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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, January 05, 1911, Image 4

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

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4.
Der AttMts-An-eiger
9ln0ir(un & Branvt Herausgeber
Zf. V. Vranvt »ii'Datlm: uitsi WcfdjäftSfiitirer
Donnerstag, den r. Aa»»nar 11)11
Abonncmeutspreis:
SScretiiiflte Staaten, pro Jahr $1.50
Nach dein Auslande $2.00
(Nur gegeil Borausdezatilung.)
Um ^er,v ivv" tit Zusendung der Zei
tung ,iU veiineibeii, lutten luir, (u'i Woli
minfivueränöerimgeii ober Wechsel der
Pvs'.i'ffice immer oen alten Wvhnplay und
die Postvfsice mit anzugeben.
Tie fliebe.ftivu iii'ciT.iiiiiüt fiiv den jiilnlt
der Korrespondenz» leine Verantwortung,
bemüht sich a lev, alles Unuasjetioe aiiv.uv
merzen. Einsendungen otitis uvile Warnend
Unterschrift loan dem in de» Papierkord.
An Me l'cfer.
Wir ersuchen unsere Sfefer, dem gelben
Zettel auf der Zeitung, oiyv auf dem Um
schlag, ihre Aufmerksamkeit zu schenken.
Ruf demselben finden sie außer ihrem
Nnmei, auch das Tohmi, bis ',u welchem
das ilVatt le, ahlt ist. Leser, die mit dem
Zeitungsgeld im Rückstände sind, sollten uns
mit Einsenden desselben erfreuen und auch,
wenn möglich, em ahr im Poraus befahlen.
Adreffirt alle Geldsendungen und Briefe:
e S o a n e i e
Rugby, N. D.
Korrespondenzen
Aus Canada.
Zur Freude der garnier haben
»vir jetzt schönes Wetter ,*,11111 frucht
fahren, denn die meisten sind mit die
ser Arbeit noch zurück, weil wir weit
zu fahren haben, Mummende* Jahr
wit-IV* aber hoffentlich besser, weil
wir eine neue Balm bekommen, die
bis Ii) 11 fertig sein muß. Zwei La
den sind bereit* ans der neuen Sta
tion errichtet und die Bahnstrecke ist
meistens aufgefüllt. Dann wird es
auch besser für unsere Farmer wer
den, denn statt 20 mid mehr Meilen
haben wir dann die frucht nur sechs
bis zehn Meilen zu führen. Das
spar uns viel Zeit, Arbeit nnd (Md.
Bei uns war die Ernte nicht so
schlecht wie in Nord Dakota, wo die
Farmer, wie ich im Staats Anzeiger
lese, nur von zwei biv sechs Büschel
'Seizeit zum Acker bauten. \d) habe
im Durchschnitt Hl Büschel Weizen
gedroschen nnd .vafer ergab 85 Bü
schel. Das wäre ja gut genug, aber
der Weizen steht zu billig im Preise
und wir bekommen nur 7 Cents für
Nr. 2 Northern. Dagegen steht das'
Land hoch im Preise. Prairieland!
kostet von $15 his $20 per Acker.
Wie soll der Farmer da auskommen
Die meisten Farmer fahren jetzt
die frucht nach der Station Stras
burg und da müssen wir über die
Vast Mountain Vase «Teich» fahren.
Da* Isis ans dem Wasser ist noch
nicht sehr dick, vielleicht acht oder zehn
Zoll, sodai! man immerhin (Gefahr
läuft, mit einer schweren Vadnng
einzubrechen und einem manchmal
die.Hciare zu Berge stehen. Schnee
31tV Schlittenfahrt hätten wir genug,
vielleicht 1 1 Zoll im Durchschnitt.
Grus an meinen Kameraden Mi
chael Böller in Nord-Dakota, sowie
an die Redaktion und an alle Leser
des Blattes.
Clemens Volk
von Anton.
Da ich schon seit über einem Jahre
ein eifriger Veser des Blattes bin
und unter denselben auch viele
freunde und Bekannte habe, will
auch ich einmal ein paar Zeilen von
hier berichten.
Das Wetter ist recht veränderlich.
Wir hatten schon empfindlich falte,
dann auch wieder warme Zage nnd
das Biel? läuft noch immer ans der
Prairie. Die Ernte war knapp, so
auch das Mutter. Die meisten gar
nier Haben kein Heu und müsse» ihr
Bich mit Stroh füttern. Das Stroh
kostet $1 der Wagenvoll. Der Ge
sundheitszustand ist nicht vom besten,
woran das veränderliche Wetter
schuld sein mag.
Es freut mich sehr, das unsere
deutschen Vente endlich anfangen
verschiedene (Geschäfte zu betreibe»,
beim ich handle lieber mit Deutsche»,
als mit Angehörigen anderer Natio
nen. Mein Nachbar Johannes Seitz
hat sich im Städtlein Denzil ei
nen Banplatz für $150 gekauft und
will darauf ein Hotel bauen. Ein
andere Nachbar, Herr Trab, will ei
«Vit
Vaden anfange». Beide find an
ständige Männer, denen ich Glück
zum Unternehmen wünsche.
Herrn Georg Reiter am Tramp
ing Vase habe ich vergangenen Som
mer einen gros en Stall gebaut und
bis nächsten Sommer will er sich auch
ein schöne* Haus baue» lassen. Es
wundert mich, das er das nicht längst
schon gethan hat, bett» er ist ein
be
mittelter
Manu.
Voriges Jahr bezahlte ich den
^ggtd'Anjeigev für rtietne». Schwa­
ger Adam Sahli in Mandel Südrus
iond, habe aber bis jetzt noch nichts
von ihm gehört. Nim weis ich nicht,
erhält er da^ Blatt, lebt er noch, oder
nicht. Möchte die Redaktion bitten,
mir Auskunft.vi geben. (Das Blatt
ging regelmäßig von hier an den
Schwager ab, läuft aber mit dem 11.
Januar 1011 ab und inns erneuert
werden, wenn der Name nicht gestri
chen werden soll. Die Veser in Rns
land, denen das Blatt von Verwand
ten oder freunden in der neuen Welt
bezahlt wird, sind leider fast alle
nachlässig nnd berichten ihren freun
den gar nicht, ob das Blatt ihnen
richtig zn Händen kommt oder nicht.
Deshalb auch werden die Benvnndten
oder freunde hier verdrießlich nnd
weigern schließlich, das Blatt weiter
zi: zahlen. Hunderte Zeitungen ge
uach Rußland, deren Empfängen- nie
ein Wort für das Blatt berichten, ja
nicht einmal ihren freniidm schrei
ben. Das ist nicht in Ordnung.
Red. Staats-Anzeiger.)
Grus 011 alle Veser des Blattes
von Anton feldmann.
0 1 e n z, den 2 i. Dez.
Soweit gefällt es mir ganz gut in
meiner neuen Heimath und wir ha
ben noch immer gutes Herbitwetter.
Schnee haben wir kaum zwei Zoll
nnd das Biel) läuft noch auf der
Prairie. Der Ernteertrag war mit
telmäßig. Weizen ergab von altem
Vande bis l: Büschel, von neuem
ir Bis 22 Büschel zum Acker. Hafer
erhielten wir vom Acker 15 bis zu 25
Büschel. Auch Heu gab es hier ge
itug, denn wir haben in dieser Ge
gend schon seit vier fahren fein Prai
riefeuer gehabt.
Jit Coblenz brannte das Hotel
sammt Jitualt bis auf den Grund
nieder, aber die Insassen haben sich
alle retten können.
Ju unserer Nachbarsstadt Wilfic
brannte ein Veibstall ab und 17
Pferde fanden in den flammen den
Tod.
Pferde find hier theuer. Domi
nick Miller verkaufte Michael Zeifei
zwei Pferde für $700 und Binzens
Golonofski zahlte ^ak'ob Miller die
gleiche Summe für zwei Pferde.
Der Weizenpreis ist sehr schwach
und die Qualität sehr verschieden.
Wir haben hier von Nr. 1 bis Nr. 0.
Am 12. Dezember hatten wir
Wahl, wobei über Vocal Option ab
gestimmt wurde, aber wir haben hier
gesiegt und werden nach wie vor un
ser Glas Bier trinken können, wenn
wir Berlangen darnach haben. Ju
innerem Distriti wurden 250 Stim
men abgegeben. 50 waren Wasser
simpel und 200 stimmten „naß."
Grus an Bruder Engelbert Mil
ler in Alberta, au meine Schwäger
Anton Bichler und Marl Deuting in
Aberdeen Süd-Dakota. Möchte wis
se». ob meine Schwäger auch das
Blatt lesen wenn nicht, sollten sie es
sofort bestellen. (Die Schwäger find
bis jetzt noch nicht Veser des^Blattes.
—Red. Staats-Anzeiger.)
Gruß an die Redaktion und an
alle Veser-èes Blattes.
Joseph Miller.
S o e n 2 e z
Wir haben schönes Wetter und der
gefallene Schnee schmilzt wieder weg,
sodas es schlecht mit Schlittenbahn
aussieht.
Jch besuchte neulich auch Thaddens
und Johannes und Joseph und An
ton Usselmann, sowie auch Joseph
und Johannes Meiler. Wollte mich
im Orgel spiel unterrichten lassen,
aber der Hauptlehrer war nach Sas
katoon gefahren.
Thaddenes ttsselmaun und fraitz
Zerr statteten Saskatoon und wohl
auch den Bierhallen dort, einen Be
such ab. Hoffentlich haben sie sich das
Bier gilt schmecken lassen.
Jit Nr. 21 las ich auch die von Jo
seph Hoffart bei Brazil N. D. aufge
gebenen Räthsel und sende die Vösun
gen hiermit ein. (Die Vösnng des
ersten: was ist das beste am floh? ist
nicht richtig.--Red. StaotsAnzei
gcr.) Nr. 2 ist Reiter und Roß, und
in Beantwortung des Rechenerem
pels (Nr. :.) will ich bemerken, daß
der Mann $45 hatte. (Die beiden
letzten Vösuugeu sind richtig. Red.
Staats-Anzeiger.)
Das von Herrn Wilhelm Bitter
mann ausgegebene Räthsel löse ich
wie folgt: Mein Moch-Mtischt kann kei
nen Malbs-Mops kochen. (Ob die Vö
sung richtig, muß Herr Bittermann
selbst berichten, da er die Vösnng an
uns nicht einsandte.—Red. Staats
Anzeiger.)
Möchte auch meine Brüder zum
Morrespondiren ausmuntern und sie
bitten mehr von sich hören zu lassen?
Grus an alle Veser des Blattes
von Johannes Eichenlaub.
V i a n k e n 2 4 e z
Jd) versprach in meiner vorigen
Morrespondenz weniger zu schlafen
nnd mehr zu schreiben. Nun will ich
doch auch Wort halten.
Neues giebt es nicht viel zu berich
ten, nur daß uns die englischen Be
wohner verwehren wollen, geistige
Getränke wie Bier und Wein zu ge
nießen. Sie möchten gerne Wein in
Wasser verwandeln, also wollen ge
rade das Gegentheil von dent was
unser Heiland that, denn der verwan
delte Wasser in Wein und nicht um
gekehrt. Wir denken, was der Hei
land that ist wohlgethan. Wenn die
Engländer nur Wasser trinken wol­
Gruß an alle Veser und besonders
an meinen Bruder in Bai mos und
an die lieben Eltern in Elsaß Süd
Rußland. Möchte auch gerne etwas
von ihnen ersah rat, entweder brief
lich, oder durch diese Zeitung. o'f.-
$jt StaatS-Anzriqrr, Rugby, N. D., de» 5« Januar 1911.
len, haben wir Deutschen nichts dage
gen. Wir überlassen ihnen und dem
Bich gerne das Wasser und zwingen
sie nicht, Wein oder Bier zu trinken.
Gott gab Wasser und Wein zum Un
terhalt von Mensch und Biel). Da
mit wollen wir auch zufrieden fein.
Die Engländer mögen Wasser trin
ken so viel ihnen beliebt. Ja, ihr lie
ben Veser des Blattes, es ist auch gar
kein Wunder, daß die Engländer das
Wasser so lieben, denn die Mehrzahl
derselben werden auf dem Wasser ge
boren und sterben auch aus dein Was
ser. Dabei fällt mir eine Geschichte
aus meiner Militärzeit in Rußland
ein. Es war vor 20 fahren, da
stand ich int 00. Regiment in der
Stadt Cherson. Da passirte es ein
mal, das unser Stabskapitän Mi
chaila war fein Name nicht wie
gewöhnlich, sondern ganz aufgeregt i
in die Maserne that, ju russischer
Sprache sagte er: Guten Tag, liebe
Brüder! freilich, wir haben thut
vorschriftsmäßig gedankt. Wohl
fünf Minuten lang stand und be
schau ie der Offizier feine Compagnie,
endlich sprach er: Brüder, seid brav
und lernt gut, denn uns stehen
schwere Zeiten bevor! Dornt wandte
er sich um, auf feine Moitzlci zu ge
hen, wohin ich ihm. als Untergebener
folgen mußte Dort setzte sich der
Offizier auf einen Stuhl, ich freilich
mußte vor ihm stehen. Dann hub er
an: Nun, Bullach, etwas Neues: wir
müssen in den Mrieg ziehen gegen
England und es wird schlimm. Jd)
frug: warum denn so schnell? Seine
Antwort lautete: die Engländer find
schon schlachtbereit im Schwarzen
Meere bei Sebastopol, feuern ihre
Geschütze ab und schlüpfen wieder
ill's Wasser, freilich, ich war kurz
besonnen und frug: Ja, euere Excel
lenz, wohin geht denn der Rauch aus
den Schornsteinen? Vächelnd ent
gegnete der Offizier: Ha, wohin? den
Engländern in den Bauch—sie trin
ken das Wasser und schlucken den
Rauch! So kann's ihnen auch in
Canada gehen! Richtig hetzten die
Wasserapostel hier so lange, das wir
out 12. Dezember wegen des Geträn
keverkaufs abstimmen mußten. Schon
früh ant 12. Dezember kam mein
Nachbar Sebastian Mantbeitz bei mir
an und meinte: schnell auf den Wahl
platz, denn die Wafferapofte! müssen
heute bis an das Schwarze Meer ge
schlagen werden dort können sie
Wasser genug trinken. Und so ist es
auch richtig gekommen.
Jobanne* Bullach.
Allicrta.
0 w s I a i e n 2 8 e z
Zu meiner freude erhielt ich den
Staats-Anzeiger und als ich das
Blatt durchlas, fand ich auch im
Briefkasten die Nachricht, daß Con
rad Eick das Blatt für mich bestellt
hat. Also, Onkel, besten Dank für
Uebcrfeubunn des werthen Blattes.
Das ist ja wirklich eine Zeitung wie
ich so gut noch keine vorher gesehen
habe, denn in derselben findet man ja
alle Nachrichten aus der neuen nnd
alten Welt und auch eine Menge an
deren nützlichen und unterhaltenden
Vefeftoff.
Der Gesundheitszustand in dieser
Gegend ist gut und das Wetter ist
auch leidlich, sodas Pferde und Biel)
noch immer int freien lausen. Das
ist den meisten farntern sehr lieb,
denn geerntet haben wir in dieser
Gegend einfach gar nichts uitb fut»
ter ist sündentheuer.
Ich wanderte also vergangenes
friihiahr mit Sack und Pack nach
Canada, um hier mein Glück zu ver
suchen, aber wenn es immer so oder
ähnlich geht, wie vergangenen Som
mer, sieht's hier mit dent Glück
schlecht aus, trotz der Behauptung,
daß »tan hier von einem Sack voll
Gerste :i00 Büschel bauen könne. Jnt
Similiter kam auch mein Schwager
Bernhard Roth aus Rußland hier
au und mir hatten immer im Sinn,
wieder Canada den Rücken zu kehren.
Da kamen wir auch einmal in die
Stadt und traten dort einen Mann
namens Massini (Bornanten habe ich
vergessen). Es wurde über Ber
schiedenes gesprochen und auch über
schlechte Ernte und die vielen neuen
Einwanderer. Schließlich bemerkte
mein Schwager, er glaube nicht, das
hier viel frucht zu bauen sei. Mas
sini aber meinte, es sei hier gut, denn
er habe gesehen, wie sein Nachbar vo
riges Jahr einen Sack voll Gerste aus
Neubruch säete uitb 300 Büschel da
von erntete, was wir natürlich be
zweifelten, Herr Massini aber allen
Ernstes behauptete. Aus bent Wege
nach dem Bahnhof meinte der Schwa
ger, Herr Massini müsse uns für
noch ganz grün halten. Doch ließen
wir ihn schließlich mit frieden, nah
men beide Vaitd auf uitb nun sind
wir Hier angesiedelt.
Besten Gruß an bie Rebaktion uitb
an alle Veser, besonders aber an On
kel Conrad Erck, sowie an Marl Büch
ler. Anbreas Schüle.
Abonnirt auf bett Staats-Anzeiger,
bie tonangebenbe beitische Zeitung
Norb-Datota's.
Aus Texas.
a n e s v i e, 15. Dez.
Gnben Owet, Hannes!—Guben
Owet, Aitbuit! No, was schafft
mer alleweil -tiubesV O was
schafft mer? immer noch beim Holz
mache: des isch a Elend mit dem
Holzmache—Ja, 'S isch so, awer was
thete ntcr no brcitita? A Mist, so
wie die Mansaser! jo, a noch Ne
wer Holz hoefa. Hascht Zeiting
schuit glesa vun letzte Woch? Welt
Zeitung? Ha, d'r Staats-Anzei
ger! J$ wes ja as du feint hasch
brauch* vielleicht a keim, awer do
find liter alles drin was uf der ganze
Welt vorgeht' Do haft du recht,
Hannes—sogar nun Selz in Ruß
land isch Gschicht drin stauna vitnt
Andiiu un mim Jakob! Ja, ich
hab's glesa—vun der Ausstetting
manft doch! Der »taut noch iiniimet
luas er gfehn hat: so a Maschin was
Mieder mache ver d'Weibsleit, wo bei
uns schun ebes altes isch, thun sich die
Selzer noch ivunnere! Wann die sei
lt Maschin sehne thete was ich gsehne
hab, no thete se er]cht d' Ango uf
reifa! Ja, was isch des vor eiiti?
Des isch eiti wu mer Weibslcithiit
macht! Uf eitere Seit summt'*
Schtroh nein tut uf der anttere Eich
kauen, Jltis, Meis, Hühner, Habicht,
Mraba, nit
Olli
5 or to Böget, im liitne
t'iimma d'Hiit raus, fir un ferdig.
Eenei- niiteni Strauß, der aniuTC
mit Meis ufgeputzt, und wieder a
aimerer steht aus wie a russische Sup
peschüssel—ich faults garuit alia sa
ga, wie noch! 's wuunert mich awer,
Hannes, as se die nit uf d'r Aussteh
ling hen uf Madrinslaf! Des will
dir saga, Anduu, die henfa a dort
gbott, awer, inest, die Selzer sin alle
Handwerker un no hen se Angscht
gbott sie thun sa ablitgo un macho a
so üiini! Jd) samt dir saga, die Sei
zer sin alli kluga Veit, die iitacho
Schrauwa nun Tinta an d'Wäga!—
jo. jo, schweig doch schtill! Wie foin
mn denn die Schrauwa nun liiito
mocha? Sie thun'* grad utoblfl as so
ansingt wie Schrauwa!—jo, sin
d'Wäga nit so gmacht wie bei uns?
—Noseri. Pab, so sinsa gemacht wie
seller gwest isch, wasch, wo feilt zwei
gmacht bett bei Stoiiebam, e paar
Jnhr zurief, uunniie sin sc nit so
schön angschtrige giueit wie seller. Du
wascht jo, d'forb isch deier in Ruß
land! A Mroßner Mann hat einölst e
bisl us d' Mnldai'. gniunma, no hat'r
e ganzer Waga voll Tnwaf o,rieft do
vor! Bmt tvellem Mroßiia isch der
Mann gwest? Güll, vun seileni wu
sa entohl 's Schulzenamt abnmitiua
hen Ja, awer gäll, des isch a
schöns Bild gwest? Bet juh! Wann
mer des bett uf Ansftelling gnuiumt,
bes wär ebbs gwest!
Haft du dei (Seid schütt griakt vun
Blumefeld? Noch nit, awers
summt bald! Jch hab e Brief griakt
as 110s fortschickt hat am 0. Jititi
1801. Hu noch nit do? Ja, bes
nemnit lang! Du wascht doch, as
fellennlls d' Post mit d' Ore führt
isch worra in Rußland, un das isch
weit bis its Amerika! Bielleicht hot
no a noch Doktor Moos ntnfo an der
Nordpol fobra un sell isch noch wei
ter wie Amerifa. Ja, nit grad
Weier dein Brief muß der soweit
fahra? Na, er Hot noch eener vun
MlälewetHal, a mit Gelb, vor Eener
in Dakota! No, so will ich's gla
loa!
Bisch a schun in Stroßburg gwest,
Andun? Meli wie entohl! jsch
Wöhr, heu se dort entohl Windhund
gnietzelt? Des isch meiner G'trei
nmht'! D'r Bitci Ivo se gmetzilt hot,
hot mers sei mer uerzeblt! Heida,
heida, muß des ebbe? gwest feilt!
Ja, ich muß jetz bani geh, sunscht
gebt's Grnmelsupp heit Owet. Wie
viel Uhr isch denn schon? 's isch
noch nit gut so spat. Unser Uhr geht
nit sie hatsa den Mloita gewa zum
Schpiela, no hatnosa hingmacht.—ja
ich gel) jetz! Wart, ich geh mit
itaus, asdich nit unser Hund noch
beißt! Gnd Nacht, Hannes!
Gud Nacht!Wannst widder fommscht,
no verzähl ich dir vun dere Maschin
wo se in Greeley Colorado heu!
a n e s v i e 1 9 e z
Wünsche dem Staats-Anzeiger
und allen Vesertt fröhliche Weihnach
ten tmd glückliches neues Jahr, und
hoffe, daß dem Staats-Anzeiger alle
jetzigen Veser treu bleiben und noch
zehn Tausend neue dazu kommen.
(Besten Tank!—Betrag haben wir
auch erhalten. Pfriemen wurde be
reib att Sie gesandt und die Wand
karten für Herrn fr. Herzog folgen
so rasch als thunlich. Auch hierfür
besten Dank.—Red. Staats-Anzei
slcr.)
Auch üerbeiratbctc sich Paul Mat
tern (von Martin) mit Matbariita
Mack.
Vor etwa einem Jahre berichtete
ich, das viele von hier nach Colorado
wandern, aber sie haben'* bort nicht
lauge ausgehalten, beim bie Meisten
sinb schon wieber hierher zurückge
kehrt.
Grus an meine Briibcr Jakob,
Etancs unb Raimnnb in Colombo,
sowie an alle Leser unb Korrespon
betttcit bes Blattes.
Paul Mattern.
Aus Süd-Dakota.
Weil ich immer mehr Zeit als
Geld habe, will ich wieder einmal ei
nen furzen Bericht an das Blatt
schreiben. Das Wetter ist noch im
mer leidlich schön, aber veränderlich
—bald warnt bald fält—und der ge
fallene Schnee hat wieder scheibeu
müssen.
John Moth, Sohn von Davib, rei
ste neulich nach dem westlichen Theil
des Staates, mit sich Heinistätteland
aufzunehmen. Wir wünschen ihm
viel Glück!
fron Jakob Mogck würbe vergott
gelte Woche schwer krank und reiste
nach Sionr City, mit dort ärztliche
Behandlung in Anspruch zu nehmen.
John Ziedc verkaufte ein Vand
fti'ick, nahe bei der Stadt gelegen, mit
$71 den Acker und kaufte sich an
Stelle dessen vier Claims Vaitd (040
Acker) tu Nord-Dakota für $20 den
Acker. Herr Tiede ist auf dem be
steit Wege Millionär zu werden.
Professor Stahl von der Rebfielb
College hielt vergangenen Sonntag
in der Congregational-Mirche (Rottes
dienst ab, der sehr eindrucksvoll ver
lies. Der Herr Professor ist ein ge
waltiger Prediger.
Bergangene Woche hatten die Min
der einen Corn-Contesi, wozu auch
Gouverneur Bessey eingeladen wor
den war, der eine gute und beleb
reu de Rede hielt.
Herr Jakob Hepper aus Under
wood Nord-Dakota weilt besuchsweise
hier. Da Herr Hepper noch ledig
ist, läßt sich über diesen Besuch gar
vieles benfett, boch wollen wir lieber
abwarten uitb Thee trinken. Jch
denke aber, es wird nicht lauge mehr
dauern, dann wird's heißen: Ach,
Mutter, der Jos ob sieht mich immer
an, wie das Votb der Zimmermann!
-Nichts für ungut, Jafob!
Auch Herr Vubwig Doering und
fron aus Odessa Washington waren
fiirzltch hier aus Besuch.
Vetzte Woche wurden in ber neuen
Stadt Star au einem Tage 70 Bau
vlät.e verkauft. Das kann noch etwas
werden.
Grus an den Leserkreis von
John Stadel.
A e e e 1 1 e n 2 0 e z
Wir hoben hier noch immer schö
nes, trockenes Wetter und keinen
Schnee.
Nun möchte ich auch einige Lösun
gen der Räthsel einsenden, welche Jo
seph Hof fort den Vefern aufgab. Mit
Räthsel Nr. 1: Was ist das beste am
floh? will ich mich lieber nicht aus
halten, denn mit flöhen befasse ich
mich nicht. Nr. 2: Roß und Reiter.
Nr. der Mann ging mit $45 in
den Laden.1 (Beide richtig. Red.
Staats-Anzeiger.) Bezüglich der von
Herrn Wilhelm Bitterntatm aufge
gebenen Räthsel will ich bentcrfeit:
Diamant ist härter als Stahl und Ei
sen. Diese Vösnng ist vielleicht nicht
richtig. (Herr Bitterntatm muß selbst
darüber berichten, da er die Vösuu
geu nicht einsandte. Red. Staats
Auzeiger.) Das Räthsel der acht
zu lösen, muß ich mir erst eine Brille
sausen.
Möchte auch selbst den Lesern eine
Nuß zu knacken geben: Welche Acbiv
1
ichfeit besteht zwischen einem Advo
katen und einem Wogen rod?
Gruß an alle Veser von
Anton Völler.
Edmunds County.
s w i ch, den 20. Dez.
Wir haben hier noch immer schö
nes Wetter und nur wenig Schnee.
Mit Schlittenbahn sieht's bis jetzt
schwach aus.
Anton Wald und familie traten
ant 19. Dezember eine Besuchsreise
nach Portland in Oregon an. Jch
wünsche ihnen viel Bereinigen und
glückliche Heimkehr.
Bezüglich der Morrespondenz von
Gabriel Senger in Nummer 21, das
in Stroßburg Rußland den Veutcu
olles versteigert wird wegen rückstän
diger Steuern, will ich bemerken,
daß die Liederlichkeit dort bei der Be
steuerung gros sein muß. Als Bei
spiel führe ich den fall meines On
kels Balcntiit Theres att, der sich im
Jahre 1890 verheirothete. Jtt Ruß
land ist es so Brauch, daß ein junger
Mann das erste Jahr frei ist von Ab
gaben. Das folgende Jahr war er
auswärtig, und das Jahr darauf
mußte er in den Mrieg ziehen gegen
Japan und war 19 Monate im fei
de. Als er aber vom Mriege nach
Haufe kam, verlangte man von ihm
157 Thaler. Wie mag das wohl
kommen? Er hatte weder Land,
noch Pferde oder Mühe wofür, also,
sollte er so viel Geld zahlen? Jch
dense cuts solche Weise sind wohl auch
die Rückstände entstanden, welche nun
bie Stroßburger zahlen sollen.
Möchte gerne die Adresse von Jo
seph Möhler in Erfahrung bringen.
Vielleicht kann der Staats-Anzeiger
mir helfen.
Gruß an alle Leser des Blattes
und namentlich att Mathias Rörich
in Strasburg Güdrußland.
I s w i ch, den 22. Dez.
Heute sielen in dieser Gegend bis
zu drei Zoll Schnee.
Herr Wendelin Tosch kaufte die so
genannte Jackson Farm zu $3i bëtt
Acker.
Mein Bruber Marl Lacher ist vor
brei Tagen hier angekommen unb
wird bis zutu 28. Dezember bie
Reise nach der alten Heimath antre
ten, und zwar nach der Molonie Man
del, wo er sein Vermögen in Besitz
zu nehmen gedenkt. Morl meint, um
ein Vermögen von (5,000 Rubel
kann er gerade so gut bett Soldaten
mantel tragen wie anbete junge
Leute auch. Marl hat ein Jahr in
Canada gearbeitet und bie übrigen
Jahre seines Aufenthalts in ber
neucit Welt hat er tu Blumenfelb
Norb-Dakota bei unserem Bruber
Mospar Vacher gelebt. (Wir wün
schen Herrn Vacher glückliche Reife
uitb besten Erfolg!—Reb. Staats
Anzeiger.)
Der Sohn des Herrn Joseph Schu
macher, sowie auch mein Sohn Jo
seph, weilen besuchsweise während
der feiertage hier. Sie erhielten
zehn Tage Urlaub. Der nächste Ter
min dauert bis zum ersten April.—
Sebastian Bär's Tochter ist auch wie
der zu Hause angekommen. Sie war
bei Hosmer, S. D., wo sie Sebastian
OchS Musikunterricht ertheilte. Nach
den feiertagen wird sie wieder bort
hin reisen unb ihren Posten wieber
aufnehmen.
Anton Wold und familie traten
eine Reife nach Portland in Oregon
an, woselbst sie ihre. Schwäger Bal
thasar und Michael frison besuchen
werden.
Bei Joseph Müntz herrscht große
freude über trie Ankunft eines ge
sunden Stammhalters.
Meine Stiefmutter Helena Lacher
ist auch wieder aus Canada zurück
genommen. Jetzt weilt sie in Bitt
meufeld Nord-Dakota. Bon dort geht
sie später nach Napoleon und Hague
Nord-Dafota, und dann kommt sie
hierher nach Jpswich.
Herr Joseph Schumacher befaßt
sich mit Rindviehzucht und hat zwan
zig Stück Jungvieh in seilten Stall
eingestellt, welche er für die nächste
Ausstellung vorbereitet. Da bis jetzt
noch seht deutsch-russischer farmer
von Edmunds Countt) Bollblut-Rinb
vieh aus der Ausstellung hatte, kön
nen mir gewiß auf Herrn Schuma
cher's Unternehmen stolz fein!
Gruß an alle Veser und Morres
pottbenten, sowie auch au Herrn Re
dofteur Brandt. Wünsche allen fröh
liche Weihnachten und glückliches
neue* Jahr!
Mein Bruder frattz liebst Frau
uitb Mindern fuhren am 17. Dezem
ber auf Besuch zu Herrn Joseph Hil
ienbeger nach Daviston, S. D.
(Jbrer Bitte, die eingesandte Ant
dort auf Herrn Wahl's Morrespon
denz zu veröffentlichen, können wir
vor der Hand nicht entsprechen, ob
wohl Sie, wie Sie schreiben, ein Sei
zer sind. Es sind so viele solcher
Antworten eingelaufen, baß wir lie
ber keine derselben abdrucken wollen.
Wir denken, es ist besser so! Wir
verweisen auf den Briefkasten.
Red. Sfoats-Anzeiger.)
Do die Leser jetzt alle viel Zeit ha
ben, will auch ich einige Scherzfra
gen unterbreiten:
1. Wem kaun jeder den Hals
brechen, ohne daß sich die Justiz ein
mischt?
2. Welch Rolle nimmt jeder
Schauspieler au?
•i Went kommt alles zur rechten
Zeit?
4. Man kaut es nicht, man
schluckt es nicht, und doch schmeckt es
vielen gut.
5. Wie viele Flöhe gehen auf ei-.
neu Scheffel?
0. Wer treibt fein Geschäft in
die Länge und wird doch zur rechten
Zeit fertig?
7. Welches Thier ist das stärkste?
8. Wo haben die Flüsse kein Was
ser?
9. Wo wirb bas Wasser am theu
ersten verkauft?
10. Wonach wächst bas Korn am
stärksten?
11. Welcher Vogel hat keine Fe
bent, keilten Schnabel unb keine Flü
gel?
12. Welcher Unterschied ist zwi
schen einem Passagier unb einem
Stubeumäbcheu?
1'!. Mit welchem Auge sieht man
nicht
Jch habe noch eine Menge solcher
fragen, aber barnit will ich für bies
tnal aushalten.
Gruß an alle Korrespoubentén
und Leser des werthen Blattes von
Joseph Hülm
von Joseph.
Wichtig für Leset!—Der Staats
Auzciger kostet bis 15. febrnar 1911
it od)I $1.50 jährlich fur's Inland und
$2 für's Ausland. Tann $2 im In
laude und $2.50 nach dein Auslande,
doch kann das Blatt bis zum 15. Fe
bruar 1912 zum alten Preise vor
ausbezahlt werden, wenn es vor dem
15. Februar 1911 geschieht. Län
gere Vorauszahlung als bis 15. Fe
bruar 1912 können wir zum alten
Preise nicht annehmen. Macht euch
die Gelegenheit zum Nnyen und
zahlt jetzt voraus bis zum 15. Fe
bruar

I Knivrvd at Iiis ik.st-ottice at Itughy, N. I),
and admitted fur transmission through the
mails at secund-rlass ratrs.)
W e i s e n e A e n o n 3 i a e
3n*fntri|ciu(ut.
ö lU i d), den lit. Dez.
e e v U 1 e n 2 1 e z
Anton Gabriel.
Hutchinson County.
a k st 0 it, den 19. Dez.
Brown County.
Anton Theres.
Daniel Lacher,
Agent.
Perkins County.
e a o w 19. Dez.

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