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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, September 05, 1907, Image 8

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Piemand weil wo itiiilni Hafiy
ist und was a ürabstdjtiot.
Eaid Sir Harry MacLean läßt von
sich höre«.
a i S 3 S e e e
Parisien" eraiirt, daß der Geiieuu
Drude, der Befehlshaber der franzö
sischen Cxpeditionslruppen in Maros
to, den Befehl erhalten hat, die Ope
rationen tu einem Radius von 18
Meilen um Casablanca zu beschleuni
gen.
Der Vizeadmiral Philipert, Be^
fehlshaber der französischen Schiffe
marokkanischen (&ei«Tisern, hat von
Casablanca berichtet, das die Verbiiiv
ö«ten am Sonntag eine große Abtei
lung maurischer Reiler sieben Met
(en südlich von der Stadt zerstreuten.
Der Admiral meldete nichts Näheres
über das Gefecht.
Das auswärtige Amt hat keine zu
verlässige Nachricht hinsichtlich des
Aufenthaltes oder der Absicht Mnlai
Hafigs und hält es für möglich, daß
derselbe noch in der Stadt Marokko
ist, wo er zum Sultan proklamiert
wurde. Tas auswärtige Amt befin
det sich auch darüber im Dunkeln, ob
der Sultan Abdul Aziz in Fez bleibt
oder nach Rabat marschiert. Ter Ge
st er eil Drude gedenkt sofort eine
kräftige Offensive zu ergreifen.
Der General Bruger, früherer
Oberbefehlshaber der französischen
Armee, drückte in einer Unterredung
Über die marokkanische Frage die Än
ficht aus. daß die Situation voll von
furchtbaren Schwierigkeiten sei und
Frankreich 10 Jahre Anstrengungen,
das Opfer von Tausenden von Leu
ten und die Ausgabe von Hunderten
Hon Millionen Francs kosten möge,
the die Beruhigung des Landes er
folgen werde.
a n e 3 S e i e fiter
ausgedrückte Befürchtung hinsichtlich
ider Sicherheit des Caid Sir Harrn
MacLean infolge des beständigen
Ausbleibens direkter Nachrichten von
dem General, wurde durch das Ein
treffen von Briefen von MacLean
selbst gehoben. Er befindet sich bei
guter Gesundheit und ist bei Rasuli
in dem Distrikte Ben Jarous. Briefe
von Ratfuli an den hiesigen britischen
Gesandten stellen die Bedingungen,
unter denen der Banditenchef Mac
Lean entlassen will. Raiiuü schlägt
vor, daß ein Bevollmächtigter zu ihm
nach Ben Jarous geschickt werde, um
mit ihm ztt verhandeln.
a s a a n a 3 S e i e
spanischen Truppen, die jetzt mehr
aktiv sind, marschierten am Sonntag
eine Strecke in das Land hinein und
feuerten in der Nacht ans eine Abtei
lung plündernder maurischer Fanati
ker. Es wird berichtet, daß es den
Mauren an Munition mangelte. Eine
weitere von Mnlai Hafig oeröfsent
lichte Proklamation rät den Stäm
men, die Franzosen nicht anzugrei
sen. wenn dieselbe nicht in das In
nere vorrücken.
n n 3 S e e a n s
portdampfer „Shamrock" ist von hier
mit einem Bataillon der Fremdenle
gion und einer Schwadron Train'ol
daten an Bord, nach Casablanca ab
gefahren.
FnitW üst'lio then.
Die Leitung der Generalversamm
lung eine meisterhafte.
e i n 3. Sept. In der
Narhiese zum Würzburger Katholi
kentag wird eins besonders betont:
Es herrschte allgemein der Eindruck
vor, daß die Leitung der Generalver
sammlung eine meisterhafte war. In
folge dessen trat auch die Geschlossen
heit der deutschen Katholiken aus das
Deutlichste hervor.
guftfchiffn'irt.
Fur die Förderung derselben soll
eine größere Summe ge
fordert werden.
e i n 3 S e V o n a
licher Seite verlautet, daß der nächste
Neichsetat eine Forderung für die
Entwicklung der Motor-Lustschass
fahrt enthalten wird. Der Wichtig
keit des Gegenstandes entsprechend,
wivd der einschlägige Posten eine be
trächtliche Summe ausmachen.
Verlange» amerikanisches Geld.
a v a n a 3. Sept. Das
Baugewerk in der Hauptstadt ist
müßig, weil die Maurer an den
Streik gegangen find, da ihre For
derung nicht bewilligt worden ist, ihre
Löhne in amerikanischem Gelde zu
erhalten. Der Streik mag der Be
ginn einer allgemeinen Bewegung
für amerikanisches Geld sein, wie sie
schon seit dem Zigarrenmacher-Streik
erwartet worden ist.
pie Trupp.n Ijnücit Über
maße yrohe Anstrenyunqen.
Die große Hitze erschöpft dieselbe» in
furchtbarer Weise.
W i e n 3. Sept. Tic lange
Liste von Unfällen unter den Trup
pen, die an den jährlichen Armee
Manövern, die jetzt in der Nachbar
schaft von Wiener Neustadt im Gan
ge sind, teilnehmen, hat weitgehenden
öffentlichen Unwillen und Unruhe
hervorgerufen. Es sind bereits 10
Todesfälle an Erschöpfung vor ge
kommen und Hunderte von Leuten
sind von der Hitze überwältigt wor
den. Vom 25. Infanterie-Regiment
wurden allein 150 Hitzschläge berich
tet. Die Ueberanstrengung der Trup
pen in der großen Hitze ist für diese
vielen Unfälle verantwortlich. Im
Falle des 25. Infanterieregiments
mußten die Mannschaften eines Mor
gens um 3 Uhr ausstehen und mar
schierten ununterbrochen 12 Stun
den, während das 14. Infanterieregi
ment, das ebenfalls schwer zu leiden
hatte, 22 Meilen in einem Tage mar
schieren mußte.
Motten Getd erpressen.
Der Bedrohte weigert sich und wird
gestochen. Ein Räuber erschossen.
a i s v i e Po., 3 Sept.—
Guiseppe Guissiso, ein angeblicher
Erpresser, wurde heute erschossen, ein
Kumpan desselben wurde verhafte
und ein dritter entfloh, nachdem sie
versucht hatten, Frank CieppineoGeld
abzuzwingen und derselbe von einem
der Italiener wahrscheinlich tödlich
gestochen worden war. Cieppineo ist
ein Schuhmacher. Am Samstag
abend, als er soeben seinen Laden
schließen wollte, traten die drei Män
ner ein und verlangten eine Summe
Geldes. Er weigerte sich, ihnen ir
gend etwas zu geben und eröffnete
sofort Feuer aus seinem Revolver.
Guissiso siel sosort tot zu Boden und
einer seiner Kumpane stach Cieppineo
in die Brust. Das Verbrechen zog
viele Leute herbei und die beiden an
deren Halunken wurden verfolgt.
Einer, dessen Namen unbekannt ist.
wurde von Polizisten gefangen, die
ihn in einen Frachtwaggon brachten
und im Gefängnis in Indiana, Pa.,
einsperrten. Es wird behauptet, daß
der Entflohene erkannt worden ist
und man hofft, daß er bald verhaftet
sein wird.
Die O.kerrciâijche Daüsipa'aDe Eine Iamitien
in Marokko. Manöver. Der Garde. Tra ödie.
Aticssy nsche OScfmiMchaft.
König Menelik will mit Teutschland
irt engere Handelsverbindung
treten.
e i n 3 S e W e n n e s
mit etwaigen baliinzicscnben Verein
barungen feine Richtigkeit haben soll
te, so gewinnt nach dem Urteil Best'
unterrichteter der gegenwärtige Be
such der Sondergesandtschait des
Aegypten benachbarten Abessiniens
noch mehr an Bedeutung. Freiere
Hand Englands in Aegypten könnte
nur unter der Voraussetzung freierer
Hand Teutschlands in Abessinien ge
dacht werden. Inzwischen sind die
abessinischen Würdenträger hier ein
getroffen, und es wird an Aufmerk
samkeiten für sie nicht fehlen. Offi
ziös meldet die „Kölnische Zeitung",
es sei der erklärte Wunsch des König«
Menelik von Abessinien. den deutschen
Handel in seinem Reich zu fördern
und mit Teutschland gute Freund
schaft zu pflegen. Auch liege der Ge
sandtschaft die Aufgabe ob, den Kai
ser zu bitten, daß er sich in Konstan
tinopel für eine Abessinien günstige
Regelung der mohammedanischen
Klosterfrage verwende.
Opfert sein Leben.
Will
D«er General Drude beauftragt, fräs* ^öffentlicher Unwille über die zahl- Der Kaiser nimmt dieselbe ans dem Die Witwe des verstorbenen Spieler
tig üur ,n:\cljau reichen Unfälle. Tcmpelhvfer Felde ab. königs McDonald in Chiacgo.
eilt en Mitarbeiter retten und
verunglückt selbst.
N e w o k, 3. Sept. Mar
tin Boar, 26 Jahre alt, opferte ge
stern sein Leben bei dem Versuche, sei
nen Mitarbeiter Jakob Lieber zu ret
ten, nachdem derselbe in einem Tank
in einer Fabrik in Newark. N. I.,
durch Naphthadünste betäubt wor
den war.
Lieber ging in das Tank, um es
zu reinigen, und rief um Hilfe, als
er in Gefahr war. Boar sprang so
fort in das Tank und versuchte Lu'
tier herauszuheben, wurde aber selb7:
von den Dünsten überwältigt. An
dere Arbeiter brachten die beiden
Männer mit Hilfe von Seilen her
aus, aber Boar war bereits tot. Lie
ber, der kräftiger als Boar war. blieb
mehrere Stunden bewußtlos, erholte
sich aber schließlich wieder.
•Ml
piele Iruitoc O fi a*rc
als ferne mftc anwesend.
Die amerikanische Tclegation wohnt
einem Diner im Schlosse bei.
e i n 3 S e v e K a i
ser Wilhelm besichtigte gestern die in
Berlin stehenden Garöeregimenter
auf dem Tempellwser Felde. Das
Ereignis war dadurch bemerkenswert,
daß eine große Anzahl fremder Tele*
gationen als Gäste des Kaisers an
wesend waren. Tie Spezialreprä
sentanteil der Armee der Vereinigten
Staaten, Großbritanniens. Japans.
Persiens und Abessynitns bildeten ei
ne hervorragende Gruppe unter den
Mitglieder des brillant uniformier
ten Stabes an der Stelle, wo die Pa
rade abgenommen wurde. Der Kai
ser zeigte große Zufriedenheit mit
der Haltung der Truppen vor den
fremden Offizieren. Nachdem Se.
Majestät den Vorbeimarsch abgenom
men hatten, scherzte er gut gelaunt
mit seinen militärischen Gästert. Dem
Kronprinzen Friedrich Wilhelm, der
ein Regiment Kürassiere führte, wur
de laut zugejubelt. Ta§ Wetter war
prächtig und die Parade zog einen
großen Teil des diploinatifcheuKorps
nach dem Tempelbofer Felde, wäh
rend eine große Anzahl amerikani
scher Besucher sich auf der großen
Tribüne versammelte und Tausend?
von Leuten an den Straßen standen,
um sich den Zug des Kaisers vom
Schlosse nach dem Paradeplatz und
die Parade anzusehen. Die amerika
nischen Offiziere, an deren Spitze der
Brigadegeneral Edgerly steht, wur
den dem Kaiser auf dem Paradeplatze
vorgestellt und waren später feine
Gäste bei einem im Schlosse gegebe«
nenDiner. bei dem alle anderen frem
den Offiziere und viele hohe Offiziere
der deutschen Armee anwesend waren.
Am Abend wohnten die Amerikaner
mit dem Kaiser einer Galavorstellung
im königlichen Opernhause bei.
Die A archiften.
Diese frechen Weltverbesserer zeigen
wieder Rührigkeit.
a i a n 3 S e i e
geht dasGerücht, daß ein gefährlicher
und wohlbekannter Anarchist plötz
lich in Mailand verschwunden ist,
nachdem er seine Absicht erklärt hat,'
den König Emanuel zu ermorden.
Die Polizei hält fleißig Umschau nach
dem Burschen und die Wachen um die
Person des Königs sind verdoppelt
worden.
o 3. Sept. Die Polizei
machte gestern einen Anarchisten, na
mens Projetti, dingfest, der ange
klagt ist. den päpstlichen Staatssekre
tär Merry del Val während der De
monstration in Marieno, einer Vor
stadt von Rom, am 16. August an
gegriffen zu haben.
Projettis Kumpan machte einen
vergeblichen Versuch, ihn vor den Be
hörden zu retten.
(Englisches £uf Idiiff.
Das Geheimnis über den Bau des
selben bis jetzt gewahrt.
A e o 3 S e W e n i
stens ein militärisches Geheimnis ist
in England wohl gehütet worden. Es
wurde zum erstenmal in Erfahrung
gebracht, daß hier seit den letzten 2
Jahren der Bau eines Militärballons
im Gange gewesen ist, und es ist
wahrscheinlich, daß innerhalb des
nächsten Monats in Aldershot das er
fte der britischen Luftschiffe über dem
Paradeplatz schweben wird. Man
glaubt, daß der neue Ballon sich dem
Typ der „Pcitrie", des britischen Mi
litärballons. nähern wird. Er wird
nach dem Künig Edward benannt
werden, der ihn kürzlich besichtigte.
Geht strafrechtlich vor.
e 11 n 3. Sept. Nach einer
Meldung aus München hat der dort
ansässige Rechtsanwalt Pannwitz im
Namen von Frl. Olga Molitor, der
Schwägerin des zum Tode verurteil
ten Karl Hau, öffentlich erklärt, daß
die vielseitigen Angriffe, welchen
seine Klientin infolge der Enthüllun
gen in dem Karlsruher Sensations»
Prozeß ausgesetzt worden, dem Straf
richtet übergeben feien. Allen bis
herigen Erklärungen, in welchen füt
Frl.. Olga Molitor Partei ergriffen
weröe, stehe diese selbst fern.
Großsener.
k o w e a n e 3 S e
Feuer, das kurz vor Mitternacht,
ausbrach, verbrannte sechs hölzerne
Geschästsblocks innerhalb einerStun
de int Zentrum der Stadt. Der Ver
lust beträgt etwa $100,000.
Ist C( gen Ii iti.Utii ihrer
Suijluiiörr im Woynyause.
Der Ermordung W. Guerius ange
klagt, aber gegen Bürg
schuft frei.
McDonald will bei dem Staatsan
walt Healy heute die formelle Forde
rung stellen, daß die Hinterlassen
schaft seines Vaters „Mike" McTo
nald, des früheren Spielerkönigs,
aus der Bürgschaft von $50,000 für
Frau Tora McTonali), die des Mor
des von Webster Guerin angeklagt ist,
entlassen werde.
Der junge McDonald hat 'seinen
Entschluß in dieser Sache gestern be
stimmt mitgeteilt. Er bedeutete, daß
die Witwe entweder in das County
Gefängnis als Gefangene zurückkeh
ren oder sich neue Bürgen suchen
muß.
McDonalds Vorgehen wird als die
Krisis einer dramatischen Situation
kommen, herbeigeführt durch das Ein
dringen Frau McDonalds in die
Wohnung ihres verstorbenen Man
neS, No. 4501 Drexel Boulevard.
Sie behauptet, daß sie als Witwe das
Recht 'habe, in dem Haufe zu wohnen.
Ob ihr Anspruch gesetzlich ist oder
nicht, wird morgen entschieden wer
den, wenn „Mike" McDonalds Testa
ment zur Bestätigung vorliegt. Guy
McDonald wird den Richter Cutting
bitten, seine Stiefmutter entweder
aus dem Wohnhause auszuweisen
oder sie zu zwingen, Miete an die
Hinterlassenschaft zu zahlen.
In der Zwischenzeit hat sich Frau
McDonald mit ihrer Mutter, Frau
Feldmann, einem Dienstmädchen und
einer Pflegerin in dem grauen Stein
hause verschanzt. Sie traf dort am
letzten Freitag unangemeldet ein und
hat die Bemühungen Guy McDo
nalds und der anderen Erben, sie
fortzutreiben, verspottet.
Ein geheimnisvoller Fremder, der
erklärt, daß er in niemandes Dien
sten stehe, sondern einfach nur aus
Freundschaft für Frau McDonald
handle, hat feine Wohnung in dem
Hause aufgeschlagen, um darauf zu
sehen, daß ihr nichts Böses wider
fahre. Ter Fremde hat sich bis jetzt
geweigert, zu sagen, wer er ist.
Zuqentateisuny verbucht.
Drei Männer verhaftet, die ein Ei
fett stück über die Schienen legen.
e e v e a 3 S e E i n
angeblicher Versuch, am Sonntag
abend den Cleveland „Flyer" an der
Pittsburg und Lake Eriebahn zur
Entgleisung zu bringen, wurde durch
die Wachsamkeit von Daniel Con
nors, eines Sektionvormannes, ver
eitelt.
Einige Minuten ehe der Zug in
Alquippe, Pa., fällig war, entdeckte
Connors drei Oesterreicher, die ein
großes Stück Eisen über die Schie
nen legten. Nachdem Connors das
Hindernis entfernt hatte, benachricht
igte er schnell die Polizei und die
drei Männer wurden verhaftet. Sie
weigern sich, irgend welchen Grund
für ihre Handlung anzugeben.
Glücklicher Tall.
Der Ballon einer Luftschiffen« gerat
in Brand.
i e o w n, N. D., 8. Sept.
Frau Myrtle Rysdike, eine 17 Jahre
alte Luftschiffer in, entging nur mit
knapper Not einem schrecklichen Tode,
als sie eine Ballonauffahrt im Mid
way Park machte. Als sie 300 Fuß
in der Luft war, geriet der Ballon in
Brand, und da infolge dessen die
iheiße Lust ausströmte, fiel er mit
der größten Schnelligkeit zur Erde.
Mehrere tausend Personen im Park
glaubten schon, daß die letzte Stunde
oer jungen Frau gekommen sei, ober
•sie fiel glücklicherweise in die dicke
Krone eines Baumes und entkam mit
einigen Kratzwunden.
Wieder ein Italiener.
Er gewinnt den ersten Preis in einem
Automobilrennen.
Cagno, der ein italienischesÄutomo
bil fuhr, gewann den ersten Preis, ei
nen goldenen Becher, bei der heute
hier stattfindenden Wettfahrt, 480
Kilometer, in 4 Stunden 57 Minu
ten und 30 Sekunden. Vierzehn Ve
hikels beteiligten »ich an dem Kampfe.
Ein Volizik
rr'diolfm.
Ertappt zwei Einbrecher und verhaf
tet dieselben.
Ist im Transport derselben
nicht oorft yenui.
Einer der Nänber erschießt sich anf
der Flucht in einem Sumpfe.
y n n st, N. I., 3. Sept.—
Der Polizist George Cassidy wurde
gestern früh erschossen, als er der
suchte zwei Einbrecher festzunehmen,
die er dabei adfafjte, als sie einen La
den berauben wollten. Tie Räuber
wurden von einer Menschenmenge
verfolgt und, um sich nicht gefangen
zu geben, sprang einer derselben in
einen Sumpf und erschoß sich, wäh
rend der Andere entkam.
Cassidy hatte die Männer verhaftet
und war mit ihnen auf dem Wege
zur Polizeistation, als einer von ih
nen einen Revolver aus der Tasche
zog und ihn gegen den Rock des Po
Iizisten drückend, berührte er den
Drücker und Cassidy fiel tot zu Bo
den, während die beiden Männer
fortliefen. Der Schuß weckte di'
Nachbarschaft auf und bald folgte eine
Menge Leute den Räubern, die sich
trennten und nach dem Flusse eilten,
um leichter entkommen zu können.
Als sich die Menge zu sehr näherte,
wendeten sich die Verfolgten um und
feuerten ihre Revolver ab, ohne je
doch jemanden zu treffen. Der eine
Räuber sprang dann in den Sumps
und suchte einen Platz, von dem aus
er den Flui durchschwimmen könnte,
aber der Morast und daS Geschlinge
zogen ihn hinab und er wurde so er^
schöpft vor Anstrengung, daß er sah,
daß er seiner Gefangennahme nicht
entgehen konnte. Er zog daher seinen
Revolver und verwendete die letzte
darin befindliche Patrone für sich
selbst. Er war tot, als ihn seine Ver
folger erreichten.
i i
Die Schwarzen
Hundert.
Sie beginnen schon wieder einen
Kreuzzug gegen die Jude».
Verschonen jettiti die Vcsucher
des Zriedtiofs nicht.
Die Polizei soll der Schandtat müßig
zugeschaut haben.
O e s s a 3 S e i e
„Schwarzen Hundert" begannen ge
stern Nachmittag hier einen Straßen
skandal, indem sie behaupteten, da
die Juden für die Explosion der
Bombe in dem Hofraume der Zentral
Polizeistation am Samstagmorgen,
bei der ein Artillerieoffizier und vier
Polizisten getötet wurden, verant
wortlich seien, obgleich damals erklärt
wurde, daß die Bombe von dem Ol
ftzt-er zufällig fallen gelassen worden
sei.
Die Aufrührer liefen durch die von
dm Juden bewohnten Straßen und
schössen ohne Zielen rechts und
links. Mehrere Juden wurden ge
tötet oder verwundet.
Der Pöbel beging noch andere Bru
tale Erzesse und viele Opfer wurdei
mit biegsamen Gummistöcken miß
handelt.
Der jüdische Friedhof, wo Taufen
de von Juden an den Gräbern ihrer
Toten beteten, war die Szene einer
fürchterlichen Schlächterei seitens der
Mitglieder der „Schwarzen Hundert,
die viele der Trauernden mit ihren
Revolvern niederschossen. Eine Pa=
nik brach auf dem Friedhof aus und
viele Personen wurden bei der wildem
Flucht, der Rache des organisierten
Pöbels zu entkommen, verletzt.
Unter den Getöteten befinden sich
ein jüdischer Schauspieler und ein 15
Jahre altes Mädchen, während sich
unter den Verwundeten zwei kleine
Mädchen, jedes etwa 4 Jahre alt,
und ein Mann von 70 Jahren be
fanden.
Eine Mehrheit von Verwundeter,
weigerte sich, von Ambulanzen nach
dem Hospital gebracht zu werden, da
befürchtet wurde, daß die Schwarzen
Hundert in dasselbe eindringen und
die Verletzten weiter mißhandeln
würden. Während dieses Angriffs,
der mehrere Stunden dauerte, war
die Polizei ein müßiger Zuschauer
und nahm keine Verhaftungen vor.
Die Union des russischen Volkes
nahm am Abend eine Resolution an,
mit Hilfe der Kosaken die Mitglieder
der jüdischen Selbstverteidigung zu
vernichten.
Pulverexplosion.
e v e a n O i o 3. Sept.—
Eine Erplosion in der Pnlvermiihl.'
der Austin Powder Company beutn
sachte heute den Tod eines Arbeiters
und die tödliche Verletzung eines an
dere«.
Ein Automobil»
lifftü.
Der Cljausjeu!, tijr So!)»,
v rtor die Kontrolle.
Das Automobil schlägt um und Fra«
Clifford erleidet eine« Schädel»
Bruch.
a n o k s, N. D., 3. Sept.
Frau George B. Clifford von
Grand Forks, eine in der (Gesellschaft
hervorragende Dame und Gattin ei
nes Bantiers wurde gestern Nachmit
tag in einein Automobilunsalle west
lich von Ashby, Minn., und fünfzehn
Meilen östlich von Fergus Falls, töd
lich verletzt. Sie starb in weniger als
einer Stunde nach dem Unfälle. Ihr
Schädel war gespalten als das schwe
re Auto, das einen Hügel hinab rück
wärts fuhr, sich überschlug.
Herr und Frau Clifford und ihre
Söhne Ralph und Bernard waren
auf dem Wege nach St. Paul und
Minneapolis, um die Staatsfair und
Herrn Cliffords Bruder Joseph und
Ffrau, die in Minneapolis wohnen,
zu besuchen. Ralph Clifford führte
das Automobil. Als die Gesellschaft
eine kurze Strecke den Hügel westlich
hinaufgefahren war, wurde beschlos
sen, langsamer zu fahren, aber als
dies geschah, fuhr daS Automobil
rückwärts. Die Bremsen wurden an
gezogen, versagten aber und die Rück
wärtsschnelligkeit vermehrte sich
Nahe dem Fuße des Hügels kippte
das Automobil auf eine Seite. Frau
Clifford wurde herausgeschleudert
und ihre Schädeldecke gesprengt, so
daß sie nur noch kurzer Zeit lebte.
Die anderen Insassen entka
men der Verletzung durch Absprin
gen.
Dem Clifford'fche Automobil folg
te dasjenige von R. H. McCoy von
Grand Forks mit Lawrence McCoy
als Chauffeur. In demselben s. ,•
ßen außer ihm. Frau R. H. McC«
Frau William Budge und Frl. Ge
1
Brrdge und Houghton Whitehead tn
Grand Forks und Frau A. A. 8a:
den von St. Paul. Als der Unfcii
geschah, fuhr McCoy in größter
Schnelligkeit nach Ashby und holte ei
nen Arzt, aber derselbe konnte nichts
mehr tun, da Frau Clifford bereits
tot war. Die Leiche wurde nach Ash
by und von dort mit der Bahn nach
Grand Forks gebracht, wo sie heute
Vormittag eintraf. Die Gesellschaft
war am Sonntag Vormittag um 11
Uhr 30 nach den Zwillingsstädten
abgefahren.
I. Gr. Cooley, der Vater von Frau
Clifford, hatte eilte Vorahnung von
einem Unglück, als die Reisenden ab
fuhren und mahnte zur Vorsicht. Die
Nachricht von dem Tode von Frau
Clifford erregte in Grand Forks, wo
sie viele Freunde hatte, große Trauer.
Sie war eine Bewohnerin von Grand
Forks seit dem Jahre 1870, in wel
chem Jahre sie mit ihrem Vater hier
her kam.
Nicht nfstiirfU
Der Kaiser kam stehend auf den Bo
de».
V e I
i n, 3. Sept. Ueber den
bereits gemeldeten leichten Unfall,
welcher dem Kaiser zustieß, als er
aus dem Paradefelde bei Hannover
die Front der Kriegervereine abritt
und sein Pferd auf dem nassen Lehm
dodeu mit den Hinterfüßen ausrutsch
te, werden einige interessante Ein
zelheiten bekannt. Dem Kaiser ent
fiel fein Marschallstab, als das Pferd
stürzte. Doch kam der gewandte Ret
ter selbst stehend auf den Boden und
der einzige Schaden, der festgestellt
werden konnte, war, daß ein Stiefel
des Kaisers eine Blessur davongetra
gen hatte.
N?uer Kandidat
Schwerlich richtig, da derselbe ein
Nationalpole ist.
e i n 3. Sept. Mit der
Wiederbesetzung des erzbischöflichen
Stuhles von Posen und Gnefen, der
feit dem Ableben deS Dr. v. Stab
lewski verwaist ist, wird jetjt eine
neue Persönlichkeit in Verbindung
gebracht. Gerüchtweise verlautet, datz
DivisionSPfarrer von KrzesinSci von
der 7. Division in Magdeburg für
die Würde erkoren sei. Doch fehlt
einstweilen jede Bestätigung der
Nachricht^.
Ertrunken.
Clyde A. Peer von hier, 20 Jahr«
alt und die Fräulein Hannah und
Guinn Powell, Schwestern, 20 reft).
22 Jahre alt von Haileyville, ertran
ken gestern ^lbend im Dow Lake beim
Bootfahren Eins der Mädchen kippt«
das Boot m, als sie versuchte, ihre
Stellung zu wechseln.

i a o 3. Sept. Guy
e s i a I a i e n 3 S e
Frau George B. Clifford von Grand
Forks, N. T., getötet.
A e st e I. T., 3. Sept.—

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