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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, November 25, 1909, Image 1

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4. Jahrgang
s*i
..
Wschenscham.
Infolge einer Explosion wurden
fit der Zeche der St. Paul Coal Co.
in Cherry, III. etwa 400 Arbeiter
verschüttet und mit wenige Ausnah
men büßten Alle ihre Leben ein. Un
ier den Umgekommenen befindet sich
John Burnby, der Zechenaufseher.
Alexander Norberg. ein Heizer in der
dritten Ader und Isaac Lewis, der
jur Zeit als Besucher in der Zeche
weilte. Das durch die Explosion ver
ursachte Feuer griff mit so rasender
Schnelligkeit um sich, daß den meisten
Arbeitern der Ausgang in wenigen
Minuten abgeschnitten war. Fast zwei
Stunden lang machten die Beamten
der Zeche und Bewohner der Ort
schaft Cherry, die 15 Meilen nord
westlich von La Salle, Ills., liegt,
verzweifelte Anstrengungen, den un
glücklichen Grubenarbeitern Hilfe zu
leisten. Es gelang nicht. Um dem
Weiteren Umsichgreifen der Flammen
Einhalt zu thun, beschloß man, den
Eingang zur Zeche dicht zu verschlie
ßen.
In Cairo, Ills., wurde ein Neger
Namens Will JameS, an einem der
auf dem „Public Square" errichteten
Bogen aufgehängt. Der Strick riß.
und stöhnend fiel der Todescandidar
zur Erde nieder. Mehrere Schüsse
wurden auf den am Boden Liegenden
abgefeuert. Dann schleppte man die
Leiche nach dem Platz, wo der Ge
lynchte ein weißes, junges Mädchen.
Fräulein Pelley in verbrecherischer Ab
ficht überfallen und, weil sie sich nicht
feinen teuflichen Begierden fügen woll
*te, ermordet hatte, und die Leiche
verbrannte. Ein anderes schwarzes
Scheusal, Namens Alexander, soll
ihm dabei behilflich gewesen sein,
und auch mit ihm wollten die Lyn
cher kurzen Prozeß machen* Da man
jedoch Alexander im Gefängniß nicht
fand, wurde der dort inhaftirte Gat
âinmörder Henry Salzner, gegen den
In Cairo bereits seit langer Zeit ei
ite erbitterte Stimmung herrschte, aus
seiner Zelle geholt und ebenfalls am
Public Square aufgeknüpft.
Der 17 Jahre alte Bandit Ear!
Bullock, der am 11. Oktober Die
Staatsbank in Endora, Kas., beraub
te, machte vor einigen Tagen mit ei
nem Cumpanen, Namens Will
McKay, einen zweiten Raubversuch
in derselben Bank. Er hatte be
«its $1,000 in baarem Gelde zu
sammengerafft, als von einem Bür
ger, dem die Vorgänge in der Bant
verdächtig vorkamen, der Alarm ge
geben wurde. Ehe die beiden Räu
ber flohen, schoß Bullock einen Ban
stet, Namens Starr, der sich zufällig
in der Bank befand, nieder. McKay
tvurde verhaftet, und Bullock brachte
sich, als er sah, daß an ein Ent
kommen nicht zu denken war, eine
tödtliche Schußwunde bei. Starr ist
nur leicht verletzt.
Clara Brodenheyer, die Tochter des
Juweliers Henry Brodenheyer aus
Madison, Wisc., der im Jahre 1906
in der Nähe der Stadt ermordet ge
funden wurde, hat der Polizei in Chi
eago das Geständniß abgelegt, daß
ihre im Jrrenasyl zu Dunning, Ills.,
-untergebrachte Mutter die Mörderin
des Verstorbenen ist und daß sie,
die Tochter, der Mutter dabei behilf
Itch war, die Leiche des Vaters fort
zuschaffen. Eifersucht soll, wie das
Mädchen sagt, die Veranlassung zu
dem Mord gegeben haben. Die an-
i
Übliche Mörderin ist unheilbar get
tesgestört und das Mädchen körper
ich so schwach, daß sie nicht ver
«haftet und eingesperrt werden kann.
Mit donnerähnlichem Getöse explo
Hirte unlängst «ine Quantität Pul
Her in einer der Werkstätten der Du
Pont Pulverfabrik in Wilmington.
!Del., die westlich von der Stadt ge
legen ist. Drei Arbeiter, die sich in
-dem von der Explosion vollständig
zerstörten Hause befanden, wurden
Mf der Stelle getödtet und sieben
Wurden schwer verletzt. Mehrere in
Wer Nähe der zerstörten Fabrikgebäu
be stehende Häuser wurden erheblich
.beschädigt.
Nach einem unlängst veröffentlich-,
»ten Bericht eines an der Wall Str.
tin New Aork bekannten und dort be-
1$llt
-w
schäftigten Statistikers waren die von
der Standard Oil Co. von 1902 bis
1909 erzielten Gewinne $600,000,*
000 der ^?etto-Gewinn des letzten
Jahres war $80,000,000. In den
erwähnten sieben Jahren zahlte der
Trust $318.594,300 an Dividenden
aus. Da John D. Rockefeller etwa
33 1-3 Prozent der Aktien der
Standard Oil Co. besitzt, so erhielt er
allein $106,198,000 an Dividenden
ausbezahlt oder $6,000,000 mehr
als das ganze Betriebskapital der Ge
sellschaft beträgt. Seit 1882 hat die
Standard Oil Co. $670,427.300 an
Dividenden ausbezahlt. Der «Statu
ftifer fügt hinzu, daß John D. Rocke
feller mit den ihm von der Standard
Oil Co. ausbezahlten Dividenden
mehrere Universitäten. Baptistenkir
chen und Schulen hätte bauen, christ
liche Gesellschaften hätte orgcmisiren
und unterhalten und den „Haken
wurm" im Süden mehrmals hätte
ausrotten können, ohne auch nur ei
nen Cent von seinem Einkommen an
zurühren, das ihm auS anderen
Quellen zufließt.
In einer dieser Tage abgehaltenen
Sitzung des Cabmetts in Washington
wurde einstimmig beschlossen, eine
Untersuchung zu beginnen und Jeden,
der irgendwie mit den Betrügereien
des Zuckertrusts in Verbindung steht,
ohne Rücksicht auf die Person, zur
Rechenschaft zu ziehen. Auch die Ci
oildienst Commission wird sich mit
Der Angelegenheit beschäftigen, weil
Die Beschuldigung erhoben worden ist.
daß auf der Liste von Kandidaten für
Aemter im Zolldepartement grobe
Fälschungen im Interesse des Zucker
trusts vorgekommen sein sollen. Ueber
Haupt haben die bis jetzt angestellten
Untersuchungen bereits ergeben, daß
der Zuckertrust an allen Plänen, wo
er Anlagen errichten ließ, Vertreter
hatte, deren Pflicht es war, Bundes
beamte im Interesse des Trusts zu
„bearbeiten", so daß diese in der Aus
Übung ihrer Amtspflichten nicht zu
streng waren.
In San Antonio, Texas, ist jüngst
ein texanifcher Staatsverband des
Deutfch-Amerikanischen Nationalbun
des gegründet worden. Bei einer au
diesem Zweck einberufenen Versamm
lung waren mehr als 200 Delegaten
zugegen, welche die deutschen Vereine
von vierzig über den ganzen Staat
verstreuten Orte vertraten. Dr. C.
I. Heramer von Philadelphia, Präsi
dent des Deutsch-Amerikanischen Na
tionalbundes, hielt eine Ansprache.
Der neue Staatsverband verspricht
an Zahl der Mitglieder in kurzer Zeit
die großen Zweigverbände von Penn
sclvanien, New Jork und Ohio *u
übertreffen. Zum Präsidenten wurde
Kapitän Edgar Schramm, ein frühe
rer Offizier der conföderirten Armee,
erwählt.
Auf Verlangen des Chineseninspek
tors Harry R. Sisson in New Aork
wurde daselbst der Kaufmann Chew
Hong Hoy, ein Mitglied der Firma
Kwong Sun Chow Co. von No. 30
Mott Straße, verhaftet und von
Bundeskommissär Shields unter
$1500 Bürgschaft für ein auf den
29. November angesetztes Verhör fest
gehalten. Inspektor Sisson behaup
tet, daß Hoy bei der geheimen und
gesetzwidrigen Landung des Chew
Duck und anderer Chinesen, die seit
dem 1. Juli im Hafen von Galve
ston, Tex., an Land gekommen sind,
seine Hand im Spiele gehabt hat. Die
Regierung hat, wie es heißt, ein
Schreiben Hoy's in ihrem Besitze, aus
welchem hervorgeht, welchen Umfang
die Verschwörung zur Umgehung des
Chinesen Ausschließungsgesetzes an
genommen hat.
In Boston hat Prof. Dr. Timothy
Leary eine Schutzimpfung gegen Lun
genentzündung erfunden, mit der er
höchst erfolgreich experimentirt hat.
In der Zeitschrift für Medizin und
Chirurgie berichtet er, daß während
die Durchschnitts Sterblichkeit bei
Lungenkrcmkheiten 30 Prozent be
trägt, er bei seinen angestellten Ver
suchen die Sterblichkeit auf 17 Pro
zent beschränkt hat. Noch höher stellt
sich die Sterblichkeit bei Patienten an
alkoholischer Pneumonie. Sie wird
von Autoritäten auf 41 bis 45.5 an­
Nugby, »ord-Dakota, Do««erftag den LS. November, 19«».
gegeben. Dr. Leary impfte nun eine
Zahl dieser Patienten mit seinem
Präparat und erhielt 85 Prozent der
selben am Leben. Nur 15 Prozent
gingen mit dem Tod ab.
Eisenbahnkönig James I. Hill stat
tete letzthin Präsident Taft einen Be
such ab und hatte mit diesem eine
lange Unterredung. Hill vertrat dem
Präsidenten gegenüber die Anficht,
daß dieses Land sehr schnell dem
Verderben entgegengehe und thatfäch
lich schon unmittelbar vor dem Ruin
stehe. „Die Geschichte lehrt uns",
sagte Hill dem Präsidenten wörtlich,
„daß theure Preise für den Lebens
unterhalt den Beginn jedes nationalen
Niederganges bedeuten. Wir müssen
sparen, Herr Präsident, sparen, als
Einzelne und als Regierung. Wir
geben zu viel Geld aus. Wir ftnd au
verschwenderisch. Wir leben weit über
unsere Mittel. Die Kosten für den
Lebensunterhalt sind heute unver
nünstig hoch."
Aus Washington wird gemeldet,
daß Stahlkönig Andrew Carneaie die
Absicht habe, der nationalen Gesund
heitsbehörde eine Million zur Bekäm
pfung der unter dem Namen «Pel
lagra" bekannten Krankheit, die an
geblich besonders in den Staaten
Louisiana, Alabama und Mississippi
zahlreiche Opfer fordert, zur Verfll
gmtg zu stellen. Er will damit dem
Beispiel seines finanzgewaltigen Zeit
genossen John D. Rockefeller folaen.
der bekanntlich eine Million zur Be
kämpfung des ..Hakenwurmes", des
gefährlichen Erzeugers der Träg
heitskrankheit, bewilligt hat.
Ruth Butler, die 4 Jahre alte
Tochter eines in Charlotte. Mich., all
gemein bekannten Geschäftsmannes,
hat den Tod von zwei ihrer iiinaeren
Geschwister verschuldet. Vor einiaer
Zeit stieß sie ihr 14 Monate altes
Schwesterchen von einem Bett. Der
Säugling blieb an einer Decke bän
gen und erstickte. Vor einigen Tagen
gab sie ihrem nur 15 Taae alten
Bruder Chloroform, und ehe die
Mutter zu Hilfe kommen konnt?, war
der Säugling bereits eine Leiche.
Ex-Sheriff Joseph F. Shivv von
Chattanooga, Tenn., wurde laut einer
unlängst besannt gegebenen Entschei
dung des Ober-Bundesgerichts weaen
Mißachtung des Gerichts au neunaia
Tagen Gefängniß verurtheilt. Er
hatte es unterlassen, Anftrenaunaen
zu machen, um die Lyncherei eines
Farbigen zu verhüten, dessen Hinrich
tung von dem Ober- Bundesaericbt
schoben worden war.
Infolge eines bedauerlichen Ver
sehens, das durch eine eigenartige Ver
kettung von Umständen veranlaßt
war. ist in Traubing in Oberbayern
der Bürgermeister des Ortes um sein
Leben gekommen und ein Techniker,
ohne es zu wollen, zum Mörder des
Beamten geworden. Das Gemeinde
oberhaupt verfolgte mit dem Gemein
dediener einen Einbrecher, der im
Dunkel der Nacht überrascht und in
der Richtung nach dem Starnbergersee
geflohen war. In einer finsteren
Wald Ecke am Starnbergersee
krachte plötzlich ein Schuß, und zu
Tode getroffen sank der Bürgermeister
zu Boden. A)er Bautechniker Knittel
hatte den gleichen Einbrecher verfolgt,
ohne zu wissen, daß die Beamten die
fem ebenfalls auf den Fersen waren,
hatte zuerst den Bürgermeister er
blickt, der in eiligem Lauf daherkam,
und in der Meinung, er habe den
Einbrecher vor sich, den verhängniß
vollen Schuß abgegeben. Knittel hat
sich selbst den Behörden gestellt.
Frau Margherita Steinheil wurde
in Paris von Geschworenen, die nur
2y2 Stunden in Berathung gewesen
waren, von der Anklage, ihren Gat
ten, den Künstler Adolph Steinheil,
und ihre Stiefmutter, Frau Jafey,
ermordet zu haben, freigesprochen.
Es war 12:55 Nachts, als die Ge
schworenen dem Richter mittheilen lie
ßen, daß sie sich auf einen Wahrspruch
geeinigt hätten. Als der Wahrspruch
verlesen wurde, brach unter den zahl
reichen Zuschauern, die den Sitzungs
faal bis auf den letzten Platz besetzt
hielten, ein lauter Beifallssturm aus.
der sich nicht eher legte, als bis det
Richter drohte, daß er den Saal fält*
bern lassen wolle. Als der Richter
Frau Steinheil den Wahrspruch wie
derholte, erhob sie sich und rief Worte
des Dankes nach den Geschworenen
herüber. Dann wurde sie von Freun
den umringt und fast aus dem Ge
richtsfaal herausgetragen.
Ueber die Ausgrabungen, welche
unter fachkundiger Leitung seit gerau
mer Zeit in der Gegend von Ratibor
in Sachsen im Gange gewesen sind
und von deren Ergebnissen bisher
nichts Authentisches verlautete, wird
zum ersten Mal von unterrichteter
Seite Einiges bekannt gegeben. Dar
nach sind äußerst werthvolle Funde
gemacht worden. Es sind nicht weni
ger als vierzehn Wohngruben aus der
Steinzeit offen gelegt. Unter den zu
Tage geförderten Gegenständen befin
den sich ein viertausend Jahre altes,
aus Thon geformtes weibliches, unbe
kleidetes Götterbild, das älteste be
kannte Menschenbild und der älteste
Töpferofen.
Größtes Aufsehen erregt tine An
ordnung des österreichischen Reichs
kriegsministers Freiherrn v. Schön
aich. Darnach werden das 11. Corps
in Lemberg und das 1. Corps in
Krakau wesentliche Verstärkungen er
halten, ein Vorgehen, welches nach
dem Urtheil gutunterrichteter Kreise
darauf schließen läßt, daß man an
maßgebender Stelle aus einen immer
hin möglichen Konflikt mit Rußland
rechnet. Das Kriegsministerium be
läßt außerdem eine starke Macht an
der serbischen Grenze. Und ferner
werden die Truppen in Tirol ver
mehrt werden.
Laut Meldung au8 Konstanz
haben die Hinterbliebenen des An
fangs September im Bodensee ertrun
kenen Sprachlehrers der Söhne des
Fürsten Maximilian Egon zu Für
stenberg diesen aus einhunderttausend
Mark Schadenersatz verklagt. Wie
seinerzeit gemeldet, hatte der Lehrer,
Bouraoin mit Namen, mit den Prinz
lichen Schülern eine Kahnpartie auf
dem Bodensee unternommen. Im
Uebermuth sollen die Prinzen das
Boot derart in's Schaukeln gebracht
haben, daß Bourgoin in's Wasser siel.
Da er des Schwimmens unkundig
war, verlor er sein Leben.
Die Ehrung, welche die Französische
Akademie dem Grafen Zeppelin hat
zutheil werden lassen, indem sie dem
erfolgreichen Luftschiffer die goldene
Medaille verlieh, hat hier auf das
angenehmste berührt. Namentlich be
reitet die Auszeichnung denjenigen
Kreisen große Genugthuung, welche
eifrig bemüht sind, freundnachbarliche
Beziehungen zwischen Deutschland
und Frankreich herzustellen.
Der ostindische Regierungsdampfer
„La Seyne", der den Verkehr zwischen
Java und Singapore vermittelt und
sich auf der Fahrt nach diesen Hasen
befand, collidirte während eines dich
ten Nebels mit dem britisch-indischen
Lmien-Dampfer „Onda" und sank
gleich nach der Collision. Von einhun
dert und sechzig Personen, die sich an
Bord befanden, fanden hundert, Pas
sagiere und Offiziere des Schiffes,
ihren Tod in den Fluthen. Einen fast
grauenerregenden Anblick gewährten
die hunderte von Haifischen, die die
Stelle umschwärmten, wo der Dam
pfer gesunken war. Gierig warteten
die Meer-Ungethllme auf ihre Opfer,
und mehrere der Unglücklichen, die sich
mit Mühe über Wasser zu halten
suchten, wurden von den Mannschaf
ten der „Onda". die sofort nach der
Collision in kleinen Booten in der
Finsterniß den Ertrinkenden Rettung
zu bringen suchten, den Rachen der
Haifische glücklich entrissen.
In Frankfurt a. M. hielten im
Circus Schumann unlängst Sozial
ddmokraten eine riesig besuchte Mas
senversammlung zu Gunsten dc& all
gemeinen Stimmrechts ab. Nach
Schluß der Versammlung marschirten
2,'(ännt und Frauen, die an der Ver
sammlung theilgenommen hatten, nach
dem Bismarck-Denkmal. wo der Re
dacteur der Sozialdemokraten Zei
tung, Herr Quint, eine Rede hielt und
Bismarck als Unterdrücker des Volkes
schilderte. „Nieder mit Bismarck und
foCtt Wagen, Pflüge it. Buggies aus besten Fabriken
Die Peter Schuttler Wagen scheinen zu Vorzug zu haben, denn sie werden am meisten verlangt. Ich habe aber gute Wagen verschiedener Fabriken. Kommt zu mir und beseht sie.
Es ist auch Zeit zum Pflügen und der gewissenhafte, erfolgreiche Farmer ist in Bezug auf seine Pflüge sehr wählerisch aber nicht mehr als wir selbst, denn wir halten nur die bâen
Sorten, von denen wir ein umfangreiches Lager stets an Hand halten --Alles was überhaupt an Farmgeräthschasten und -Maschinen gebraucht wird, ist bei uns stets zu finden.
pen preußischen Junkern", schrie er
im Lause seiner Rede, und die Menge
wiederholte die Worte im lauten Echo.
Von dem Bismarck-Denkmal ging es
nach der Schiller Statue, wo ebenfalls
flammende Reden gehalten wurden.
Dann wollten die bereits stark erreg
ten Männlein und Weiblein weiter
marschiren, wurden aber von der Po
zei daran verhindert, indem diese die
Rädelsführer verhaftete und die An
deren auseinander trieb.
Die Colonialgesellschaft und der
Alldeutsche Verband in Berlin haben
sich mit einander dahin verständigt,
dem Reichskanzler Dr. von Beth
mann-Hohlweg und dem Reichstag
eine Petition zu unterbreiten, in der
eine Revision der Bestimmungen über
das Bürgerrecht verlangt wird. Der
radicalste Punkt des Entwurfs ist,
daß das deutsche Bürgerrecht nicht
durch Erwerbung des Bürgerrechts
eines fremden Staates erlöschen, son
dern nur soweit suspendirt werden
soll, wie der fremde Staat in Betracht
kommt. Auch soll das deutsche Bür
gerrecht nicht durch Nachlässigkeit des
betreffenden Unterthanen oder durch
dessen Abwesenheit vom Vaterlander
löschen dürfen, sondern nur durch den
Millen des Bürgers selbst. Weiter soll
bestimmt werden, daß Kinder von
Eltern, die im Ausland leben und
nicht mehr deutsche Bürger sind, auf
bloßen Antrag das Bürgerrecht erlan
gen können.
Senor Falcon, der Polizeichef, und
der Sekretär des Polizeidepartements
in Buenos Ayres, wurden, während
sie an Callao Straße entlang fuhren,
ermordet. Aus der Menge, die auf
dem Trottoir auf- und abwandelte,
sprang plötzlich ein fremder Mann,
allem Anscheine nach ein Russe, auf
den Wagen zu und warf eine Bombe
so geschickt, daß sie unter den Wagen
siel und sofort explodirte. Der Wa
gen wurde in Stücke gerissen und die
beiden Insassen so schwer verletzt, daß
sie gleich nachdem sie im Hospital ein
geliefert worden waren, starben. Ehe
die Polizei den Bombenwerfer dingfest
machen konnte, schoß er sich eine Ku
gel in die rechte Schläfe und brachte
sich eine ernste, aber nicht direkt ge
fährliche Wunde bei.
In Verbindung mit den schon vor
mehreren Wochen gemeldeten Unter
schleifen, welche in der Internationa
ten Eisenbahnbank in Bern. Schweiz,
vorgekommen sind und in die Millio
nen gehen, sind nunmehr weitere Auf
sehen erregende Verhaftungen vorge
nommen worden. In Gewahrsam ab
geführt wurden die Trustees Direktor
Spieß und Edgar de Pourtales von
Bern, ferner Dr. Spoendlin aus
Zürich und Frau Wüst aus Binnin
gen, Kanton Basel-Land. Den gericht
lichen Verhandlungen, welche in thun
lichster Eile folgen sollen, wird allge
mein mit größter Spannung entge
gengesehen. Der Verlust, welchen die
Internationale Eisenbahnbank erlitten
hat. wird auf rund fünf Millionen
Francs angegeben.
In Rom wurde vor einigen Tagen
bekannt gegeben, daß der Papst erst
zu Ostern nächsten Jahres ein Con
sistorium abhalten, aber keinen weite
ren Cardinal für Amerika ernennen
wird. Es heißt, der Papst sei zu der
Ansicht gelangt, daß es schwierig, viel
leicht ganz unmöglich sein würde,
einen Cardinal zu finden, der den
Katholiken in den Ver. Staaten sowie
denjenigen in den lateinisch-ameri
kanischen Ländern und in Canada
angenehm wäre. Die Katholiken der
beiden zuletzt genannten Länder sollen
ihre Ansprüche auf einen Vertreter im
heiligen Collegium hier geltend ge
macht haben.
Große Erregung hat in Hildesheim
der Selbstmord des angesehenen dor
tiaen Bankiers Puppel hervorgerufen.
Puppel hat sich unlängst im Hildes
heimer Walde erschossen, nachdem er
zahlreiche Wechsel gefälscht hatte und
sich außer Stande sah. sein Thun
länger zu verheimlichen. Besonders in
den Kreisen kleiner Handwerker hatte
Puppel großes Vertrauen genossen,
das er auf die schnödeste Weise gemiß
braucht hat. Viele der Geschädigten
sind um ihre ganze Habe gebracht.
Wie aus Posen in der gleichnami
gen Provinz gemeldet wird, hat dort
Societ]
No. 18
uniangs! tnt tstcyrcaid etn Pytolen
Tuell zweier fremder Offiziere statt
gesunden. Der Zweikampf nahm einen
unblutigen Verlauf. Die Kunde von
dem ausgetragenen Ehrenhandel er
regt deshalb besonderes Aufsehen, weil
Offiziere in preußischer Uniform als
Sekundanten fungirten. Betreffs der
Namen aller Betheiligten wird streng
stes Stillschweigen beobachtet.
In Glatz. Schlesien, ist eine Kin
desmörderin. das Dienstmädchen Wer
ner, durch das Schwurgericht zum
Tode verurtheilt worden. Es war ihr
eigenes elf Monate altes Kind, das
durch die entartete Mutter aus grau
same Weise umgebracht worden war.
Die Werner hatte das kleine Wesen
lebendig begraben. Die von der Ver
thkidiaung beantragte Zubilligung
mildernder Umstände war von den
Geschworenen abgelehnt worden.
Australischer BergwerlSreichlhum.
Die Bergwerksbehörde des austra
lischen Staates Neu-Süd-Wales hat
jetzt ihren Bericht über die Erträgnisse
des Jahres 1908 herausgegeben, der
den außerordentlichen Reichthum die
ses Gebiets an nutzbaren Mineralien
ins hellste Licht stellt. Während Dar
win, als er sich auf seiner Weltreise
einige Zeit in diesem Land aufhielt,
dessen Zukunft hauptsächlich von der
Entwicklung der Viehzucht erwartete,
hat es sich im Laus der Jahrzehnte
als ein Bergbaugebiet ersten Ranges
gezeigt. Allerdings ist der Ertrag des
Jahres 1908 im Ganzen etwas unter
dem des Vorjahres zurückgeblieben,
übertrifft aber doch das Ergebniß al
Ier früheren Jahre. Einen ganz neuen
Record hat die Kohlengewinnung auf
gestellt, die 9,147,025 Tonnen betrug
und einen Mehrgewinn von rund
$2,150,000 erbracht hat. Der Kohlen
ertrag hat sich im Lauf des letzten
Jahrzehnts mehr als verdoppelt. An
Koks sind $200,000, an Zink unge
fähr $315,000 mehr erzielt worden.
Eine sehr erhebliche Abnahme hat
dagegen die Silverausbeute erfahren,
die um nicht weniger als 9 Millionen
Dollars hinter dem Ertrag des Vor
jahrs zurückblieb. Auch der Kupfever
trag ist um über eine Million Dollars
geringer gewesen. Ebenso ist der Gold
ertrag gefallen, der seit 1902 nicht
mehr so niedrig gewesen ist wie im
vorigen Jahr der Verlust beziffert
sich auf fast $500,000. Ferner ist ein
Ausfall zu verzeichnen an Blei, Zinn,
Eisen, Antimon, Edelopal und ande
ren Mineralien. Der Gesammtnxrth
der Erzeugnisse des Bergbaues belief
sich für das Jahr 1908 auf die statt
liche Summe von $43,025,535, und
der Werth der nutzbaren Mineralien,
die bis zum Ende des Jahres aus
dem Boden von Neu-Süd-Wales her
ausgeholt worden sind, erreicht die
ungeheure Summe von 957 Millionen
Dollars.
Der „Po»t des Art»".
Die durch Wilhelm Hauffs No
oelle und Sichels Gemälde bekannte
Brücke, die den Pariser Louvre mit
dem Institut verbindet, der Pont des
Arts, ist dem Untergang geweiht. An
seiner Stelle soll eine breite fahrbare
Brücke errichtet werden. Am 15.
März 1801 war die Erbauung dieses
leichten, nur für Fußgänger berechne
ten Steges über die Seine beschlossen
worden. Aber die Arbeiten wurden
so kostspielig, daß man nach der Er
Öffnung einen Brückenzoll erheben
mußte. Der Erfolg war groß, denn
der Steg war ein wirkliches Bedllrf
niß und wurde zur Promenade für
die elegante Welt. An dem ersten
Tage, an dem sie dem Publikum frei
gegeben wurde, im Jahre 1804, gin
gen 65,000 Personen hinüber. So
war denn auch für Bettler aller Art
hier der günstigste Platz gegeben. Ver
käufer von allerhand Nichtigkeiten,
Straßenmusikanten, vagirendes Volk
aller Art drängte sich hier zusammen
und suchte Mitleid zu erregen. Der
letzte Held des Pont des Arts war
ein Blinder, der 10 Jahre lang an
der Brücke die Vorübergehenden um
ein Almosen anflehte und eines Tages
hier von ein-r Millionärin als ihr
Bruder erkannt wurde. Der Pont
des Arts war die letzte Brücke, auf
der in Paris ein Zoll erhoben wurde
bis 1848 mußte jeder Hinübergehende
1 Sous bezahlen.
"•'s]-'

8« M. Grant s Maschinen-Schuppe»», nördlich der Great Northern Eisenbahngeleise, Rngby, R. Dak.
historical

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