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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, June 16, 1910, Image 10

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10.
Wochen-Rundschau
(Fortsetzung und Schluh von Seite 1)
gen werden könne, gegen ihren Wat
ten auszusagen, unbeantwortet.
Durch den jetzigen janitor der Schu
le, Benedikt Thomas, wurde bekannt,
daß Frau Wendling ihm vor etwa
zwei Monaten einen $10.00 enthal
tenden Brief übergeben habe, mit der
Bitte, diesen Brief an ihren Gatten
in Frankreich zu adressiren.
Oestliche Bahnen nicht so konlant wie
die westlichen.
W a s i n o n 9 u n i i e
östlichen Bahngesellschaften haben,
wider Erwarten, ihre bereits ange
kündigten RatenerHöHnngen, die am
1. villi in Straft treten sollten, nicht
widerrufen, sondern einfach auf den
1. August verschoben. Gleichzeitig
gaben sie die Erklärung ab, das eine
weitere Verschiebung stattfinden wird,
wenn das neue Eisenbahngesetz bis
dahin noch nicht in Alraft getreten
sein sollte. Diese Handlungsweise
der östlichen Bahnen entspricht nicht
ganz dem Geiste der Vereinbarung
zwischen dem Präsidenten Tast und
den Vertretern jener östlichen Bahn
gesellschaften. Das Abkommen wird
allseitig so aufgefaßt, dcch die ange
kündigten Ratenerhöhungen zurück«
gezogen werden müssen.
60,000 Mäntclmacherinnen wollen
streiken.
o st o n, 10. Juni. Ein Gene
ralstreik sämmtlicher Mäntelmache
rinnen in
x?tcw
?)ork ist heute Nach-
mittag von der hier in 3iVimg be
findlidu'i! „Ladn Garment Workers
International Union" antorisirt wor
den. Das Datum, an welchem der
Streik in Kraft treten soll, und die
näheren Arrangements für den Ans
stand wurden dem Erekntiv-ötoinite
in New ?)orf überlassen, dessen Por
sitzender Albert Block von New Jork
ist.
DZ e w 2) o f, 10. Juni. Im hie
sigen Hauptquartier der „Cloak aud
Skirt Makers Union" wurde erklärt,
das der Streik in .Straft treten werde,
sobald eine offizielle Benachrichti
gnng aus Bönen eingetroffen ist.
Dieser Streik werde voraussichtlich
die ganze Damenkleider-^nduslrie
lahm legen und wenigstens GO,UUO
bis 70,000 Arbeiterinnen von der
Arbeit rufen.
Zug beraubt.
El a o, Ter., 10. Juni. Der
nach 'Osten sahrende Passagierzug
No. 2 der El Paso & Southwestern
Bahn wurde heute Morgen kurz
nach Mitternacht eine Meile östlich
von Robstart, N. M., von einem ein
zelnen Banditen allgehalten. Die
Passagiere ans den Stuhl- und
Schlafwagen wurden ziemlich un
sanft cms ihrem Schlummer geweckt
und gezwungen, nach einer Privat
Car am hintersten Ende des Eltges
zu marschiren, wo sie etil ihr Baar
geld und ihre Werthsachen auf einen
Haufen legen muszten. Die Passa
giere und Hugangestellten, im Gan
zen 35 Personen, wurden dann von
dem Herrn Räuber weniger höflich
als bestimmt eingeladen, nach dem
Schlafwagen zurückzukehren, wo er
sie einschloß und dann in aller Ge
müthsruhe uach der Privat-Car zu
rückkehrte, die auf dem Fnszboden lie
genden Schätze in einen Sack steckte
und damit das Weite suchte. Man
schälst, das feine Beute an Geld und
Werthsachen mehrere tausend Dollars
beträgt.
Canada zu Unterhandlunge» bereit.
W a s i n o n, 10. Juni. Dem
Staats-Departement ging heute die
offizielle Mittheilung zu, das die ca
nadische Regienlug im Prinzip nichts
gegen den Abschluß eines gegenseiti
gen Handelsvertrages zwischen den
93er. Staaten und Canada einzuwen
den hat und deshalb wünscht, die Un
terhandlungen über diese Angelegen
Heit möglichst bald zu beginnen. Es
wird indessen nicht wohl möglich sein,
die Verhandlungen vor dem Herbst
zu beginnen, da die Sommer-Ferien
vor der Thür stehen und außerdem
Finanzminister yielding, sowie der
Minister für Zölle, Patterson, sich
zur Zeit im Auslande befinden und
nicht vor Mitte September zurück er
wartet werden.
Sensationelle Beschuldigung gegen
die Bethlehem Steel Co.
W a s i n o n 1 0 u n i I
Repräsentantenhause wurden heute
Beschuldigungen sensationellster Art
gegen die Bethlehem Steel Co. in
Verbindung mit ihren Panzerplatten
und Geschützlieferungen an die Re
gierung erhoben. Es war gelegentlich
der Besprechung des Konferenz-Be
richtes über die Flottenverwilligungs
Bill in der heutigen Sitzung des Re
präsentantenhauses, als Repräsen
tant Hughes von New Jersey auf
sprang und eine längere Rede hielt,
in welcher er darauf drang, daß die
Konstruktion von Schlachtschiffen
ausschließlich auf Schiffsbauwerften
der Regierung ausgeführt werden
sollten. „Ich habe," fuhr der Redner
mit erhobener Stimme fort, „Jnfor
mationen, die sich auf eine Reihe be
schworener Aussagen stützen, erhal
ten, wonach die Bethlehem Steel Co
es famos versteht, ihre durch Sprün
ge werthlos gewordenen Panzerplat
ten und Geschützrohre an den Mann
zu bringen. Sie läßt diese Sprünge
durch Sachverständige mit Kitt aus
füllen und derartig mit Bronce- oder
5tahl-Farbe nderschnneren, daß sie
thatsächlich verschwinden und bei nicht
sehr genauer Inspektion leicht über
sehen werden. Solche Panzerplat
ten und Geschütze sind nicht nur
werthlos, sondern mich gefährlich,
nber nicht für den Feind, fondern für
unsere Leute, die sich an Bord unse
rer Schiffe befinden und hinter die
sen Geschützen stehen."
Fenersbrnnst in Seattle.
S e a e W a s 1 1 u n i A n
her nördlichen Wasserkante brach
heute früh während eines Wind
stnrmes Reiter ans, welches sich in
nnglanblich kurzer Zeit über einen
mit alten Holzgebäuden dicht besie
delten Flächen raunt von zwanzig
Acres verbreitete, eine Million Dol
lars Schaden anrichtete und 500
Menschen obdachlos machte.
Viele verletzt.
o u s o n e 1 1 u n i E i n
heftiger Sturm, der in der Nacht von
Donnerstag auf Freitag Smith
Cnitith) in Texas heimsuchte, richtete
sehr großen Schaden dort an außer
dem wurden gegeu zwanzig Personen
verletzt. Die Berichte aus dem be
troffeuen Gebiet find bis jetzt sehr
spärlich.
Telegraphisches ans dem Staate.
a k e s i e i k e i e
Wahl, welche zu Gunsten eines neuen
Courthouses ausfiel, welches in El
lendale gebaut werden soll, wird
wahrscheinlich angefochten werden.
Bei der Wahl wurden in Ellendale
4*25 Stimmen abgegeben, von denen
nur drei gegen den Ban warnt. Es
wird Schwindel vermuthet, denn in
der heißen Stadtwahl im Frühjahr
wurden in Ellendale nur 200 Stim
men abgegeben und in der vorigen
allgemeinen Wahl fielen 283 Stim
men. Man kann sich nicht denken,
woher mit einem Male die Stimmen
alle kommen sollen und eine Unter
suchung wird vorgenommen werden.
Die Mehrheit zu Gunsten des Court
hauses beträgt nur 47 Stimmen.
a n t' i n i o n. Unter eindrucks
vollen Ceremonien wurde vorige
Woche die neue katholische St. Phi
lipps Kirche Hierselbst eingeweiht.
Das Gotteshaus ist 142 jynß lang
und 02 Fuß breit und kostete gegen
$85,000.
ö e n U i n i e i e s i e i s
National Bank, an deren Spitze P.
B. Wiesham und (5has. Wachter sie
heil, hat beschlossen, in Verbindung
mit ihrem Bankgeschäft drei weitere
Banken, sowie drei Bauholzhaudlun
gen in diesem (Morton) County zu
gründen, und zwar in Shanley, New
Leipzig und Carson, Fiir die drei
Banken werden vor der Hand Holz
gebände errichtet, aber sobald Mate
rial zur Stelle geschafft werden kann,
werden Backftein-Gebände für diesel
ben aufgeführt.
W i o w i y a e s e
siebenjährige Sohn von Herrn und
Frau E. Liebelt, welche nicht weit von
der Stadt wohnen, fiel beim Spie
len in eine rostige Scheere, welche
ihm in den Unterleib drang und die
Gedärme durchstach. Sofort zur
Stelle gerufene Aerzte nahmen beim
schwachen Schein der Lampe eine
Operation vor, welche erfolgreich
verlief, fodaß man Hofft, den Klei
nen am Leben zu erhalten.
i n o n. Ein Fimke, welcher
ans der Pfeife feines Arbeiters weh
te, steckte Charles Baker's Stall in
Brand, denselben einäschernd und ei
neu Verlust von $500 verursachend.
Zum Glück konnten Pserde und Vieh,
welches sich im Stalle befand, geret
tet werden. Der nahe bei Brad
dock wohnende John Seek ließ aus
Versehen seinen Revolver zur Erde
fallen, wobei sich die Waffe entlud.
Er trug zwei Wunden davon und die
Kugeln drangen ihm durch beide
Beine.
K a n i a S a a s -S e
k e
Das Farge? Forum sagt über ihn:
W. M. House ist einer der ältesten
Ansiedler und ein praktischer Far
mer, der in der Nahe von Wynd
mere eine halbe Section Land be
sitzt. Er war zehn Jahre lang Su
perintendent der Schulen in Richland
County, besitzt eine gute Bildung
und ist ein großer Kalligraph. Wir
fügen hinzu, daß Herr House ein Eh
renmann und in jeder Hinsicht im
Stande ist, diesen wichtigen Posten
auszufüllen, um den er sich jetzt be
wirbt. Er ist Kandidat auf dem re
publikanischen Ticket.
Sendet Verwandten oder Freunden
im alten Baterlande den Staats-An
zeiger auf ein Jahr. Der Preis des
Blattes in'« Ausland beträgt nur $2.00
jährlich, ganz abgesehen von der hüb
scheu Prämie, welche wir verschenken
und der Freude, welche dadurch Ber
wandten und Freunden bereitet wird.
Aus Süd-Dakotlt
A e e e n e n 6 u n i
Hier ist es so trocken, daß die Far
mer das Pflügen aufgeben mußten.
Von der großen Trockenheit verspürt
man aber in Aberdeen nichts, denn
hier giebt's Bier genug zu trinken.
Mein Schwager Kasimir Werlin
gcr und Anton Bertsch sind Kon
trafteure in Aberdeen und haben bis
zu 13,000 Fuß Erde auszugraben.
Seit vier Monaten bin ich in
Aberdeen und möchte gerne wieder
etwas von meinen Brüdern bei Bi
son hören. Ich habe mich schon ge
wundert, daß diese nichts im Blatte
von sich hören lassen.
Vor etwa vier Wochen langte auch
Philipp Stroh in Aberdeen art und
liegt krank an Rheumatismus dar
nieder, welcher sich auf die Füße ge
schlagen hat.
Gruß an meine Brüder und an
alle Leser des Blattes.
Peter Schmidt.
Auch hier war es seither sehr tro
cken. Ich muß nun sagen, daß Jo
hannes Friedel ein wirklich guter
Wetterprophet ist. Er sagte immer,
wenn ich mit den Ohren wackele,
giebt's Regen. Mir wollte das seit
her nicht recht einleuchten, aber jetzt
muß ich ihm wirklich Glauben schen
ken, denn am 1. Juni wackelte er mit
den Ohren und sagte: Morgen
giebt's Regen. Richtig erhielten wir
auch am 2., 3. und 4. Juni schöne
Landregen, welche ein wahrer Segen
find. Also allen Respekt vor Johan
ues, wenn er mit den Ohren wackelt.
Ob nun der Regen sich auf weitere
Gegenden erstreckte, kann ich freilich
nicht sagen.
In Nr. 45 des Blattes las ich auch
von Kasimir Reis, daß er am 30.
Mai mit Fräulein Helena Kraft aus
Aberdeen den Bund der Ehe schloß.
Kasimir lud alle Freunde und Be
kannte zur Hochzeit ein, aber die Ein
ladung kam ein wenig zu spät, denn
ich erhielt die .Nummer erst ant
Samstag, den 4. Juni zu spät zur
Hochzeit zu fahren. Nun, Kasimir,
ich wünsche viel Glück zum geschlos
senen Bunde!
Johannes und Adam Schneider
waren in Canada, um Land auszu
nehmen, sollten sie passendes rinden,
kehrten aber beide unverrichteter
Sache wieder hierher zurück. Sie
sageu, sie körnten Canada nicht loben.
So viel mir bekannt, ist Joseph
Goldade bei Hague Nord-Dakota
doch auch Leser des Blattes. (In
der That.—Red. Staats-Anzeiger.)
Wie kommt es nur, daß er nicht auch
für den Staats-Anzeiger korrefpon
dirt. Wenn er nicht gerne schreibt,
sollte seine Frau Theresia es besor
gen, denn ich habe zwei Sommer bei
ihm gearbeitet und ich weiß, daß
Frau Theresia gut schreiben kann.
Also frisch ait's Werk!
Möchte wissen, wo Franz Frison
von Peter sich aufhält. Er ist schon
17 Jahre in Amerika. Seine in Selz
Südrußland wohnenden Eltern ha
bcit noch nichts von ihm gehört und
sind besorgt um ihn. Vielleicht kann
ein Leser im Staats-Anzeiger die
Adresse des Gesuchten angeben.
Gruß an meine Eltern in Südruß
land und an alle Leser und Leserin
ncn. Joseph I. Hülm.
Aus Nord-Dakota.
Ter Staats-Anzeiger, Rngby, N. tos., bcit 16. Juni 1910.
Ich hoffe nicht, daß die lieben Le
ser und Leserinnen des Blattes den
ken mir sei die Tinte eingetrocknet,
weil ich so lange schon nichts berich
tet habe, denn das ist keineswegs der
Fall, nur läßt die Arbeit mir augen
blicklich wenig Zeit zum Korrespondi
ren, denn wir sind noch immer flei
ßig beim Brechen und abends fehlt
dann gewöhnlich die Lust zum
schreiben.
Von meiner Farm entliefen mir
drei Pferde, eine fünfjährige braune
Stute mit weißer Bleß auf der
Stirn. Brandzeichen kenne ich nicht,
weil das Pferd neugekauft, und zwar
aus Richardton ist. Ferner zwei 2
jährige Hengste, einer fast ganz
schwarz, der andere ein Grauschim
mel, letzterer etwas kleiner als erste
rer. Nachricht erbittet
Emanuel Benkendorf,
Da die Zeit der nächsten Wahl im
mer schneller heranrückt, ja uns
schön näher ist, als Mancher denkt,
möchte ich die Wähler in Distrikt Nr.
3 hiermit ermahnen, sich doch durch
nichts abhalten zu lassen, am Stimm
kasten zu erscheinen. Werthe Mitbür
ger, rafft euch doch endlich einmal
auf, schüttelt den alten Schlendrian
ab und stimmt als Angehörige der
deutschen Nation, auf welche wir alle
stolz fein können, für ehrliche, deut
sche Männer, denen das Wohl des
Volkes am Herzen liegt. Angehöri
ge anderer Nationen schlagen uns bei
jedem Wahlkampf und zwar nur,
weil sich unsere Deutschen seither we
nig um Wahlen kümmerten und auch
nicht fest zusammenhielten. Das
deutsche Element ist eine große Macht
in unserem McLean County und ich
weiß bestimmt, wenn sie als gute
Bürger ihre Pflicht thun, sich an den
Wahlen betheiligen und zusammen
halten, kann der Erfolg. nicht aus
bleiben. Die Zeit ist dann vorüber,
wo Angehörige anderer Nationen
uns „dumme Russen" heißen. Ein
vereintes Vorgehen des deutschen
Elementes bei den Wahlen wird ih
nen bald Achtung vor uns abnöthi
gen.
Durch viel Mühe und Zureden ist
es nun gelungen, einige tüchtige
deutsche Männer so weit zu bringen,
daß sie einwilligten sich um verschie
dene wichtige Countyämter zu be
werben. So hat beispielsweise Herr
Johann Klein schließlich sich bereit
erklärt, als County-Commissär für
den 3. Distrikt auszutreten und sich
der Mühe und Strapatzen zu unter
ziehen, welche ein Wahlkampf mit
sich bringt. Nun sollten alle Deut
schen im 3. Distrikt aber auch für ihn
stimmen und Herrn Klein damit zei
gen, daß wir nicht nur schwatzen, um
feinen Namen auf's Ticket zu bekom
men, sondern daß wir es aufrichtig
meinen und ihn wirklich zu diesem
Posten erwählen wollen. Ich glaube
sicher, wenn wir Männer wie Johann
Klein für Contntiffär, John W. Koc
itig für Schatzmeister, Paul S. Ma
yer für Auditor, Karl Okert für She
riff uud den alten Pionier John
Bretten als Schulfnperintendent in
unser neues Courthaus einsetzen,
könnten mir mit Sicherheit darauf
bauen, daß die Verwaltung des
County's in guten Händen liegt.
(Ein weiterer Deutscher, und zwar
Herr Adolph Wacker, tritt in Mc
Lean County für die Wiederwahl für
das Amt des Urkundenregiftrators
auf, welches er nun etwa zwei Jahre
intie gehabt hat. Wir haben nur
Gutes über ihn von dort gehört und
deshalb sollte das deutsche Element
auch ihn kräftigst unterstützen.—Red.
Staats-Anzeiger.)
Ich hoffe, daß ich nicht tauben
Ohren predige. Es ist nicht nur das
Recht, sondern auch die 'Pflicht jedes
guten Bürgers, sich an allen Wahlen
zu betheiligen, und so für das Wohl
des Conntys zu wirken. Lieber Le
ser, thue deine Pflicht um deines und
des Conntys Wohl willen!
Gruß an die Redaktion und an
alle Leser.
Philipp Mitleider.
Ich weiß wirklich nicht, was ich
dieses Jahr vom Wetter denken soll,
denn es will ja gar nicht warm wer
den. Haben wir 'mal einen Tag
warmen Sonnenschein, so ist's gewiß
am folgenden Tage wieder um so
kälter. Infolgedessen zeigt die
Frucht, sowie auch das Gras nur
schwaches Wachsthum. Doch, wir
wollen Gott walten lassen er weiß
was uns frommt.
Als ich neulich etwa fünf Meilen
nordwestlich von hier .war, um
Zaunspfoftcn zu holen, hatte ich auch
Gelegenheit, Land mir anzusehen,
welches per Dampf pflüg umgebro
chen worden war. Aber, lieber Gott,
so etwas ba?. e ich im Leben noch nicht
gesehen, denn di-5 war keine Arbeit,
sondern erbärmliche Pfnfcherei.
Die Herren Peter Braun und Ru
dolph Frank lassen sich jeder neue
Wohnhäuser batten. Dasjenige des
Herrn Braun soll bis zu $(,000 ko
sten.
In dieser Gegend soll unlängst ein
Haitfirer (Peddler) eine Frau ermor
det haben. Er kam in's Hans wäh
rend der Abwesenheit des Mannes.
Die Frau machte einige wenige Ein
käufe und als sie bezahlte, bemerkte
der Haufirer, daß die Frau eine gro
ße Summe Geldes bei sich führte.
Er beraubte sie desselben und ermor
dete sie auf bestialische Weife, indem
er ihr die Zunge ausschnitt. Als ihr
Mann nach Hause kam, hatte die
Frau sich bereits zu Tode geblutet.
Der Mörder wurde aber bald einge
holt und, wie ich vernehme, wurde
ihm auch gleich der Garaus gemacht.
Herr Wilhelm Gärtner verlor ei
nes seiner Arbeitspferde, indem er
mit dem Rasenschneider demselben
den Fuß abschnitt, sodaß er es schließ
lich erschießen mußte.
Hub, den 4. Juni.
Der Staats-Anzeiger kam mir
richtig zu Händen und ich freue mich
sehr, eine so gute deutsche Zeitung
gefunden zu haben. Das Blatt ge
fällt mir sehr und ist mir lieber als
alle anderen Zeitungen.
Neues giebt es aus dieser Gegend
gerade nicht zu berichten, aber der
Komet hat natürlich auch bei uns et
was Aufregung hervorgerufen. Nun,
der Komet kam, der Komet ging und
um die alte Mutter Erde ist's weder
schlechter noch besser bestellt als vor
her. Es hat feine Kollison gegeben,
wie die Abergläubischen und Unwis
senden befürchteten und nun, da sich
der Komet schnell von der Erde ent
fernt, werden sich die ängstlichen Ge-
miither, die einen Weltuntergang be
fürchteten, wohl allmälig wieder be
ruhigen. Die Erde ging überhaupt
nicht durch den Schweif des Kome
ten, wie die Astronomen voraussag
ten, auch ist kein Mensch an Gas er
stickt. Die Furcht vor dem Kometen
und dem Erduntergang trieb ganz
eigenthümliche Blüthen, sodaß sogar
manche Leute ihr Geld mit vollen
Händen wegwarfen, indem sie aller
hand unnützes Zeug kauften, weil sie
dachten, daß es später doch keinen
Werth mehr für sie Haben werde.
Diese Leute wären aber froh, wenn
sie nun ihr sauer verdientes Geld wie
der hätten!
Ein alter Bergmann, so wird aus
Leadville Colorado berichtet, be
merkte, als er in den Aale Schacht
hinabstieg, daß er in dieser Nacht
1000 Fuß Leadviller Granit zwi
schen sich und den Kometen bringen
werde, damit ihm dieser nicht auf den
Kopf falle. In Mobile County
Alabama hatte eine Negerfamilie
eine große Flagge aus einer langen
Stange aufgehißt. Als der Haus
herr frug, was das bedeuten solle,
wurde ihm die Auskunft: „Jt will
keep that comet away from here."
(Sie wird uns den Kometen vom
Leib? hatten.)
Ein findiger, verschlagener Kopf
war auf die Idee gekommen, gegen
Furcht vor dem Kometen die Einnah
me sogenannter Kometenpillen zu
empfehlen, welche, als neue Erfin
dung, sich auch trefflich bewährte,
denn die Dummen werden bekannt
lich nicht alle und der „Wunderdok
tor" machte mit feinen Pillen ein
glänzendes Geschäft. Der Blüthen,
welche die Furcht vor dem Kometen
zeitigte, könnten noch gar viele er
mähnt werden, aber es genügt.
Gruß an meinen Bruder Anton in
Allan Canada, an Anton Uffelmamt
in Unity Canada, und an alle Leser
des Blattes.
N a o e o n e n 7. Juni.
Da wir heute den Iängfterfehnten
Regen erhielten, will ich die Gelegen
heit zu einer kurzen Korrespondenz
benutzen.
Die Frucht steht durchgängig gut,
aber durch Fröste und andauernde
Trockenheit ist sie etwa§ im Wachs
thum zurückgeblieben, was nun der
Regctt wohl wieder wett machen
wird.
Bei Joseph Leintz traf Herr Joh.
Ripplingen sein Schwager, besuchs
weise ein. Ob und wie ihm diese Ge
gend gefällt, darüber wird er viel
leicht selbst im Staats-Anzeiger be
richten.
Anton Gärtner, welcher vor ei
nem Monat hier eingetroffen ist,
während feine Frau in Liverpool
England wegen Augenkrankheit zu
rückbleiben mußte, erhielt von ihr ei
nen Brief, nach welchem die Freut
inch weitere vier Wochen dort blei
ben muß.
Binzens Schmidt nebst Frmt, so
wie auch Markus Schmidt, reiften
ant 0. Juni ab nach Bismarck, um
irztliche Hülfe in Anspruch zu neh
men, da alle drei leidend find. Hof
fen wir, daß ihre Gesundheit bald
wieder hergestellt wird.
Jakob Harti) in Jamestown herz
lich Dank für übersandte Grüße. Es
wurde mir alles prompt ausgerichtet.
Hier haben viele Leute das Zucht
'iengst-Ficbcr. Eine Prüfungscom
nission war hier um die Zucht ber
Hengste festzustellen. Freilich koste
:e die Besichtigung den Eigenthü
mern einen schönen Batzen Geld, da
für aber wissen sie nun auch, ob die
Hengste Vollblut sind oder nicht.
Morgen, den 8. Juni, reift Herr
Johannes Ripplinger nach Hague,
um auch dort Verwandte und Freun
de zu besuchen.
Joseph Däschle.
Briefkasten der Redaktion.
A n i e e s e i n a n a a
—Es wird uns vor der Hand zur
Unmöglichkeit, die Sprungfeder
scheere als Prämie weiter nach Ca
nada zu senden, da dort ein neues
Zollgesetz eine Einfuhrgebühr auf
solche Sachen festsetzte. Es wurden
einige der Scheeren bereits von der
kanadischen Zollbehörde in Saska
toon zurückgehalten. Die Zollgebühr
beträgt 30 bis 35 Cents für jede
Scheere, eine Summe, die wir nicht
selbst tragen können. Die Frage
ob überhaupt solche Sachen als ein
fache Geschenke auch versteuerbar
sind, haben wir der kanadischen Re
gierung zur Entscheidung vorgelegt
und bis diese hier eintrifft, müssen
wir die Zusendung der Scheere an
canadische Leser einstellen, da diesel
ben von den Zollbehörden nur aufge
griffen und doch nicht an die Adresse
gelangen würden, außer der Em
pfänger ist bereit, den Zoll zu bezah
len. Sobald die Entscheidung ein
trifft, werden wir den Lesern in Ca
nada mittheilen, was das Resultat
ist.
a k o e i s e a k e N o d
Dakota.—Scheere wurde dem Schwa
ger nochmals nach Rußland über
sandt.
Anton Gefroh, bei Harvey N. D.
wohnhaft, bestellte diese Zeitung für
Sie üuf ein Jahr, um Ihnen eine
Freude zu machen, und läßt vielmals
grüßen. Auch dje Wandkarten wur
den Ihnen als weiteres Geschenk
übersandt.
a n z E k u o S a z a
Südrußland.—Herzliche Grüße von
Ihrem Bruder Joseph, bei Esmond
Nord-Dakota wohnhaft. Um Ihnen
eine Freude zu bereiten, bezahlte Jo
seph für Sie den Stats-Anzeiger auf
ein Jahr und er hofft, daß Sie gefal
len an dem Blatte finden mögen. Als
weiteres Geschenk gehen Ihnen auH
die Wandkarten zu.
o a n n e s K a e o a
Süd-Dakota.—Ihr Freund Rochus
Kessler dortselbst bezahlte für Sie
das Blatt aus ein Jahr. Die Wand
karten wurden Ihnen bereits als
Prämie zugesandt.
N i a n e S e z u a n
Herr Daniel Lacher bei Ipswich in
Süd-Dakota bezahlte das Blatt für
Sie auf ein Jahr, um Jjfnen eine
Freude zu machen. Als weiteres
Geschenk geht Ihnen auch die
Sprungfederfcheere zu. Daniel läßt
vielmals grüßen. Sie möchten ihm
auch schreiben, wie Ihnen das BlM
gefällt.
e i n a n a a S e z
Rußland.—Ihr Sohn Valentin bei
Brazil Nord-Dakota bezahlte die
Zeitung für Sie auf ein weiteres
Jahr und übermittelt herzliche Grii
ße. Als weiteres Geschenk geht Ih
nen auch die Sprungfederfcheere zu.
(Politische Anzeige)
Für Oberrichter.
Rechtsanwalt W. M. Anderson
au& dieser Stadt ist Kandidat für
Oberrichter. Sein Name erscheint
zusammen mit anderen Kandidaten
auf einem Separat-Stimmzettel, da
diese Richterämter nichts mit Politik
zu thun haben. Herr Anderson war
vier Termine hintereinander (Staats
anwalt von Ramsey County und ist
einer der talentvollsten und tüchtig
sten Advokaten im Staate und den
Anforderungen dieses wichtigen Am
tes in jeder Hinsicht gewachsen.
Devils Lake Journal.
(Anzeige)
Ticket der progressiven Repu»
bNtaner, 1910.
T. K. BrightbiL
von Towner County.
Für Staatsschatzmeister
G. L. Bicksord
W. C. Taylor
von Lamonre County.
Commissär für Ackerbau und Arbeit
W. H. Stutsman
Was ist gut für
schwache Männer?
Soeben erschien ein deutsche» Buch voll goldener
Wahrheiten für nervenschwache Männer, welche» de»
sicheren Weg zeigt »nr Wiedergewinnung strotzender
Kraft. Tie darin empfohlene Heilmethode wird bon
Hunderten von Aerzten mit bestem Erfolge angewandt.
Besonder« Nerven-Erschöpfung, vorzeitige Erschlaf
fung der Organe. Gedâchtuibschwäche. Trübsinn, «er
vösirät, Schwäche oder Schmerzen im Rücke«, erschöp
sende Ausflüsse, schlechte Träume, Nieren- and Blasen
leiden, trüber oder wolkiger Urin häufig die wahre
Ursacke geheimer Schwäche), Hodenleide«, Folge«
jugendlicher Berirrnngen, und ganz besonder» »e
schlecht»schwäche oder hartnäckige Fälle, gründlich uud
dauernd geheilt.
Da ich bereite mit viele» der Leser de» Staat»-««
zeiger persönlich oder brieflich bekannt, so bin ich gerne
bereit, auch andere« Leidenden mein deutsche» Buch,
welche» diese so erfolgreiche Heilmethode fur schwache
Männer klar und au»führlich beschreibt, frei und
einfachem Convert zu schicke«.
Sie brauchen nur diese Offerte auszuschneiden uud
mir dieselbe nebst Ihrer genue« Adresse eiuzusenden.
Dr. G. H. Vobertz,
664 »ootzw««» «ve., Detroit, nichts««^
Abomnrt auf den Staats-Anzeiger,
die tonangebende. deiche Zeitung
Nord-Dakota's.

(Politische Anzeige)
W. M. House
Brown County.
Perkins County.
e a o w e n 6 u n i
Morton County.
e a k, den 25. Mai.
46-ba Fleak, N. D.
McLean County.
a s u n e n 6 u n i
Stark County.
i k i n s o n e n 4 u n i
Gruß an alle Leser.
Frank M. Frank.
Mercer County.
Bernhard Pflüger.
Logan County.
A n o n V ö e i a o n
Nord-Dakota.—Ihr Geschwisterkind
Für Bundessenatoren
Thomas F. Marshall
von Dickey County.
Asle I. Gronna
von Nelson County.
Für Congreßabgeordnete
H. T. Helgeson
von Cavalier County.
W. S. Lauder.
von Richland County.
Für Gouverneur
I. A. Buchanan
von Stutsman County.
Für Hülfs-Gouverneur
Usher L. Bnrdick
von Cavalier County.
Für Staatssekretär
P. D. Norton
von Adams County.
Für Staats-Auditor
von Ward County.
Für Superintendent der Schulen
A. L. Woods
von Grand Forks County.
Für Generalanwalt
Andrew Miller
von Burleigh County.
Für Versicherungs-Commissär
Alex McDonald
von Emmons County.
Für Eisenbahn-Commissäre
Morton County.
O. P. N. Anderson Z
Ramsey County.
W. H. Mann
Morton County.

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