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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, April 25, 1912, Image 3

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Der Atkmts
Anzeiger
Herausgeber.
A. j6. Brandt Redakteur und Geschäftsführer
AbonnementSpreis:
Bereinigte Staaten, pro Jahr $1.50
Räch dem Auslande. $2.00
(Nur gegen Borausbezahlung.)
Um Verzögerung tu Zusendung der Zei
tung zu vermeiden, bitten wir, bei Woh
nungsveranderungen oder Wechsel der
Postoffice immer den alten Wohnplatz und
die Postoffice mit anzugeben.
Die Redaktion übernimmt für den Inhalt
der Korrespondenzen keine Verantwortung,
bemüht sich aber, alles Unpassende auszü^
merzen. Einsendungen ohne volle Namens
Unterschrift wandern in den Papierkorb.
An die Leser.
Wir ersuchen unsere Leser, dem gelben
ßettel auf der Zeitung, ober auf dem Um
schlag, ihre Aufmerksamkeit zu schenken.
Auf demselben finden sie außer ihrem
Namen auch das Datum, bis zu welchem
das Statt bezahlt ist. Leser, die mit dem
Zeitungsgeld im Rückstände sind, sollten uns
mit Einsenden desselben erfreuen und auch,
wenn möglich, ein Jahr Voraus bezahlen.
AdrMxt alle Geldsendungen und Briese:
Der
Staats-Anzeig
er,
Maschinerie endlich angelangtt.
Nach langem Warten ist endlich die
neue Machinerie für den Staats-An
zeiger in Bismarck, der neuen Hei
math des Blattes, angelangt und das
Aufsetzen derselben wird mit aller
Macht betrieben, damit der Umzug
schnellstens vollzogen werden kann.
Sobald in Bismarck alles bereit, wird
der Staats-Anzeiger von Devils
Lake Abschied nehmen. Es mag sein,
daß infolge der großen Entfernung
das Blatt eine oder zwei Wochen ver
spätet erscheint, denn es dürfte per
Fracht von vier bis zu zehn Tage in
Anspruch nehmen, bis die Ausstattung
von Devils Lake nach Bismarck über
geführt werden kann. Unsere Leser,
wie auch wir selbst, haben seither ge
duldig gewartet und uns in das Un
vermeidliche gefügt, und wir hoffen
zuversichtlich, daß die Geduld der Le
ser nicht aus eine zu Harte Probe ge
stellt und vielleicht reißen werde. Wir
werden die Leser später für alles ent
schädigen und sind ihnen für ihre
Nachsicht tief zu Dank verpflichtet.
Egebenft
Redakteur und Geschäftsfürer.
Candidat für Nichter des fünften
Distrikts, bestehend ans den
Counties Barnes, Stnts
man LaMonre,Logan,
Herr Combs ist 42 Jahre alt, ver
ifoeirathe, und wohnt in Valley City
Seine Ausbildung erhielt er in den
Präparantenschillen und auf der
Staats-Universität Minnesota, welche
ihm zwei Titel verlieh. Er übte acht
zehn Jahre lang die Rechtspraxis aus,
nud vierzehn Jahre dieses Zeitrau
mes praktizirte er im fünften Dist
rict. Er ist Republikaner in poli
tischer Hinsicht, steht aber als Candi
dat für das Richteramt unparteiisch
da. Von armen Eltern geboren, be
zahlte et aus selbst erworbenen Mit
teln seine Ausbildung und auch sei
nen Ruf als Rechtsanwalt verdankt
er allein seinen persönlichen Anstren
gungen. Infolge seiner Ausbildung
uud Erfahrung, besitzt er alle Fähig
feiten, die Pflichten eines Richters
sparsam und ohne mmöthigen Zeit
verlust auszuüben.
Sein Name wir baits den Richter
Stimmzettel für die Vorwahlen im
Juni 1912 erscheinen. Vergeßt nicht,
ein hinter demselben zu machen.
38.10ml.
Aus Nord-Dakota
J|, Chandler. 27. März.
•si Nun bin ich in der Lage von hier
Mberichten zu können, daß der Frühling
^.1912 seinen Einzug hielt und der
rauhe, unfreundliche Winter das Feld
|räitmeit muß. Schon macht sich auf
fden Farmen emsigeThätigkeit bemerk«
jar. Das Geschirr wird geschmiert
md zum Trocknen ausgehängt, die
Scheibeneggen werden geschliffen, und
tile Ackergeräthe werden in, Bereit­
schaft gestellt, denn in den nächsten
Tagen sollen die Arbeiten auf dein
Felde beginne». Da aber immer
Mangel an Kurzfutter herrschte, sind
unsere Pf erde, nicht int besten Stande
und es wird wohl schwer werden, die
Frucht schnell in den Grund zu bring*
en. Wir wollen hoffen, daß dieses
Jahr nicht so viele Unglücksfälle vor
kommen wie sonst. Da die Pferde die
sesJahr nicht so muthig find wie früh
er, werden sie ja auch geduldiger sein.
Auchhoffen wir auf eine bessere Ernte,
und daß es zur rechten Zeit mehr reg
net als letztes Jahr, denn an Winter
fiichtigfeit hätten wir dieses Jahr kei
nen Mangel, und der Boden hat neue
Kraft. Wollen Gott uns seinen Se
gen schenken.
Verheirathet haben sich hier: Peter
Heinzmann mit Johanna Fix von
Wendelin.
Gruß an die Redaktion und an alle
Leser des Blattes.
Martin Stroh.
Mit Gruß allerseits,
Martin Stroh.
Zuttst will ich berichten, daß die
Herren Anton und Wendelin Wangler
glücklich hier angekommen sind und
desgleichen auch Jakob tfuber. Wen
delin kaufte sich Pferde für $700
baares Geld. Er will auch noch säen,
aber es wird schon spät.
Am 12. und 13. hatten wir Regen,
und das ist wie es sein soll, denn wird
dem Bauer der Mantel nicht naß
wird ihm auch das Brot nicht trocken.
Die Leute hier hemm haben durch
schnittlich wohl jeder bis jetzt 75
Acker eingesät.
Ant 25. März nerheirathete sich
Joseph Materi mit Flora Job. Der
Bräutigam kommt von Seeland und
die Braut stammt ans Napoleon, ober
am !». April reine das junge Paar
schon nach Canada.
Auch Anton Meier ging am 9.
April mit Sack und Pack nachCanada.
Vergangene Woche machte Freund
Langbein Besuch bei meinem Bruder
Joseph, wo er einen Stammhalter
hinterließ, welcher auf den Namen
Peter getauft wurde. Gevattersleute
waren: Peter Hilsendeger und Mar
garetha Schneider. Bei Bernhard
Meier hinterließ der Klapperstorch
eine Haushälterin, welche auf den Na
men Magdalena getauft wurde. Hier
fungirten als Taufpathen: Joseph
Wolf und Barbara Braun, geb.
Kiffle. Bei Johannes Geisinger er
schien auch Famlienzuwachs in Ge
stalt eines Stammhalters, der auf den
Namen Ambrosius getauft wurde.
Die Frau unseres Schulmeisters
Joseph Däschle reiste vergangene
Woche nach Bismarck, um sich im
Hospital ärztlich behandeln zu lassen.
Wünsche baldige Besserung.
Wie ich vernehme, reisteAnnamarie
Bitz nach Aberdeen, S. D.
Mein Bruder Anton war in der
Augenblinik. Es kostete ihm $100,
aber er kehrte mit gesunden Augen
heim. Wenn dieselben im Verlaufe
eines Jahres wieder schlimm werden,
bekommt er Behandlung umsonst.
Gestern, den 14., sollte hier Schul
meisterwahl stattfinden und auch ein
Vorsteher gewählt werden. Unser
Seelsorger ist auch von hier fort, aber
bis zum Monat Mai werden wir wie
der einen Pfarrer haben.
Das Saat-Welschkorn kostet $6 das
Büschel, Weizen $1 und Kartoffel
$1.25.
Gruß an mein Geschwisterkind Jo
Hannes Giesinger. Ich hatte gehofft
Gevattermann bei ihm zu werden,
blieb aber im Pfeffer sitzen.
Mit Farmergruß
Michael Reiß, vonMichael.
Weil der geehrte Herr Redakteur
uns Frauen in Nummer 37 des Blat
tes einladet, unser Urtheil über
Herrn Romuald Dirk's Korrespon
denzen abzugeben, will ich
als
ein­
fache, ungelehrte Frau es wagen, ei
uige Zeilen darüber zu schreiben. Al
so, ich muß dem geehrten Herrn Kor
respondenten in vielen Stücken wi
dersprechen. Schade, daß ich den
Artikel vom bösen Weibe nicht gele
sen habe, aber Umstände hinderten
mich daran. Es würde wohl zu weit
sichren, wollte ich versuchen, Herrn
Dirk alles zn widerlegen. Zum er
sten aber möchte ich wissen, ob der
Herr eine Frau besitzt, und dann be
dauern wir amerikanischen Frauen,
daß Herr Dirk eine so schlechte An
ficht von den Frauen hat. Wenn er ein
Jahr lang in Amerika unter uns sein
könnte, würde er, denke ich, anderer
..Anficht werden. Lieber Herr Dirk:
hat Gott, der Herr, den Mann ge
schaffen um des Weibes willen, oder
I umgekehrt? Herr Dirk hat auch die
I
I
Also, die Feldarbeiten habest begon
nen und seit Anfang April find wir
iu der Saat. Zwar behauptete der
Winter am 5. und (i. nochmals feine
Macht und bedeckte die Erde mit einem
weiteren weißen Kleide, ober die Far
mer ließen sich nicht stören und schaff
ten ruhig weiter und in paar Stunden
war auch derSchnee zerschmolzen. Die
Saat muß in den Boden ehe alle
Feuchtigkeit wieder schwindet, denn
wir bekommen leider den meisten Re
gen immer erst in Herbst nnd dann
folgt rasch auch der verderbenbringen
de Frost. Dann kann der Farmer
singen: Lieb Vaterland magst ruhig
fein, denn die Drescharbeiten sind in
diesem Falle bald gethan. Bei der
diesjährigen Arbeit gilt das Sprüch
wort der Russen „Tüsche Jedesch
daljsche Buresch. „Zu deutsch: Lang
sam fahren kommt man weiter, denn
wir hatten gleich zu Anfang eine Hitze
wie im Hochsommer und diese spüren
die mageren Pferde mehr als die fet
te» und gutgenährten. Hoffen wir
das beste.
Ansicht, daß die Liebe mir seitens des
Weibes verlangt wird, aber in der
Bibel steht doch: Ihr Männer, liebet
euere Weiber wie euere eigenen Lie-
der. Also, die each ist ganz gegen
I
fettig und weint ein Mann diese
Pflicht erfüllt, wird dos Weib auch
sicher ihren Pflichten nachkommen.
I Dann auch schildert Herr Dirk den
I
Ehestand als ein künstliches Ding,
I
ähnlich einer Maschine. Wenn der
£crr eine Fron besiot, möchte ich wis
I sen, was er ihr vor dem Altar Her»
sprocheit hat. Ist er gefragt morden,
ob er feine Frau lieben will bis in
den Tod, oder bat er etwas von einer
künstlichen Maschine gehört? Dann
auch warnt der geehrte Herr Dirk die
Frauen vor übermässiger Liebkosung
ihrer Männer, ober ich glaube nicht,
daß es Männer giebt, welche ihre
Frauen für ihr höchstes Gut halten,
denen die Liebkosungen ihrer Frauen
zu viel werden. Was sagt doch Solo
nto, das der Mann thun soll? Wenn
es der Herr noch nicht gelesen hat, soll
er einmal nachschlagen. Ich kann
nicht anders, als seine Frau bedauern,
wenn er eine hat, bei solchen An
sichten. In Rußland und in Europa
überhaupt, werden viele Frauen von
ihren Männern schlecht behandelt. Da
kann dann von übermäßiger Lieb
kosung keine Rede sein, namentlich
wenn die Fan daheim in Armuth und
Elend mit ihren Kindern jämmerlich
ein nacktes Dasein fristet und der
Mann sich nicht darum kümmert, wo
her die nöthige Nahrung und Klei
dung kommen. Und, wenn unter sol
chen Umständen, der Mann mit einer
Runzel auf der Stirne heimkommt,
dann soll die Frau, besser gesagt
Sklavin in solchem Falle, die beste
Miene machen, und ihrem Herrn und
Gemahl die Rnnzel von der Stirne
streichen, tortzdem ihr vor Kummer
und Schmerz das Herz brechen möch
te? Nein, davon kann keine Rede sein.
(Wir müssen bemerken, daß die ge
ehrte Einsenderin es sehr wohl meint,
ober Herrn Dirkss Artikel ganz ver
kehrt auffaßt. Selbstverständlich
muß der Mann stets für alles sorgen,
wasimmer Frau und Kinder bedür
fen, und selbstverständlich auch muß
der Mann seine Frau für sein höch
stes Gut und seine treue Lebensgefahr
tin holten. Herrn Dirk's Artikel be
ziehen sich nicht auf diese oder jene
Ehe, sondern auf das Eheleben im all
gemeinen. Seine Artikel sind ein-:
philosophische Abhandlung und wohl
durchdach. Sie bilden eine gute Lek
tiire, nicht mir für Fronen, sondern
auch für Männer, denn beide haben
genau dieselben Pflichten, soweit
das Gliich der Ehe in Betracht kommt
mir daß der Mann außerhalb des
Hauses wirken und schaffen muß. wie
Schiller in feinemLiede von derGlock.'
so schön sagt: „der Mann muß liin
ans in's feindliche Leben, muß wir
ken und streben." und so weiter, wäh
rend die Frau im Hause, in derWirth
schaft das Regiment zu führen h.tt.
Wie gesagt, die geehrte Einsenderin
hat Herrn Dirk nicht verstanden und
ohne Grund den Schluß gezogen, daß
der Herr die Frauen als Sklaven be
handelt wissen will, was ihm ga"z
ferne liegt. Indessen, es freut uns
doch, daß die geehrte Einsenderin an
uns schrieb, denn als Redakteur die
ses deutschen Familienblattes ist nns
unendlich viel an dem Urtheile der
Fronen gelegen, und es zei -f uns
auch, daß diese dasselbe aufmerksam
lesen. Herrn Dirk's Artikeln liegt
ein tiefer Sinn zu Grunde und e5 ist
nicht so ganz leicht, denselben stvlvich
zu finden. Hoffentlich fühlt sich die
geehrte Einsenderin nicht beleidigt,
denn nichts liegt uns
I
ferner,
und wir
bitten nur, Herrn Dirk's Korrespon
denzen näher zu ftudiren. Seine Bei
träge sind gewiß sehr interessant. Na
türlich schreibt Herr Dirk vor der
Hand lediglich von den Pflichten der
Fronen ihren Männern gegenüber,
aber, wer weiß, vielleicht komme't
auch bald die Männer au die Reibe:
dann wird Herr Dirk sicher au
Ii die­
sen ihre Pflichten klarlegen und \mt
werden die Frauen gewiß mehr zu
frieden sein und Herrn Dirk vollkom
men verstehen und seine Ansichten
schätzen lernen.—Red. Swats-Anzti
der.)
Und tum noch eins, daun will vTi
für diesmal schließen. ("Alio dock nur
für diesmal, denn hoffentlich siöre.t
wir bald mehr von der geehrten Ein
senderin.—-Red. Staats-Anzeiger.^
nicht so behaglich als möglich macht
Bitte Herrn Redakteur Brandt ge
fälligst, mein Schreiben zu verbes
sern und aufzunehmen.
Mit Gruß an aUe Leserinnen und
Le'er.
Frau Gottlieb Bertsch.
Auch Herr Joseph Göu hatte am
10. April eine Operation durchzu
machen. liegt aber zurzeit noch schwer
krank darnieder. Wünsche ihm baldi
ge Genesung.
lie Witterung hier ist sehr günstig
und wir haben heute zum zweiten
Male einen durchweichenden Regen.
Bei Karl Feist kehrte der Klapper
storch ein und hinterließ ein Töchter
lein.
Mein Bater und mein Schwager
sind wieder zurück nach Süd-Dakota
auf ihre Heimstätten gebogen. (Die
Zeitung an Franz Schneider geht also
von nun ab nach Drew, S.D.—Red.
Staats Anzeiger.)
Meine zwei Schwager in Aberdeen,
S. D. verhalten sich viel zu ruhig,
denn alle meine Briese bleiben iittbe
antwortet.
Gruß an Vetter Peter Burhorts
meter und Frau und Kinder, an un
sere Eltern und Schwager in Drew,
Süd-Dakota, und an alle Leser des
lieben Blattes.
Das Wetter ist hier schön und wir
wären alle schon in der Saat beschäf
tigt, wenn es nicht zn naß wäre für
die Arbeiten.
Unser Doktor Heil tag eine zeitlang
krank im Bette darnieder. Er war
nachts zn etneinKroufett gerufen wor
den nnd in der Finsterniß fuhr er
über einen Steinhaufen, sodaß das
Buggy umstürzte und er herausge
schleudert und schwer verletzt wurde.
Jetzt aber ist er bereits wieder gesund
und munter, und verzog diese Woche
nach Selz,den naheliegenden, neuge
gründeten Städtchen.
Verheirathet haben sich: Michael
P. Hager und Maria Keller und Va
lentin Keller und Johanna Bosch
Wir wünschen ihnen viel Glück.
Valentin Keller reiste gleich ab nach
Alberta in Canada.
Gruß an alle Mitleset* von
Johann I. Ehli.
von Iosevli.
McHenry County.
Also: ein Mann, welcher seine Fvai leti sich von lieben Frühling und
und Kinder liebt, hat nicht zn beftirch- Schneelöckchen uud Frühjahrslilicn
ten, daß seilte Fran ihm das H"im
i
I
und dann trägt er beim Nachhaufe-! Winter, will das Feld nicht räumen,
kommen auch keine Runzeln auf der Immer und immer wieder nimmt es
time, fonder dann beweist er seiner
Frau alle Liebe und Zärtlichkeiten,
welche Herr Dirk verlangt, daß wir
sie unseren Männern erweisen sollen.
^üâlich verlies und er ist! müssen Platz haben und öfters mehr
jetzt wieder gesund und munter bei
'einer Familie. Ant 11. April wurde
er aus dem Hospital entlassen.
Lieber Staats-Anzeiger:
Zuerst muß ich um Entschuldigung
bitten, daß ich diese Korrespondenz
mit grüner Tinte schreibe, aber waS
soll ich machen, da ich schwarze nicht
habe? (Schon gut besser grüne Tin
te als Bleistift. Ihre Korrespondenz
ist fein leserlich und sauber geschrie
ben. Bitte, beehren Sie nns öfters.
-Red. Staats-Anzeiger.)
Also, ich wünsche dem Staats-An
zeiger viel Glück in der neuen Hei
math, und wenn er erst einmal dort
eingerichtet ist, samt matt doch beim
Besuche der Staatshauptstadt eilte
gute Zeitungsdruckerei sehen. (Ja
wohl, und Besucher sind bei nns stets
willkommen. Red. Staats-Anxei
sler.)
Nun, geehrter HerrRedakteur, haft
fentlich wird doch auch meine Korre
spondenz aufgenommen, obfchou ich
nicht auf das Blatt eingeschrieben
bin, sondern dos Blatt bei meinen
Vater lese und, so lange ich zu Hause
bin, hat es doch keinen Zweck, zwei
Leitungen derselben, Art im Hause
zu haben.
Fritz Uietz ist von fiier nordöstlich
gezogen nnd fein Bruder August
wohnt nun auf seinem früheren
Platze.
sXerr Johann Amon verkaufte sein
Land ott Herrn Steppner aus Süd
Dakota, nämlich 240 Acker, und be
kam dafür die nette Summe von
$7400.00. Wie ich vernehme, wol
len viele Familienväter von hier nach
Canada gehen, um sich Land zu be
sehen nnd solches aufzunehmen, im
Falle es ihnen paßt. In diesem Falle
werden sie zum Spätjahr nach Cana
da übersiedeln.
Seit einer Woche schlafen die For
mer nicht mehr so lange wie früher,
denn der Frühling hat sein Kommen
angekündigt. Die Vögelein erzäb-
entfalten sich, denselben den Weg zu
bestreuen, aber der alte Greis, der
eilten Anlauf, schüttelt ärgerlich fein
lueißesHaiipt, um seine Herrlichkeit
zu zeigen, aber alle Menschen und le
benden Wesen sind auf der Seite des
Frühlings. Daher muß der Alte wei
chen. Seine Stunde Hat geschlagen,
er muß fort in die Ewigkeit. Es war
ein gutmüthiger Alter, er brachte uns
nicht viel Schnee und war selten
schlimmer Laune. Deshalb auch
mochten ihn die armen Leute gut lei
den. Doch, so gutmüthig die Alten
auch sind, ihre Launen und Eigenhei
ten haben sie doch und daher ist auch
die Trauer bei ihrem Scheiden ge
wöhnlich nicht groß, denn die Jungen
als die Alten. Wie der Dichter so
schön sagt: das Alte sinkt, nnd nettes
Leben blüht ans den Ruinen. So
auch dachte unser Kirchenvorsteher
und erließ Nachricht, daß der Gottes
dienst jetzt um 10 Uhr beginnt, denn
seither wurde es manchmal halb 12
Uhr, ehe angefangen wurde. Also
setzt heißt es: wer nicht kommt zur
rechten Zeit, kamt nur hören was
übrig bleibt. Hoffentlich haben wir
in Zukunft mehr Erfolg, denn in
kirchlichen Dingen sieht es in mancher
Beziehung bei uns nicht gut ans.
Am (iharfreitag hatten wir einen
guten Regen und desgleichen am
Sonnabend, aber schließlich begann es
zu schneien und am folgenden Mor
gen war alles weiß bedeckt. Aber die
Sonne lechte den Schnee bald weg
und der Schmutz, an dem ohnehin
kein Mangel, wurde noch größer.
Also: es muß doch Frühling werden.
„Früher Donner, später Hunger,"
sagt man und prophezeit ein gutes
Jahr. Ja, Gott bescheere uns eilte
gesegnete Ernte in 1912. Wir brau
chen sie sehr nothwedig.
•Von schlimmen Krankheiten blieben
wir den Winter über gnädigst ver
schont. Gesundheit ist ein großes
Gut, welches von den meisten Men
schen nicht genug geschätzt wird. Die
Zeit wurde sich diesen Winter nach
Kräften vertrieben. Freilich wurde
auch viel faules Zeug geschwätzt.
Bubenstreiche wurden verübt, über
welche manche Leute so böse wurden,
daß sie wünschten es möge Feuer vom
Hintntel fallen um die armen Sün
der zu verderben. So urtheilen gar
viele, aber nur wenige Leute fragen
sich: was muß gethan werden, die
Jungend besser zu erziehen, damit sie
nicht mehr in solche Sünden verfällt?
Nun, Jugend hat nicht Tugend und
der Mensch muß eben zum Menschen
erzogen werden. Dies aber kann die
edle Prairie nicht thun. Dazu bedarf
es Menschen, welche die Jugend lieben
und nicht Jeder ist fähig ein Erzieher
derselben zu fein, aber mithelfen
kann gewiß Jeder. Gott muß das
Herz der Menschen ändern, nicht Geld
und Menschen. Viele nennen sich
Gottesfinder, und wir sind es ja alle,
aber Gott wird auch einst Rechen
schaff von euch allen fordern und tra
gen was haft du gethan, um deine
Kinder zu mir zu führen? Da wird
vielfach dieAntwort so ausfallen müs
sen: Ich habe ihnen Land gekauft
und Häufer gebaut, aber das übrige
Dir überlassen. Das Pfund ist in
der Erde vergarben. Soll es dort
siegen bleiben?
Doch nun muß ich aufhören, sonst
fliegt mein Geschreibsel sicher in den
Papierkorb und ich habe umsonst ge
schrieben
E n a a u n s i e
10 Eents Barium Sulphide uind für
10 Cents Reispulver werden gilt
durcheinander gemischt und trocken
in einem woblverschlostenen Glase
aufbewahrt. Zum Gebrauch rühre
matt einen kleinen Löffel voll mit et
was Wasser zu Brei und trage es
auf, so daß alles bedeckt ist. Schon
mach 5 Minuten kann man alles los
lösen und wird vom Erfolg über
rascht sein. Die Paste darf nicht rn
gerieben, sondern muß mit einem
Lävvcken aufgetragen werden. Das
Verfahren ist einfach, so daß es leicht
wiederholt werden kann.
O a n e u- '4 u 0 0 n g. t'lzz.
schäle, entferne und zerkleinere 5
Orangen, streue Tasse Zucker da
rüber und lasse dies ziehen. Nun
rühre man einen gehäuften Eßlöffel
Kornstärke mit ein wenig faltet
Milch an. gebe 3 Eidotter dazu und
rühre dies zu einer Creme. 1 Pint
Milch wird in doppeltem Kessel zum
Kochen gebracht, die Eier Creme wird
hineingerüfort und wertn es dicklich
wird, über die Orangen gegossen.
Das Eiweiß wird mit 2 Teelöffel
Puderzucker geschlagen, oben auf den
Pudding gegeben und dieser wird
so lange in den Ofen geschoben, bis
feit Decke fest und gelblich 1st
V. .y?-:*" V'Méj.t
S u z i e S i e k a e n
werben wie neu, wenn man sie mit
einem leinenen Tuche, das man mit
Cr au de Cologne befeuchtet, leicht ab
reibt, dann trocknen läßt und ip.iter
noch mit trockenem L.uux'n nachreibt,
so daß sie einen Glanz (^kommen.
e u e e s e s e i i i s
durchaus nicht unzerbrechlich und
kann beim Backen in heißem Cjeit
seicht Sprünge bekommen, die es für
ferneren eGbrauch untauglich macht.
Dem Zerspringen und Zerbrechen
kann man vorbeugen, wenn man den
Bratofen gut mit Salz ausstreut und
erst dann das Porzellangefäß hinein
stellt: das Salz zieftt die Hitze an
sich, ohne jodoch dem Backen Eintrag
»u tun.
o e n e U i e n e
weiß und weich zu erhalten, oder die
Haut wieder schön jit machen, wo sie
roth und rauh geworden ist, tuenden
Sie eines der folgenden Mittel an:
Einreiben mit Eröme de Cologne.
Ferner: Die Hände mit Zitronensaft
reinigen und vor dem Schlaf engeren
jeden Abend mit Glycerin einreiben,
ist ein sehr wirksames, sowie einfaches
Mittel. Ich gebrauche es auch und
erfreue mich trotz aller groben Haus
Arbeiten weißer, zarter Hände.
Um weiche, weiße Hände zu bekom
men, bade man dieselben in heißem
Wasser, damit sich die Poren offnen.
Als-dann schäume man die Hände
mit einer besseren Seife gut ein,
gieße in diesen schäum etwa einen
Theelöffel Glycerin und reibe die
Hände gut durch nun trockne man
dieselben, ohne abzuwaschen, ab, und
der Erfolg zeigt, daß die Hönde,
wenn dieses Verfahren täglich zwei
mal wiederholt wird, tadellos weiß
und weich sind. Gegen da» Rot
werden der Hände ist es zweckmäßig,
dem Waschwasser stets einen Teelöffel
Borax zuzusetzen und im Freien mög
lichst dichte Handschuhe tragen. Nach
recht gründlichem Reinigen, die
Hände mit einer Mischung von Gly
cerin und Zitronensaft einreiben
auch vor dent Schlafengehen. 1
Unze Honig, 1 Unze Zitronensaft, 1
Unze köinisches Wasser. Sot dem
Schlafengehen einzureiben. Drei
mal täglich, nach dem Waschen der
Hände einen Teelöffel voll von fol
gender Mischung einreiben: *4 Unze
Ammonia, Unze Qpium-Tiniktur,
*4 Unze Terpentinspiritus. 6 Drach
men Olivenöl. (Miife in der Apo
theke gemischt werden. 1 leeläs
set! Muriate of Ammonia, 1 Eß
löffel aromatischen Essig, 1 Quart
lauwarmes Wasser. Dem Wasch
wasser für die Hände stets etwas
Borar zusetzen, und die Hänbe des
Nachts mit Lanolin-Crème einreiben.
Die Hände gut in lauwarmem
Seifenwasser mit milder Seife wa
schen. Noch mit dem Seifenschaum
daran, in Corn Meal stecken, mit die
sem die Hände behandeln wie beim
Waschen, dann abschälen und mit
weichern Handtuch gründlich trocknen.
Rosemnaiier, Zitronensaft und
Glycerin einreiben.
Garten-Kommissär I. F. Seul
berger ist durch eine gute Anweisung
für das richtige Aussäen von Blu
menfamen denen zu Hilfe gekom
men, welche bisher oft dabei fein
Glück gehabt Haben. Er beginnt mit
üer Erklärung, daß der beste Samen
oft f'in gutes Resultat liefert, weil
:r falsch behandelt wird. So wer
ben oft sehr kleine Samenkörner zu
gesäet, sodaß die zarten Pslänz
^cn. die aus denselben hervorgehen,
n- Oberfläche nicht erreichen können.
behauptet, daß in den meisten
y nen. wo über schlechten Samen
agt wird, nicht der Samen, son
i 5ie falsche Behandlung desfel-
Schuld ant Mißerfolg trägt.
Resultate zu erzielen miis-
i." "in besonders folgende Bedin
'"!'en vorhanden fein: Geeignete
^'""veriitur. genügende Feuchtigkeit,
'Viw nickt tu viel Wasser, und freier
Zutritt der Luft Außerdem niufr
natürlich ''er Boden in der aeeii'U'
ten Verfassung fein und keine pbnsi-.
sähen Hindernisse für das Wachst«m
der jungen Pflän*chen darbieten.
TOpnn e* "I?'* »ttf'" •Tr" "i
hat und die Srnne dann e O"'»
fläche fest gebarn hat st tett
Pflänuten natürlich unm'^'' 'üri»
durcknudring"n 'm5 sie rer'cirrvu.
Was die Zt'm ve- iti'r 'i"' 'i'
fordern die ver'rfci^-nfn
sehr vertretene V*'inr -r
keimen R-'then
sehr schnell bei 45
Melonen "nd anr
ser Art. Bohnen "t'* *rr"
Pflanzen k-in? groß" vS**rtve
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mit die notmenbtaen chemischen Ver«
Änderungen des (Samens stattfinden,
für welb» die Luft eine Notroen^ig^
Wt ist Me diese Vedingungen sink*
twM n, &tril<ffi*ti#*n. «Mutn «0»
•Mien •data erzielen wil.

German- American Publishing Co.
Entered as second-class matter
December 7, 1911, at the post
office at Devils Lake, North Da
kota, under the Act of March 3,
1875.
Issued Thursday of each Week.
Do»uerstag, 25. April 1912
e i s e n e A e n o n W a k e
,. Devils Lake. N. D.
F. L. Brandt.
Hon. Lee Combs.
Eddy, Foster, Griggs
und Wells
Adams County.
Emmons County.
Kintyre, 15. April.
Stutsman County.
Medina, 15. April.
Chandler, 8. April.
Grand Forks County.
Grand Forks, 13 April.
Herr Franz Schwengeler mußte
sich neulich einer Operation unterzieh
Sebastian Dietz.
Benson County.
Esmond, 6. April.
llpham, 14. April.
Also aufWiedersehen in derStaats
f)0iiptstait Bismarck.
Philip S. Widsaier.
Forschriftni stir Um Bullaen
von Slumensamtn.

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