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Der fortschritt. [volume] (New Ulm, Minn.) 1891-1915, July 07, 1897, Image 3

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"i
1
'n
Neueste Nachrichten.
KelSftur» iu«hi»e.
a a a 2 9
Durch einen Felssturz im Labrar
Bergwerke in der Provinz Alcama
wurden 26 Bergleute getödtet.
•In »euer Um»*.
a d, 30. Juni. Die 9te«ie«
rung hat eine Anleihe im Betrage von
8,000,000 Pfund zur Bestreitung der
Kosten des Krieges auf den Philipp!
«en abgeschlossen. Die Anleihe wird
durch die Zolleinnahmen der Philippi
tun garantirt.
Au» Auchthau» gefaudt.
N O a S, La. 4. Juli.
LouiS Gallot, der durch Unterschla
gung bedeutender Geldsummen der
Union Bank dieselbe zum Bankerott
getrieben hat, wurde von Richter Par
lange zu acht Jahren Zuchthaus bei
schwerer Arbeit verurtheilt. Die An
walte des Berurtheilten wollen appel
Utero.
Ourchzedrauut.
8 A a 3
Frau John Bradbury, die Gattin des
bekannten Millionärs, und H. Russell
Ward, ein junger Engländer, sind mit
einander durchgebrannt, und zwar,
wie es heißt, nach Australien. Ward
hat eine Frau und zwei Kinder, welche
sich auf einer Vergnügungsreise in
Europa befinden.
«Htte theure Bibel.
n, 3. Juli. Bei dem Ver-
kaufe der berühmten Handschriften
Sammlungen des Marqueß of Ashbu
ry wurde die berübmte Mazarin- oder
Guttenberg Bibel aus dem Jahre
1500 für $20,000 verkauft. Die erste
gedruckte lateinische Bibel und eine
Anzahl anderer seltener Bibeln erziel
ten Preise von je $5000.
Stuftet Streit.
a I 2
Am nächsten Sonntag oder vielleicht
schon früher werden alle Leute in den
Hartkohlengruben in den Vereinigten
Staaten Zirkulare erhalten, welche sie
an den Streik berufen. Die Zahl der
hierdurch betroffenen Leute wird auf
250,000 geschätzt. Der Streik dreht
sich um die Jnforcirung der Colum
bus-Skala, 69 Cents pro Tonne für
Pennsylvania, 60 Cents für Ohio u.
Indiana und 55 Cents für Illinois.
ISimilie» in Sutten.
a 11 a, 3. Juli. Wegen der
angeblichen Entweihung einer Moschee
sind in Chitpoore ernstliche Unruhen
ausgebrochen, so daß die Polizei das
Militär zur Hülse rufen mußte, um
die Ruhestörer zu Paaren zu treiben.
Eine Anzahl Europäer sind ernstlich
verletzt worden. Der unruhige Bezirk
wird jetzt von Soldaten bewacht, aber
die Aufregung der Eingeborenen dau
ert an und es werden weitere Unruhen
befürchtet.
Große VrSude in Egypteu.
a o, 3. Juli. Mehrere verhee
rende Feuersbrünste haben in Tantah
und anderen nahe liegenden Bezirken
große Roth verursacht, und die Zahl
der dadurch obdachlos gewordenen
Personen in Abu Tor und Mobeish
wird auf bezw. 3000 und 913 ange
geben, während sich die Zahl der nickt
identifizirten Opfer auf bezw. 73 und
19 beläuft.
Der Gesammtverlust wird auf 90,
000 Pfd. Sterling angegeben, wovon
nichts durch Versicherung gedeckt ist.
enorme Hitze.
A 1 1 a a 2 7
in Georgia ist eine noch nie erlebte,
und es kamen mehrere Sonnenstich
fälle in Georgia vor. Heute Rachmit
tag stand das Quecksilber auf 104
Grad, und die Menschen waren genö
thigt, in den Häusern zu bleiben.
Mehrere Pferde stürzten in den Stra
ßen nieder und ein DutzendRadfahrer
wurden besinnungslos in eine Apo
theke getragen. John W. Thomas,
ein Baumwollenpflanzer aus der Na
he von Sebutan, starb in einem Ei
fenbahnzuge. Die Nacht hat keine
Kühlung gebracht, und die Wetterpro
phezeihungen für morgen sind ent
muthigend.
Zugunglück in 8»listest.
W 3 a
Opfer der Bahnkatastrophe bei Kalo
mea in Galizien, der am Pruth bele
genen Hauptstadt der gleichnamigen
Bezirkshauptmamffchast, beträgt 39.
Unter den Verunglückten befindet sich
auch der österreichische Regimentsarzt
Zeidler mit seiner Frau. Das Paar
war auf der Hochzeitsreise. Ohne alle
Verletzungen ist kaum ein Passagier
fortgekommen. Auch Baron.' Felix Lö
wenstein wurde verletzt. Die Kata
strophe geschah dadurch, daß eine Brü
cke über den Pruth, welcher durch ei
nen örkan und die rasenden Flutkien
des Flusses in ihrem Fundament er
schüttert war, unter einem Bahnzug
zusammenbrach.
Verwicklungen für die Franzosen.
a S a 4
Beziehungen zwischen- Siam und
Frankreich sind gespannt. Es wird be-
,y
,f
Hat gute Freunde.
"*V
richtet, daß hundert Siamesen unter
Führung eines königlichen Kommis
särS to die Provinz Gourg eindran
gen, Steuern erhoben, Dörfer nieder
brannten und eine Anzahl Gefangene
wegführten. Die Siamestn sind auch
in die Provinz Cambodscha einge
drungen und haben mehrere Dörfer
ausgeplündert, französische Legiti
mations Papiere werden in Ban"
kok oder in den Provinzen nicht aner
tonnt. Cambodianer, Anamiten, Chi
nesen und Unterthanen anderer Län
der. welche sich unter französischen
Schutz gestellt haben, werden zum Mi
litärdienst ausgehoben und die Be
schwerden derselben vom Gericht abae
wiesen.
«chreckUche» Angungl»«
a a S 2 7
Der nach St.LouiS bestimmteSchnell
zug der Wabash Eisenbahn, welcher
gestern Abnd um 6 Uhr 20 Minuten
von hier abging, brach um 7 Uhr 5
Minuten bei Missouri City durch ein
Pfahlbrücke und der ganze Zug. mit
Ausnahme des hintersten Wagens, ei
neS Pullmanwagens, stürzte m'sWas
ser. Der Bach, welcher vorher fast
leer war, wurde durch einen furchtba
ren Regen zum reißenden Strome
welcher die Brücke schwächte. So
weit man bis jetzt weiß, wurden sie
ben Menschen getödtet und die Zahl
der Umgekommene mag 25 erreichen
Es befanden sich 25 Passagiere im
Stuhlwagen und von Viesen haben sich
nur wenige gesunden. In der furcht
baren Verwirrung, welche entstand,
war es unmöglich, die Zahl der Ge
tödteten und Verletzten zu ermitteln.
W a n, 3. Juli. Mehre
re Freunde des Herrn R. M. Scruggs
von St. Louis, welcher des Versuches
beschuldigt ist, Diamanten einzu
schmuggeln, waren heute im Schatz
amtsdepartement und stellten dem
Hülfsfekretär Lowell vor, daß Herr
Scruggs ein Mann von ausgezeichne
tem Character sei, der einen hohenRus
in St. Louis genießt und daß er das
Vergehen gänzlich in Folge seiner Un
kenntniß des Gesetzes begangen habe,
daß er ein sehr reicher Mann sei und
reichlich zu wohlthätigen Zwecken bei
trage. Herr Howell wurde gebeten
zu verfügen, daß die Sache damit bei
gelegt werde, daß Herr Scruggs den
Betrag zahle, den er als Zoll hätte
entrichten müssen, fieri Howell lehn
te es indeß ab eher etwas in der Sa«
che zu thun, als bis er einen Bericht
von dem Bitndesanwalt erhalten hat,
der mit der Vertretung des Falles be
traut ist.
»ergiftete RothhSute.
a t, Minn., 3. Juli.
In Folge des Genusses von Haaröl,
sogenanntem „Pain Killer", und an
deren alkoholischen Mitteln, sind in
Malones Point, am Mille Lacs Lake,
fünf Indianer, darunter der Häupt
ling Wee Sug, gestorben und werden
Noch mehrere andere ihnen in's Jen
seits folgen. Es hatte dort die Aus
zahlung der Indianer stattgefunden
und die Rothhäute tranken das Zeug,
welches von Malones Handelsposten
gebracht wordem war, massenhaft hin
unter. Indianische Reiter suchen jetzt
die Reservation nach allen Richtungen
hin ab, um die Indianer an einem "e
wissen Punkt zusammen zu bringen.
Es mögen ernstliche Unruhen entste
hen, weil die Rothhäute Malone die
Schuld an dem Tode ihrer Stam
mesgenossen beimessen. Wenn es
den Indianern gelingt, sich Schnaps
zu verschaffen, kann kein Mensch wis
fern, was passiren mag. Leute, welche
soeben hier eingetroffen sind, saoen,
daß dort eine unbeschreibliche Auf«
gung herrscht.
Opfer der Hitze.
a o, 2. Juli. Sechs Ver-
sonen wurden vom Hitzschlage getödtet
und viele andere von der Hitze über
mannt. Der Wind minderte die Hitze
ein wenig, und wem es gelang, in den
Schatten zu kommen, der fand dort
Linderung. Von den sechs Tobten
kamen fünf beim Schwimmen um u.
war in Folge von Krämpfen, von de
nen sie befallen wurden, nämlich Cla
rence Cummings, 4757 Fifth Avenue,
19 Jahre alt, ertrank im Calumet
River, nahe 134. Str. William Ka
mekake, 162 High Str., ertrank im
See am Fuße von Windsor Avenue
Edward Masters. 16 Jahre alt, 223
Walnut Straße wohnhaft, ertrank in
einem Teiche am Fuße von Pearson
Straße John Dawezynkiewicz. 714
Dixon Str., ertrank im Flusse, nahe
West 59. Str. Mlliam Tumbach.
26 Jahre alt, 428 Clark Str.. er
trank im See nahe 20. Str. George
Shire, 198 Ferdinand Str., starb am
Gehirnschlag.
Die EabinetSkrisis in »erlitt.
3. Juli. Die deutsche
Kabinetskrise hat weitere Fortschritte
gemacht. Dr. 'Buchenburger, der Fi
nanzminister des Großherzogthums
Baden, hat es abgelehnt, an Stelle
des Grafen von Nosadowsky Wehner
den Posten des Staatssecretärs des
Reichsschatzamtes anzunehmen, wahr
scheinlich weil er fürchtet, das Schick
sal des Freiherrn Marschall von Bie
berstein zu theilen. Man glaubt, daß
jt-4 H.
|'v, ,~V
i.
Freiherr von Badino, Regierungsprä
sident von Düsseldorf, Pofadowfkys
Nachfolger werden wird. Dr. Mi
guel wird preußischer Finanzminister
bleiben und als ältestes KabinettSmit«
glied das Amt des Bicepräsidenten
des Ministeriums übernehmen. Man
glaubt, daß damit die Veränderungen
einstweilen vollständig sind. Da der
Kaiser nicht gern die dramatische Sce
nen der Absetzung Bismarcks unt
CapriviS wiederholen möchte, wird
jetzt allmählicher verfahren. Dr. Mi
quel wird auf eine neue Krise zu war
ten haben, um weiter befördert zu
werden.
»!e KI»tte«»arade.
E 2 7 u-
iti. Gestern fand auf der Höhe von
Spithead die große Flottenparade zu
Ehren des Regierungsjubiläums der
Königin Victoria statt.
Der Prinz von WaleS. welcher die
Königin vertrat, ließ eine schöne Flot
te von ausländischen Schissen, in wel
cher sämmtliche Seemächte der Welt
vertreten waren, Revue Yassiren. Das
stolzeste, stärkste und schnellste aller
dieser Schiffe war der Ver. Staaten
Panzerkreuzer „Brooklyn". auf wel
chem die Flagge des Contreadmirals
Miller flatterte. Der britische Thron
folger inspizirte auch britische Kriegs
schiffe, welche eine 30 Meilen lange
Linie bildeten. Es waren dies 165
Kriegsschiffe der verschiedenenKlassen,
welche zusammen etwa 900 schwere
Geschütze führen von mehr als 38,000
Leuten bemannt sind und einen Ge
fammtgehalt von 550,000 Tonnen
haben.
Jede Seemacht sandte einen Admi
ral mit seinem Flaggenschiffe zur
Flottenparade. Diese bildeten eine Li
nie den britischen Schiffen gegen
über. Jede Nation sandte ihr bestes
zur Verfügung stehendes Schiff, und
das Resultat war eine prächtige Flot
te.
»er Katzenjammer in London.
n, 29. Juni. Jetzt, da die
Jubiläumsfeierlichkeiten vorüber sind,
haben die Spekulatoren, die wahrend
der Festwoche Reichthllmer einzuheim
sen gehofft hatten, angefangen, zu
nörgeln und sich Bittet über die Spar
samkeit der Leute zu beklagen. Die
jenigen, die Zuschauet-Ttibünen bau
en ließen und für die Sitzplätze enor
me Preise verlangten, sind am aller
schlimmsten davon gekommen. Die
Restaurateure klagen, daß die Leute
nicht so hungrig waren, als sie er
wartet, die Geschäftsleute fanden, daß
die Auswärtigen nicht so große Ein
käust machten, da sie all' ihr Geld in
anderer Richtung anwendeten, und
überhaupt sind die Geschäftethuenden
mit ihren Resultaten der Jubiläums
seier nicht im Geringsten zufrieden.
Die liberalen Politiker und früheren
Minister sind der Meinung, daß sie bei
den Feierlichkeiten zurück gesetzt wur
den. Mit der Ausnahme von Sir
William Hercourt wurde nicht ein
einziger früherer liberaler Minister
eingeladen, der Ceremonie vor der St.
Pauls-Kathedrale beizuwohnen. Die
Mitglieder des Unterhauses, die ver
spätet im Buckingham-Palast anlang
ten, meinen, die Königin hätte in der
Audienz auf sie warten sollen. Die
Wohlthätigkeits Gesellschaften deu
ten daraus hin, daß das Festessen,
welches der Prinz von Wales den Ar
men gab, immerhin anzuerkennen
war, daß es aber viel besser gewesen,
wenn er das Geld ihnen anvertraut
hätte. Ein Leickenbestatter ließ ein
Tausend Särge anfertigen und Nie
mand brauchte sie. Die Temperenz
ler rasen darüber, daß den Armen
Bier gereicht wurde und so mehren
und häufen sich die Klagen.
«aiser Wilhelms «iuifter.
2 9 E
halbamtlich bekannt gemacht, daß
Freiherr Marschall v. Bieberstein aus
Gesundheitsrücksichten gezwungen ist,
von dem Posten des Staatssekretärs
des Aeußeren zurückzutreten. Der
Kaiser hat zum temporären Nachfol
get des Ministers den Freiherrn d.
Bülow ernannt, welcher seine neuen
Amtspflichten nach der Rückkehr des
Kaisers nach Berlin antreten wird.
Da der Gesundheitszustand des
Freiherrn Marschall v. Bieberstein
der denkbar beste ist, so betrachtet
man hier die halbamtliche Bekannt
machung von dem Rücktritt des
Staatssekretärs als thatsächliche Eni
lassung. Man erwartet, daß der
Kaiser Ende August nach der Reichs
hauptstadt zurückkehren wird. Bis da
hin werden die Geschäfte des Aus
wättigen Amtes in den Händen des
Unterstaatssekretärs Freiherrn v. Ro
tenhan liegen. Es herrscht hier die
Ansicht, daß dieses Arrangement ge
troffen wurde, um es Baron v. Bülow
zu ermöglichen, den Kaiser und den
Fürsten Hohenlohe nach St. Peters
bürg zu begleiten nach der Rückkehr
wird dann der Kanzler von seinem
Posten zurücktreten, und Baron von
Buelow sein Nachfolger werden. Ba
ton v. Kiderlen Wächter, der jetzige
Gesandte in Kopenhagen, wird zum
Staatssekretär des Aeußeren ernannt
werden. Beide Männer stehen bei dem
Kaiser in hohem Ansehen, aber ihre
Ernennung wird sicher die Kritik her­
1
auSfordern sie stehen zwar in diplo
matischen Kreisen sehr hoch, haben je
doch keine Erfahrung im Parlaments
tischen Leben.
Da» Feuerwehr«»ouruter.
a a 2 4
ni» Da» zehnte jährliche Turnier der
Wisconsin State FirmenS Associa
tion, bestehend auS Freiwilligen-Kom
pagnien, hat in Lake Geneva mit gu
ten Aussichten auf Erfolg begonnen.
ES sind 17 TeamS für die verschiede
nen Wettbewerbe angemeldet und na«
hezu $1600 wurden in Preisen auSge
setzt. Delegaten sind gekommen von
Juneau, Stevens Noint, Broadhead,
Tomah, Beaver Dam, Rice Lake,
Waukesha und Waupaca. Ferner
TeamS von Oconomowoc, Whitewa
ter, mit Musik, ColumbuS, Sun
Prairie, Johnsons Creek, ReeSville,
Waupun, mit Musik Berlin, Hart
land, Waterloo, Ellhorn, Delavan
und Burlington.
Bei dem Kontest erhielt Whitewater
den ersten Preis in dem Champion
ship Hose Race und Oconomowoc und
Reedsburg erhielten den zweiten und
dritten Preis. Im Hook and Ladder
Contest erhielt Jefferson den ersten
Preis die drei nächsten Preise erhiel
ten Columbus, Waterloo und Sun
Prairie. In dem Kontest 2. Klasse
erhielten Preise: Elkborn, Waupun,
Johnson's Creek und Plymouth. Im
Chief's Race, 100 Yards, erhielt W.
B. Lyons von Ellhorn die Staats
Championfhip-Medaille H. I. Grell
von Johnson's Creek erhielt den zwei
ten Preis.
Treiftev Ueverfall.
O a a, 29. Juni. Vier mas
kirte Männer machten gestern einen
desperaten Versuck, die Butte County
Bank in Be11 ch zu be
rauben. Mit gespannten Revolvern
in der Hand betraten sie die Bank und
befahlen allen Angestellten und Kun
den, die Hände hoch zu halten. Der
Kafsirer Marble zögerte ein wenig,
und sofort ertönte ein Schuß, welcher
ihm einen Theil des rechten Ohres
fortriß und ihn zur Raison brachte.
Der Geldschrank und die Tische wur
den ihres Geldes entleert, worauf die
Räuber ihre Pferde bestiegen und da
vonritten. Es wurde sofort der
Alarm gegeben, und in wenigen Mi
nuten befand sich eine Posse auf der
Verfolgung der Räuber. Wenige Met«
Ien außerhalb der Stadt holten die
Bürger die Flüchtlinge ein, und es
entspann sich jetzt in vollem Jagen ein
Kamps, während dessen sich einer der
Räuber ergab. Die anderen waren
besser beritten und versuchten zu ent
kommen, sie sind jedoch jetzt umzingelt,
und ihre Gefangennahme wird in
Bälde erwartet. In dem Kampfe
wurde Malter Gay, von der Firma
Gay & Sons, in die Wange gefchof
sen, jedoch, ist er nicht schwer verwun
det. Der gefangene Räuber ist Tbo
mas Day, welcher in hiesiger Gegend
nicht bekannt ist. Er befindet sich jetzt
im Gefängniß zu Deadwood.
Es heißt, daß die Räuber nur $75
erbeuteten, da der Kafsirer Marble
beim Eintritt der Räuber alle Gewöl
be zugeschlagen hatte. Er versuchte,
auf die Eindringlinge zu schießen, je
doch versagte sein Revolver.
Stotd im »weite« Grade.
a, Wis., 26. Juni. Hier
wurde Geo. Sullivan der Ermordung
seines Nachbars Asa Gotham schuld!*
befunden, dock wird das Urtheil erst
im Juli gefällt werden. Sullivan u.
Gotham wohnten bis zum 25. Janu
ar auf ihren Farmen in der Nähe von
Tripville. Sullivan war ein Jung
geselle und es hieß, daß er Frau Gor
ham zu viel Aufmerksamkeit schenkte.
Eines Tages begab Gotham sich zu
Sullivan, bat ihn, von seinem frause
fortzubleiben und gerieth mit ihm in
Streit, in welchem Gotham etfchos
sen wurde. Sullivan machte während
des Prozesses geltend, er habe inNoth
wehr gehandelt und Frau Gotham be
stätigte zum großen Theil seine Anaa
Ben. Die Jury aber gab ihr Urtbeil
ab auf „Mord im zweiten Grade."
»ei der «rveit ertruute«.
a 27. Ju­
ni. Die Bei der Firma Daily & O'
Day angestellten Flösser GeoroeBron
ke und Edward Johnson ertranken in
der Nähe der Brücke. Die Genann*
ten befanden ft* mit mehreren ande
ten Leuten in einem Boote und ver
suchten, eine Stauung im Fluß zu he
ben. Dabei schlug das Boot um und
alle fielen in's Wasser. Btonke und
Johnson machten den Versuch, das
Land durch Schwimmen zu erreichen,
aber ein Baumstamm traf Bronke an
den Kopf und er ging unter. John
son wollte ihm Beistand leisten, abet
auch et verlor dabei sein Leben. Die
Ertrunkenen wurden später ans Land
geschafft, aber alle Wiederbelebungs
versuche waten vergebens. Btonk,
der 38 Iahte alt war, wohnte in To
mahawt, während der 25 Jahre "ttc
Johnson in Merrill ansässig war.
a a
Hogan, als er morgens nach Hause
kam, sein Heim in Asche. -Der Scha
den beträgt $1,200 bei nur $800 Ver
sicherung.
,-^^A 'fr^r^'T* Flto^SVF
/,' •_ '... I?-'''
Neue Briefe «apoleon».
a 2 a
der französischen'Archive, Herr Leon
Lechtre, wird nächster Tage den ersten
Band von 300 Briefen veröffentli
chen, welche von den Herausgebern
detj.869 erschienenen Korrespondenz
des^ersten Napoleon unterdrückt wot
den waren, weil der Ruhm deS großen
FranzosenkaiserS durch diese Briefe
keineswegs, erhöht wird. Der Band
enthält eine Anzahl in äußerst hefti
gem Tone verfaßter Familienbriefe
und in den stärksten Ausdrücken ge
haltener SchreiBen an Fouche und
DuBois, damaligem Polizei-- Bezw.
Kriegsminister. Ein Brief an Mar
schall Soult von 1806 zeigt, daß Na
poleon vor keinem Mittel zurückscheu
te. wenn eS sich um, dieErpressung von
Geständnissen handelte. Er Befiehlt
Soult, einen Fischer zu verhaften,
der im Verdachte steht, in VetBinduno
mit den Engländern zu stehen und
fügt hinzu: Menn et nicht mit der
Sprache heraus will, so quetschen Sie
seinen Daum in einen Gewehrhahn.
Diese Methode wurde angewandt,
wenn Personen, die als Spione ver
dächtig waten, zur PreisgeBung ihrer
Geheimnisse gezwungen werden soll
ten. Die Liste der Personen, die auf
Napoleons Befehl verhaftet Werder
sollten, erschien endlos und feinr
Schmähungen gegen Ftau von Stäil
hörten gar nicht auf.
Als Napoleon 1807 durch Mar
schall Victor erfuhr, daß Prinz Au
gust von Preußen in Berlin gegen ihn
intriguire, fchtteB et: Ich bin keines
wegs erstaunt hierüber, weil er ein
Schwachkopf ist und seine Zeit damit
verbracht hat, der Frau von Stael in
Coppeh (am Genferfee) den Hof zu
machen und natürlich hat et nur
schlechte Angewohnheiten bei ihr sich
aneignen können. Melden Sie ihm,
daß bei der ersten nichtsnutzigen Be
merkung, die er macht, Sie ihn in
seinem Schlosse einschließen und Frau
von Stael zu ihm schicken werden, um
ihn zu trösten. Es gibt keinen Men
sehen, die iso erbärmliche Feiglinge
sind, wie diese preußischen Prinzen.
In einem Schreiben an Talley
tand in 1809, in welchem Napoleon
sagte, daß Prinzen der früheren kö
niglichen Familie von Spanien näch
stens in Valence ankommen würden,
heißt es: „Sie können Madame Tal
leyrand und vier oder fünf Persynen
kommen lassen. Wenn der Prinz von
Astutien sich in eine hübsche Person
verlieben sollte, so soll dies kein Hin
derniß sein, da es ein weiteres Mittel
sein würde, ihm aufzupassen." Ein
anderer Brief Napoleon's an Talley
tand lautet: „Ihre Mission ist ehren
hast genug, drei berühmte Personen
zu empfangen und sie zu amüsiren und
entspricht ganz Ihrem Charakter."
Als Napoleon am 11. Juni 1809
die Nachricht erhielt, daß der Papst
ihn egkommuniziti habe, schrieb er:
»Jetzt schone ich den Papst nicht mehr.
Er ist ein rasender Natt und muß ein
gesperrt werden."
Ein paa^ Briefe, in denen Napole
on seinen Bruder Jerome (Hietony
mus) herunterkanzelt, sind von be
sondetem Interesse. Als Jerome von
dem österreichischen Genetal Kien
mayet hinters Licht geführt worden
war, pochte er trotzdem noch auf seine
strategischen Pläne in einem prahle
tisch abgefaßten Tagesbefehle. Dies
veranlagte Napoleon, folgenden
Schteibebtief an ihn zu richten: „Ich
habe Deinen Tagesbefehl gelesen,
durch den Du Dich in Oesterreich.
Deutschland und Frankreich dem
Spott und Gelächter preisgegeben
Hast. Hast Du denn gar keinen
Freund bei Dir, der Dir die SQßahrhcit
sagt? Du, ein König und ein »ruber
des Kaisets! Das sind lächerliche Ti
tel. Im Kriege hast Du ein Soldat
und nichts als Soldat zu sein. Du
mußt keinen Minister, kein diplomati
sches Corps, keinen Staat haben."
Du mußt mit der Vorhut campt
ten, Tag und Nacht im Sattel sein
und im Vottrab marfchiren, um Neu
igkeiten zu sammeln oder lieber zu
Hause in Deinem Harem bleiben. Du
führst Krieg wie ein Satrap. Hast
Du das von mir gelernt? Von mir,
der mit einer Armee von 200,000
Mann sich immer an der Spitze sei
ner Pkänkler befindet? Die Leute
sind ausgebracht über Dich. Kienmover
hat mit 12,000 Mann Dich und Dei
ne Iächerltdhdn Anmaßungen ausge
lacht und ist Dir entwischt und auf
Junot gerathen. Du hast einen pau
sen Einbildungen im Kopf, ein kleines
Bischen Verstand und ein paar *ute
Eigenschaften, aber diese werden durch
Deine Narrheit und Übergroße Ein
bildung aufgewogen. Es fehlt Dir an
aller Sachkenntniß. Hör auf, Dich
lächerlich zu machen, schick Dein di
plomatisches Corps nachKassel zurück,
laß Deine Bagage fort und führe
Krieg wie ein junrrer Soldat, der
Ruhm und Reputation ernten vjill.
Versuch es, den Rang, den Du er
reicht, zu verdienen, sowie die Ach
tung Frankreichs und Europas, die
ihre Augen auf Dich richten und bei
Gott, handle vernünftig und spricht
in vernünftigem Ton, wenn Dir das
möglich ist.
•A
•„V
iv Wf I
',*£»
Ausland.
,£,{
Elsaß Lothringen.
S a A
beiter an der Kaiserlichen Artillerie
Werkstätte zu Straßburg erhalten voH
der Direktion Fahrräder zum Einen-
thum. Dem Arbeiter wird jeden».
Zahltag ein kleiner Betrag hierfiix $
am Lohne abgezogen. Ein Rad kommt*
im Ankauf auf 160 Ml. ES sollen Bei
der ersten Bestellung 180 Stück bezo
gen worden sein.
l. Hier war Landet
kriegerfest. Mindestens 10,000 alte
Soldaten aus allen Theilen des Lan
des waren hierzu erschienen. Bon dm
benachbarten badischen Orten Hatten.
sich die Militürvereine von Daucbin
gen, Niedereschach und Weiler ei"wc»
stellt.
I au «. DaSSchwurgt-
ticht verurtheilte den Grenzaufseher
Bureck aus Masmünster wegen vor
sätzlicher Tödtung seiner Frau zu 15
Jahren Zuchthaus.
Oesterreich.
W A 1 a 2 6
Jahre, daß der NordBahnhof eröffnet
wurde.
Endlich ist der letzte ruinenhafte
UeBerrest des ehemaligen Lazanski
Hauses auf dem Stephansplatze ver-«
fchwunden, welcher Bis jetzt die freie
Aussicht vom GraBen auf den Sie
phansdom Behinderte. Demnächst
wird der Platz, auf welchem das er
wähnte GeBäude stand, planirt wer
den.
st. Sämmtliche Arbeit«
des Oester teichischen Lloyd haben we
gen Unzufriedenheit mit dem disci
plinarischen Vorgehen der Direltiov
und mit den Dienstverhältnissen die
Arbeit niedergelegt.
Nach dreitägiger Verhandlung vor
dem Kriegsgericht wurden Bartmann
und Maniczek des Berrathes militä
rischer Geheimnisse an Rußland schul
dig befunden. Bartmann erhielt
fünf,
Waniczek drei Jahre schweren Kerker»
zudiktirt.
a E e
Aussichten in Ungarn sind sehr mit
telmäßig. Der Ertrag an Weizen und
Roggen wird weit unter dem Durch
schnitt sein.
a E a
Geschütze, welche von den Türken ero
bert u. vom Sultan dem Kaiser Wik
Helm für dessen Waffenfantntlung ge
schenkt worden war, pafsirte unter ent
sprechender Bedeckung auf demTrans
port nach Berlin die hiesige Stadt.
Schweiz.
a a aß a
lige vielgenannte Geliebte des frühe
ren Kreuzzeitungs Redakteurs Frei
Herrn v. Hammersiein, hat in Basel
14 Tage Gefängniß erhalten, weil
sie einen SchmuckhLndler um mehrere
goldene Ring betrogen hat.
ii chw Der Große Stadtrath
bewilligte einen Credit von 217,000
Fr. für Ankauf der Maschinenhalle
der Genfer Ausstellung zurErricktung
einer Coakshalle für die städtische
Gasfabrik in Schlieren.
Die Frau des Försters Schmidt
in Kümberg bei Turbonthal erschlug
infolge böser Familien Verhältnisse
mit einer Hacke 3 ihrer kleinen Kinder.
Ein viertes wurde schwer verletzt.
Nachher machte die Frau ihrem le
iten Leben ein Ende.
W a a t. Charles Berget von
Pt. Prex' hat beim Pariser Bazat
brand 4 Personen gerettet und dafür
die silberne Medaille erhalten.
h
maßliche Mörder des PofttondukteurS
Angst, wurde mit der Lehrerin Frl.
Roth aus Darmstadt confrontnt
und als ihr Mttpafsaoicr in der kri
tischen Nacht mit Bestimmtheit wie
dererkannt. Hübet leugnet noch im
mer.
Luxemburg.
E
Einbruch wurde in der Nacht in der
Kirche von Hetterich verübt. Die Diebe
«Brachen mit Gewalt die mittelst
eines starken Schlosses und zwei gro
ßer Riegel geschlossene Thüre zur Sa
kristei und entwendete» daselBst einen
silBernen Kelch sowie die Taufgefäße.
a e
löhner Joh. Müllesch, der vor dein
Gewitterregen unter einer hohen Bu
che Schutz gesucht hatte, vom Blitz
erschlagen. Er hinterläßt Frau und 2
erwachsene Töchter. 2 Kinder der
Wittwe Traufler, die eBenfalls unter
dem Baume saßen, wurden nur be
täubt.
9t ck n. (Mersch). Der
61-jährige Joh. Ries transportirte
im Juni mit seinem Sohne Holz aus
dem hiesigen Gemeindewalde. Unter
wegs stieß ein Rad an eineBaumwur
zel, und das Fuhrwerk schlug um.
Ries, der daneben ging, wurde zwi
schen Baum und Wagen eingeklemmt
und innerlich so schwer verletzt, daß
sein Tod gleich daratt* eintrat.
Tod hat
seinen Einzug im Hause der Familie
Reuter gehalten. Vor sechs Wocheir
starb die älteste Tochter im Alter
28 Jahren, und drei Wochen später
die jüngste im Alter von 20 Jahren.
Am 19. Mai ist die Mutter nach län
gerer Krankheit im Alter von 56 Jah-v 4
reit verschieden.

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