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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, July 28, 1910, Image 1

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tedpun wir aoc per Zoll für die erste nnd 15c
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teiM A»weich««s Uesen Helen!
Wochen-Rundschau
Ausland.
Deutschland.
K i e 1 7 u i Z u e s e n
Male nach langer Pause ist ein deut
sches Geschwader nach «Samoa 'beor
dert worden. Es besteht aus. dem
Flaggschiff des Kreuzergeschwaders,
dem großen Kreuzer „Scharnhorst",
und den kleinen Kreuzern.„Condor"
und „Cormoran". Die drei Kriegs
schiffe stehen unter dem Oberbefehl
des Kontre-Admirals Gühler, wel
cher mit der Führung des Krenzerge
schwaders beauftragt ist.
e i 1 7 u i A u s e e n
«tyreflt die zu Münster in Westfalen
erfolgte Inhaftnahme des Kunst
handlers Heimann und des Provin
zial-Konservators Battenr. Gegen
beide ist die ernste Anklage erhoben,
Antiquitäten gefälscht zu haben, die
zu hohen Preisen in's Ausland ge
wandert sind. Die meisten der
„Kiiiistschäl)c" sind angeblich nach
England und den 93er. Staaten ver
kauft worden.
e i e e 1 8 u i E i n e n
ebenso nachahmenswerten wie origi
nellen Gedanken hat das-Heidelber-
ger Korps „Snevia" gelegentlich sei
nes hundertjährigen Stiftungsfestes
zur Ausführung gebracht. Eine De
putation des recht wohlhabenden
Korps, das am Klingenteich No. 4
sein eigenes Hans besitzt, erschien in
vollem Wichs vor dem Senat der
Universität und überreichte diesem
den Betrag von 15,000 Mark als
.^Schwaben-Stiftung" mit der Be
stimmung, das das Geld zur Förde
rung der Wissenschaften verwendet
werden solle.
e i n 1 8 u i i e e
summte Presse des Reiches—und mit
ihr das Publikum, regt sich noch im
mer über den in der vorigen Woche
gemachten infamen Versuch auf, die
Ber. Staaten gegen Deutschland zu
verhetzen. Die angestellten Unter
suchungen haben über jeden Zweifel
ergeben, datz die Hetze mit kalter Ue
berlegung in der Redaktion des Lon
doner „Standard" ausgeheckt wurde.
Mit Ausweisung bedroht, stellte der
hiesige Korrespondent dieses Blattes
rundweg die Urheberschaft der an
geblichen Depesche in Abrede, nach
welcher ein hoher Beamter des Aus
wärtigen Amtes gegen die Monroe
Doktrin Stellung genommen nnd er
klärt haben sollte, Deutschland lasse
sich in Betreff seiner Beziehungen zu
den zentral und südamerikanischen
Republiken, und besonders zu Rica
ragua, von den Ber. Staaten keine
Vorschriften machen. Das „Tele
stramm" ist daher einfach von den
Deutschhassern im Sanktnm des
Mtandard" fabrizirt nnd dann von
der „United Pres ", die schon früher
das vom Kaiser gezeichnete Schreiben
des Auswärtigen Amtes an den Prä
sidenten Madriz zu einem Hetzversuch
ausgebeutet hatte, weiter verbreitet
worden.
e i n 1 8 u i U e e e n
jüngsten britischen Hetzversuch und
die Entrüstung der Engländer über
die Vergrößerung der deutschen Flot
te schreibt die Wochenschrift „Grenz
boten", die einst dem „eisernen
Kanzler", als Mundstück zu dienen
pflegte: „Wenn Bismarck noch lebte,
würde er einfach zn den nervösen
Briten sagen: „Entweder fügt Ihr
Euch in's Unvermeidliche und behan
belt uns Deutsche „au pair", indem
Ihr anerkennt, daß unsere Riistun
gen absolut nothwendig sind für die
Erhaltung des Reiches und seine ge
fünde Entwickelung,oder Ihr laßt es
auf einen Krieg ankommen, der trotz
Bertha von Snttner noch immer die
„ultima ratio" ist. Vor zehn Jahren
Hütte England der Entwicklung
Deutschlands vielleicht noch Einhalt
gebieten können. Heute ist die Situ
ation jedoch anders. Deutschland hat
Zeit gehabt, sich zu bewaffnen nnd
ist mit der Flotte, die es jetzt besitzt,
nicht nur im Stande, seine Küsten zu
vertheidigen, sondern bis zu einem
gewissen Grade auch die britischen
Seeräubereien zu verhindern, die im
Falle eines Krieges zu erwarten wä
reit."
i e i s a e n 1 9 u i
Wie großen Gaswerke der hiesigen
..Zeppelin Luftschisfahrts Gesell
schaft" würden heute durch eine Ex
plosion, deren Ursache bisher, nicht er
gründet werben konnte, fast vollstän
dig zerstört. Eine größere Anzahl
Angestellter wurde mehr oder weni
ger schwer verletzt.
Die Betriebsleiter der Gasanstalt
Waren zur Zeit des Unfalles nicht an
IIK"
vesend und man weiß deshalb nicht
ob eine Unvorsichtigkeit ober eine
plötzlich geplatzte Gasröhre an dem
Unglück die Schuld trägt. Später
wurde jedoch Folgendes gemeldet:
Der Unfall trug sich kurz vor Mittag
zu, indem der Gasometer platzte.
Gleich darauf erfolgte eine furcht
bare Detonation, die auf viele Mei
len in der Runde gehört wurde. Die
erschreckten Bewohner hielten die
hierdurch erzeugte Erschütterung für
ein Erdbeben. Die Mauern, welche
die eigentlichen Gasanlagen umga
ben, stürzten zusammen und das
gleiche Schicksal erlitten 10 bis 12
Arbeiterhäuser in unmittelbarer
Nähe, während Häuser, die eine
Viertelmeile entfernt standen, ihrer
Fenster und Thüren verlustig gin
gen. Sogar auf der anderen Seite
des Bodensees wurde die gewaltige
Lufterschütterung verspürt.
Genaue Nachforschungen ergaben,
daß neun Angestellte schwer, drei da
von tödtlich verletzt worden waren.
Zum Glück ist das Terrain in un
mittelbarer Nähe der Zeppelin'schen
Anlagen nur dünn besiedelt und
wird fast ausschließlich von Arbeitern
der Zeppelin'schen Fabrik bewohnt
es wäre sonst zweifellos ein starker
Verlust an Menschenleben zu bekla
gen gewesen.
e i n 1 9 u i i e z w i s e n
der deutschen und der amerikanischen
Regierung in der Kali-Frage im
Gange befindlichen Unterhandln»
gen nehmen einen sehr unbesriedi
genden Verlaus und drohen ganz in's
Stocken zu kommen. Die Ver. Staa
ten beharren auf dem von ihnen ein
genommenen Standpunkt, daß die
von den deutschen Kali-Firmen mit
den amerikanischen Dungmittel-Fa
briken abgeschlossenen Liesertmgs
fontraftc private Abmachungen sind
und von der Regierung nicht aufge
hoben werden können. Wie aus of
fiziöser Quelle verlautet, hat der
amerikanische Botschafter dem Aus
wärtigen Amt zu verstehen gegeben,
daß feine Regierung die Erhebung
der Erportsteuer für Kali als eine
Diskrimination im Sinne des
Payne-Aldrich-Akte betrachten und
den mit großer Mühe zu Stande ge
kommenen neuen Handelsvertrag lö
sen möge. Das wird jedoch in den
hiesigen amtlichen Kreisen nicht be
fürchtet und man erwartet, daß auf
irgend eine Weise ein Kompromiß
in der Sache zu Stande kommen
wird.
n e n 1 9 V n i V o n e
in Oberantmergau lebenden engli
schen Romanschriftstellerin Edith
Mi liter ist ein heftiger Protest gegen
das ungebührliche Betragen erhoben
worden, dessen sich die zu den Pas
sionsspielen kommenden Amerikaner
schuldig machen sollen. Die Englän
derin behauptet, daß die Engländer
und andere Ausländer mit den Deut
schen und der Bevölkerung der Ort
schaft über das Treiben der ameri
kanischen Besucher empört seien nnd
die Wiederholung der Festspiele im
Jahre 1920 unter diesen Umständen
als gefährdet erscheine.
e i n 2 0 u i a s A u s
wärtige Amt instruirtc heute die
deutsche Botschaft in Konstantinopel,
von der türkischen Regierung eine
Erklärung und Genugthuung für die
Ermordung eines deutschen Bürgers
in Haifa, Syrien, zn verlangen. Der
Mord erfolgte während einer Ge
richtssitzung in Gegenwart des Rich
ters und des deutschen Konsuls, und
es verlautet, daß nicht einmal ein
Versuch gemacht wurde, die Mörder
festzunehmen. Der Deutsche war als
Kläger gegen die drei Syrier aufge
treten.
e i n 2 n i e s i
überall mehr und mehr verschärfende
Kampf zwischen Kapital und Arbeit
ist in eine neue Phase getreten. Er
wird hinfort auch von Seiten der
Kapitalisten international geführt
werden. Wie soeben bekannt wird
ist als Frucht der Ausstellung in
Brüssel zwischen den deutschen und
belgischen Arbeitgeber Verbänden
ein Bündniß geschlossen worden, das
gegenseitige Unterstützung und ge
meinsames Vorgehen bei Streiks
nnd Aussperrungen zum Zweck hat.
Es ist dies das erste internationale
Kartell zur Bekämpfung der soziali
stischen Gewerkschaften.
e i n 2 1 u i o e e
sorgnis erregen neuerdings wieder
eingelaufene telegraphische Nachrich
ten aus dem Rheingebiet mit neuen
Hiobsposten von schweren Ueber
schwemmungen. Nachdem erst kürz
lich der Oberrhein mehrmals hinter
einander von verheerenden Finthen
Heimgesucht worden ist, kommen nun
ähnliche Unglücksmeldungen vom
s. Isahrgang Rugby, Nord.Dakota, Donnerstag de« 2«. Juli 1910.
WÄwM'
mittleren Rhein und seinen Neben
flüssen. In der ganzen Gegend von
Bingen bis Bonn und weiter ab
wärts sind gewaltige Wolfenbrüche
niedergegangen und haben den Rhein
zu unheimlicher Höhe anschwellen
lassen. Am schlimmsten mitgenom
men ist die Gegend von Bonn. Brü
cken sind gefährdet, Chausseen über
fluthet. Die von den Bergen herab
stürzenden Wassermassen haben die
Bahndämme unterwaschen. Der Be
trieb auf den Bergbahnen nach dem
Drachenfels und dem Petersburg
mußten wegen der Wassersgefahr
eingestellt werden. Der Ernteschaden
ist ungeheuer.
e i n 2 2 u i e e u i
sche Minister des Innern Herr von
Dalwitz unterzeichnete heute auf Ver
anlassung der politischen Polizei ei
nen Befehl, durch welchen 21 engli
sche und amerikanische Mormonen
Missionäre ans Deutschland gewie
sen werden. Sie werden noch heute
nach der Landesgrneze gebracht wer
den.
e i n 2 2 u i e u n e n
über eine neue Aufstands-Bewegung
im Süden des deutsch-afrikanischen
Schutzgebiets Kamerun, welche von
den Blättern veröffentlicht worden
sind und in den weitesten Kreisen der
Bevölkerung die ernsteste Benuruhi
gütig hervorgerufen haben, sind, wie
von bestunterrichteter Seite versichert
wird, bereits durch die Thatsachen
überholt worden. Als alarmirende
Nachrichten aus dem Süden Kame
runs an das Kommando der Schutz
trnppc gelangten, wurde uuverweilt
Major Dominik mit einer starken
Truppenabtheilung nach der bedroh
ten Städte gesandt. Ihm gelang es,
die ausrührischen Neger in kürzester
Frist zu unterwerfen und völlige
Ordnung wiederherzustellen. Der
ruhigen Entwickelung in Kamerun
wird an den hiesigen amtlichen Stel
len große Wichtigkeit beigelegt, weil
gegenwärtig flott an Eisenbahnstre
cken gebaut wird, durch welche weite
Gebiete dem Handel und Verkehr er
schlossen werden sollen.
e i n 2 3 u i i e V e r
faffuitg der Reichslande, über welche
sich die maßgebenden Gewalten
jüngst verständigt haben, bestimmt
zunächst, daß der Kaiser als Landes
herr verbleibt und auch der Statthai
ter als Vertreter des Kaisers. El
saß-Lothringeit erhält keine Stimme
im BundeSrath. Dagegen werden
Kommissare für bestimmte Materien
zur Berathung zugelassen werden.
Die Volksvertretung wird aus zwei
Kammern bestehen, von denen die
erste die bisherigen Gewalten des
Bundesraths in dem reichsunmittel
baren Land ersetzen soll sie wird zur
Hälfte ernannt. Die zweite Mam
mer, welche aus sechzig Mitgliedern
bestehen soll, wird gewählt und geht
aus dem allgemeinen, geheimen und
direkten Wahlrecht hervor, und zwar
unter Anwendung des Proportional
Systems. Männer, welche über 35
Jahre alt sind, haben zwei Stimmen,
Männer über 45 Jahre drei Stim
men.
Der Verein der Hamburger Rhe
der führt in feinem Jahresbericht
aus, daß die eingetretene greifbare
Besserung im Handel pud Verkehr
sich noch weiter entwickelt. Zu der
günstigen Konjunktur haben, wie be
tont wird, die Neuregelung der han
delspolitischen Beziehungen zwischen
Deutschland und den Ver. Staaten
und die Beilegung des Zollkrieges
zwischen Deutschland und Canada
wesentlich beigetragen. Die Dauer
der guten Konjunktur erscheint Ham
bürgern Rhedern jedoch zweifelhaft.
Die Unsicherheit der wirthschaftlichen
Lage in den Ver. Staaten, das We
sen der Konkurrenz, innerpolitische
wie auch außerpolitische Schwierig
keiten und die Zunahme der sozialen
Lasten mögen da zusammenwirken.
Oesterreich-Ungarn.
W i e n 1 8 u i I n n n
Mähren, hat sich infolge von Lohn
differenzen in der umfangreichen
Textil-Jndustrie der Stadt eine Si
tuation herausgebildet, die jetzt in
ein höchst kritisches Stadium getreten
ist. Infolge von Lohnforderungen,
welche die Unternehmer nicht bewilli
gen zu können erklären, ist eine Aus
sperrung erfolgt, von welcher nicht
weniger als 30,000 Arbeiter der
Spinnereien, Webereien und ver
wandter Betriebe betroffen sind.
W i e n 1 8 n i A n e s i s e
neust Schwierigkeiten im Abgeord
iteteithatife des Reichsraths ist Pre
mierminister Dr. Frhr. v. Bienerth
nach Bad Ischl gereift, um dem Kai
ser Franz Joseph über die gegenwär
tige Situation Vortrag zu halten
V
Vi
und mit dem Monarchen über die
Rätfjlichfeit einer Vertagung des
Reichsraths zu konferiren.
u a e s 1 8 u i I n u
dapest ist eine Typhus-Epidemie aus
gebrochen, die rasch einen sehr be
denklichen Umfang angenommen hat.
In wenigen Tagen sind 150 Fälle
angemeldet worden. Ausgedehnte
Sanitätsvorkehrungen werden ge
troffen. Behörden und Zeitungen
rathen zur Vorsicht beim Genuß von
Trinkwasser.
u a e s 2 0 u i I n s e i n e
ärmlichen Behausung ist der Postbe
amte Molnar nebst seinen fünf Kin
dern, sämmtlich als Leichen, aufge
funden worden. Molnar war nicht
wie sonst zum Dienst erschienen.
Nachbarn wunderten sich, daß von
den ,simdern fein Laut zu hören war,
und als man in die Wohnung ein
drang, bot sich ein grausiges Bild.
Sechs Leichen schwammen in Blut.
Molnar hatte den Kleinen, augen
scheinlich während sie schliefen, den
Hals durchschnitten und sich dann
selbst aus die gleiche Weise entleibt.
Ausschluß über die Gründe zu der
Verzweiflungsthat gab ein Brief des
unglücklichen Vaters, in dem dieser
erklärte, er habe keinen anderen Aus
weg ans seinem und seiner Kinder
Elend gesehen. Mit einem Gehalt
von monatlich 66 Kronen (etwas
über $13, oder etwa 43 Cents pro
Tag) sei es ihm nicht möglich, eine
Familie zu ernähren.
W i n, 22. Juli. Außerordent
liches Interesse wird der ans verläß
licher Quelle stammenden Meldung
entgegengebracht, daß die Türkei ei
nen engere» Anschluß an den Drei
bnnd beabsichtige und bereits mit den
Vorbereitungen dazu beschäftigt sei.
In hiesigen diplomatischen Kreisen
wird der Nachricht allgemein Glau
ben geschenkt. Bestätigt sie sich, so
würde die Bedeutung des Ereignis
ses, nach der vorherrschenden Ansicht,
schi hoch'Hinzuschätzeu sein.
I Frankreich.
V e n e t- e s -B a i n e s 2 1
Juli. Die hiesige Polizei erhielt
heute von London aus Photogra
phien von Dr. Crippen und Frl. Le
nebe, die bekanntlich von den briti
sche« Behörden in Verbindung mit
der Ermordung der Frau Crippen
gesucht werden. Alle Personen, wel
che am vorigen Sonntag jenen my
steriösen Henry Tarbot gesehen hat
ten, speziell das Hotel-Personal und
verschiedene Leute am Bahnhof, wur
den von der Polizei aufgefordert,
diese Photographien in Augenschein
zu nehmen und sie alle sind einstim
mig der Ansicht, daß Dr. Crippen
nnd jener Tarbot ein und dieselbe
Person sind. Die direkte Spur die
ses Mannes konnte bis jetzt nur bis
Mont Louis verfolgt werden und
man ist deshalb nicht sicher, ob er die
spanische Grenze überschritten hat,
oder sich noch auf französischem Bo
den befindet.
a i s 2 1 u i e o k u
rator von Vernet-Les-Baines über
s a n e e u e e i e s i e n e ö e
öffentliche Sicherheit eine Depesche,
in welcher er die Identität des Frent
den Henry Tarbot mit dem amerika
nischen Zahnarzt Dr. Hawley H.
Crippen bestätigt und die Ansicht
ausdrückt, daß dieser über die
Grenze nach Spanien geflüchtet ist.
Italien.
o 2 2 n i I n e i s e i n e s
Papstes Pius und aller gegenwärtig
hier befindlichen Kardinäle fand
heute in der Sixtinifchen Kapelle ein
Gedächtnißgottesdienst für den Papst
Leo den Dreizehnten statt. Alle beim
Vatikan affredirten Diplomaten, die
Mitglieder des römischen Adels und
Pilger aus allen Theilen der Welt
wohnten den eindrucksvollen Cere
monie« bei. Später hielten der
Papst und die Kardinäle eine Konfe
renz ab, bei der beschlossen wurde, die
beabsichtigte Ueberführung der
jetzt in der Peterskirche liegenden
sterblichen Ueberreste des verewigten
Oberhauptes der katholischen Kirche
nach dem Lateran wegen der gegen
wärtigen antiklerikalen Strömung
aujUni&estimmte Zeit zu verschieben.
•'tffy Spanien.
a i 1 9 u i i e e i e
rung bestätigte heute den Bericht,
daß der bisherige spanische Gesandte
Marquis Emilio de Ojeda beim Va
tikan in den nächsten Tagen nach
Spanien zurückkehren wird. In An
betracht der gespannten Beziehungen
zwischen dem Vatikan und der spani
schen Regierung glaubt man allge
mein/ daß die Rückkehr des Gefand
ten einer Abberufung und einem Ab-
An
An
AMM
liiii
bruch der diplomatischen Beziehun
gen zwischen Spanien und dem Va
tifait gleichkommt, obfchon in offi
ziellen Kreisen fest und steif behaup
tet wird, daß der Gesandte wegen
Krankheit zurückkehrt.
Schweiz.
e n 2 0 u i i o e
Glänze ist hier das diesjährige Eid
genössische Schützenfest unter riesiger
Betheiligung von Schützen und Fest
gästeit aus aller Welt eröffnet wor
den. Nicht weniger als 670 Schü
tzenvereine mit 30,000 Mitgliedern
sind gekommen, um hier auf dem
Festplatz ihre Meisterschaft zu zeigen
und Preise heimzutragen. Unter den
Festtheilnehmern befinden sich in
großer Zahl Amerikaner, Deutsche
aus allen Gauen des Reichs, Franzo
sen und auch eine Menge Angehörige
anderer Nationalitäten.
o n o n 1 9 u i a s i n e n
Ver. Staaten zirkulirende Gerücht,
daß Dr. Hawley H. Crippen heute in
Canterbury, England, verhaftet wor
den sei, entbehrt jeglicher Begrün
dung. Auch die in Dover und Diep
pe verfolgten Spuren haben bis jetzt
nichts Neues ergeben und die Polizei
tappt in Bezug auf den Ort, an dem
sich der muthiuaßliche Mörder befin
den könnte, noch immer völlig im
Dunkeln.
o n o n 2 3 u i i e o i z e i
in Scotland Z)ards ist auch der Ue
berzeugung, daß Dr. Crippen sich
entweder in den Pyrenäen versteckt
hält ober in irgend einer spanischen
Stadt steckt. In ersterem Falle ist
eine direkte Verfolgung geradezu un
möglich, aber mau rechnet darauf,
daß er von Zeit zu Zeit auftauchen
muß, um sich Lebensmittel zu ver
schaffen, und man hofft, daß er bei
dieser Gelegenheit gefaßt werden
wird, und sollte er sich in einer spa
nischen Stadt aushalten, so wird er
als Fremder ebenfalls bald den Ge
Heimpolizisten in die Hände laufen.
i v e o o 2 3 u i E i n e
drahtlose Depesche von einem auf der
Fahrt nach Canada befindlichen
Dampfer, der jetzt mitten aus dem
atlantischen Ozean ist, besagt, daß
sich an Bord des Schisses zwei Passa
giere befinden, welche man fiif Dr.
Crippen ^"und Ethel Clara Leneve
hält.
Canada.
o n e a 1 8 u i E i n
Streik sämmtlicher Zugangestellten
und Kondukteure an der Grand
Trunk und Central Vermont Bahn
ist heute Nachmittag erklärt worden
und trat bereits um halb 10 Uhr
Abends ill Kraft. Ungefähr 12,000
Mann sind an diejent Streik bethei
ligt sollte es den Streikern aber ge
lingen, den Betrieb zu lähmen, so
werden weitere 8000 Mann beschäf
tigungslos werden. Der Streik wur
de erklärt, nachdem die Bahngesell
schaft sich positiv geweigert hatte, die
Unterhandlungen mit dem Komitc
der Angestellten fortzusetzen.
o n e a 2 2 u i V i z e
Präsident Murdoch vom Orden der
Kondukteure und Bahnangestellten
hat heute dem Departement für Ar
beit in Ottawa eine Depesche zuge
sandt, in welcher dem Vorschlag des
Ministers bezüglich der Einsetzung
eines Schiedsgerichts zur Schlichtung
des Streiks an der Grand Trunk
Line zugestimmt wird. Die Bahn
gesellschaft hat zwar nicht direkt zu
gesagt, hat aber Bezug auf ihxe frü
here Erklärung genommen, in wel
cher gewisse Punkte von der schieds
gerichtlichen Entscheidung ausgeschlos
sen bleiben sollen. Wenn es somit
auch zur Stunde noch nicht bestimm*
ist, ob der Disput dem Schiedsgericht
übergeben werden kann, so sind doch
immerhin günstige Aussichten hier
für vorhanden.
Japan.
o k i o 1 7 u i e n e a e n t
«ant Vicomte Teraucht ist von hier
nach Seoul abgereist, um das Amt
eines japanischen General-Residenten
in Korea anzutreten. Bei feiner Ab
reife gab er die Erklärung ab, daß
Japan in Korea die „gepanzerte
Faust" nicht zur Anwendung brin
gen, noch die wirklichen Interessen
Koreas oder die der fremden Mächte
bekämpfen werde. Radikale Aende
ruttgen im Regierungssystem seien
jedoch seiner Meinung nach nothwen
dig. Mit Rücksicht auf die allge
mein herrschende Ansicht, daß die
Annekttrung Koreas durch Japan
nicht mehr lange hinausgeschoben
werden dürfte, wurde Vicomte Ter
auchi um eine formelle Darlegung
der von ihm beabsichtigten Politik
ersucht. Er erwiderte: „Ich bin
Abonnements Preise:
$1.50
das
Jahr in den Ber. Staaten
U«ch de« Vuilfttttc
13.00 das Jahr nach Canada
$2.00 (SR. 8) nach Teutschland
$8.00 (Rbl. 4) nach Rußland
aeaen Vorausbezahlung)
»cietv
Üs'orio ,!
s
»o. 1
außer Stande, betreffs der Zukunft
Koreas eine Politik im Einzelnen
darzulegen, bis ich eine erschöpfende
Untersuchung an Ort und Stelle vor
genommen habe."
e k i n 2 1 u i i n a a
die gemeinschaftliche russisch-japani
sche Note, durch welches der Abschluß
des Uebereinkommens bezüglich der
Mandschurei mitgetheilt wurde, heu
te beantwortet aher während die
meisten Mächte ihre Freude darüber
ausdrückten, daß der Status quo
und das Prinzip der „Offenen
Thür" in der Mandschurei aufrecht
erhalten bleiben, lautet die Antwort
der chinesischen Regierung bedeutend
kühler und refervirter. Zwar drückt
China ebenfalls feine Befriedigung
darüber ans, daß die Bestimmungen
des Portsmouth'er Friedensvertra
ges aufrecht erhalten bleiben sollen
ès betont aber speziell den Artikel
Drei dieses Vertrages, welcher ver
fügt, daß die Mandschurei wieder
vollständig der ausschließlichen Ver
waltung China's zurückgegeben wer
den soll, mit Ausnahme der Liau
Tnng-Halbinsel, die Japan von
China pachten kann, wenn es dies
wünschen sollte.
Inland.
Die Bahnen das Landes.
W a s i n o n 1 8 u i i e
Zwischenstaatliche Verkehrskontntis
fiou veröffentlichte heute ihren 22.
jährlichen statistischen Bericht über
die Eisenbahnen des Landes. Der
Bericht schließt mit dem 30. Juni
1909. Es geht aus demselben her
vor, daß die Eiseitbahit-Geleise in den
Ver. Staaten an genanntem Tage
eine Länge von 234,8(18 Meilen re
präsentiren, was eine Zunahme von
3,215 Meilen gegen das Vorjahr
bedeutet. In den Staaten Arkan
sas, Californieu, Idaho, Minnesota,
Mississippi, Montana, Nevada, Ore
gon, Teraö, Virginia und Washing
ton sind diese Geleise um mehr als
hundert Meilen je verlängert wor
den. Die Gesantmtzahl der Ange
stellten ans den Bahnen des Landes
belief sich aus 1,502,823 Mann,
eine Zunahme von 66,548 gegen das
Vorjahr. Es kommen somit 638
Mann auf je hundert Meilen. Der
Pariwerth des gefammteit Eisen
bahn Eigenthums beläuft sich auf
$17,487,868,935. Von diesem Be
trag befinden sich $13,711,867,733
in Gestalt von Bonds und Aktien in
Händen des Publikums, was einem
Kapital von $59,259 per Meile
gleichkommt. An Aktien stehen aus
$1,467,896,060 Vorzugsaktien und
$6,218,382,485 gewöhnliche Aktien,
der Rest besteht aus fonbirten Schul
den. Von dem gefammten ausstehen
den Aktienkapital haben $2,766,
104,427 ober 35 Prozent keine Divi
denden gezahlt. Die ausgezahlten
Dividenden für das Fiskaljahr 1909
belief eil sich auf $321,071,626. Die
Zahl der Passagiere, welche im Laufe
des Fiskaljahres 1909 befördert
wurden, belief ich auf 891,472,425.
Im Jahre zuvor wurden 890,009,
574 Personen befördert. An Fracht
wurden int Fiskaljahre 1909 insge
sammt 1,556,559,741 Tonnen be
fördert, gegen 1,532,981,790 im
vorhergegangenen Jahre. Es ist so
mit eine Zunahme von 23,577,951
Tonnen zu verzeichnen. Die ge
sammten Einnahmen der Bahnen
deS Landes beliefen sich für das Jahr
1909 auf $2,418,677,538, die Be
triebskosten auf $1,599,443,410.
Der Streik auf der Pennsylvania-
Bahn vermieden.
Iii It. Die heutige Konferenz zwischen
dem Generalbetriebsleiter Myers
und dem Erekutiv-Komite dvr Kon
dukteure und Zugangestellten östlich
von Pittsburg, endete zwar nicht mit
dem Abschluß eines festen Ueberein
fommcits, aber die Differenzen sind
soweit geschlichtet, daß man den dro
hende» Streik als aus der Welt ge
schafft betrachten kann.
Die Weltfriedens-Kommisfio».
W a s i n o n 1 8 u i i e
Mitglieder der „Weltfriedens"-Kom
mission, die kurz vor Thoresschluß
vom Kongreß freirt wurde, werden
in allernächster Zeit ernannt werden.
Die Freunde des Projekts sind der
Hossnung, daß der frühere Präsident
Roosevelt den Vorsitz übernehmen
wird. Im Ganzen wird die Kom
mission aus 5 Mitgliedern bestehen,
die vom Präsidenten zu ernennen
find. Der Hauptzweck der Kommis-
und auf @eite 10)
vA

England.
i a e i a a 1 8

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