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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, June 30, 1910, Image 5

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

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Stadt und Laud
Gollmar Bros. Cirkus in Rugby
jèrnt 4. Juli.
Neuigkeiten sind rar. 's ist eben
^bie Zeit der sauren Gurken!
Wir geben Euch 6 Prozent In
teres
sc auf Euer bei uns hinterleg
tes Geld für 6 Monate und länger.
Merchants Bank, Rugby N. D.
Dr. Rolf Meidell, der seine Aus
Bildung in den größten Hospitälern
Deutschlands und Oesterreichs der
vollständigte, hat sich nunmehr in
Rugby niedergelassen. Seine Office
befindet sich im Jacobson Block.
Letzten Freitagmorgen erhielten
wir in Rugby und Umgegend den
lange schon ersehnten Regen, der den
Saaten höchst Noth that. Mehr Sie
gen wäre erwünscht, aber wir sind
dankbar für was wir erhielten.
Ländereien aus dem Jones Nach
laß, jetzt Wm. H. Egcm gehörig, sind
zu verkaufen. Gleichfalls eine Men
(je Heu. Sprecht vor bei T. B. Rice,
dem Lokalagenten, in der First Na
tional Bank in Rugby.
48*4ml.
Die Herren Pius Job und Rochus
Ell reisten am Dienstagabend vori
ger Woche zusammen mit Herrn Carl
F. Rakow nach Fargo, um der dort
am 22. und 23. Juni stattgehabten
Versammlung MS Barmervereins
beizuwohnen.
Redakteur Brandt reiste gestern
nach Stanley ab, um wieder einmal
seine Familie auf dem „Claim" zu
besuchen und dort nach dem Rechten
zu sehen. Er wird bis Sonntag ab
wefeitb sein, dann aber wieder in's
Geschirr springen.
Wir machen die Leser auf die An
zeige der Gollmar Bros, aufmerk
fönt, welche am 4. Juli mit ihrem
großen Cirkus nach Rugby kommen
/und hier zwei Borstellungen geben.
Große Straßenparade am Morgen
des 4. Juli. Leset die Anzeige.
Kleiderhändler Jmmerman langte
-Mm Mittwoch voriger Woche von sei
iter Geschäftsreise nach Chicago, wo
Vr große Einkäufe für seinen Laden
mochte, wieder in Rugby an und
brachte auch seine Familie aus De
troit Michigan mit hierher. Will
kommen in Rugby!
Der Schlüssel zur Gesundheit liegt
in dem Gebrauch von Forni's Alpen
kräuter. Er stärkt den Körper, rev
«igt das Blut und baut das System
aus. Wenn Sie an Patent-Medizi
tieit nicht glauben, aber durch über
Ivältigende Beweise überzeugt wer
ben können, dann schreiben Sie an
Dr. Peter Fahrney & Sons Co., 19
—25 S. Hoyne Ave., Chicago, III.
Herr Emil H. Ruhnke ans Ray
Rord-Dakota, welcher dort seit Vori
gem Herbst in einem Fleischergeschäft
arbeitete, kehrte am Freitag nach
Rugby zurück und reiste am selben
Tage nach Willow City weiter, um
auf der nahe bei Willow City gelege
Men Farm des Herrn Henry Dreyer
'.Arbeit anzunehmen, wo er schon frü
her bedienstet war. Herr Ruhnke
besuchte auch den Redakteur und be
fah sich die Einrichtung unserer Dru
rferei.
n* Herr Gabriel Weber wurde in letz
ter Zeit schwer von Ohrenreißen ge
^plagt, welches schließlich das Gehör
"auf beiden Ohren beeinträchtigte, so- i
baß Gabriel sich genöthigt sah, ärzt
ijßche Hülfe in Anspruch zu nehmen,
trat am Donnerstag die Reife
nach Grand Forks, Fargo und St.,
Paul Minnesota an, um dort Ohren
„Spezialisten zu Rathe zu ziehen.'
^Hoffentlich gelingt es Gabriel, einen'
tüchtigen Ohrenarzt zu finden, der
ihn kurirt.
Freund John Tuchscherèr, der in
folge seines verletzten linken Beines
schon fast drei Wochen im hiesigen
Hospital liegt, statteten wir am
'Sonntag eilten Besuch ab und fanden
ihn, wie gewöhnlich, fidel. Freilich,
bei dieser Hitze im Bette stillliegen zu
Müssen, ist schon lange kein Vergnü
gen. Das Bein lag Sonntag noch im
Verband, der aber in einigen Tagen
abgenommen werden soll. Hoffen
wir, daß Johannes bald wieder her
umspringen kann!
Kommt alle am "kommenden Mon
tag nach Rugby uud feiert den glor
reichen Vierten. An diesem Tage
gieb.t auch Gollmar Bros. Cirkus
zwei Vorstellungen eine nachmit
tags, die andere abends. Großartige
Straßenparade um 10 Uhr morgens.
.Kommt und beseht die großartige
^Menagerie. Gollmar Bros. Cirkus
zählt jetzt zu den besten und größten
Schaustellungen in Amerika. Der
Cirkus führt nahezu 400 Künstler
mit sich, unter diesen die geschickteste«
Reiter und kühnsten Luftkünstler und
Turner auf der Erde.—Alles durch
weg erstklassige in ihren Fächern.
Gollmar Bros. Cirkus und Menage
rie sind den Bewohnern Rugby's und
jber Umgegend vortheilhaft bekannt,
"da sie uns feit Jahren regelmäßig be
suchten und bei jedem Male größer
und großartiger waren wie zuvor.
^Auch diesmal werden die Besucher
wehr als zufriedengestellt fein.
Kommt nach Rugby am Vierten und
besucht die Boxstellungen!..
„J. .-.
Gorg
Aundt gestorben!
Nach nur kurzer Krankheit ver
starb am Freitagmorgen recht
plötzlich und unerwartet Herr Georg
Juitdt in Berwick, einer der bekann
testen deutschen Geschäftsleute der
Umgegend. Er wurde am Dienstag,
den 21. Juni unwohl und legte sich
hin, um nidjf wieder auszustehen.
Das Unwohlsein entwickelte sich rasch
zu einer gefährlichen Lungenentzün
dung, welche' einen Schlaganfall im
weiteren Gefolge hatte, sodaß Herr
Junbt bereits ant Dienstag die
Sprache verlor und bewußtlos war.
Trotze bester ärztlicher Hülfe hauchte
er am Donnerstagmorgen zur größ,
ten Bestürzung seiner Familie und
Freunde seinen Geist aus.
Der so Plötzlich in der Blüthe des
Lebens Dahingeraffte wurde am
Samstagmorgen in der Fulda Ge
meinde durch Priester Anton Nuß
baumer beerdigt. Zu Hunderten
hatten sich die Leidtragenden einge
funden, um dem allgemein beliebten
und geachteten Verstorbenen die letzte
Ehre zu erweisen.
Georg Junbt erreichte ein Alter
von 34 Jahren und hinterläßt eine
tiefgebeugte Gattin und fünf Kin
der das älteste sieben Jahre, das
jüngste drei oder vier Monate alt
sowie eine Anzahl nähere Verwandte,
denen wir hiermit unser innigstes
Beileid aussprechen. Der Verstor
bene war aus Selz in Süd-Rußland
gebürtig und betrieb seit Jahren in
Berwick ein schwunghaftes Ladeltge
schüft.—Friede seiner Asche!
Wer Häuser und Grundbesitz in
Rugby und Pierce County Land kau
fen will, wende sich an O. T. Ber
dahl, eilten Block südlich vom Court
Haus. Telephon 39. 2-öa.
Wer russische Vollmachten rechts
kräftig ausgestellt haben will, wende
sich an Georg Mitzel in Berwick
Nord-Dakota. Meine Gebühren sind
sehr niedrig. Georg Mitzel,
40 Berwick N. D.
Marktbericht.
Rugby, 28. Juni.
Elevator abgebrannt
Gerade im Begriff zur Presse zu ge
hen, erhalten wir die Nachricht, daß am
Dienstagmorgen in Willow City der
Minneapolis Elevator bis auf den
Grund niederbrannte. Nur mit Mühe
wurde die Weiterverbreitung der Flam
men verhindert. (H verbrannten etwa
1300 Büschel Getreide.
Aus Nord-Dakota
V McHeury County.
A n a o s e e n 2 3 u n i
Von hier ist freilich wenig neues
zu berichten, als daß es noch immer
trocken ist. Wir sind noch immer
fleißig beim Bauen.
Dies ist meine erste Korrespondenz
an den Staats-Anzeiger, obschon* ich
zwei Jahre in Amerika bin. Wenn es
der Redaktion recht ist, werde ich ab
und zu von mir hören lassen. (Soll
uns freuen!—Red. Staats-Anzei
ger.)
Gruß an Verwandte, sowie na
mentlich an Lorenz Schmahl in Ore
gon und an alle Leser des Blattes.
Frank Frison.
Ich weiß nicht, warum in letzter
Zeit aus dieser Umgegend die Berich
te so spärlich im Blatte geworden
sind. (Erstens waren wohl die Far
mer zu beschäftigt, und in letzter Zeit
wahrscheinlich etwas schreibfaul.
Red. Staats-Anzeiger.) Ich weiß
sicher, daß unter den zahlreichen Le
sent des Blattes in dieser Gegend
viele sind, die besser schreiben können
als ich, aber mir dauert's zu lange
deshalb will ich wieder einmal die
Feder ansetzen. (Sehr vernünftig von
Ihnen man muß sich nicht "zu viel
auf Andere verlassen, sondern lieber
selbst Hand cm's Werk legen. Red
Staats-Anzeiger.) Möglich ist's
auch, daß den Leuten infolge der gro
ßen Dürre die Tinte eingetrocknet ist
und sie kein Waffer haben dieselbe zu
verdünnen.
Na also bei uns sieht es gerade
jetzt betrübend aus und wenn wir
nicht bald Regen bekommen, brauchen
wir unsere Binder nicht zuzurichten
denn die Weizenfelder haben schwer
gelitten und das Getreide wird von
Tag zu Tag schwacher schmilzt
weg wie der Schnee vor der Früh
jahrssonne. Möge Gott bald uns
einen fruchtbringenden Regen sen
den. (Inzwischen wird es wohl auch
bei Homo geregnet haben« denn hier
jatten wir Freitagmorgen einen er*
tischenden Regen.—Red. Staats
Anzeiger.)
Da ich gerade über Regeitntatigel
berichte, ruft sich jjttr die Vergangen
heit lebhaft in's Gedächtniß. Es mag
wohl gegen zwanzig Jahre her sein
das Jahr ist mir nicht genau er
innerlich ich war zu jener Zeit
noch in Süd-Dakota, da hörte ich im
mer viel von einem Regenmacher, der
)ort in der trockenen Zeit sein „Ge
schäft" betrieb. Dieser Mann war in
Walworth, Campbell, McPherson
und Brown.Counties, wo er den Leu
ten weiß machte, daß er ihnen Regen
machen" könne, weitn sie ihm eine
Summe Geld geben. Da die Regen
noth groß war, erhielt er vielerör
tert was er verlangte und machte sich
an die „Arbeit." Er hatte ein Ding
das aussah, wie ein kleiner Luftbal
lon, welches er mit Gas, Pulver,
oder Gott weiß was anfüllte und in
die Luft steigen ließ. In gewisser
Höhe explodirte dann die ganze Ge
schichte und der Mann behauptete
steif und fest, daß es bald darauf reg
nen werde. Manchmal traf das cmch
wirklich zu, aber ich denke der Kerl
war ein Schlauberger und rechnete
einfach mit dem Zufall, der ihm
manchmal natürlich behülflich war.
Einmal aber hatte er sich verrechnet
und der Ballon platzte ihm in der
Hand, wobei er sich die Nase schlimm
verbrannte. Gleich darauf verschwand
er, und ich habe seitdem nichts wieder
von ihm gehört! Möglich ist's auch,
daß er so eine Art Wetterprophet
war, wie wir sie ja heutigentags auch
itoch haben. Ich meine Leute, die aus
gewissen Umständen mit Sicherheit
Regen voraussagen. Einer meint, er
verspürt's in den Beinen, daß es
bald Regen giebt, der andere in den
Armen. Andere wieder meinen es
giebt bald Regen, denn er sah seine
Kuh springen und den Schwanz in
die Höhe strecken. Wieder ein ande
rer sagt Regen voraus, weil sein
Hund sich wälzte, oder gar Gras
fraß, und neulich las ich sogar im
Blatte, daß ein Mann sicher Regen
voraussagen könne, wenn sein Ohr
wackelt. So haben wir der Wetter
Propheten gar viele. Manche Leute
"ttuch verlassen sich auf den Mond und
sagen sicher Regen voraus, wenn die
Spitzen der Mondsichel gerade nach
oben und unten zeigen.
Ter StaatS-Auzeiger, Rugby, Ro. Dak., bett.30. Jnai. 1910
In Süd-Dakota hatte ich einen
Maittt zum Nachbar, der erst ein
Jahr aus Südrußland eingewandert
war. Dieser Mann gab mir die Ver
sichermtg, daß es gar nicht regnen
könne. Als ich ihn frug warum,
meinte er, daß die hohen Berge im
Westen die Wolken zertheilen, wenn
sie im Anzüge sind. Dieser gute
Mann baute sich ein Wasenhaus und
deckte auch das Dach mit denselben,
ohne die Ritzen mit Lehnt zu tier
schmieren, weil er nicht glaubte, daß
es regnen könne. Eines schönen
Abends aber verschwand die Sonne
hinter einer schwarzen Wolkenwand.
Kaum war ich zu Bett gegangen, sah
ich durch's Fenster auch schon utt
heimlich die Blitze zucken. Ein paar
Minuten später grollte mächtig der
Donner, es begann an allen Ecken
und Enden zu krachen der Regen
war da! Es blitzte, donnerte und
regnete, daß ich meinte der Himmel
müsse einstürzen. Kein Augenblick
verging ohne Blitzen, Donnern, Kra
che». Hätte die Erde sich aufgethan,
ich wäre sicher hineingekrochen aus
lauter Angst vor den rasenden Ele
mettten. Nachdem das Unwetter sich
ausgetobt hatte, dachte ich auch an
meinen Nachbar und begab mich ant
anderen Tage zu ihm und sah, daß er
Betten, Kissen und Decken draußen
an der Luft zu trocknen bemüht war.
Ich frug ihn natürlich, ob er noch im
tner glaube, daß es hier nicht regnen
könne, erhielt aber zur Antwort, das
er in der Wohnung fast ertrunken
wäre. Die folgende Nacht war das
selbe Schauspiel und so ging es fast
eine volle Woche weiter. Der gute
Mann war bald gründlich von seinem
Aberglauben kurirt.
Herr Binzens Wuest baut sich ein
schönes zweistöckiges Wohnhaus mit
schönem großen Keller und wird den
selben wahrscheinlich für Wasserhei
zung einrichten.
Herr Kasimir Braunagel hat fein
Haus durch einen Anbau vergrößert.
Nun, Gott befohlen!
Herzliche Grüße an Freunde und
Bekannte in der alten und neuen
Welt und an alle Leser des Blattes
Balthasar Hoffort.,
éhitânttttt County.
S e e e e n 1 8 u n i
Ach muß wieder einmal die Feder
ein wenig spazieren führen und dent
Staats-Anzeiger etwas aus dieser
Gegend berichten.
Wir hatten am 6. und- 7. Juni
,Regen, der auch sxhr nöthig war und
dem Weizen unendlich viel gut ge
than hot. Auch heute haben wir wie
der einen schönen Regen. Freilich,
unsere Saat hat infolge von kaltem
Wetter, Wind und anhaltender Tro
ckenheit Noth gelitten, aber der liebe
Gott regiert alles. Seinem Handeln
müssen wir uns fügen. Er weiß am
besten was für uns gut ist.
Besuchsweise waren bei mir am
Freitag Friedrich Geist nebst Frau
und auch noch einige andere Rußlän
der^ HerG Namen ich leider nicht er
Weit habe. Auch Johann Heitel,
nein Geschwisterkind, war hier. Jo
hann verdingte sich an Wilhelm Zie
ger, südöstlich von Streeter wohn
haft.
Ich selbst besuchte neulich meinen
Vetter Karl Morlidf und hielt mich
eilten halben Tag bei ihm auf. Be
sten Dank auch für freundliche Auf
nahmt?.
Grüße an alle Freunde und Be
'atinte in der alten und neuen Welt,
owie an alle Leser des Blates.
Jakob Feigert.
Emmons County.
I S aß u g, den 20. Juni.
Ich muß diesmal über ein bedau
erliches Unglück berichten, welches
meine alte Mutter betroffen hat. Als
'ie mit ihrem Nachbar im Buggy von
der Kirche nach Hause fuhr, fiel sie
hinterrücks vom Sitze herunter und
brach das Schlüsselbein, sodaß sie seit
riinf Wochen bettlägerig ist. Ge
wiß schlimm für eine 72 Jahre alte
Frau. (Wir wünschen der Mutter
baldige Wiederherstellung! Red.
Staate-Anzeiger.)
Wir haben bis jetzt an Regenman
gel ,51t leiden gehabt, aber das Ge
treide steht soweit noch immer gut.
Das Landbrechen aber mußte infolge
der Trockenheit aufgegeben werden.
Ihr Korrespondent baute sich ei
nen Stall, 26 bei 40 Fuß, zum Ko
stenpreise von $600.
Mein Bruder Georg hat sich ge
gen Gewitter vorgesehen und Blitz
ableiter auf Haus und Stall anbrin
ge« lassen. Dafür zahlte er $67.
Vorsicht ist besser als Nachsicht!
Gruß an alle Leser des Blattes
und namentlich an meinen Gevatter
maiut Lui)U)ig Jochim in Südrnß
land. Peter Jochim.
S a z u e n 2 3 u n i
Der Staats-Anzeiger gefällt mir
sehr gut und ich werde das Blatt auf
ein weiteres Jahr bestellen. Meine
Frau will mit aller Gewalt auch die
Tprnngfederscheere haben, von der
sie viel Gutes hört. (Diese geht Jh
neu zu, sobald wir den Jahresbe
trag erhalten.—Red. Staats-Anzéi
ger.)
Muß leider berichten, daß es hier
schlecht aussieht mit der Ernte, denn
die Frucht steht infolge großer Tro
ckenheit sehr schwach. Auch Heu ha
ben wir fast gar nicht, denn das Gras
kann nicht wachsen.
Grüße an meine zwei Schwäger in
Berwick Nord-Dakota und an Anton
Seibert in Bison Süd-Dakota.
I. Joseph Reis.
Aus Süd-Dakota
Die Witterung ist soweit günstig
Am Abend des 16. Juni hatten wir
Regen, aber trotzdem stehen die Soo
ten infolge langanhaltender Trocken
heit nicht gut und auch mit der Heu
ernte sieht's schwach aus.
Am 16. Juni zog ein schweres Ge
witter vom Südwesten auf. Dem Ge
witter fiel hier auch ein Menschenle
bett zum Opfer, indem die Frau des
David Jakob, Margaretha, vom
Blitz erschlagen wurde. Sie ist eine
geborene Ganje, gebürtig aus Mann
heim in Rußland, und hinterläßt ih
rem tieferschütterten Manne sechs
kleine Kinder. Das älteste derselben
ist vierzehn Jahre alt und befindet
sich noch in Selz in Nußland. Dies
i s e i n u n e n i s w e e S a
unseren Freund und Nachbar. Da
vid ist feit zwei Jahren in Amerika
und feit zwei Monaten auf seiner
Heimstätte. Herr Jakob bittet seinen
Bruder in Straßburg Nord-Dakota
und seine Schwäger Ganje in Cana
da, ihm etwas behülflich zu sein.
Wir Nachbarsleute werden David
nach Kräften helfen.
Gruß an Redakteur Brandt und
an alle Leser des Blattes.
Ludwig Thomas.
i s o n e n 1 9 u n i
Es ist wohl an der Zeit, daß ich
wieder einmal einen Bericht att das
Blatt zusammenkritzele und ich hoffe,
daß mein Geschreibsel unserem lieben
Redakteur, Herrn Brandt, nicht zu
viel Kopfschmerzen machen wird,
denn der beste Schreiber bin ich nicht.
(Schon gut. Schreiben Sie nur öf
ters!—Red. Staats-Anzeiger.)
Die Witterung ist gut. Wir hat
ten Regen am 8. und 9. dieses Mo
nats, sodaß die Feuchtigkeit gegen
fünf Zoll tief einzog. Am 16. und
17. hatten wir große Gewitter mit
heftigem Regenfall. Nun kommt die
gefäete Frucht gut zum Vorschein.
Die vergangenen drei Monate aber
haben wir sehr an Kälte, Wind und
Trockenheit zu leiden gehobt. Das
Getreide steht jetzt leidlich, ober die
Heuernte wird schwach ausfallen.
Ich kaufte mir am 25. März vier
Ochsen, habe aber nur 30 Acker bre
chen können, weil es wirklich zu tro
cken war. Nun habe ich meine erste
Saat dem Schooße der Mutter Erde
anvertraut.
Nun muß ich Ludwig Thomas von
Ludwig und Stefan Mastel meinen
Dank aussprechen für die Gutthaten,
welche sie tptr erwiesen haben, denn
nur ihnen habe ich es zu verdanken,
daß es mir möglich wurde, die Far
.merqi anzufangen.
ein Feiertag fhr die Bewohner Singh Y s und der Umgegendt
An diesem Tage in Rngby?
Gruß an meine Schwiegereltern
Valentin und Katharina Hartmattn,
sowie an Anton und Eva Welk in
Selz Rußland, und an alle Leser des
Blattes. Joseph A. Fischer.
e a o w e n 2 1 u n i
Mein Bruder Rochus aus Süd
Rußland, der vor anderthalb Monat
gesund und munter bei meinem Bru
der Peter in Hague NordDakota an
langte, überraschte und erfreute mich
Gollmar Bros.
(Lirkus u. Übenagerie
Die größte aller amerikanischen Schaustellungen. Alles durchaus neu, seusâ
tiouell und ingeniös. Das Bollkommenste auf diesem Gebiete.
I
Eine kolossale Vereinigung von Cirkus, Renn
bahn, Museum
und einer Meuagerie, werth über $1,000,000.
300 Künstler, 30 Spatzmacher
100 neue Kunststücke, 800 Rasiepserde
120,000 blutschwitzendes Behemoth
große Heerde abgerichteter Elephanten
sowie Dutzende überraschende Erscheinungen und Szeuen
Großartige, goldglitterude,
Freie Stratzenparade, 10 vormittags
Awei Vorstellungen tâqlich
Um Uhr nachmittags und 7 Uhr abends
Am 16. Juni wurde die Frau des
David Jakob während eines Gewit
ters vom Blitze erschlagen. (Auch be
reits oben berichtet.—Red. Staats
Anzeiger.) Die Unglückliche hatte
den Eimer genommen, um schnell
noch Wasser zu holen, war aber nur
etwa sechs Schritte vom Hause ent
fcritt, als der Blitz sie traf. Er zer
splitterte ihr den Kopf und den Rü
ckeit, sodaß sie sofort eine Leiche war.
Es ist ein schreckliches Unglück! Das
älteste Kind der Familie weilt noch
in Selz Rußland. Möge Gott dem
armen Manne und den Kindern bei
stehen und sie trösten. Den Ver
wandten in Rußland wird diese
Trauerbotschaft wohl übermittelt
werden, wenn sie nicht selbst Leser
des Blattes sind.
durch einen Besuch. Er wird sich ein
paar Tage hier aufhalten und dann
wieder zurück zum Bruder nach
Hague fahren. Land kann er noch
nicht aufnehmen, weil er erst 18 Jah
re alt ist.
Aus der alten Heimath vernehme
ich. daß Joseph Hilzeitdeger mit Sock
und Pack nach Canada abreiste.
Margaretha, Frau von David Ja
kob, geborene Settling (Ein anderer
Bericht sagt geborene Ganje. Wer
hat nun recht?—Red. Staats-Anzei
ger.) wurde am 16. Juni vom Blitz
erschlagen. Ihr Mann war zur Zeit
des Unglücks bei einem Nachbar, um
diesem bei Graben eines Brunnens
zu helfen. Als er nach Hause kam,
fand er feine treue Lebensgefährtin
kalt und steif. Von den sechs Kin
dern der Familie weilt das älteste
noch in Südrußland, wo es wegen
Augenkrankheit zurückbleiben mußte,
ein anderes ist noch in Aberdeen und
vier sind zu Hause. Die Beerdigung
fand am Samstagnachmittag bei uns
in Meadow statt. Ich spreche den
trauernden Hinterbliebenen dos herz
lichste Beileid aus.
Gruß an Joseph Lemer bei Hague
Nord-Dakota und an alle Leser.
Joseph Hülm.
Zur Beachtung!
OQOOQOOQQOOOOOOOOQQOOOCOOQQOQOOOOQOOOOOOOQOOOOOO
Pariser Grün
bester Güte zum Todten der Kartoffelkäfer erhält matt am
wohlfeilsten in meiner Apotheke.
Soeben erhaltèn eine neue große Auswohl religiöser, Artikel
wie Gebetbücher, Weihwasserkessel und Devottonalien aller Art. Al
les zu niedrigsten Preisen bei mir zu haben.
Echtes deutsches Haaröl, dos beste im Markte, sehr preiswürdig.
Ferner eine große Auswahl verschiedener importirter deutscher
Medikamente, wie Hustentropfen, Kräuterthee, und so weiter.. Un
bedingt zuverlässige Hilfsmittel zu niedrigen Preisen.
Allerhand Medizinen für Pferde und Vieh, von deutschen Dok
toren in Iowa hergestellt. Sehr bewährte Mittel!
Ferner Disinfektionsmittel für Abtritte, Ställe wie auch Wohn
häuser. Sehr gesundheitsfördernd für Mensch und Thier nament
lich in dieser Jahreszeit sehr zu empfehlen.
Verkaufe überhaupt olles was in einer erstklassigen Apotheke
gewöhnlich zu haben ist.—Sprecht bei mir vor! o.
Paul Goldade
Deutscher Npotdeker
Bèrwt« .- sODak.

Weizen, Ro. 1, Hard .$0,98fc
Ro. 1 Northern 0,98
.. 0,96
0,94
Rejected 0.84
Maccaroni Weizen No. 1 0,70£
a 0,66
Gerste, No. 1 0.41
Hafer, No. I.. .. 0,30
Alachs, No. 1 1,85
Lütter .0,20
Hier 90
Wells County.
a v e y e n 2 3 u n i
Perkins County.
i s o n e n 1 9 u n i
Montag, ben A. Juli
In Rugby am Montag, den 4. Juli 1910.

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