zerstört. Das Feuer
brach kurz nach 1 Uhr aus, und in
kurzer Zeit stand das ganze Gebäude
in Flammen. Um 2 ls2 Uhr lag ber
ganze Bau in Trümmer unb Ei
genthum imWerthe von $400,000 war
zerstört. Das Moresque Gebäude
nahm einen vollen Block ein, welcher
von der Camp-, deriPoydras- und der
Church Straße und dem Lafayette
Square begrenzt wurde. Die Mauern
waren vollständig aus Eisen gebaut.
Die Montgomery Furniture Compa
ny und die Porzellanfirma Gauch,
Sons fc Co. hatten das Gebäude in
ne, und beide führctn ein volles Waa
renlager.
Man nimmt an, daß das Feuer in
dem oberen Stockwerke der Montgome
ry Abtheilung ausbrach. Einen Au
genblick nach der Entdeckung derFlam
men, schössen diese auch schon aus den
Fenstern und dem Dache hervor, und
ein Generalalarm wurde in Folge des
sen abgegeben. Die.Chefs der Feu
erwehr sahen sofort, daß das Mo
resque-Gebäude verloren war, und sie
richteten daher ihr Augenmerk darauf,
ein Ausbreiten der Flammen zu ver
hindern. Hierhin hatten sie jedoch nur
theilweife Erfolg, denn zwei Zeitungs
gebäude, das der New Orleans Deut
sehen (Zeitung und das des Evening
Telegram, wurden mitsammt ihrem
Inhalt zerstört, ebenso mehrere Läden.
Angrenzende Wohn- und Geschäfts
häuser wurden durch Wasser schwer
beschädigt.!
Hessen Darmstadt.
a nt st a t. Die zweite Kam
mer beschloß nach längerer Debatte
gegen 16 Stimmen die Verlängerung
des jetzigen Finanzgesetzes auf 3 Mo
nate und nahm sodann dieRegierungs
vorlage, betreffend die Fürsorge für
Beamte bei Betriebsunfällen, sowie
den Gesetzentwurf, betreffend die Ru
hegehaltsverhälwisse und die Bersor
gung der Hinterbliebenen der im hes
fisch preußischen Gemeiüschaftsotenst
angestellten Staatseisenbahnbeamten,
ohne Debatte an.
S a A 2 3 S
tember 1897 sind 50 Jahre Verstössen,
seitdem die hiesige evangelische Kirche
eingeweiht und ihrer Bestimmung
übergeben wurde. DaS 50jährige Ju
biläum soll deshalb besonders festlich
begangen werden'. Die hiesige evan
gelische Kirche ist die erste in Deutsch
land, welche aus den Mitteln des im
Jahre 1832 gegründeten und 1841
erweiterten Gustav Adolfs-Verein er
baut wurde.
a a. Ein hier beschäftigter
Italiener Varzilai hat in angckrunke
ttent Zustande seine Frau durch Mes
serstiche derart verletzt, daß dieselbe
nach Darmstadt in das Mathilden
Landkrankenhaus verbracht werden
mußte.
Elsaß-Lothringen.
S a S aß r
ger Bürgerzeitung zufolge hatten sich
sechs Einwohner aus Neudorf (Ober
Elsaß) wegen Singens der Marseil
laife zu verantworten. Sie behaupte
ten, sie hätten das sogenannte Con
scrit-Lied, welches eine ähnliche Me
lodie hat, gesungen. Die Strafkam
mer zu Mühlhaufen verurteilte drei
derselben zu sechs Wochen Gesängniß
und 20 Mk., zwei zu 50 Ml. Geldstra
fe einer wurde freigesprochen.
S a a
lich Abends ein betrunkener Trompe
ter des Ulanen-Regiments Nr. 15 sei
nen Kameraden, der ihn nach Hause
verbringen wollte. Der Mörder floh,
auf seine Verfolger noch zwei Schüsse
abgebend, auf den nahen Kelberg, wo
er sich durch einen Schuß zu tobten
suchte. Im Lazareth konstatirten die
Aerzte, daß zwar die Lunge verletzt,
die Verwundung aber nicht absolut
tödtlich sei. Der Verwundete war
nicht vernehmungsfähig.
Oesterreich
W n. Einer der Einbrecher, wel
che den Einbruchsdiebstahl bei dem
Juwelier Platzer verübten, wurde in
einer Pfandlechanstalt verhaftet, wo er
die geraubten Gegenstände verpfänden
wollte. Derselbe heißt Klener und ist
aus Göding in Mähren gebürtig.
Während des Transports entwich der
Verhaftete der Polizei, bedrohte einen
Polizeiwachmann mit dem Messer,
wurde aber von Passanten überwältigt
und in das Gesängniß eingeliefert.
Er hatte Juwelen im Wer the von 30.
000 bis 40,000 Gulden gestohlen.
a g. Bei den Reichsraths-Stich
wählen der allgemeinen Wählerklasse
wurde der Socialdemokrat Resel mit
21,074 Stimmen gewählt, während
der Katholisch Konservative Gutjahr
nur 18,347 Stimmen erhielt.
rWVJWW
I fAJi'iV?'»»/
a a S 6 1
santerie-Regiment beging dieser Tage
in besonders festlicher Weife baS Jubi
läum des Feldwebels Viktor Nagy,
welcher feit 40 Jahren in aktivem
Dienst steht. Nagy hat bei König
grcitz mit größte? Lebensgefahr die
Fahne gerettet, indem er sie von ber
Stange riß unb um fernen Leib wickel
te. Er würbe schon viermal auSg«
zeichnet.
Echwch.
tt. Der Nationalrath bewil­
ligte einstimmig 1,685.000 Francs für
ben Bau einer Infanterie-Kaserne im
Fort Bühl am Gottharb.
Die Schweiz hat betmalen 557 Et
sparnißkassen, bei der mehr als ein
Drittthei! der Einwohner (1,196,549
von 3,000,000) als Einleger figurireiu
Die Gefammtfumme der Einlagen be
läuft sich auf nahezu 900,000,000
Francs, also 300 Francs auf den
Kopf der Bevölkerung. Vor einem
halben Jahrhundert, aus welcher Zeit
die ältesten Zusammenstellungen dati
reit, betrug das Ersparnißkapital 17,
000,000 Francs.
a a
mende Orient- Expreß Paris- Men
mußte wegen des Ausstandes aus der
Nordostbahn in Basel liegen bleiben.
Die Steifenden kehren nach Paris zu
rück.
a a t
termeldung, das Hospiz aus htm Gro
ßen St. Bernharb sei burch eine La
wine zerstört warben, ist vom Prior
des Klosters ein Telegramm eingetrof
fen, welches besagt, eine Lawine sei
allerdings niedergegangen, das Kloster
Hospiz jedock total unversehrt geblie
ben.
Luxemburg.
I a k-
steingruben von Gre»enmacher wurden
acht Arbeiter verschüttet. Mehrere
wurden getödtet.
1 f. Zu Paris verschied der
Graf de Berlaymont de Bermonville
im Atter von 55 Jochren. Der Ver
storbene war der Bruder des Grasen
Adrien de Berlaymont von hier.
E ch. Vor einigen Tagen fiel es
dem 12 Jahre alten Knaben Huß aus
Mühlenbach ein, sich dadurch einen
MaSlenanzug zu verschaffen, daß er
sich einen langen bis zu den Füßen
reichenden Bart aus Flachs selbst her
stellte und anlegte. Sein 16 Jahre
alter Bruder, der ifjmt aus der Straße
begegnete, wollte in seinem jugendli
chett Leichtsinn ihn dadurch ängstigen,
daß er ein Zündholz anrieb, um den
Bart in Brand zu stecken doch ehe
man stch es versah, war eS geschehen»
unb ber Kleine hatte Kopf, HalS und
Hände schrecklich verbrannt, so daß et
bis zur Stunde das eine Auge noch,
nicht öffnen tonn und noch immer un
sägliche Schmerzen leidet.
Marktberichte.
C|k«M.
Winterweizen 80—84 Roggen 36
—37 Gerste 24—32 Hafer 16—20
Corn 23 Mehl, Patent, per Faß 3.60
—4.00 Kleefarnen 4.00—8.75 Ti
mothysamen 2.00—2.80 Flachs 78
Timothyheu 6.00—9.00 Praitieheu
7.00—8.00 Butter, Creamery 14—
18 Butter, Dairy 13—16 Stiere
4.10—5.50 Kühe 1.75—4.40 Sto
ckers 4.15—4.40 Kälber 3.60—5.25
Schweine 3.75—4.15 Schafe 2.25—
4.20 Lämmer 3.50—5.15 Hühner
8 Turley 9 Enten 9—10 Gänse per
Dtzd. 5.00—6.00 Aepfel perFaß 1.00
—1.20 Kartoffeln 17—24 Bohnen
50—70 Eier 8—9 Talg 2—3
Whisley 1.18 Käse, Cream 10—11
Käse, Schweizer 10—11.
Milwaukee.
Wetzen 58—71 Roggen 33—33
Gerste 30 Hafer 17—20 Cor» 23
Mehl. Patent per Faß 3.50-4.00
Timothysamen 2.00—2.90 Kleesa
men 5.50—7.75 Flachs 75 Timo
thy 8.00—9.50 Prairteheu 5.00—
8.00 Butter, Creamery 16—19 But
ter, Dairy 12—17 Käse, Cream 10
—12 Käse, Schweizer 10—11 Kar
toffeln 20—25 Eier 9 Hopsen 11—
13 Stiere 3.85—4.25 Kühe 1.80—
3.00 Stockers und Feeders 3.00—
3.90 Schweine 3.90—4.05 Schafe
3.00—4.00 Lämmer 4.00—5.00.
Minneapolis & St. Paul.
Weizen 64—68 Roggen 30 Gerste
22—23 Hafer 16—17 Corn 20—
21 Flachs 69 Mehl 2.50—4.20
Kleie 7.00—7.25 Wildes Hm 3.00
—7.00 Butter, Creamery 14—18
Butter, Dairy 11—15 Eier 7—9.
St. LouiS.
Stiere 2.75—5.35 Kühe 2.25—
3.75 Stockers und Feeders 3.30—
4.50 Schweine 3.60—4.05 Schafe
3.00—4.50 Lämmer 4.60—6.00
Weizen 69—90 Corn 20—21 Rog
gen 31 Hafer 18 Flachs 68—69.
Jtaufa* «itt».
Weizen 73—75 Corn 20—21
Hafer 19—22 Roggen 31 Eier 7—
8 Stiere 3.00—5.10 Kühe 1.25—
4.10 Stockers und Feeders 3.00—
5.10 Schweine 3.75—3.85 Schafe
3.40—3.65 Lämmer 4.60—5.30.

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