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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, May 04, 1911, Image 8

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8.
Aus Süd-Dakota.
Sieben Meilen westlich von Aber
deen ereignete sich om 28. Wuirz ans
svrmt:, voienh .sMfart'* Form ein
II
wo 11, Der leicht hätte noch schlimme
re folgen haben können. Sein klei
ner fünf- oder null* jähriger Bub und
ein Mädchen liefen, als Herr Hoffart
mit dein Pfluge nach Haufe ficht',
hinter demselben ber. Ter Vater
hatte die Minder schon vorher von
dein Pfluge weggetrieben, aber der
Kleine schlich sich wieder heran iitb
stellte sich auf im* Hintere Pflug
rad. Tnbi'i geriet!) er mit dem Bein
in die Speichen. Erst auf das (4e=
schrei dev MiiiW'ttv, welches zurück
geblieben war, hielt Herr Hoffart
stille und sah das*!lnglück. Um das
Bein zu befreien, mnßte das Pflug
rob rückwärts gedreht werden. An
fänglich glaubte man, daß der Mleiiie
das Bein gebrochen habe, aber es
scheint noch glücklich abgelaufen ,it
fein. Herr Hoffart natürlich war ,ui
Tode erschrocken, als er die Xiage des
Kleinen bemerkte. Wieder eine War
nung für Eltern und Minder?
Mit Farmergrus
Anton Völler.
Meine Fran ist ganz uuruhig, weil
die Scheere noch nicht eingetroffen ist.
welche sie sich so sehr wünscht. (Tiefe
wird glitten nun in einigen Tagen
zugehen. Wir tonnten dieselbe 'oji^
her nicht senden, weil Sie in verein
Briese nicht angaben, welche der Prä
mien 5ie haben wollten. Deshalb
die Verspätung.—Ned. Staats-An
zeiger.^
Wir hattteu im März schönes Wet
ter, aber jetzt haben wir wieder kal-1
tes Wetter bekommen, sodas die
Saatarbeiten noch verschoben werden
mußten.
Unsere Postverwaltnng lnht gar
vieles zu wünschen übrig. Ter Post
meiner läs Briefe und .jeituug^n
10 bis 14 Tage liegen, ohne sie
auszutheilen.
Möchte wissen, ob nicht dieser oder
jener Leser die Adresse von Peter
Thomas im Blatte melden samt. Cvs
find für ihn Sachen ans 3iidruv,liind
angekommen, welche bei Joseph Mel
ier in Feminon 8. T. liegen.
Unsere neue Kirche wird erst bis
Ostern fertig, weil die Leute viel
Abhaltung hatten.
(tiriiv, an meine Schwiegereltern
Hartinann, an Anton und Eva Weif,
Christian und Sophia .Wiefel, fowie
an Anton und Richarda Roms in
Südrufjland, sowie an andere BIT*
wandte und Freunde/ und namentlich
an Frank M. Frank in Dickinson, N.
D. ^oe Fischer.
i y, 4. April.
Ter Redaktion und Herrn Weitde
Iht Schneider will ich mittheilen, das
Herr Franz Wagner nnd sein Schwa
ger Michael Monier sich beide in Aber
deen S. T. anfhalten. Tie Viimmtvr
der Straf e aber weis ich nicht.
Meine Fran ist eine geborene
Schneider aus Strasburg Siidruß
land, aber sie kennt Herrn Weiidelin
Schneider nicht.
och selbst suche den Aufenthalt
meines Vetters Andreas Niklas und
auch die Adresse Johannes Sanders'
zu ermitteln. Beide sollen in Eoita
da wohnen.
Benedikt ^undt hotte das Pech,
das ihm die Pferde durchgingen.
Der Wagen wurde umgeworfen nnd
Benedikt geriet!) unter denselben, eine
schlimme Verlevnng am Fns e davon
tragend, sodas er wohl den ganzen
Sommer damit zu thun haben wird.
Hoffentlich gelingt es den Aerzten,
ihn wieder herzustellen.
Writs an Bernhard Richter in Süd
rnßland und an alle Veier des Blat
tes besonders an meine Eltern und
Geschwister.
Ich bin eine eifrige Leserin des
Blattes und sehe, das die Sprnngse
derscheere immer so sehr gerühmt
wird, beider haben wir noch keine
erhalten. (Weitn die Scheere setzt
noch nicht angekommen ist, must sie
verloren gegangen sein. Bitte zu
schreiben. Weitn nicht erhalten, wer
den wir eine zweite absenden.—Red.
Staats-Anzeiger.)
Tie meisten Veitte hier haben mit
Er
thümer
Pflügen und Aussaat begonnen.
Mein Vater hat etwa (i Acker Weizen
eingesäet, aber das Erdreich ist sehr
trocken und Feuchtigkeit thut noth.
Möchte wissen, ob mein Vetter Cle
mens Feist bei Winnifred in Alberta
Canada auch Veier des Blattes ist.
Weitn nicht, sollte er dasselbe sofort
bestellen. (Herr Feist ist nicht Leser
des Blattes.—Red. Staats-Anzei
ger.)
(9ritt" an meine Schwiegereltern
und Minder in Grand Forks Nord
Takota. und an alle Leser des Blat
tes hüben und drüben.
Bei mts haben die Farmer am 2.
März schon geeggt und gesäet. Et
Ii che Farmer in Mleitiriistlanö hatten
ant 15. März schon 100 oder 150
Acker eingesäet.
Meine Nachbarn Jakob Laut und
Michael Bollinger sind Adventisten
geworden.
Möchte gerne wissen, wo Michael
Ell sich aufhält.
Heute hatten wir wieder Schnee
fall bei empfindlicher Kälte.
Grus an den Leserkreis.
Constantin Fuhrmann.
Aus Nord-Dakota
Wir haben feit drei Tagen völlig
Winter und gegen drei Zoll Schnee,
welcher aber hoffentlich bald ver
fchwinden wird. Tie Farmer innren
vorher schon auf dem Felde und man
che haben von 50 bis so Acker Wei
zen bereits eingesäet.
Prediger Albert Hilt, seither die
Baptistengemeinde in Washburn be
dienend, hat am 31. Miirr fich hier
häuslich niedergelassen, denn er ist
jetzt Seelsorger der hiesigen Bapti
stengemeinde. Am Sonntag, den 2.
April, hielt er im Courthouse Got
tesdienst ab.
Wilhelm Bechel's Knecht Christian
Zacher wäre beim Frachtfahren rast
verunglückt. Er holte Waaren vom
Bahnhof und beim Kreuzen der Ge
leise sah er, das Frachtwagen zu
sammengeschoben wurden, aber er
wollte nicht warten und fuhr zwi
scheu zwei Wagen durch, als fast im
selben Augenblick die Lokomotive die
selben zusammenschob nnd die Hintere
Hälfte des Wagens zertüininerte.
Wäre der Knecht mich mir eine Se
kunde später durchgefahren, wären
sicherlich die Pferde nnd tvahrfchein
lich auch er selbst getödtet worden.
Ter Saatweizen, den das County
für Farmer, die bedürftig find kont
men lief ist eingetroffen und die
Farmer find fleißig ant Weizenfah
ren, denn manche brauchen bis 200
Bushel davon.
Cstit Staas-Anzeiger vom 23.
März las ich auch die Korrespondenz
ans Heatoit N. T., von einem ge
wissen Herrn Johann Geier einge
sandt. in welcher bemerkt ist, das
ein gewisser Heinrich Wittmalier ihm
$ 1 schuldet, welche er Wittmaper in
Jamestown borgte und daß dieser
ihm seilte Adresse als 2treeter ange
geben habe. Nun. das mag alles
sein, aber jedenfalls bin nicht ich
dieser Heinrich Wittinayer. vch habe
vomestmim noch nie gesehen nnd
weis nur, das die Verrückten dorthin
geschickt werden. Streeter ist mir
ebenso unbekannt. Außerdem branch
te ich noch kein Geld auf Reifen zu
borgen, denn weitn ich nicht genug
habe, bleibe ich einfach zu Haufe.
Also ist Herr Geier sehr auf dein
Holzwege, wenn er vielleicht denkt,
das ich dieser Wittmmier bin. Meine
Adresse ist Linton, nicht Streeter N.
T.
Mit Grus an alle Leser des Blat
tes zeichnet
Henry Wittmoyet'.
o i e, 5. April.
Gottlieb Bitrkbartsmeier hat fich
einen 38 Fns tiefen Brunnen ge
graben und, um tiefer zu graben,
lies seine Fran ihn immer hinunter.
Neulich aber, als sie ihren Mann et
wa fünf Fns hinuntergelaffen hatte,
rutschte ihr das Seil aus den Hän
den und Gottlieb fiel in den Brunnen
hinunter, wo er eine ichöttc Weile re
gungslos liegen blieb. Tie Frau
jammerte in Todesangst, denn sie
dachte ihr Mann sei todt. Sunt Glück
aber fing er bald an sich zu regen
o s
if! ein Heilmittel von anerkanntem Werth. Er ist ganz verschieden von allen
anderen Medizinen. Er mag wohl nachgeahmt werden, aber Nichts ror.it ihn
«xfetzen.
Er reinigt das Blut. Er befördert die Verdauung.
Er rcßulirt den Mage». Er wirkt auf die Leber.
wirkt auf die Nieren. Er beruhigt das Nervensystem.
Er nährt, stärkt und belebt.
Kurz pesoflt, er ist ein Hausmittel im wahren Sinne des Wortes, und sollte
in jedem Haushalt vorhanden fein. Ist nicht in Apotheken zu haben, sondern
wird dem Publikum durch Tpccial-Agenten direkt geliefert. Wenn Ihnen kein
Agent bekannt ist, dann schreiben Sie an die alleinigen Fabrikanten und
und der böse Sturz hat ihm fast gar
nicht gethan. Das mar sicher viel
Glück bei allem Unglück.
xsch bin nicht eingeschriebener Le
ser des Blattes, sondern lese das
selbe bei meinem Schwager Johannes
Giesinger.
Gruß an den Leserkreis von
Lorenz Röhrich
von Mathias.
Auf Gründonnerstag hatten wir
Schneesturm. Ter Winter zieht sich
dieses ^ahr sehr in die Länge.
Bei Johannes Iohs, wo ich diene,
kehrte der Osterhase schon am Sams
tag vor Ostern ein und hinterliess
einen kräftigen Buben. Am Oster
sonntag wurde der Sprößling auf
den Namen Carl getauft. Tie Tauf
pathett waren Carl Schwarzenberger
nnd Johanna Wangler.
Mvrton Connty.
S o e 1 4 A i
Der April ist nicht so gut, er schneit
dem Bauer auf den Hut,—das ist
eilte alte Bauernregel und entschie
den wahr. Wir haben wieder Schnee
bekommen und es ist alles zugefro
reu.
Ant 25. März verunglückte Rosina
Nagel von August. Sie geriet!) in
den Wascnfchneiöer und trug so schwe
re Verletzungen davon, daß sie den
selben am 1. April erlag. Gewi st ein
schwerer Schlag für die armen El
tern.
Grits cm alle Leser des Blattes.
Korbinian Kahl.
2mm Connty.
o i
Ii
Ta wir heute wieder einen grau
samen Schneesturm haben, ist's am
besten beim warmen Ofen.
vtch habe mir einen Brunnen gra
ben lassen, der 88 Fun tief ist und
bis 11 11
in Wasser hat. Tie Sache
kostet mich &i:'»4. ^ch babe immer
gedacht, Anton Wickenbänser soll zu
mir kommen ans Strasburg N. T.
Tas hätte mir sehr gepastt. denn ich
hörte, das er nur 25 Cents per Fits
berechnet, während wir hier $1 und
noch mehr per TviiU bezahlen müssen.
Also, Anton, komme in diese Gegend
hier kannst du viel Geld verdienen.
Grus an olle Eisässer in der alten
und neuen Welt, und besonders an
meine Eltern nnd Geschwister, sowie
auch an alle Leser des Blattes.
I
Eigen»
Michael Müller.
Champagner als Haarverschönerungs»
mittel.
Die britischen Modedamen haben
seit Kurzem ein eigenartiges Mittel
in Gebrauch, um blondem Haar den
begehrten weichen Goldschimmer zu
geben und zu erhalten. Eine Sach
verständige auf dem Gebiete der
Haarpflege hat nach allerlei Experi
menten die Wahrnehmung gemacht,
daß Wein, statt des Wassers beim
Schampuniren benutzt, von auffallend
günstiger Wirkung auf Aussehen und
Beschaffenheit des Haares ist. Und
Zwar übt Champagner auf blondes
und Burgunder auf dunkles Haar ei
nen vortrefflichen Einfluß aus. Der
Wein braucht keineswegs erstklassige
Marke zu fein irgend eine wohlfeile
Sorte erfüllt den Zweck. Wenn man
den Wein zum ersten Mal anwendet,
ist es rathsam, das Haar vorher auf
gewöhnliche Art zu schampuniren, da
mit ihm jeder Fettgehalt entzogen
wird. Helles Haar reibe man mit
dem Weißen eines rohen Eies, dunkles
mit einem Gelbei tüchtig ein, wasche
und spüle es dann gut und, nachdem
es fast getrocknet ist. durchnässe man
es noch einmal gründlich mit dem
Schaumwein, bezw. dem Burgunder.
Eine Stunde lang muß das Haar
immer von Neuem mit Wein ange
feuchtet werden, dann wird die über
schüssige Flüssigkeit von einem Frot
tirhandtuch aufgesogen, das man um
die Haarsträhne hüllt und es zusam
men mit diesen energisch auswindet.
Die zurückbleibende Feuchtigkeit läßt
man verdampfen, indem man sich in
die Nähe eines warmen Ofens fetzt.
Die beste Wirkung wird durch die
Weinbehandlung erzielt, wenn man
das weindurchtränkte Haar in freier
Luft itt der Sonne trocknen läßt.
Ist das Haar trocken, dann kämme
man es vorsichtig mit einem nur breit
gezähnten Kamme und benutze statt
der Bürste ein Sammetpolsterchen oder
ein Stück weiches Wildleder. Wim*
dervollen Glanz erhält das Haar,
das täglich mit einem Leder- oder
Sammetbausch eine halbe Stunde ge
striegelt wird. Die Weinbehandlung
kann einmal wöchentlich vorgenom
men werden ein Glas voll des edlen
Nasses genügt vollkommen. Um brau
I r.em Haar den so beliebten röthlichen
12on zu verleihen, ist auch eine But
termilchbehandlung von außerordent
licher Wirkung. Für weißes Haar
I gibt es nichts Besseres als reinen Ci
I tronenfaft, der dem oft gelblich oder
grünlich schillernden Grauhaar eine
schöne einheitliche Silberfarbe giebt.
Diese Verbindung von Wein und
Kosmetik ist sehr kurios. Jetzt wird
man auch begreifen, warum man frü
Iher von einem Bezechten sagte: Er hat
I sich einen Haarbeutel getrunken.
Europa und Japan.
Aussichten auf eine Verstärkung bet
Handels- und Ainanzbezieliungen.
Ueber die wirthschaftlichen Chan
cen Europas in Japan hat sich ein
Correspondent in Tokio unlängst in
folgender Weise ausgelassen:
Die ersten, oberflächlichen Wahr
nehmungen, die wohl jeder zum ersten
Mal ins Land Kommende macht, sind
für den Gedanken einer Annäherung
oder Verstärkung der Handels- und
Ftnanzbeziehungen zwischen Europa,
besonders aber zwischen Deutschland
bezw. Rußland und Japan die denk
bar ungünstigsten und abschreckend
ften. Die goldenen Zeiten, die hier
für den Ausländer, solange Japan
sich in dem halbwilden Zustande von
vor wenigen Jahrzehnten befand, wo
man ihm ungefähr alle Ladenhüter
der Welt für theures Geld andrehen
konnte, sind vorüber. Der heutige
Japaner ist nicht allein sehr schlau,
sondern auch überaus selbstsüchtig ge
worden. Er hat sich vielfach und nicht
im besten Sinne amerikanifirt, ver
folgt rücksichtslos seinen Vortheil,
nützt den Ausländer aus, bis er ihm
alles Erlernbare glücklich abgeguckt
hat. Selbstschöpferisch auf geringem
Niveau stehend, aber von geradezu
glänzender Begabung in der Nachbil
dung fremden geistigen Eigenthums,
will der Japaner alles selbst und ohne
fremde Hilfe im eigenen Lande pro
duziren.
Es muß unter allen Umständen da
mit gerechnet werden, daß bei einem
Volke von so tiefernster Arbeitsfreu
digkeit, wie sie dem letzten, geringsten
Landarbeiter, zugleich mit spartani
scher Bedürfnißlosigkeit, zu eigen ist,
bei den hier geltenden minimalen Ar
beitslöhnen, der bis zu 16 Stunden
wahrenden Arbeitsdauer in den Fa
briken und Werkstätten, ohne Unter
hechung an Sonn- und Feiertagen,
und zuletzt bei dem reichlichen Vor
kommen der weitaus meisten Rohpro
dukte und Naturstoffe, die Aussich
ten für die Einfuhr fremder Jn^u
strieerzeugniffe nicht geradezu glän
zende sind.
Wer bei Quer- und Kreuzfahrten
durch das Land den Feldarbeiter in
nie ermüdender Ausdauer vom frühe
ften Sonnenaufgang bis zur sinken
den Nacht bei der härtesten und
schwersten Arbeit beobachtet, die höch
stcns für fünf Minuten zur Einnah
me seiner in Wasser gekochten, oder
im besten Falle in dünnem weißlich
gelben Theeciusgutz hergestellten Reis
nahrung Unterbrechung findet, wer
aber auch weiß, daß Hier in der Le
bensführung des reichen Mannes ge
genüber der des Armen kaum wefent
liche Gegensätze bestehen, der wird
gelten lassen, daß in diesem Volke,
ganz abgesehen von den im Blute lie
genden kriegerischen, unvergleichlichen
Tugenden, eine Urkrast von achtung
gebietender Bedeutung liegt.
Immerhin ist anzunehmen, daß
fremdes Kapital und fremde Indu
strie in Japan noch für lange Zeit
hinaus ein überaus lohnendes Bethä
tigungsgebiet finden, vorausgesetzt
freilich, daß für das erstere die rich
tigen Wege gefunden und daß für die
einzuführenden Jndustrieprodukte
maßvolle Auswahl getroffen wird.
Daß Japan fremdes Kapita!
braucht, und daß die vorsichtige Geld
weit zu Japans Werden ausreichendes
Vertrauen besitzt, beweist um nur
die jüngste Thatsache anzuführen
der vor wenigen Monaten bethätigte
Abschluß der sogenannten Conver
sionsanleihe in Paris und London
mit einem Zinsfuß von 4 Prozent, bei
einem Begebungskurs von beinahe 97
Prozent.
Die Abhängigkeit Japans von
fremder Industrie zeigen aber hundert
I Beispiele für eines: die Handelsbilanz
zwischen Japan und Deutschland
meist bei einer Ausfuhr japanischer
Rohseide im Betrage von etwa 8 Mil
lumen Aen eine Einfuhrziffer von
I über 40 Millionen für deutsche Ma
i fchtnen und Maschinentheile, Farben.
Droguen, Arzneimittel aus. Vor Kur«
zem erst erfolgte eine Auslandsbe
stfcllung aus 66 Lokomotiven, wovon
allein 24 aus Deutschland fielen. Die
Siemens Schuckert Werke sind hier
durch eigene Häuser vertreten, die er
folgreich arbeiten. Eine größere Tur
binenbestellnng ist vor kurzer Zeit
nach der Schweiz, der Bau eines neu
en Panzers nach London im Novem
ber vorigen Jahres vergeben worden.
Der russisch japanische Handel ist
dagegen bemerkenswerther Weise
kaum nennenswerth. Er erhebt sich in
Aus- und Einfuhr über kaum eine
Million Rubel. Dabei und das ist
das Eigenthümlichste an der Sache
vertreibt allein der Moskauer Groß
Handel alljährlich an beiläufig 15
Millionen Rubel japanischer Rohseide.
Ganze Industriezweige, deren man
hier dringend bedarf, sind noch gar
nicht vertreten oder liegen, mit unzu
reichenden Mitteln ins Leben gerufen,
stark im Argen. Durch den Zusam
menschluß des ausländischen Kapitals
mit dem japanischen, durch die Ver
mählung deutscher Technik mit japa
nischer Erfahrung, deutscher Kunst
und Wissenschaft mit japanischer Ar
beitskraft und Taktik im eigenen
Lande sind für beide Theile große
Erfolge zu erzielen
Karl Gntzkow.
Zum hundertsten Geburtstage deS Tich
terS und Schriftstellers.
Am 17. Marz waren es hundert
Jahr«, daß Kar! Gutzkow in Berlin
als der Sohn eines Bereiters des
königlichen Marstalls geboren wurde.
Es ist wohl angebracht, dem Dichter
bei dieser Gelegenheit einige Worte
zu widmen, nicht so sehr wegen seiner
immerhin bedeutenden literarhistori
schen Stellung, als seiner tragischen
Persönlichkeit wegen. Verhängnis}
voll für Gutzkow wurden schon die
Schwierigkeiten seines Jugendlebens,
die nicht so sehr in der Armuth seiner
Eltern begründet waren, als darin,
daß der strebsam«,, von Gönnern zum
Studium gebrachte junge Mann bei
den ungebildeten Eltern keinerlei An
regung des Geistes oder Gemüthes
finden konnte. Ehrgeizig im höchsten
Maße und zugleich von einer Wis
sens- und Schaffensbegierde erfaßt,
die alles ergriff, überall hin tastete,
wurde er auch von den politischen
Eindrücken der französischen Julire
Volution ersaßt. So kam von An
fang an etwas Unstetes, Ueberhetztes
und Ueberreizte^ in das geistige We
sen des Manneâ, der über eine im
geheure Arbeitskraft verfügte.
Zunächst widmete er sich der Jour
nalistik und gewissermaßen nur ne
benher der Dichtkunst. Er betrieb zeit
lebens diese beiden Aeußerungen des
literarischen Schaffens nebeneinan
der, gründete und leitete verschiedene
Zeitschriften, aber in späteren Jahren
herrschte doch die Dichtkunst vor.
Die beiden Romane Die Ritter vom
Geist und Der Zauberer von Rom.
von der jeder nicht weniger als nenn
Bände umfaßt, sind zu Anfang und
zu Ende der fünfter Jnhrc ^schrit
ten, und wie man auch künstlerisch
über sie denken mag. werden sie im
mer die bedc'.ncnd"en Kulturdenk
mäler der ersten Hälfte des
19.
gerichtet.
Jahr­
hunderts bleiben, soweit es sich um
Schöne Literatur handelt. Aber
Gutzkows hauptsächlicher Ehrgeiz
war. wie bei vielen Dichtern, auf das
Drama
Auch er wollte ein
großer, ja, vielleicht der größte deut
sche Dramatiker sein, und er haßte
nichts mehr, als die Art der deutschen
Gebildeten, in Schiller den nicht
mehr erreichbaren Höbepunkt drama
tischer Kunst zu sehen. Er hat nun
sehr zahlreiche Tragödien, Schau
und Lustspiele geschrieben, aber von
diesen haben nur das historische Lust
spiel Zopf und Schwert, Das Urbild
des' Tartuffe. Der Königsleutnant
und die große Tragödie der Gewis
sensfreiheit Uriel Acosta festem Bo
den gefaßt.
In seinem Ehrgeiz getäuscht, viel
fach von materiellen Sorgen gequält,
wurde Gutzkow früh verbittert und
vermochte sich keine Freunde zu ge
winnen, wenn er auch wiederholt
wohlwollende Gönner fand. Seine
Bitterkeit erreichte einen so hohen
Grad, daß er im Jahre 1865 einen
Selbstmordversuch unternahm. Er
wurde gerettet and fand neue Kraft
zu fleißiger Arbeit, aber der Stachel
mich nicht aus der Seele des unglück
lichen Mannes, und in einer spätern
Schrift Dionysius Longinus entlud
der freundlose Hasser aller seiner li
terarischen Mitstrebenden seine Ver
bitterung in so leidenschaftlicher Wei
se, daß er sich auch das Wohlwollen
der letzten, die in ihm doch den reich
begabten und fleißigen Dichter schätz
ten, verlor. Im Jahre 1878 starb
Gutzkow in Sachsenhausen bei Frank
furt, wo er damals wohnte, unter ei
genthümlichen Umständen. Man fand
ihn erstickt in feinem Zimmer, das tn
Brand gerathen war. Es ist kaum zu
bezweifeln, daß dem Vorfalle selbst,
I mörderische Absichten zugrunde lagen,
die diesmal auch gelangen. Ihm hat
nie die rechte Sonne geschienen, sonst
hätte er wohl eine noch viel größere
Rolle im deutschen Geistesleben ge
spielt. Er war ein Mann, der Gro
ßes nicht nur wollte, sondern auch
mit dem höchsten Kraftaufwand er
strebte, und das sichert seinem Anden
ken immer, das Mitgefühl derer, die
die Tragik des ringenden Menschen
geistes nachzufühlen vermögen.
I n e n o i n e i n e
tcmzt ein solches Ende hat eine
junge Arbeiterfrau in Luisenthal,
einem Vororte Saarbrückens, gefun
den. Um ihre 16jährige Tochter im
Tanzen zu üben, hatte sie an einem
Fastnachtëtanz theilgenommen. Plötz
lich fühlte sie sich schwindelig, brach
auch gleich auf einem Stuhle zusam
men, und ein sofort herbeigeholter
Arzt konnte nur noch den Tod fest
stellen. Mit Schrecken flohen die Fast
nachtsgäste. Die so plötzlich aus dem
Leben geschiedene Frau hinterläßt
vier weitere, noch unmündige Kinder.
a y o n W o w n
Hausarzt des Huronstraßen Hospi
tals in New Dort, ist innerhalb 24
Stunden nach dem Eintreten des er
sten Krankheits Symptoms der Ge
nickstarre erlegen. Er ist der zweite
New Uorker Arzt, welcher innerhalb
weniger Tage der Seuche zum Opfer
fiel. Der andere war Dr. Edward
E. Ashley, der Bakteriolog für
Schinöurne Island, und derselbe er
krankte unter genau den nämlichen
Umständen, wie Dr. Brown. Der
Letztere war nur 25 Jahre alt und
hatte in 1909 die Universität von
1 Pennsylvania absolvirt.
Mein freies Buch
bringt Männern Kraft
»ocbi'ii erschien ein deutsches Buch voll goldener
Wnhrheit für nervenschwache Männer, welches den
sichern Weg zeigt znr Wiedergeivinnung männlicher
ft rast.
Besonders Nerven Crschiipfunq, vorzeitige Er
schlaffling der Crflaiic, (iiubiichtitifjirtjmüriir, Trübsinn,
Pci'vositäl, schwäche oder schmerzen im Wirten, er
schöpfende Ausflüsse, irtilvriih' Träume, Wi'rcii und
Blasenleiden, triiiin- oder wolkiger Urin (häufig die
wahre Ursache geheimer Schwäche), Hodenleiden,
folgen jinigeiiblirtier Berirrnngen nnd ganz besonders
Wnchli'ditssidmuidH', selbst die hartnäckigsten Fälle
gründlich nub dauernd geheilt.
K a a e u
oder Hotirotclc nlienascheud erfolgreiche neue Be
handlnngsmethobe, besser, sicherer, nnd billiger wie
Operation oder Hospitalbehandlung. Ich heile auch
gründlich „lid brtitvrcuö 'tiliitvergiftuiifl, «s
fcctioit der Prostata oder Porstcl»erdr«scn,
Nrinvcsd,werden, Vlnsen-, Nieren- und«,'
«erleiden nnd alle chronischen, nervösen Blut
nnd (mittlen Wraiitheitcii der Männer.
«'bmtbaftc, erfolgreiche Behandln»« ga
rantiert. Aalilrciche ärzlichc .'ilnertennun
(ten
Ta ich bereits mit vielen der Leser des Ttaats Auzei
ger pcrsvnlid, oder bricfliri) bekannt, so bin id) gerne
bereit, auch anderen Leidenden meine deutsche Fra
genliste, sowie mein deutsches Buch, welches diese so
erfolgreidie.yeilinctliobe für schwache Männer aus
friilirlid) beschreibt und die beste Mittel zur Bekäm
pfung der genannten Leiden erklärt, frei nnd in ein
sachem Convert zu schiefen.
Tie brauche» mir diese Offerte auszuschneiden und
mir dieselbe nebst Cthier genauen Adresse einzusenden.
Dr. G. H. Bobertz,
Dr. H. Neukamp
Meblnstq, 9t.
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5iâ) lutbc mich entschlossen, mein
Eigenthum in Rugby Nord-Dakota
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fen. Wer einen guten (^elegeuheits
kauf machen will, mag sich an mich
wenden. v,d) verkaufe für Baargeld
oder gegen gute Sicherheit nächste
ln'udes:
1. Meiu Wohichaus und Gründl
stück östlich vom alte» Courthause.
Tas Haus ist 1 ^stöckig, 28 bei 40
Jvufe. Es ist das bestgebaute Haus in
der 8tobt. Holz- und Automobil
schuppen gehört zu diesem Grund
stück.
2. .jlvei Baustellen, passend für
Geschäftshaus, Ecke der Tritten und
Hauptstras e, gegenüber der Odd Fel
lows Hall. Ein guter Platz für ein
Hotel, einen ^aden, oder Opernhaus.
Hier bietet sich Gelegenheit für eilte
gute kiapitalantage. Wird sehr bil
lig verkauft.
3. Ter Bauplatz, auf welchem
das Gebäude der Rugby Trug Co.
stand, welches im Winter abbrannte.
Ausdehnung :1 bei 100 mitten
im Geschäftstheile an östlich Zweiter
Straße gelegen.
I. Drei Baustellen für Wohn
hänser in White's zweiter Addition
in Rtlgbli. nördlich vom Great Nor
theru Bahnhos, gerade drei Block
vom Eramond Hotel.
(Sitte Farm
5. Renter 400 Acker Farmland,
namentlich für eine Viehzncht-Farm
geeignet. Hier bietet sich eine seltene
Gelegenheit für einen Mann, der
Bieh und Pferde züchten will, oder
solche besiht. Das fand kann auch itt
Stücken von J(j() oder 80 Ackern ver
kauft werden, wäre aber besser, es im
Ganzen zu kaufe». Land liegt etwa
12 Meilen südlich von Rngby und es
ist Aussicht vorhanden, daß die neue
Bahnlinie nur zwei Meilen davon
entfernt durchgebant wird. Die
Farm ist bekannt unter dem Namen
„Bigelow Ranch". Hier bietet sich
eine goldene Gelegenheit.
Wegen weiterer Auskunft schreibe
man oder wende sich an:
Rugby, N. D.
36.6a.

Brown (Lonnty.
e e i 3 A i
Perkins County.
i o tt, 4. April.
Johannes KiffeL
e tu, 10. April.
Marian
na Dietz.
Putter Connty.
o st o t). 4. April
Emmons County.
i n o n 3 A i
DR. PETER FAHRNEY fâ SONS CO.
19-25 So. Heyne Ave., CHICAGO, ILL.
Der Staats-Anzeiger, Rugby, N. D., den 4. Mai 1911.
Loqan Connty.
N a o 1 e o n 1 7 A i
Grits an Betwandtö und Freunde
hüben und drüben.
Katharina Vetsch
von Mathias.
g, den li. April
504 Woodward Ave.» Tetroi«, Michigan
W. K. Taylor
Drop the Middleman. Ue:il with the House that's
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