OCR Interpretation


Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, July 28, 1910, Image 5

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn89074935/1910-07-28/ed-1/seq-5/

What is OCR?


Thumbnail for

I Stadt und Land
I Abonnirt auf den Staats-Anzeiger,
Sie
tonangebende deutsche Zeitung
Nord-Dakota's.
Wir geben Euch 6 Prozent In
Jeresse auf Euer bei uns hinterleg
Hes Geld für 6 Monate und länger.
Merchants Bank, Rugby N. D.
Herr Jakob Böller, Sohn der
Frau Eva Völler bei Brazil, begab
sich Samstag auf die Reise nach Ri
chardton, um dort auf der Farm zu
arbeiten.
Wer Häufer und Grundbesitz in
Rugby und Pierce County Land kau
fen will, wende sich an O. T. Ber
dahl, einen Block südlich vom Court
Haus. Telephon 39. 2-ba.
Dr. Rolf Meidell, der feine Aus
bildung in den größten Hospitälern
Deutschlands und Oesterreichs ber«
vollständigte, hat sich nunmehr in
Rugby niedergelassen. Seine Office
befindet sich im Jacobson Block.
Wer russische Vollmachten rechts
kräftig ausgestellt haben will, wende
sich an Georg Mitzel in Berwick
Nord-Dakota. Meine Gebühren sind
sehr niedrig. Georg Mitzel,
40 Berwick N. D.
Herr Frank Eisenzimmer aus
Anainoose war am Mittwoch voriger
Woche in Landgeschäften in Rugby
und stattete auch dem Staats-Anzei
Her einen gerngesehenen Besuch ab.
Herr Eisenzimnier nahm in Sec. 24
und 13, Twp. 152, Range 74 ein
„Claim" von 1(5 Acker. Land auf.
Viel Glück dazu!
Redakteur F. L. Brandt reiste ge
stern zum Besuche seiner Familie
und in Landgeschäften auf sein
„Claim." Diesmal mich die Redak
tion tief in den Sack greifen, da wir
ani Samstag den 30. Juli unseren
„Proof" in Stanley machen. Die
Familie selbst wird bis zum Herbst,
bis die Ernte eingeheimst und gedro
schen ist, auf dem Lande wohnen
bleiben. Bis Sonntag hoffen wir
wieder in Rugby zu sein.
Die Hand des Elends.. Weint die
Hand des Elends niemals auf Ihren
Schultern geruht hat, dann sind Sie
in der That einer der Glücklichsten
mis Gottes Erdboden. Es thut in
dessen keinen Schaden, wenn matt
über eilt wirklich zuverlässiges Haus
mittel unterrichtet ist—ein Mittel,
welches zeitbewährt und zeiterprobt
ist. Wir verweisen speziell auf das
alte Kräuter-Heilmittel, Form's Al
penkrâuter, angefertigt von den Pio
nier-Herstellern von Hausmittel, Dr.
Peter Fahrney & Sons Co., 19—25
Hoyttc Ave.. Chicago, III.
Die Schadenersatzklage des Herrn
Frank Gross gegen Frank Ibach,
welcher verklagt worden war, seinen
Hund auf Gross' Stühe gehetzt und
diese mißhandelt zu haben, woraus
auch andere unliebsame Verwickelun
gen erwachsen waren, kam am Frei
tag vor Richter Frame zur Verhand
lung. Der Prozefe wurde auf Ko
sten des Klägers abgewiesen. In
folge dieses Urtheils entspann sich
später zwischen den Familien Gross
und Ibach, welche in Turk's Laden
zusammengetroffen waren, heftiger
Streit, der schließlich auch in Thät
lichkeiten ausartete, aber viel Blut
ist nicht geflossen. Die Aufregung
war eine Zeitlang groß, sodaß
schließlich die Polizei eingriff und
Richter Fraine später Andreas
Gross jung, Jakob und Frank
Gross und John Ibach unter je
$200 Friedensbürgschaft stellte. Da
rauf gab's Ruhe!
Auf dem Wege zur Stadt am 19.
ds. Mts. begegeneten Herr und
Frau Lavier Scheet mit einem be
dauerlichen Unglück. Hinter dem ein
spännigen Buggy, in welchem kavier
.und Frau fuhren, liefen zwei seiner
anderen Pferde, welche er am Strick
festhielt. Ein Automobil, welches
von hinten angefahren kam, verur
sachte, daß die Pferde scheuten und in
eines der Hinterräder sprangen, wo
.. durch das Buggy umgeworfen und
die Insassen herausgeschleudert wur
den. Frau Scheet, welche sich in
Rugby in ärztliche Behandlung ge
ben wollte, trug Verletzungen da
von, die ihre Ueberführung in's hie
sige Hospital nöthig machten, da sie
schwanger ist. Der Besitzer des Au
tomobils, wie Wir hörten Herr C. W.
Schröder aus Willow City, fuhr wei
'tiT ohne zu halten. Ob Herr Schrö
ter wußte, welches Unglück er ange
richtet hatte, sowie auch die näheren
^Einzelheiten, welche zu dem Unfall
führten, sind uns nicht bekannt, so
daß wir vor der Hand nicht über den
.selben urtheilen können.
5 Marktbericht.
Rugby, 26. Juli.
Meizen, No. 1, Hard..... .$1,14
No. 1 Northerj» ..1,13*
V if •, 1,1
V ti
8
i,09i
Rejected^^'.^....0,ss
Maccaroni Weizen No. 1 0,83£
.. ,«/* ......0,73J
MGerst«, No 1. v .. .0.45
Buoye freigesprochen.
Der Nice Mordprozetz saut
rasch ju «»ve.
Geschworene» entscheiden daß Buohe
Selbstvertheidigung
-v, handelte.
Laut Entscheidung zwölf Ge
fchworener aus Bottineau County,
woselbst der Rice-Mordfall im Kreis
gericht zur Verhandlung kam, wur
den John Buoye und Pat Meehan,
welche sich seit vergangenem 5. April
unter der Anklage des Mordes, be
gangen an O. C. Rice in Rugby, in
Haft befanden, auf freien Fuß ge
setzt. Die Entscheidung erfolgte am
Dienstagabend voriger Woche, doch
konnten wir in voriger Nummer, da
wir bereits Dienstagmittags zur
Presse gehen, nichts darüber brin
gen.
Buoye's Freisprechung, das läßt
sich nicht leugnen, brachte den Be
wohnern Rugby's eine große Ueber
raschung, denn Niemand hatte so et
was erwartet.
Buoye, der Angeklagte, machte
geltend, daß er in Selbswertheidi
gung gehandelt habe. Er sei ganz
zufällig auf Rice und seilte Begleiter
gestoßen. Rice habe ihn durch Re
densarten schwer beleidigt und sei
ans ihn zugekommen. Er (Buoye)
habe mit der linken Hand Rice's
rechte ergriffen, um ihn zu verhin
derit seinen Revolver zu ziehen und
mit der Faust seiner rechten Hand
habe er (Buoye) Rice in's linke Auge
geschlagen. Rice sei rückwärts vom
Seitenweg getaumelt, aber wieder
auf Buoye zugekommen. Als Rice
dabei auf den Rinnstein trat, sei er
ausgerutscht, gefallen, und habe sich
auf diese Weise die Wunde am Hin
terkopfe zugezogen, welche seinen
Tod verursachte. Buoye's Aussage
wurde von seinem Mitangeklagten
Meehan und von seinem Freunde Al
bert Haugen bestätigt. Soweit in
Kürze die Vertheidigung.
Die Hauptzeugen für die Anklage,
McÖeod und Madsen. erzählten aber
den Vorfall ganz anders. MeLeod
beschwor, daß er fah wie Buoye von
hinten Rice einen Schlag versetzte
und daß er Rice mit dem Gesichte auf
dem Seitenweg liegen sah. Arthur
Madsen, der in der verhängnißvollen
xJtocht,
Rice, der betrunken war,
führte, schwor, daß er von hinten ei
nen Stoß erhielt, der ihn 15 bis 20
Fuß vorwärts schleuderte. Als er
wieder auf die Beine kam und sich
umschaute, sah er Rice mit dem Ge
ficht nach unten auf dem Seitenwege
liegen. Beide, sowohl Madsen als
MeLeod beschworen, daß ein Kampf
oder Wortwechsel zwischen Rice und
Buoye zu der Zeit nicht stattgefun
den habe.
Die Rechtsanwälte der beiden An
geklagten setzten alles in Bewegung,
um darznthun, daß Rice ein gefähr
Itcher Charakter gewesen sei. So
weit die (beschworenen in Betracht
kommen, waren ihre Anstrengungen
in dieser Hinsicht auch erfolgreich.
Thatsache ist nun, daß Rice an die
sein verhängnißvollen Tage (es war
Stadtwahl) stark trank und abends
eben auch betrunken war und in die
sem Zustande sich skandalös aufführ
te und allerhand Drohungen aus
stieß. Wiederum aber ist auch That
sache, daß Rice nur selten sich be
trank und allgemein für einen guten
Bürger gehalten wurde. Rice wohnte
feit drei Jahren in Rugby und hat
sich nie vorher etwas zu Schulden
kommen lassen. Buoye nnd Rice
waren schon längere Zeit nicht gut
aufeinander zu sprechen. Es herrschte
unter ihnen tiesgewurzelte persön
liche Feindschaft, die noch von Andy
Jones' Gewaltherrschaft in Rugby
herrührt.
Buoye hatte sich zu seiner Verthei
digung die Dienste zweier tüchtiger
Rechtsanwälte gesichert, während die
Anklage seitens des Staates in
schwachen Händen ruhte, denn Herr
Shuman, der Staatsanwalt von
Pierce County, ist ein fast unerfah
rener Advokat. Zwar stand ihm
Rechtsanwalt Greenleaf aus Mittot
als Berather zur Seite, aber dieser
Herr wurde nur eilt paar Stunden
vor Beginn des Verhörs als solcher
gerufen, sodaß er nicht Zeit hatte,
sich irgendwie vorzubereiten und die
Anklage lag somit fast gänzlich in
Shuman's Händen.
Das Verdikt der Geschworenen
wurde hier mit sehr gemischten Ge
fühlen entgegengenommen, aber die
Würfel sind gefallen und das Urtheil
ist maßgebend. Ob dasselbe unserer
Ansicht von Gerechtigkeit entspricht
oder nicht, darf nicht in Betracht
kommen.'
Wie verlautet, wird Buoye nicht
nach Rugby zurückkehren, sondern
mit Familie nach seiner früheren
Heimath in Minnesota übersiedeln.
Diesen Entschluß können wir, in An
betracht der hier vorherrschenden Ge
fühle, nur billigen. V«
Sendet verwandtet! oder Kèunden
im alten Baterlande den StaatS-An
zeiger ans ein Jahr. Der Preis des
Blattes in's Ausland beträgt nur 82.00
jährlich, ganz abgesehen von der hüb
schen Prämie, welche wir verschenken
und der Freude, welche dadurch Ber
wandten und Freunden bereitet wird.
i Krau Aa»ob B. Rieder
Schnell tritt der Tod den Menschen an
Es ist ihm keine Frist gegeben
So auch im Falle des Ablebens
der treuen Gattin unseres Freundes
Jakob B. Rieder, in der Nähe von
Anainoose wohnhaft, der am 15.
Juli in Minneapolis Minnesota sei
ne Lebensgefährtin durch den Tod
verlor.
Die nunmehr sanft Entschlafene
war schon, längere Zeit' leidend, so
daß, wie auch seinerzeit gemeldet,
Herr Rieder mit ihr sich nach Min
neapolis begab, wo sie sich im Hos
pital einer Operation wegen Blind
darmentzündung unterzog, welcher
sich auch andere Leiden, unter ande
rem ein bösartiges Gewächs, zuge
sellt hatte. Die Patientin überstand
glücklich die Operation, aber andere
Komplikationen und Blutvergiftung
stellten sich ein, denen sie erlag.
Ihre Leiche wurde nach Attatitoofe
übergeführt, woselbst ant Nachmittag
des 18. Juli von der katholischen
Kirche aus die Beerdigung stattfand,
an der Freunde und Bekannte der
Familie sich schaarenweise betheilig
ten und bei welcher Vater Zumbusch,
der Ortspriester, assistirt von Vater
Bühler aus Harvey, die Trauercere
ntOtiten leiteten. Zu Ehren der Ver
storbenen und der trauernden Hin
terbliebenen waren während des
Trauergottesdienstes alle Geschäfts
Häuser der Stadt geschlossen.
Frau Augusta Rieder, geborene
Glaismaitn, erblickte ant 21. März
1870 in Green Lake County Wiscon
sin das Licht der Welt und erreichte
somit ein Alter von 40 Jahren, 3
Monaten und 24 Tagen. Am 7.
Juni 1892 schloß die Verstorbene zu
Grand Forks in diesem Staate den
Bund für's Leben mit ihrem nun
tiefgebeugten Gatten, Jakob B. Rie
der. Seit 1899 wohnte die Familie
in McHenry County. Die Ehe war
ettte sehr glückliche und gesegnete.
Außer ihrem treuen Lebensge
fährten hinterläßt die Verstorbene
fünf Kinder vier Knaben nnd ein
Mädchen welche das Ableben der
Gattin und Mutter in die tiefste
Traner versetzt hat und denen wir
hiermit unser tiefstgefiihltes Bei
leid aussprechen. Friede ihrer
Asche!
Sie starb, ach starb mir viel zn früh?
Zu früh auch für die Meinen.
Tie alle wehmuthsvoll um sie
Mit mir. dem Vater, weinen.
Gott, welches Leiden, welcher Schmerz,—
Mir blutet nur noch mehr das Herz
Bei meiner kinder Thränen.
Deutsch-lutherischer Gottesdienst.
'Kommenden Sonntag, den 31.
xsiiU,
findet nachmittags tun 2:30
wieder deutscher Gottesdienst in der
norwegischen Kirche statt, zu welchem
alle Glaubensgenossen und Deutsche
int allgemeinen herzlich eingeladen
sind. Bei diesem Gottesdienst findet
auch die Feier des hl. Abendmahles
statt.
Aus Nord-Dakota
(Aus der Gemeinde Odessa)
Ant 5. Juli hat seit geraumer Zeit
der erste Gewitterregen, der aber
stellenweise von verheerendem Hagel
schlag begleitet war, Odessa und die
Umgegend besucht. Iii der Ge
meinde Odessa wüthete der Hagel
stürm so, stark, daß viele Farmer
gänzlich aushagelten und auf deren
Getreidefeldern ist nicht ein einziges
Getreidehälmchen ganz geblieben.
Gefahrverkündend war der Attzng
des von Westen heranstürmenden
Gewitters. Voraneilende Wolken
massen bildeten ein grauenerregendes
Durcheinander die Vorboten eines
schlimmen Sturmes. Nach etwa ei
«er halben Stunde war das ganze
Firmament in Mauerliche Finsterniß
gehüllt, gleichsam war die Erde wie
vom Dunkel der Nacht überschleiert.
sodaß Bangigkeit und Todesfurcht im
Innern vieler Menschen kämpften.
In weiter Ferne erhoben sich schwere
Staubwolken, in ihren unheilverkün
denden Farben dem gefürchteten af
rikanischen „Sammt" ähnelnd.
Schloßen, von der Größe eines Hüh
nereies prasselten auch bald in Be
gleitung furchtbaren Sturmwindes
und lange anhaltender, krachender
Blitze in unglaublicher Menge Hernie
der,. Viel^ Fensterscheiben wurden
demolirt und viel Geflügel getödtet.
Au vielen Stellen fielen die Hagel
sortier in nur. geringer Größe und
bei vollständiger Windstille, ohne den
geringsten Schaden anzurichten. Lei
der blieben'auch viele Farmer in die
ser Gegend, welche bereits voriges
Jahr aushagelten, auch wiederum
dieses Jahr nicht ganz verschont.
Mancher Mann steht, heute tiesbe
trübten und wehmüthigen Herzens
am Rande seiner verödeten, dent
Erdboden gleichgemachten Saaten
und, wohin sein Auge auch schweifen
mag, bietet sich seinen Blicken eilt
trostloses Bild. Die verheerten sel
ber hatten vor dem Hagelschlag we
nigstens Haat und Brot versprochen,
aber nun ist alle Hoffnung zu nichte
geworden, denn es war der Wille des
allmächtigen Gottes und deshalb lo
ben und preisen wir den Gebieter der
Elemente dennoch und rufen:
Wenn in heißen Sommertagen
Schloßen alles niederschlagen,
So geschieht's nach Gottes Rath,
Wegen uns'rer Missethat!
Höre gnädig unser Bitten:
Wende ab von unsern Hütten
Krankheit, Krieg und Hungersnoth
Gieb uns unser täglich Brot!
Vom 22. Juli an werde ich den
deutschen Schulunterricht in der
Odessaer Gemeinde wahrscheinlich
ausgeben müssen. Der Grund ist
wohl der großen Mißernte und auch
dem Hagelwetter zuzuschreiben. Eine
Mißernte sollte freilich wohl mit dem
Schulunterricht nichts gemein haben,
denn die heranwachsende Jugend soll
und muß doch unterrichtet werden.
Nach Ablauf des alten Schulterntins
werden nur wenige, oder vielleicht
auch gar keine Schüler zum weiteren
Schulbesuch sich anmelden. Auch mich
wird daher eine Mißernte heimsu
chen, denn Verdienst wird wohl auf
ein ganzes Jahr ausbleiben, sodaß ich
mich genöthigt sehen dürste, nach
Harvey überzusiedeln, wenn ich nicht
irgendwo in einer Gemeinde oder bei
einem einzeleneii Manne als Lehrer
Stellung erhalte. Sollte sich nichts
für mich finden, so wird die längst
schon geplante Reise nach dem euro
päischen Kontinent wieder stark in
den Vordergrund treten, denn in die
sein Falle möchte ich noch vor Ein
tritt des Winters schon in Europa
sein. Bevor ich aber Amerika Lebe
wol)l sage, möchte ich noch eilten län
geren Ausflug machen, um mich mit
Freunden, Verwandten und Bekann
ten nochmals zu amüsiren und zu tier
abschieden. Im alten tietnt hätte ich
baun wieder mehr Material für Kor
respondenzen und werde eventuell
manches Artikelchen einschicken.
Viele Grüße an Herrn Redakteur
Brandt und an alle Leser des Staats
Anzeiger. Anton Jochim.
a v e y, den 21. Juli.
(Aus der Gemeinde Odessa)
Die Gemeinde Straßburg wurde
ans Anordnung des tiochiv. Bischofs
als Mission der Pfarrei Odessa zuge
theilt. Vater Jos. Augustin Kern
hat daher ein weiteres, ausgedehntes
Arbeitsfeld und doppelte Seelsorge
erhalte». Ob Straßburg eine Mis
sion bleiben wird, muß die Zukunft
lehren.
Am 19. begann in der Mission
Straßburg die Feier des 40stündigeu
Gebets, an welcher sich die Hochw.
Priester aus Fulda, Karlsruhe und
Harvey beteiligten und dein Mif
siottspriester Jos. Aug. Kern assistir
teii. Drei Tage dauerte die Feier
und viele gediegene Predigten wur
den gehalten. Der Würde der hohen
Feier entsprach auch der vom Orga
nisten Lukas Held geleitete Chorge
saug. Anton Jochim.
^Da ich heute so wie so unbedingt
zur Stadt fahren muß. will ich bei
der Gelegenheit auch wieder eine
Korrespondenz an den Staats-Anzei
gcr loslassen, damit die Leser sehen
mögen, wie es bei uns hier geht.
Vor der Hand ist aber nicht viel
gutes zu berichten, denn das Wetter
ist seit einigen Tagen ungünstig
schrecklich heiß, sodaß die Frucht lei
det. Besonders ant Donnerstag, den
14. und Freitag, den 15. Juli, war
die Hitze sehr groß und dabei hatten
wir so heißen Wind, daß ich sagen
muß, noch nie tu meinem Leben so et
was erlebt zu haben.
Heute Morgen, gerade als ich diese
Zeilen schreibe, haben wir so starken
Nebel, daß man keine hundert Schritt
weit sehen kann und Nebel ist be
kanntlich Gist für die Frucht, beson
ders für solche die in der Blüthe steht.
Hätten wir statt dessen einen guten
Regen bekommen, oder bekämen wir
ihn noch, wäre der späten Frucht sehr
geholfen. Auch auf dem Heuschlag
sieht es nicht zum besten aus. Alles
ist trocken und das Heu ist leicht wie
Federn deshalb ist in demselben
auch keine Kraft enthalten. Wenn es
nicht guten Hafer giebt, wird es bei
manchem Farmer bis zum Frühjahr
schlecht aussehen mit Futter für die
schweren Arbeiten int Frühjahr.
Meine Nachbarn Peter Decker und
Wilhelm Meier haben gestern schon
Gerste geschnitten. Wie diese aber fttt
Kern beschaffen ist, kann ich nicht sa
gen. Herr Decker bricht noch Land
mit seiner Maschine, aber es geht
nicht mehr gut, denn es ist zu tro
cken.
Aber auch in der Stadt Dickinson
herrscht große „Trockenheit," denn
die Wirthschaftsbesitzer befinden sich
alle hinter Schloß und Riegel.
Unser geehrter Korrespondent,
Herr Ludwig Stroh in Kandel Süd
Rußland, fragt an, ob keiner der Le
ser weiß wo sich Michael Roth (von
Anton) aufhält. Da kaun ich mit
Auskunft dienen: Anton befindet sich
wohl und munter in Dickinson Nord
Dakota.
Habe bereits vor einigen Tagen
zwei Briefe geschrieben, sie aber nicht
zur Post gebracht, denn extra wegen
Briefen zur Stadt fahren, geht auch
nicht gut an, denn ich muß, in diesem
Falle um sieben Uhr morgens weg
und dornt dauert's bis vier oder fünf
Uhr nachmittags, itttd an diesen hei
ßen Tagen kann man das Vieh nicht
gut ohne Wasser lassen.
Sonst nichts neues, deshalb will
ich schließen. Gruß cm alle Leser und
Korrespondenten des lieben Blattes
und an die Redaktion.
Telegraphisches aus dem Staate.
i tt fl e e. Die Theilhaber der
Pingree Grain & Supply Co. hiel
ten kürzlich ihre Jahresversammlung
ab. Für das lausende Jahr wurde
ein Direktorium, bestehend aus fol
gende» Herren erwählt: I. E. John
son, W. A. Bartholomew, Andrew
Forsberg, Henry Dehne, Ed. Me
ts leert), Oscar Boyd und Geo. H.
Piercy. In der Sitzung des Direk
toriums wurde eine Dividende vot\
20 Prozent erklärt und folgende Be
amte erwählt: W. A. Bartholomew
Präsident: Geo. Piercy Vizepräsi
dent: Oscar Boyd als Schreiber,
Schatzmeister und Geschäftsführer
nnd Jver Rasniufon als Getreide
fäiifer für die Gesellschaft.
e v i s a k e E i n A n o n i o
bil-Unglück, welches sich neulich etwa
eine Meile südlich von hier ereignete,
kostete dem 30jährigen Robert Hazel
hurst das Leben. Ewald Schultz,
ein anderer Insasse des Automobils
wurde schwer verletzt, dürste aber mit
dem Lebe» davonkommen, während
Roy McZey, der dritte Passagier,
nur leichte Wunden davontrug. Die
jungen Leute standen in Diensten der
Devils Lake Auto Co. und kamen vor
sechs Wochen aus Michigan City in
Indiana hierher. Sie hatten das Au
tomobil reparirt und machten mit
demselben eilte Probefahrt. Während
sie auf einer Anhöhe eine Meile süd
lich von der Stadt dahinsausten, ge
rieth das Steuer außer Ordnung, die
Maschine stürzte tint und den Abhang
hinunter. Alle drei geriethen unter
dieselbe und Hazelhurst wurde der
Brustkasten eingedrückt. Er starb auf
dem Wege nach dem Hospital. Seine
Verwandten in Michigan City wur
den von dem Unglück benachrichtigt.
E in u tt s. Der hiesige
Schmied H. Wellsides wurde am
Sonntagabend, den 18. Juli, durch
den Besuch des Sheriffs und Staats
anmalt von Stutsman County über
lascht, welche im Automobil aus
Jamestown angesaust kamen. Außer
seinem ehrbaren Handwerk betrieb
der biedere Schmied nämlich auch
eine Flüuerktteipe, in welcher sich die
Durstigen des Oertchens oft gütlich
thaten. Das alles ist mm vorbei. Es
wurden auch Haftbefehle gegen zwan
zig weitere Bewohner Edmunds aus
gestellt und bei Festnahme des biede
reit Schmiedenleisters war fast die
ganze Bewohnerschaft des Städtchens
auf den Beinen.
a (o a. Feuer, welches infolge
einer Gasolin-Explosion ant Morgen
des 19. Juli in Tony LaBiere's Bä
ckerei ausbrach, richtete int Geschäfts
theil Schaden zum Betrage von $35,
000 au. Folgende Gebäude wurden
gänzlich eingeäschert: Tony Biere,
Bäckerei und Speisehaus,Verlust $4,
000 People's Apotheke, Eigenthü
mer Jvetz & Jennings, Verlust $5,=
000 das leere Gebäude des Herrn I.
W. Murphy, Verlust $2,500 Ferris
& Sons.Laden, Verlust $10,000
.Hartin Elevator sammt Inhalt, Ver
lust $15,000.
E e e y. Das erste Getreide
wurde in dieser Umgegend am 19.
Juli geschnitten. Der Weizen ergiebt
sieben bis acht Büschel zum Acker,
aber später gesäeter Weizen in diesem
(Lantoiire) County wird einen besse
ren Ertrag bringen, da kürzlich gefal
lene Regen demselben viel geholfen
haben.
i s a k e i e e w e
rett Regenfall in der Nacht vom 18.
auf den 19. Juli trafen hier ein aus
Dickinson, New Salem und Mau
dan. Auch Bismarck und Burleigh
County wurde von demselben be
glückt. Nördlich, entlättgs der Soo
bcthit, bet Ruso, Dogdcn, Washburn,
Wilton, Ryder und Flasher, haben
auch Regen alles erfrischt. Für vie
les Getreide mag der Regen zu spät
gekommen sein, aber spätgesäeter
Weizen, Corn und Flachs haben sich
bedeutend erholt. Weiter westlich
werden befruchtende Regenfälle aus
der Umgegend von Minot bis nach
Willistou gemeldet.
o o i i e S u e ö e
des Goodrich Schuldistrikts versaut
melte sich am Dienstagabend voriger
Woche. Die zwei iteuerwählten
Schuldirektoren John Martin und
Christian Handel traten ihre Aemter
an. Die Behörde erwählte I. Mar
tin zum Präsidenten für das lausende
Jahr und Emil M. Johnson wurde
als Schreibr wiedererwählt. Die
Bürgschaft des Schatzmeisters F. M.
Davis wurde angenommen mit den
Herren A. A. Hendricks und E. M.
Jasmann als Bürgen. Die neue Be
hörde machte eilte Steuerauflage von
$5,000, um eilt neues Schulgebäude
zu bauen, welches diese Summe« ko
sten soll.
a n k i n s o i i e E n e a u s s i h
ten in dieser Umgegend, westlich bis
Lidgerwood und östlich ins Fair-
5.
mount, find soweit recht gute. Es
giebt einige kleine Streife», welche
weniger verheißend aussehen, aber
berett sind nur wenige.
e nb i h. Arthur E. Couway,
der auf der fünf Meilen südlich von
hier gelegenen Farm des Herrn C. E.
Duffy mit Heimtachett beschäftigt
war, wurde während eines schweren
Gewitters sammt den Pferden vom
Blitze erschlagen. Conway ist hier
fast unbekannt, da er erst kürzlich in
-diese Gegend kam. An ihm gefundene
Briefe lassen erkennen, daß seine
Mutter in LosAngeles (Kalifornien
wohnt. Sie wurde von dem Unglück
benachrichtigt.
i k i n s o n i e i e s i e n e
hörden haben fast die Hoffnung auf
gegeben, den Mörder Albert Tuma's,
der am 15. Mai todt in einem Was
serbecken der N. P. Bahn aufgefun
den wurde, und worüber wir seiner
zeit berichteten, ausfindig zu machen.
Henry Brown, der aus Umstands
beweise hin des Mordes verdächtig
und hier ittt Countygefängiiiß seit
dem gefangen gehalten wurde, mußte
von den Behörden entlassen werden.
Der Magen des Verunglückten ober
Erittorbcteii würbe nach bent staatli
chen Laboratorium in Grattb Forks
zur näheren Untersuchung gesandt,
aber der Bericht ist noch nicht einge
troffen. Nach Beendung der Unter
suchung wird das Leichenschaugericht
sein endgültiges Urtheil über die To
desursache Tiutta's abgeben.
a o u A u i s S a z s
Farm, eilte halbe Meile westlich von
der deutschen katholischen Kirche zu
Karlsruhe gelegen, langten neulich
abends zwei Landstreicher an, welche
Abendbrot verlangten. Da Frau
Schatz bereits sich schlafen gelegt hat
te, bot ihnen Schatz einen kalten Im
biß an, woraus sie meinten, daß sie
ebensogut bis zum Morgen warten
könnten und ersuchten um Nachtquar
tier. Schatz sagte ihnen, daß er im
Hause keinen Platz habe, daß er ih
nen aber Bettzeug geben und daß sie
im Stalle schlafen könnten, wenn sie
wollten. Dies wurde angenommen.
Das war gegen 10 Uhr abends. Um
Mitternacht sahen Nachbarsleute,
daß Schatz's Stall brannte und sie
und der Pfarrer der Gemeinde eilten
herbei, um das Feuer löschen zu hel
fen. Herr Schatz selbst wußte nichts
von dem Feuer und. als die Nach
barn sich dem Stalle näherten, eröff
neten die beiden Landstreicher Feuer
au* ihren Revolvern auf sie. Da
durch wurde schließlich die ganze An
siedeluug alartnirt, aber die Böse
wichter entkamen. Der Stall war
$300 werth und für $100 versichert.
W a e o n a u e K u
lin, die Gattin eines in der Nähe
von Fairmoimt wohnenden angesehe
nen Farmer* und Mutter einer zahl
reichen Familie, beging am 20. Juli
in einem Anfalle von Lebensüber
druß Selbstmord in dem sie den
Lauf einer Schrotflinte sich gegen das
Kirnt setzte und mit dem Fuße den
Schuß abdrückte, welcher natürlich
eine gräßliche Wunde und den sofor
tigen Tod verursachte. Die Familie
ist außer sich über die schreckliche
That.
i s in a ck. Die Geldspinde aus
der Station der N. P. Bahn in Sims
in Morton County wurde am Abend
des 20. Juli um $70 und eilte gol
dene Uhr beraubt. Der Statiousvor
steher verließ gegen 10 Uhr das Zim
mer auf einige Minuten und vergaß
wohl die Thüre zur Spinde und zum
Zimmer abzuschließen. Als er zu
rückkam bemerkte er den Diebstahl.
e v i s a k e V a e a n i s
ein katholischer Priester, der kürzlich
aus Richardton hier anlangte, um
Vater Johns Stelle im Kloster zu
versehen, welcher eine Reise nach Eu
ropa angetreten hat, ertrank ant
Abend des 20. Juli beim Baden im
nahe beim Kloster südlich von der
Stadt gelegenen See. Die Leiche
wurde später von zwei Priestern ge
funden. Wie verlautet fand die Be
erdigung am Dienstag unter Leitung
des Bischoss von Fargo statt.
a n e n E i n u u i e u a e
namens James Bocatt, der für Louis
Lykken arbeitete, erstickte infolge gif
tiger Gase in einem Brunnen in der
Nähe der Stadt. Bocatt war in den
Brunnen gestiegen, tun etwas an der
Maschinerie, welche zum Graben ge
braucht wird, in Ordnung zu brin
gen. Als sein Arbeitgeber nach eini
gen Minuten nach ihm rief, erhielt
er feine Antwort. Lykken machte sich
sofort daran, den Mann herauszuzie
hen,aber seine Anstrengungen blieben
lange erfolglos und als er endlich den*
Mann aus dem Brunnen brachte,
war er bereits todt.
:o
e i n a e n y i e der
zwanzigjährige Sohn eines in deck
Nähe der Stadt wohnenden Far--"^
titers, stahl $40 von seinem Vaters
und suchte sein Heil in der Flucht, sei
nen 14jährigen Bruder bewegend. 4
mit ihm zu gehen. Der Vater ent»
nahm in Jamestown einen Haftbe» 4
fehl gegen den ältesten Jungen, aber
mehr um demselben auf die Spur zu 'j
komme» und den jüngeren Sohn zu
rückzubringen, als das Geld wieder
zu erhalten. Der Grund zur That I
ist nicht bekannt. vf?
(Weitere StaatS-Nachrichten auf

WHafer, No. l.... .... 0,36
HFlachö, No. 1 2,20
u e 0 2 0
^Mier .... ../ ?0
u V
Der GtaatS-Anzelger, Rugby
A d. A. Kollmar gen,
ev.-luth. Pastor.
Wells County.
a v e y e n 1 1 u i
No. Tak., den 28. Juli 1910.
Stark County.
i k i n s o e n 1 7 u i
Frank M. Frank.

xml | txt