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Der Staats=Anzeiger. (Rugby, N.D.) 1906-current, August 29, 1912, Image 1

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7. Jahrgang
Wochen-Rundschau
Ausland.
Deutschland.
e i n 18. Aug. Der Stratz
ltrger Bischof und päpstliche Thron
Assistent Dr. Fritzen beging die Feier
seines goldenen Priesterjubiläums.
Dem Jubilar wurden seitens der
kirchlichen und anderer Behörden Eh
rungen und Glückwünsche in reichem
Maße zutheil. Es wurde eine „Bi
schos Adolf-Stiftung" errichtet, deren
'Erträgnisse, aus Sammlungen in
der ganzen Diözese, für das Werk der
Seminarien bestimmt sind. Namens
des Kaisers überreichte Staats
Sekretär Frhr. Zorn von Bulach
dem Bischof den Stern zum Kronen
orden zweiter Klasse mit der Zahl
„50".
e i n 1 8 A u W i e e u
erregt eine Spionage Affaire im
ganzen Teutschen Reiche das größte
Aufsehen. Diesmal ist es Breslau,
wohin sich alle Blicke mit Spannung
richten. Dort ist der Polizei ein gu
ter Fang gelungen. In der Werder
straße, an der die Kaserne eines der
der beiden in Breslau garnisonirten
Infanterie-Regimenter, das Haupt
fteueramt und andere behördliche
Bauten liegen, im Herzen der Stadt,
ist ein seit längerer Zeit beobachtetes
Spionage-Nest ausgehoben worden.
Daß die Ueberrumpelung gelang,
ist nicht zum wenigsten der verschwie
genen Vorsicht der Polizei zu sanken.
'Auch jetzt noch, nachdem der Fang ge
lungen, verlautet nichts über die Per
son der Verhafteten noch über den
ilmfang oder die Bedeutung des be
^schlagnahmten Materials. Die Poli
,5ei verhält sich vorläufig noch völlig
,5!uiefnöpft und verweigert die Be
kanntgabe irgend welcher Einzelhei
tcit.
e i n 1 8 A u a n k a n n
fid) hier immer noch nicht über die
IKeioIution des Senators Lodge im
amerikanischen Bundessenat bertchi
VU'it, welche die Monroe-Doktrin -aus
ausländische Handels- und Verkehrs
(vviellschafteit ausdehnt, deren Fest
iernmg auf dein Boden des amerika
rmcheit Kontinents als Kulisse für ir
^eiidwelche Absichten der betreffenden
Regierungen gedeutet oder auch nur
tienrgtuöhnt werden könnte. Ganz
grimmig ist die „Tägliche Rund
idiau". Das Blatt polemisirt gegen
die Resolution mit der Behauptung,
sie sei direkt gegen Deutschland ge
.richtet, und macht mit der Warnung
scharf, unter keinen Umständen dürfe
sich ein Zustand herausbilden, welcher
den Ver. Staaten gestatte, deutsche
Interessen ungestraft zu beeinträchti
gen. Den Beweis für die Behaup
tuitg, daß sich dieLodge'scheResolution
gerade gegen Deutschland richte,
bleibt das rabiat alldeutsche Blatt al
lerdings schuldig.
e i n, 19. Aug. Das bereits
vor einigen Wochen aufgetauchte Ge
rücht, daß der Kronprinz im Herbst
nicht nach Königsberg versetzt wer
den,
sondern als Oberst eines der
Garde Infanterie-Regimenter nach
Potsdam zurückkehren soll, wird nun
offiziös bestätigt. In Verbindung
damit erfolgt auch die Bestätigung
der wiederholt dementirten Alarm
Meldungen
über den schlechten Ge
sundheitszustand der
Kaiserin.
Die
Rückkehr des Thronfolgers wird da
durch nothwendig gemacht, daß seine
Gemahlin im kommenden Winter die
kranke Kaiserin ständig bei den Hof
festen vertreten und alle Repräsenta
ions Pflichten übernehmen muß.
Zu direkter Besorgniß giebt der Zu
tand der Kaiserin zwar nicht An
aß, aber es wird nicht länger in Ab
ede gestellt, daß sie krank ist und die
lerzte ihr die großmöglichste Schö
ning anbefohlen haben.
e i n 1 9 A u u s U e e a s
esultat der Reise der amerikanischen
ugendbildner äußerte sich Dr. Fick
n einem Interview, das er einem
ertreter einer hiesigen Zeitung ge
ährte, enthusiastisch. „Wir haben
iel gelernt und sind mehr als je da
on überzeugt, daß das deutsche
chulwesen mit seiner Gründlichkeit,
einen fortschrittlichen Methoden und
einer Disziplin nicht nur den Ver
inigten Staaten, sondern der ganzen
elt zum Vorbild dienen sollte",
agte der Präsident. „Wir haben
en Eindruck gewonnen, daß der Un
rricht in den deutschen Schulen ein
iel weiteres Feld deckt, als in den
mexikanischen, und daß die Schüler
ründlichere Kenntnisse besitzen, als
re Altersgenossen jenseits des
eans. Da giebt es keine Ober
ächlichkeit. Auch in der Fürsorge
'r die Lehrer sollten sich die Ver.
taaten Deutschland zum Muster
hmen. Wir werden iy Tm.er.ika dm
Lehrerstand erst dann auf die Höbe
des deutschen zu heben vermögen,
wenn ein allgemeine* Pensionsgesetz
eingeführt wird." Die amerikani
schen Pädagogen werden am Don
nerstag von Bremen aus die Rückrei
se nach der Hei math antreten.
e i n/ 21. Aug. Dem von der
deutschen Regierung angenommenen
Vorschlag des österreichisch-ungari
scheu Ministers des Aenßern Grafen
Berchtold in Bezug auf die türkische
Frage steht Kaiser Wilhelm auch per
sönlich mit seiner vollsten Sympathie
gegenüber. Der Monarch hat auf
Wilhelmshöhe eine eingehende Un
terredung mit dem deutschen Staats
sekretär des Aenßern v. Kiderlen
Waechter und dem ebenfalls nach
Wilhelmshöhe gekommenen österrei
chischeu Botschafter in Berlin, Grafen
Szögyeny Marich, gehabt und seine
rückhaltslose Zustimmung knndgege
ben.—Der Kaiser hat auch das
Sonntag stattgehabte traditionelle
Geburtstagsdiner zu Ehren Kaiser
Franz Josephs dazu benutzt, der deut
sehen Bundestreue Oesterreich gegen
über besonderen Ausdruck zu geben.
Der Kaiser sprach den Toast auf
das Geburtstagskind und trank auf
das Wohl des „treueften Freundes,
des festesten Verbündeten und Waf
fenbruders, des Vorbilds von ver
körpertem Pflichtgefühl in unermüd
licher Arbeit für Volk und Land."
e i n 2 2 A u I n K u n
Westpreußen, ist die von Friedrich
dem Großen erbaute Kaserne der
Reitenden Jäger (PommetscheS Iä
gerbataillon No 2) niedergebrannt.
Das Feuer, dessen Ursache noch nicht
festgestellt ist, hat einen bedeutenden
Schaden angerichtet. Außer den
Baulichkeiten sind große Posten von
Uniformen und Monturstütfen sowie
Munition vernichtet. Das Vor
handensein der Munitionslager mach
te die Löscharbeiten besonders schwie
rig und gefahrvoll.
e i n 2 2 A u N a a n e n
Verhandlungen haben sich die bayeri
sche und die preußische Regierung
über das hochwichtig? Projekt der An
läge eines umsangreichenMainhasens
geeinigt, der für die deutsche Binnen
schisfahrt schon längst als dringendes
Bedürfniß erkannt worden ist. Der
Hafen wird in Aschaffenbnrg ange
legt. Auf seinen Bau werden viele
Millionen verwendet. Die Kosten
werden theils von Bayern, theils von
Preußen getragen. Die Pläne sind
auf Grund der besten Erfahrungen
der Neuzeit entworfen. Die Aus
führung soll mit möglichster Ge
schwilidigkeit sofort in Angriff ge
nommen werden.
e i n, 28. August. Nach vier
tägiger Dauer ist in Gotha das Deut
sche Aeroplan Turnier zu Ende ge
gangen, das eine Menge Vorführun
gen interessantester Art gebracht hat.
Besonders fesselnde Uebungen waren
von Aeroplanen in Gemeindschaft
mit Luftschiffen vom Zeppelin Typ
vorgenommen worden. Die Flug
zeuge manöörirten mit und gegen
Luftschiffe, und das Ergebniß war
der Beweis, daß die Flugzeuge in
vieler Hinsicht bei der Verwendung
im Heeresdienst den Zeppelinen ganz
wesentlich überlegen sind. Wenn die
Lehren des Scheinkampfes auf den
Ernstfall angewendet werden, so er
giebt sich, daß die Luftschiffe durch
die weit behenderen und schwerer an
greifbaren Aeroplane zerstört râordcti
wären. Bei den Hebungen betheilig»
ten sich Aeroplane der verschiedensten
deutschen Konstruktionen, geführt von
den besten Fliegern Deutschlands.
e i n 2 3 A u u s a i o
tische Worte hat in der Kammer der
Abgeordneten zu München der be
kannte sozialdemokratische Führer
Georg Heinrich von Vollmar, welcher
seit Jahrzehnten Mitglied des deut
schen Reichstags und des bayerischen
Landtags ist, gesprochen. Die Wor
te fielen gelegentlich der Debatte über
den Militär-Etat. Der Kriegsmini
ster, General d. Kav.Freiherr Kreß
von Kressenstein, hatte sich zunächst
mit Entschiedenheit gegen jede Kür
zung der Dienstzeit geäußert, wie sie
namentlich von sozialdemokratischer
Seite dringend befürwortet wird,
darnach ergriff der Abgeordnete v.
Volkmar das Wort. Nachdem er
sich über den Gegenstand der Tages
ordnung ergangen, holte er weiter
aus. Er berührte insonderheit die
Rolle, welche die Sozialdemokraten
bei dem eventuellen Ausbruch von
Feindseligkeiten mit einer fremden
Macht spielen würden. Im Wesent
lichen sagte der Redner: die Sozial
demokraten würden Alles daran se
hen, um den Frieden zu erhalten.
Wenn das aber nicht gelänge, so wür
den sie Alles hinter des Vaterlandes
.Noth zurücktreten lassen. Mit Nach
Hrück Betonte Redner, die
demokraten würden nicht die schlechte
steit Vertheidiger des Vaterlandes
sein.
Oesterreich-Ungarn.
W i e n 1 8 A u a s ö z
liche Heraustreten Oesterreich-Un
garns aus der bisher strikt bewahr
ten Reserve der sich wieder einmal
recht bedrohlich gestaltenden Balkan
srage gegenüber hat hier großes
Aussehen erregt. Man fragt sich, ob
solch Hervortreten der Doppelmon
archie, die gewissermaßen die Füh
rung übernommen hat, eine Aende
rung der bisherigen Politik anbah
nen solle. Auf diese Frage, welche
einen leisen Unterton der Befürch
tung angenommen, ist bereits die
amtliche Antwort ergangen. Die
Anregung an die Mächte bedeute
feine Rückkehr zur Interventions
Politik. Die Absicht, welche Oester
reich-Ungarn mit feiner Anregung
eines Meinungsaustausches unter
den Mächten betreffs der türkischen
Frage befolge, gehe lediglich dahin,
durch wohlwollende Rathschläge nach
allen Seiten hin die heute
W i e n 2 0 A u i e e i e u n
gen von Italien und Nußland haben
dem Vorschlag des österreichisch-unga
rischen Ministers des Aeußern, Gra
fen Berchtold, zugestimmt, einen
Meinungsaustausch zwischen den
Mächten über die türkische Frage be
hufs Förderung des Friedens im In
terefse der Balkanstaaten und des
osmanischen Reiches selber in Gang
zu bringju Nachdem als erste die
deutsche rieichsregieruac., den Vor
schlag angenommen und ihm ihre
diplomatische Unterstützung zuge
sichert hat, wird hier offiziös die
Hoffnung ausgedrückt, die Anre
gung werde überall bei den Mächten
freundliche Aufnahme finden.
W i e n 2 2 A u u s W e i i s o
Dr. Pflüger, der am Geburtstag Kai
ser Franz Josephs auf dem Wege zur
Stefans Kirche von dem aitgeb
scheinlich geistig gestörten Kranken
Pfleger Prinz durch einen Messerstich
schwer verletzt wurde, sieht seiner Ge
nesung entgegen. Der Attentäter
hatte den Stoß mit solcher Wucht ge
führt, daß die Klinge abbrach und,
wie arst bei genauerer Untersuchung
der Wunde festgestellt wurde, ein
großes Stück des Stahls in derSchnl
tergegend stecken geblieben war. Die
ses Stück Klinge ist nunmehr entfernt
worden. Nach Ansicht der Aerzte be
findet sich Weihbischof Dr. Pflüger
außer Gefahr.
a i e n 6 o b, Böhmen, 23.
August.. Mehrere englische Suff
ragetten begaben sich heute nach dem
Hotel, in welchem der britische
Schatzkanzler David Lloyd logirt,
und strichen seinen Namen aus dem
Fremdenbuch. Später warteten die
Suffragetten auf ihn in der Straße
und schrieen: „Votes for Women".
Italien.
o 2 3 Aug. In den hiesigen
offiziösen und diplomatischen Kreisen
herrscht die Ueberzeugung, daß der
Krieg zwischen Italien und der Tür
kei so gut wie zu Ende ist und die
Unterzeichnung des Friedensvertra
ges im Oktober, oder spätestens im
November erfolgen wird.
Türkei.
K o n st a n i n o e I, 23. Aug.
Mehrere türkische Emissäre sind nach
Paris abgereist, um dort mit Abge
sandten der italienischen Regierung
eine Basis für die bevorstehenden
Friedensunterhandlungen zu verein
baren.
o n o n 2 0 A u e n e a
William Booth, der Oberstkomman
dirende und Gründer der Heils
armee, ist hier heute Abend um
10.20 Uhr gestorben.
o n ö n 2 2 A u e i n i
ster des Auswärtigen Sir Edward
Grey wurde heute in Embleton,
Northumberland, wieder von einem
Haufen kriegerischer Suffragetten
überfallen. Der Minister versuchte
zuerst, die Fragen, die ihm die Ama
zonen zuschrien, zu beantworten,
mußte aber schließlich in sein Auto
mobil springen und schleunig davon
fahren, um thätlichen Mißhandlun
gen zu entgehen. -v
S a n a i 2 3 A u
neue Rebellion, die den Präsidenten
Man Shi Kai stürzen mag, hat be
gonnen. Depeschen von Hankow be
stätigen, daß in Wuchang blutige
Kämpfe toben.. Ucher die Ursachen
Bismarck, Nord'Dalota, Donnerstag, den 89. Angttst 1912»
Vorhände-
neu günstigen Dispositionen auf tür
kischer Seite zum Wohl der Balkan
Volker
und der Türkei selbst auszu
nützen.
des Aufstände? ist noch nichts Nähe
res bekannt, aber es wird angenom
men, daß er feinen Grund in der
kürzlich auf Befehl des Präsidenten
erfolgten Erschießung der Generäle
Cheng Tsen Chu und Feng Weitiat.
Wachaug ist die Residenz des yuan
Shi Kai feindlich gegenüberstehenden
Vize Präsidenten L. Juan Hung,
und dieser mag sich an die Spitze der
Rebellion gestellt haben.
Inland.
Einigung über Flottenprogramm.
W a s i n o n 1 9 A u E i n
Schlachtschiff, das ohne Panzerung
und Arnttrung $7,425,000 und
dienstfertig nicht über $15,000,000
kosten soll, acht Unterseeboote zum
Kostenpunkte von $4,480,000 und
eine Flottille von Torpedobooten,
Kohlendampfern und Maschineuschif
sen konstitniren das Flottenbaupro
gramnt, das heute vom Senat gutge
heißen wurde und aller Wahrschein
lichkeit auch im Hause ohne Verände
rungen angenommen werden wird.
Das gemeinschaftliche Konferenz
somite für den Flottenetat begab sich
heute Morgen in Sitzung und kam tu
wenigen Minuten zu einer Einigung
über die Frage, wieviele Schlacht
schiffe und Unterseeboote gebaut wer
den sollten. Der Senat gab seine
Forderung zweier Schlachtschiffe auf
und fügte sich den Wünschen der Ma
jorität des Repräsentantenhauses.
Das Unterhaus fügte sich dafür in
der Zahl der Unterseeboote dem Se
ttat. Der Senat hatte acht Sub
marinboote verlangt und das Haus
hatte bis heute nur vier bewilligen
wollen. Der Konferenzbericht wurde
im Senat ohne Opposition angenom
men. Senator Thornton erklärte je
doch, daß der Senat nicht hätte nachge
ben und auf feiner Forderung zweier
Dreadnoughts bestehen sollen. Im
Hause wurde über den Kottferenzbe
richt noch nicht abgestimmt.
Tanzen verboten.
a y e e i y a 1 9 A u
Wie eine Historie aus den Zeiten der
Inquisition miithet die aus Allen
township aus dem gegenüberliegen
den Ufer des Monongahela Flusses
hierher gelangte Mittheilung ait, daß
die dortige Schulbehörde den Lehre
rinnen der öffentlichen Schulen, ehe
sie ihre Austellnngs Diplome erhal
ten, die schriftliche Verflichtung ab
nimmt, sich während ihrer Amtszeit
des Tanzens zu enthalten. Unter dent
Zwange, ihr tägliches Brod verdienen
zu müssen, haben einige der aus diese
schier unglaubliche Weise eingeschüch
terten Applikantinnen den tyranni
schen Revers unterschrieben, während
andere sich geweigert haben, ihre per
sönliche Freiheit der Unduldsamkeit
und Muckerei der Schulbehörde ztt
opfern. Eine dieser Letzteren ist Frl.
Phyllis Nicholas, eine junge deutsche
bewährte Lehrerin, die schon früher in
den öffentlichen Schulen des Town
ships unterrichtet hat. Ihr Protest
wurde von der Schulbehörde abgewie
sen. In um so ungünstigerem Lichte
muß diese Abweisung erscheinen, als
Frl. Nicholas eine verwittwete Mutter
zu ernähren hat.
Wieder ein neues Glied.
W a e v i e, Me., 19. Aug.
Dem Sekretär des Detitschamerikani
scheu National-Btutdes, Herrn Adolvh
Timm, welcher, wie berichtet, die
Deutschen im Staate Maine schon seit
zwei Wochen organisirt und am vor
letzten Sonntag die Gründung eines
Staatsverbandes in Lewiston zu
Staude brachte, den Buudespräsi
deut Dr. Hexamer aus der Taufe
heben half, ist ein neuer Erfolg sei
ner unermüdlichen Agitationsarbeit
beschieden gewesen. In einer in
Waterville abgehaltenen Versamm
lung wurden die Deutschen der
Städte Waterville, Augusta und
Gardiner zur Gründung eines Ken
nebec County Verbandes veranlaßt.
Die folgenden Beamten wurden ge
wählt: Ehrenpräsident, Herr Chri
stian Knauff, ehemals Bürgermeister
von Waterville u. zur Zeit Präsident
der dortigen Savings Bank: Präsi
dent, August Knauff: Vizepräsident,
Norbert Krntzky Sekretär, Professor
Anton Marquardt, Colby College
Schatzmeister, August Otten. Sämmt
liche Beamte wohnen in Waterville.
Herr Timm begiebt sich von hier nach
Rockland, Me., dann nach der ur
sprünglich deutschen Ansiedlting Wal
doboro. Me., und darauf nach Dover,
New Hampshire, wo er ebenfalls im
Interesse des National-Btutdes agi
tatorisch thätig sein wird.
Sieben Mordanklagen erhobè».
N e w N o 2 0 A u Nach
dem sie «gm Schepps Aussagen ge­
hört hatte, erhob heute die Grand
Jury, welche die Ermordung des
Spielers Herman Rosenthal unter
sucht, sieben Anklagen wegen Mor
des im ersten Grade gegen Polizei
leutnant Charles Becker,' Jack Sul
livan, einen Freund Beckers, William
Shapiro, den Chauffeur des grauen
Automobils, das die Mörder benutz
ten, und „Lefty Louie", „Whitey Le
wis", „Dago Frank" und „Gyp the
Blood". Die vier letztgenannten
Mitglieder einer berüchtigeu New
Aorker Bande sollen den Mord that
sächlich begangen haben, indem sie
Rosenthal vor dem Metropole Cafe
in nächster Nähe des Broadway nie
derknallten. Die sämmtlichen Ange
klagten, mit Ausnahme, von „Lefty
Lome" und „Gyp the Blood", be
finden sich in Haft. Die Grand Jury
weigerte sich, Anklagen gegen Sam
Schepps, Jack Rose, „Bridgie" Web
ber, Harry Ballon und Louis Libby,
die sämmtliche als wichtige Zeugen
festgehalten werden, zu erheben.
Verluste von $540,000 an Löhnen
durch den Streik der Weber.
N e w e o 2 1 A u e
Streik von Webern, der die Schlie
ßung von 12 Baumwollspinnereien
und die Arbeitslosigkeit von 13,000
Mann zur Folge gehabt hat, ist in
feine sechste Woche eingetreten und es
sind noch immer keine Aussichten auf
seine Beilegung. Er hat sich durch
die Opposition der Weber gegen das
graduirte Bezahluugssiistem entspon
nen. Bis setzt haben die Arbeiter an
Löhnen $540,000 verloren, und die
Unionen durch die Auszahlung von
Unterstützungen an die Streifer $37,=
000 hierzu kommen Ausgaben für
die Unionen von je $7500 per Woche.
Die Lage für viele Streiferfamilien
wird täglich drückender.
Erster Konvent des jüngsten. Zweiges
des D. A. N. B. in Seattle.
S e a e W a s 2 1 A u a
monisch und vielversprechend ist die
gestrige erste Tagung des jüngsten
Zweiges des Deutsch-Amerikanischen
Nationalbundes, des Deutsch Arne
rifrtitifchen
Staatsverbandes von
Washington,
Herlaufen.
Sie fand in
der Turnhalle statt und wurde von
dem Präsidenten Dr. L. Klemptner
eröffnet. Anwesend waren 27 De
legaten, welche 81 im Staate Wash
ington gegründete Lokalvereine ver
traten. Der Entwurf der Satzungen
wurde mit geringen Aenderungen an
genommen. Die Delegaten von Spo
kane stellten den Antrag, daß keine
Einzelmitglieder, sondern nur Kör
perschaften in den Staatsverbaud
aufgenommen werden sollten. Der
Antrag wurde abgelehnt. Um den
nächsten Konvent bewarben sich Svo
kane und Taconta. Den Sieg trug
Spokane davon.
Oeltrust steuerte $100,000 zu Roose
velt's Kampagne bei.
W a s i n o n 2 1 A u I n
einer sorgfältig ausgearbeiteten Rede
erwiderte Senator Boies Penrose von
Pennsylvanien heute auf die Beschul
digtmgen, die im Zusammenhange
mit einem Depositenzertifikat über
$25,000, das John D. Archbold von
der Standard Oil Co. ihm int Jahre
1904 zusandte, erhoben worden sind.
Senator Penrose gab zu, daß er die
Summe von Archbold empfing, er
klärte aber, die $25,000 seien ein
Theil einer Koittribntioit von $125,=
000 gewesen, die Archbold für die re
publikanische Nationalkampagne bei
gesteuert habe. $100,000 von dem
Betrage seien an das republikanische
Nationalkomite und $25,000 an ihn
zum Gebrauche in Pennsylvanien ge
sandt worden. „Präsident Roosevelt
wußte von der Kontribution," sagte
Senator Penrose. Später habe Cor
nelius N. Büß, weiland Schatzmeister
des republikanischen Nationalkomites,
eilte weitere Kontribution von $150,
000 von Archbold und seilten Genossen
in der Standard Oil Co. verlangt.
„Die Forderung war dringend und
wurde in gebieterischerWeise gestellt,"
sagte Penrose. „Es wurde damals so
dargestellt, als ob sie direkt von Prä
sident Roosevelt komme."
Amerikaner in Nicaragua ermordet.
W a s i n o n 2 2 A u e i
dem Ueberfall nicaraguanischer
Truppen in Leon am 19. August sol
len zwei Amerikaner von den Rebel
ten kaltblütig hingemordet worden
sein. Die Namen der Gemordeten
sind Harry Dodd von Kosciuseo,
Miss., und ein Mann Namens Phil
lips, dessen Herkunft vorläufig un
bekannt ist. Die beiden Amerikaner
waren verwundet worden und suchten
in einem Hospital Unterkunft. Un
terwegs wurden sie von Rebellen an
gehalten und todtgeschossen. Dodd
und Phillips hatten auf Seiten der
Abonnements-Preise:
Historie ,] S'oc/cty ®er* Staaten
Wach dem »«».
$2.00 das Jahr nach Canada
$2.00 (M. 8) nach Teutschland
$2.00 (Rbl. 4) nach Rußland
(Rur gegen Vorausbezahlung)
No. 5
Regierungstruppen gekämpft. Die
Ermordung der beiden Amerikaner
ruft die Hinrichtung der Amerikaner
Cannon und Croce durch Präsident
Zelaya int Jahre 1909 in's Gedächt
niß zurück. Die Folge war, daß
Zelaya aus dem Lande vertrieben
wurde und nach Europa flüchten
mußte.
Will die Augen, eines Hingerichtete«
aus sich überpflanzen lassen.
e n v e o 23 Aug. Wil
liam J. Abrams, ein Blinder, hat
die Behörden ersucht, seine Sehkraft
durch die Einsetzung der Augen des
Lemis L. Wechter, der nächste Woche
im Zuchthause von Canyon City die
Todesstrafe erleiden wird, wieder
herzustellen. Ob das seltsame Ge
such abschlägig beschieden werden
wird oder nicht, steht noch dahin.
Falls es durchgeht, werden Aerzte
Wechter's Augen durch operativen
Eingriff entfernen, wenn er offiziell
für todt erklärt worden ist, und die
Hornhaut Abrams in einem nahen
Hospital in die Augenhöhlen einfügen.
Eigener Revolver verwundet Bandi
ten.
o e k a, Kans., 23. Aug. Der
Bandit, der durch eine Kugel aus
seinem eigenen Revolver schwer ver
wundet wurde, nachdem er den Post«
waggon des Union Pacific Zuges No.
101 ausgeraubt hatte, erzählte heute
Morgen in einem hiesigen Hospital
von seinem Abenteuer. Ein verwe
generer Zugraub ist in der Geschichte
der Union Pacific Bahn niemals vor
gekommen. Der Räuber sprang
durch die offene Thür des Postwag«
gotts, als der Zug gestern AbendKan
sas City verließ. Der Postclerk
Withers mußte seine fünf Gehülfen
binden und wurde dann seinerseits
von dem Banditen gebunden, der so
dann die registrirten Briefe öffnete
und alles Geld, das er fand, in die
Tasche stopfte. Als der Zug in Law
rence ankam, svrang der Räuber ab
und betrat, während Withers den
Alarm gab, einen Schlafwaggon des
selben Zuges, wo er sich schnurstracks
in ein Bett legte. Kondukteur Smith
mit zwei Polizisten von Lawrence
machte den Burschen dingfest. Wäh
rend des Ringens der beiden Männer
entlud sich des Banditen Revolver
und die Kugel drang ihm in dieBrnst.
Nach der Verwundung war seiiteFest
nähme ein Kinderspiel. Der Bandit
heißt Willis Lonsberm und stammt
aus Medford, Ore. Er gestand, schon
im Januar ein Räuberstückchen aus
geführt zu haben, als er einen Sou
thern Vacinc Zug bei Redbluffs,
Ca!., überfiel.
Archbold's sensationelle Aussage«.
W a s i n o n 2 3 A u u s
John D. Arrlibold beschwor heute vor
dem Untersnchimgskontite des Se
nats. dan die $12"),000 Kontribution
der Standard Oil Co. zum rep'ibli
kcni'cheit ttantuaguefouds von 190
a :f die Versicherung des Schatzmei
sters Cornelius N. Blin hir, die Bei
steuer sei für Präsident Roosevelt an
nehmbar und w.'itere Beiträge wür
den. ebenfalls annehmbar seht, ge
macht wurde.- B?nor ^cts Olcts a'.'.S
ifetahlt wurde, erhielt Archbold an
geblich von Bii'i die^ersichernvn, diß
Roosevelt ein gerechter uud konserva
tiver Mann ivii? würde, nnim die
Feuernrobe komme. AvdHbclv. sagt?
weiter au?, Bli'? habe i?\t später trn
eine weitere Beisteuer von $150,0«)')
ersucht. Al:- die Standard Oil C?.
den zweiten Beitrag verweigerte, ha
be er erklärt, nach seiner Arft lit
würde es für den Oeltrust besser sein,
das Geld henugel'eit. Seit der Zeit,
wo der h» 150,000 Stamvagnebeitra:1!
verweigert wurde, habe die Bundes
regierung „schändliche Angriffe" auf
die Standard Oel Co. unternom
men.
Eine gesegnete Ernte steht bevor,
die Zeiten werden bedeutend besieg
als sie während der vergangenen zwei
Jahre waren. Sendet Verwandte«
oder Freunden im alten Vaterlande
den Staats-Anzeiger aus ein Jahr.
Es wird diese« damit eine große
Freude bereitet, die nicht kostspielig ist
und ein ganzes Jahr andauert. Der
Preis des Staats-Anzeiger nach de«
Auslande, Deutschland, Rußland,
Canada, usw., beträgt nur $2.00
auf's Jahr uud ist im Boraus zahl
bar.
Nord-Dakota's zweite jährliche I'iu
dustrie-Nusstettung,. welche zu Biè
marcs vom 1. bis 13. Oktober diese#
Jahres abgehalten wird, wird ditz
erste weit in den Schatten stellen. So
viel steht schon jetzt fest. Es komme«
über 1200 Prämien zur Vertheilung
und die Ausstellung landwirthschaf^
Itcher Erzeugnisse wird einfach groß
artig sich gestalten.

England.

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