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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, June 16, 1910, Image 1

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Wochen-Rundschau
Ausland.
Deutschland.
e i n 5 u n i A u s e
Potsdamer Neuen Palais ist die all
gemein mit lebhaftester Freude auf
genommene Kunde gekommen, daß
Kaiser Wilhelm wiederhergestellt ist
und den Verband, welcher infolge
des Furrunkels am rechten Handge
lenk nothwendig war, abgelegt hat.
Die behandelnden Aerzte haben dem
Monarchen gestattet, die Unterzeich
nung amtlicher Schriftstücke wieder
aufzunhmen.
K ö s i n, 5. Juni. Von einer
verheerenden Fenersbmnst ist das
im Hommerschen Regierungsbezirk
Köslin gelegene Torf Altschlawe
heimgesucht worden. Die Flammen
verbreiteten sich mit rasender Schnel
ligkeit und konnten mit den ungenü
genden Löschvorrichtungen nicht
wirksam bekämpft werden. Es tour
den 28 Gehöfte mit insgesammt 45
Gebäuden zerstört. Zahlreiche Per
sonen sind obdachlos geworden. Das
Dorf zählt 1000 Einwohner.
e i n u n i W e i i e
bayerischen Brauereien den Preis für
Bier um zwei Pfennige per Pint er
höht hatten und den Preis nicht wie
der rednziren wollten, kam es heute
in dem Städtchen Torfen in Ober
bayern zu einem schlimmen Krawall.
Ein betrunkener Bolkshaufen fetzte
die Brauerei und mehrere anstoßende
Gebäude in Brand. Polizei und
Gendarmerie, welche den Mob an
seinem Zcrftöruitgsnierf verhindern
wollten, wurden schwer mißhandelt
und die herbeigeeilte Feuerwehr
mußte die Löscharbeiten einstellen,
nachdem die Schläuche durchschnitten
worden waren. Der Direktor der
Brauerei, der befürchtete, daß die
ganzen Anlagen in Flammen aufge
hen würden, gab schließlich nach und
versprach, das Bier wieder zum alten
Preis zu verkaufen. Sofort wurde
dem Direktor eine Ovation darge
bracht und Jung und Alt betheiligte
sich nunmehr mit großem Eifer an
den Löscharbeiten, um zu retten, was
noch zu retten war. Das Feuer hatte
aber bereits große Fortschritte ge
macht und der angerichtete Schaden
beläuft sich auf 250,000.
n e n u n i e
liche Aufregung herrscht in München
Über den Tagesbefehl, laut welchem
alle Offiziere der bayerischen Armee
sofern sie Katholiken sind, an der
Frohnleichnams-Prozefsion theilneh
men müssen. Viele Offiziere hatten
den Befehl beim kürzlichen Frohn
leichnamsfest nicht beachtet und sollen
sich mm vor einem Kriegsgericht ver
antworten. Da zwischen liberalen
und ultrantoittancn Kreisen in Bay
ern ohnedies schon seit geraumer Zeit
ein höchst gespanntes Verhältniß ex
iftirt, so hat dieser Zwischenfall die
gegenseitige Erbitterung noch mehr
gesteigert und man befürchtet sogar,
daß es zu Ausschreitungen kommen
könnte.
Ein weiteres Ereigniß, das in
Isar-Athen und in ganz Deutschland
großes Interesse hervorgerufen hat,
ist die Ankündigung von Professor
Emmerich von der hiesigen Universi
tät, daß er eine Methode entdeckt hat,
durch welche rohes Fleisch monate
lang ohne Anwendung von Eis in
absolut frischem Zustande erhalten
werden kann. Er will dies dadurch
bewerkstelligen, daß er sofort nach
dem Schlachten des Viehes Essig
säure durch die Adern spritzt. Fleisch
proben, die vier Monate lang bei
durchschnittlich 36 Grad Celsius in
offener Luft hingen, wurden von den
Fleisch-Inspektoren für ebenso gut
wie ganz frisch geschlachtetes Fleisch
befunden.
e i n 6 u n i e n a
Dernburg, Staatssekretär für die
Kolonien, hat heute dem Kaiser seine
Demission eingehändigt, aber Letzte
rer ist sich noch nicht schlüssig gewor
den, ob er die Demission annehmen
soll oder nicht. Er hat sich auch seiner
Umgebung gegenüber geäußert, daß
I
A
5
Z-s
er einen so tüchtigen Ressort-Minister
sehr ungern verlieren würde.
e s a u 6 u n i I n V e
tretung des Kaisers wohnte heute
Kronprinz. Wilhelm der feierlichen
Enthüllung des Krieger Denkmals
auf dem Schlachtfelde von Hoheit
friedberg im Kreise Bolkenhain des
preußischen Regierungsbezirks Lieg
nitz bei. Den König von Sachsen
repräsentirte dessen Bruder, Prinz
Johann Georg, und den Kaiser
Franz Joseph dessen Großneffe, Erz
herzog Karl Franz Joseph, der
Thronerbe nach dem Erzherzog
Franz Ferdinand. Mit den sürstli
chett Persönlichkeiten waren zahlreiche
preußische, sächsische und österreichi
sche Offiziere zur Stelle, Abordnnn
gen von Regimentern, die einst an
dem blutigen Ringen gegen einander
theilgenommen, während am heutigen
Jahrestage der Schlacht enge Bun
desgenossenschaft alle verbindet. In
den Festreden, welche die Zeremonie,
die übrigens eindrucksvoll verlief,
begleiteten, wurde gerade diese That
fache besonders betont.
In der Schlacht von Hohenfried
berg im zweiten Schleichen Kriege
siegte Friedrich der Große über die
Oefterreichcr und Sachsen unter Karl
von Lothringen und dem Herzog Jo
hann Adolf von'Sachfen-Weißenfels.
Die Oesterreicher und Sachsen (80,
000 Mann) hatten sich bei Tranten
aii vereinigt, um in Schlesien einzu»
fallen. Friedrich zog Ende April
feine Armee aus den Winterqnartie
reit zusammen und nahm itt der Ge
gend von Striegatl Stellung, Gene
ral Dumoulin mit der Vorhut über
das Striegauer Wasser vorgeschoben.
Der Feind, durch einen falschen
Spion getäuscht, glaubte, daß sich
Friedrich bis hinter Breslau zurück
ziehen werde, ging über das Gebirge
und lagerte diesseits. Am 0. Juni
früh 4 Uhr begann die preußische
Armee den Bach zu überschreiten und
marschirte jenseits auf. Dumoulin
begann die Schlacht gegen das sächfi
sehe Korps, das von den Oesterrei
chcrit nicht unterstützt und gänzlich
geschlagen wurde. Jetzt erst befahl
Prinz Karl den Aufmarsch feiner Ar
mee, die in dem durchschnittenen Ge
lättde, eine Vertheidigungsstellung
besetzte, während die preußische In
fanterie schon zum Angriff vorrückte.
Die preußische Kavallerie warf die
feindliche des rechten Flügels, wäh
rend der König die Truppe», die die
Sachsen besiegt hatten, heranführte.
Als die österreichische Infanterie
schon durch das Feuer erschüttert
war, brach General Geßler mit dem
Dragonerregiment Bayreuth (jetzt
Königin Kürafsierregiment No. 2)
durch die eigene Infanterie vor und
ritt in einer kriegsgeschichtlich be
rühmt gewordenen Attacke 20 Ba
taillone nieder, wobei si Fahnen er
obert wurden. Dies hatte den all
gemeinen Rückzug der Oesterreicher
iit's Gebirge zur Folge. Die Preit
ßen verloren 3600, die Oesterreicher
und Sachsen 16,000 Mann und 63
Geschütze.
a i n z 9 u n i i i e e n
den Fahnen sind die Mitglieder der
Deutsch- Amerikanische« Kriegerver
eine gestern am frühe» Nachmittag
nach ihrer Ankunft vou Hagen in
Westphalen in Mainz eingerückt. Der
Empfang, der ihnen seitens der hiesi
gen Kameraden und seitens der Be
völkerung der Stadt bereitet wurde,
war ein geradezu enthusiastischer.
Eine gemeinsame Feier auf dem
Gntenbergplatz, vor dem von Thor
waldsen geschaffenen berühmten Gu
tenberg-Denkmal, brachte die Ameri
kaner nnd die Mainzer in noch inni
gere Berührung. Die Feier. nahm
einen großartigen Verlans. Dr. G.
A. Hitzel ans Buffalo, der schon bei
der Feier auf der Hohenfyburg rei
chen Ruhm geerntet, hielt auch hier
die mit lautem Beifall aufgenomme
ne Hauptrede des Tages. Heute
Vormittag sind die Krieger über
Wiesbaden nach Biebrich gefahren,
um sich dort aus einem Spezialdam
pfer nach dem Niederwalddenkmal
zu begeben, wo die gestimmten Krie
gervereine des ganzen Rheingaues
4. Aahrgang Rugby, Nord.Dakota, Donnerstag de» 1«. Juni 1910«
f.
fc",
zu einer großartigen patriotischen
Feier versammelt sind.
e i n 9 u n i E i n s e k i
ches Ende hat in Afrika nach einer
Depesche des Gouverneurs von Ka
merun, Dr. Seitz, die Karawane ei
nes deutschen Kaufmanns Brett
fchneider gesunden. Wie die Depesche
meldet, ist die Karawane, der sieb
zehn Träger angehörten, in die
Hände von Kannibalen gefallen und
mafsakrirt worden.
e i n 1 0 u n i Z u o e e i
ner Depesche ans Köln ist der Um
fang der durch einen Blitzschlag ver
anlaßten Explosion in der Schiebn
fcher Nitro-Glycerinfabrik ein noch
wesentlich größerer gewesen, als die
ersten Nachrichten vermuthen ließen.
Wie jetzt festgestellt ist, befanden sich,
trotzdem das Unglück in der Mittags
pause eintrat, weit mehr Arbeiter,
als man angenomemn hatte, itt dem
Etablissement. Die Zahl der Ver
letzten beträgt nicht zwanzig, sondern
achtzig.
Aus Anlaß des ebenfalls gestern
durch Blitzschlag herbeigeführten To
des mehrerer Soldaten des sächsischen
Infanterie-Regiments No. 177 und
der in Preußen durch Blitz herbeige
führten tödtlichen Unglücksfälle ha
ben Kaiser Wilhelm und der König
von Sachsen Beileidstelegramme
ausgetauscht.
Ccftcrrcich-llngarii.
W i e n 6 u n i i e e i
kehr des Kaiserkönigs Franz Joseph
von der Fahrt durch Bosnien und die
Herzogowitta sind großartige Ova
tionen vorbereitet. Die Bevölkerung
der Haupt- und Residenzstadt will
ihm ihre Dankbarkeit bezeiget?, daß
er die gewiß große» Mühseligkeiten
der ausgedehnte» Fahrt auf sich ge
nommen hat. Zugleich ist es auch
ein Ausdruck der Freude und der Be
friedigung über den wahrhaft glätt
zendeit Erfolg der Reife. In Bos
nisch-Brod, der Grenzstadt, nahm
der Kaiser Abschied von den beiden
neuen Provinzen, deren Bevölkerung
ihm so offenkundige und zum Theil
rührende Beweise ihrer Loyalität
und ihrer Anhänglichkeit gegebe»
hat. Beim Abschied von de» Be
hörden sprach der Kaiser Worte rück
haltloser Anerkennung und herzlich
steit Dankes. In bewunderungs
werther Weise hat der Kaner die
Strapazen überstanden. Zum Schluß
hatte sich indeß doch eine gewisse Er
müdung eingestellt. Verschiedene
Empfänge und Veranstaltungen
mußten abgekürzt werden.
W i e ti, 6. Juni. Frau Christitte
Hebbel, die hier ansässige Wittwe des
ant 13. Dezember 1863 gestorbenen
großen Dichters Friedrich Hebbel,
liegt im Sterben. Seit Monaten ist
sie schwer erfrankt an's Bett gefesselt.
Die sie behandelnden Aerzte sind voll
Bewunderung der, der 93 Jahre al
ten Greisin innewohnenden Lebens
kraft. Nun aber ist die Auslösung
jeden Augenblick zu erwarten.
W i e n 7 u n i K a i s e a n z
Joseph ist nunmehr von feiner Reife
durch die annektirten Provinzen Bos
nien und die Herzegowina wieder in
der Hauptstadt eingetroffen und von
feinen Wienern mit heller Begeiste
rung empfangen worden. Braufen
der Jubel begrüßte den Monarchen,
als er in seinem Wagen vom Bahn
hof nach dem Schloß durch die Stadt
fuhr.
W i e il, 9. Juni. Den Wienern,
die der auf morgen angesetzt gewese
ne» Ankunft des Grasen Zeppelin
mit riesiger Spannung entgegen
sahen, ist eine Enttäuschung bereitet
worden. Der Graf hat sich gezwun
gen gesehen, feinen Flug nach der
Kaiserstadt an dér Donau aus unbe
stimmte Zeit zu verschieben, da bei
einer Versuchsfahrt seines neuen
Luftschiffes einer der Motore defekt
geworden ist. Wahrscheinlich wird
er nun die Wien-Reise durch die Luft
nicht vor nächster Woche antreten fön«
nen.
Italien,
o m, 7. Juni. Nach neuester
amtlicher Angabe wurden bei den
^armacrätbfdiaftcn. Kommt und beseht mein reichhaltiges Lager.
heutigen Erderschütterungen im süd
lichen Italien mindestens 30 Perso
nen getodtet, viele mehr verwundet,
und 10 Städtchen und starkbevölkerte
Dörfer Italien mehr oder weniger
schwer gelitten. Sobald die Kunde
von der Katastrophe hier eintraf, gab
der Premierminister Luzatti Wei
sung, die Truppen in der Erdbeben
zone zusammenzuziehen er will per
sönlich die Hinarbeiten leiten. Auch
wies er einstweilen $10,000 an den
Protesten der Provinz Avellino an
derselbe hatte um Hilfe telegraphirt.
Die Negierung will das Parlament
um eine Bewilligung von $100,000
ersuchen. König Viktor Emanuel
traf Anstalt, mit Ertrazug nach dem
Schonplatz zu fahren.
o i», 8. Juni. Depesche», wel
che heilte Nachmittag, nachdem die te
legraphische Verbindung wieder noth
dürftig hergestellt war, aus dem Erd
beben-Dntrikt hier eintrafen, melden,
daß tm
Ganzen
Habe die vollständigste Auswahl in Farmmaschinerie und Farmgeräthschaften in Pierce County. Ein Besuch meines Waarenschup
Pens wird Sie von der Wahrheit des Gesagten überzeugen.
Ich führe nur erstklassige Waaren und ich weiß auch, daß die meisten Farmer dies anerkennen. 1s Wenn ich nicht habe» was Sie wünschen, besorge ich es für Sie.
1
z
jetzt 5Ö Leichen unter
den Trümmer» der eingestürzte»
Häuser hervorgeholt worden sind
und daß man noch etwa 30 bis 40
weitere Leichen zu finden erwartet.
Auf feinen Fall dürfte die Zahl der
Getödteten die Ziffer Hundert über
steigen. Dagegen ist die Zahl der
Verletzten bedeutend größer als man
zuerst angenommen hatte. I» Gali
tri liege» 100, in Avellino 120, iit
Coseiiza 80 u»d in Caftcllantarc 50
Verletzte in den durch Zelte proviso
risch hergestellten Nothhospitälern.
o in, 9. Juni. Im Vatikan er
regt das Befinden des Kardinals
Rampolla, der während der letzten
Tage mehrere Ohninachtsanfälle hat
te, große Besorgnis Die genaue
Natur seines Leidens ist nicht bekannt
gegeben morden, doch weilen die
Aerzte beständig an seinem Kranken
lager. Kardinal Rampolla ist 67
Jahre alt und würde, falls er ihn
überleben sollte, als muthmaßlicher
Nachfolger Pius des Zehnten in Be
tracht kommen.
Frankreich.
a i s 1 0 i i i e u e i e
veröffentlichte statistische Angaben
zeigen einen weiteren Zuriickgaitg der
Geburtsrate in Frankreich an. Die
Zal)l der Geburten int Jahr 1909
betrug 770,000 gegen 702,000 im
Vorjahr.
Mexico.
S a e i o 1 1 i i i e
8ladt Valladolid auf der Halbinsel
Wkatan, die Ende letzter Woche von
aufständischen Indianern genommen
wurde, die etwa vierzig Beamte der
mexikanischen Regierung niedermach
ten, und sich dann in der Stadt ver
schanzten, wurde von den mexikani
sche» Truppen nach einer aus Merida
itt Mexico eingetroffene» Nachricht
Freitag früh wieder genommen. Die
Rebellen wurden itt die Flucht ge
schlagen und zogen sich unter heftiger
Verfolgung in die Berge zurück. Sie
ließen viele Todte und Verwundete
im Stiche, und die Truppen machten
eine große Zahl Gefangene, unter
denen sich auch der Haupträdelsfüh
rer, Nicolas Soza, befindet, der ver
mundet wurde. Die Nationalgarden
verloren in dem Kampfe 30 Todte
und eine Anzahl Verwundete. Oberst
Lara, der zwei Schnellfeuergeschütze
bei sich hatte, leitete den Angriff. Itt
einem ernsten Gefecht ant Donners
tag wurden die Indianer aus ihren
Verschattungen vor der Stadt ver
trieben und am Freitag früh wurde
der Kampf wieder aufgenommen. Es
heißt, daß viele der Rebellen sich im
Dunkel der Nacht schon in die Berge
flüchteten, die Zurückgebliebenen lei
steten desto heftigeren Widerstand
schließlich flohen sie aber unter dem
Feuer der Mafchinengeschütze.
i v a s 1 1 u n i E i n u
revolutionärer Marodeure griff am
Freitag die zwischen Riva und Gra
nada in Nicaragua gelegene Stadt
Nandaine an und durchschnitt die Te
legraphenleitungen, wurde aber von
Regierungstruppen nach einem acht
stündigen Kampf vertrieben.
V $L è iÄ
Inlands
Die Eisenbahnen geben nach.
W a s i n o n 6 u i i e u e
Nachmittag um drei Uhr fand die be
reits angekündigte Konferenz zwi
schen Präsident Tast und den Vertre
tern der westlichen Bahnen statt, die
nach dem Weißen Haus gekommen
waren, um sich wegen des von der
Regierung nachgesuchten Eiithaltsbe
fehle- zur Verhinderung des Jnkraft
tretens der Frachtraten Erhöhun
gen zu beschweren und gleichzeitig um
Abhilfe zu ersuchen. Als Vertreter
der Bahngesellschaften hatten sich die
Eisenbahn-Präsidenten Ripley, De
lano und Fcltoit int Weißen Haus
eingestellt. Sie hatten als Rechtsbei
stand den Anwalt Walter D. Hines
von New Uork, den legalen Berather
der Santa Fe-Bahn mitgebracht,
während dem Präsidenten Geiteralatt
walt WickerSham zur Seite stand.
Um 8 Uhr Abends wurde vom Wei
ßen Hause aus folgende Erklärung
veröffentlicht: „In der heute zwischen
Präsident Taft und den Vertretern
westlicher Bahnen im Weißen HauS
stattgefundenen Konferenz erklärten
sich die Letzteren bereit, alle Ratciter
höhuttgen, welche ant 1. Juni itt
Kraft treten sollten, zurückzuziehen
und vorerst die Wirkungen des neuen
Eiseitbahitgesetzes abzuwarten, das
bereits in beiden Häusern des Kon
gresses angenommen wurde und jetzt
behufs Ausgleichung der Differenzen
wieder nach dem Repräsentanten
haus zurückgesandt wurde." Auf
diese Versicherung hin versprach Prä
sident Tast, daß der von der Regie
rung erlangte EinhaltSbefehl gleich
falls zurückgezogen werden soll, so
bald das neue Eisenbahngesetz von
ihm unterschrieben ist und in Kraft
tritt.
Die Großschlächter erhalten eine neue
Frist.
Kehren zur Arbeit zurück.
S a n o i a 7 u n i i e
12,000 Weichkohlen-Arbeiter im hie
sigen Distrikt, die sich seit dem 1.
April ant Streik befanden, faßten
heute den Beschluß, morgen die Ar
beit wieder aufzunehmen, nachdem
die Grubenbesitzer wenigstens die
neue Lohnskala bewilligt hatten.
Konvention der Bierbrauer.
W a s i n o n 8 u n i i e
United States Brewers Associa
tion", die hier ihre 50. jährliche
Konvention eröffnet hat, begaim
heute ihre erste Geschäftssitzung, die
von Präsident I. Hoster aus Kan
sas City eröffnet wurde. In seinem
I
desrichter Großcup gewährte heute
den Großschlächtern in dem gegen sie
und die National Packing Co. gerich
teten Prozeß behufs Auflösung der
Korporationen eine weitere Frist zur
Beantwortung der erhobenen Ankla
gen. Joint S. Miller, der Hanptan
walt der „National Contpaint" hatte
den Antrag gestellt, die Frist bis zum
1. September zu verlängern, aber
Richter Großcnp erklärte, er sei der
ewigen Verzögerungen und Ver
schleppungen müde. Er gab den An
geklagten bis zum 1. Juli Zeit zur
Beantwortung der Anklage und er
klärte, daß die angeklagten Korpora
tionen bis zum 1. August ein Plaid
oyer abgeben müßten.
Der Graft-Skandal in Illinois.
i a o, III., 6. Juni. Der
republikanische „Record-Heralii" rich
tete heute an Buuöesfeuator Witt. Lo
rinter die Aufforderung, zu refigni
reu. Der Staat Illinois stehe heute
infolge der Korruption in feiner ge
setzgebenden Versammlung als ab
schreckendes Beispiel vor dem ganzen
Lande und alle die gemachten Ent
hüllungen ständen mit Senator Lo
rimer's Erwählung in Zusammen
hang. „Der Senator selbst ist nicht
der Bestechung angeklagt", heißt es
itt dem Artikel, „aber weitn er mit
dem Stimmenfänge nichts zu thun
hatte, so hat er seine Erwählung ei
nein „Bestechung* Syndikate" zu
verbuken, dessen Motive einfach un
erklärlich sind."
flxsxexex
1
i
i
vy
Abo«neme»tS-P?eise:
$i.5U das Jahr in den Ber. Staaten
Nach dem «uiliitU
y* nn das Jahr nach Canada
Sn' Deutschland
12.00 (inv.. -l'/y
(9tur gegen $orau»w„. lung)
No. 47
Jahresbericht drückte Präsident Ho
ster die Anficht ans, daß die prohibi
tionististhe Fluthwelle, die längere
Zeit das Land unsicher machte, zu
rückzutreten beginne, wie dies aus
verschiedenen Niederlagen, welche die
Prohibitionisteit kürzlich erlitten, und
aus dem Bestreben verschiedener
Staaten, sich wieder von den drücken
den Zwangsgesetzen zu befreien, klar
ersichtlich fei. Gleichzeitig erklärte
er, es werde bald die Zeit kommen,
in welcher der Brauer mit den wirk
lichen und praktischen Reformern
Hand in Hand gehen und int Inte
resse einer gesunden Mäßigkeit käm
pfen werde. Bald darauf hielt Re
präsentant Boutell von Illinois eine
Rede, in welcher er das Wesen der
Prohibition und die Ideen ihrer Ver-,
rechter in schärfster Weise angriff.
Er sagte: Von den Staaten, die
Prohibition annahmen, hat man drei
Dinge gelernt und zwar
1. Daß Prohibition thatsächlich
das Trinken berauschender GeträtÄe
nicht verhindert,
2. Daß die verbotenen milden
Getränke durch starke Spirituosen
von schlechtester Qualität ersetzt wer
den und
3. Daß in Prohibitions-Staaten
die Nachfrage nach spirituosen- und
droguenhaltigen Patentmedizinen,
nach narkotischen Mitteln etc. in er
schreckender Weise zugenommen hat.
Matt könne die Prohibitions-Be
wegung von irgend welcher Seite
man wolle betrachten, man werde nir
gends eine thatsächliche Berechtigung
für sie finden. Weder vom rechtli
chen, noch vom sozialen, ökonomischen
oder hygienischen Standpunkte aus,
sei sie zu vertheidigen. Glücklicher
weife mache sich im Volke der Drang
nach wahrer Mäßigkeit immer mehr
bemerkbar, und diese werde rafch mit
den schadhaften Auswüchsen der Pro
hibition fertig werden.
Große Erbitterung gegen Geistlichen.
S e n e a y N A 8 u n i
Öetheert und gefedert soll der Re
verend Clinton Dewitt SHarpe wer
den, der seiner eigenen Angabe nach
mit der hübschen, erst vierzehnjähri
gen Julia Whitacker aus Süd-Sche
nectady entflohen ist. Der Mann ist
verheirathet und feilte Frau leitet
eine Schule, die mit seiner Kirche in
Zusammenhang steht. Die arme Frau
ist vollständig niedergeschmettert
durch den Schlag, der sie umso schwe
rer traf, als sie feine Ahnung hatte,
daß ihr Mann ihr untren sei, bis sie
die furchtbare Nachricht erhielt. Des
Mädchens Vater hat, obwohl er nicht
wohlhabend ist, eine namhafte Beloh
nung für Den ausgesetzt, der ihm
seine Tochter wiederbringt und ihm
den Priester in die Hand liefert, der
sein Kind vielleicht unglücklich ge
macht hat. Man vermuthet, das
Paar habe sich nach Buffalo geivandt,
wo der Mann Anhang haben soll.
Die Postsparbanken-Bill angenom
men.
W a s i n o n 9 u n i i e
Postsparbanken-Bill kam heute Nach
mittag im Repräsentantenhause zur
I Abitiiniitintg, nachdem ein von den
Demokraten furz vorher eingereichtes
Substitut inedergestimmt worden
mar. Die Bill wurde schließlich nach
strikter Partciabstiniuiung mit 192
gegen 113 Stimmen angenommen.
Coroners-Inquest über Ermordimg
von Alma Kellner.
o u i s v i e K y 9 u n i e
fteute bezüglich Feststellung der To
deSursache der 9jährigen Alma Kell
ner abgehaltene Coroners-Inquest
förderte neue Beweise zu Tage, wei
che es als sicher erscheinen lassen, daß
der frühere Janitor der katholischen
St. JoHtts-Schule, Joseph Wendling,
der Mörder des armen Mädchens
war. Frau Wendling wiederholte
auf dem Zeugenftande ihre früheren
Aussagen, daß sie den Aufenthaltsort
ihres Gatten nicht kenne. Verschie
dene andere Fragen ließ sie auf An
rathen ihres Anwaltes und unter
dem Vorgeben, daß sie nicht gezwun-
(Fortsetzung und Schluß aus Seite 10)
t. V 5 -m, v.v-,
A
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ixV::-! è
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8. M. Grant s Maschinen Schuppe«, nördlich der Great Northern Eifenbahngeleife, Rugby, N. Dak.
Nicaragua.
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