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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, September 08, 1910, Image 8

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

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8.
Offener S*relMikf tot PHUipp
Sauerampfer.
803.
Mien lieber Herr Redacktionär!
Wie die Trehn
komme is, wo
Wedesweilersch
mit hen komme
solle, da sin mir
all an den Die
poh gewese im
schuhr genug se
sie auch komme.
Se ware fein
aufgefictst un der
Wedesweiler hat
e Sätschel ge­
hp
schleppt, wo mir schon von e Distenz
Hot sehn könne, das ebbes drin war,
wo in diesen hier Kurort prohibitet
war. Die Begrüßung war a rig
schön un ich muß sage, ich hen mich
in Fäckt gefreut, den Wedesweiler
wieder zu sehn. Sehn Se emal.
mer hat an die Lumpewelt so wenig
gute Freunde, daß mer kein davon
misse kann un da dnwwer kann kein
Taut sen, daß mich un der Wedes
lvfiler schon vor die längste Zeit die
beste Freunde sin. Wenn ich der Sach
auf den Grund gehn, dann muß ich
sage, daß wenn mir zwei emal en
sicrjiusse Krach hen, daß dann im
wer die Wiminensohks dcisor zu bleh
nie sin. Well, mer hen Dinner zu
fslinme gehabt un off Kohrs sin die
Brausbarts auch dabei gewese. Nach
hen Dinner hen ich gesagt, ich deht
dense, daß die Lehdies jetzt gleich?
dchte auf ihr Ruhm zu gehn un en
kleine Rest zu neirme un biseids das
hätte sich Lebdies hr.ct e ganze Satt
zu verzähle, wo di? Mennfohks nicks
davon zu wisse brauchte. Die Eidie
bat allgemein Anklang gesunne un
mir Mennsobks hen uns e Sickahr
c.eleit itn fir for en Wahk fort. Mer
hen uns e kühles Plätzche in den
Busch gesucht un dort hen mer uns
de lange Weg in das Gras gelegt
for en kleine Näppe zu nemme.
Ich hätt ja gar zu gern den We-1
Imsweiler nach die Drinks gefragt,
a tower ich hen doch nit gewißt, wie
der Mister Brausbart da dnwwer
denke duht un da hen ich die Kwet
sehen nit pappe oder wie mer auf
deutsch sage duht das Sobscheckt nit
totsche wolle. Mer ben so for ebaut
e Stund da gelege, da sagt der Mi
ster Brausbart: „Schentelmänner.!
dies hier is en arig schöner Platz un
for e Lehdie is er sogar eidiel.
awwer es is nicks for die Menn
fohks das Wasser drinke is ja meh
die ganz gesund, awwer mir Fellersch
wolle doch wann und dann ebbes
strengeres hen un ich, soweit ich kon
zemt sin, deht jetzt einiges drum
gewwe, wenn ich ebbes diesentes zu
drinke hätte." Bei Galle so viel kam
men Senz hätt ich den Mister Braus
bart garnit zugetraut. Ich hen den
Wedesweiler en Blick zugeworse, der
hat ganze Walljums gesproche. Der
Wedesweiler hat auch angeketscht un
sagt: „Well, ich muß sage, daß ich
ganz den nämliche Weg fühle un
wenn di» Sckentelmänner keine 06
scheckschen hen. dann inweit ich Ihne
en Drink? ich hen ebbes mitge
bracht. Mer müsse off Kohrs
Perne
Wid­
der nach den Hotel zurück, bikahs ich
kam» doch die Lohd nit iwwerall mit
mich erum schleppe."
In e Seckend ware mer reddig zu
gehn un nach e paar Minnits ware
mer in den Hotel. Die Lehdies ware
all in die Missus Brausbart ihr
Ruhm un so hen mer iesig zu den
Wedesweiler sei Ruhm könne, awwer
was wer'n Se denke, das Sätschel
war nit da! Da is mich erscht ein
gefalle, daß die Fellersch in oen Kur
ort alles inwestigehte un wenn se
ebbes intacksikehting sinne, daß se es
sortnehmme. Bei Gasch. da sin ich
awwer mähd gewese. So ebbes nennt
sich e freies Kontrie? wei das is ja
schlimmer wie in Rofchjieh! Das
verstößt ja gege alle Menschenrechte.
Wie ich den Wedesweiler das gesagt
hat, do sagt er, well, et deht fei
Sätschel Widder kriege un wenn er
das ganze Hotel zu Kindlingwutt
verschmäsche müßt. Met sin reit in
die Offis gange un dort hat der
Wedesweiler nach fein Sätschel ge
fragt. Se hen allerhand Ecksjuhses
gemacht, daß so ebbes gegen die
Ruhls un Regulehschens verstoße deht
un da hat awwer der Wedesweiler
losgelegt. Er hat gesagt, er wär en
Trawweling Sehlsmenn un das
Verkaufe von Lickersch das
wär
fei
Bißneß. Wenn er nit sofort fei
Sätschel kriege deht. dann dehte mir
e i i u n s e e e i e s e i v o n
hier fort gehn un er deht die Korn-
suhe for Demmetfch. Se hen
off Kohrs nit sechs gute Kostie
met! auf einmal verliere wolle un
da |at der Feller das Sätschel her
gewwe.
So praut tote der Emperer Wil
liaa aus den deitsch-französische
Wahr reduhr is komme, so praut sin
mir mit den Sätschel in den We
desweiler sei Ruhm gange un meh
bie dort hen met gesampelt? Ach was
hat der Stoff fogut getehft. Denke
Se emal, wenn en Mann wie mich
sor so e lange Zeit nicks annerschter
wie Wasser kriegt hat for sein edle
Dorfcht zu lösche, dann schreit er nach
Lickersch wie en Hersch nach Wasser
Es is sonnte, schon nach dem zweite
Gliis 6en ick so dissie aefüblt. baft
1
ich piittinicr nit mehr an meine Fietz
hen stehn könne. DenMister Brausbart
is es den nämliche Weg gange un
blos der Wedesweiler, was ja en al
ter Sohk is, der hat eins nach den
annere tackele könne, mitaus daß es
die geringste Jmpreschen ein ihn ge
macht hat. Schließlich sin sin mer all
so mied ins Gesicht gewese, daß keiner
mehr an unsere Lehdies gedenkt hat.
Met hen uns an das Bett un an den
Floht gelegt un bald hen met ge
schlafe wie die Behbies in die Wudds.
Mer hen geschnohrt, daß die Mahls
gekrackt hen un ich sin schuht mer
hätte bis Duhmsdeh geschlafe, wenn
nit ebbes gehäppend wär un das will
ich Ihne in mein nächste Schreiwe
brief verzähle. For heut is es ge
nug un ich will den schöne Dag nit
auch noch in mein Brief mit e
schreckliches End verrnngeniere.
Womit ich vetbleiwe
Ihne Ihm liewet
i i S a u e a e
Historische« Unterseeboot.
Der Verlust des französischen Un
terseebootes „Pluviose" ist geeignet,
die Aufmerksamkeit auf diese Fahr
zeuge zu lenken, und es dürfte von
Interesse sein, aus das erste Unter
seeboot hinzuweisen, das die Bestim
mung haben sollte, Napoleon I. aus
seiner Gefangenschaft aus der Insel
St. Helena zu öerrettn. Der Mann,
der diesen kühnen, für die damalige
Zeit abenteuerlichen Plan faßte, hieß
Johnstone und war ein englischer
Schmuggler von ungewöhnlich ent
schlofsenem Charakter. Er war aus
Newgate entflohen und hatte nachher
Lord Nelsons Schiff zu dem Angriff
aus Kopenhagen gesteuert, nachdem
die gewöhnlichen Piloten der Flotte
dieses Wagestück abgelehnt hatten.
Johnstone soll nun den kühnen Ver
such gemacht haben, Napoleon von
St. Helena wegzubringen. Ein un
tcr der See gehendes Fahrzeug, das
heißt ein Schiff, das eine Zeitlang
unter Wasser versenkt und durch
Loswickelung von Gewichten nach
Belieben wieder in die Höhe gebracht
werden sollte, war als Mittel zur
Ausführung dieses Planes gedacht.
Man glaubte, das Schiff werde,
wenn man es tagsüber unter Wasser
halte, der Sichtung durch britische
Kreuzer entgehen und, wenn es bei
Nacht wieder in die Höhe gebracht
werde, sich der bewachten Felseninsel
nähern können, ohne entdeckt zu wer
den. Man fing wirklich an, das
Schiff auf einet der Themse-Wetf
ten zu erbauen, allein die Eigenthüm
lichkeit der Bauart dieses ersten Un
terseebootes hatte Verdacht erregt,
die englische Regierung bekam Wind
von der Sache und nahm das Boot
weg.
Schon früher einmal hatte derselbe
Johnstone auf ähnliche Weise, als
Napoleon sich der See anvertraut
hatte, den Kaiser bei Vlissingen ge
fangen nehmen wollen. Er beabsich
tigte, die kaiserliche Barke durch ein
Unterseeboot zum Kentern zu brin
gen, alle daraus außer Napoleon er
trinken zu lassen und den Kaiser auf
das bitische Geschwader zu bringen,
das in der Nähe kreuzte. Das Un
ternehmen wurde denn auch wirklich
in Angriff genommen. Napoleon
sah jedoch das Boot auftauchen, ge
rieth, da es sehr schnell auf fein
Schiss zuruderte, in Bestürzung und
befahl, dem Boot weit auszuweichen
so daß der Abenteurer unverrichteter
Dinge wieder umdrehen mußte. Ob
Napoleon von dem abenteuerlichen
Plan feiner beabsichtigten Rettung
durch das Unterfeeboot Johnstones
gewußt hat, ist nicht bekannt gewor
den. Jedenfalls hielt er wenig von
derartigen Versuchen und meinte bei
Erwähnung ähnlicher Pläne, er kenne
den Charakter solcher Abenteurer zu
gut, als daß er einige Hoffnung auf
sie setzen könne.
e i e O e o e
waercsvelde im Departement
Nord ist es zu einem blutigen Zu
sammenstoß zwischen Zollwächtern
und Schmugglern gekommen. Zwei
Zollbeamte sahen auf der Grenzstraße
ein Automobil sich in voller Fahrt
nähern. Sie vermutheten in ihm das
Gefährt einer Schmugglerbande und
postirten sich in der Mitte des Weges,
um den Wagen anzuhalten. Als der
Chauffeur die Beiden bemerkte, stoppte
er einen Augenblick seinen Motor, ließ
ihn aber von Neuem anlaufen, schal
tete die größte Geschwindigkeit ein und
versuchte, die Zollgrenze mit Gewalt
zu durchbrechen. Im letzten Augen
blick schleppten die beiden Wächter
eine schwere Egge mitten auf die
Straße, in die das Automobil hin
einfuhr, so daß es zum Stehen ge
bracht wurde. Ein wüthender Kampf
entspann sich zwischen den Zollbeam
ten und den Insassen des Automobils.
Während der Chauffeur versuchte, sei
nett Motor wieder in Gang zu brin
gen und das Hinderniß von der
Straße zu beseitigen, drangen zwei
mit Eisenstaben bewaffnete Männer
auf die Wächter ein. Obfchon diese
von ihren Waffen Gebrauch machten,
wurde der eine zu Boden geworfen,
und mußte der andere mit gebroche
nem Arm den Rückzug antreten. Er
hatte versucht, in das Automobil zu
klettern, um die zollpflichtigen Waa
ren aufzudecken. Die Schmuggler
sprangen schnell hinein und sausten
davon.
•TttTTTTTTTTTTTTTTTTTTTTT
I Haus, Sof und?and
I
as chi n e nö le ck e in Weiß
zeug reibe man, ehe es in die Wäsche
kommt, mit etwas Butter ein sie
sind dann, leicht auszuwaschen.
e i n e S e i e n e e r
Würste zu schneiden. Leber
wurst fein zu schneiden ist bekanntlich
nicht so einfach, macht man. aber ein
scharfes Messer mann, so geht es Be
deutend besser.
S e a i n e k e k a n n a n a u s
Kleidern am einfachsten auf folgende
Weise entfernen: Man wäscht die Be
treffenden Stellen mit eiskaltem
Wasser, sofort wird man bemerken,
daß der Stearin sich ablöst und auch
nicht das kleinste Fleckchen davon
nachbleibt.
E i n e i n a e s i e a e
Suppenhühner von- 3 Jahren und
dar über schön weich und zart bei einer
Kochdauer von 4 Stunden zu bekom
men. ist dies, daß man die Hühner
gleich nach dem Abschlachten in kaltes
Wasser steckt, so daß sie ganz damit
bedeckt sinid und so einen halben Tag
oder die Nacht hindurch stehen.
N o s i z e z u e a i e n
Den etwas defekten, aus geflochtenem
Rohr bestehenden Sitz eines Stuhles
kann niiflit mit Bast wieder flicken.
Den Bast zieht man durch das Oehr
und einer starken Stopfnadel. Damit
kann man das Muster des Rohrs
durchziehen und an der schadhaften
Stelle sogar durch die in das Holz
gebohrten Löcher stechen. Aus diese
Weise bekommt man wieder einen
dauerhaften Sitz, der gut aussieht
und noch lange Zeit seine Dienste
thut.
e k e i e u u n e e o e
oder blaue Farbe entstanden sind
besonders durch unechtes rothes Garn
sind in Blusen oder Wäschestücken
außerordentlich dauerhaft. Sind sie
beim Kochen der Wäsche eingebrannt,
wie es bei unbeachteten Fadenresten
vorkommt, so kaun mau sie überhaupt
nicht mehr entfernen. Rothe unechte
Farbenflecke, die nur durch Aufliegen
eines Gegenstandes entstanden sind,
verlieren sich, wenn man sie in Salz
wasser einweicht, dann nochmals mit
Salz bestreut, ein paar Stunden der
Sonne aussetzt und einfach nach
wäscht.
S i ö e a u s S e i e
u n a n e e n S o e n z u
entfernen. Wie oft hat man beim
Umarbeiten von Kleidungsstücken
Stosfstucke, die durch ihre frühere
Verarbeitung mit der Maschine voll
ständig zerstochen wurden, wobei der
Stoss aber sonst noch tadellos, und ei
tie neue Verarbeitung werth ist. Alle
Versuche, die Stichlöcher vollständig
zu beseitigen, wie Anfeuchten und Bü
gern, sind machtlos. Aus meiner prak
tischen Erfahrung kann ich dagegen
Krausemünze als durchaus zuverläs
sig empfehlen. Man feuchtet mit der
unverdünnten Flüssigkeit (die für
einige Cent in der Apotheke erhältlich
die betreffenden Stellen an uud bü
gelt die Stellen trocken. Größtenteils
find die Stiche sofort verschwunden.
Sollte hie und da noch ein Löchelchen
zu sehen sein, so kann man es noch
einmal wiederholen. Die Farben der
Stoffe leiden nicht darunter, wenn
man den Stcff nicht zu naß macht.
Der Geruch ist anfangs etwas unaiv
genehm, aber, wenn die Stoffe über
Nacht etwa an der Luft hängen, so ist
derselbe verschwunden.
a n u e n i K e
i e n. Man rührt Pfund Butter
zu Schaum, mischt nach ur.d nach 3
frische Eier, zwei reichliche Eßlöffel
gestoßenen Zucker, etwas Salz, eine
Messerspitze gestoßenen Zimmt und 1
Unze in Milch aufgelöste Preßhefe
hinzu, zuletzt so viel feines Mehl, daß
man einen mäßig festen Teig erhält.
Von diesem Teig formt man eigroße
Häufchen, knetet sie tüchtig durch und
läßt sie in einer warmen Stelle 1
Stunde gehen. Während er ausgeht,
focht man 16—20 Krebse in Salz
wasser, bricht die Schwänze aus. stößt
die Schalen mit 1 Unze abgezogenen
süßen Mandeln und 2*4 Unzen But
ter im Mörser, läßt Pfund Butter
zergehen und röstet die Schalen da
rin *4 Stunde lang unter öfterem
Umrühren, gießt die Butter durch ein
Haarsieb, gießt 1 Pint siedende Milch
über die Schalen und kocht sie *4
Stunde darin aus, worauf man die
Milch ebenfalls durchseiht. Sobald
die Nudeln gehörig aufgegangen, be
streicht man die Form, worin sie ge
backen werden sollen, dick mit Krebs
butter, gießt einen Theil der Milch,
worin die Schalen gekocht wurden,
hinein und versüßt dieselbe mit 2
Unzen Zucker, setzt die Nudeln hin
ein, und stellt sie in einen schön er
hitzten Bratofen. Wenn 'die Milch ein
gekocht ist, sticht man die Nudeln her
aus. schichtet sie auf eine Schüssel
unberührt bleiben, und der Honig
läßt die übrige Krebsbutter zerge*
hen. rührt einen knappen Eßlöfsel
Mebl daran, gießt die Krebsmilch vol.
lends hinzu, würzt die Sauce mit et
was Zucker und Zimmt, läßt die
Krebsschwänze damn auskochen und
servirt die Sauce zu den Nudeln, die
man mit den aus der Sauce genoni
rnenen Krebsschwänzen belegt.
S a k a o e k e n a S e e
S e i e n s e e n z u e s e i i
gen. Man tropft tu Waffer etwas
Benqoetinktur, bis ersteres irrilchartig
erscheint, betupft die Flecken damit
und reibt mit reinem Wasser noch
ganz leicht und vorsichtig nach. Mit
gleichfarbigem Scidenflufchen ist der
Stoss darauf trocken zu reiben.
A e i s e n i n o a S
u e n u n S e i s e k a
jniom 3« to e it i ch eu. Man
opfert eine Portion Horrig, stellt den
selben in einem offenen Glase rache
ant Fenster aus. Bald wird man mer.
ten. daß andere SuAgLeiterr, Cöst
unberührt bleiben und der Honig
schmor3 wird von den darin umge
kommenen Ameisen.
a u u n W a s u e
Haare gilt als erprobtes Hausmit
tel folgendes Haarwasser: Erne Zwre
bei ist feilt zu schneiden tintd 1 Pint
im Wasserbade erhitzter Franzbrannt
wein darüber zu gießen dies läßt
man bis zum anderen Tage auszie
hen. Die Mischung wird durch ein
Tuch geseiht, die Kopftxnrt mit Hilfe
eines weichen Fwnellflickens ober ei
ner weichen Bürste 'damit jede
Woche 2—3inal Mends geiv-afchen.
In gut verkorkten Flaschen hält die
Wirksamkeit dieses Zwiebelbrannl
Weins lange Zeit.
a s e i n i e n e e
Spitze
it.
allgemein bekannt ist, großen Werth,
und wer echte Näh- oder Klöppel
spitzen so recht zu schätzen weiß, wird
diese nicht gern zum Reinigen frem
den Händen anvertrauen, songern mit
der größten Sorgfalt den ihm lieb
gewordenen, kostbaren Besitz selber
wieder instand setzen. Hauptforderniß
bei der Reinigung ist. daß der ihnen
I
K i u n e K o
Echte Spitzen haben, wie
Bestellungen adressire man einfach:
eigenthümliche Farbton erhalten
bleibt, resp, wieder hervortritt. Da
rum ist sie auch wesentlich verschie
den von der Wäsche anderer Spitzen.
Zur Spitzenreinigung gibt es be
sonders dafür bestimmte Porzellan
röbren, die in Abständen durchfocht
sind. Wo diese fehlen, verwendet man
auch etitc gleichmäßig starke Flasche.
Diese wird fest mit weißem Flanell
umwickelt: an den Flanell ist die
Spitze am oberen und unteren Rand
mit seinen Fäden und entsprechender
Nadel anzuheften. Die Spitze wird
dann durch einen Mullstreifen ge
deckt, der am Flanell oberhalb und
unterhalb der Spitze anzunähen ist.
i Nun wird mit dem Waschen begon
nen. Einen neuen, innen gut emaillir
ten Tops, der entweder so hoch ist,
wie die Flasche, oder so breit, um
die Flasche quer hineinlegen zu kön
nen, füllt man mit kaltem Wasser,
legt die Flasche hinein, schneidet gute
Seise ins Wasser ltitd bringt den
Topf aufs Feuer. Die Unsauberkei
ten der Spitzen setzen sich, während
das Wasser kocht, an der Oberfläche
ab. Man schöpft sie ab und erneuert
häufig Wasser und Seife, damit ist
so lange fortzufahren, bis das Wasser
klar bleibt. Dann spült man die Fla
sche in kaltem Wasser so lange, bis
jede Spur von Seise ans den Stof
fe» herausgezogen ist. Darauf wird
die Umhüllung derSpitze abgetrennt.
Nachdem der Mull abgetrennt ist. löst
man dieSpitze durch behutsames Aus
schneiden der Stiche, mit denen sie
am Flanell befestigt ist. ab.
tum Trocknen wird sie aus ein mit
.Flanell bespanntes Holzbrett mit sei
nen Stahlnadeln genadelt. Bei beson
ders werthvoller Spitze werden die
Konturen zunächst vor der Wäsche
aus dem Flanell vorgeheftet, doch
kann dies auch unterbleiben, wenn
man beim Aufstecken die Form des
Unsere neue Prämie
(Diese Abbildung zeigt die Schern in nur dreiviertel der wirklichen Größe.)
Etwas für die deutsche Hausfrau.
Haben Sie je die Erfahrung gemacht, daß trotzdem vielleicht drei oder vier
Scheeren im Hause sind, leine derselben so gut schneidet wie man es wünscht? So
etwas ist mehr als verdrießlich, aber wenn Sie diese Erfahrung machten—und jede
Hausfrau, jeder Hausvater macht sie—dann geht es Ihnen nicht anders als uns
selbst. Gben deshalb haben wir beschlossen, diesen Uebelstand zu beseitigen.
Wir haben mit einer großen östlichen Fabrik einen Kontrakt abgeschlossen, einige
Tausende Scheeren, mit einer neuen Vorrichtung versehen, speziell für uns zu fabrizi
ren. Wie ersichtlich, ist diese Scheere mit einer Sprungfeder versehen, vermittelst wel
cher dieselbe so gestellt werden kann, daß sie dünnes Papier wie schwere Wolldecken mit
gleicher Leichtigkeit schneidet.
Der Ladenpreis dieser Sprungfederscheere ist $1.00
(Huf fünf Jahre ßarantirt.)
Wir aber verschenken sie
an Leser des Blattes, welche dasselbe ei« Jahr im Voraus bezahlen. Dies gilt für
alte, sowohl als neue Leser, ohne Unterschied. Alte Leser, welche im. Rückstände sind,
mögen diesen bezahlen und ei« Jahr im Voraus, dann erhalten auch sie diese unfchätz
bare Scheere geschenkt. Keine Nachzahlung! Der Staats-Anzeiger kostet nur $1.50
das Jahr und wer ein Jahr im Voraus bezahlt, erhält die Scheere frei durch die Post
zugesandt.
Macht der Hausfrau eine Freude!
Nehmet die Gelegenheit wahr!
Auch von den schönen Landkarten, deren wir bereits Tausende absetzten, haben
wir mehr bestellt, aber solche der Leser, welche diese bereits befitzen, können nun die
Sprungfederscheere als Prämie wählen.
Solche der Leser welche im Stande sind, bei uns persönlich vorzusprechen, kön
nen eine der Scheeren bei uns sehen, da wir erst kauften, nachdem wir dieselben sorg
fältig geprüft hatten.
Somit also verschenkt der Staats-Anzeiger dieses Jahr zwei Prämien, näm
lich die Landkarten, oder die Sprungfederscheere. Jeder ein Jahr im Voraus zah
lende Leser hat die Wahl zwischen diesen beiden.
Der Staats-Anzeiger
Rugby, Nord-Dakota.
Randes genau beachtet und jedes
Jäckchen zunächst außen, aber auch in
mitten der Spitze einzeln aussteckt.
Man verwendet dazu, wie oben er
wäihnt, nur Stahlnadeln, die nicht
rosten, und steckt sie schräg nach außen.
Die Spitze darf nur der Form
entsprechen gedehnt werden, ganz
vorsichtig, um das duftige Gewebe
nicht zu zerreißen.
Um der Spitze ein wenig Appre
tur zu geben, genügt es, diese mit
in Wasser angefeuchteter Steifgaze
zu betupfen. Auch leichtes Zuckerwas
ser gibt ihr einen gewissen Halt.
Um die Spitze während des Trock
nens vor Staub zu schützen, deckt man
Mull über sie. Die Stecknadeln wer
den nach dem Trocknen entfernt, eine
kundige Hand wird die Spitze noch
in den einzelnen Ornamentformen
zu modellieren verstehen, was mit ei
nem runden Stäbchen geschieht, wäh
rend man das Muster im Handteller
hält. Doch erfordert diese Arbeit
schon etwas künstlerisches Verstand
niß, ebenso wie ein Ausbessern efavao
defekter Spitze Sachkenntnis toer*
langt. Es sollten sich nur diejenigen
daran wagen, welche mit Spitzen
näherer und Klöppeln vertraut sind.
Ein anderes, für besonders zart*
fädige Spitzen empfohlenes Mittel
besteht darin, daß sie gut und glatt
aneinander gestrichen werden, itedi»
dem in einem Päckchen zusammenge
legt, dieses in alte Leinwand einge
näht und 21 Stunden in reines Oli
venöl gehängt wivd. dhifj dieser 5}»:t
nimmt man es heraus, drückt e6 ferse
und legt es in eine Lösung 2u# wei
ßer Seise, die mit Wasser fc y«.
dünnt wird, daß es eine leichte. arl(
dc Seifenlauge gibt. Hierin fäfet «ton
das Päckchen eine ko
chen. spült dann 'beim Treben Hei
ter. wie oben onaenefoen teur^t.

1 A A A 1. A A A A A A A A A A
Der Staats-Anzeiger, Rugby, R. D., den 8. Sept. 1910.

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