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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, May 04, 1911, Image 5

Image and text provided by State Historical Society of North Dakota

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Stadt und Land
Abonnirt auf den Staats-Anzeiger,
die tonangebende deutsche Zeitung
Nord-Dakota's.
Wer einen öder mehrer gute Voll
bluthengste kaufen will, lese die An
zeige der Herren Need & Casey an
anderer Stelle des Blattes.
Wir geben Euch 6 Prozent In
teresse auf Euer bei uns hinterleg
tes Geld für Monate und länger.
Merchants Baut. Rugby N. D.
Unsere Farmer hier herum sind
feste mit Saatarbeiten beschäftigt.
Hoffen wir, das sie im Stande sein
werden, diese ohne weitere Störung
zu Vollendern
Ende voriger und auch anfangs
dieser Woche herrschte noch immer em
pfindliche .Stalte. In der Nacht von
Samstag auf Sonntag hatten wir
schweren Frost.
Tie Leistungsfähigkeit der städti
schen Wasserwerke wurde vergangene
Woche verdoppelt durch Einstellung
weiterer Moschinerie und somit steht
nun Rugby in dieser Hinsicht hinter
keiner Stadt des Staates zurück.
Da Herr Geo. F. Dickson, Agent
der Rosc Hill Nursery (Baumschule)
nach Williston verzog, wird null Herr
A. S. Isaacson jetzt als Agent in
dieser Gegend fungi rem Gebt ihm
euere Aufträge für Bäume, usw.
(39-4ml)
Land zu verkaufen—Etwa 433
Acker des besten Landes in Pierce
County, südlich voll Tunbridge gele
gen, wurdeu uns zum Verlaufe über
geben, da der Eigenthümer sich ver
ändern will. Gute Gebäude, fast alles
Land miter Pflug. Näheres zu er
fahren im Staats-Anzeiger.
Die Gruildsteiillegmlg des neuen
Coul'thauses wird am Montagnach
mittag des 15. Mai stattfinden und
unter entsprechenden Feierlichkeiten
vor sich gehell. Berühmte Redner
von nationalem Ruf werdeil Anspra
cheil halten und die Bewohner des
Countys sollten der Feier so zahl
reich als möglich beiwohnen.
Wir vergaßen letzte Woche zu be
richten, das Herr I. W. Hagedorn
ans Milwaukee Wisconsin als Ma
schmeilsetzer in unsere Druckerei eiu
getreten ist, und wir hoffen, daß es
ihm bei nns gefallen möge. Herr
Arthur Hessel, seitheriger Setzer bei
uns, der jahrelang treu seinen Posten
ausfüllte, pflegt eine zeitlang der
wohlverdienten Ruhe bei seilten El
tern in Merrill Wis.
Henri) B. Stager, früherer Mit
eigenthümer des Blattes, stattete uns
vorige Woche einen ganz unerwarte
ten, aber um so angenehmeren Besuch
ab. Frenlld Heinrich hat das Lelvn
auf dem „Claim" in M'ontano satt
bekommen und das Entsagnngsrecht
(Relingnishnlent» anf sein Laild für
eine nette Summe versauft. Seine
Gattin nebst .Stind weilen bereits mi
Staate New Klork und Herr Stager
machte sich nach dorthin auf die Rei
fe, hofft aber, bald Nord-Dakota
einen längereil Besuch zu machen.
Heinrich ist noch immer der alte fi
dele.Slaftz.
Der Manu mit dem Messer. Fast
in jedem Heim, welches der Arzi auf
seinen täglichen Gängen besucht, ist
mehr oder weniger Kopfschmerz,
Rückenschmerz, Seitenstechen, Magen
beschwerden, Lahmheit und Peiu,
—Leideu, welche einen tiefen Schat
ten über das Leben werfen. Er -»otti
jedoch diesen „gewöhnlichen" Be
schwerdeil wenig Anfnierksamteit, be
trachtet sie tatsächlich seiner Beach
tiuig unwürdig. Er wartet gewöhn
lich ans eine große (Gelegenheit, eine
allerhöchste Nothwendigkeit, welche
Amputation eines Armes oder Bei
nes, oder die Bloßlegung der mensch
lichen Eingeweide erfordert. Da
sieht man seine lebhafte Theilnahme.
Die Wahrheit in der Sache ist, daß
der Arzt, der entschlossen und weise
an das Werk geht und die Ursache
und Behandlung der „gewöhnliche"
Leiden des täglichen Lebens unter
sucht, den Werth seiner professionel
^len^Dieilste zehnfältig erhöht.
Form's? Alpenkränter ist jedoch,
seiller außerordentlichen Perdienste
wegen, der „reguläre Doktor" in
tnnsenden Familien geworden. Der
Gehrauch eines Jahrhunderts hat
feine Gesundheit gebenden Eigen
toasten bewiesen. Er kann nur durch
Speziell Agenten bezogen werden,
oder direkt von den Eigenthümern,
Dr. Peter Fahrney & Sons Co., 19
—25 S. Hoyni? Ave., Chicago,'III.
Marktbericht.
Rugby, 2. Mai.
tt
n
safer,
Gerste, No. l"....."
Zu verkaufen.
320 Acker erstklassiges Farmland,
mir 21/j Meile nordwestlich von
I Rugby gelegen. 230 Acker unter
Kultur, 10 Acker Heuland, gegen 20
Acker Weide, nur 30 Acker Prairie,
doch samt dieses Land, wie auch ein
Theil des Henlandes, ans Wunsch
I aufgebrochen werden. Gute Gebäude
auf dem Lande: Wohnhaus 20 bei 24
jFuß, zehn Fitß hoch Stall 24 bei 26
Fuß, nebst Anbau 11 bei 24 Fuß:
I gleichfalls Getreidemagazin 14 bei
24 Fuß und acht Fuß hoch. Alle Ge
I
bände find fast neu und erst ein oder
zwei Jahre alt. Zwei gute Brunnen:
einer auf dem Hose, der andere auf
dem Weideland. Bedillglmgen:
$4,400 in baar. Rest auf jährliche
Abzahlung. Muß rasch verkauft wer
i den. Eigenthümer »ersauft auch
Pferde, Biel] und Fariumcifdsitterie,
wenn gewünscht. Sprecht vor im
!Staats-Anzeiger, oder schreibt wegen
näherer Einzelheiten.
Aus Nord-Dakota
tu i et, 13. April.
Tie vergangenen drei Tage waren
nitiere Farmer eifrig in der Saat
beschäftigt, aber heute hat der Winter
wieder von neuem begonnen. Man
cher hatte sich schon aitscicrvchitct, wie
viele Acker er bis Ostern eingebet i a*
belt will, «ber es kain eben ganz an
ders. In deil Niedruttgcn ist stellen
weise auch noch der Frost nicht ganz
aus dem Boden.
Herr und Frau Dinus Volk wur
den vergangene Woche durch die
Geburt eines Töchterchens hoch er
freut. Ich Und Fran wohnten der
.^indtanfe bei nnd Fran Volk bat
mich, dem Staats-Anzeiger zu schrei
ben daß sie dio Sprilngfederscheere
nicht erhalten hat, die sie jetzt brau
chen könnte. ((Wird in einigen Ta
gen ihr zugesandt.—Red. Staats
Anzeiger.)
Gru ßaii die Redaktion und Leser
des Blattes, sowie an meine Eltern
in der alten Heimath.
St ar 1 s u e, 13. April.
Herr Anton Joachim, der bei mir
als Hauslehrer einen Monat lang
deutschen Sprachunterricht und auch
Lektionen im Orgelspiel ertheilte,
trat am 4. April die Rückreise nach
Harvey an. Es thut mir leid, den
Herrn infolge der bevorstehenden
Feldarbeiten nicht länger behalten zu
können, weil ich die Binder auch cms
dem Felde gebrauche. Herr Joachim
hat mir aber versprochen, mit an
fangs Illni wieder zu kommen und
weitere zwei Monate Unterricht ,j i
geben. Die .Stinder haben in der Bit
zen Zeit viel gelernt.
Drei Tage lang hatten wir schö
nes Frühlingswetter, aber heute
wurden die Leute auf dem Arier
durch einen gewaltigen Schenestnrm
gestört.
Gruß an den Leserkreiß.
Wendelin Sènger.
a o u 2 9 A i
Wir bekommen lange nicht genug
aus Balfour im Blatte zu lesen, und
will ich wieder einmal ein paar Hei
len berichten.
Mit der Weizenaussaat find die
Leute hier herum so ziemlich fertig
und bei vielen ist der Hof fchon sau
ber.
Die Balfour Mercantile Co hat
vergangene Woche die meisten Waa
ren nach Karlsruhe übergeführt, wo
sie einen Laden eingerichtet haben.
Die Herren Büchler und John Sauer
werden die Einrichtung in einigen
Tagen fertig haben.
Die Freut des Groß-Peter Burkard
wurde vergangene Woche beerdig!.
Die Verstorbene war ettua iU I'lue
alt und nur 0 Wochen krank. Sie
hinterläßt einen tiefgebeugten Gat
ten und zwei ledige Söhne.
Auf den 30. April wird Pfarrer
Junker aus Anamooie zum ersten
Male in Balfour Gottesdienst l'alten.
Als Postamt dient jem das Ge
bände, welches unter dem Nennen der
Holzladen bekannt ist. F. B. il
de» ist der neue Pestmeistec. Das
Gebäude wrude renovirt und. schön
eingerichtet. Ole Heiseth, der als
Postmeister nenn Jahre lang diente,
wird sich dem Landgeschä-te widmen:
und auch Advokatur beireibev., und
zwar zufaiunicn mit Herrn E A.
Lohrke, einem deutschen Manne, der
seine Ausbildung als Rechtsanwalt
in Minnesota genoß. Die Herre.i
sind int alten Postamtgebände zu fin
den.
kommenden Freitag, den. fi. Mai,
wird im hiesigen Opernhaus von
heiniischen Gräften eine Theatervor
stellung stattfinden.
Es ist hier sehr trocken und ein gn»
ter Regen wäre erwünscht.
Gruß an alle Leser und besonders
an meine Mutter bei Scott in Ca
nada.
Da ich schon seit 25 Iahren nichts
Volt meinen in Südrußland lebenden
Eltern und Brüdern gehört habe,
möchte ich gerne den Staats-Anzeiger
in Anspruch nehmen, mir deren Auf
enthalt, wenn möglich, zu offenbaren.
Sie waren früher in der Krim wohn
haft und zogen von dort nach dem
Slautofus, als wir nach Amerika ans
wanderten. Vielleicht samt der Le
serkreis mir aushelfen. Mag sein,
daß der Bater schon gestorben ist,
aber die Brüder sollten noch leben.
Mein Vater hieß Georg mit Borna
men nnd meine Brüder Christian
ulld Paul. Wäre jedem sehr dank
bar, der mir Auskmist geben kennt.
.Katharina Ollenbnrger.
1 e a s a n a s 1 1 A i
(Aus 'Iohannesthal.)
Es scheint doch endlich Frühjahr
werden zll wollen. Der Schnee ist
fort, und wenn wir nicht nochmals
durch Schneegestöber überrascht wer
den, könneil wir baldigst in die Saat
ziehen.
In Nr. 37 des Blattes las ich
eine Korrespondenz von meinem
Frellllde John Deschner aus Port
land Oregon. Es freut mich, In Im,
daß es dir dort gut gefällt. Die Am
merkllng der Redaktion zit deiner
Korrespondenz ist sehr zutreffend: mir
solltest dll mehr schräken, denn deine
Schnurren machen uns viel Spaß.
Meinetwegen kannst du es einmal i iit
der Griessnpp-Geschichte versuche»!.
Wenn du aber von der Wahrheit ab
weichst, werde ich dich zurechtweisen.
Wir haben mehrere.Korresponden
ten, deren Berichte nicht unterschätzt
werden können, mtd die gewiß viel
beitragen, das Blatt beliebet zu ma
chen. Wieder aber erscheinen mich
manchmal .Korrespondenzen, deren
Inhalt erlogen ist. Und wer schreibt
solche? Meistens sind das solche Leu
te, die der Redaktion die meiste Ar
beit machen, deren Geschreibsel kam»
zu entziffern ist. AnständigeKorre
spondellten berichten keine Lügen.
Schreibt da, beispielsweise, ein Kor
respondent: dem nnd dent wurde ein
Sohn oder eitte Tochter geboren, und
nachher stellt es sich Herems, daß der
Mann weder Weib noch Kind hat.
Ein anderer berichtet: der und der
hat Pferde verkauft, während diese
ihm thatsächlich von gerichtswegen
weggenommen wurden. Ein dritter
schreibt: der und der ist so reich, daß
er nach drei Fehl jähren noch genug
(Getreide auf Vorrath hat, alle Far
titer in Pierce County zu versorgen,
und so weiter, während der Mann
thatsächlich nur ein armer Tagelöh
ner ist. Was mm wird bezweckt, sol
che Gemeinheiten ein das Blatt zu be
richten. Ein harmloser Witz ist ver
zeihlich, aber solche grobe Lügen sind
schon lange teilte. Witze, denn sie er
regen Aergerniß und Berdruß. Sol
che.Korrespondenten verüben ein drei
faches Bergehell: nämlich erstens ge
gen die betreffende Person, zweitens
gegen sich selbst, weil man sich selbst
als Lügner brandmarkt, nnd drittens
gegen die Zeitung, deren Redakteur
nicht mit allen Lokalverhältiliffeii ver
traut und auch nicht alle Leute ken
nen kann.
Ich will mit diesen Zeilen Nieman
dem zll nahe treten, habe auch nicht
bestimmte Personen im Auge, son
dern schreibe über die Zustände int
allgemeinen. Gewöhnlich unterschrei
ben solche Einsender auch nicht ihren
eigenen, sondern den Namen eines
anderen Mannes.—Also, liebe Mitle
ser und Mitkorreipondentcit, lasset
uns immer bei der Wahrheit blei
ben. Ein guter Witz, der Nieman
dem schaden kann, ist zulässig, aber
wir sollten der Redaktion des Blattes
nicht das Leben sauer machen durch
lügnerische Einsendungen. Herr Re
dakteur Brandt hat Mühe ohnehin
genug, unser Gekritzel zu entziffern
und glatt zu hobeln.
Herrn Engelbert Müller bei Win
tiifred in Canada zur Nachricht, daß
mein Knecht Martin Heitmann den
Brief seines Schwagers Johannes
-jacher erhalten hat. Ich erwiedere
herzlich den übermittelten Gruß des
Herrn Müller und werde bald wei
teres brieflich abmachen.
Gntß au meine Schwiegereltern
Gregor Heinrich in Mannheim Süd
nißland. Habe schon mehrere Briefe
geschrieben, auch einen .Kalender ge
sandt, bleibe ober ohne Antwort. Ich
bitte Freund Konrad Schiff, meinen
Schwiegereltern diese Nummer des
Blattes zit überreichen und wenn sie
Freude daran finden, werde ich das
Blatt ihnen aus ein Jahr zusenden.
(Wir werden auch dem Schwiegerva
ter das Blatt direkt znsenden.
Red. Staats-Anzeiger.)
Mit Gruß an den Leserkreis zeich
net Balthasar Schiff.
K n o r, 13. April.
Manche Farmer freuten sich fchon,
daß das Frühjahr seinen Einzug ge
halten hatte und seit dem 10. April
waren alle eifrig mtf dein Felde be
schäftigt, aber schon am 12. mußte
wieder Halt gemacht werden, denn es
fetzte Regenwetter eiu, welches in ei
lten fürchterlichen Schneesturm aus
artete und hellte ist die Erde mit
Schnee bedeckt. Infolge Futterman
gels hofften wir alle auf ein recht
zeitiges Frühjahr, aber heute sieht
es wirklich aus wie mitten int Win
ter und man geht nur mtgerne ans
den Hof hinaus, weil titan Gefahr
läuft, sich im Schneesturm zu verir
ren.
Mit der Familie Lambert Settling
haben wir wieder eine deutsch-russi
sche Familie mehr in der Umgegend
von Knox bekomme». Herr Dettling
kaufte sich im März 000 Acker Land,
etwa 1 y» Meile südlich von Knox ge
legen, um $33 den Acker. Ein Zei-
chen, daß auch hier die Landwerthe
rasch steigen.
Leo Dettling feinste sich ein Ge
spann Pferde für $251 Philipp
kaufte ein (bespann für $300 nnd
Lambert Dettling kaufte sich zehn
Pferde im Preise von .$300 bis zu
$ 100 das (bespann. Ich selbst kauf
te ein Gespann lind zahlte $325.
Das sind gewiß gute Preise für Pfer
de trotz der schlechten Ernte im
Vorjahre.
Futter ist auch theuer. Wir zahlen
für Hafer 50 öis 00 Cents, Welsch
font 00 bis (o per Bushel. Heu
kostet bis $10 die Tonne. Im Vor
jähre fernste man Heu tint $3 die
Tonne und Hafer zu HO Gents per
Bit stiel.
Gruß an meine Eltern, Brüder,
Schwiegereltern, Schwäger, an Franz
Schiffmacher und all Wcuöeliit Geil
fuß in Südrußland. Wenn Wende
lilt noch nicht Leser des Blattes ist,
sollte er es gleich bestellen und dann
auch Korrespondenzen einsenden.
(Herr Geilfnß ist nicht Abonnent des
Blattes. Red. Staats-Anzeiger.)
Also, ans Werk, Wendclirt, dem
Herrn Redakteur werden deine An
schriften gewiß willkommen sein.
(2 icher!—Red. Staats Anzeiger.)
Gruß an alle Leser des Blattes
von Ignatz Hosfart.
Ramsey County.
e v i V a k 8 A i
Meine zwei Schwäger Johannes
Schiele mid Jakob Pflüger mit ihren
Familien reisten am 21. März nach
Portland Oregon ab. Desgleichen
that am 3. April mich Bernhard
Ochs. Wünsche allen viel Glück in
Oregon.
Meinem Stiefbruder Johannes Ek
fetrd habe ich eine Freikarte nach
Rußland gesandt, damit er .311 nns
nach Amerika kommen möge.
(Wenn Sie den Pfriemen noch
nicht erhielten, ist derselbe in verkehr
te Hände gerathen, denn hier ging er
ab. Bitte per Postkarte uns zu be
nachrichtigen.—Red. Staats-Auzei
ger.)
Grnß an meine Schwäger in Port
land Oregon nnd an alle Leser des
Blattes.
Wendelin Sattler.
Am 8. April hatten wir hier Ge
witter und wir dachten, daß nun
der Frühling allen Ernstes begonnen
habe, aber der 11., 12. und 13.
April belehrten uns eines Besseren,
denn am 11. fing es an zu regnen,
der schließlich sich in Schnee ver
wandelte, und am 12. hatten wir
einen Schneesturm so schlimm wie
im Januar. In meinem Hofe liegt
der Schnee stellenweise bis fünf Fuß
hoch.
Seit Neujahr verstarb meinem
Sohne Heinrich ein Kind. Er selbst
nebst Familie waren krank, gleichwie
auch ich nnd Familie voll Krankheit
heimgesucht wurden. Jetzt aber sind
wir, Gott sei Dank, wieder alle ge
fund.
Peter Wenz alt nnd seine Fran
Christina, geb. Ehret liegen beide
schon neun Wochen fast hoffnungslos
krank darnieder.
Gottlieb Krenzler alt leidet schwer
ein Herz» und Riereitfroufheit. An
fänglich fürchtete man für seilt Le
ben. ober dank tüchtiger ärztlicher
Behandlung ist er auf dem Wege zur
Besserung.
Martin Rott alt. der schon einige
Jahre an Altersschwäche leidet, muß
te den ganzen vergangenen Winter
hindurch das Bett hüten, fühlt sich
aber zeitweise ganz wohl.
Neulich wurde mir die Knude, daß
Wilhelm Surfet am 22. März sei
nein Dasein durch Erhängen ein
Ende machte. Ant 2(5. wurde er be
erdigt. Der Fall erregt allgemeines
Mitleid, denn Herr Sticket war
geisteskrank und beging die That in
einem Anfalle der Verzweiflung.
Gott führe ihn auf richtige Wege.
Für uns alle ist dieser Fall eine ern
ste Mahnung: Wer da steht, sehe zu,
daß er nicht satte.
8 Vollblut Perckeron
Alles regiftirte und lizenftirte
Drei derselben werden bald 2 Saljrc alt drei werden bald 3 Jahre alls wird
bald 4 Jahre, und einer bald 7 Jahre alt
Sind in bestem Znstande, wiegen von 1400 bis 1950 das Stück
Wir müssen sie schnell verkaufen und bieten sie billig an zum Kaufe oder
im Tausche gegen Land oder auch gegen Rindvieh
im»« Kommt und beseht diese Thiere!
Need $ Casey, Towner, N. Dak.
Die niedergebrannten Gebäude in
Streeter werden bald wieder anfge
richtet. Vorbereitungen dazu werden
bereits getroffen. Wie es scheint, sind
die Kinder Israel die Anfänger. Sa
lintel Silbermann nämlich hat den
Austum gemacht nnd andere werden
wohl bald seinem Beispiel folgen.
Manche Farmer haben schon 100
Acker nnd mehr eingesäet und sobald
der Schnee wieder verschwindet, wer
den die Ackerbauarbeiten mit erneu
ter Energie in Angriff genommen
werden. Viele haben dieses Jahr
Winterroeizen eingesäet, weil dieser
voriges Jahr dein Sommerweizen
überlegen war, aber die Aussichten
für Winterweizen sind gerade jetzt
nicht gut.
Gruß an Christian Kais« hoffe
bald wieder etwas von ibnt tut Blatte
zit lesen. Auch Johann Hertel in
Melville licit lange nichts von sich hö
ren lassen. Johann muß wohl zu
viel Arbeit mit seinem neuen Spröß
ling haben.
Gruß aii die Herausgeber und an
meine Mitleser.
Henry Miller.
Heute haben wir wieder einen
Schneesturm, daß man nicht bis zum
Nachbar sehen sentit nnd der Schnee
liegt int Durchschnitt drei Zoll tief.
Schlimm für die Farmer, weil matt
alles Fntter fmtfen und theuer be
zahlen muß.
August Gras gedenkt bald mit Sack
nnd Pack nach Canada überzusiedeln.
Mein Nachbar Eduard Schuler.
der an Rheumatismus litt, ist fast
wieder gesund.
Peter Meier ist fleißig beim pflü
gen mit dem Dampfpflnge.
Bei meinem Bruder Christian
fehlte der Klapperstorch ein und
hinterließ einen gesunden Stamm
halter.
Christian Miller weilte geschäfts
halber in Bismarck.
Vergangenen Sonntag waren wir
in der Stadt um der Konfirmation
in der ev.-lutherischen Kirche beizn
wohnen. Herr Pastor Nagel hielt
eine kraftvolle Predigt.
Mein Schwager Christian Schmie
rer kaufte sich ein Haus für $150
mtd transport!rte es auf seine Heim
stätte.
Unsere „Westliche Farmer Co."
fauste sich einen -Zuchthengst für $1,
400.
Mein Nachbar Joseph Rott kaufte
sich ein Claim Land zu $25 per
Acker.
Bei Johann Becker hielt der Klctp*
perstorch auch Einkehr und brachte
einen kräftigen Stammhalter.
Gruß an die Leser des Blattes von
Friedrich Kaiser.
Burleigh County.
i s 111 a ck, 5. April
Hier herrscht rege Bauthätigkeit,
Es wird eine katholisches Hospital,,
eine Methodistenkirche und viele an
dere Gebäude gebaut, sodaß den gait
zen Sommer hindurch genügend Ar
beit vorbanden ist.
Hier kommen viele Sterbefälle vor
und auch giebt es immer viele Kla
gen, namentlich auch in Erbichafts
augelegeuheiten. Es wäre entschie
den besser, wenn jeder Vater sein
Testament machte, mit Streitigkei
ten zu vermeiden. Dann müßte auch
den Advokaten nicht so viel geopfert
werden, denn diesen fällt thatsächlich
manchmal das ganze Vermögen zu.
Wer nicht fähig ist, selbst ein Testa
ntent aufzusetzen, wende sich an Leu
te, die Erfahrung in solchen Sachen
haben.
Ein Testament ist die Willenser
klärnng (letzter Wille) einer Person,
wie es nach dem Tode mit ihrem Ei
genthmn gehalten werden soll. Jede
Person von gesetzlichem Atter und
im Besitze aller Geisteskräfte kann
ein solches machen nnd ganz nach Be
lieben über ihr Eigenthum berfü
gen. Die Rechte den Wittwe können
jedoch nicht beiseite gesetzt werden.
In den meisten Staaten sind Erb
recht und testamentliche Verordnun
gen vielen gesetzlichen Formalitäten
Zuchtthiere
5.
0
unterworfen, sodaß es rathsam ist,
eilten Rechtsanwalt zit konsnltiren,
wenn man viel Eigenthum zu ventta
chen hat, oder wenn sich dasselbe auf
viele Personen erstreckt. Indessen
werden Testamente mehr als Anord
mtngen des Erblassers betrachtet und
können mit weniger Formalität als
viele andere Dokumente verfaßt wer
den. Wenn die Absichten des Testa
tors völlig klar erscheinen, muß der
Wille in Uebereinstimmung mit den
erklärten Absichten zum Vollzug kom
men. Jedermann ist dotier int Stan
de, einen einfachen, rechtsgültigen
Willen auszusetzen. Ein Testament
muß angeben, daß es des Erblassers
letzter Wille ist, muß immer datirt
und von ihm unterzeichnet sein. Die
Unterschrift muß der Testator vor
-»engen als die seinige anerkennen,
doch brauchen die Mengen die Be
ftimmuitgcit des Testaments nicht
zu kennen, obschon ihnen mitgetheilt
werden sollte, daß es sich um den letz
ten Willen handelt. Die Zeugen
müssen unparteiische Personen sein,
die am Erbe feilten Antheil haben,
und jeder sollte im Beisein des an
deren, sowohl als auch im Beisein
des Testators das Testament unter
schreiben. Drei ''»engen find erfor
derlich. doch genügen in manchen
Staaten auch zwei.
Wenn Väter und Mütter immer
Testamente aufsetzen giebt es weniger
Schwierigkeiten mtd zeit- und gelb»
raubende Klagen.
Allerseits grüßend zeichnet
John Keller.
S a k 1 3 A i
Trotzdem der Kalender heute den
13. April anzeigt, sieht es in der
Natur aus wie int Januar, denn wir
haben eine Schneesturm, wie er är
ger auch im Winter nicht sein kann.
Auf dem Felde ist noch so viel wie
nichts gethan. Hier nnd dort hat
wohl einer ein wenig geeggt, aber
zur Zeit, wo die Saat im Boden sein
sollte, müssen mir stillsitzen und ge
duldig warten. Geduld überwindet
alles' mitunter auch einen Schnee
sturm. Zwei Dinge find in Nord
Dakota hauptsächlich nöthig: erstens
Geld, und zweitens Geduld wer die
se nicht besitzt, hat schwere Zeiten
in Nord-Dafota. und erlebt schlimme
Enttäuschungen. Das wenige noch
vorhandene Futter wird alle, ehe
noch die Arbeiten auf dem Felde be
ginnen. Dieses Jahr scheint zuzu
treffen, was manche Leute über Nord
Dafota schreiben: neun Monate Witt
ter, und drei Monate Külte. Hoffent
lich aber bekommen wir eine leid
lich gute Ernte: dann wollen wir
gerne alle Uebel vergessen. Hier Hüt
ten wir für den Anfang Feuchtigkeit
genug: auch hatten wir einen guten
Regen.
Gottfried Ackermann vertauschte
seine 100 Acker enthaltende Farm ge
gen eilt Häuschen in Goodrich und
bekommt noch etwas in Wertlipapie
reu heraus. Er wird feine Siebensa
chen versteigern, nach Goodrich über
siedeln, und bei guter Gelegenheit
nach Canada auswandern.
Unser Weinlieferaiit Johann
Schmidt, welcher Herrn Ackermann's
Form eintauschte, ist Nord-Dakota
müde geworden und wird demnächst
wieder nach Californien ziehen, wo
es wärmer ist.
Michael Döring, ein bekannter Ge
ichöftsmami in Goodrich, welcher un
lägst in Fargo in ärztlicher Behand
lung war. dampfte ab nach Rochester
in Minnesota und will sich dort einer
Operation unterziehen.
Gruß an Herrn Redakteur Brandt
und an alle Leser des Blattes.
Friedrich Binder.
Sendet Verwandten oder Freunde»
im alten Baterlande den Staats-An
zeiger auf eiu Jahr. Der Preis des
Blattes in's Ausland betraqt nur 82.50
jährlich, ganz abgesehen von der hüb
schen Prämie, welche wir verschenken
und der Freude, welche dadurch Ber
wandten und Freuudeu bereitet wird.

Haltet euere Aufträge für Bäume
mtb Sträucher usw. bis A. S. Isaac
sön, Agent der Rose Hill Nurscn),
vorspricht. («0=iml)
Weizen, No, 1
Northern $0.86
2
,, 8
,, Rejected
Maccaroni Weizen No. 1 ..
....0.84
0.81
.. ..0.71
0.73
.. ..0.68
.. .0.81
.. 0.2f,
..,.2.33
.. .,0.20
....«».IS
No. 1.... ...
lachs, No. 1 ......,
Putter ......
Bernhard Bogel.
A. Gutenberg.
Wells County.
a v e y, 1(3. April.
Der StaatS-Auzeiger, Rugby, N. den 4. Mai 1011.
Benson County.
Stutsmliu County.
S e e r, 14. April.
S e e e 1 3 A i

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