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Der fortschritt. (New Ulm, Minn.) 1891-1915, October 06, 1897, Image 3

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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Reuefte Atachrichten.
Angevticher spanischer «rspig.
a rib, 28. Sept. Hier wird
erklärt und allgemein verbreitet, daß
We spanischen Truppen auf Cuba
Victoria de la» Tunas, welches am 5.
September von den Rebellen unter
CTattgto Garcia und Jesus Rabi ne*
nominell wurde, wieder erobert haben.
vte»Ho»z »erwiotet.
a S 2 8 S
Ein verheerende? Waldfeuer wilthete
im Big Horn Gebiet in Süd Dato
ta. C. W. Green. Spezialagent des
Departements des Innern, der die
Aufsicht führt, ist zurückgekehrt und
meldet, daß 54 Quadratmeilen Hoch^
wald vernichtet wurden. Der Ver
lust ist über $600,000. Das Feuer
wurde schließlich durch einen Schnee
stürm gelöscht.
Wieder et« «ynchgerlcht.
a O 2 8 S E
ne Spezialdepesche aus Hawesville,
Sit)., meldet: Die Sövne neigte sich
Abends gegen fünf Uhr ihrem Un
tergange zu, als im Beisein von 800
wuthentbrannten Bürgern der Neger
Raymond Bushrod ein teuflisches
Verbrechen an der 14jährigen Maggie
Roberts mit dem Leben bezahlte, in
dem er an dem Aste eines' im Hose
des Gerichtsgebäudes befindlichen
Baumes aufgeknüpft wurde.
Schlechter Thee
a a W a 2 O
Thee-Jnspektor hat die Untersuchung
Äes vor Kurzem von dem Dampfer
„Tacoma" hierhergebrachten Thees
noch nicht beendet, doch seine Ermit
Gelungen sind so weit geschritten, umt
festzustellen, daß der Thee nicht zur
Einfuhr taugt. Der Inspektor hat
schon 1700 Kisten des chinesischen
Produkts zurückgewiesen.
P«lver-»xp»osi«n.
S a a a 2 O
Morgens gegen 2 Uhr ereignete sich
hier eine furchtbare Explosion, die
mehrere Gebäude zerstörte, aber kei
nett Verlust am Menschenleben zur
Folge hatte. Die Explosion fand in
dem Magazin der California Powder
Company statt. Acht Lagerhäuser
mit allem Inhalt, darunter etwa 200
Tonnen Pulver, wurden zerstört. Der
Schaden beträgt etwa eine Viertel
Million Dollars.
Drei Hinter »erbrannt.
O aha, Nebr., 2. Okt. Eine De
pesche aus Alma, Nebr., besagt: Das
Farmhaus von A. L. Gordon brann
te Nachts nieder und die drei Kinder
des Besitzers kamen in den Flammen
um. Me Kleinen waren allein im
Hause geblieben, während der Vater
nach der Scheune ging. Er kehrte in
20 Minuten zurück und fand sein
Haus hellen Flamen. Obgleich er
alle möglichen Versuche machte, seine
Kinder zu retten, gelang ihm die»
nicht. Er selbst erlitt lebensgefährliche
Brandwunden.
Ei» «iesen-Projekt.
A a N 2 8 S
Tiefwasserwegkommission, die von
Präsident McKinley ernannt wurde,
um eine Kanalroute zur Verbindung
der oberen Seen mit dem Ozean fest
zustellen, hat dies gethan. Der Kanal
beginnt bei North Tonawande und
geht nach dem Ontariosee bei Wilson
beginnt wiederum bei Oswego und
geht nach dem Oneidasee und von dort
nach dem Mohawk Fluß, der direkt
mit dem Hudson i» Verbindung sieht..
Die Kosten des Baues werden auf
$82,096,601 veranschlagt. Der Suez
kanal kostete $100,000,000.
Ergiebiger »ergban.
a 3 O E
genaue Abschätzung des Tonnenge
halts der Minen im Leadville Di
stritt zeigt eine tägliche Produktion
von zweitausend Tonnen. Hiervon
fallen 300 auf die Hex Mining Com
pany, 150 auf die Gruben „Maid"
und „Henrietta," 150 auf die Mahala
und der Rest auf etwa 40 andere
Gruben im 'Distrikt. Ein großer
Theil des Erzes ist silbertragendes
Eisen. Der Werth ist durchschnittlich
etwa $20 die Tonne. Leadville produ
cirt gegenwärtig mehr Erz, obgleich
von geringerem Werthe, »als je zuvor.
200 Tonnen silbersithrmden Eisens
werden täglich nach den Illinois
Steel Works gesandt.
Verheerender vrand.
a a 2 O
Hier wüthete eine große Feuers
brunst, welche die Kaserne der Gens
datttte, die öffentliche Bibliothek das
Museum, die Amislokale des Depar
tements der Forstinspektion und viele
andere Regierungsgebäude in Asche
legte. Der angerichtete Schaden ist
sehr bedeutend. In Folge des pani
schen Schreckens, welchen die Feuers
brunst verursachte, kamen viele Men
schen in den Flammen um und andere
wurden unter die Füße getreten oder
in anderer Weise schwer verletzt.
Ijteißt, daß Feuer sei das Werk von
Brandstiftern gewesen.
«n» ewattm«!«*
N 3 O E e
sche aus Salvador meldet' daß ein
neuer revolutionär Ausbruch in Je
rez, Guatemala, stattgefunden hat.
An der Spitze dieser Bewegung steht
Jose Leon CaMo, der wie General
Prosper» Morales ein Präsident
schaffst an dt bat war. Jerez ist in ei
nem der östlichen Departements wo
Castillo seit Beginn der Revolution
im Westen für die Rebellion arbeitete.
Mit Kämpfen im Osten, Westen und
Südwesten ist die Gefahr des Dikta
tors Barrios sehr groß. Wenn die
Rebellen siegen, damn ist} seine Aus
sicht auf Entkommen gering.
»Mite seine vormiinne»au*.
A I 2 8 S E
Mann Namens Bright, der seine Ci
vildienstprüfung als Briefträger be
standen, aber keine Anstellung findet»
konnte, weil auf der Liste der Civil
dienstanwärter andere Cadidaten vor
waren, kaufte diese mit Summ-n von
$50 bis $100 auf. Als nun endlich ei
ne Vacanz eintrat, und nachdem die
ausgekauften Gegner zurückgetreten
waren, und Wright ernannt werden
sollte, wurde dagegen protestirt. Doch
eine heute bekannt gemachte Entschei
dung 'der Postbehörde erklärt ditf!
Transaction für Massig und wurde
Wright daraufhin ernannt.
Ungleiche Wahierfotge
3 O a
tagswahlen in Sachsen Meiningen
haben die Sozial Demokraten wi
der eigenes Erwarten große Ersolae
errungen. Es ist ihnen gelungen,
drei neue Mandate zu dem einen, das
sie bisher besaßen, zu erobern. Die
vier sozial demokratischen Abgeord
neten bilden nunmehr unter den 24
Mitgliedern, aus denen der ßattdiao
des Herzogsihums besteht, eine eigene
Gruppe, welche genau ein Sechstel des
Plenums ausmacht.
Im Königreich Sachsen hat bei den
Landtagswahlen das antisozial de
mokratische Wahlkartell durchgehemds
gesiegt. Die Niederlage des soKial
demokratischen Wahlzettels ist eine
vollständige.
DaS «nglückttcheCnba.
a a a 2 O I
westlichen Provinzen von Cuba liegt
alles still in Folge eines Orkans, der
über den Theil der Insel hinweg
brauste. In den Vorstädten Havana
haben ungefähr 20 Personen ihren
Tod durch Ertrinken gesunden und
auch in den Landdistrikten sind Men
schenleben vevwren gegangen. Die hef
tigert Regengüsse werden wahrschein
lich bis zum Oktober dauern. Ge
neral Weyler kann seine Truppen
nicht vorschieben. Außer dem Elend
durch das. Hochwasser herrscht auch
noch Mangel an Nahrungsmitteln.
Rindfleisch kostet $1 per Pfund. Ge
müse und Brod kann nur einmal in
der Woche auf dem Markt bekommen
werden. Milch kostet 50 Cents per
Quart.
Habe» no&f nicht genng Schlage.
A 2 8 S S a
de auf dem Concovdplatze eine Ver
fammfung gehalten. Dieselbe nahm
einen Beschluß an, durch welchen Kö
nig Georg aufgefordert wird, lieber
den Krieg gegen die Türkei fortsetzen,
als die von der Friedensconferenz
festgesetzten Friedensbedingungen
anzunehmen. Die meisten der gehalte
nen Reden waren kriegerisch. Einer
«der Redner griff den König und den
Kronprinzen Constcmtin heftig an.
Die Polizei machte einen Versuch,
denselben zu verhaften, jedoch half
ihm die Menge, feine Flucht zu be
werkstelligen.
Der einflußreichste Theil der Presse
behält einen friedlichen %ow bei.
Das schnellst, Schiff der Welt.
N 2 7 S
Dampfer „Kaiser Wilhelm der Gro
ße," 'das neueste «Schiff des Norddeut
schen Lloyd, ist aus seiner ersten Reise,
an der Quarantäne Station anqe
kommen. Er hat die Fahrt von
Southampton nach New Aork in 5
Tagen, 22 Stunden und 45 Minu
ten gemacht, d. h. schneller als je ei»
Schiff bisher.
Der „Kaiser Wilhelm der Große"
ist 648 Fuß lang. 66 Fuß breit und
43 Fuß tief. Söine Maschinen entwi
ckeln unter einem Dampfdruck von
186 Pfund und 77 Umdrehungen ih
rer Schrauben eine Geschwindigkeit
von 22 Knoten. Er ist in Stettin,
Deutschland, auf der Werft des Vul«
kan erbaut, als Schooner aufgetakelt,
hat 4 Schornsteine und Doppelfchrau
ben. Er verbrauchte 500 Tonnen Koh
len per Tag. Befehligt wird er von
dem Kapitän Engelhart.
«aiser «x-«anler.
2 7 S a
burger Nachrichten melden daß Kai
fer Wilhelm gelegentlich des Stapel
laufs des Kreuzers „Fürst Bismarck
dem Tauspathen des Schiffes die
folgende Depesche aus Kiel sandte:
.^Von ganzem Herzen gratulire ich
Euer Durchlaucht zu dem Stapellauf
des Panzerkreuzers „Fürst Bismarck"
(und freue mich des Faktums, daß
der Name Euer Durchlaucht auf daS
Engste mit meiner Flotte in Verbin
dung gebracht ist. Sie werden gleich
falls mit freudigem Stolze auf das
Schiff blicken, das der erste Panzer
Kreuzer ist, der in der Heimath ge
baut wurde. Admiral von Tirpitz
wird auf meinen Befehl Eurer Hoheit
ein Modell des Schiffes überbrinoen."
Fürst Bismarck erwiderte sofort:
Eure Majestät bitte ich einen un
terthänigften Dank für die Auszeich
nung entgegennehmen zu wollen, die
mir durch die Taufe des neuen Kreu
zer» erwiesen wurde. Zugleich danke
ich Eurer Majestät für daS sreundli
che Telegramm, durch welches die mei
ttettt Namen erwiesene Ehre noch be
deutend vergrößert wurde.
«adeni
als
Dnevant.?
W n, 28. Sept. Ein Duell zwi
schen dem österreichischen Ministerprä
denten Grafen Baden! und dem Füh
rer der 'Deutsch Natinonalen, Dr.
Wolff, hat die größte Aufregung her
vorgerusen. Dasselbe war die Folge
der stürmischen Austritte bei Eröff
nung des Reichsraths, inmitten deren
Graf Baden! mit verschränkten Ar
men. dm Kopf auf die Brust gesenkt,
unberührt von dem Geschrei und den
Gestikulationen der deutschen Partei
zuhörte. Seine Haltung war höchst
aufreizend. Die ganze Linke bildete
eine drohende Gruppe um ihn. Wolff
drängte sich vor, hielt dem Grasen die
Faust vor das Gesicht und schrie:
„Wenn das Ihre Politik ist, dann ist
sie unter aller Würde." Verschiedene
sagen, daß Wolff ihn eine „polnische
Sau" nannte. Wolfs wurde von sei
nett Kollegen zurückgezerrt, hörte aber
nicht auf, Drohungen auszustoßen.
Freitag früh schickte Graf Badem
seine Sekundanten zu Dr. Wolff
welcher die Forderung annahm. Ba
dem schickte eine Depesche an den Kai
ser, worin er denselben um Erlaub
niß, das Duell auszusechten, bat und
seilte Resignation einreichte. Me Ant
wort brachte nicht nur die Erlaubnis}
sondern auch die Gutheißung
des Kaisers. Im Duell wurde Badeni
am Arm verwundet.
Eentalameeira
N 2 8 S E
pesche aus Washington sagt: „Die
centralarnerikanischen Republiken stc
hen, den Angaben der panatnerikani
schen Diplomaten in Washigton D. E.
zufolge, am Vorabend ei
nes allgemeinen politischen Aufstan
des. Der Erfolg der Rebellen in Gua
tetnala mit dem Sturz des Diktators
Barrios und die Erhebung von Pro
fpero Morales zjum Präsidenten wird
als unvermeidlich gehalten und es ist
möglich, daß dadurch eine Revolution
in mehreren der Schwesterrepubliken
hervorgerufen wird. Die Einsperrung
des General Konsuls von Costa Ri«
ca. Dr. Eduardso Beeche. von den
Behörden in Nicaragua wird als ein
ernster Bruch internationaler Höflich
feit angesehen, der einen Bruch herbei
führen wird. Die in Honduras herr
schende Unruhe wird sich wahrschein
lieh zu einer offenen Revolte gegen
Präsident Botiutta als indirektes Re
sultat des Erfolges der Revolution in
Guatemala entwickeln. Salvador al
lein scheint ruhig zu sein und zu
bleiben. Eine erfolgreiche Revolution
in irgend einer der drei Republiken,
die die größere Republik von Central
crmerika bilden, ist gleichbedeutend
mit der Lösung der schwachen' diplo
manschen Bande, welche sie verknü
pfen, und den jetzigen Andeutungen
nach wird ein nochmaliges derartiges
Bündniß schwer zu erlangen sein.
Das gelde Kiever ttti Süden.
N O a 1 O E
wurde eime größere Zahl neuer Gelb
fieberfälle angemeldet, als je zuvor,
während 'die Zahl der Todesfälle der
irgend eines Tages seit dem ersten
Auftreten des gelben Fiebers in der
Stadt gleichkam. Es werden ver
schieden« Gründe für die Ausbreitung
der Krankheit angeführt, die Haupt
gründe sind jedoch zwei. Erstens ist
wieder wärmeres Wetter eingetreten
und zweiiiens hat die Gesundheitsbe
Hörde ein viel größeres Terrain zu be
wachen, als damals wo die Zahl der
Geübsiebersälle noch gering war. Der
Umstand, daß 'die Zahl der Todes
fälle verhältnihmäßig klein ist, hat
das Publikum etwas nachlässiger ge
macht und es finden allerlei Reibun
gen zwischen den in Qanrantane er
klärten Leuten und den Behörden
statt. Die erhöhte Zahl der Fälle
hat keine allgemeine Unruhe hervorge
rufen, weil die Todesfälle nicht int
Verhältnis* zugenommen haben. Die
Sterblichkeitsrate ist etwas unter 12
Prozent, während sie vor fünf oder
sechs Tagen über 15 Prozent betrug.
Flottenmiliz für die Binnenseen.
W a 2 O
Die Flottenmiliz an den großen Seen
wird von jetzt an Gegenstand beson
derer Sorge des Flottendepartements
sein. Die Veranlassung dazu gab der
Besuch des HUsssekretärs Roosevelt,
der sich bei einer persönlichen Jnspek
tion davon überzeugte, daß sich an
den großen Binnenseen der Kern für
eine Flotte befindet, die dem Lande im
Falle eines Krieges von großem Nu
tzat fein würde. Herr Roosevelt sah
besonders die Nothwendigieit ein, daß
die Freiwilligen dieser Truppenaat
tung ebenso mit der Regierung in
Verbindung stehen sollten, wie die
Landmiliztruppen, die von regulären
Offizieren instruirt und inspizirt
werden. Es ist Klage geführt worden,
daß die Flottenmiiliz nur während der
paar Tage der Uebungen im Dienste
sei, diese Jnsolirung sei namentlich in
den langen Wintermonaten fühlbar
und in der Zeiit verlieren die Reser
ven Interesse und Disziplin'. Hülss
sekretär Roosevelt hat daher eine Or
dre erlassen, durch die die Offiziere
des hydrographischen Bureau's in
Chicago und Cleveland sich mit den
Flottenreservm in offizieller Mise in
Verbindung setzen müssen. Lieutenant
Rrpley in Clicago wird dort diese
Funktion übernehmen.
Wohl nnr ein «erücht.
2 O I a a
Kreisen hat sich das Gerücht verbrei
tet. daß die Regierung der Ver. Staa
ten der dänischen Regierung Anerbie
tungen für die Abtretung Grönlands
gemacht habe.
Dfoe „Evening News" sagt bezüg
lieh dieses Gerüchtes:
Unter gewöhnlichen Umständen
würde dieses Gerücht,^ selbst wenn
es wahr wäre, wenig Interesse verur
fachen, aber verbunden mit der Nach
richt, daß der Union Jack auf dentj
Baffinsland aufgezogen wmde, er-i
langt sie große Wichtigkeit. Wie man
erfährt, wurde Baffinsland niemals
formell von Großbritannien erwor
ben, obwohl dasselbe seit einem halben
Jahrhundert als englisch betrachtet
wurde. Die Hudson Meerenge ist
dazu bestimmt, in Zukunft Theil ei
ner großen Verkehrsstraße zur Besör
derung von Getreide zwischen Liver
pool und Winnipeg zu werden, welche
dem amerikanischen Landwege mäch
tige Concurrenz machen wird. Die
Amerikaner haben nördlich von
Maine keinen Hafen aus dem Conti-!
nentc und es ist augenscheinlich geltend
gemacht worden, 'daß ihre Regierung
unverzüglich irgend eine Insel oder,
Halbinsel erwerbe, wenn sie an den!
Vortheilen der Verkehrsstraße der'
Hudson Bai Theil haben sollen.
Die genannte Zeitung fügt dieser
Besprechung eine 'interessante Ansicht
hinzu, welche ein nicht genannt sein
wollender canadischer Beamter aus^e
sprachen hat. Dieser gemäß war^
das Ausziehen des Union Jack un-,
zweifelhaft eine Folge des Gerüchtes,
daß die Regierung der Ver. .Staaten.
ein Auge auf das Gebiet geworfen ha
be. Wie der erwähnte Beamte sagt,
können die Ver. Staaten durch nichts
verhindert werden, Grönland von
Dänemark zu kaufen.
Am Schlüsse sagt die „Evening
News": „Wenn die Amerikaner Grön
land kaufen, werden unser transat
lantischer Verkehr und unsere in
ternationalen
1
Beziehungen auf
Schwierigkeiten stoßen. Wenn sie es
nicht bereits erworben haben, was
verhindert uns, es zu erwerben?"
»nrt»e«'J«se»n.
Man berichtet aius Shanghai von
Anfang Juli: „Der in Japan rühm
lichst bekannte Pelzjäzer und Reisende
H. I. Snow hat soeben unter dent
Titel: „Notes on the Kurile Islands"
ein interessantes Buch über diese noch
wenig erforschte Jnsölreihe veröffeni
licht. Die Japaner tauschten im Iah
re 1875 den nördlichen Theil der
Gruppe von Rußland gegen Sacha
lin ein. Snow sagt, Japan habe bei
diesem Tausch ein schlechtes Geschäft
gemacht, allerdings großenteils durch
gröbliche Vernachlässigung der dorti
gen Erwerbsquellen. Diese bestehen,,
oder bestanden vielmehr aus der
Jagd von Seeottern und Seehunden.
Noch vor elf Jahren gab es in den
Kurilen mehrere Stellen, die von vie
len Tausenden von Seehunden be
sucht wurden, während sich dort jetzt
kaum ebenso viele Hunderte finden.
Die 'unsinnige und völlig ungehinder
te. sowohl von Japanern wie von
Westländern betriebene Raubwirth
schast hat die früher fo mächtigen
Schaaren rafch arg verkleinert. Von
den werthvollen Seeottern werden jetzt
vollends jährlich höchstens 70 oder 80
an den kurilischen Küsten erlegt. Da
nun ein Seeotternfell in London
dreihundert bis viertausend Mark
Werth ist, so hätte man denken sollen
die japanische Regierung würde sich
etwas um die Erhaltung dieser Thie
re kümmern. Doch sie hat bisher gar
nichts gethan, der drohenden Ausrot
tun" zu steuern und sich hier eine
möglicherweise sehr ergiebige Quelle
von Einkünften zu sichern. Ihre Auf
merksymkeit ist oft genug auf diesen
Gegenstand gelenkt worden, aber es
scheint, man war sich in Tokio be
wüßt, ohne ausländische Hilfe nicht
damit fertigwerden zu können, und
desbalb unterließ man ergreifende
Maßregeln Neber ganz. So ist wohl
die einzige Möglichkeit, aus diesen von
Rußland eingetauschten Inseln Ein
fünfte zu erzielen, für immer verlo
ren.
tt* Helte» in Washing!»«.
S a W a 2 O E
Correspondent des „Post Jntelliaen
cer," der nach 'dem Sweep Creek
Bezirk in der Nähe von Mount Ba
ker gesandt war, um die Berichte
über die Entdeckungen von goldhalti
gem Quarz» der nach den Berichten
$10,000 per Tonne bringen soll, zu
untersuchen, ist- zurückgekehrt und
faßt daS Resultat seiner Nachfor
fchungen dahin zusammen:
Am vergangenen 23. August ent
deckte Jack Fost ein Lager von wei
ßent Quarz am Bald Mountain. In
dem Geröll am Fuße des Felsens
'fand sich ein starker Prozentsatz
Quarz, der zweifellos von jenem
Lager herrührte. Als Stücke dieses
Quarzes mit einem Hammer zerschla
gen wurden, zeigte ein beträchtlicher
Prozentsatz 'derselben eingesprengtes
Gold.
Fost und seine Kameraden Lam
bert und Von Valkenburg steckten für
sich an dem Felsen drei Claims ab.
Vier Queradern wurden ebenfall.
entdeckt und wurden durch zwei
Maiims gesichert. Feinere Proben er
gaben bis zu $1,500 per Tonne. Vor
etwa 2 Wochen plauderten Lambert
und feint Gefährten ihre Entdeckung
und das Resultat der Untersuchungen
aus und alles strömte nach den neuen
Goldfeldern.
Seitdem sind zwei kleinere Lager,
deren Quarz dieselben Merkmale aus
zeigt, entdeckt worden. Alle diese La
get bestehen aus weißem Quarz. Von
allen diesen können Proben ausgelesen
werden, welche an den Bruchstellen
eingesprengtes Gold zeigen und von
allen können Abschätzungen von jedem
nur gewünschten Werthe gemacht wer
den, der rtu't von dem Verhältnitz
abhängt, in welchem die Masse der zu
untersuchenden Quarzstücke zu der
Reichhaltigkeit des eingesprengten
Goldes steht.
Seitdem sind Claims abgesteckt, die
beinahe jeden Fuß in den Bergen be
decken. die in unmittelbarer Näh? die^
ser Entdeckungen liegen, obschon die
selben äußerlich auch nicht das ge
ringste Anzeichen von einem Quarzla
ger oder sonstigem goldhaltigem Ge
stein aufzeigen. BW jetzt ist für d'.e
Ausbeutung irgend eines Claims
auch noch kein einziger Dollar in dem
Bezirk angelegt und noch kein einziger
Bohrer ist in Thiitigkeit und keine
Sprengung vorgenommen.
Abgesehen von jener oben erwähn
im Gruppe von Claims, die jeden
Zoll von entdecktem Quarz, der für
die Stampfe offen Biegt, bedeckt, ist
nicht ein Claim in 'der Sweep Creek
Gegend abgesteckt, von welchem be
kannt ist, daß er Mineral von ir
gend einem Werthe enthält, und der
tatsächliche Werth dieser Quarzlager
kann nur durch die wirkliche Ausbeu
tung und durch eine gründliche
Stampfmühlenprobe von Gesteinbro
cken von jedem offenliegenden Theile
der Adern festgestellt werden.
Türkisches a«» Jerusalem.
Das „Buletm des Missions d'Asri
que" der Weißen Väter bringt eine»
Auszug aus dem Diarium desgrie
chisch melchitischen Seminars St
Anna in Jerusalem aus der Zeit
vom 15. IM bis 8. September 1896.,
Folgende Notizen daraus spiegeln die
bis in's Komische gesteigerte Nervo
sität der Türken wieder: Das grie
chisch melchitische Seminar hatte ein*
nen neuen Küchenherd erhalten und
außerdem vier Säulen für den Taber
nakel der St. Anna Basilika. So
fort verbreitete sich unter den Tür
ken das Gerücht, es seien drei Kano
nen in das Seminar gebracht morden
und jede Nacht schleppten die Kameele
demselben Lasten' von Munition zu.
(Die Kameele brachten nämlich die
zum Ausbau der Kirche nöthigen Ma
terialien in der Nacht, da die Tages
hitze deren Transport erschwerte.)
Da, am 15. Juli, wurde plötzlich Pa
ter Federlen ein Elsässer Obe
r^r der Weißen Väter in Jerusalem,
in wichtiger Sache sofort auf dal
Konsulat befohlen. „Die türkischen
Behörden erheben Klage gegen das
Seminar," fegte ihm der Konsul ohne
Umschweife. „Die Klage Rusiem Pa
schas lautet ganz formell, und zwar
dahin: 1. Das Seminar sei tnt Besi
tze von drei Kanonen 2. es empfang?
jede Nacht Lasten von Munitiolt 3.
es habe politische Absichten aus Je
rusalem." Der Obere erklärt- dem
Konsul die unschuldige Veranlassung
und stimmte Rüstern scherzend darin
bei, daß St. Anna infolge seiner La
ge zwischen 'der Kaserne und dem
Vorposten am ©ttti Miram Thoie
allerdings eine strategische Position
sei. Außer den Weißen Vätern
wurden die Karmelitessen in Bethle
hem von Rüstern Pascha in Konstanti
nopel anzeigt, als besäßen sie sechs
Kanonen, desgleichen Dom Bellini.
der im Besitze von vier
Kanonen sei. Diese Genossenschaften
sollten, nach dem Berichte Rustem
Paschas, einen „militärischen" Hand
streich auf Jerusalem beabsichtigen.
Die Dominikaner hatten für ihre
Zöglinge ein Kegelspiel in
bestellt die Kugeln kamen in Jaffe
an allgemeine Aufregung auf de»
türkischen Zollamt! „Diese Kugel»
sind verdächtig, enthalten Dynamit
oder Melinit und werden deshalb
konfiSzirt." Eine wird sogar vorsich
tig durchgesägt doch nichts als Holzt
Dennoch wandern sie in's Zeugenhäut
nach Damaskus behufs eingehender
Prüfung. Auch hier eine wahre Pattill
Der Generalstab kommt, untersucht:
es sind Bomben, die in's Arsenal de»'.')
Kriegsministenums nach Konstant^
nopel expedirt werden müssen! Un-'^
glaublich! Noch mehr! Das türkisches
Zollamt in ftaffa erhält Befehl, dop-?
pelt wachsam zu sein an dem Kom
Mandanten von Jerusalem werden
eingehende Instruktionen erlassen.
Weivtich- Sonderlinge,
Verwaist ist in seiner Verwaltung
so schreibt mam aus Berlin un».
term 23. v. Mts. —seit etwa 14 Ta
gen das Haus Königgrätzer Straße.
35. Es gehört der „Gips Schulzm",
einer 71 Jahre alten Wittwc Schul-^
ze, die bei Sperenberg große Gips- Vj®
brüche besitzt und deren Vermögen nach
Millionen zählt, man schätzt es auf
10 bis 13 Millionen Mark. Trvtz die*
ses Reichhums hauste die alte Frau,
die auch an der Prenzlauer Allee noch 7-A
eine Reihe von Häusern besitzt, mit ih
rer alteen Tochter ohne jede Bedie
mutig. Seit etwa 14 Tagen nun sind
beide Damen verschwunden, ohne hin- y.«
terlassen zu haben, wohin sie sich-u
wandten. Auch für die Hausverwal
tung haben sie niicht die geringsten*
Anordnungen getroffen, fo daß sich
nun die Polizei ins Mittel legen muß/ 5
Der Bäcker brächte so lange daS
Frühstück, bis der ganze Kasten ge- '/j|
füllt war, die Zeitungen lagen schließ
tich bergehoch auf der Treppe, der
Müllkasten stand überladen da, für
die Beleuchtung sorgte Niemand mehr,,
nachdem eine Frau, die matt dazu2
angenommen hatte, die Arbeit nieder
legte, weil sie auch nicht wußte, wo-
tan sie wäre. Ein.Schuhmacher, Jo
fef Gönczi. der schon vor längerer ..
Zeit einen Laden in dem Hause bezie
hen sollte und sich einmal als Verwal
ter vorstellte, hat sich wicht mehr bli
cken lassen und ist auch nicht wiederzu
finden. In der Wohnung der beiden
Damen steht Alles kunterbunt durch
einander. Die Möbel sind in einem ».
Zimmer zusammengestellt, die Betten
liegen noch ungemacht da, wie sie von
den Eigentümerinnen verlassen wur
den. Aus Berlin und von auswärts,^
auch aus den Gipsbrüchen, kommen^
zahlreiche Anfragen, aber Niemand^
weiß, wo die beiden Sonderlinge, die#
keinen Verkehr hatten und Niemanden,
in die Wohnung einließen, geblieben
sind.
Schweiz.
a a
'der zweite Pfeiler der 52 Meter hohen
Gornergratbahnbrucke über den Fin
Beienbach beendet. Mit der Montie
rung der Brücke soll nun sofort be
gonnen, so daß sie Ende September
befahren werden dürfte. Sie wird 7
ein interessantes Bauwerk werden.
A a
lein Vogel von Straßburg abgestürzt
sie wurde dabei von einem Bergbach
eine Strecke weit fortgerissen. Ihr
Zustand ist besorgniserregend. Beim 'J
Hohtiirli «ist ein Tourist aus der West
schweiz abgestürzt, er wurde noch it*
bend aufgehoben.
S a a E a
dem Rathhaus untergebrachter 16-
jähriger Bursche, der aus einer badi
schen Zwangserziehungs-Anstalt ent
wich und seitdem in der Schweiz her
umvagjirte, entfernte Nachts das Fen
stergitter, um sich mit einem auS
Leintüchern und Teppichen verfertig
ten Seil auf die Straße hinunterzu
lassen. Hierbei zerriß das Seil und
der Unglückliche blieb todt auf dem—r
Pflaster liegen.
Luxemburg.
1 tg. Neulich Nachmit-.
tags wurde 'der St. Michaelskirche
ein an der Mauer angebrachter hol«
zerner Opferkasten losgebrochen und«
seines Inhaltes entleert. Der Ka
sten wurde in einer Ecke der Kirche
wiedergefunden. Tags vorher wurden
in der Kathedrale ebenfalls drei Op
ferkasten erbrochen und ihres Inhaltes
entleert.
1 a ch. Letzthin ist das
zu „Siebenmorgen" gelegene Haus
des Gärtners Nikolas Thibo durch
eine Feuersbrunst zerstört worden.
Das Haus ist bis aiufS nackte Mau
erwerk abgebrannt. Das Feuer hat
in einem an das Wohnhaus stoßenden
^Schuppen feinen Ursprung genommen,
die Ursache der Entstehung ist unbe
kannt. Der Schaden, welcher ungc-'
fähr 8000 Fr. beträgt ist durch Ver
sicherung gedeckt.
W a g. Der 63jäbriqe
Ackerer. Wagener Mathias ging zu
Verwandten nach Liersberg (Preußen) 1
und sollte am Abende sich nach Gre
venmacher begeben, war aber hier
nicht angekommen «und auch nicht nach
Hause zurückgekehrt. Später wurde
Europas gefunden.
derselbe als Leiche in der Mosel auf- ,,
4^
'J
"Cfii

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