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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, August 08, 1907, Image 4

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Der-
Staats- Anzeiger,
Redakteur und Geschäftsführer:
F. L. BRANDT.
Erscheint wöchentlich.
Preis pro Jahr: $1.50.
Abonnementspreis'
Vereinigte Staaten pro Jahr .. .$1.50
Pach Rustlano $2.00
(Nur gegen Vorausbezahlung.)
Um Verzögerung in Zusendung der Zei
tung vi verineiden, bitten mir, bei
Wohnungsveräuderungen oder Wech
sei der Poftossice immer den alten
Wohnplatz und die Postoffice mit an
zugeben.
LdttoneUes.
Gouverneur Burke von Nord-Da
kota ernannte am Montag Herrn An
Lerson aus Fargo zum Hotelinspektor
des Staates.
General Liaragozoss, früher Gou
verneur vou Odessa, wurde am Mon
tag in St. Petersburg, wie Depeschen
von dort besagen, meuchlings ermordet.
Die Attentäter entkamen.
Aus dem Kampfe um die Kandidatur
für das Senatorenamt im Staate Mis
fissipi ging John Sharp Williams
siegreich hervor. Er schlug seinen Geg
ner, Gouverneur Vardaman, mit einer
Majorität von 10,000 bis 15,000
Stimmen.
Das neueste auf dem Gebiete der
Sensation ist, daß die Sozialisten des
Landes nun den kürzlich in Boise,
Idaho, freigesprochenen Haywood als
Kandidat für die Präsidentschaft auf
stellen wollen. Das nennen wir denn
doch die Sache auf die Spitze treiben!
Aus Teheran in Persien kommen
haarsträubende Berichte über Greuel
thaten, die sich türkisches Militär in je
atm Lande zu Schulden kommen läßt.
So berichtet man auch unter anderem
daß in der persischen Ortschaft Mavahe
10 Männer und mehr als 60 Frauen
und Kinder von türkischen Soldaten mas
sakrirt wurden.
Unsere Regierung befördert gegen
«ârtig riesige Mengen an Proviant und
Munition nach den Philippinen. In
ten nächsten Tagen werden die Trans
portdampser Logan, Warren, Crook
und Buford den Hafen von San Fran
ttëco mit vollen Ladungen verlassen.
Auch werden diese Dampfer 3,000
Mann Infanterie das 25. und 29.
Regiment an Bord nehmen. Es
scheint demnach doch, daß man in Wash
mgton dem aggressiven Vorgehen der
Japaner etwas mehr Gewicht beilegt,
in Regierungskreisen zugegeben
wirb.
Als Mann verkleidet hat Frau Su
sie Povle, mehrere Jahre lang an der
Seite ihres Gatten in verschiedenen
Kohlengruben in Washington County,
Pa., unter dem Namen ,,Joe" Povle
gearbeitet, wurde jedoch im Hospital,
wohin sie wegen Verletzungen, die sie
bei einem Unfall erlitten hatte, als
solche erkannt. Steve Povle, ihr Gatte,
gibt an, daß sie unerkannt neben ihm
drei Jahre lang gearbeitet hatte. Ihre
tiefe Stimme und das kurzgeschnittene
Haar ließen sie unerkannt bleiben und
an Stärke kam sie allen ihren slavischen
Mitarbeitern gleich. Ihre Verletzun
gen sind nicht schwer. Ihr Gatte wurde
«Itter der Anklage, Frauen beschäftigt
Kl haben ins Gefängniß gebracht. Er
hatte seine Frau selber in Dienst genom
men, und sie war von ihm bezahlt wor-
In Minneapolis machte ein gewisser
Charles H. Bates in der Wohnung des
Prominenten Arztes G. D. Haggard,
$400 Chicago Ave., einen recht bezeich
Wenden Versuch mit sogenanntem
^Malt," das bekanntlich überall als
Mchtberaufchend verkauft wird. Nach
,,,Genuß" des achten Glases dieses so
genannten Temperenzgesöffs konstatirte
Bates einen anständigen Rausch, der
stch bei Fortsetzung des Genusses jeden
falls bald zu einem Millionshaarbeutel
gusgebildet haben würde. Und dieser
Stoff wird in Apotheken u. Konditoreien
in riesigen Mengen und ohne Lizens
verkauft, während Wirthe für den Aus
fchauk von Schnaps und Bier, das kei
neswegs in höherem Grade berauschend
wirkt, ganz eklich blechen müssen und
froh sein dürfen, selbst gegen Zahlung
eiuer Lizeus, das Verkaufsrecht zu er
halten. Mnndus deeipi vult ergo
deeipiatur die Welt will also betro
gen sein.
Bezüglich Antritts unseres neuen
Postens als Redakteur und Geschästs
führet: des Staats-Anzeiger macht Herr
Sollet, Herausgeber und Redakteur
des in Sionr Falls, S. D., erscheinen
den Nachrichten-Herold, editoriell sol
gende Bemerkung, die für sich selbst
spricht und für die wir dem Herrn Co
legen sehr dankbar sind:
Die skandinavischen Herausgeber des
in Rugby, N. D., erscheinenden deut
schen Wochenblattes,,Der Staats-An
feiger," aus dem wir neulich eine Styl
blüthe veröffentlichten, haben in Herrn
F. L. Brandt jetzt einen tüchtigen Re
dakteur und Vormann engagirt, der je
nein Blatte sicherlich sehr noth that.
Hr. Brandt war s. Z. Vor mann der
Dakota Fr. Presse, als Schreiber die
ses noch jene Zeitung leitete. Wir ken
neu Hrn. Brandt als tüchtigen Buchdru
der und sind davon überzeugt, daß der
Staats-Anzeiaer unter seiner Leitung
dem Deutschthum zur Ehre gereichen
wird. Den Herausgebern gratuliren
wir zu dem glücklichen Griff, den sie mit
Hrn. Brandt gethan haben.
Die Standard Oil Eo. des Staates
Indiana wurde am Sonnabend von M.
Landis, Richter des Ver. Staaten
Distriktgenchts, zur Zahlung von P29,
240,000.00 Strase verdonnert, weil
die Gesellschaft nachgewiesener und wi
dergesetzlicher Weise Rabatte von Ei
senbahngesellschaften angenommen hat.
Der Trust hat, wie ja vorauszusehen
war, gegen diesen Urtheilsspruch Be
rufung an cine höhere Instanz einge
legt. Obfchon das Vorgehen des Herrn
Landis in dieser Sache allgemein An
erkennung finden muß, wird diese unge
heurc Geldstrafe doch das souveräne
Volk des Landes kaum befriedigen,
dürfte vielmehr dasselbe nur noch mehr
beunruhigen, da es wohl weiß, daß im
Falle die höhere Instanz wirklich das
Urtheil bestätigen sollte, diese nur eine
weitere Steigerung der Oel- und Ga
solinpreise seitens der Standard Oil
Co. zur Folge haben würde, sodaß
schließlich die Consumenten des Landes,
nicht aber jene Gesellschaft, die so ver
hängte Strafe bezahlen müßten. Ver
staatlichung der Oelquellen des Landes
und gänzliche i Ausrottung des Trusts,
das sind in diesem Falle die einzigen
Mittel, die schließlich zum Ziele führen
würden.
Für Eingewanderte, die ihre Fami
lien nachkommen lassen wollen, ist es
von größter Wichtigkeit, daß sie sofort
das sogenannte,,erste Papier" erlangen,
d. h. die Erklärung abgeben, Bürger
der Ver. Staaten werden zu wollen, da
sie dadurch unter den nun geltenden
Bestimmungen des neuen Einwaude
ruugsgesetzes sich und ihre Familien vor
großem Unheil bewahren können. Die
bezügliche Bestimmung lautet folgender
maßen: ,,Weitn immer ein Ausländer
(alien) feinen permanenten Wohnsitz in
diesem Lande genommen und die Erklä
rung abgegeben hat, Bürger der Ver.
Staaten werden zu wollen, und nachher
seine Gattin oder seine minderjährigen
Kinder nachkommen läßt und besagte
Gattin oder Kinder an einer anstecken
den Krankheit leiden, die die Ausschließ
ung eines Ausländers bedingt, sollen
besagte Gattin und Kinder unter Be
stimmungen, die der Sekretär für Hatt
bei und Arbeit treffen mag, hier behal
ten werden, bis festgestellt sein wirb, ob
die Krankheit leicht heilbar ist, oder ob
den davon Betroffenen ohne Gefahr für
andere Personen die Landung gestattet
werden kann. Sie sollen weder zuge
lassen noch bepovtirt werden, bis die
Thatsache festgestellt ist. Wenn festge
stellt ist, daß die Krankheit leicht heil
bar ist, oder die Leute ohne Gefahr für
Andere zugelassen werben können, so
sollen sie, wenn sonst nichts gegen ihre
Lanbung vorliegt, zugelassen werden."
—Dub. N. Dem.
Diejenigen Kirchengemeinden, welche
sich bis jetzt noch nicht an dem Preis
bewerb für die vom Staats-Anzeiger zu
verschenkenden Orgeln betheiligt haben,
werden gut thun, damit baldmöglichst
zu beginnen, denn diese feinen Instru
mente sind der kleinen Mühe wohl
werth. Jede Kirchengemeinde kann
sich betheiligen es ist keine ausgeschlos
sen und die Verlosung geht auf durchaus
reelle Weise vor sich. Leset die dies
bezügliche Anzeige anderer Stelle
dieses Blattes.
Ein neuer Schwindel.
Eine Anzahl Farmer in der Umge
genb von Harvey machten letzte Woche
eine Erfahrung, bie ihnen beinahe sehr
theuer zu stehen gekommen wäre. Das
kam so: Vor einigen Wochen machten
sich zwei ,,Herren", Dirks unb Lason,
unter bent Firmanamen Dirks-Lason
Land Co., mit einigen der wohlhaben
sten Farmer bekannt und beredeten sie,
ihre resp. Farmen der Firma zum Ver
kauf zu übergeben. Ueber ein Dutzend
der Farmer unterschrieben einen Con
trakt, in welchem sie der gen. Firma
das Recht ertheilten, ihr Land zu ver
kaufen. Dieser unschuldig aussehende
Contrast enthielt aber einen etlichen
Haken in Form einer Bestimmung, daß
der Farmer Ii.00 für jeden zum Ver
kauf angebotenen Acker zu zahlen habe.
Am Donnerstag voriger Woche nun ver
langte jene Firma kontraktliche Zah
lung und die Farmer bekamen natürlich
etneit heillosen Schrecken, als sie einfa
hen, was sie in ihrer Vertrauensselig
keit unterschrieben hatten. Die Forde
rutigen gegen bett einzelnen Farmer be
liesen sich nämlich auf 1200 bis $600
also keilte Bagatellen. Die so Ge
lcihmten hielten schließlich einen Kriegs
rath, kamen nach Harvey, engagirten
H. H. Phillips unb Richter Schatz, ber
ferner Geo. Bangs, einen Abvokaten
aus Grand Forks, der gerade in Festen
den war, zu Rathe zog.
Nun wurden Unterhandlungen mit
der Dirks-Lason Land Co. angeknüpft
und auf Betreiben der Rechtsanwälte
kamen die Farmer mit einer Zahlung
von rund $100 als Abfindungssumme
davon. Die Herrn Landagenten aber
machten sich schnellstens aus dem Staube,
um grünere Gesilbe aufzusuchen. In
diesem Falle kostete die Erfahrung den
12 bis 14 Farmern nur etwa $200 im
im Ganzen. Hätten diese Landagenten
aber auf den ihnen kontraktlich zukom
menden Beträgen bestanden, dann hätte
biefe Suppe den Farmern mindestens
$3,000 gekostet. Hoffentlich lassen die
Farmer der Umgegend sich diesen Vorfall
zur Warnung dienen und ziehen da
raus die Lehre, daß es nicht immer rath
sam ist, mit gänzlich unbekannten Leu
ten Contrakte zu unterschreiben, deren
Bestimmungen man nicht klar kennt.
Derartige Geschäfte schließt man am
besten mit bekannten Personen ab.
Farm-Anleihen.
Es wird die Leser des Staats-Anzei
ger gewiß interessiren, zu erfahren, daß
Farmer jetzt Geld zu 5 Prozent aus
dem Staats-Schulfond leihen können.
Die Anleihe kann nicht auf längere Zeit
als 12 Jahre gemacht werben unb wäh
rend der ersten 5 Jahre braucht man
nur die jährlichen Zinsen zu bezahlen.
Nach Verlauf der 5 Jahre kann man
ein oder mehrere Zehntel der Anleihe
zusammen mit den Zinsen bezahlen.
Das Geld kann nur an wirkliche Be
wohner dieses Staates und nur auf
kultivirtes Land verborgt werden. Die
Abschätzer des Landes erhalten lediglich
ihre Reisekosten vergütet, während der
Vorsitzer der Behörbe ber County-Com
missäte bieselben Tage- und Meilengel
der erhält, die er als Mitglied jener
Behörde bekommen würde. Die Höhe
des so vom Staate geliehenen Geldes
darf nicht ein Drittel der Abschätzung^
summe übersteigen und muß durch erste
Hypothek gesichert sein.
Habt Acht!
Unser Orgel-Preisbewerb.
Die Orgel-Verlosung, bte von uns
kürzlich in Scene gesetzt würbe, beginnt
unter bett Deutschen im Allgemeinen
und unter den Freunden des ,,Staats
Anzeiger" im Besonderen, reges Inte
reffe wachzurufen. Nachstehend geben
wir die Namen der Kirchen und die ih
nen bis jetzt gutgeschriebene Stimmen
zahl:
Kirche 1850 Stimmen
1400
1650
4300
1650
1200
Fulda
Kandal
Odessa
Selz
Straßburg
Blumenfeld,,
Jede Kirche kann sich an diesem Be
werd betheiligen. Leset die diesbezüg
liehe Anzeige an anderer Stelle dieses
Blattes.
Zu verpachten—360 Acker des besten
Heulandes. 9 Meilen südlich von
Berwick gelegen. Nachzufragen in
Jacobson s großem Laden oder in der
Erpedition des Staats-Anzeiger.
falls gratis.—Höchst
Name.
Der Staats-Anzeiger
verschenkt
zwei Hochseine
Kirchen-Orgeln
du die zwei Kirchen-Gemeinden, die uns bis tint
Mitternacht des 21. Dezember 1907
die meisten Leser verschaffen oder die höchste
und zweithöchste Stimmenzahl erhalten
Eine selten gebotene Gelegenheit
Der Plan ist folgender:
Die Kirchengemeinde, welche am Schluß des Preisbewerbs (am 21. De
zember d. I. um Mitternacht) die meisten Stimmen erhalten hat, bekommt eines
dieser prachtvollen Instrumente
absolut umsonst.
die zweithöchste Stimmenzahl erhalten hat, bekommt die andere Orgel,
einfach, nicht wahr?
Wie es gemacht wird:
Jeder Abonnent des „Staats-Anzeiger," der seit dem 15. Juni d. I.
sein Abonnement bezahlt hat erhält, wenn er die Quittung an uns einschickt, 150
Stimmen (eine für jeden Cent), welche er seiner Kirche zuwenden kann. Wer
jetzt seinen Rückstand und ein Jahr vorausbezahlt, erhält 300 Stimmen, die er
einer beliebigen Kirche schenken mag. Wer uns einen neuen, vorauszahlenden
Leser zuführt, ist gleichfalls zu 300 Stimmen berechtigt. Wir hoffen, daß der
Plan nun Allen klar ist: Kür jedes Jahres-Abonnement ($1.50) erhält der
Einsender 150 Stimmen, die er seiner Kirche zuwenden kann. Wenn Ihnen
daran gelegen ist, daß dieselbe eines dieser Instrumente erhält, dann bezahlen
Sie unsere Zeitung ein oder zwei Jahre im Voraus. Bewegt Freunde und Be
kannte, auf dieses Blatt zu abonniren, falls sie es noch nicht halten. Wir sind
stets und gerne bereit, Probenummern des Staats-Anzeiger an Nichtleser zu
senden. Die Zeitung kostet nur $1.50 pro Jahr im Gebiet der Ver. Staaten.
Nach dem Auslande, $2.00.
Besprecht diese Offerte bei der nächsten Zusammenkunft der Gemeindemit
glieder. Legt ein gutes Wort bei Nichtabonnenten für den Staats-Anzeiger ein.
Dies kann Niemandem schwer fallen, denn das Blatt ist das beste und einzige
ausschließlich deutsche in Nord-Dakota und empfiehlt sich deshalb ganz von selbst.
Wir sind immer auf Verbesserung des Blattes bedacht und haben uns jetzt in der
Person des Herrn F. L. Brandt die Dienste eines geschulten und erfahrenen Ge
schäftsführers und Redakteurs gesichert, dessen Wirken sich bald bemerkbar ma
chen dürfte und unter dessen Leitung das Blatt voraussichtlich einen bedeutenden
Aufschwung erfahren wird.
Darum:" Frisch an s Werk!
Bei Einsendung von Geldern u. Namen bediene man sich folgenden
(Schneidet ihn aus und schickt ihn, richtig und deutlich ausgefüllt, an unsere Adresse)
Der Staats-Anzeiger, Rugby, N. D.*
Einlieg
Bitte Sie, mir
wünsche ich der
Einliegend finden Sie $ ..als Abonnement für den Staats-Anzeiger.
Bitte Sie, mir diesen Betrag gutschreiben zu wollen und die mir zukommenden Stimmen
itA^Wir bitten, bei Ausfüllung obigen Bestellscheins, Ort, Datum, Namen der Kirche, sowie des Em
senders, recht deutlich zu schreiben. Zusendung der Quittung erfolgt sofort.
Achtungsvoll und ergebenst
Die Gemeinde, welche
gleich­
Bestellscheins:
1907
Kirche zu schenken.

ANDERSON & STAGER
Herausgeber
o n n e s a e n 8 A u u s 1 9 0 7
(Kiitt'rcd at tin- post-oflire at Rugby. X. D.
Mid admitted for transmission through the
mails at svrimd-rlass rates.)
e a u s e S u o n z u
nie igen Zin sen.
Bor No. O.
Anderson & Stager

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