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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, June 30, 1910, Image 4

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Der Staats Anzeiger
Herausgeber
Donnerstag, den 30« Jnni 1910
Abonnementspreis»
Bereinigte Staaten, pro Jahr $1.50
Räch dein Auslande. $2.00
(Rur gegen Porausbezahlung.)
Die Redaktion übernimmt
für
den Inhalt
der Korrespondenzen leine Verantwortung,
Bemüht sich aler, alles Unpassende auszu
merzen. Einsendungen ohne volle Namens
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wandern
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den Papierkorb.
Um Verzögerung in Zusendung der Zei
tung zu vermeiden, bitten wir, bei Woki
nungsveränderungen oder Wechsel der
Postoffice immer den alten Wohnplatz und
die Postoffice mit anzugeben.
An die Leser.
Wir ersuchen unsere Leser, dem gelben
Zettel auf der Zeitung, oder auf dem Um
schlag, ihre Aufmerksamkeit zu schenken.
Aus demselben finden sie außer ihrem
Name» auch das Totunt, Iis zu welchem
das Blatt bezahlt ist. Leser, die mit dem
Zeitungsgeld im Rückstände sind, sollten uns
mit Einsenden desselben erfreuen und auch,
wenn möglich, ein Jahr im Voraus bezahlen.
Adressirt alle Geldsendungen und Briefe:
e S a a s- A n z e i e
9iugl% N. D.
Ldttonelles.
Gegen ein hundert Schmuckwaa
rciifabvifantcn in heu Staaten Rhode
Island und Massachusetts haben an
gekündigt, das sie infolge stauen Ge
schäftsganges während der Monate
Juli nnd August ihren Betrieb ein
stellen. Dadurch weiden etwa 10,=
000 Arbeiter vorübergehend brodlos.
Kollege, Herr Kehrer, Herausgeber
in McClusky, über Herrn Jorbal, .'Q.
der in letzter Stunde als Kandidat!
Motive ihn verleiteten, Herrn Jorbal
bei bent Dentschthum zu verdächtt
gen. Also: Herr Jorbal ist kein
Prohibitionist und sogar ein Gegner
des Prohibitionsgesetzes. Wer im
mer auch von den drei Bewerbern in
Sheridan County die Nomination
als Repräsentant erhielt, ist ein frei
finniger Mann, sodaß das deutsche
Element von dieser Seite nichts zu
befürchten hat. Das ist immerhin
ein Trost!
Es ist wirklich ergötzlich, zu Bemer
ken, welche Bocksprünge manche deut
sche Zeitungen des Staates während
einer bevorstehenden Wahl machen.
Da haben wir, beispielsweise, die zu
Dickinson erscheinende „Deutsche Zu
kunft," welche, gleich allen anderen
deutschen Blättern des Staates, vor
giebt, zum Besten des Deutschthums
und gegen die Mucker zu Felde zu
ziehen. Seither hat sich der Herr
Kollege auch ganz gut angelassen,
aber in seiner Ausgabe vom 21.
Juni, also kurz vor Thorschluß, em
pfiehlt er plötzlich seinen Lesern, für
C. A. Johnson als Gouverneur zu
stimmen, trotzdem er bestimmt weiß,
daß Johnson ein in der Wolle ge
färbter Prohibitionist ist. Was den
ken nun die Leser von einer solchen
Zeitung? Wir müssen es den Deut
schen in Stark County überlassen,
sich eine Ansicht über dieses minde
stens sonderbare Gebahren der „Zu*
5 kunft"^ zu bilden. Als ein Glück ist
es nur zu bezeichnen, daß gewöhn
lich der Einfluß eines Blattes, wel
ches vorgiebt, für Erhaltung unserer
persönlichen Rechte jederzeit einzuste
hen, aber in letzter Minute das
Deutschthum schmählich irre fähre«
ll, gleich Null ist. Die Deutschen
Stark County können sich jeden
leicht denken, welchem Umstände
zu verdanken ist, daß die „Zu-
fünft" plötzlich eine solche Kehrtwen
dung macht. Die Vorwahlen sind
nunmehr vorüber, das Loos ist ge
fallen, obschon das Resultat noch nicht
bekannt ist. Ganz gleich wie die
Wahl auch ausgefallen sein mag, sa
gen mir doch hier mit allem uns zu
Gebote stehendem Nachdruck: Ein
Deutscher, der für C. A. Johnson als
Gouverneurskandidat stimmte, hat
wissentlich ober unwissentlich, seinem
Namen, nein dem ganzen Deutsch
thum Schande gemacht, denn Herr
C. A. Johnson ist ein ausgesproche
ner Prohibitionist, und der Kollege
von der „Zukunft" weiß es, empfahl
ihn aber trotzdem Pfui Schande!
Die- „Dakota Freie Presse" in
Aberdeen Süd-Dakota war freundlich
genug, unseren Bericht als Sekretär
des Deutsch-Amerikanischen Central
bnudes von Nord-Dakota, bezüglich
Stellung gewisser Kandidaten für
Legislatur und Senat nachzudrucken
und so auch ihren Lesern Gelegenheit
zu geben, sich zu informiren. Der
Herr Kollege hat entschieden Recht,
wenn er behauptet, daß das skandina
vische Element in erster Linie für das
wahnsinnige Prohibitionsgesetz in
diesem Staate verantwortlich find.
Das ist Thatsache. Die Skandinavier
sind in der Regel für Prohibition
und s dabei wie die Bürsten
binder! Pfui Schande über solche
Heuchelei! Am Ende dieses Arti
kels räth die „Dat. Fr. Pr." ihren
Lesern für McCumber und Hanna zu
stimmen, weil McCumber sich im
Pundessenat unt Milderung der Eiu
wauderungsbestimmungen bemüht
hat und Hanna sich um die Farmer
des Staates verdient gemacht habe.
Wir glauben nicht, das der Herr Kol
lege genügend über den Rekord die
ser beiden Herren unterrichtet ist,
sonst hätte er sie dem Bolke gewiß
nicht empfohlen, ebensowenig wie der
Stants-Anzeiger sie empfehlen sann.
Wahr ist allerdings, daß Herr Mc
Cumber im Vundessenat eine Vor
lage zur Milderung der Einwande
rergesetze eingereicht hat. Seitdem
hat man aber nichts mehr gehört da
siumerhiu wollen wir ihm die-
Jn Kansas Ivil» Missouri habe«.
die Banken beschlossen, keine Darle
Heu mehr zu machen zum Ankauf tiotV
Kraftwagen, welcher zur ansteckenden
Krankheit geworden ist. Es wird be- jVon
richtet, daß im vergangenen Jahre ic* Verdienst nicht schmälern
die Farmer in Kansas allein 32 Mil- dererseits aber hat Herr McCumber
lioncit Dollars für Kraftwagen aus-! durch seine Handlungen bewiesen,
gegeben haben. Eine Bank allein
i
hat 52 Farmhypotheken, mit deren! kapitalisten hält und sich keinen Pfif
Erlös Kraftwagen gekauft wurden.! forling um das Volk oder um dessen
—Na, das ist ja freilich schlimm ge-1 Bedürfnisse kümmert. Herr Mc
itng, aber die Farmer sind bei Wei- Cumber- -ist einer der genebensten
tem nicht die einzigen Leute, welche! Politiker in Washington, der sogar
an dieser Krankheit leiden. Uns will: fao» weitsichtigere Leute irre geführt
bedünken, daß Bewohner der Städte hat. So hat er sich beispielsweise bet
den Farmern im Kaufen von Kraft
wagen weit „über" find.
Es thut nns sehr leid, daß itttfcr v
l.?J$
der „Nord-Dakota Staats-Zeitung ..
An-
daß er es mit den Trusts und Groß-
vielen Farmern sehr beliebt gemacht,
weil er im Buudessenat für Zoll auf
Getreide stimmte. Das meinten die
Farmer, ist doch ein untrügliches
fe
'^tr ^!CSUU\ sirrr
Q,
.,
11
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für Repräsentant aus Goodrich auf
trat, und über dessen Stellung zur
Prohibitionsfrage, uns gänzlich der
lehrt infortnirt hat. Wir haben in
der Zwischenzeit direkt von Herrn
Jorbal die Versicherung erhalten,
daß er kein Prohibitionist und auch
für Initiative nnd Referendum ist.
Die Vorwahlen sind min vorüber
und die Würfel sind gefallen, aber
wir halten es nichtsdestoweniger für
unsere Pflicht, Herrn Jorbal Gerech-, ...
tigkeit widerfahren zu lassen, Mx von bot uupoitirt werden konnte,
wollen zur Ehre des Herrn Kollegen 12™". jlr Schutzzoll haben.
annehmen, daß nicht selbstsüchtige! 5', ,u
s s
^^erlegung lieht det denkende
Mensch gar balb, baß es Spiegelfech
terei ist und der Farmer aus einer
solchen Maßnahme gar feinen Nutzen
ziehen kann, weil wir eine exporti
renbe Nation find. Unsere Getreide
preise werden fast ausschließlich in
Liverpool England gemacht und es
ist gemeiniglich bekannt, daß wir gar
fein Getreide importiren. Von gar
manchem Farmer hörten wir schon,
daß Canada eine Gefahr für die
^er. Staaten sei, und daß Getreide
1
)en
fl°r
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die Rede sein
samt, denn regelmäßig berichten die
canabischeii Farmer im Frühjahr,
daß es ihren sogar an Getreide für
die Aussaat gebricht und daß sie auf
Saatgetreide aus England warten!
Woher aber erhält England fein Ge
treide? Nun, zum größten Theile
aus den Ver. Staaten. Klar ist also,
daß biefer Schutzzoll dem Farmer
nichts hilft! Wie gesagt: es scheint
als ob Herr McCumber dadurch den
Farmern helfen will, aber es ist
nichts bahinter, wie sich jeder beu
tende Mensch, ber in bie Verhältnisse
eingeweiht ist, sagen muß. And
rerseits hat Herr McCumber im
Bimbesseuat bei beit Abstimmungen
bewiesen, baß er es mit den Trusts
und Korporationen hält. Wir haben
seinen vollen Rekord vor uns liegen,
wollen aber nur einige Beispiele an
führen, aus denen unsere Farmer
und das arbeitende Volk leicht erse
i)en kann, auf welcher Seite Herr
McCumber steht. Also: er stimmte
dagegen, Pflüge, Eggen, Mähmaschi
neu und andere Farmgeräthe auf die
Freiliste zu setzen stimmte auch gegen
freie Handwerkszeuge für Zimmer
feilte, Schmiede, usw. Er stimmte
gegen Zollermäßigung an Messer
schmiedewaareu, Porzellan, Irden
Waaren und Fensterglas. Er stimm
te gegen Ermäßigung des Zolles an
Eisen, Drahtzaun, Drahtnägel. Er
stimmte gegen Ermäßigung des Zol
les auf Bauholz, Latten, Schindeln,
Ziegelsteine, Cement, usw.—alles
Sachen, die der Farmer und Arbeiter
sehr nöthig und tagtäglich braucht.
McCumber stimmte aber für Zoller
höhung auf Baumwollenzeug für
Erhöhung des Zolles auf Bleiweiß
welches zu Anstreichfarben gebraucht
wird: für Erhöhung des Zolles auf
Stiefel und.Schuhe, usw. Sehen
die Farmer und Arbeiter nun, wessen
Freund McCumber ist? Der ihrige
ist er nicht das ist klar!—Was hier
von McCumber gesagt ist, gilt auch
von Herr« Hanna. Die Vorwahlen
sind nun vorüber, aber nichtsdestowe
niger wollen wir den Lesern reinen
Wein einschänken über das Handeln
beider Herren. Wie gesagt, wir glau
ben nicht, daß der Herr Kollege von
der „Dak. Fr. Presse" den Rekord
der beiden Herren kennt, denn sonst
hätte er sie seinen Lesern nicht em
pfehlen können!
Neue Epoche der Luftschiff« hrt
Zeppelin's Lenkballon „Dentschland"
'fährt, von Friedrichshofen
«ach Düsseldorf.
Der erste reguläre Luftschiffdienst
für Passagiere wurde am 22. Juni
in Deutschland eröffnet. Der große
Lenkballon „Deutschland" der vom
Grafen Zeppelin erbaut worden ist,
machte eine erfolgreiche Fahrt von
Friedrichshafen nach Düsseldorf, eine
Entfernung von dreihundert Meilen,
in neun Stunden. Das Luftschiff
führte zwanzig Passagiere. Das
Wetter war ideal, und die Motoren
arbeiteten vortrefflich. Die durch
schnittliche Geschwindigkeit für die
ganze Fahrt betrug 33 Meilen pro
Stunde, aber zwischen Friedrichsha
fen uitb Stuttgart würbe eine Strecke
von 124 Meilen mit einer Schnellig
keit von 41 Meilen pro Stunbe zu
rück gelegt. Die größte Geschwiubig
keit, welche itt einer Stunbe erreicht
würbe, betrug 43y2 Meilen.
Graf Zeppelin befanb sich am
Steuer, als bas Luftschiff am Mitt
woch früh um 3 Uhr in Friebrichsha
feu aufstieg uitb bie bebeutungsvolle
Fahrt antrat. Die Passagiere setzten
sich zusammen aus Direktoren ber
Hamburg-Amerika-Linie und ber
Deutschen Luftschiffahrts-Gesellschaft,
ben gemeinsamen Eigenthümern des
Luftschiffes, und mehreren Gästen.
Diese befanden sich in dem lururiös
ausgestatteten Salon zwischen den
beiden Gondeln, von dessen Fenstern
aus sie die Landschaft übersehen
konnten, über welche sie in raschem
Fluge dahinfuhren. Graf Zeppelin
steuerte das Luftschiff den größeren
Theil der Reise hindurch. Die Fahrt
ging über Stuttgart, Mannheim und
Köln nach Düsseldorf. Um ganz si
eher zu gehen, war bie Strecke sorg
fältig markirt und man folgte getiÄu
der angegebenen Route. Es herrschte
beinahe völlig Windstille und bei
Hellem Sonnenschein machte das
Luftschiff seine Fahrt ohne Hinder
nisse. Man hatte bis auf die Minute
im Voraus berechnet, wann das Luft
schiff in den verschiedenen Orten ent
lang der Route eintreffen werbe, und
somit hatten sich nicht nur die Bewoh
ner ber Städte, sondern auch der da
zwischen liegenden Dörfer in hellen
Schaaren eingefunden und begrüßten
das riesige Luftfahrzeug mit großem
Jubel. Das Luftschiff hielt sich in
einer Höhe von zweihundert bis drei
hundert Fuß.
Gegen Mittag Erfolgte die Lan
dung in Düsseldorf, inmitten einer
riesigen Menschenmenge, welche den
großen Landungsplatz umstand. Die
Stadt Düsseldorf war zu Ehren des
Ereignisses festlich geschmückt. Für
die Veranstalter des Unternehmens
und ihre Gäste war ein öffentliches
Bankett arrangirt worden. Von jetzt
ab wirb bas Luftschiff reguläre
Fahrten machen, ititb für bie ersten
Tage find bereits zahlreiche Billets
verkauft worden. Die Preise betra
gen huubert bis zweihunbert Mark.
Allem Anschein nach bebeutet biefe
Fahrt ben Beginn einer neuen
Epoche im Verkehrswesen. Das In
teresse ist um so größer, ba man seit
ber Zerstörung bes Luftkreuzers
„Zeppelin 3." bei Weiburg uitb der
Ablage des Fluges des Grafen Zep
pelin nach Wien in betreff bes star
ren Systems wieber sehr skeptisch ge
worden ist. Der neue „Segler der
Lüfte" gehört ber Hamburg-Ameri
ka-Linie uitb ber Deutschen Luftschif
fahrt-Gesellschaft und ist mit bentfet
beit raffinirteit Luxus ausgestattet,
ben bie Passagiere in der ersten Ka
jüte eines modernen Ozeandampfers
genießen. Mit einer verschwenderi
schen Pracht ist der zwischen den bei
den Gondeln befindliche Salon aus
gestattet. Große Spiegelscheiben
schützen die Reisenden auf allen Sei
ten vor dem Winde, kostbare Teppiche
bedecken den Fußboden, die Wände
bestehen aus mit Elfenbein eingeleg
tem Rosenholz und als Sitze dienen
am Fußboden festgeschraubte, dreh
bare und mit rothem Sammet ge
polsterte Fauteuils. In der hinte
ren Gondel befinden sich die eine Lei
stungsfähigkeit von 330 Pferbekräf
ten entroicfelnben Maschinen nebst
den Räumlichkeiten für die Mann
schaften, unb in der vorderen ist ein
Restaurant eingerichtet. Die Ge
iammtlänge des Luftschiffes beträgt
485 Fuß und zur Füllung des Bal
lons find 24,852 Kubikfuß Gas noth
wendig. Die Tragfähigkeit beträgt
44,000 Pfd. und das Fahrzeug be
sitzt eine burchschnittliche Geschwin
digkeit von 35 englischen Meilen in
der Stunbe. Die Jungfernreife, für
welche alle Plätze lange vor der Ab
fahrt vergeben waren, obgleich die
Fahrpreise von hundert bis zweihun
dert Mark betrogen, ging von Fried
richshafen dem Lause des
Znr SpéMntion in Lebensmitteln.
Das Vorgehen der Bundesbehör
den gegen James A. Patten und Ge
nossen in Weizen- und Bauntwoll
Spekulation, zeigt, daß nachgerade
die herrlichen Zeiten der Rücksichtslo
sigkeiten vorüber sind und daß „das
bracht werden, ob es gestattet ist oder
nicht, daß einzelne verwogene Rück
sichtslose mit den nothwendigsten Le
bensbedürfnissen ein Glücksspiel trei
ben und das Wohlbefinden, ja das
Dasein von Millionen gefährden.
Die Leute, die den Lebensmittel
markt zu einem Gegenstände gewis
senloser Spekulation machen, werden
von vielen ganz falsch beurtheilt und
vielfach als schlaue Geschäftsleute,
keineswegs aber als Verbrecher ange
sehen, und doch giebt es vielleicht we
nige Verbrechen, die so verworfen
und in ihren Folgen so gemeinge
fährlich sein dürften-als gerade das
Glücksspiel mit den Dingen, an de
nen Wohl und Gebethen uttb Zufrie
benheit jebes bürgerlichen Haushal
tes hängen, uitb bie unter keinen Um«
stäuben zu unerschwinglichen Prei
sen hinaufgetrieben werben dürfen,
fentlichen Meinung herbeigeführt
und der Erkenntniß Bahn gebrochen
werden, daß es nicht bloß daraus an
kommt, unter allen Umständen „Geld
zu machen," sondern daß dies auch
auf ehrliche Weise geschehen muß,
und daß keiner den Namen eines Eh
renmannes verdient ünd die Rechte
eines Bürgers der Vereinigten Staa
ten genießen darf, der nicht auch in
seinem Erwerbsleben tadellos da
steht. —W.
^Telegraphisches a«S dem Staate.
um die Taschen von Stegreifhelden Reifenden fuhren nach Towner zu
zu füllen Denn besser als die rück, um die nöthigen Reparaturen
Stegreifritter des Mittelalters sind machen zu lassen, wurden aber dort
auch unsere heutigen Ausbeuter des aus Anklage des Farmers hin ver
Volkes nicht im Gegentheil, die haftet. Wohl oder ubel mußten die
Strauchdiebe, die von ihren Raubne-, Reisenden sich mit dem Farmer ab
stem aus den Kaufleuten an der. finden, ehe sie weiter fahren konnten.
Heerstraße auflauerten, setzten doch Graf10 n. Dadurch, daß Frau
ihr Leben ein, während die Speku- Domstad ihre Bulldoge auf einen
lauten von heute sich feige hinter pa-' wüthenden Bullen hetzte, der den 9
piereneit Schildern verkriechen und jährigen Claire McKee angegriffen
mit harmlosen Zahlen kaltblütig hatte, rettete sie dem Jungen bas Le
bern wehrlosen Volke bie Speisen vor. ben. Die Bullboge folgte bent Se
bent Munbe wegnehmen. Denn et- fehl ber Frau unb ber Bulle mußte
was anbers ist both bas Hinaustrei- von.bem Knaben ablassen unb seine
ben ber Lebensmittelpreise zu uner-1 Aufmerksamkeit dem Hunde schenken,
schwinglicher Höhe nicht. Und somit ber Zwiswenzeit gelang es Frau
ist es ein Verbrechen, bas eitblich ein-' Domstad, den Knaben zu retten, der
mal beim richtigen Namen genannt bereits schlimm zugerichtet worden
und demgemäß bestraft werden sollte.' war.
Es sollte den Herrschaften klar ge-I Bantry. Um Anstreichefarbe
macht werden daß zwischen gesetzma- aufzuwärmen, hatte Jane Mahlum
feigem Geschäft und Raub em Unter-
TfcMiW- Mihi
èbrte soeben vom Osten Miick, wo ich großes Lager nenk^ Waaren für «tritt
Geschäft einkaufte, welche tn allernächster Zeit hier eintreffen müssen. Das Lager
umfast fertige Anzüge unb Ausstattungsgegenstände für Manner, Knaben und Kinder,
fehler Schnitt- nnd Ellenwaaren, usw., in reichster Auswahl.
Inzwischen danert der Ausverkauf fort.
Jetzt ist die Gelegenheit, billig einzutaufeâ Kommt herein und besucht mich. ES wird
deutsch gesprochen:
Achtung! Zur Bequemlichkeit meiner Kunden und des Publikums im Allgemeinen
ist Herr M. Diamond, ein Schneider aus Minot. N. Dak., im Laden angestellt. Herren
Wer Damen-Anzüge werden gereinigt und gepreßt für nnr 75 Cents. Arbeit garautitt!
Kommt herein und beseht mein Lager.
A. Immerman
Im alten Postgebäude Rugby, Nord-Dakota
entlang nach Mannheim, Mainz,' Mandan. Die Northern Pa-1 und unerwartet. Seine Frau war
St öln und Düsseldorf, und dann er-jeifie Eisenbahn wird südlich von hier! zur Zeit seines Ablebens besuchs
folgte die Rückfahrt über Stuttgart eine Brücke über den Missourifluß weise bei Freunden in Minneapolis,
nach Friedrichshafen. bauen, welche voraussichtlich $6,000,- wurde aber telegraphisch vom Able
000 kosten und deren Fertigstellung ben ihres Gatten benachrichtigt.
drei Jahre in Anspruch nehmen wird.
Dieselbe wird 420 Fuß hoch und
a, i s- großartiges und kostspieliges, weil es
^olk doch auch gewisse Rechte hat, die! bekanntlich unendlich schwer ist, im
abzuwägen an der Zeit ist. Es Mssourifluß eine feste Grundlage
muß bald einmal zum .lustrage ge- Brückenbau zu finden.
eincn
schied besteht und daß es etwas ande-l ^stellt. Dieselbe fing schließlich
res ist, fur leine Arbeit und Muhe ^uer. Frau Mahlum versuchte, den
eine angemessene Entschädigung de- Eimer aus dem Hause zu werfen,
ansuchen, und etwas anderes durch stolperte aber dabei und die fcren
Geichäftskniffe einen frevelhaften
a e s o w n e u n a u
George Stonë aus Most in Hettinger
County liegen hier beide an Diph
theria schwer krank darnieder. Frau
Stone, welche zuerst zum Besuch von
Freunden hierher kam, wurde von
der gefürchteten Krankheit befallen
und die Wohnung unter Quarantäne
gestellt. Da eine Krankenwärterin
nicht zu bekommen war, kam Herr
Stone selbst aus Mott hierher, um
die Pflege der Gattin zu überneh
men. Während derselben aber wurde
auch er von der Krankheit befallen
und nun liegen beide schwer krank
darnieder. Es ist nun gelungen,
eine Wärterin für beide Patienten zu
erhalten und man hegt Hoffnung,
beide genesen werden.
UP KKUWMâVMWM
Gewinn emhetmfen. Dann mußte ^n, denselben in Brand setzend,
aber auch ein Umschwung tn der of-
über eine Meile breit sein. Die 5» springen, wurde Ingenieur Clif
Brücke wird die größte in den beiden
Dakotas sein und sogar die Brücke
der N. P. Bahn zwischen dieser Stadt
und Bismarck weit in den Schatten
stellen. Das Unternehmen ist ein
i n o W a e i u n a u
Sohn von I. I. Hill und Dr. und
Frau Freeman aus St. Paul, wel
che in zwei Kraftwagen auf dem
Wege von St. Paul nach Lake Mc
Donald sich befanden, wo sie in Hill's
Villa einige Wochen Ferien zu verle
ben gedenken, machten in McHenry
County unangenehme Erfahrungen.
In der Nähe von Towner fuhr Dr.
Freeman mit feinem Kraftwagen in
ein Weizenfeld am Wege. Der Far
mer sah dies und verlangte sofort
Schadenersatz. Dr. Freeman suchte
dem Farmer zu erklären, daß er
nicht mit Absicht in das Feld gefah
ren sei, aber der Farmer bestand auf
Schadenersatz, den Freeman zu zah
len sich weigerte, zog ein Messer, und
durchstach an mehreren Stellen die
Gummireifen des Kraftwagens. Die
Eimer derselben auf den Ofen
ncnbe
görbe ergoß sich auf den Fuß-
Um bie 3toei tm
Zimmer sich befind-
lichen kleinen Kinder zu retten, brach
Herr Mahlum von außen durch's
i Fenster. Die Rettung gelang, aber
Mahlum trug dabei schwere Verle
tzungen davon.
a e s o w n E i n k e i n e s
Gebäude, Herman Wert gehörig,
welches von hier von Controleur
âünstein nach einem „Claim" bei
Cleveland transports wurde, fiel
beim Transport um und auf Grün
stein's lOjähriges Söhnchen. Der
Kleine erlitt einen Bruch des rechten
Armes und trug eine lange tiefe
Schnittwunde am Kopse davon, wel
che durch 22 Stiche zugenäht werden
mußte. Nach letzten Berichten wird
der Kleine mit dem Leber davonkom
men.
i s a k I n o e e i n e U n
terleibs Operation, welche eine
Woche vorher an ihm. vorgenommen
wurde, starb am Samstagmorgen
um drei Uhr im hiesigen St. Alexi
us Hospital Hexr H. I. Geier
mann, lokaler Geschäftsführer der
International Harvester Co. hiev
selbst. Der Verstorbene war 48
Jahre alt und hinterläßt Frau und
zwei Kinder.
a n y a k e e
schäftsführer des hiesigen Farmer
Elevators starb hier gayz plötzlich
i-.Jkf .v— .' t-1 •. v-,'4^.:%. v.-*... t,."A-..
i k i n s o n e i V e s u e
auf eine fahrende Raugirlokomoiive
ford Hughaboom auf dem hiesigeny
Bahnhofe überfahren und trug so
schwere Verletzungen davon, daß er
denselben erlag. Er war unverhei
ratet.
i n o n e i a e n e i n e s
Brunnens in der Nähe der Stadt
wurde am Freitag Gilbert VanBeek
von Gasen übermannt und starb,
ehe man ihn an die Oberfläche brin
gen konnte. Lome Dornbusch, der
zu seiner Rettung in den Brunnen
hinabgelassen wurde, kam nahe da
ran, bei diesem Versuche auch sein Le
ben einzubüßen.
Briefkasten der Redaktion.
A n e a s e i a k e
Nord-Dakota.—Ihr dort schon am
11. Mai aufgegebener Brief kam uns
infolge mangelhafter Adresse erst
jetzt zu Händen. Da die berichteten
Neuigkeiten inzwischen veralteten,
müssen wir von deren Veröffentlich
ung absehen.
a k o K ö e u e n e
Rußland. Herr Georg Selenski, der
Ihnen das Blatt übersendet, möchte
gerne hören, wie Ihnen dasselbe ge
fällt. Er bittet Sie, doch auch Kor
respondenzen einsenden zu wollen.
o a n n e s e i a n n e i
Rußland.—Um Ihnen eiueFreude zu
machen, bezahlte Herr Jakob Hof
fart bei Straßburg in Nord-Dakota
das Blatt für Sie auf ein Jahr und
übermittelt herzliche^ Grüße. Als
weiteres Geschenk wurde Ihnen auch
die Sprungfederfcheere zugesandt.
e e S e e n s k i K a s n a
Rußland.—Ihr Bruder Georg bei
Knox in Nord-Dakota bestellte für
Sie diese Zeitung auf ein Jahr und
läßt herzlich grüßen. Er bittet Sie,
ihm die Adresse des Bruders Mi
chael zu übermitteln, sowie auch 'Kor
respondenzen für den Staats-Anzei
ger zu schreiben. Der Bruder über
sendet Ihnen auch als weitere Ge
schenke die Wandkarten und die
Sprungs
ederscheere.
Ich will berichten, daß ich die
Sprungsederscheere richtig erhalten
habe. Es ist ein werthvolles Ge
schenk und machte mir viel Freude*
Kann einer oder der andere der
Leser mir Aufschluß.geben, wo mein
Bruder Kasimir (?—Red. Staats
Anzeiger) Miller sich aufhält? Kam
dieses Frühjahr nach Amerika. Auch
Auskunft über den Aufenthalt Jo
Hannes Schaan's ist erwünscht. Bitte
im «Staats-Anzeiger zu berichten.
(Adressengesuche kosten je 25 Cents.
—Red. Staats-Anzeiger.)
Gruß an die Leser von
Magnus Miller.
verkaufen euch billig und gut
Wrenn-
flBaterial
Wir haben die Holz- und Kohlen
Höfe der Farmers Elevator Co.
gepachtet und gjarantiren prompte
Ablieferung und Bedienung.
EPedittonSgeschâft
in Verbindung.
Ossicetelephon/113 WohnhauS
tclephon, 121.
\V W AH

Anderson & Brandt
Zs. £. Brandt Rkdattcur und Geschäftsführer
(Entered at the vost-oHlce at Rugby. N. I).
and admitted for transmission through the
mails at second-class rates.)
e i s e n e A e n o n W a k e
der ..NnrS=Dakntn Staats« Keitum!" fecund l|t. ^sa, Kuchen. »lllei
Bei na»
Der Staats-Anzeiger, Rugby, No. Dak., de» 30. J»«i. 1910
Aus Canada.
WELCH & O'BRIEN

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