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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, July 15, 1909, Image 1

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Wochen
Ma«.
Inland
Bruno von Bültzingslöiven, ew be
(annter, seit 22 Jahren in ben Ver
'inigten Staaten wohnender deutscher
Ingenieur, welcher neben einigen
zwanzig anderen Patenten auch eine
Don
der Welsbach Co. angekaufte au
tomatische Maschine zur Fabrikation
von Glühstrümpfen erfand, ist nun
Buer
mit einer Erfindung
In Hartford, Ct., spielten unlängst
Joseph Cormier, ein junger Mann
von etwa zwanzig Jahren, mehrere
Stunden Vaseball, begab sich dann
nach einer in der Nähe des Spiel
platzes gelegenen Avotbeke und aß
dort nicht nur mehrere Portionen Ice
Cream, sondern trank auch verschie
den: „S.ost Drinks" direkt vom Eis.
Als er die Apotheke verlassen wollte,
um nach Hause zu gehen, wurde er
schwindelig und bemerkte, daß er
weder sehen noch hören konnte. So
gar die Sprache versagte, als er um
Hilfe rufen wollte. Er war plötzlich
taubstumm und blind geworden.
Aerzte, die sich seiner annahmen, stell
ten eine durch Ice Cream und die kal
ten Getränke verursachte Lähmung
In San Francisco wies Richter
Lawlor von dem dortigen Kreisgericht
den von bin Vertheidiger des Präsi
denten der Union Railways. Patrick
Calhoun, gestellten unb eingehend ver
handelten Antrag auf Niederschlagung
aller gegen ihn erhobenen Anklagen
ab. Die Anwälte beantragten dann
eine ..Change of Venue", indem sie
behaupteten, daß der Angeklagte vor
Richter Lawlor einen unparteiischen
Prozeß erhalten könne. Calhoun
wurde bereits einmal unter der An
klage der Bestechung prozessirt: aber
nicht verurtheilt, weil die Geschwore
nen sich nickit einigen konnten. Der
Antrag aufBewilligung einer „Change
of Venue" wird etwa Mitte Juli zur
Verhandlung kommen.
In Tombstone. Ariz., ließ sich Bür
germeister Wentworth unlängst seine
lang wallenden weißen Locken schneiden
und ebenfalls seinen Riesenbart, der
ihm ein auffallendes Aussehen verlieh,
zustutzen. Das Ereigniß versetzte die
Bewohner der ganzen Stadt in Er
staunen denn überall war es bekannt,
daß der Bürgermeister im Jahre 1896
gelobt hatte, weder sein Haupthaar^
ir
auf
dem
Gebiete der Luftschiffahr! hervorgetre
ten. Herr von Bültzingslöwen und
A. H. Funke, Präsident der Autolyte
Mfg. Co., führten unlängst in dem
Aeschäftsloka'! der letzteren Firma im
Haufe No. 26 Warren Straße, New
Uork, ein Modell es „Aeromobil
Luifel. der neuesten Erfindung des
deutschen Ingenieurs, vor, welche eine
Vereinigung von Automobil, Aero
plan und Helicoptor darstellt und
theoretisch derartige Vorzüge anfzu
weisen scheint, daß man der Fertig
stellung der ersten Maschine gegen
Ende oes Sommers mit berechtigtem
Interesse entgegen sehen darf. D-r
Erfinder entstammt einer altangefe=
(jenen Familie in Nockwitz bei Grätz
in der Provinz Posen.
In Kresge's 5 und 10 Cent-Laden
an der Woodward Avenue in Detroit
fand vor einigen Tagen Eröffnung
statt, und Tausende von Kauslusti
gen hatten sich eingefunden, so daß
sämmtliche Stockwerke des Gebäudes
dicht besetzt waren. Im zweiten
Stockwerk, wo Schmucksachen und
Porzellan ausgestellt waren, dräng
ten sich mehrere hundert Frauen um
die Verkaufstische und waren begierig,
vie dort ausgestellten Gegenstände zu
sehen. Dabei entstand ein furchtba
res Gedränge, und mehrere Frauen,
die in diesem Gedränge ernstlich be
droht waren, schrien „Feuer", weil sie
dachten, daß alle den Ausgängen zu
eilen würden und sie selbst dann aus
dem Gedränge leicht herauskommen
könnten. Der Ruf „Feuer" war das
Signal zu einer Panik, die das
schlimmste befürchten ließ. Wenn
gleich die Polizei sofort zur Hilfe ge
rufen wurde, gelang es ihr doch nicht,
die Ordnung aufrecht zu erhalten und
u verhüten, daß mehrere Frauen und
Kinder lebensgefährlich verletzt wur
den.
S. Jahrgang Nugby, Nord-Dakota, Donnerstag den 15. Jutt, 1909»
noch seinen Bart sckeeren zu lassen, bis
Wm. I. Bryan zum Präsidenten ge
wählt und Silberfreiprägung zur Rate
von 16 zu 1 eingeführt sei. Er er-
klärte, daß er immer noch ein begei
sterter Demokrat und Anhänger
Bryans sei, aber nicht mehr glaube,
daß das Volk im Allgemeinen diesen
großen Staatsmann je richtig verstehen
und seine Fähigkeiten und Ehrlichkeit
durch seine Erwählung zum Präsiden
ten würdigen werde.
In Galveston, Tex., hielten die
Brauer des Staatss Texas unlängst
eine Versammlung ab, in der beschlos
sen wurde, einen Fonds von $100,000
aufzubringen und diesen für öffentliche
Wohlthätigkeitszwecke zu bewilligen,
wenn es ihnen nicht gelingen sollte,
zur Befriedigung ihrer Gegner zu be
weisen, daß in sogenannten Prohibi
turns- oder „trockenen" Staaten und
Distrikten mehr berauschende Getränke
verkauft werden, als in „Nassen"
Staaten und Distrikten. Die Eni
scheidung soll von zwei aus je fünf
Mitgliedern bestehenden Comites ge
troffen werden. "Ion diesen fünf
Mitgliedern wollen die Brauer nur
zwei ernennen und die Ernennung der
anderen drei den nationalen Beamten
der Prohibitionspartei überlassen.
In der Turnercolonie New Ulm,
Minn., ist nach längerem Leiden Gene
ral Joseph Bobleter aus dem Leben ge
schieden. Die gesammte Bürgerschaft
des Staates, und zuvörderst das deut
sche Bevölkerungselement, steht trau
ernd an der Bahre eines Mannes, der
seit mehr als vierzig Jahren auf poli
tifchem, militärischem und sozialem
Gebiete eine hervorragende Stellung
einnahm und dem Deutschthum des
Nordwestens zur hohen Ehre gereichte.
General Bobleter war Oesterreicher
von Geburt zu Dirnhirn im Vorarl
gebirge wurde er am 19. April 1846
geboren. Im Jahre 1852 wanderte
sein Vater nach Amerika aus, und
sechs Jahre später folgte ihm ber
Sohn.
In einem hitzigen Gefecht, das un
längst in der Nähe von Patian auf der
Insel Jolo stattfand, fiel Jikiri. der
gefürchtete Moro Banditen Häupt
ling, und die Hände seiner Anhänger
wurde beinahe vollständig ausgerieben.
Abtheilungen regulärer Vundestrup
Pen und eine Compagnie Constable?,
die unter dem Oberbefehl des Capt.
George L. Byram von der Bundeska
bsilserie standen, unterstützt von einer
Abtheilung von Marinesoldaten, grif
fen die Banditen, die die Umgegend seit
längerer Zeit unsicher gemacht hatten,
an. ^ie Bundestruppen verloren einen
Gemeinen drei Offiziere, zwanzig
Mann und ein Matrose wurden ver
wundet.
In New Aork ist von fächerst an dv
gen Aerzten über jeden Zweifel festge
stellt worden, daß John R. Early, der
vor einigen Tagen von Washington
dorthin gebrachte angebliche Aussätzige,
gar nicht am Aussatz, sondern an einer
unangenehmen, aber weder gefährli
chen, noch ansteckt den Hautkrankheit
leidet. Zum Beweise ihrer Behauptung
machten die Aerzte auf eine bedeutende
Wunde an der einen Hand Early's
aufmerksam, die er sich durch einen
Schnitt zuzog und die vollständig
normal hellt, was angeblich nicht der
Fall sein würde, wenn Early aus
sätzig wäre. Die Aerzte nennen die
Krankheit Early's Dermatitis Ve
nenata".
In der Nähe von Swallows, einer
kleinen Station zwei Meilen östlich
von Canon City. Colo., wurde vor
einigen Trgen ein mit Passagieren
dicht besetzter Zug durch einen Land
streiche? zum Halten gebracht. Als
der Condukteur sich nach der Ursache
erkundigte, zeigte ihm der Landstreicher
eine Stelle, an der die Geleise durch
furchtbare Regengüsse gelockert worden
waren. Der Zug wäre sicher entgleist,
und auch Menschenleben wären dem
Unfall zum Opfer gefallen. In der
ersten Aufregung vergaß man den
Fremden, der das Leben der Passagiere
gerettet hatte, und als man ihm dan
ken wollte, war er spurlos verschwur
den.
Capt. Anderson von dem Schoner
„Monterey", der bor einigen Tagen
A
aus Kuskowin. Alaska, im Hafen von
San Francisco eintraf, meldete, daß
der Missionsschoner ..I. F. Abler" mit
einer aus acht Personen bestehenden
Mannschaft und zwölf Passagieren un
tergegangen ist. Als die ..Monterey"
in Bethel, wohin der Schoner ..Abler"
bestimmt war. eintraf, wurde dem Ca
pitän gemeldet, daß Indianer das zu
letzt genannte Schiff bemerkt haben,
als es, bereits schwer beschädigt, bei ei
nem furchtbaren Sturm gegen die Wel
len kämpfte. Seitdem hat man nichts
mehr von ihm gesehen oder gehört.
In Burlington. Vt.. wurde Fräu
lein Beatrice Thompson, eine daselbst
allgemein bekannte Künstlerin, unter
der Anklage, auf den katholischen Geist
lichen Rev. Joseph Gillis mehrere
Schüsse abgefeuert zu haben, in Hast
genommen. Sie soll eine fast sanati
sche Gegnerin der katholischen Kirche
sein und vor etwa einem Jahre schwere
Beschuldigungen gegen Priester und
Nonnen der katholischen Kirche erho
ben haben, die, wie sich später heraus
stellte, erfunden waren.' Sie schoß auf
den Priester, als dieser an ihrer Woh
nung vorbeiging, um eins seiner Ge
meindemitalieder zu besuchen.
Dr. L. B. Michael und Julius Bi
schoss, zwei von der Bundesregierung
in den Schlachthäusern zu Ost St.
Louis, Ills., angestellte Fleischinspek
tore«, wurden unlängst plötzlich ent
lassen. Beide erklärten, daß ihre Ent
lassung wahrscheinlich deshalb erfolgt
sei. weil sie in der Untersuchung be
treffe der von dem früheren Fleischin
spektor Harms erhobenen Beschuldi
gungen Aussagen machten, die die Be
Häuptlingen Harms' bestätiaten. Die
mit der Untersuchung beauftragte
Commission hat tri ihrem Bericht die
von Harms erhobenen Beschuldigungen
für grundlos bezeichnet.
In Stockholm, Schweden, gelang
es ber Polizei Beweise dafür zu er
langen, daß unter den Anarchisten-,
eine Verschwörung bestand, deren
Zweck es war. den Zaren von Ruß
land während seines Besuchs in der
Hauptstadt Schwedens zu ermorden
Adolf Wang, der Schwede, der Gene
ralmajor Beßman, den Chef der Kü
stenartillerie ermordete und dann
Selbstmord beaing, gehörte zu etnei
Gruppe von Anarchisten, die bereit«
seit langer Zeit die Ermordung des
Zaren planten. Kurz vor der Ermor
dung Beckman's wurden in St. Pe*
t?rsburg acht russische Anarchisten im
Geheimen verhaftet und eingefp-rr!
gehalten. Von diesen acht hatte man
zwei in einem Versteck in dem kaiser
licfcen Palast in TSarskoje Sela ge
funden. Von Wang fing man einen
Brief auf, den dieser an einige seiner
Kameraden und Gesinnungsgenossen
geschrieben und darin gesagt" hatte,
daß er allein den Zaren nicht todten
und jetzt auf Keine Hilfe rechnen kön
ne, da feine Kameraden, die ihm da
bei sicher behilflich gewesen wären,
verhaftet feien. Er ziehe es deshalb
vor, den ersten besten hohen Beamten,
der im in die Quere komme, aus dem
Wege zu schaffen.
Der bereits im Tlsten Lebens
jahre stehende kühne Luftschiffer Gras
Zeppelin wird in feinem neuesten
Luftschiff den Nordpol zu erreichen
suchen, und der deutsche Kaiser ha'
sich bereit erklärt, das Protektorat
über dieses Wagniß Zeppelin's zu
übernehmen. Diese Nachricht wurde
unlängst in dem Berliner „Lokal An
zeige?" veröffentlicht und später amt
lich bestätigt, so daß an de? Wah?
heit de? Mittheilung nicht meh? zu
Zweifeln
ist. De? Kaiser hatte vor
einigen Tagen in Kiel eine lange Un
terredung mit Professor H. Hergefell
von der Universität Straßburg, der
auf dem Gebiet de? Ae?onautik eine
Auto?ität e?sten Rapges ist und an
de? erwähnten Universität Vorlesun
gen über Luftschiffahrt hält. Nack
dem von dem Gelehrten dem Monar
chen unterbreiteten Plan, sollen zu
nächst die Polarregionen von einem
Zeppelin'fchen Luftschiff aus erforsch!
und dann die Reise nach dem Nord
pol angetreten werden. Für den Zweck
soll ein neues Luftschiff nach den von
dem Grafen Zeppelin zu entwerfende,»
preiswürdige Waaren. Der alte Wagen und Buggy hat wohl aWedient-holt euch neue bei mir-die Aussichten auf eine gute ffirnte^
1
I
Diese Binder find heutzutage die besten auf dem Markte und machen die Ernte leicht. Habe auch das größte Lager anderer Farmgeräthe in Ruabt, und Umoeaenb unh ist
d°ß man bei mir billig und vortheilhaft kauft. Mein Lager in Wagen und Buggies ist das größte in diesem Theile des Staates.
X' "Tis
v\
Plänen gebaut und unter der Aufsicht
des Letzteren ausgerüstet werden.
Erdstöße, die vor einigen Tagen in
Messina, Italien, und in der ganzen
Nachbarschaft verspürt wurden, haben
unter den Bewohnern große Aufre
gung verursacht. Wände von Häusern,
die noch nicht vollständig fertig gestellt
waren, wurden zerstört, und unter
den Trümmern einer dieser Mauern
wurde eine Frau, die mit ihrem
Kmde in den Armen in der Nähr
war, schwer verletzt. Die Aufregung
unter den Bewohnern steigerte sich zur
Panik, als mit einer der von donner
ähnlichem Rollen begleiteten Erdstöße
eine furchtbare Explosion vernehmbar
wurde, die die Erde erzittern und die
neu erbauten Häuser in dieser Stadl
in ihren Grundmauern wanker
machte. Aus ferner gelegenen Gegen
den trafen in Messina Nachrichten
ein, aus denen hervor zu gehen
scheint, daß an einzelnen Stellen au»
Sicilien und im Süden Italiens der
durch das Erdbeben angerichtete Scha^
den nicht unbedeutend ist.
In Berlin ist Rentier Wilhelm v
der Osten, der Besitzer des seiner Ze't
vielgenannten „klugen Hand", aus
dem Leben geschieden. Der „kluge
Hans" hatte, wie erinnerlich, durch
seinen außergewöhnlichen Pferdever
stand vor etwa fünf Jahren alle Well
mit seinem Ruhm erfüllt. Als seitens
der zünftigen Psychologen der Ein
wand erhoben worden war. das
Pferd reagire einfach auf die Zeichen
die ihm von seinem Herrn angelernt
worden waren, band Herr v. der
Osten, um den Verdach einer Beein^
flussung gänzlich zu entfernen, dem
Thiere eine große Scheuklappe an den
Kopf. Obwohl nun der „kluge Hans"
auch dann noch die ihm vorgelegten
arithmetischen Aufgaben fast immec
richtig durch Scharren löste, so
hat Herr v. der Osten sein Lebens
ziel, die Anerkennung der Vernunft
bei Pferden, doch nicht ganz zu ettev
chen vermocht.
Bei einem Feuer, das vor einigen
Tagen den ganzen nördlichen Theil
des Städtchens Cobald in Canada
in Asche legte und einen Schaden von
rund einer halben Million anrichtete
fanden sechs Personen, vier Kinder
assyrischer Families, ein Mann und
ein französisches Dienstmädchen einer
qualvollen Tod. Mehr als 2000 Per
fönen sind durch das Feuer obdachlos
geworden und leiden infolge des
Mangels an Lebensmitteln Noth
Das Feuer brach in einem chinesischen
Restaurant aus und verbreitete sich sc
schnell, daß durch Löschversuche auch
nicht das geringste ausgerichtet wer
den konnte. Unter den zerstörten Ge
bänden befinden sich die große katho
lische Kirche, mehrere Schulen un*
Hotels.
Mit ausrichtiger Freude wird
überall in Deutschland die Kunde be
grüßt, daß der französische Schützen
verband sich am sechzehnten Deutschen
Bundesschießen, welches vom 11. bis
18. Juli in Hamburg stattfindet
offiziell betheiligen wird. Der fran
zösifche Verband wird sechs Schützen
zu dem festlichen Ereigniß in de»
Hansestadt entsenden. Es ist dies das
erste Mal. daß ein derartiges Entge
genkommen von französischer Seit'
-u registriren ist. Namentlich für di:
Mitglieder des deutsch-französischen
Annäherungs-Comites, welche unab
lässig aus eine Besserung der beider
seitigen Beziehungen hinarbeiten, is'
jene von Paris nach Hamburg über
mittel» Nachricht die Quelle hohe
Befriedigung.
An Bord feiner Jacht „Hohenzol
lern" hatte Kaiser Wilhelm vor eini
gen Tagen in Saßnitz auf der Jnfe!
Rügen eine Zusammenkunft mit Kö
nig Gustav von Schweden, um bei de
Gelegenheit den Verkehr der neuen
Eisenbahn-Fährboote zwischen Saß
nitz und Trelleburg. Schweden, zu er
öffnen. In Begleitung des Kaisers
befanden sich die Minister von Schoen,
von Breitenbach und von Moltke.
Auch der König von Schweden war.
von einigen seiner Minister begleitet.
Nachdem die beiden Monarchen die
neuen Fähr boote inspizirt hatten, war
König Gustav der Gast des deutschen
Kaisers bei einem Gabelfrühstück, das
i
dieser an Bord der „Hohenzollern"
gab. Bei dieser Gelegenheit brachte
der Kaiser einen Toast aus, in dem
et von der Freundschaft zwischen
Schweden und Deutschland sprach.
Die Mission des ehemaligen unga
tischen Finanzministers Dr. Ladis
laus von Lukacs, welcher von der
Krone ausersehen war. 'ein neues Ca
binett an Stelle des zurückgetretenen
Coalitions Ministeriums Wekerle
zu bilden, ist endgültig gescheitert. An
maßgebender Stelle hat man sich
Überzeugt, daß eine Lösung der Krise
aus Grund der beiderseitigen bishe
rigen Vorschläge nicht zu erzielen ist.
Der radikale Flügel der Unabhängig
keits Partei beharrt aus Forderun
gen, welche die Krone unter keinen
Umständen bewilligen will. Kaiser
Franz Joseph hat deshalb den am
tirenden Ministerpräsidenten Dr. We
kerle beauftragt, die Staatsgeschäfte
bis zum Herbst fortzuführen.
Unter eindrucksvollen Feierlichkei
ten, welchen, neben hervorragenden
Persönlichkeiten, eine große Volks
menge beiwohnte, hat in Oberkune
Wald, Sächsische Oberlausitz, die Ent
hüllung des Denkmals für Wilhelm
von Polenz stattgefunden, welches
Freunde und Verehrer aus ganz
Deutschland dem am 13. November
1903 in Bautzen gestorbenen jachst
schen Heimathdichter errichtet haben.
In warm empfundenen Reden wurde
Leben und Wirken des auch in Ame
rika wohlbekannten Schriftstellers ge
würdigt. Das Denkmal besteht aus
zwei mächtigen Lausitzer Granit
blocken, in die ein vom Bildhauer
Arnold Kramer-Dresden geschaffenes,
überaus lebensvolles Relief mit dem
Bildniß von Wilhelm von Polenz ein
gelassen ist.
In der Nähe von Schahabad. einer
sechzehn Meilen nordwestlich von Te
heran gelegenen Stadt, kam es un
längst zwischen Aufständischen und
Regierungstruppen zu einem Kamps,
bei dem die Aufständischen geschlagen
wurden. Diese büßten zwölf Mann
an Todten ein, während von den Re
gierungstruppen nur drei, ein Offi
zier und zwei Gemeine, fielen. Die
Vertreter Englands und Rußlands
haben den Führern der Aufständi
schen mitgetheilt, daß ein weiteres
Vorrücken ihrer Truppen ein Eingrei
sen der Mächte sofort zur Folge ha
ben würde.
In Berlin wurde unter seht star
kem Zulauf der Prozeß gegen Ge
heimrath Dt. Hammann, der unter
der Anklage des Meineides steht, ge
führt und endete mit der ehrenvollen
Freisprechung des Angeklagten. Dr.
Hammann war als Leiter des Preß
bureaus im Auswärtigen Amt be
kannt und stand dem Reichskanzler
Fürsten von Bülow sehr nahe. Von
dem früheren Gatten der jetzigen Frau
Hammann, Professor Schmitz, wurde
die Beschuldigung erhoben, daß Ham
mann in Verbindung mit dem von
seiner jetzigen Gattin gegen ihn,
Prof. Schmitz, eingeleiteten Ehefchei
dungsprozeß unter Eid wissentlich
falsche Aussagen gemacht habe. Das
Vernehmen der Zeugen nahm lange
Zeit in Anspruch und fand unter
Ausschluß der Öffentlichkeit statt.
Die Direktion der Ktuppwerke in
Essen legt Verwahrung ein gegen den
Inhalt einer Broschüre, welche den
Artillerie-Leutnant der Reserve Her
bert v. Perbandt zum Versasset hat
und den Titel führt: „Ist Krupp's
Monopolstellung berechtigt?" Per
bandt beschuldigt die Firma Krupp
der Rückständigkeit und erhebt den
Vorwurf, daß sie Ehrhardt'sche und
andere Erfindungen nachahme und
das Reich übertheure. In der Mit
theilung der Direktion heißt es. der
Verfasser fei aus dem Dienst der
Firma Krupp, zu deren Fabrikbeam
ten et etliche Jahre gehörte, wegen
persönlicher Differenzen ausgeschieden.
Nach einer von dem Obergericht
von Cuba bekannt gegebenen Ent
scheidung ist das erste von dem kuba
nischen Congreß angenommene Gesetz
uneonstitutionell. Nach den Bestim
mungen des betreffenden Gesetzes soll
den Hlcades das Recht, Ernennungen
zu machen, genommen und den Stadt-
Kauft nur die Walter A. Wood Selbst-Binder und
Plymouth Bindfaden, dann wird alles gnt gehe«
8
«u#in biefett iUte
rical
«o. 51
r"fv»n verTifVn werden. In der
Entscheidung w rh daraus hingewie
sen. daß der Zweck dieses Gesetzes ein
rein politischer war. weil man den
Alcades, die der Mehrzahl nach con
servativ waren, die Autorität, Anstel
lungen zu machen, nehmen und sie
den in den meisten Fällen liberalen
Stadträten übertragen wollte.
8»r Geschichte des Fischen».
entfernt Sortiertste« für de« Seglet ras »er»
gangrnen Sägern.
Die Verwendung der Fischwitte
nrng ist keine neue Errungenschaft,
wie vielfach in Shtglerfreisen ange
nommen wivd. Man hat bereits "bor
zwei Jahrhunderten sehr wohl ge
wußt, daß gewisse ReiFnMel die Fi
sche an den Köder herangiehen. In
der „Deutschen Mscherei-Korrespon
denz" veröffentlicht H. Haase aus
Hamburg, ein ges chichtSevsahrener
Freund der Anglerkunist, erne Reihe
von Rezepten aus jenen Togen, die
in ihrer Eigenart erkennen lassen,
wie große Bedeutung dieFrscher schon
damals der „Witterung" beilegten.
Eine Schorst der damaligen Zeit em
pfiehlt „Regenwürmer, Bohnen in
bloßem Wasser gesotten, allerhand
kleine Fische, Frösche, sonderlich wenn
die abgeschundenen Hinterviertel in
Rinder-Unschlit gebraten worden
Heuschrecken, Grillen oder Heimen,
(große Fliegen, Ochsenhirn, Mehl
würmer, Leiber von Rindern, stinken
des Aas, womit man gemeiniglich
die Baumen anködert" usw. Man
sieht, daß die damaligen Lock
mittel für Fische mit den modernen
vielfach -übereinstimmten, wenn .sie
auch bisweilen einen etwas künstli
cherot Beigeschmack haben. So em
pfiehlt der gleiche Sachverständige
die Regenwürmer in einem „vergla
firrten" Topfe eine Woche lang in
die Erde zu vergraben und dann in
einem Gemisch von Kampfer und Ho
nig zu ..Walgern". Auch Fleischködee
sollen in Honig gesotten werden. Ein
weiterer Köder ist alter Käse ..mit
weißem Brvt und Milch zu einem
Teig gemacht, Küglein daraus for
miert. solche dürre werden lassen und
dornt cm die Angel gemacht." Ein
Zusatz von Hundeleber wird als em
pssblenSwerth bezeichnet. Als beson
der guter Kanpseniköder wird die
ölige Substanz empfohlen., die zurück
bleibt, wenn man einen Reiher zer
kleinert und in einem Glaise 2—3Wo
chen in wannen Miist setzt. Mit diesem
Oel werden aus Brot oder Hanfsa
men geformte Kügelchen getränkt.
Noch seltsamer klingt eine Vorschrift
für den Karpfenfanig, nach der zu ei
nem Pfund entölten Hanfsamens
„zwei Untzen von an der Sanne ge
treugten Vèenschensteisch oikr nur
Menschenlsett" nebst verschiedenen an
deren Ingredienzen hinzufügen sind,
worunter sich wieder das erwähnte
„Reyger-Oel" sowie Bisam befinden.
ES wird noch hinzugefügt, daß die
ser Köder bei den Karpfen so beliebt
sei, daß sich die verhältnißmiähig ho
hen Unkosten bald bezahlt machen.
Als ForeÜenköder werden Schwänze
und Scheren von ungesottenen Krob
sen nebst verschiedenen Variationen
der schon angeführten Lockmittel em
pfohlen. Auch Brennesseln sollen die
Fische anziehen. Ueberraschend ist die
große Zahl der empfohlenen Delika
tessen für Fische und die raffinierte
Art ihrer Zubereitung, die ihnen of
fenbar ein für den Fisch gang unwi
derstehliches Etwas verleihen soll.
Wahrscheinlich ist hier ein „großer
Aufwand" nutzlos verthan. Denn es
ist,recht zweifelhaft ob bei dem An
locken der Fische eine Wirkung auf be
reit Geruchssinn überhaupt in Frage
kommt. Die Fische dürften sich in er
ster Linie aus ihre Augen sowie anf
ahren sehr fein entwickelten Tastsinn
verlassen. Sie bemerken es sehr wähl,
wenn der Köder an einer gröberen,
leicht sichtbaren Schnur Befestigt ist.
Ob sie alber so feine Unterschiede im*
Parfum beachten, wie sie die rafft*'
liierten Rezepte der Vergangenheit
bieten erscheint recht zweiflhaft.
W

K Grant S Maschinen-Schuppen, nördlich der Great Northern EisenbahNgeleise, Rugbys R.

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