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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, February 03, 1910, Image 1

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4. Jahrgang
"'V
«ochenschâ».
iMMk
teier maskirte Männer brachten un
längst einen Passagierzug der Mis
souri Pacific Eisenbahn zum Halten
an einer dreißig Meilen von St.
Louis, Mo., in der unmittelbaren
Nähe des Städtchens Eureka gelege
nen einsamen Stelle. Als der Zug
hielt, traten die Räuber mit erhobenen
Revolvern dem Lokomotivführer und
Heizer entgegen, ersuchten sie, ruhig zu
warten, bis der Post- und Expreß
Waggon von dem übrigen Zuge abge
trennt war, und befahlen ihnen dann,
e)pe Strecke weiter zu fahren. Unter
ttegs sprengten die Räuber den Geld
schrank im Expreßwaggon und die
schwere eiserne Kiste im Postwagen,
stahlen etwa $10,000 und bewerkstel
ligten dann schleunigst ihre Flucht,
nachdem der Zug auf's neue gehalten
hatte. Von der Eisenbahn angestellte
Geheimpolizisten aus St. Louis,
Eureka und anderen Nachbarstädten
waren in kurzer Zeit zur Stelle von
den Räubern konnte aber auch nicht
die geringste Spur gefunden werden.
Auf ihre Verhaftung ist eine hohe Be
lohnung ausgesetzt.
In ihrer auf der unteren Ostseite in
New Aork gelegenen Wohnung wur
den unlängst die Leichen des Jtalie
ners Salvatore Scalpone, seiner Gat
tin und Schwiegermutter gefunden.
Allen drei war der Schädel eingeschla
gen und die Leiche des Mannes war
außerdem noch an eine Thür fsstge
bunden. In großer Unordnung lagen
Kleider und Werthsachen, Eßgeschirr
und auch einzelne Möbelstücke umher.
Doch ein Raubmord liegt nicht vor,
denn selbst das baare Geld, das Scal
pone besaß, wurde gefunden. Nichts
war fortgenommen. Die Polizei neigt
sich daher der Ansicht zu, daß Scal
pone im Besitz von wichtigen Papieren
einer geheimen Gesellschaft war und
von einem, vielleicht mehreren Mit
gliedern dieser Gesellschaft ermordet
wurde, weil er diese Papiere nicht her
ausgeben wollte. Frau Scalpone
und ihre Schwiegermutter wurden
wahrscheinlich ermordet, weil sie Zeu
gen der Blutthat gewesen waren.
Agenten des Bundes Geheimdien
stes untersuchen in Louisville, Ky.,
und in verschiedenen anderen Städten
die genauen Einzelheiten der Ermor
dung des Farmers Hiram Hedges, der
angeblich von Nachtreitern im März
1908 in der Nähe seiner Wohnung im
mittleren Kentucky erschossen wurde.
Von den Untersuchungsbeamten ist
festgestellt worden, daß der Mörder
des Farmers, der zugleich auch Tabak
Pflanzer war, ein Soldat der Bundes
armee gewesen sein muß, der bereits
identifizirt ist und demnächst verhaftet
werden soll. Mit dem in Frage sie
henden Soldaten sollen noch verschie
dene andere Personen in Hast genom
men werden, die den Mod angeblich
planten und den Soldaten nur als
gefügiges Werkzeug brauchten.
Bert Morphy von Chicago, ein
be-
kannter Sänger, der sich vor Allem
dadurch einen Namen gemacht, daß er
in Concerten jedesmal das stärkste
Orchester „übersang", hat seinen Kehl
köpf und seine Lungen dem Bennett
Medical College in Chicago vermacht.
Vor Jahren litt Morphy an Lungen
schwindsucht und fand sich bereits im
letzten Stadium der Krankheit. Da
Ziethen ihm Aerzte, draußen im Freien
zu singen. Morphy folgte dem Rath
und genas aber zwischen dem er
tränkten Theil der Lungen und dem
«funden Theil bildete sich eine Ver
Härtung, die die Aerzte im hohen
Grade interessirt und die nach dem
Tode des Sängers laut dem von ihm
verfaßten Testament im Interesse der
Wissenschaft genau untersucht werden
soll.
In Wilkesbarre, Po., starb vor
einigen Tagen der 19 Jahre alte Her
bett Kester von Warburton Hill, Pa.,
an den Folgen einer aufregenden
Jagd, auf der er einen Bären erlegte,
den größten, der angeblich je zuvor in
dem Staate Pennsylvania geschossen
worden ist. Stunden lang hatte
Kester, der körperlich nicht sehr stark
war, das Wild verfolgt, und als der
Bär endlich zur Strecke gebracht und
von Kester durch einen Schuß ver
wundet worden war, griff er diesen
an. Es kam zu einem verzweifelten
Kampf, der damit endete, daß Kester
dem Bären den Garaus machte. Als
der glückliche Jäger nach Hause kam,
brach er vor Erschöpfung zusammen
und konnte sich trotz aller ärztlichen
Pflege nicht wieder erholen.
Ein guter Rath
Mm
Aufzeichnungen, welche Common
der Peary im hohen Norden gemacht
und im Mai 1900 in einem „Cairn"
nördlich von Grönland zurückgelassen
hatte, als er den Versuch machte, den
Nordpol zu erreichen, und die sieben
Jahre später durch die dänische Expe
dition und Mylius Erichsen, der in
der Polarregion umgekommen ist, auf
gesunden wurden, sind auf Weisung
des Königs von Dänemark dem Peary
Arctic Club übergeben worden. Auch
wurde dem Club eine Abschrift des
Berichts über die Auffindung der
Aufzeichnungen zur Aufbewahrung
übersandt.
Unlängst machte ein Fanatiker, der
in einer Versammlung biederer Flei
schermeister, die in Pittsburg, Pa.,
stattfand, das Wort ergriff, den
Whiskey für die Theuerung verant
wortlich. Er wurde ausgelacht aber
das hielt den Biedermann nicht da
von ab. zu behaupten, daß Lebens
mittel-Preife mit dem Verbot derl
Whiskey-Fabrikation u. des Whiskey-,
Handels fallen werden. In St.!
Louis, Mo., hielten vor einigen Ta-1
gen die Mitglieder des Vereins der'
Fleischhändler eine Sitzung ab, und
einer der Redner verstieg sich zu dem
Blödsinn, daß die „eingewanderten
Horden" für die hohen Fleischpreise
verantwortlich sind. Seine unsinnige
Behauptung suchte der Redner in der
folgenden Weise zu begründen: „Die
Eingewanderten essen lieber Kalb
fleisch und Spanferkel, so daß nicht
genug Kälber und junge Schweine
heranwachsen können, um die Schläch
tet und Fleischhändler in den Stand
zu setzen, den Markt mit Schweine
und Rindfleisch in genügender Weise
zu versorgen."
Kriegssekretär Dickinson, der erst
vor einigen Tagen von einer Jnspek
tionsreise nach Cuba und Porto Rico
zurückkehrte, wird, wie in Washing
ton bekannt gegeben wurde, demnächst
im Auftrage des Präsidenten eine
Reife nach Hawaii und den Pbilip
pincn machen. „Wenn man Kriegsse
kretär ist," sagte Herr Dickinson,
„sollte man mit unseren Jnsularbe
sitzungen bekannt sein. Der Präsident
hat mir gesagt, es sei sein Wunsch,
daß ich die Philippinen und Hawaii
besuche. So habe ich denn bereits mei
ne Reisepläne gemacht, kann aber
nicht sagen, wann ich sie werde aus
führen können. Auch hoffe ich noch
mehrere Reisen nach dem Isthmus
von Panama zu machen, der, wie ich
bestimmt hoffe, im Januar 1916 be
endet sein wird."
Mit knapper Noth entging un
längst in San Diego, Cal., der be
kannte Luftschiffer Charles K. Ha
milton auf einer Probefahrt, die er
in einem Curtiß-Biplan unternahm,
der Gefahr, in den Ocean zu sollen
und dort vielleicht bei dem zur Zeit
sehr hohem Gang der Wellen zu
ertrinken. Gleich nachdem er aufge
stiegen war, bemerkte man, daß aus
dem Krafterzeugungs Apparat
Wasser tropfte, und bald hatte
Hamilton die Gewalt über die Ma
schine verloren. Sie glitt Verhältniß
mäßig schnell nieder und wäre sicher
ins Wasser gefallen, wenn Hamilton
nicht mit Aufbietung aller seiner
Kräfte den Lenkapparat so geschickt
gehandhabt hätte, daß die Maschine,
ehe sie niederging, die Küste erreichte.
Dort collidirte sie mit einem Sta
cheldrahtzaun und wurde erheblich
beschädigt. Hamilton blieb unverletzt.
San Francisco will einen Fonds
von $8000,000 aufbringen, um da
durch die Abhaltung einer Weltaus
stellung im Jahre 1915 zu sichern.
In diesem Jahre soll der Panama
Canal beendet werden, und zur wür
digen Feier der glücklichen Lösung
eines der schwierigsten und zugleich
Rugby, Nord.Dakota, Donnerstag den S. Februar, 1910.
glänzendsten Probleme modernen In
genieurswesens will die Stadt am
goldenen Thor die Welt zu einem
Rendezvous entbieten. Auch San
Diego geht mit einem ähnlichen Plan
um, und die Bundesregierung hat
vorläufig weder die eine noch die an
dere Stadt ermuthigt. Sie wird ihre
Unterstützung wahrscheinlich der^i
gen der beiden Rivalinnen zuwenden,
welche zuerst im Stande sein wird,
für das sichere Ausführen des Rie
senplanes auch die nöthige finanzielle
Garantie zu bieten.
In Gegenwart des Cardinals
Gibbons fanden in der St. Pauls
Kirche, an der 60. Straße in New
Aork, die anläßlich des 50jährigen
Jubiläums des katholischen Pauli
sten-Ordens arrangirten Festlichkei
ten statt. Die Zahl der in der Kirche
anwesenden Andächtigen wurde auf
5000 geschätzt, und mindestens eben
soviele verharrten während der Cere
monien vor dem Gotteshause. Mit
glieder des Kirchenchors geleiteten
den Erzbischos Farley zum Altar.
Ihm folgte Cardinal Gibbons in
vollem Ornat. Der Cardinal sprach
den Erösfnungs-Segen, worauf der
Vesper-Gottesdienst seinen Anfang
nahm. Die Festpredigt hielt Bischof
Thomas F. Hickey von Rochester.
N. $.. der „Katholische Doktrinen"
als Thema gewählt hatte.
Ein junger Farmer Namens Tilly,
aus der Ortschaft Benton, Mo., wel
cher im vergangenen Sommer seinen
Vater erschossen hatte, als dieser des
Ersteren Gattin angriff, wurde un
längst, nachdem er des Todtschlags
schuldig befunden worden war. mit
einer Geldstrafe im Betrage von 350
Dollars belegt. Die Thatsache, daß
Tilly die That beging, um seine Gat
tin zu schützen, und die allgemeine
Sympathie, welche für den jungen
Mann an den Tag gelegt wurde, ver
anlaßten den Richter, Milde walten
zu lassen.
In der Nähe von South Bend,
Ind., erschoß vor einigen Tagen der
Farmer Edward Hostetler, während
er auf einen Hund mehrere Schüsse
abfeuerte, die 21 Jahre alte Frau
Melford Price, die mit ihrem Gatten
gerade an der Wohnung Hostetler's
vorbeiging. Eine Kugel drang ihr in
die Schläfe, und sie fiel neben ihren
Gatten als Leiche zur Erde nieder.
Hostetler stellte sich sofort der Polt
zei, wird aber wahrscheinlich nicht
prozessirt werden, da offenbar ein
unglücklicher Zufall vorliegt.
Ein furchtbares Eisenbahnunglück,
das etwa vierzig Personen das Le
ben gekostet und die schwere Ver
letzung von mindestens ebenso vielen
verursacht hat, ereignete sich vor eim
gen Tagen an dem Soo-Zweige der
Canadian Pacisic-Eisenbahn in der
Nähe von Sudbury, Ont., Canada.
Der Zug entgleiste, während er mit
einet Schnelligkeit von 40 Meilen
per Stunde dahinfuht, fiel einen
steilen Abhang herunter direkt auf
das Eis des Spanish River, brach
durch und die Trümmer mehrerer
Waggons des Zuges ruhen auf dem
Grunde des an jener Stelle nicht
seht tiefen Flusses. Det verunglückte
Zug wat als No. 7 bekannt und
befand sich aus seiner regelmäßigen
Fahrt von Montreal nach Sault
Ste. Matte und Minneapolis. Alle
Waggons waren mit Passagieren
dicht besetzt, und det Lokomotivsüh
tet fuhr, um eine kleine Verspätung
einzuholen, schnellet als gewöhnlich.
Büste
in det Walhalla bei Regend«
bürg ist sinniger Weise der 10. Mai
angesetzt worden, der Tag, an wel
chem im Jahre 1871 zu Frankfurt
a. M. der Friede zwischen dem Deut
schen Reich und Frankreich unter
zeichnet wurde. Prinzregent Luit
pold von Bayern, von welchem die
Anregung zur Aufstellung der Büste
des großen Schlachtenlenkers ausge
gangen ist, hat jenen Gedenktag für
die Ceremonie selbst erkoren. Für
das Ereigniß ist eine großartige mi
litärische Feier geplant. Die Aus
sührung der Moltke-Büste für die
Walhalla, welche von Könia Ludwig
seine nicht Ihnen zum Gefalle n,sondern für sich selbst. Es ist ihm nicht angenehm, wenn er sie über die ganze Nachbarschaft suchen muß. Nehmet meinen guten Rath an. Wenn euch die Putzmühlen, welche ich ver
o£uR.mcv ^lallen, holt sie von einem anderen Händler, aber kaust euch selbst eine, sodaß der Nachbar, wem er Sie kommen sieht, sich nicht versteckt, weil er vielleicht denkt, Sie wollen feine Putzmühle oder andere
Maschinerie borgen.
.jti. i. Fassungskraft, der „New Superior" Putzmühle ist für diese Saison verdoppelt worden. Kommt herein und beseht sie euch! Es ist die Putzmühle, welche die meiste Fassungskraft hat und die beste Arbeit
verrichtet. Es ist die beste aus dem Markte.
i 'V »'Jni i a*1 1
von Bayern als dauerndes Denk
mal deutschen Ruhms und deutscher
Größe gegründet wurde, hatte der
Prinzregent vor einiger Zeit dem
Professor Erwin Kurz von der
Münchener Akademie der bildenden
Künste übertragen. Es ist dies der
nämliche Künstler, der auch die Bis
marck-Büste für die Walhalla gefchaf
sen hat.
Der preußische Kultusminister v.
Trott zu Solz hat ein Rundschreiben
an die katholischen Bischöfe erlassen,
dessen Inhalt nicht geringes Aufse
hen erregt, aber zugleich in weitesten
Kreisen mit besonderer Genugthuung
begrüßt wird. In dem Schreiben et
sucht der Minister die Bischöfe, die
Kirchenvorstände anzrweisen, Gegen
stände historischen, künstlerischen und
wissenschaftlichen Charakters nicht zu
verkaufen, ohne daß zuvor die staat
liche Genehmigung eingeholt und er
theilt worden ist. Unmittelbaren An
swß zu dem Schritt des Ministers
dürfte die Thatsache gegeben haben,
daß unlängst abermals ein kostbarer
deutscher Kirchenschatz in's Ausland
gewandert ist. Ein Flügelaltar, wel
cher aus dem frühen Mittelalter
stammt und aus drei Theilen besteht,
war aus Hanau im preußischen Re
gierungsbezirk Kassel nach Amerika
verkauft worden.
In Marburg, Deutschland, ist der
namhafte Physiker Professor Dr.
Friedrich Kohlrausch im siebigsten
Lebensjahre dahingeschieden. Der
Gelehrte, welcher dort seinen Ruhe
stand verbrachte, war im Jahre 1895
als Nachfolger des berühmten Physt
fers und Physiologen Hermann von
Helmholtz zum Präsidenten der Phy
sikalisch Technischen Reichsanstalt
nach Charlottenburg berufen worden.
Friedrich Kohlrausch wurde am 14.
October 1840 zu Rinteln geboren,
studirte in Erlangen und Göttingen,
wurde 1864 Dozent des Physikali
schen Vereins in Frankfurt a. M.
1867 außerordentlicher Professor in
Göttingen und 1870 ordentlicher
Professor ant Polytechnikum zu Zü
rich.
Im Schwurgericht zu Lissa iu Preu
ßen ist der Tischlergeselle Kosziol
wegen vierfachen Lustmordes an
Frauen und Mädchen in der Provinz
Posen zum Tode verurtheilt worden.
Die Unthaten erregten seinerzeit die
größte Sensation. Die Lustmorde
waren innerhalb weniger Wochen im
vergangenen Sommer in Südposen
verübt worden. Die Kriminalpolizei
entfaltete eine fieberhafte Thätigkeit
und die Festnahme des Verbrechers
erfolgte schließlich in der ersten Au
gustwoche zu Stenschewko, Kreis
Schroda. Koszia verlegte sich an
sanglich auf's Leugnen. Aber die
Beweise seiner Schuld waren über
wältigend groß.
Unter der Bevölkerung von Salz
bürg in Oesterreich herrscht, nach
Meldung von dort, größte Erregung
über einen gewaltigen Finanzkrach.
Der Bankier Max Kohn ist durchge
brannt, und sein Prokuist Siccard
hat sich selbst erschossen. Die Beiden
spekulirten während der jüngsten
Balkankrise auf das waghalsigste.
Nicht weniger als zehn Millionen
Kronen Depots sind dabei verloren
gegangen. Die Geistlichkeit ist beson
ders schwer in Mitleidenschaft gezo
gen worden.
Der französische Premierministet
Briand und Finanzminister Cocherh
gaben vor einigen Tagen bekannt, das
oberflächlicher Schätzung nach das
Unwetter und die Hochfluth in Frank
reich einen Schaden von mehr als
$200,000,000 angerichtet haben. Pa
ris ist in fünf Distrikte getheilt, trnfc
jeder dieser Distrikte steht unter einem
Militärkommandeur, der ebenfalls
die Hilfs- und Rettungsarbeiten zu be
aufsichtigen hat. Angesichts des
furchtbaren Unglücks, das die Stadt
Paris und andere Städte, ja die ganze
Nation betroffen bat, liefert Frank
reich ein treffliches Beispiel furchtlosen
Unternehmungsgeistes und schönsten
Einvernehmens. Alle politischen
Streitigkeiten waren während der Ka
tastrophe vergessen, und in trefflicher
Harmonie standen alte Gegner und er
Gitterte Feinde aus politischen und Re­
«Alger.
Denken Sie nicht, daß es Ihr Nachbar müde wird, wenn Sie sich immer feine Putzmühle borgen? Wenn Sie es nicht wissen, ich weiß es, denn
Jedermann der von mir eine Putzmühle kaust, sagt: „Ich werde sie nicht ausborgen. Es thut der Putzmühle immer Schaden, wenn sie über den
hart gefrorenen Boden gefahren wird. Mißbraucht also die Güte des Nachbars nicht, bis er gezwungen ist, geradeweg „Nein!" zu sagen. Kauft
euch selbst eine Putzmühle. Bezahlt Baargeld dafür, wenn ihr es könnt. Wenn nicht, macht's wie ich und kauft sie an Zeit. Ihr Nachbar kaufte
ligionskämpfen Schulter an Schulter
in dem Kampfe gegen die entfesselten
Elemente, um ihre zerstörende Gewalt
zu brechen und Unglücklichen beizu
stehen. Die Lebensmittelpreise sind in
Paris fabelhaft in die Höhe gegangen.
Vor mehreren Bäckerläden kam es un
längst in Paris zu ernsten Radausze
nen, weil die Besitzer die Preise für
Brod unverschämt erhöht hatten und
der Versuch gemacht wurde, die Läden
zu stürmen und auszuplündern. Nur
dem rechtzeitigen Einschreiten der Po«
lizei ist es zu verdanken, daß es nicht
zu einem blutigen Krawall kam.
Von hier und dort
(3. Fortsetzung.)
Die Prohibitionisten sind jetzt im
Süden fleißig an der Arbeit und be
müht, dort alles trocken zu legen.
Von dort werden sie, wie berichtet
wird, ihr Hauptaugenmerk auf Ca
nada richten und versuchen, auch in
diesem Lande für ihre Ideen Propa
ganda 31t machen.
Einestheils kann ich den Prohi
bitionisten nicht so ganz unrecht ge
ben, denn sogar unter uns Deutschen
herrscht ungewöhnlich viel Trunk
sucht. Der Mensch soll aber mit Ma
ßen trinken imd auch essen. (Ja, hat
denn der geehrte Herr Korrespondent
vielleicht die Idee, daß Prohibition
dem Laster der Trunksucht steuert?
Er weiß doch, oder sollte es wissen,
daß Prohibition gerade das Gegen
theil von dem erreicht was es be
zweckt. Eben weil wir hier Prohi
bition haben, ist die Trunksucht in
Nord-Takota viel stärker als in
Staaten welche vernünftige Gesetze
in Bezug auf Ausschank geistiger
Getränke haben. Red. Staats
Anzeiger.)
Matt sieht auch in der ZeitungPro
ben davon wenn es heißt, daß es
lustig zuging. (Damit ist noch lange
nicht gesagt, daß übermäßig getrmv
ken wurde. Man kann lustig sein
ohne des Guten 31t viel gethan 31t
haben. Thatsache ist, daß ein schwer
betrunkener Mensch überhaupt gar
nicht lustig sein kann.—Red. Staats
Anzeiger) Ich könnte hier die Na
men von Leuten anführen, von de
nen ich weiß daß sie alljährlich $100
bis $200 für Schnaps ausgeben.
(Solchen Bericht würden wir in den
Papierkorb werfen. Es geht weder
uns noch Sie etwas an, wie viel an
dere Leute für Schnaps oder Stie
felwichse ausgeben. Das ist Jeder
mmtns eigene Sache. Treibt der
Mann es so toll, daß seine Familie
oder die Gemeinde darunter zu lei
den haben, muß er unter Vormund
schaft gestellt werden. Anderen Leu
ten den öetutß geistiger Getränke zu
untersagen, weil einige dieselben
mißbrauchen, ist Unsinn. Ned.
Staats-Anzeiger.)
Die Leser werden mir beistimmen
müssen, daß es traurig ist, so viele
unter uns Deutsche zu sehen, welche
dem Trünke ergeben sind. Diese
Trunkenbolde machen uns keine
Ehre, sondern sind eine Schande für
die ganze Nation. (Da hoben Sie
das Richtige getroffen. Red.
Staats-Anzeiger.) Daß wir Deut
schen als starke Trinker bekannt
sind erfuhr ich, als ich diesen Herbst
in den Straßen unserer Nachbar
stadt spazieren ging. Da begegnete
mir et» Mann, anscheinend Amerika
ner, der bei mir stehen blieb und
mich frug wer ich sei. Ich wunderte
mich sehr, was wohl diese Anrede zu
bedeuten haben möge, und gab dann
zur Antwort, daß ich ein Deutscher
sei. Hierauf sagte der Mann: Also
find Sie auch einer jener deutsch-rus
fischen Regimentssüffel. (Der Mann
kann aber von Glück sagen, daß er
nicht uns oder vielleicht einem ande
rett Deutschen das in's Gesicht sagte,
denn wir hätten ihm daraufhin un
bedingt „eins" auf Zifferblatt ge
wischt, daß er den Himmel für 'ne
Baßgeige angesehen hätte. Red.
Staats-Anzeiger.) Nein, antwortete
ich dem Manne ich bin kein Trinker,
worauf er'meinte er glaube daß ich
'storic S
°cz'cty
9t0* 28
die Wahrheit spreche, daß aber doch
die Teutschen abscheuliche Trinker
seien. Der Mann war, wie ich
später ermittelte, ein starker Prohi
bitionist. (In Wirklichkeit aber je
denfalls ein so großer Süffel wie
der größten einer!—Red. Staats
Anzeiger.)
Für Trunkenbolde und starke
Trinker sollten besondere Gesetze ge
ntacht und auch die Leute bestraft
werden, welche solchen etwas verab
reichen, wie es in Süd-Dakota der
Fall ist. (Solche Gesetze sind für die
Katz, wie die Erfahrung zur Genüge
gelehrt hat. Trunksucht kann nicht
durch Zwangsgesetze verhindert oder
ausgemerzt werden. Sorgfältige
Erziehung der Jugend muß an
Stelle der unsinnigen Zwangsge
setze treten, dann wird der Erfolg
nicht ausbleiben.—Red. Staats-An
zeiger.)
(Fortsetzung folgt.)
Der Deutsch- Amerikanische
Nationalbund
Feiert dieses Jahr sein lOjähriges
Bestehen.
Den Zweigen und Einzel-Verei
nen des Deutfch-Amerikanischen Na
tional-Bnndes treudeutschen Neu
jahrs-Gruß und -Wunsch. Der am
19. Juni 1900 zu Philadelphia ge
gründete Bund kann in diesem Jahr
sein zehnjähriges Bestehen begehen.
Jedes Jahr brachte neue Stümpfe,
aber auch neue Erfolge. Der Na
tional-Bnnd ist sozusagen im stam
pfe groß geworden. So lange das
Deutschthum in diesem Lande um
seine Existenz kämpft, wird es auch
nicht untergehen.
Der Bund kann mit seinen Erfol«
gen auf allen Gebieten deutschen Le
bens wohl zufrieden sein. Wenn man
berücksichtigt, daß in jeder Stadt
auch lokale Bestrebungen zu unter
stützen find, ist die Aufbringung von
nahezu $6000 für das Pastorius
Denkmal und ebensoviel für das
"Lehrer -Seminar zufriedenstellend
zu bezeichnen. Diese beiden Fonds
sind ganz besonders zum Beisteuern
empfohlen. Sehr zu wünschen ist
daß sich auch bemittelte Tentsch-Ame
rikaner an Zeichnungen betheiligen.
Auch im neuen Jahre wird es an
Kämpfen nicht fehlen. Gegenwärtig
schon liegen dem Kongreß nicht weni
ger wie 14 Prohibitions-Bills vor.
Auch bei den Kongreß- und Legisla
tnr-Wahlen wird es an. Kämpfen
nicht mangeln. Fester und fester iniif
sen sich deshalb die Tentfch-Ameri
kaner zusammenschließen. Ties müs
sen im neuen Jahre die deutschen
Vereinigungen derjenigen Staaten
thun, in welchen noch keine Staats
Verbände exjstiren, damit im näch
sten Jahre in Milwaukee der Westen
voll vertreten ist. Und es wird
diesen deutschen Vereinigungen
ganz besonders ans Herz gelegt,
keine lose angelegten, nur für einen
bestimmten Zweck orgaitisirten soge
nannten Freiheits-Ligas zu grün
den, sondern Staats-Verbände des
National-Bundes. Wir Teutsch
Amerikaner haben die Pflicht, für
unsere bürgerlichen Rechte einzntre
ten, und das hat der National-Vnnd
seit seinem Bestehen gethan, aber wir
haben auch andere unabweisbare
Pflichten dem Teutfchthum gegen
über, die nicht vernachlässigt werden
dürfen.
Auch die Erfolge werden im neu
en Jahre nicht ausbleiben. Gegen
wärtig wird in den Staaten Tennes
see, Nebraska und Iowa stramm or
ganisirt. In Nashville hat sich die
Teutsch Amerikanische Gesellschaft
von Nashville, Tenn., dem National
Bund angeschlossen. Am 2. Februar
findet in Cedar Rapids, Iowa, eine
Konvention zur Gründung eines
Staatsverbandes von Iowa statt.
Teshalb: Glückauf im neuen
Jahre! _____________
Wer Land zu verkaufen hat oder
solches kaufen will, wende sich an den
Staats-Anzeiger. Landaeschäfte aller
Art werden schnell und billig besorgt.
Sprecht vor oder schreibt an dm
Staats-Anzeiger, Rugby, N. D.
$
7'
»V i if
$
X'

Fllt die Enthüllung det Mottle-
L. M. Grant's Maschinen-Schuppen, nördlich der Great Northern Msenbahngeleise, Rugby, 91. Dak.
Bon Felix E er e, Balfour N.D.

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