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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, August 22, 1912, Image 1

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Jahrgang
Wochen-Rundschau
Ausland.
Deutschland.
e i n 1 1 A u u s i e a
burg-Amerika Linie" trägt sich mit
neuen weitschauenden Plänen. Bis
her handelt es sich zwar nur noch um
Gerüchte, diese erhalten aber ein be
deutsames Gesicht dadurch, daß sie
in Hamburger Rhederkreisen herum
gehen. Die „Tägliche Rundschau"
verzeichnet heute diese Gerüchte. Dar
nach soll die große Hamburg Schis
fahrts-Gesellschast sich mit dem Plan
tragen, eine engere Verbindung mit
ber britischen „White star Line" her
beizuführen.
I n n s uch 11. Aug. Im
Tiroler Alpengebiet haben sich in
folge plötzlichen Temperatursturzes
schimme Schneestürme ereignet. Un
geheure Schneenlassen sind hernieder
gegangen mid in Schaaren flüchten
die Sommerfrischler, von denen das
schöne Land Tirol zur Zeit wimmelt,
.zu Thal und aus dem Bereich der
Stürme. Durch die Hochwassergesahr,
welche die Schneestürme im Gefolge
haben, sind zahlreiche Ortschaften
auf's schwerste bedroht.
e i n 1 2 A u u s e
von den aus Dresden vorausgereisten
Kollegen und Kolleginnen, traf die
Reisegesellschaft des X. A. Lehrer
Verbandes heute Nachmittag 2 Uhr
von Breslau kommend, in der Reichs
Hauptstadt ein und stürzte sich unter
stadtkundiger Führung in's großstäd
tische Gewühl, das namentlich den aus
dem Westen Amerikas kommenden
gewaltig imponirte. Von offizielleil
Veranstaltungen hatte das Konnte
für den Nachmittag Abstand genom
[men, es blieb also den Reisenden ge
lnug Zeit zu einer Orientirungsfahrt,
szu Besuchen lieber Bekannten und
zur Besorgung von Einkäufen zur
1C»iftmorbaffaire
Verfügung.
K ö n i s e 1 2 A u E i n e
beschäftigt in dem
if!einen Orte Beutnitz die Bevolke
iruinv Die Gattin des dortigen Spm
nereibesitzers Witzker, die seit zwölf
Jahren verheirathet ist, wurde unter
dem Verdachte, ihren Gatten durch
Gift beseitigen zn wollen, verhaftet.
Die Frau hatte mit dem Lehrer des
Ortes ein Verhältniß und schrieb ihm
einen Brief, worin sie ihm mittheilte,
daß sie Gift zur Beseitigung ihres
Mannes besorgt habe. Diesen Brief
verlor sie auf der Dorfstraße. Der
Finder übergab ihn sofort der Behör
de. In der Wohnung des Vaters
der Frau wurde thatsächlich ein Flä
schen mit Gift vorgefunden.
e i n 1 2 A u u s a n z
Deutschland steht unter dem nieder
schmetternden Eindruck der furchtba
reit Grnbenkataftrophe, die kürzlich in
Werthe in Westfalen hundertundzwan
zig Menschenleben vernichtet bat. Mit
"dem Reiche trauert das Ausland an
der Bahre der Opfer ihres Berufes
«gewordenen Bergleute. Die ange
stellte Untersuchung hat über jeden
Zweifel ergeben, daß die schreckliche
Katastrophe durch Fahrlässigkeit ver
schuldet wurde. Es wurde festgestellt,
daß die Belegmannschaften und Stei
•ger, entgegen den bestehenden strengen
Vorschriften, das Gestein anschössen,
ohne vorher die vorhandenen schlagen
den Wetter durch die Wetterführung
zu entfernen.
e i n, 12. August. Der Fall
des russischen Hauptmanns Koste
witsch, der zusammen mit seinem Hel
fer, dem früheren russischen Leut
nant Nikolski in Leipzig der Ver
handlung vor dem Reichsgericht ent
gegen sah, ist in eine neue Phase ge
treten. Hauptmann Kostewitsch ist
gegen Stellung einer Kaution von
30,000 Mark auf freien Fuß gesetzt
worden und kann sofort nach seiner
russischen Heimath zurückkehren. Al
lerdings mußte er sich verpflichten,
'ich zur Verhandlung in Leipzig ein
zufinden. Die Kaution ist dem Ver
nehmen nach von der russischen Re
gierung gestellt worden. Gleichzeitig
wird aus Warschau gemeldet, daß der
dort unter Spionageverdacht verhafte
:e deutsche Leutnant Dafint vom Nie
)ersächsischen Feldartillerie Regi
ment No. 46 unter ähnlichen Verhält
nissen entlassen worden ist. Es fehlt
licht an Stimmen, die in dieser Dnpli
tität der Ereignisse mehr als einen
Unfall sehen und stark bezweifeln, daß
oynptmann Kostewitsch zu seiner Pro
essirnng nach Leipzig oder Leutnant
Dahm zu gleichem Zweck nach Ruß
and reisen werden. Es wird viel
nehr die Vermuthung ausgesprochen,
»aß die beiden Fälle gewissermaßen
I nirch ein Austauschverfahren freund
chastlich erledigt werden sollen.
e i n, 12. Aug. In Langen
schwalbach, wo er zur Kur weilte, ist
heute der Geh. Baurath Prof. Paul
Wallot, der berühmte Erbauer des
deutschen Reichstags-Gebändes, im
Alter voil 71 Jahren aus dem Leben
geschieden.
e i n 1 2 A u e e u s e
Botschafter in Washington, Graf Jo
Hann Heinrich von Bernstorff ist zu
eintägigem Besuch in Berlin einge
troffen und hat, obwohl der Reichs
kanzler v. Bethmann Hollweg und der
Staatssekretär des Aeußern v. Kider
len-Waechter verreist sind, mit den
Amtsstellen des Auswärtigen Amtes
über verschiedeile Fragen der ameri
kanischen Ulld deutschen Politik konse
rirt. Der Botschafter wird demnächst
beim Kaiser in Wilhelmshöhe em
pfangen werden. Im Oktober kehrt
Graf Bernstorff auf seinen Posten
nach Washington zurück.
e i n 1 2 A u E i n w a e
Rattenkönig von Prozessen verspricht
sich in den österreichischen, ungarischen
und deutschen Gerichten um den Nach
laß des kürzlich im Alter von erst 34
Jahren verstorbenen ungarischen Ba
rons Emil Berenzi zu entspinnen.
Der Baroll, der auch in Deutschland
ausgedehnte Güter besaß, war ein
Anhänger der Vielweiberei und setzte
seinen Glauben in die That um, so
weit dies in christlichen Ländern mög
lich war. Er hielt sich auf jeder sei
ncr Besitzungen einen förmlichen Ha
rem. Seine vielen Geliebten waren
meistens ungarische, deutsche und pol
nische Bauernmädchen und junge Zi
geunerinnen. Die Schönen schenkten
ihm insgesammt nicht weniger als
57 Kinder lind habeil nun sämmtlich
Vaterschaftsklagen anhängig gemacht
nm die Ernährung seines kleinen
Heeres von illegitimen Sprößlingen
aus seiner Hinterlassenschaft zu er
zwingen.
A a e n 1 3 A u Die Stadt
Aachen prangt in strahlendem Fest
gewcmd in ihren Mauern hat der
Katholikentag unter einer Betheili
gung begonnen, die alle früheren Ka
tholikentage bei weitem übertrifft.
Besonders bemerkenswerte ist die v,it
teniationalität der Besucher. Nicht
weniger als zwölf Erzbischöse und
zwölf Bischöfe vertreten das Episko
pat. Die Einleitung zu dem Katholi
kentag bildete ein Pontifikalamt im
Münster, an das sich am Nachmittag
ein Festzug der katholischen Arbeiter
vereine anschloß. Der Festzng nahm
einen glänzenden Verlauf. Die Zahl
der Teilnehmer betrug über 40,000.
e i n 1 3 A u a s e s e
aus einer deutschen Werft gebaute
Ozeau-Motorschiss hat soeben voll
Kiel eine glänzende Probesahrt aus
geführt. Das Schiff ist auf den Werf
ten der Aktiengesellschaft Howaldt &
Co. in Kiel im Auftrag der Hamburg
Südamerika-Linie hergestellt worden
und erhält den Namen „Montepene
do." In kurzer Zeit wird dieses Mo
torschiff in Amerika bewundert wer
den können, da es für den Verkehr
Zwischen New Z)ork und südamerikani
scheu Häfen in Dienst gestellt wird.
In Bezug auf Geschwindigkeit,
Leichtigkeit der Navigation und Ste
i k e i e a a a s n e e S i
alle Erwartungen erfüllt oder über
troffen, die nach umfangreichen Ver
suchen auf die Anwendung von Viel
tausendvferdekraft-Dieselmotoren für
Ozeanschiffe gesetzt worden sind. Bei
den vielfachen Vqfrthdlen, die das
Wegfallen der großen Kessel- und
Heizungsanlagen, sowie der Kohlen
lager auch für die Passagiere bietet,
erscheint das neue Motorschiff als
der Vorläufer einer neuen Aera des
deutschen Schiffsbaus.
e i n 1 4 A u I V e e i n s
haus des „Berliner Lehrervereins"
hat heute unter dem Vorsitz des Prä
sidenten Dr. H. H. Fick der bereits
am 1. Juli in New Jork „pro forma"
eröffnete 40 Jahreskonvent des „Na
tionalen Deutsch Amerikanischen
Lehrerbundes" begonnen. Die feier
liche Eröffnung des Konvents, auf
dem während der nächsten drei Tage
deutsche und amerikanische Jugend
bildner ihre Ideen austauschen wer
den, gestaltete sich zu einem denkwür
digen Ereigniß, denn zur Begrüßung
der Pädagogen von jenseits des
Ozeans hatten sich zahlreiche Vertre
ter verwandter deutscher Organisatio
nen eingefunden, die ihrer Freude
darüber Ausdruck gaben, daß die Ta
gung auf deutschem Boden, in der
Hauptstadt des Reiches, stattfindet.
e i n 1 4 A u i e e u s e
Gesellschaft für drahtlose Telegra
phie, welche eine Station in Sayville,
Long Island, baut, errichtet den
Funkenspruchthurm in erster Linie
dazu, um mit Schiffen ausser ameri
kanischen Seite des atlantischen
Ozeans Verbindungen herzustellen,
Jtdamt aber auch, um die Möglichkeit
und die kommerzielle Ausbeutung?
sähigkeit transatlantischer Verbin
dung mit der großen Anlage für
drahtlose Telegraphie in Nauen im
Osthavelland, Provinz Brandenburg,
zu erproben.
e i n 1 4 A u u s A u s u i s
burg wird voll einem wilden und blu
tigen Krawall gemeldet, wie er selbst
in dem Industriegebiet, in dem die
feindlichen Arbeiterelemente häufig
aufeinanderplatzen, zu den Selten
heiten gehört. Zwischen deutschen
Arbeitern auf der einen, polnischen
und kroatischen auf der «ndereuSeite,
hat sich eine richtige Schlacht abge
spielt. Zahlreiche Verwundete blie
ben auf dem Felde.
e i n 1 5 A u I n a o
te!,bürg hat der General der Jnsan
terie z. D. Wilhelm v. Blume sein
sechzigjähriges Dienstjubilänm ge
feiert. Die Feier ist in aiser Stille
begangen worden, da die Kräfte des
Jubilars den Anstrengungen einer
größeren Festlichkeit nicht mehr ge
wachsen sind.
e i n 1 5 A u u s I n o e
einer Erplosion wurden heute in den
Boschschen Eisenwerken in Dortmund
20 Arbeiter unter Trümmern begra
ben. Es gelang, elf der Verunglück.
ten_ noch lebend hervorzuziehen, der
Rest ist, aller Wahrscheinlichkeit nach,
erstickt.—Eine weitere Unglücksnach
richt kommt aus Bochum. Wie von
dort telegraphisch gemeldet wird, ent
gleiste bei Schwanenmalkt ein Stra
ßenbahnwagen mit Leidtragenden,
die von dem Begräbniß der Lothrin
ger Minenkatastrophe zurückkehrten.
Zwei Passagiere wurden auf der
Stelle getödtet und dreißig schwer
verletzt.
e i n 1 5 A u u s e e
stern gemeldete,, Sensation des Per
schwindens des Rechtsanwalts Brede
reck ist heute eine ähnliche, nur tra
gischerer Art, gefolgt. Dec Bankier
Gräbenitz, Inhaber der Privatbank
Firma Hugo Gräbenilz in der Fried
richstraße, hat, finanziell ruinirt, fei
nem Leben ein Ende gemacht. Grä
benitz hinterläßt eine halbe Million
Passiva, die durchweg in den Erspar
nissen kleiner Leute und Angehöriger
des Mittelstandes besteben.
e i n 1 5 A u u s E i n e k
würdiger und höchst llnangenehm
empfindlicher Wettersturz ist fast im
ganzen Mitteleuropa eingetreten.
Die Temperatur ist auf einen gerade
zu winterlichen Stand gesunken. Im
^chwarzwald find Schneefälle nieder
gegangen, und ähnliche Witternngs
verbältnisse herrschen in der Schweiz,
vorzugsweise im Berner Oberland.
In Zürich und Luzern sind die kälte
sten Augusttage registrirt, die über
haupt je dort beobachtet worden sind.
e i n 1 5 A u E s e s e i n
nicht unmöglich, daß des Kaisers
Beisetzung Kaiser Mutstihitos theil
zunehmen, ist der iGedanke aufge
Pacific und die Ver. Staaten die
Rückreise ausführen könnte.
Österreich-Ungarn.
W i e n 1 1 A u E i n A n s a
der, wenn er geglückt wäre, in einer
furchtbaren Katastrophe hätte enden
können, ist in Innsbruck, wie von
dort gemeldet wird, vereitelt wor
den. Dort schlichen sich fünf Unbe
kannte nächlicherweile an das Pulver
magazin heran, in der offenbaren
Absicht, es in die Luft zu sprengen.
Der Militärposten hatte die fünf Ver
dächtigen bemerkt und rief sie an.
Als sie daraufhin nicht stehen blieben,
gab der Soldat der Vorschrift gemäß
Feuer. Die Fünf jagten in wilder
Flucht davon und konnten nicht mehr
dingfest gemacht werden.
W i e n 1 3 A u A e e i n e e
achtung findet ein Artikel der..Reichs
post", der sich unter der Ueberschrift
„Politik Fürchtenicht" mit der St.
Petersburg Reise des französischen
Premierministers Poincare beschäs
tigt. Besonders bemerkenswerth
macht den Artikel'der Umstand, daß
pr Ptrmn .ftttitnaifi Sin
er einen Hinweis auf die Unsicherheit
der Weltlage und die englischen Flöt
tenbanten mit einer kräftigen Unter
streichung der unentwegten Bundes
treue Oesterreich Ungarns gegen
Deutschland einschließt. Die „Reichs
post" betont zuvörderst, daß das fran
zösisch russische Flotten-Abkommen
Oesterreich wie Deutschland vollkom
men kühl lasse. Das Berliner Ans
wärtiger Amt sei von St. Petersburg
aus auf's genaueste darüber infor-
Bismarck, Nord-Dakota, Donnerstag, den SS. Angust 1912*
Briber, Prinz Heinrich, in wenige» durch dâs V-rqebe» des ameri'kanj.
Wochen wieder einmal die Ver. Staa
ten besucht, in denen er bei seinem
ersten Aufenthalte vor nunmehr zehn
rnirt worden. Nicht das russisch-sran
Zösische
Biindniß," sagt der Artikel,
„sondern die unverhältnißmäßige
Vermehrung der englischen Flotte
könnte eventuell Deutschland zu ei
ner neuen Flottenvorlage veranlas
sen. Deutschland weiß, daß sich ein
neues Wetter zusammenzieht, läßt
sich aber nicht überraschen. Das deut
sche Reich kam, der starken Hülse
Oesterreichs immer gewiß sein. Die
ser Artikel der „Reichspost" erregt
um so größeres Aussehen, als das
Blatt, wie allgemein bekannt, dem
Erzherzog Thronfolger Franz Fer
dinaud nahe steht.
W i e n 1 4 A u u s E i n K i e
zwischen Montenegro und der Tür
kei wird hier als unvermeidlich be
trachtet. Die Verhandlungen zwi
schen der Pforte und der montenegri
llischen Regierung sollen, wie aus
Cetillje gemeldet wird,gescheitert sein,
nnd die Kämpfe an der Grenze haben
neu begonnen. In Saloniki wurde
gestern das österreichische Postamt in
die Llift gesprengt. Allem Anschein
nach waren die Verüber des Attentats
Bulgaren, welche einen Konflikt zwi
schen Oesterreich und der Türkei her
bei führen möchten.
Rußland.
S t. e e s g, 12. Aug.
Der französische Minister-Präsident
Raymond Poincare der gestern Nach
mittag ans dem Panzerkreuzer
„(sonde" Kronstadt erreichte, ist
heilte hier eingetroffen. Er fuhr auf
der russischen Admiralität Dacht
„Russia" von Kronstadt hierher und
wurde ant Landungsplatz von Mit
gliedern des Kabinetts und den höch
sten Offizieren des Heeres und der
Flotte begrüßt. Nach seinem Em
pfang begab er sich nach Peterhof,
wo er bis morgen als der' Gast des
Zaren verweilen wird.
Englaâ
o n o n 11. August. Die Or
ganisation der Suffragetten hat
heute ein Manifest erlassen, in wel
chem erklärt wird, daß die Weiber
rechtlenuneit nie und nimmer ver
sprechen würden, keine Gewaltthaten
mehr zu verüben. Die Begnadigung
der in Dublin verurteilten „Mär
tyrinnen" nuter dieser Bedingung
anzunehmen, wäre Feigheit.
o n o n, 14. Aug. Die „Roiial
Mail Steam Packet Company" bat,
wie bekannt wurde, einer Schiffs-,
werft in Belfast den Auftrag ertheilt, Vorlage abzustimmen.
sier neue, je 650 Fuß lange Passa
gierdantpser für den Panainakanal
verkehr zu bauen, um der zu erwar
tenden ernsten Konkurrenz von deut
scher Seite die Spitze bieten zu kön
nen. Herr Mayhew, ein Beamter der
Royal Mail Co.." verlieh beute in
einem Interview der Ansicht Aus
druck, es liege kein Grund vor, sich
schen Senats in Gestalt der
1
NMmer.
Passi-ji"
..„ ruhigen zu lassen. Er glaubt nicht, legen ein Packet Briese, die, wie er
vsabren eine so uberaus herzliche Auf- daß die amerikanische Regierung im I behauptete, heimlich geöffnet und wie
nannte gefunden. ia der Prinz, wie! Ernst einen Schritt tbun wird, durch der geschlossen wurden.
gemeldet, demnächst ^ch ^apan reist, welchen sie den Kanal einer nicht zu
Wissf/r* Vertreter Kaiser verachtenden Einnahmequelle berau
Wtlhelms an den Feierlichkeiten der Ben würde.
Frankreich.
a i s 1 1 A u u s e a i s e
..Temps" stimmt in den Cbor der
Proteststimmen, welche die vom Se
nat in Washington beschlossene Be
freiung amerikanischer Schiffe von
den Panama-Kanalzöllen, in der bri
tischen Presse wachgerufen, ein und
droht mit einem Zollkrieg sämmt
licher Mächte gegen die Vereinigten
Staaten, wenn nicht Präsident Tast
den Beschluß vetiren sollte, „welcher
die Interessen der getarnten übrigen
Welt benachteiligen nnd die feier
lichen Versicherungen des Washing
toner Kabinetts, daß der Panama
kanal zum Wohle der gesammten
Menschheit gebaut werde, Lügen stra
fett würde."
Türkei.
K o n s a n i n o e 1 1 A u
Die Schwierigkeiten mit Montenegro
und Bulgarien scheinen nunmehr ei
ner glatten Lösung entgegenzugehen,
wahrfcheinlich auf Grund des Rathes
zum Frieden, den Rußland, Großbri
tannien und andere Mächte, in dem
Bestreben, einen Balkan Konflikt
zu vermeiden, der Pforte ertheilt Ha
ben. Die Bestätigung der Meldung
daß sowohl die türkischen wie auch die
montenegrinischen Truppen sich von
der Grenze zurückgezogen haben, ist
erfolgt, und die Regierung erwartet
von der gemischten Kommission eine
rung der Panamakanal-Bill beun-1 Robert worden, und zeigte seinen Kol-
S a is u v 1 5 A u Einer
tärischen Fluggeschwindigkeit? Ver«,
Darlegung in Sachen der Grenzstrei
tigkeiten.
K o n s a n i n o e 12. Aug.
Die Unterbindung der telegraphi
schen Verbindung macht es sehr
schwierig, genaue Einzelheiten über
das verheerende Erdbeben zu erhal
ten, das auf beiden Seiten der Dar
danellen aufgetreten ist. Auch zis
sermäßige genaue Angaben über die
Opfer lassen sich bis jetzt noch nicht
ausstellen: nach einigen Schätzungen
beträgt die Zahl der Todten 1000
die der Verletzten 5000 bis 6000. In
der ^vollständig zerstörten Ortschaft
Shar-Koy sind sechzig Einwohner
getödtet und 150 verwundet wor
den. Shar-Koy liegt am Marmara
Meer, 27 Meilen von Gallipoli, das
ebenfalls in Trümmer gelegt ist.
K o n st a n i t[ o e I, 15. Aug.
Ein soeben von dem Schauplatz des
Erdbebens zurückgekehrter Arzt be
richtet die ersten Einzelheiten über
die fürchterliche Katastrophe. Seiner
Angabe nach kamen in Myriophystes.
Ehora und Jraklitza allein mil,de
stens 3000 Personen um. Tausende
der Ueberlebenden sind obdachlos,
außerdem herrscht Mangel an Nah
rungsmitteln.
Bulgarien.
S o i a 1 5 A u u s i
schwarzeil Fahnen zum Zeichen der
Trauer und unter dem Geläut der
Kircheilglocken bewegte sich beute ein
riesiger Zug durch die Straßen, in
denen die Geschäfte geschlossen hat
ten, nach dem Katbedralplatz, wo
eine Massenversammlung zum Pro
test gegen das Massakre von Kot
ichatm abgehalten wurde, in dem am
2. August über 140 Bulgaren er
schlagen worden sind. Die Redner
verdammten die von den Musel
männern in Kotschana verübtenGrau
samkeiten und erklärten die Lage der
Bulgaren in Mazedonien und im
Vilajet Adrianopel, mir dem Boden
der europäischen Türkei für uner
träglich.
Inland.
Senator La Fiill •'ttr erhebt schwer?
Beschuldigung.
W a s i n o n 1 2 A i u u s
Nach fünfstündiger Berathung des
Postbudgets beschloß der Senat, n:oIn­
Schlug feine Frau und blitzte sein
Leben ein.
o a n O e
Weil er seiner Frau
It
avolis beute nicht mehr am Leben
suchen auf der Ebene von Salisbury '1 -r Sn 5C'7'! ,1'! dos vo" 191! um na^zn 2.000 000
um sein Leben gekommen,
!000 iibtrk'w. 6« H? S-wtz-mtz.
-m.ftnârt.7 Witt Pâân.wm ÄT.
der von diesem dem Schatzsekretär
wahrhaft russischer Weise dnnch-
12. Aug.
Pino ^icr
»is
gen Nachmittag um 4 Uhr über die chen, sie auch im Cberbmtfe des Kon
-Vie vi­
knssion bürde außerordentlich leb
haft, als Senator La Follette am
Spätnachmittage dieBebauptung auf
stellte, daß feine Briefe von Post
beamten geöffnet worden feien, um
einer Untersuchung aus die Spur zu
kommen, die er über die int Postde
partement herrschenden Zustände an- i~ ».
gestellt habe ^er Senator von
to,.
'lC.Tf
AbonnementS-Pre»^
$.150 das Jahr in den Ber. Staaten
Nach dem Auslande
12.00 das Jahr nach Canada
$2.00 (M. 8) nach Teutschland
$2.00 (Rbl. 4) nach Rußland
(Rur
gegen Vorausbezahlung)
hat
a
,rr 'zt,um
NN»« war aus der Stel-samten
Wollebill über des Präsidenten Beto
passirt.
W a s i n o n 1 3 A u o z
energischer Proteste von der revnbli
kanischen Seite des Repräsentanten
banses erklärte heute Sprecher Elark
die Wolle-Bill mit 174 gegen .80
Stimmen über das Veto des Präsi
denten Taft für angenommen. 264
Mitglieder des Repräsentantenhauses
waren zugegen. Zehn von ihnen
enthielten sich der Abstimmung, als
ihre Namen aufgerufen wurden, in
dem sie „hier" antworteten. Be
kanntlich ist zur Annahme einer Vor
läge gegen das Veto des Präsidenten
eine zwei Drittel Mehrheit erforder
lich. Die Republikaner behaupteten,
daß awei Drittel aller anwesenden
Repräsentanten für die Bill stimmen
müßten und daß mr Annahme 176
Stimmen erforderlich seien. Sprecher
Clark entschied jedoch, daß die zehn
Abgeordneten, die sich der Abstim
mung enthielten, nickt in Betracht
kämen und daß nur eine zwei Drittel
Mehrheit der stimmenden Repräsen
tanten erforderlich fei.
Beteranen werden endlich abgelöhnt.
W a s i n o n 1 5 A u u s
In' der nächsten Woche werden tau
fende von Veteranen, die seit dem 1.
Juli, dem Beginn des gegenwärti
gen Fiskaljahres, keine Pension er-
No. 4
halten haben und theilweise ant Him
gertuche nagen mußten, ihre E becks
erhalten. Der Senat und das Reprä
sentantenhaus einigten sich heute auf
die Pensionsvorlage, die seit Februar
wie ein Fangball zwischen den beiden
Häusern umhergeworfen wurde.
$1
(0,000,000 wurden verwilligt.Der
Präsident wird die Bill wahrschein
lich morgen unterzeichnen und am
Samstag wird das Pensionsbureau
die Ebecks zur Post geben. Tausende
von Checks sind bereits geschrieben
worden und liegen in den achtzehn
Pensionsagenturen, um zur Post ge
geben zu werden, sobald der Präsident
die Vorlage durch seine Unterschrift
zum Gesetz erhebt.
Stahlbill über des Präsidenten Veto
paffirt.
W a s i n o n 1 4 A u u s
Innerhalb von zwei Stunden, nach
dem sie vom Weißen Hause zurückge
sandt wordeil war, passirte heute das
Repräsentantenhaus die vetirte Ei
sen- und Stahltarifbill über das
Veto des Präsidenten. Gestern wurde
die Wollebill über das Veto des höch
sten Exekutivbeamten angenommen.
Die Eisen- und Stahlbill erhielt
173 Stimmen, nur zwei Stimmen
mehr, als die zwei Drittel Majorität
erforderte. Die Freunde des Präsi
denten brachten 83 Stimmen zusam
men. Ter Senat passirte um dieselbe
Seit die Bauinwolletaris Bill, die
ihm vor einer Woche vom Hanse zu
gegangen war. Senator La Follette's
Substitut, in dent die Ansichten der
Tarifbehörde niedergelegt waren,
wurde mit 46 gegen 16 Stimmen
niedergestimmt uud La Follctte und
acht andere progressive Republikaner
machten darauf mit den Demokraten
gemeinschaftliche Sache und verhalfen
der demokratischen Banmwollebill
mit 36 gegen 10 Stimmen tnr An
nahme. Ein Amendement, das das
canadische Reziprozitätsgesetz mit
Ausnahme des Varagravhen von der
Holzbrei- und Paviereinfnhr wider
ruft wurde der Bill angefügt. Die
über das Veto des Präsidenten passir
te Stablbill wurde sofort vom Hause
dem Senat-Zugesandt und liegt "heute
Abend technisch mit der Wollebill ,v.t
tarnen auf dem Tische des Senats
vräsidenten. Senator Siutmons
wird an, Freitag beide Bills cmfru»
feit lassen und die Demokraten im
Senat werden dann den Vernich ma-
gresses über das Veto des Pränden
ten zu vas'iren. Die demokratischen
Führer sicibeit fedoch wenia .^orrmtitg,
die nöthige zwei Drittel Majorität zu
erlangen.
Gewaltig? Zunahme des Pq«rrtten-
Verkaufs in den Ver. Staate».
21 a 1
.!t
0
1o-
'lug. Nach
MacVeagb unterbreitet wurde, ist tu
den Ver. Staaten im Fiskaljahr
1912 mebr Whiskey und Rrm vro
duzirt lind fiild mehr Zigaretten ge=
raudit weihen als jemals ncrbèr.
Nur int valve 190" luvrde r-ebr
Whiskey koriumirt. Der ^en"v von
"ber um einen rcefcntlfet
Vro^entfat? abo?i:ommen. D-^s
tst«cretteit
rrt.
von
1H1*
arcvfs (J^mp'en ver­
seht und sie vermögen fi* die enc^
me Zunahme njchl 'v erklären.
den Lcwerbän'e-n des Landes befin
den sich 363.796,070 Gallone
Whiskey nnd Rvm. tre^r als jemals
vorher. Von diesen beiden berau
schenden Ge+rM'*",n "i^r^en im ^tnhr
1912 188.000,000 Gallonen vrodn
*irt, um 13,000.000 Gallonen mebr
als im ^ahre 1911. Der Konsum
von Whiskey und Rnm im Jahre
1912 betrug 133,377,458 Gallonen,
welche Zahl der vom Jahre 1907,
134,031,000 Gallonen, am nädnten
kommt. Der Konsum von Bier im
Jahre 1912 belief sich auf 62,108,-*
733 Barrels, eine Abnahme von mehr
als 1,108,000 Barrels im Vergleich
zum Jahre 1911.
Präsident Taft über Republikanis'
mns.
W a s i n o n 1 6 A u
sident Taft Hielt heute seine erste po
litische Rede, seit er offiziell von sei
ner Wiedernomination benachrichtigt
wurde. Er sprach im östlichen Saal
des Weißett Hauses vor den Mitglie
dern der Maryland Republican Edi
torial Association und erklärte, daß
diejenigen Mitglieder des Wahlkol
legiums, die ihre Namen auf die re
publikanischen Stimmzettel setzen lie
ßen und dabei beabsichtigen, für den.
Kandidaten einer anderen Partei zu'
(Schluß auf Seite 8)

621,034 Ziacretten in 19!2.

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