OCR Interpretation


Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, September 26, 1907, Image 1

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn89074935/1907-09-26/ed-1/seq-1/

What is OCR?


Thumbnail for

L. Jahrgang
tBoAeitldum*
Anland.
In Verbindung mit dem bei der
Ausstattung res neuen Staatscapi
tols in Harrisburg verübten Betrüge
reien wurden daselbst die folgenden
14 Personen verhaftet: I. ^ufton,
Architekt, und sein thätiger Assistent
Stanford B. Lewis John H. San
derson, Haupt-Contraktor für das
Liefern von Ausstattunasgegenstän
den Congreß Abgeordneter
Burd Cassell aus Marietta, Pa.
James H. Schumacher aus Johnston.
Pa., George F. Payne und sein Com
pagnon Charles G. Wetter aus Phi
ladephia, Erbauel des Capitols Wm.
P. Snyder aus Spring City, Pa.,
Wm. L. Mathues aus Media, Pa.,
früherer Staats Schatzmeister, der die
Rechnungen bezahlte Charles F.
Kinsman. Wallis. Baileau, John G.
Neiderer und George K. Storm, alle
aus Philadelphia, und Frank Irvine,
Angestellter in der Office des Gene
ralauditeurs.
Vier Meilen nördlich von Canaan
Station, 23t., ccsTibtrtc der in südli
cher Richtung fahrende Quebec
Schnellzug mit einem in nördlicher
Richtung fahrenden Frachtzuge der
Concord-Division der Boston &
Maine Eisenbahn. Fünf und zwan
zig Personen sind getödtet und über
dreißig, meistens schwer, verletzt wor
den. Dem Conducteur des Frachtzu
ges wurde von dem Nachttelegraphi
sten in Canaan zu verstehen gegeben,
daß es ihm noch möglich sein werde,
ein Seitengeleise zu erreichen, und in
einem ihm übergebenen Telegramm
von dem Zugsignalwächter in Con
cord waren die Züge 30 und 40 Oer
wechselt. Fast alle, welche getödtet
oder verwundet wurden, kehrten von
einer Fair in Sherbrooke, Que., 16C
Meilen nördlich von White River
Junction. Bt., zurück.
In Pittsburg beging der Süd
seite-Turnoerein. einer der ältesten
und stärksten Vereine im großen
Pittsburger Turnbezirk. die Feier sei
nes silbernen Jubiläums mit einem
solenen Festessen, bei dem Congreß
Mitglied Dr. A. I. Barchfeld. Richte:
Josiah Cohen, Herr H. C. Bloedel,
Mitglied der Executive des Deutsch
Amerikanischen National Bundes,
Herr Wilhelm Kaiser, erster Sprecher
des fes. gebenden Vereins, die Fest red
nr waren. Am zweiten Abend fand
das Fest mit Concert, Schauturnen
und Ball seinen Abschluß. Die Eh
rengäste waren Herr Wilhelm Kaiser,
seit 23 Jahren erster Sprecher dec
Vereins, Georg Weiß, Jacob Dietz,
William Leich, Joseph Simmen, P.
Lauscheid, William Schmidt und M.
Barchfeld.
In dem Delaware-Fluß. nicht weit
von Billingsport. N. I.. fanden die
neunzehn Jahre alte Ada Smith von
Philadelphia und der um vier ^ahre
ältere George Denver aus Westville,
N. I., ihren Tod, und Frau ytav
Springer aus Billingsport mit ihren
beiden kleinen Kindern wurden nut
mit großer Mühe gerettet. Das kleine
Boot, in dem die erwähnten fünf Per
fönen eine Spazierfahrt unternahmen,
gerieth in der Mitte des Flusses ir
eine sehr starke Strömung und würd:
umgeworfen. Fischer, die in der Näht
waren, ei n sofort hinzu aber es g?
lang 'hnen nur, die F:au mit ihrer
Kindern zu retten die beiden anderer
Insassen des Bootes waren bereit
verwunden und wurden erst später
als Leichen gefunden.
In S L'uis, Mo., wurde bei
dem Bafeballspiel zwischen den De
troit „Tigers" und den St. Louis
„Browns" der' „Untpi-y William
Evans, einer der jüngsten 'er Ameri
can League, von einer Sodafiaiche so
schwer am Kopfe getroffen, daß er
bewußtlos zu Boden fans, und es
schien, als ob er einen Schädelbruu,
davongetragen hatte. Erst im Hospi
tal, wohin er sofort gebracht wurde,
stellten die Aerzte fest, daß er nur
tiefe Schnittwunden, aber keinen
Schädelbruch erlitten hatte. Dil
Flasche wurde von eirem junger
Manne, Namens Hugo Dusenberg,
geworfen, der damit seinem Unwillen
ii&CT eine von Evans aetroffenv Ent
998(1$^ ^iC
6erüt:,mtcn
scheidung Ausdruck verleihen wollte.
Unlängst träumte der Lokomotiv
führer James Burd, daß sein Zuc
zwischen den Stationen Dauphin uni
Halifax, Pa., infolge eines Erdrut
sches verunglückt sei. Er erzählte die
sen Traum seinen Collegkn und tour
de von diesen ausgelacht. Als er je
doch einige Tage später mit seinen:
Zuge die Station Dauphin erreicht
hatte, fuhr er sehr langsam und
machte wirklich, ehe er Halifax er
reicht hatte, die Entdeckung, daß die
Geleise mit einer tiefen Schicht von
Erde und Geröll bedeckt waren. Da
der Zug langsam fuhr, konnte et
leicht zum Stehen gebracht werden,
und niemand wurde verletzt.
In einem Schreiben, das dem Di
rektorenrath der Jamestown Ausstel
lung zugestellt wurde, reichte Jamec
M. Barr seine Resignation als Gene
raldirektor der Ausstellung ein. Al
Grund gibt er an, daß es ihm un
möglich sei, mit Herrn Tucker, dem
Präsidenten der Ausstellungsbehörde,
iertin zu werden und daß er die Ach
rung vor sich selbst verlieren würde,
wenn er die Stellung noch länger bei
behalten würde. Die Resignation
Barr's überraschte die Direktoren
nicht, denen es bekannt war, daß
zwischen Tucker und Barr nicht das
b-ste Einoernehmen herrsche, die aber
nicht im entferntesten daran dachten,
dal? Barr deshalb von seinem Posten
zurücktreten würde.
Landstreicher aus allen Theilen des
Landes versammelten sich in New
Uork in dem Manhattan Lyceum und
organisirten einen Lokalzweig der
„Welfare Brotherhood", einer OrUt
nidation, die auch unter dem Namen
..Freimaurerschaft der Landstreicher
zunft" bekannt ist. Die Hauptorgani
satoren sind James Eades aus St.
Louis, ein Großsohn des Generals
James Eades, der die berühmte Brücke
iiler den Mississippi gebaut hat, und
Ben. Reitmann von Chicago. Beide
sind sehr weitherzige Philanthropen
und haben die edle Absicht, aus den
Landstreichern ordentliche Menschen
zu machen.
Kurz vor Tagesanbruch überrasch
ten zwei masfirte Räuber mit vorge
haltenen Revolvern den Lokomotiv
führet des unter dem Namen „Orien
tal limited" bekannten Schnellzuges
der Great Northern Eisenbahn an
einer einsamen Stelle, sieben Meilen
westlich von Rerford, Mont. Der
Lokomotivführer mußte den Zug an
halten, und die Räuber durchsuchten
den Post- und einen Erpreßwagen,
wo sie nur registrirte Briese und klei
ne Packete fahren. Die beiden Geld
schränke. die sie mit Dynamit spreng
ten, waren leer. Die Great Northern
Eisenbahngesellschaft hat auf die Er
greifung der Räuber eine Belohnung
von $10,000 ausgesetzt.
John F. Trommer, der Chef der
Brauereifirma John F. Trommer &
Co. in New Jork, wurde in feinem
Zimmer seiner Wohnung als Leiche
gefunden. In der Brust der Leiche
entdeckte man einige sehr schwere
Schnittwunden, und da außerdem
das Gas iv uem Zimmer, in welchem
die Leiche gefunden wurde, angedreht
war, so nimmt man mit Bestimmt
heit an, daß der Verstorbene Selbst
mord begangen hat. Die Mitglieder
der Familie und die Freunde de
Verstorbenen behaupten, daß sie sich
"icht denken können, weshaw der
iNann Selbstmord begangen haben
könnt:.
Auf Ellis Island befindet sich ein
Wölf Jahre alter Knabe, Namens
Chain Schlome Kleinman aus War
schau, Polen, der seinem Vater
durchgebrannt ist und als blinder
Passagier auf dem Dampfer „Bar
barossa" die Fahrt von Bremen nach
den Vereinigten Staaten gemacht hat.
Er hatte nur einen Dollar in seinem
Besitz und erklärte den Einwande
rungsbehörden, daß er seine Mutter
suchen wolle, die angeblich erst vor
kurzer Zeit mit seinen Brüdern und
zwei Schwestern nach Amerika ge
kommen ist. Wenn sich seine Mutter
nicht meldet, wird er deportirt wer
den.
Sie verkaufe» sich schnell
Mein Geschäftsplatz ist nördlich vom Bahngeleise.
zu Os Alton, zwei Meilen von Al
ton, III., explodirten 10,000 Pfund
Pulver, und von den beiden Man
nern, die zur Zeit des Unfalls in den
Fabriken beschäftigt waren, wurde
einer in Stücke gerissen, und der an
dere erlitt eine so furchtbare Nerven
erschütterung. daß er fem Gedächt
niß verloren hat. Infolge der durch
die Explosion verursachten Erschütte
rung erbebten viele Häuser in ihren
Grundmauern, und viele Fenster
wurden zertrümmert.
Jetzt, nachdem William Evans
dreizehn Jahre im Zuchthaufe zu
San Otuentin, Cal., zugebracht hat,
hat es sich herausgestellt, daß er an
dem ihm zur Last gelegten Verbre
chen des Raubes, wofür er zu lebens
länglicher Zuchthausstrafe verur
theilt wurde, unschuldig ist. Man
erwartet, daß nach Prüfung der auf
den Fall Bezug nehmenden Akten
stücke die Freilassung des Mannes
sofort angeordnet werden wird.
Durch die Explosion von Dynamit,
das in einem Haufen Getreide ver
borgen war, wurden auf einer Farm
in der Nähe von Chippewa Falls,
Wis., fünf Arbeiter, die an einer
Dreschmaschine angestellt waren, ver
letzt, und die Maschine wurde so
schwer beschädigt, daß sie nicht mehr
benutzt werden konnte. Niemand
hatte eine Ahnung davon, wer das
Dynamit in dem Getreide versteckt
hatte.
Timothy Kellcher, ein Mitglied
der Truppe der Staats-Constabler,
wurde in Reading, Pa., von zwei
Italienern, die er wegen unanstän
digen Benehmens einer Dame ^egen
über verhaften wollte, erstochen. Die
Mörder sind entkommen. Der Er
mordete war 30 Jahre alt, machte
in der britischen Armee den Buren
krieg und in der Armee der Vereinig
ten Staaten den Krieg auf den Phi
lippinen mit.
George A. Pettibone, der der Er
mordung des ftithuen (Moni"
S eunenberg angeklagte Arbeiterfüh
rer. der demnach pcozessir. ...
soll, sonnte in Boise, Idaho, nicht im
Gericht erscheinen, um die Verhand
lungen seines Prozesses auf einen be
stimmten Tag festsetzen zu lassen. Ei
ist schwer erkrankt, und die Arzte sa
gen, daß sein Leben nur durch eine
schmerzhafte Operation erhalten wer
den könne. Er leidet an einem Bla
''engeschwür, das ihm viele Schmerzen
verursacht.
Größte Aufregung hat in allen
Kreisen die Kunde von einem Raub
inord bervoraeiufen, welcher .us
Schloß Güttingen im schweizerischen
Kanton Thuigau begangen worden ist.
Leim Besitzer des Schlosses, Albert
Rae.^er, hatten sich der ZahnarztMeier
und seine Geliebte, Namens Zapf,
Rugby,Nord-Dakota, Donnerstag den 26» September, 1907*
It­
ter dem Vorwand Zugang oerschafft,
daß sie die Absicht hätten, das Eigen
thum durch Kauf an sich zu bringen.
Der Schloßherr zeigte den Beiden be
reitwillig die Räume. An gelegener
Stelle fielen Meier und die Zapf über
den Ahnungslosen her und tödteten
ihn. Nach vollbrachter That beraubten
sie ihr Opfer und nahmen an Geld
und Geldeswerth mit sich, wessen sie
habhaft werden konnten. Dank der
sieberhaften Thätigkeit der Polizei ge
lang es, das verbrecherische Paar in
Neuenburg aufzuspüren, wo es ding
fest gemacht wurde.
In Tokio wurde es bekannt gege
ben, daß am 9. September in der
Nähe von Kur« auf dem japanischen
Schlachtschiff „Kashima" ein zwölf
zölliges Geschoß explodirte und fünf
Offiziere und zweiundzwanzig Mann
getödtet, zwei Offiziere sechs Mann
schwer und weitere zwei Offiziere und
sechs Mann leicht verletzt wurden.
Das Schiss selbst ist, wie von den
Flottenbehörden behauptet wird, nicht
weiter beschädigt worden. Es wird
von Capitän Koizumi befehligt, der
mit dem Schiff sofort nach Kure zu
rückkehrte und dafür sorgte, daß die
Verwundeten in Hospitälern unterge
bracht wurden und die nöthige ärzt
liche Pflege erhielten. Ueber die Ur
sache der Explosion, die nach beendeter
Sckiekübuna stattfand, ist noch nichts
bekannt. Eine Untersuchung ist einge
leitet.
In der Koblenzer Spionage-Affai
te, über deren Einzelheiten wiederHoll
berichtet wurde, ist anscheinend der
Höhepunkt der Enthüllungen eingetre
ten. Wie von bestunterrichteter Seite
verlautet, Hat der unlängst verhaftete
Verleger des „Solinger Kreis-Jntel
ligenzblattes", Schiawara, im Unter
suchungs-Gewahrsam ein volles Ge
sändniß abgelegt. In unmittelbarem
Zusammenhang mit Schiawara's
Aussagen vor dem Untersuchungsrich
ter dürfte es stehen, daß ein Sergeant
und ein Trompeter vom 8. Feldartil
lerie-Regiment in Saarlouis sowie
ein Civilist verhaftet worden sind.
Die Zahl der in Verbindung mit der
sensationellen Affaire Verhafteten be
trägt nun ungefähr zwanzig.
Eine schreckliche Brandkatastrophe
hat sich zu Petersdorf im Riesenge
btrge ereignet. Im dortigen Hotel
,.Silesia" brach zur Nachtzeit Feuer
aus. in demjenigen Theil, welchen die
Familie des Besitzers Jeuchner und
das Dienstpersonal bewohnten. Die
Flammen verbreiteten sich mit solch'
rasender Geschwindigkeit, daß als die
Löschmannschaften eintrafen, an eine
Rettung des Gebäudes nicht mehr zu
denken war. Leider war es unmöglich,
alle Insassen des Hotels aus dem
Flammenmeer zu retten. Drei der
Kinder des Hoteleigent^ümers haben
den Verbrennungstod gefunden. Drei
Mägde haben tödtliche Verletzungen
daocngetiagcn.
Unter vielen eingeladenen Gästen,
welche den jüngsten deutschen Trup
pen Manövern bei Großhettingen
im Lothringer Kreise Dietlhofen
beiwohnten, befand sich auch ein nichi
geladener, der französische Brigade
General a. D. Cardct. Als er von ei
nem mitSachkenntniß gewählten Aus
sichspunkt aus den Uebungen zu
schaute, wur-.e er von einem flögen
darin ersannt. Dieser ermitt ?, das
der General leine Erlaubniß fcazubc
saß, sich im dortigen Gelände aufzu
halten, und erstattete Meldung. Dar
aus n).ir:e Gen. Carrot in unauffälli
ger Weise nach Dudenhofen gebracht
und dort rerrtomnteti. Mit dem niidb
iicn Bah'.zug wurde èr nach der
Grm'e befördert.
linier dem Verdacht, sich des Lan
desverraths schuldig gemacht zu ha
ben, sind in Koblenz und in verschie
denen Nachbarstädten vierzehn Perso
nen verhastet worden, von denen
zwölf angeblich dem hoch "ten Abel an
gehören Die Gefangenen werden
scharf bewacht und erhalten keine Ge
legenheit, mit irgend Jemand zu ver
kehren oder zu sprechen. Zwei von ih
nen werden als St^atszeugen austre
ten und wahrscheinlich entweder voll
ständig straffrei ausgehen oder doch
mindestens nicht unter der Anklage
des Hochverraths vrozessiri werden.
Die Behörden, die mit der Untersu
chung der Angelegenheit betraut sind,
stellen noch mehr Verhaftungen in
Aussicht.
Passagiere und Mannschaften des
in Victoria. B. C., aus Manila ein
getroffenen Dampfers „ShawmU" be
richten. daß das furchtbare Feuer in
der japanischen Stadt Hakodate viel
schlimmer war, als zuerst gemeldet
und angenommen wurde. Es brach
in einer in der Nähe der Higashagewa
Schule gelegenen Seisensabri.' ans
und griff mit fast rasender Schnellig
keit um sich. Hunderte von Wohnge
banden, die meistens au' Bambus
rohr errichtet waren, wurden zerstört,
mindestens dreihundert Personen büß
ten ihr Leben ein und mehr als drei
zehntausend Familien sind obdachlos
geworden.
Im Grunewald bei Berlin ist ein
Pistolen Duell ausgefochten worden,
und zwar zwischen einem Bankbeam
ten und einem Studenten. Letzterer
wurde auf das Schwerste verwundet
und liegt in bedenklichem Zustande
darnieder. Die Ursache des Zweikam
vfes bildete ein weibliches Wesen.
Ein ergreifendes Trauerspiel hat
sich auf dem Bahnhof Oranienburg in
Deutschland abgespielt. Aus Ver
zweiflung darüber, daß ihm und sei
ner Gattin das Reisegeld nach Arne
rika fehlte, erschoß sich dort ein jun­
Lâosse Buggies, Lumber-Wagen, Grain-Tanks und die besten Pflüge für diese Gegend—die Defiance Gangs und Sulkies. Ich verkaufe diese Waaren zu Bedingungen wie si« Ihnen passen.
Auch alle Sorten Geschirre, Pferdedecken, Schweißpolster und Kummets.
MkäË
DWU
mwm
JM
ttzctncr.
ger Buchhalter, Namens Siegfried
Rossow. Das Paar hatte gerade Mit
tel genug, um im Zwischendeck reifen
zu können, und als die Armen erfuh
ren, daß in diesem alle Plätze besetzt
seien, beschlossen sie, gemeinsam zu
sterben. Der junge Ehemann jagte
sich eine Kugel in die Brust, aber als
er seiner Frau sterbend den Revolver
reichte, verlor sie den Muth und rief
um Hilfe.
Nach einer in Bern. Schweiz, zu
sammen gestellten und bekannt gegebe
nen Unfallsstatistik sind im letzten
Jahre neunzig Unglücksfälle in den
Alpen vorgekommen, und bei diesen
Unglücksfällen sind achtzig Personen
getödtet und zweiundzwanzig verletzt
worden. Dreißig von den achtzig Ge
tödteten waren Führer, einunddreißig
waren Reisende, die zur Erholung
Bergtouren unternahmen, und die
übrigen waren Schweizer, die beim
Sammeln von Edelweiß und anderen
Blumen auf den Bergen ihr Leben
auf's Spiel setzten.
Aus Trie st kommt eine beunruhi
gende Kunde. Die dortigen Soziaide
moftaten ergehen sich seit Kurzem in
Demonstrationen gegen die herrschen
den hohen Brodpreise. Der Triester
Pöbel hat die Gelegenheit benutzt, um
die ärgsten Ausschreitungen zu ver
üben. Banden durchziehen die Stadt
und plündern die Kaffeehäuser. Die
Gäste, die den schlimmsten Insulten
ausgesetzt sind, wehren sich mit Revol
vern gegen die Angreifer. Die Polizei
hat sich bis jetzt vollkommen machtlos
erwiesen, dem aufrührerischen Treiben
zu steuern.
Aus Siersleben in der Provinz
Sachsen wird ein muthwilliger Streich
von Bergleuten gemeldet, welcher einer
Schaar Kinder verhängnisvoll gewor
den ist. Von einem der Arbeiter wurde
eine Flasche mit Carbid unter die spie
lenden Kleinen geworfen. Durch die
Explosion wurden nicht weniger als
zehn Kinder auf das schwerste verletzt.
Unter der Ortsbevölkerung giebt sich
über den Vorgang die größte Entrü
stung kund.
Angeblich durch, die Nachlässigkeit
eines Angestellten wurde in der Fer
rer Fabrik in Asorrader, in dem An
guangueo D'strikt im mexikanischen
Staat Michoacan eine Explosion ver
uifücht, bei der elf Personen getödtet
und zwölf verletzt wurden. Die lix
p'csion sand statt als die Arbeiter sich
r.nich'ckten. zum Mittagessen zu geben.
In der Nähe des Kessels, welcher ex
plodirte, pflegten die Arbeiter ifire
Arbeitskleider niederzulegen, wenn sie
die Fabrik verliefen.
Vor dem Schöfseng-richt in Köln
wurde unter riesigem Andränge des
Publikums der Prozeß des ehemali
gen Kante: un Bezirkshauptmanns
Schmidt gegen 'ei Reichstagsabgeord
n.tut Roeren begonnen. Letzterer hatte
im Parlament dem Beamten die eh
renrührigsten Dinge aus der Zeit sei
ner Thäiigkeit im Schutzgebiet nachge
sagt. worauf Schmidt eine Beleidi
gungsklage anstrengte.
Dwight Fnrneß, der Consul der
Vereinigten Staaten in Guanajuato.
Mexico, meldet in einer Depesche, daß
der Amerikaner George Rose von mexi
ranischen Banditen ermordet und seine
Gattin schwer vorletzt worden ist. Der
Ermordete ist ein Sohn von W. A. D.
Ncse in Benton .harbor. Mich., und
war 34 Jahre alt. Er stand als
Bergwerks Ingenieur in Diensten
der Mexican Mining & Transporta
tion Co.
Bei einer Explosion in der in der
Nähe von Forbach, Elsaß Lothrin
gen, gelegenen Merlenbach Zeche wur
den vier Arbeiter getödtet und drei so
schwer verletzt, daß sie wahrscheinlich
sterben werden. Man glaubte an
fangs, daß bei der Katastrophe viele
Arbeiter ihr Leben eingebüßt hätten.
•lentis« «rftftatiut** l»
Ttei»»rSch«.
Daß auch in ©teinbruchbetrieben
die Einrichtung elektrischer Kraftan
lagen lohnend ist, zeigt das Beispiel
deS in Mazy in Belgien gelegenen
Marmorbruches der Herren Dejaiffe
Frères. Dieser unterirdisch betrie
bene Bau liefert schwarzen Marmor
Warum?
âMWM
1
«XJlrtf Ct)t!1 vICI%
No. A
5 und wird jetzt von einer etwa 3 Ki
I
lyineter entfernt liegenden Kraftsta
tton aus mit elektrischer Energie ver
sorgt. Hier ist ein 200 Kilowatt-
I
Drehstromgenerator, sowie eine mit
Riemen von ersterem aus getriebene
23 Kilowatt Gleichstromdynamo
ausgestellt. Letztere dient zur Em*
I gung der Drehstrommaschine, zur La
dung einer Akkumulatorenbatterie
I
und zur Beleuchtung. Der Dreh»
stromgenerator liefert Strom von 550
Volt Spannung, der theils zum Be
trieb einiger Motoren in der dicht
neben der .Kraftstation liegenden Sä
gerei und Schleiferei dient, theils mit
tels eines Transformators auf 3000
Volt herauftransformiri und mittels
einer Freileitung zum Steinbruch ge
leitet wird. Hier wird feine Span
nung wieder auf 550 Volt herabge
setzt. Der hierzu nöthige Transfor
mator ist, wie es die hohe Primär
spannung erforderlich macht, in ei
nem für die Arbeiter verbotenen be
sonderen Raum aufgestellt und mit
einer Erdungsvorrichtung versehen,
welche in Funktion tritt, wenn die
Hochspannung in den Niederspan
nungsstromkreis eintritt. Der so auf
550 Volt herabtransformirte Dreh
strom speist einerseits einen 40pferdi
gen Motor und andererseits einen
zweiten Transformator, der die
Spannung eines Theils der geliefer
ten Energie weiter auf 220 Volt her
absetzt. Beide sind in demselben
Raum wie der Haupttransformator
aufgestellt. Der Motor treibt ben
Förderhaspel, sowie durch eine mecha
nische Fernübertragung die aus der
Sohle des Bruches aufgestellten Pum
pen. Der Niederspanmingstransfor
mator dient zum Lichtbetrieb und
speist eine Reihe von Bogenlampen
und eine größere Anzahl Glühlampen.
Letztere sind im Schacht und unter
Tage angeordnet. Auch für das Ar
beiten vor Ort hat man versucht,
I Glühlampcnbeleuchtung anzuwenden,
Es haben sich indeß namentlich da
durch, daß diese Lampen hier sehr oft
von einer Stelle utr anderen gebracht
werden und überhaupt sehr beweglich
sein müssen, gewisse Schwierigkeiten
ergeben, die man im Laufe der Zeit
ebenfalls zu überwinden hofft.
Natürlich sind alle Theile der An
lage durch Abschmelzsicherungen ge
sichert auch ist, wie bereits oben er
wähnt, dafür gesorgt, daß ein Ueber
tritt der hohen Üebertragungsspan
I nung in die Arbeitsstromkreise sofort
unschädlich gemacht wird. Da ferner
I die empfindlichsten Theile, trie z. B.
die Transformatoren und der große
Motor, den gewöhnlichen Arbeitern
nicht zugänglich find, so ist die ganze
Anlage ein Beispiel dafür, daß sich
auch für den Steinbruchbetrieb mit
I feinem oft nicht gerade erstklassigen
i Arbeitsmaterial die elektrische Kraft«
I iitirtragung und Beleuchtung durch
aus betriebssicher herstellen läßt und
I z" Bedenken irgend welcher Art kei»
nen Anlaß gibt.
u n e i e v e
haftet. William Day von Hart
ford, Conn., welcher im Alter von 101
Jahren stehen soll und aus Lenox,
Mass., gebürtig ist, wurde unter der
Beschuldigung verhaftet, daß er bei
dem Verkauf einer Flasche Wbisky
nicht genug Geld herausgegeben habe,
I
und bei einer Nachforschung in seinem
I Haufe stellte sich heraus, daß er eine
vollständige Einrichtung zum heim
lichen Verkauf von Spirituosen besaß.
I W u n e a e e u n
Der in Harrisburg, Pa., um 7 Uhr
Morgens fällige Manhattan Limited
der Pennsylvania-Bahn war neulich
einem der wunderbarsten Zufälle in
I der Geschichte der Pennsylvania-
Schnellzüge unterworfen: Als der Zug
I mit einer Geschwindigkeit von fast
I einer Meile per Minute dahinraste,
i traf er gegen einen Frachtwaggon, des
sen eines Ende an einer Weiche bei
Huntingdon etwas zu weit vorragte.
I Durch den Anprall wurden dos
i Schutzdach der Lokomotive und die eine
(Seite
von sieben Pullman-Waggons
glatt weggerissen, ohne daß der Lo!o
motivsührer oder irgend einer der Pas
I fagiere verletzt worden wäre.
Weil sie sich bei allen Farmern einen ausgezeichneten Ruf
erworben haben wegen ihrer Haltbarkeit, Zuverlässigkeit Jr
und allgemeinen Dauerhaftigkeit und der Art und Weise ihrer Bauart und Nützlich,
fett. Farmer wissen stets zu schätzen was gut und brauchbar für sie ist.
W
i WM jr

In den Equitable Pulverfabriken

xml | txt