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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, December 28, 1911, Image 1

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Gebühre» f&tr Anzeige«:
tOc per Zoll für jede 3nfertion
10c p«r Zeile für die rifle Insertion
6c »er Zeile für jede folgende Insertion
Bei Anzeigen von flu Zoll und darüber be=
rechne» mir aOs per Zoll fur die erste
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fflr jede weitere auoeröiibtiic Insertion
»«in« Abweichung von »ielro Waten
«. Jahrgang
A
Y Y
A A A A A
i e s e n u n e s a u n
e n e i n e s a n k i e k o s
Der 37 Jahre alte Emil Siegel.
Direktor der Allgemeinen Deutschen
Kommissionsbank, 5t.-®., in Berlin
Wilhelmstraße 37/38, und zugleich
Geschäftsführer der Synagogenbau
gesellschaft in Wilmersdorf, ist fluch
tig. Nach den bisherigen Ermittelun
gen hat er der Synago^enbaugesell
schaft etwa 50,000 Mk. und der
Deutschen Kommissionsbant etavo
100,000 Mark unterschlaget».
a ö i e e i n e s a u t
a e §. JnBorna bei Chemnitz hol
sich eine Liebestragödie abgespielt.
Dort wurde die 20 Jahre alte Adele
Veckert der Wohnung ihrer Mutter
mit einem Schuß in tier Schläfe tot
aufgefunden. Ihr Bräutigam, der
Lehrer an der höheren Knabenschule
in Chemnitz, Hochmuth, war in ihrem
Zimmer. Er wurde verhaftet, leug
net aber, der Mörder zu sein. Er er
klärt, seine Brcmt habe sich ieT&st,
weil er das Verlöbnis lösen wollte,
nach einer Auseinandesetzung getötet.
E s s e n i e v i e
ö e S a e u e n s
Die Regierung genehmigte im
Prinzip die Eingemeindungsplänt
der Stadt Essen. Es werden einge
meindet die Gemeinden Borbeck.
Altessen und Bredeney. Dadurch er
halt Essen einen Bevölkerungszuwachs
von 120,000 Seelen. Seine Ein
Wohnerzahl steigt somit auf 420,00s
und Essen wird die viertgrößtc
Stadt Preußens. Die Eingemein
dung geschieht aus roirtsd) ft lichen
Gründen und gibt der Stadt ein
großes. industrielles und landschaft
lich schönes Gebiet. Die Eingemein
dung von Borbeck wird durch das
Hafeuprojekt am Rhein-Hernekana'
notwendig.
i e K a e n e e o e
scheitert. TerHandelskarnrnerkon
greß in London hatte seinerzeit
beschlossen, die Schweiz möchte die
Initiative ergreifen für die Ein
berufung einer internationalen
diplomatischen Konferenz zur Fest»
legung des Osterfestes und Ne
form des Gregorianischen Kaken
ders. Im Berner Bun'desratshause
zeigte man nur geringe Lust, sich der
Angelegenheit anzunehmen, da sich
nid größere formelle und mate
(e 'Sdmnerigfeiten entgegenstellen,
als m«an in Handelskreisen glaubt.
Es handelt sich ?ben bei dieser Kaien
derfrage auch um eine religiöse Sache.
Der Bundesrat hat nun die Staaten
sondiert, und die Antworten lauteten
gänzlich negativ, namentlich will man
,in Rom unib St. Petersburg nichts
|bon einer Kalenderreform wissen.
a s s e n E k a n k u n e n
a n z ö s i s e a o s e n
Aus Toulon kommt die Meldung,
daß eine Anzahl Matrosen verschiede,
ner jttiegsschiffe plötzlich von einem
noch rätselhaften Leiden befallen wor
den ist. Innerhalb 24 Stunden wei
ten sich zehn Seeleute, nämlich
?ei von der „République", einer
loom „Suffren" und sieben von dem
Schulschiff „Marceau" krank. Sie
itten an plötzlich aufgetretenen hef
igen Schmerzen in den Eingeweiden
and mußten daher in aller Eile nach
»em Marinehospital von Saint-Man
»rier gebracht werden. Die dortigen
lerzte konstatierten, daß sich die mei
^ctt von ihnen in einem besorgnis
cremenden Zustande befanden. In
er flocht starb der Matrose vom
•Suffren", ohne daß es bisher ge
mgen wäre, die Ursache des Leidens
ermitteln. Die anderen schweben
Teil in Lebensgefahr: man
aubt vorläufig an eine Vergiftung
ch verdorbenes fleisch oder Kon
ven.
N est orber Berliner Phi
ö e n o I n e i n i s e-
Ttge im zwei und achtzigsten Le
fnSirtbre Professor Johann Bahlen
hingeschieden. Er war der Nestor
klassischen Philologen. Trotz sei
s
hohen Alters hat Pros. Bahlen
|ne Dozententätigkeit fortgesetzt, bis
die totbringende Krankheit be
II. Er hatte sowohl eine regelmä
he Vorlegung gehalten wie auch
Iz philologische Seminar geleitet.
iZohann Bahlen wurde am 27.
Ihann Bahlen wurde am 27.
Member 1830 zu Bonn geboren.
iSierte daselbst Philologie, fxtbilt
•te sich 1854 an der dortigen
trfität. würd 1856 anßerordent
ler Professor der klassischen Alter
hsfuttde in Preslau. 1858 ordent
lbr Professor in Freiburg im
Itisgau und im Juli desselben
•rt'8. iv Men.-1874 folgte et
-V
einem Ruu' nach Berlin, wo èr, wie
in Wien, zu in Mitglied der Akade
mie ernannt wurde, deren Sekretär
er seit 1895 war. Die Zahl seiner
philologischen Werke ist sehr groß.
Er besorgte auch die Neubearbeitung
von Haupts Ausgaben des Ho rati
us
und Catullus. Tibullus und Pro
pertius. sowie von O. Johns Au?
gäbe von Lominus' „Die sublima
te". ferner die verausgabe von Kar'
Lachmann? ..Kleinern Schriften" zu*
klassischen Phi Ho tie, von dessen Lu
7ilius und von dessen «Briefen an
M. Haupt." ferner schrieb er „Zu?
Erinnerung an K. Lachmann"
e E e s e i u n S
o z e e o e i s
Florenz fand die GerichtSoer
Handlung wegen Trennung der Ehc
Luises von Toscana und Maestrc
Toselli statt. Beide Parteien bean
spruchen das Kind für sich. Dct
Richter vertagte die Verhandlung
und übertrug inzwischen die Sorg
für das Kind den Eltern Tosellis.
v
)N
V i e o o n e n i s
s i o n a e a u s e w i e s e n
Die bayerische Staatsregierung Hai
vier amerikanische Mormonenmiss'.o
nare, einen Buchhalter, einen Lehrer
einen Studenten und einen Militär
Pensionär, die in Deutschland Pro
paganda für ihre Sekte machen woll
ten und auch nach München kamen
als lästige Ausländer aus dem Kö
nigreich Bayern ausgewiesen.
E o s i i n a W a n e e e n
die e i e e e n. Der Auf
forderung von Professor E. G. Schil
lings an die Damenwelt, keine ^ei
her-, Paradiesnögel^ oder ähnlich'
Gedern zu tragen, schließen sich out.
im neuen .sVfte der Süddeutschem
Monatshefte eine große AnzaH
Damen an, darunter besonder? di:
Familie Wagner: Tvrait (So'ima Sig
ner. dann ihre Töchter Fratt Em
Chamberlain, die Grö'in Blandina
Grawina iu Frau Henry Thode
e n o i n S a s e n
In Sörnewitz bei Dresden wurde d'i
bildhübsche Tochter des Wirtschafte
besitzers Krieger vermißt. Mit Hilfe
eines Polhrihitndcv ist es gelungen
die verstümmelte Leiche des Mäd
chens in einem Sumpf in der Nähe
der Wirtschaft des Vaters auf'.n
finden. Als mutmaßlicher Täter
tritt'de ein 53 Jahre alter Wirt
fchnrtsbesil'er aus einem nahen Dorf
verhaftet. Si"ne Feststellung erfolgte
ebenfalls durch den Polizeihund.
a i n e n e w e e i
Hund e e s a n n u n
g.
I
n e i n e ö e w a e n
e i n e s e u n v e
brennt. Kürzlich wurden die Be
wohner der Kaiserstraße in Lütgen*
dortmund durch Hilferufe aus ociti
Schlaf geweckt. Auf der Straße staiu'
ein Möbelwagen, der in Brand geru
ten war. In dem Wogen befandet,
sich zwei Männer eingeschlossen. AU
der Wagen geöffnet wurde, stürzu
der eine der Eingeschlossenen tu
Freie und brach ohnmächtig zusaut
men, während der andere nur oU
verkohlte Leiche aus dem Wagen ge
holt werden 'konnte. Junge Männer
hatten die anscheinend betrunken ge
wesenen Männer in den Wagen eiiv
gesperrt und diesen dann in Brand
gesteckt. Der Polizei ist es bereits ge
lungen, die mutmaßlichen Urheber
dieses scheußlichen Verbrechens zu ver
haften. Der lebend Geborgene hat
äußerst schwere Brandwunden davon
getragen.
e a i s e K i e a n
del. Aus Paris wird gemeldet: Der
Strafrichter Tortas, dem die Unter
fuchung gegen die Mädchenhändle
ritt anvertraut ist, hat auch ein:
Freundin der Geliebten jylachou*
des Expedirektors Lanterne, verhaf
ten und nach dem ^rauengefoivni:
von Saint-Lazare bringen lassen
Die Dome, die auf den vornehm für.
genden Künstlernamen „Germoiiu
de Courcelles" hört, soll den ichin-nch
vollen S',enen beigewohnt haben
die ^lach'in' mit mindersähriaen
Mädchen zu veranstalten pflegte. Der
in derselben unsauberen Arfäre bloß
gestellte Allard ist Direktor der Pa
riser Kav-A'bestgesellschaft. Er ist
vorderhand ohne Kautionsstellung
auf freiem Mtzs Masjen worden
Es wird behauptet,"er habe Unsum
men in die Hände der Mädchen
Händlerinnen gelangen lassen, die
ihn zu ihren besten „Kunden" zähl
ten.
E i n W u n e o k o u
2 3,600 Mark bestohlen. Ein
rätselhafter Diebstahl von 23,600 M.
beschästi. die Berliner Kriminalpoli
zei. Der Geschädigte ist ein 84 Jahre
alter „Wunderdoktor" August
aus Weißensee, der schon seit dreißig
Jahren für 50 Pfennige bis 1 Mars
alle Gebrechen Heilt. Die leidende
Menschheit überläuft den Wunder
ivoktor, der ziemlich einsam in feinem
kleinen Häuschen wohnt, so stark, daß
er trotz seiner geringen Gebühren
nach der Meinung von Leuten,, die
khn kennen, wohl schon 100,000 Mk.
gespart haben mag. Seit zwei Jah
ren verwitwet, wurde der Greis bi:
vor kurzer Zeit von zwei Pflegetöch
tern bcdieyt. Eines Tages entdeckt
M., daß ihm von seinem Schatze, der.
er in einem Nachttisch barg, 23,60
Mark verschwunden waren. Der Tis:.'
war an der Rückwand angebohr
worden und durch das Loch hatte de:
Dieb die Beute herausgeholt. Sil
bestand nach den Angaben des M. au
lauter Goldroken.
I
I K u u s e z u Z u
Ihaus veruteilt. Das Land
i gericht in Augsburg verurteilte den
168 Jahr? alten ehemaligen Stall-
1'chweizer
Die bel­
gische Militärverwaltung hat ver
suchsweise einige der kleinen Schnell
feuvrfaiinen der Jnfanterieregimen
ter mit Hundcbefpannung versehen.
Die Gefcküvlafette ruht, sorgfältig
ausbalanciert, auf ftarfen Veloziped
rädern. Zwei kräftige Hunde sind an
die Lenkstange bespannt. Die bisheri
gen Felddienstübungen mit diesen
Gespannen haben so gute Ergebnisse
gehabt, daß die Einführung bei al
len Regimentern vorgesehen wird.
Kurpfuscherei u drei Jahren Zucht
Haus und 2100 Mark Geldstrafe oder
»reiLeren 140 Tagen Zuchthaus.
Grünholz, der vorgibt, durch Smn
pathiemittel Menschen und Bieh hei
len zu können, reiste in ganz Tüd
dcutschiand als heilkundiger „Schäfer
on Waal" umher und betrog meistens
arme Leute um ihre Sparges :en.
Als besondere Spezialität betrieb er
die Heilung der Frauen.
e u s e a e v o n
rii s s is che o 1 daten e*
schössen. Der Schleppdampfer
„Roland", der den Meineier Hafen
verließ, um den durch Sturm' ver
schlagenen und bei Bavenfee halb
wegs zwischen Libau und Mernel
gestrandeten Segler „Frida Brunck
horst" zu bergen, wurde, dem „Ment.
I Dompfb." zufolge, von der russischen
Grenzwache so heftig beschossen, daß
sich der zu Bergungsarbeiten eigens
ausgerüsteteDampfer, nachdem er sich
aus 500 Meter dem Wrack genähert
hatte, zurückziehen und unverrichteter
Sache in den Memeler Hafen zurück
I fehrett mußte
i o s e s V i k o W i a n n
I e ft o e.n. Der bekannte Feuille
I tonredaftcur des Bern er „Bund", der
I Schriftsteller Joses Viktor Widmartn,
ist einer Lungenentzündung erlegen.
Widmann stand im 70. Lebensjahre,
und die literarischen Kreise begannen
I bereits, sich zur Feier seines 70. Ge
burtstages zu rüsten. Der Verstor
I bene, der am 20. Februar 1842 zu
Stennewitz in Mähren geboren
I wurde, kam in jungen Jahren nach
der Schweiz. Seine Reiseschilderun
gen, namentlich die „Spaziergänge
in den Alpen" und ..Jenseits des
Gotthard", sowie seine anderen
Werke, wie „Die Muse Aretin" und
„Der Heilige und die Thiere", ver
schafften ihm einen bekannten und
sehr geachteten Namen.
A e n a a u ö
I u ch i n g". Durch einen
Knabenstreich geriet der Großher
zog von Mecklenburg Schwerin
in Gefahr. Aus Ncuftrelitz wird
geschrieben: Von der Ludwigsluster
Gendarm liste ist der 12-jährige Fritz
Rothe aus Rastrow, der aus das
Automobil des Großherzrgs von
Mecklenburg Schwerin mit Steinen
geworfen hat, verhaftet worden. Die
Tat erfolgte, als der Großherzog im
ofenen Automobil von Schwerin nach
Ludwigslust.fuhr, zwischen den Dör
fern Ortskrug und ,Fahrbinde Der
Stein zertrümmerte den unteren Teil
der Schutzfcheibe. woraus der jugend
liche Attentäter n it z-lvei anderen
Knabim, die ihn begleiteten, in eine
dichte Tannemchonung flüchteten. Die
Vernehmung ergab, daß R. von fei
nett Kameraden gewarnt worden
war. aber trotzdem sein Vorhaben
ausgeführt hat.
e s a n a e e i n e
e e n o s e n W a e n s e n
dung. Aus Edinburg (Schottland)
wird gemeldet, daß die Zollbehörden
zu LxitH eine große Lieferung aus
Deutschland kommender und nach
Belfast (Irland) adressierter Gewehre
mit Beschlag belegt haben. Die Sen
dung wurde vor etwa einem Monat
entdeckt und zurückgehalten, in der
Hoffnung, daß sich die Absender oder
die Adressaten melden würden Da
di& bister lUtbtjtffaW*. newnen. tue
Devils Lake, Rord-Datota, Donnerftag, den SÄ. Dezember 191 i.
Behörden an. daß die Sendung einen
gesetzwidrigen Zweck hatte und daß
sich daher niemand zu derselben be
i kennen wird. Die Gewehre kamen in
Kästen an. auf denen sie als „Zjnk
ladung" bezeichnet waren. Der
Dampfer, der sie brachte, gehört zu
einer regelmäßig zwischen Leith und
1
einem deutschen Hasen verkehrenden
Linie. Man glaubt, daß die Geweh
I re zu der geheimen Bewaffnung der
Orange-Männer in der irischen Pro
vinz Ulster bestimmt waren, die, wie
I bekannt, mit einem Bürgerkrieg dro
i hen, falls Irland Homerule erhält.
K o e n a e e i K a s
o d. Bei den Grundausgrabungen
für die zukünftige städtischeMarkthalle
am sogenannten Steinberg in Karls
bad stieß man auf ein ausgebiges
I Braunkohlenlager von so großem
I Umfange, daß sich an dieser Stelle ein
vollkommen abbaufahiges Braunkoh
lenwerk errichten ließe. Das Mate
rtat hat alle Eigenschaften einer für
den Handel geeigneten Kohle. Der
Steinberg ist eine kurze, niedrige Hü.
gelkette, die zwischen Egerbrücke und
Kaiser -Franz -Joseph Straße und
dem Egerfluß liegt. Allmählich hat
I man den unbedeutenden Hügel, der
ein wertvolles, großes Quantum von
Bausteinen enthielt, zur Anlage von
Bauten und Straßen teilweise abge
graben, und schon damals stieß man
.aus Kohlenadern. Natürlich kann von
ihrer Ausnützung kerne Rede sein, da
1
Sebastian Grünholz wegen
ia. abgesehen davon, daß der Betrieb
eines Kohlenwerkes im Stadtgebiet
von Karlsbad undenkbar wäre, die
Stadtgemeinde Karlsbad selbst das
größte Interesse hat, nicht nur die
derzeitigen Quellenschutzgesetze zu
beobachten, sondern bedeutend zu er
weitern.
1
I n a n i
I
E n O e e W i s s e n
schalt.' In dem Unteriuchitngsfa»
boratorium, das mit dem Roosevelt
Hospital verbunden ist, wurde Dr.
Arrlnir H. Koelfcr von seinem Assi
stenten, der von seinem Frühstück zu
rück kehrte, bewußtlos aufgefunden
und starb, ehe er aus dem immer ge
scheht werden konnte. Er hatte mit
Blausäure chemische Untersuchungen
angestellt und ist jedenfalls von den
giftigen Dämpfen überwältigt wor
den. Die Aerzte des Hospitals, die
auf die Kunde herbeieilten, konnten
nur noch den Tod des Unglücklichen
feststellen.
Das un z u st n i e Kr i e s
gericht. Aus Pittsburg wird be
richtet: Das Urteil in dem Prozeß
gegen den Hauptmann Poftniforo,
der, wie gemeldet, wegen Landesver
rats vom Militärgericht zu acht
Jahren Zwangsarbeit verurteilt
wurde, ist jetzt kassiert worden, und
der Prozeß wird nochmals wegen
„begründeter Fehler" vor das Zivil
gericht kommen. Da Postnikom vor
dem Beginn des Prozesses bereits 'ei
nen Abschied genommen hatte, durfte
nack russischem Recht der Prozeß nur
vor dem Zivilgericht geführt werden
Zu verwundern bleibt nur, daß nie
mand während des tagelang verhaw
delten Prozesses auf die Inkompetenz
dcs Militärgerichtshofes aufmerk-'am
machte.
V a e z u a S o n z u
jung. Um zu seinem Sohne zu rei
sen, der in Expedite, Pa„ ansässig ist,
kam mit dem Dampser „Patricia"
der 56-jährige Geo. Siemann, ein
Deutsch Ungar, in Begleitung eines
zweiten Sohnes, eines Jungen von
16 Jahren, in New Aork an. Auf
Ellis Island ist' Siemann nun als
für Amerika zu alt und der beglei
tende Junge als für das Dollarland
zu jung ausgeschlossen worden. Ge
gen die Ausschließung der beiden
wird nach Washington appellirt wer
den. und möglich ist es. daß das De
portationsurteil umgestoßen werden
wird, wenn der Sohn in Pennsylva
nien Bürgschaft zu stellen vermag,
daß er für Vater und Bsuder wird
sorgen können.
S i e e i e V e n u n i e
Bevölkerung des Staates Georgia
scheint von der Prohibition nun auch
genug zu haben. Sie hat den frühe
ren Gouverneur Brown abermals
für das Gouverneursamt nominiert
und den Kandidaten der Prohibition
nisten mit großer Mehrheit abgelehnt.
Georgia wurde seinerzeit der Prohi
bition ausgeliefert, ohne daß die Be
völkerung Gelegenheit gehabt hatte,
zu der Frage Stellung zu nehmen.
Das wird ietzt nachgeholt werden.
Der siegreiche Bewerber um das Gou
verneursamt ist mit der Forderung
in den Kamps eingetreten, daß der
.^cleacatieit gegel en
werden müsse, sich darüber zu äußern.
•6 sie die Prohibition behalten wolle
oder nicht. Auf Grund dieser Forde
rung ist er nominiert worden, und
nach allgemeinem Dafürhalten ist da?
mit er baldigen Niederlage der Pro
hibition in Georgia gleichbedeutend.
u n e e v o n A e z e n
haben ene Petition an den Kongreß
unterzeichnet, worin sie um Wieder
herstellung der Kantine in der Armee
nachsuchen, welche die Temperenzler
verdrängt haben, nicht weil sie den
Soldaten geschadet hat, sondern
weil die Temperenzler überall ihren
Fanatismus durchsetzen wollen. Was
die Aerzte veranlaßt hat, die Wie
dereinführung der Kantine zu for
dern, ist die durch Krankheiten sich
äußernde sittliche Verwilderung, die
im Heere seit Abschaffung der Kan
tinen eingetreten ist. Die Soldaten,
die früher in den Kasernen nur Bier
tranken und ein gewisses Maß nicht
überschreiten durften, befriedigen
ihren Appetit nach geistigen Geträn
ken außerhalb der Kasernen. Sie
trinken zumeist fetzt Whisky und in
einem Uebermaß, der ihnen den
Verstand raubt und sie zu allerlei
Exzessen verleitet, die sich in geisti
gem und leiblichernSiechtunt äußern.
A u e i n e n s e n e u n
Ein 15 Jahre altes Mädchen in
La Crosse, Wis., das es zu einer ge
wohnheit gemacht, die Züge am
Bahnhof zu treffen und mit dem
Zugpersonal zu kokettieren, hatte
kürzlich Erfolg, einen Schasi zu lan
den. Mit Vergnügen willigte sie ein,
als er sie bat, sie heim begleiten zu
dürfen. Der neugemachte Bekannte
bat, zu ihren Eltern geführt zu wer
den, und als sie dort eintrafen, rang
er dreist die Türglocke. Die Mutter
des Mädchens erschien in der Tür.
und der Herr Geschäftsreisende hielt
ihr eine kurze Ansprache, etwa wie
folgt: „Madame, hier ist ihr kleines
Mädchen, das ich am Bahnhos auf
las an einem Platz, wo Mädchen ih
res Alters nicht sein sollten, ausge
nommen in Geschäften. Ich habe eine
Tochter zu Haus von etwa demselben
Alter, wie diese. Ich bitt viel fort von
meinem Heim und weiß nicht gewiß,
ob meine Tochter die Züge am Bahn
Hof zu treffen und mit dem Personal
zu fokettiren sucht oder nicht, aber
wenn sie es tut. hoffe ich. daß jemand
das gleiche tut, was ich getan habe—
sie zu ihrer Mutter bringt."
K o n s u v o n N a s w e
Das letzte vom Zensnsbureau veröf
fentliche Bulletin enthält einen Ver
gleich der Konfektindustrie des Satt*
des vom Jahre 1904 mit der vom
Jahre 190 ). In dein fünfjährigen
Zeitraum ist das in der Industrie
brande angelegte Kapital von
$43,000,000 auf $68.000.000 ange
wachsen ober Hat tun 44 Prozent zu
genommen. Der Wert der Produk
tion betrug 1904 $87.000,000, im
Jahre 1909 $134,000,000. Es haw
belt sich somit um eine Zunahme um
65 Prozent. Da die Bevölkerungs
zunahme in fünf Jahren ungefähr 10
Prozent beträgt, ergibt sich, daß der
Konsum von Naschwerk in den in
Frage stehenden fünf Jahren im
Durchschnitt sehr erheblich zugenom
men Hat.
I n i e e u n i n
colns tot. Im Hotel Bossert zu
Brooklmt starb Horace C. Svlvester.
ein bekannter Schnittwarenhändler
und Bürgerkrieg ^veteran, au
Hungen
eutziindung. Wahrend des Bürger
krieges hatte er mehrfach Gelegen
heit, sich durch Proben seltenen
Mutes auszuzeichnen. Bei der Er
greifung Booths, des Mörders des
Präsidenten Lincoln, mit dem ihn
Bande der Freundschaft verknüpf
ten. wirkte 2nlvester mit. Der Ver
blichene konnte durch feine anregen
den Erzählungen über den Märty
rerpräsiddnten seine Zuhörer fesseln.
2?fr dem Bürgerkriege konditionier
te er bei der Firma Batterman, wel
che ihren männlichen Angestellten
versprach, sie nach ihrer Rückkehr aus
dem Kriege wieder in die alten Stel
lungen einzuieetsn. Sylvester gehöh
te bis zu seinem Tode der Firma H.
Batterman Co. in Brooklyn, N. ?)..
an.
e s a e A e i e e
Die staatliche Jndustriekommissioit
in Madison, Wis., geht geigen alle
Arbeitgeber, die sich gegend.as Gesetz,
betreffend die Arbeitszeit für arbei
tende Frauen, vergehen, scharf vor
und bestraft alle Arbeitgeber, die sich
diesem Gesetze nicht fügen, sehr em
pfindlich und rücksichtslos. Erst kür
lich wurden in einer Stadt Wiscon
sins mehrere Arbeitgeber bestraft. Di"
Strafe beträgt für jeden Fall $5 we
nigstens, doch kann auch je nach der
Schwere des Falles bis zu $100
Strafe ernennt werdep.. Besonder'
Abonnements-Preise:
$.160 das Jahr in Den Ver. Staaten
Nach Wem Wnélanfee
f2.(K das Jahr noch Canada
$2.du (3)(.8 nach eulschland
»2.00 (ÜHM. 4) nach Nn^land
(Rur
gegen Pvraust,zahlung)
«o. SS
jetzt vor Weihnachten sind 'Äe Ueber
tretungen sehr häufvg. Oft sind die
Arbeiter mit der Ueberzeit, die ihnen
eine kleine Extraeinnahme für die
Feiertage bringt, einverstanden, in
vielen Fällen 'Hat die Kommission
aber auch durch die Arbeiter Klagen
über zu läge Arbeitszeit 'berichtet be
kommet».
o e
Lynchjustiz it*
8 to e i e I a 11. In Wilburton,
Oklahoma, wurde vor kurzer Zeit
ein Neger verhaftet, der einen
Angriff auf eine weiße Frau gemacht
haben sollte. Er wurde der Frau ge
genübergestellt und diese erkannte ihn
positiv als ihren Angreifer. Man
brachte ihn nach dem Gesängnisse,
urvd in Stadt und Umgegend wurden
weitgehende Vorbereitungen zu einer
solennen Lyncherei getroffen. Da
kam plötzlich die Nachricht, daß man
in McAlester ebenfalls einen Neger
verhaftet, und daß dieser bereits ein
gestanden habe, den Angriff auf die
Frau gemacht zu Haben. Infolge des
sen allgemeine Bestürzung. Das
Lynchkomite befand sich in einem Di
lemma. Einen Neger, den man lyn
chen will, wieder laufen lassen, nur
weil er es nicht getan Hat, das geht
I doch nicht. Aber man wird sich zu
I
helfen wissen. Man wird frörst
wahrscheinlich alle beide lynchen. Den
einen, weil er es getan hat, den an
dern „on general principles".
I n e e s s a n e N i v e a u
veränderungen. Nachdem der
©uperiorsee im letzten Sommer einen
auffallend niedrigen Wasserstand ge
habt hat. ist er in letzter Zeit bedeu
tend gestiegen. Er ist der einzige der
zu den Ber. Staaten gehörenden
I Großen Seen, der im Oktober einen
höheren Wasserstand als im Vormo
I
nett hatte. Trotzdem steht er unter
dem Cftoberburchichnitt der letzten
Jahre. Die Bundesregierung veröf
fentlicht für Oktober für die Großen
«^eett folgende Zahlen: Ter Stape
nor fee steht unt .03 Fuß höher als
im letzten Monat und .31 Fuß Höher
als vor einem Jahr. Ferner um .04
Fuß unter dem Durchschnittsstand
der Oktober der letzten zehn Jahre,
um 1.33 Fuß unter dem Hochstand
des Oktobers 1869 und .65 Fuß
niedriger als der Niedrigststand des
Oktober 1879. Während des Novem
bers dürfte er wahrscheinlich um 2
Fuß gefallen sein. Michigan- und
H'*ronfee stehen.03 Fuß niedriger als
im Vormonat: .49 Fuß nied'iger als
vor einem und 1.14 Fuß unter
I dem Durchschnittsstand der letzten
1
«zehn Ttahrc: 3.44 Ttuß unter dem
.Höcknlsland von Oktober 1885 und
.13 Fuß unter dem Niedrigstand von
Oktober 1?%. Im November dürfte
ihr Fallen .3 Fuß betragen haben.
e a u e n s w e e S i o
ne".Zwei arbeitsloscDetitsche namens
Stuppackier und Glück wurden bun
l'ernd und frierend in einem der
Touloner Feftmi'tSnräben aufge
funden. Die mißtrauische Behörde
hat eine Untersuchung wegen Spio
nage gegen sie eingeleitet.
e ö e K s e o k e e i
besitzer N. Simon aus Appleton,
Wis., welcher seinerzeit im Sonujter
von seinem berühmten sechs Tonnen
wiegenden Käse, der zur Ausstellung
gelangte, behauptete, daß er der
größte je hergestellte wäre, muß fei
nen Ausspruch aus die Vereinigten
Staaten allein beschränken. Es wur
de nämlich int September 1802 von
dem Käsefabrikanten I. A. Ruddick in
Perth, Ontario, Kanada, ein Käse
von einem Gewicht von elf Tonnen
hergestellt, welcher für die Chicagoer
Weltausstellung 1893 bestimmt
war.
A u e u n e u n e
k e i s e i s e A 1 a n u a
künftigen Jahres werden auf Grund
der neuen Bundesgerichtsordnung,
welche der Kongreß am 3.
März dieses Jahres angenommen
hat, die 77 Bundeskreisgerichte, die
an 276 verschiedenen Orten ihre
Sitzungen abhielten und so alt wie
die betreffenden Staaten selbst sind,
in welchen sie Recht sprachen, aufgeho
ben Man hatte sie schon seit dem
Jahre 1891. in welchem die Bundes
kreisappellhöfe eingesetzt wurden, als
einen kostspieligen Luxus betrachtet,
z u i e e s e i i u n a e w a e s n o
immer nicht gekommen Die Wir
kung ist. daß vom 1. Januar an nur
die Distriktsgerichte, neun Appellhöfe
und das Bundesobergericht bestehen
bleiben. Verständigerweise werden
die bisherigen Preisrichter nicht aus
dem Bundesdienst entlassen, während
die sämmtlichen Clerks der Preisge
richte ihre Stellungen verlieren.
i,
e
y
je

A u s a n I
4-
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