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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, September 08, 1910, Image 5

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Stadt und 8a«d
Abonnirt auf den Staats-Anzeiger,
die tonangebende deutsche Zeiwng
Nord-,Dakota's.
Der Altweibersommer steht vor
her Thüre. Hoffen wir. daß derselbe
sich recht schön gestaltet und lange
andauert.
Wey nahe bei der Stadt gutes
Land auf halbe Ernteabzahlung kau
fen will, wende sich an George Mi
tzel, Berwick Nord-Dakota.
Wir geben Euch 6 Prozent In
teresse auf Euer bei uns hinterleg
tes Geld für 6 Monate und länger.
Die Regen am Sonntag und Mon
tag kamen dielen Farmern die dre
ichcit wollten, etwas ungelegen, aber
die Feuchtigkeit war hochnöthig zum
pflügen.
Wer Häuser und Grundbesitz in
Shigby und Pierce County Land kau
ten will, wende sich an O. T. Ber
dahl, eilten Block südlich vom Court
Haus. Telephon 39. 2-ba.
Das Preisgericht trat am Diene
tag unter Vorsitz Richter Goss' aus
Minot zu einer kurzen Sitzung zu
sammen. Es liegen nur vier Kla
gen zur Entscheidung vor.
Konrad Miller von Brazil war
vergangenen Donnerstag hier, um
fein Land „aufzuprufen." Seine Zeu
gen Ferdinand Lesmeister und Mike
Zimmermann begleiteten ihn.
Zu verkaufen—Round Oak Heiz
ofen so gut wie neu, ein cttnbcrftufjs,
ein mit schwarzem Pelz gefutterter
Chinchilla Ueberrock, billig. Sprecht
vor bei Hohn Blessum alt, Rugby.
R. D.
Wer Land zu verspüren hat oder
solches kaufen will, wende sich an den
ItaatS-Anzeigcr. Landgeschäfte aller
Art werden schnell und billig besorgt.
Sprecht vor oder schreibt an den
Staats-Auzeiger, Rugby, N. D.
Wer russische Vollmachten rechts
kräftig ausgestellt haben will, wende
sich an Georg Mitzel in Berwick
Nord-Dakota. Meine Gebühren sind
sehr niedrig. Georg Mitzel,
40 Berwick N. D.
ftrem Benedikt Meier in Blumen
reld wurde ant Montag, den 29. Au
gust, während des Gewitters vom
Blitze getroffen, kam aber glücklich
ohne schwere Verletzungen davon.
Auch im Hanse wurde kein uemtstoer
ther Schaden angerichtet.
Fräulein Emma Brandt, Tochter
des Redakteurs, langte am Sonntag
roii unserem ..Claim" hier an um
gleich mit Beginn des Termins die
Schule zu besuchen. Der Rest der
Familie wird schwerlich vor Mitte
Oktober nach Rugby kommen können.
Sendet Verwandten oder Freunden
i« alten Baterlande den Staats-An
zeiger auf ein Jahr. Der Preis des
Bwttts in's Ausland beträgt nur $2.00
jährlich, ganz abgesehen von der hub
schen Prämie, welche wir verschenken
und der Freude, welche dadurch Ber
wandten und Freunden bereitet wird.
Wenn der Windstoß kommt und
die Wasser Ihrer Gesundheit kräu
selt. dann ist Forni'c- Alpent'räutcr
das Cel, welches die Wellen legen
wird. Er ist ein idealer Blutreini
ger und rasterzeuger. Es giebt kei
nett Fall, in welchem er sich nicht
wohlthätig erweisen wird. Er ver
fehlt fast nie, chronische und veraltete
Leiden zu heilen. Die erste Flasche
wird seinen Werth beweisen. Er
wird, verschieden von anderen ferti
gen Medizinen, den Leuten direkt ge
liefert durch Lokalagenten, oder
durch die Eigenthümer, Dr. Peter
Fahrney & Sons Co., 19—25 So.
Hoyne Ave., Chicago, 111.
Die Herren August Schmalz und
August Bachntcier feierten am Sonn
tag, den 28. August, ihren Namens
tage im Kreise von Freunden und
Bekannten. Bei Herrn Schmalz wa
rett zu Gaste: Peter Welk, Balth.
L)elk, Mich. Büchler, Nik Schäser,
Julius Keller, Fritz König, John
Sattler, Stephan Sattler, Val.
Schell. Mich. Welk, Jos. Schlachter,
Mike Artntann, Anton Massini,
John Welk, Wend. Reiter, Jos.
Migler. Ferd. Lesmeister. Herrn
Bachmeier's Gäste waren: W. Schall,
Bernhard Bischof, Simon Huber,
Jos. Degenstein, Mathias Bachnteier
und Ferd. Lesmeister. Die Besucher
verlebten aus beiden Farmen recht
vergnügte Stunden mit einander.
Marktbericht.
Rugby, 6. September.
3
n

.$1,02
..1,00
n
..0,98
No. 1 ..2,36
Butte? .. ..0,20
i i
..0 15
Aus Nord-Dakota.
In Nummer o des lieben Blattes
fand ich ein Räthsel, aufgegeben von
Bernhard Ibach in Südrußland.
Meine Lösung desselben ist: „Kreuz."
—Gott hat feilt s, der Kaiser hat's
nur selten, aber der gewöhnliche
Mensch hat's alle Tage. (Die Lö
stmg, werthe Leserin, ist nicht richtig.
Es handelt sich bei derselben nicht
nnt's Haben, sondern tint's Sehen.
Uebrigens ist Ihre Ansicht so übel
nicht. Die richtige Lösung geben wir
im Briefkasten dieser Nummer.
Red. Staats-Anzeiger.)
Mit Gruß an alle Leserinnen und
Leser des Blattes,
Frau Gertruda Gutenberg.
.Wells County.
Die Drescharbeiten in der Untge
gend von Harney haben bereits be
gonnen. Das meiste Getreide wurde
dieses Jahr mit dem Header (Aehren
ichneiber) geschnitten, weil es sehr
furz war. Selten sah man einen Bin
der auf betn Felde in Thätigkeit,
ausgenommen auf beit Tiefebenen,
wo bas Getreide, obwohl die Hitze
und Dürre auch hier ihm Wunden ge
schlagen hatte, gebunden werben
konnte.
Herr Lukas Held aus Odessa, der
sich von seiner Ernte nichts verspro
chen hatte, sagte mir heute, daß er
nicht begreifen könne, wie wunderbar
es sich fügt, daß er noch etwas mehr
als Saat und Brot bekommt. „Bei
Gott ist doch alles möglich." Herr
.Nikolaus F. Lesmeister aus Stras
burg, einer der besten Farmer der
ganzen Umgegend, will sogar bis 2,
1100 Büschel Weizen einheimsen, 4vas
ich ihm von Hetzen gönne. In Be
arbeitung und Bestellung des Ackers
ist Herr Lesmeister vielen Farmern
weit voran, denn es stehen ihm die
besten Arbeitskräfte zur Verfügung,
welche beim Pflügen nicht geschont
werden, und dann sucht er beim Pflü
gen den tiefen Boden, was sicherlich
viel zum Ertrage hilft. Herr Kas
par Heilmann soll, wie man sagt, die
beste Ernte bei Odessa bekommen ha
ben, aber auch bei Stefan Held soll
die Ernte gute Resultate versprechen.
Viele der hiesigen Farmer, aber
besonders die durch Hagelschlag ge
schädigten, ernten weder Saat noch
Brot, noch hinreichend Futter für das
arme Vieh. Recht traurig! Große
Strecken der ausgehagelten Felder,
sowie .wchläitdereien, welche durch
anhaltende Dürre ben durch Hagel
schlag verödeten Getreidefeldern
gleichkamen, wurden bereits umge
pflügt, aber die andauernde Trocken
heit hindert sogar das Umpflügen,
denn die Erde ist wie eine Sandwü
ste. ober wie ein Afchehaufen.
Ich wäre sehr neugierig, das Ein
gesandt des Herrn Vaters A. I. Kern
vom Erstkommuiüontag der Kinder
in Odessa int werthen Staats-Anzei
ger zu lesen.
Ist Herr Joseph Pokarno Leser
des Blattes Weitn so, was ist seilte
AdresseV Der Herr Redakteur wird
mir vielleicht Auskunft geben ton
neu? (Herrn Pofanto's Adresse ist:
Deer Hill, Sask., Canada. Red.
Staats-Auzeiger.)
Eltern, die Deutschunterricht und
Orgelspiel ihren Kindern geben las
sen wollen, mögen sich schriftlich oder
auch persönlich an mich wenden.
Meine Adresse ist: Anton Jochim,
Harnet), N. D.
Am 21. August besuchten mich die
Herren Lukas Held aus Odessa (Or
ganist) und Julianus Kunz aus Bin
rnciifelö. Beide Herren waren mir
hochwillkommen. Schade nur, daß
sie nicht länger bleiben konnten, denn
wir hätten uns doch so verschiedenes
zu erzählen gehabt. Herrn Kunz
traf ich wohl zum ersten Male, sollte
ich aber in Bälde einen Ausslug ma
chen, so werde ich jedenfalls Herrn
Kunz aussuchen und bin eines srennd
licheti Empfanges sicher, denn wir
schlossen rasch Freundschaft. Gruß
an ihn und an alle Leser des Blattes.
Anton Jochim.
Ein Cent
tauft eine Menge
Auskunft über die fruchtbare Golden
Valley Gegend, wo die diesjährige
Ernte der vorjährigen gleichkommt.
Beach, die Golden-Valley-Stadt,
hat ihren ersten Verkauf von Bau
plätzen für Geschäfte und Wohnhäu
ser ant Donnerstag, den 6. Oktober
1910, zu welcher Zeit F. E. Neat's
zweite Addition zu Beach auf öffent
licher Auktion verkauft wird.
Eine Postkarte bringt Ihnen wei
tere Auskunft. Man abreffire:
T. Harlow Verkaufsleiter,
Office mit der Golden Weft Invest
ment Co., Beach, N. D. 7
Abonnirt auf den Staats-Anzeiger,
die tonangebende deutsche Zeiwng
Vord-Dakota's.
'tii
Betrachtungen über die Tage der
Woche.
Sieben Bitten hat uns Der ge
lehrt, ber Himmel unb Erbe und al
les regiert, ja, gerade so viele Bitten
als bte Woche Tage hat. Jene sieben
Tage uitb biefe sieben Bitten entspre
chen in gewisser Beziehung einander.
Diese Bitten sind gleichsam die Lehr
nteister für die Tage: sie ordnen und
regeln unser Denken. Wollen und
Thun für die ganze Woche sie legen
uns auf die Zunge, was wir an je
nem Tage vom himmlischen Vater er
flehen sollen: sie find sieben Sterne,
die uns auf der Bahn zum ewigen
Leben voranleuchten.
Ant Sonntage rufen wir: ..Ge
heiligt werde Dein Name?" Einen
neuen Tag begrüße ich durch Gottes
Liebe, ein neuer Ring reiht sich an
die Kette meiner Lebenslage! Der
Sonntag spricht so freundlich mild
zu meinem Herzen eintreues Vor*
bilb bes ewigen Ruhetages int Him
melreiche. Die ganze Woche Hül
busch hörte ich ein Lärmen unb To
ben, sah wie die Menschen durch die
Straßen sich drängen und treiben,
als gelte es, eine Ewigkeit hindurch
an dieser Erdscholle zu kleben!—Wie
ganz anders ist es beute, und wie
freunblich gestaltet sich alles rings
um uns! Die Werkstatt bes Hoitb
werkers ist geschlossen. Hau bei und
Verkehr ruhen, alle Arbeiten unter
bleiben, wenn nicht der Dienst Got
tes oder die bringende Noth es er
heischt. Der Reisende legt beute sei
nen Pilgerstab auf die Seite und
macht sich erst morgen wieder auf den
Weg, wenn nicht Gefahr ihn treibt.
Obwohl auf ben Straßen alles le»
bendig ist, so herrscht doch allenthal
ben heute größere Stille, feierliche
Ruhe! Nur der Glocteutoii vom
Kirchtbum herab unterbricht gewal
tig die Stille der Morgenstunde!
Aber es ist kein Schreckenston. son
bent eine liebliche Einlabuug, eine
Stimme vom Himmel, denn saunt er»
schallt sie, so freut sich Groß und
.sUeiu, Jung unb Alt. .5och und Nie
brig unb zieht mit heiterem Antlitz,
neu belebt, neu geboren, im festlichen
Genumbc beut Klange nach. Mit sü
ßer Gewalt fühlt Jeglicher sich heute
aus beut Gewirre ber irdischen Sor
gen emporgezogen. In die Hütte ber
Armuth, wie in das Haus bes Reich
thums bringt der heutige Tag mit
feinem lieblichen Glänze imb verbrei
tet nur innige, kindliche Freude!
Selbst bas gesellige Leven erhöht er
uitb giebt demselben einen anmuthi
gen Schimmer: Freundlicher sind
beute die Begrüßungen, fröhlicher
die Anreden, herzlicher der Dank!
Woher diese lieblichen Erscheinun
gen? Und was bebeiiteu diese Töne
unb klänge? Es ist ja ber Tag bes
Herrn, wie ihn bie Kirche nennt—es
ist Sonntag, wie wir im gewöhnli
chen Leben den Tag nennen.
Unsere heidnischen Vorfahren ver
ehrten an diesem Tage die Sonne als
jene Gottheit, die den Tag erhellt und
alle lebenden Geschöpfe und die Na
tur mit ihren milden Strahlen er
freut und belebt. Wir Christen dage
gen beugen heute unser Knie vor ei
ner Sonne, die heller strahlt als jene,
welcher am Firmament ihr Platz an
gewiesen wurde! Wohl dar? ich
den heutigen Tag den Tag der Son
lie nennen. Schon der Allmächtige
hat an diesem Tage gesprochen: „(fe
rner de Licht!" Und es ward Licht.
Vollends aufgegangen ist an diesem
Tage wieder das Licht aus der Höhe:
Jesus Christus, die ewige Sonne!
e o i a o e o n a
Der Sonne, diesem alles erlench
tendeit, erwärmenden und Fruchtbar
keit spenden Gestirne, weihten die Al
ten den ersten Tag in der Woche
Sonntag. Was unsere Lebenssonne
ist. was uns erleuchtet und erwärmt,
was unserem Wirken Werth und Gel
tung verschasst, das wissen wir, dutch
die Offenbarung belehrt. Gestern,
am Sonntage, haben wir in der Bitte
ausgesprochen: „Geheiligt werde
Dein Name!" Heute beginnen wir
vor dem Angesichte des Herten einen
neuen Tag, der uns eine neue Bitte
an des lieben Vaters Herz legen
heißt. Welche Wahrheitslehre bringt
uns nun der heutige Tag? Woran
erinnert er mich, wozu treibt er mich
an?—
Von dem Monde, welchem Gestirn
die Alten hohe Verehrung erwiesen,
hat der zweite Tag (in der Kirchen
spräche die zweite Fcrie) in der Woche
seinen Namen erhalten: Mondtag.
Wohl ist der Mond, den Gott dazu be
stimmte, dem Menschen dnrch's nächt
liehe Dunkel zu leuchten, es zu mil
dern, die Geschöpfe an die Güte ih
res Schöpfers zu erinnern, ein
freundliches Gestirn am nächtlichen
Himmel, aber seiner Veränderlichkeit
halber spricht er wehmüthig zu unse
rem Herzen. Wie oft wechselt er
nicht feine Gestalt! Bald verbirgt er
sich ganz, bald zeigt er sich uns in der
Fülle seines Glanzes, bald wieder zur
Hälfte, bald so, bald so. In ihm sehe
ich ein Bild dieser Erde, wie in der
Somte ein Bild des Himmels. So
wie der Mond sich verändert und
wechselt, so ist auf der ganzen Erde
auch alleö einem beständigen Wechsels
unterworfen. Entstehen und Verge
hen, Wachsen, Blüthen und Welken,
Aufbauen und Zerstören, Pflanzen
und Ausrotten alles in der Welt
geht bunt durcheinander. Es giebt
nichts Beständiges unter dem verän
derlicheit Monde. Nichts bleibt in
demselben Stande. Diese treten auf,
jene treten ab: diese verarmen, jene
sammeln sich unermeßliche Schätze:
diese sinken zur tiefsten Niedrigkeit,
jene schwingen sich empor zur höchsten
Stufe irdischer Herrlichkeit! Ganze
Familien sterben aus, ganze versin
ken mit ihren wankelmüthigen, ver
änderlichen Bewohnern, neue entste
hen an anderen Stellen: ganze Reiche
gehen zu Grunde, neue werden ge
gründet! Nur ein Reich besteht im
mer und ewig, für und für es ruht
auf liuerfchiiterlicheit Grundlagen, es
wankt nimmer und ewig nicht!
Dieses Reich ist das Reich der
Wahrheit und Tugend, das Reich des
ewigen Friedens und der Seligkeit!
Wer fühlt sich hier, wo ihn der zweite
Tag ber Woche so sehr an beit Wech
sel alles Jrbischen erinnert, nicht ge
bruiigen, aus ber Tiefe seines Her
zens zu Gott zu rufen: „Zu uns
komme Dein Reich!"—Alles um uns
her verändert sich unb wechselt, nir
gends ist Dauer unb Beständigkeit!
Auch die Menschen sind veränderlich:
beute so. morgen anders. Gott bleibt
ewig derselbe! Seine Jahre nehmen
nicht ab und, wie er unveränderlich,
ist auch Sein Reich keinem Wechsel
unterworfen!
(Fortsetzung folgt.)
Eine gute Stellung
.töiii:vi:
x\ahr
junge Männer ober Xanten
im Eisenbahn- ober brahtlofeu Tele
graphendientt erhalten. Seit Ein
führung bes Hstiinbigen Arbeitstages
und der Entwickelung drahtloser Te
legrnvhie werden etwa 10,000 Tele
graphisten gebraucht. Solche erhal
ten zum Anfang .$70 bis .$90 per
Monat. Wir unterrichten unter Auf
sicht der Telegraph Beamten und ga=
raittiren Stellungen für alle Gradu
irteit. Wegen näherer Einzelheiten
schreibt an eine der euch ant nächsten
gelegenen Officeit. National Tele
grnvh Institute, Cincinnati, £., Phi
ladelphia. Va., Memphis, Teint.,
Columbia, S. C.. Davenport, Ja.,
oder Portland, Ore. (7)
Briefkasten der Redaktion.
ö s u n e s s e s i n
Nr. 5 tautet: „Seinesgleichen."
A e x. S ch w e i v e r, Strafe
burg, wohnhaft Selz Rußland.
Solche Ska.idalgefchichten eignen sich
nicht für diese Zeitung. Neuigkeiten
allgemeinen Charakters find uns
stets willkommen.
K a 1 o ß, Colonsay, Canada.
—Scheere kann nur nach Canada ge
sandt werben, wenn Sie bereit sind,
den Zoll von 30 Cents zu bezahlen.
Lassen Sie, bitte, von sich hören.
a 11). Fei st, Bachtschtisaray
Rußland. -Ihr Gevattermann JoH.
E heiser in Asor, 'Sask., Canada, be
zahlte das Blatt für Sie auf ein
und läßt herzlich grüßen. Auch
die Wandkarten werden Ihnen zuge
sandt. Lassen Sie doch einmal von
sich hören!
e e e i e K a n e u
land. —Ferd. Lesmeister bei Brazil,
N. D., der das Blatt für Sie be
zahlte, erhielt auf seilte zwei Briefe
feilte Antwort von Ihnen. Er bittet
Sie, zu schreiben wie Ihnen das
Blatt gefällt.
a a e n a i e K o s
iat'otua Rußland.—Ihr Sohn Jo
hannes bei Brazil Nord-Dakota
möchte wissen, ob Ihnen die Settling
gefällt und ob Sie dieselbe weiter le
sen wollen. Wenn Sie es wünschen,
wird er sie weiter für Sie befahlen.
Johannes läßt grüßen und bittet um
Nachricht.
e s e i n a n a a w e e n e
beten, uns nicht Briefmarken in Zah
lung zu geben, da wir solche in den
Ver. Staaten nicht gebrauchen kön
nen. Mau bezahle per Postanwei
sung.
Wenn der jiutge König von Por
tugal in Europa feine Gattin findet,
so könnte er sich ja einmal in unserem
gesegneten Lande nach etwas Passen
dem umsehen. Wir Haben ihm jetzt
eine veritable Aristokratie zu bieten,
deren Ahnen znnt allermindestcn Hau
sirer gewesen sind.
Der Cher Deutschen statistischen
Amtes Dr. v. d. Borgnt sieht sich ge
genwärtig in unserem Laude um und
sprach sein grenzenloses Erstaunen
über die Höhe der Preise aller Ge
brauchsgegenstände ans. Er kann sich
versichert halten, daß 80,000,000
Amerikaner sein Erstaunen theilen.
Die von Carrie Nation in Kansas
gegründete Heimstätte für Frauen
von Trunkenbolden mußte geschlossen
werden, weil sich nicht genug solcher
Frauen zur Aufnehme meldeten.
Welche bittere Enttäuschung für Car
rie und ihren Anhang von Weltver
besserern mit Gänsefüßchen!
i
v-h
:sb,
Sctnt Kaiser oou Zapau.
Schilderung eines Gartenfeste» am
Hofe freS Mikado'S.
Elcha«pi«tz, ®iiftr «nd frrleul »tffrlbri, ««ch
der 9ff4rrituna tinr* (lntwätt».
?ht in Tokio lebender Schweizer
gibt im „Journal de Genkve" eine
Beschreibung der Gartenfeste beim
Mikado' in welcher es heißt: „Auf
Befehl Seiner Majestät des Kaisers
werden Sie eingeladen. Mittwoch, ben
27. April um 2 Uhr Nachmittags sich
die Kirschbäume im Hama-Palast an
zusehen. Ihre Majestäten der Kaiser
und die Kaiserin und Ihre kaiserli
chen Hoheiten die Prinzen und Prin
zessinnen werden das Fest mit ihrer
Anwesenlxut beehren." Diese Einla
dung prangt in japanischen Schrift
zeichen atls einer breiten Karte mit
Goldrand. Eine kleine Notiz in eng.
lischer Sprache, die aus einem rofetv
farbenpit Begleitkärtchen steht, theilt
dem Gast «des Kaisers mit, daß für
die Offiziere der Landarmee und der
Marine die llni'fortn und für Zivili
sten der lange schwarze Rock und der
utmermeiblidie Zylinberhut Vorschrift
sinb, daß Personen in Trauerkleidern
nicht zugelassen werben unb baß bei
regnerischem Wetter bie kaiserliche Fa
milie nicht erscheinen werbe. Die Ein
ladung erhält man immer erst am
Vorabend des Festes, da der Kaisen
sich erst in ber letzten Minute zu ent.
schließen pflogt.
Der Hama-Palast (Hama-Rikyn)
liegt ein paar Minuten von Shimba
shi, dem Hauptbahnhof von Tokio,
entfernt er nimmt ganz allein eine
der zahllosen Inseln der Halbinsel
ein, die, von der eigentlichen Haupt»
ftabt losgelöst, in der gleichnamigen
Bai liedeit. Ein Palast in unserem
Sinne ist überhaupt nicht vorhanden
tnatt sieht nur ein paar einstöckige
Pavillons, bie halb im Grünen ver
steckt sind. Man findet eilten herrli
chen, mit besoiVbcrerSorgfalt gepfleg,
teil Park, den der gewöhnliche Sterb
liche nie betreten darf große Rasen.
Plätze mit reizenden Bächlein, Seen
über welche in kühnen Bogen rohge
zimmerte Brücken führen, klein«
Wäldchen, niedliche Hügel und Mi
niaturthäler. Wie alle Besitzungen
der Krone, ist auch dieser Park von
einer wallartigen, mit hohen Thoren
versehenen Mauer umgeben, so daß
er aus einiger Entfernung wie eine
Festung aussieht. Vor dem soge
nannten Palast herrscht ein buntes
Gewirr unb Gewimmel. Es sind
nicht weniger als 2000 Einladungen
ergangen. Außer den hohen Würden
trägern bes Reiches, den Offizieren
der Armee unb der Marine, den ho
hen Verwaltung** und Justizbeam
ten, den Mitgliedern des diplomati
schen Korps und den Konsuln werben
zu den Gartenfesten gewöhnlich auch
allerdings in begrenzter Zahl
durchreisende Ausländer, Weltbumm
ler und Touristen, vor allem Ameri
kaner, eingeladen. Wagen auf Wagen
rollen heran in den meisten Wagen
sitzen in nachlässiger Haltung Offi
ziere Polizisten tummeln sich mit
großer Wichtigthuerei und lenken ihre i
Rößlein nach aflenRichtuitgen hin, um
die Gaffer in angemessener Entfer-
nung zu halten sämmtliche Kutscher
und Sänftenträger stoßen jenen, ja
panischen Ohren nur zu gut bekamt
ten zischenden Schrei ans, der dem
Wagen ihres Herrn einen Weg bah
iten soll.
I
Man fährt unter eine hölzerne i
Brücke, bevor man unter die Thor
Wölbung gelangt, unter welcher die
Palastwache, die einen Uniformrock, i
eine schwarze Hose und einen mit Sil
bet beschlagenen Loderhelm trägt, die
militärischen Ehren erweist die Gen-
dorm erie fontrollirt aber auch die
Kleidung der Erschienenen, und es
kommt gar nicht selten vor, daß Leute,
die nicht der Einladung entsprechend
gekleidet sind, höflich aber bestimmt
aus ihren Wagen herausgeholt und
unter guter Eskorte wieder hinaus
komplimentirt werben. Die Gäste,
die korrekt gekleidet befunden wur
den, verlassen ihren Wagen' vor dem
Gitter ber zweitenUmsassungsmauer
matt muß hier seinen Ueberzieher ab
legen unb einem kaiserlichen Diener
die Einladungsfarte vorzeigen. Ein
Zeremonienmeister sagt einem bann,
wohin man zu gehen hat im übrigen
ist man ganz seinem Schicksal über
lassen. Verirren samt man sich aber
nicht, da alle Wege zu einem Rund
führen, auf welchem er Hof sich auf
hält. Obwohl es erst 2 Uhr ist und
der Kaiser erst um 3 Uhr kommen
soll, ist alles bereits überfüllt es liegt
in der Natur des Japaners, daß er
überall zu früh kommt. Langer Rock
und Zylinderhut behaupten das Feld,
und das ist nicht besonders schön es
gibt viel zu wenig bunte Uniformen,
als daß das Auge an dem Bilde eine
Freude haben konnte. Dazu kommt
noch, daß die Offiziere nicht eitixtal
Galauniform tragen: die Offiziere
ber Landarmee tragen Khaki, die der
Marine Dunkle Uniformen ohne
Epauletten. Hier und da nur sieht
man einen Militärattache in etwas
reicher bestickten Dolman. Die Da
men sind in europäischer Toilette er
schienen die Nationaltracht wird bei
öffentlichen Festen und Zeremonien
schon seit 15 Jahren nicht mehr getra
gen. Pierre Sott war wohl einer der
I
Ä.
letzten Europäer, welche die Kaiserin
„Frühling" und die Damen ihreS
Gefolges in der alten Hoftracht gese
hen haben.
Drei Orchester, die hinter Büschen
versteckt sind, spielen abwechselnd
Opernmelodien. Man geht etwa eine
Viertelstunde, bis man zu einer über
einen Bach führen ben hölzernen Brü
cke gelangt hier wartet man auf den
Kaiser. In der Ferne spielt eine der
Kapellen Melodien aus „Carmen",
um plötzlich, mitten int Takt, aufzu
hören, und feierlich und melancholisch
erklingen die ersten Tone der Natio
nalhymne, des „Kimi ga yo wa".
Der Kaiser ist eingetroffen. Noch
muß matt sich in Geduld fassen, idenn
"der zurückzulegende Weg ist lang und
der Kaiser geht sehr langsam. Endlich
kommt Leben in die Menge und an
der Wegbiegung erscheint feierlich,
den Zweifpitz auf dem Kopfe und den
Degen an der Seite, ein Hofbeamter,
der dem Kaiser den Weg ebnet. Alle
Häupter entblößen sich. Dem mar
tialisch aussehenden Hofbeamten folgt
eine Anzahl Kammerdiener und
Kammerherren vom Dienst. Dann'
erscheint, fast trippelnd und ben Blick
starr geradeaus gerichtet, der Kaiser.
Er trägt oine General snni form. wie
sie vor beiii letzten Kriege getragen
wur'de, und wie sie gegenwärtig nur
noch von il,.u getragen wird: flache
Mütze, schwarzer Toi man mit Schnü
ren, schuarzeHofe mit doppelten schar
lachrothen Streifen, dazu alsOrdeus
"beforitttoit nur das Abzeichen des
Shriyimith ernit.m»Ot4dens. Dent Kai
ser folgen ber Oberfthofmeifter und
'der F'liigelatijutant. Es erscheint da
rauf die Kaiserin in einer weißfeide
neu Robe, begleitet vom Hosmarschall
und von ihren Damen. Weiter der
Kronprinz in Generalleutnantsuni
form, die Prinzessinnen, die ganze
kaiserliche Familie. Endlich öitTboben
Würdenträger und bie Staatsmtni
ster. Das Publikum schließt sich in
bunter Reihe -au, um so rasch als
möglich zutu Pavillon zu gelangen.
Während, einem alten Brauch gemäß,
die Chefs ber diplomatischen Missio
nen von 'den Majestäten in Audienz
empfangen werden, tummeln sich bie
meisten anderen Gäste planlos auf
'denRasenplätzen. KlngeLeute ichaaren
sich in froher Ahnung um die Büfetts
und warten auf die Genüsse, die ih
nen hier in Aussicht gestellt sind.
Sobald die Audienz beend.t ist, wer
den die Büffets im Sturm r.ettom
men Diener gibt es nämlich nur in
dem Pavillon, in welchem die Maje
stäten sic:.! erfrijil'-it. und vor de.:
„diplomatischen Tische::". Man mug
sich sehr beeilen, denn die ganze Füt
terung dauert böilvtens 20 Minuten.
Um 4 Uhr gibt ber Kaiser das Zeichen
zum Aufbruch und verlaßt den Pavil
lon ebenso umständlich wie er gekom
men ist, worauf sich die Gäste lang
sam zu zerstreuen beginnen. Plötzlich
aber läuft alles im Eilschritt zu den
Wageuhaltiylätzett, und glücklich ist
der Mann, fer inmitten dieser wilden
Jagd wirklich ehvas Fuhrwerkähnli
ches erhascht...
Blüthenlese mts der Volksschule.
Folgende drei Musteraussätze aus
der vierten Klasse einer Volksschule
machen gegenwärtig die Runde durch
die Blätter. 1. Die Chinesen sind auf
dem Körper gelb gefärbt. Sie tra
gen einen langen Zopf und breite
Backenknochen, ihre Augen sind ge
schlitzt. Ihre Nahrung besteht aus
Hunden. Mäusen. Ratten und Reis.
Der hohe Chinese hat eilten Mantel
mit rosa Seide abgefüttert. Die
Schirme sind ans starkes Seidenpa
piers geflochten. Wenn ein kleines
Kind geboren ist, und sie es nicht
mehr gebrauchen können, so werfen
sie es auf der Straße, denn kommt
ein Afchenwagen und schaufelt es mit
in die Asche. Die Chinesen sind sehr
unanftendig. sie halten es aber für
anstenbig. "2. Die Chinesen haben
eine gelbe Farbe. Das Merkwürdige
am Kopf sind die geschlitzten Augen
und kleinen Füße. Das kommt da
von. weitn einKind geboren ist, schnü
ren die Frauen ihnen die Füße auf
Steinblöcke, auf daß sie klein bleiben.
Schon in der Geburt eines Kindes
wissen sie, ob es schwach oder kräftig
ist. Ist es schwach, so werfen sie es
auf der Straße. Dann kommt der
Schnintzwagen und hebt sie auf, dann
kaufen die Missionare for zwei Pfen
nig ab. Die Chinesen finden es
manihrlich, wenn sie in der Nase
pulen und laut aufzustoßen. Die
Schweine nnd Hunde laufen auf der
Straße herum. Wenn sie wasSchlech.
tes gethan haben, so wird ihnen der
Zopf abgeschnitten, das ist wie Ge
fängniß. 3. Die Chinesen haben eine
gelbe Haut, die Backenknochen stehen
nach draußen und haben geschlitzte
Augen vorne. Sie haben buntes
Zeug vor der Brust sind sie mit
gestickter Seide besetzt. Die Männer
haben einen Zopf, je länger der Zopf
ist, je stolzer sind sie. die Frauen
haben einen Kumt auf dem Köpft
Die vornehmen Herren haben vor sich
einen Tisch mit einer seidenen Decke
auf. Sie rauchen viel Opium unb
haben schone Träume, nachdem kön
nen sie es nicht lassen. Wenn ein
Kind geboren wird, und ist so zart
und vergrübelt, so werfen sie es vor
die Thür, sie sind sehr höflich.
Die Freundschaft zweier Frauen —v
her Bund gegen die dritte.
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Merchants Bank, Rugby N. D.
Weizen, No 1, Hard
No. 1 Northern ...
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Gerste, N o Z .0.51
Hafer, No. 0,27
McHevry County.
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Harvey, den 27. August.
'Ler StaatS'Anzeiger, Rugby, R. 2., den 8. Sept. 1910.
(Von Anton Jochim.).
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